Droben von der Kugel

Wie wohnen als Student?

Morgen Uni

Zum bevorstehenden Semesterstart läuft in Regensburg wieder der Wohnungsmarkt heiß.

 Kolumne von Hieroymus Mercator

Für viele geht mit dem Studieren das Erwachsenwerden einher. Man verlässt erstmals Hotel Mama und residiert in einem eigenen Reich, in dem niemand bestimmt, wann man den Abwasch zu machen hat oder wann man zuhause sein muss. Mit diesen Freiheitsprivilegien gehen aber auch unangenehme Dinge einher. Plötzlich führt man einen eigenen Haushalt, für den man auch selbst – mehr oder weniger – wirtschaftlich verantwortlich ist. Doch bei der aktuellen Wohnungssituation in Regensburg, stellt sich schon das eigentliche Problem, nämlich überhaupt eine eigene Wohnung zu finden.

Achtung: Dieser Artikel enthält subjektive, persönliche Erfahrung mit der Wohnungssuche in Regensburg

Es gibt – grob gesagt – vier Parameter wie man sich sein Zuhause aussucht. Das erste ist die Größe, das zweite die Entfernung zur Altstadt und zur Uni, das dritte bauliche Besonderheit bzw. Ausstattung der Wohnung. Und diese drei Parameter stehen im Verhältnis zum vierten: das Geld, das der Student ausgeben möchte bzw. überhaupt kann, denn nicht jeder wird komplett von seinen Eltern finanziert. Überdies müssen die Eltern keine Topmanager sein, damit das Kind keinen Anspruch auf Ausbildungsförderung hat. In anderen Worten heißt das, für viele Studenten gehört das Arbeiten neben dem Studium einfach dazu, um sich überhaupt eine Wohnung leisten zu können.

Es kommt nicht nur auf die Größe an

Dass man als Vollzeitstudent mit Nebenjob nicht allzu anspruchsvoll sein darf, versteht sich von selbst. Die wenigsten erwarten es, in einer 60 m² großen Maisonette zu wohnen, deren riesige, historische Fenster einen Domblick versprechen. Aber niemanden ist zuzumuten in einem 8-m²-Zimmer zu hausen, in dem das Bett gleichzeitig als Schreibtischstuhl fungieren muss, da es vom Platz her gar nicht anders möglich ist.

Mir selbst beispielsweise wurde schon ein 9 m² großes Zimmer präsentiert, in dem sich ein sehr großes Waschbecken befand. Eine Wand bestand hauptsächlich aus Fenster, die andere war mit der Tür versehen und die Nutzung der dritten Wand war durch das Waschbecken unmöglich gemacht. Wie soll man das sinnvoll einrichten? Und dies für den stolzen Preis von 300 Euro im Monat!

Zimmer in Uninähe gesucht?

Es versteht sich ebenfalls von selbst, dass ein Zimmer oder eine Wohnung in der Altstadt wahrscheinlich teurer ist als in Königswiesen. Viele Anzeigen für Wohnungen oder WG-Zimmer werden mit der Nähe zur Universität beworben und rechtfertigen damit ihren hohen Mietpreis. Toll, zur Uni fahre ich in der Regel tagsüber, wenn Busse fahren, aber wer neben dem Studium und der Arbeit auch noch ein soziales Umfeld hat, mit dem er gerne mal ein Bier trinken möchte, der tut dies normalerweise am Abend.

Und wer in Königswiesen oder der Konradsiedlung wohnt und nicht immer um zwölf gehen möchte, der kann sich auf einen Fußmarsch einstellen, wenn der Geldbeutel keine Taxifahrt zulässt. (Ein Glück, dass zumindest bald die Probephase der Nachtbusse kommt.) Bis zum ersten Bus um fünf oder gar sechs Uhr möchte auch keiner warten. Das liegt erstens daran, dass es in Regensburg eine Sperrstunde gibt und man sich auf öffentlichen Grund setzten müsste. Das ist im Winter zu kalt oder stört die lieben Anwohner.

Das sind oftmals solche Menschen, die unbedingt in die Altstadt ziehen müssen, am besten über eine Bar, die schon seit zehn Jahren existiert und sich dann über die Lautstärke beschweren, weil die angetrunkenen Menschen, die auch noch draußen rauchen müssen, sich so lebendig unterhalten. (Solche Leute haben bestimmt damals auch noch für das Rauchverbot gestimmt.) So viel Dummheit muss man erstmal besitzen. Dieser Schlag würde sich bestimmt auch über den Lärm der Züge beschweren, wenn er in Bahnhofsnähe wohnen würden. Ich schlage vor: Diese Menschen ziehen nach Nittendorf oder dergleichen. Irgendwohin, in eine ruhige, idyllische Gegend auf dem Land und räumen ihre Wohnungen in der Altstadt für Leute mit ein bisschen Lebensfreude, die nichts gegen ein lebendiges Stadtleben und dessen nächtliche Kultur haben. Aber ich komme vom Thema ab.

Ausstattung ist Frage des Geschmacks

Was die Ausstattung angeht, da geht der Geschmack weit auseinander, zum Beispiel ist nicht jeder geeignet in einer WG zu wohnen, was die Wohnung grundsätzlich schon wieder teurer macht, da geteilt genutzte Zimmer wie etwa Küche und Bad den Preis deutlich senken können. Wie viel man bereit ist, für eine Luxusausstattung wie eine große Badewanne für den Wellnessfreak zu bezahlen, ist jedem selbst überlassen, aber grobe bauliche Mängel sollte niemand in Kauf nehmen.

Niemand muss es sich antun, nur um ein bisschen Miete zu sparen, in einer Bude mit Schimmel zu wohnen, der auf grobe bauliche Mängel zurückzuführen ist, da der Hausbesitzer wohl die letzten 50 Jahre eine Sanierung versäumt hat. Laut diesem liegt es aber eh immer am mangelhaften Lüften oder falschen Heizen der Vormieter, ist klar. Heißt nicht, dass man nichts dagegen machen muss.

WG-Castings

Wer ein WG-tauglicher Mensch ist, ist nicht der Willkür des Hausbesitzers ausgesetzt, sondern auf seine neuen zukünftigen Mitbewohner angewiesen. Diese wollen natürlich auch nicht die Katze im Sack kaufen, deshalb suchen sie nicht einfach einen neuen Wohnungsgenossen, sondern „casten“ ihn gleich. Dies kann gemütlich vonstattengehen zum Beispiel bei einem gemeinsamen Plausch mit einem Gläschen Wein oder ziemlich unangenehm werden. Von peinlichen Fragen wie „Wie oft hast du Sex und machst du dabei laute Geräusche?“ bis zum Vorkochen, soll alles schon vorgekommen sein.

Wohnheime sind auch so ’ne Sache

Bei Studentenwohnheimen gibt es auch so ein paar Kniffligkeiten. Als aller erstes muss man Glück haben eines zu finden, das einen aufnimmt. Hinzu kommt, dass die günstigeren Wohnheime meistens in miserablen Zustand sind. Dreckig und baufällig. Das Dr.-Gessler-Heim zum Beispiel wird glücklicherweise gerade generalsaniert. Aber wer kein WG-Mensch ist, der wird erst recht nicht glücklich, wenn er sich Küche oder im schlimmeren Fall sogar Bad mit 6 bis 14 anderen Menschen auf dem Stockwerk teilen muss.

Niemand spült ab, alle essen dein Kühlschrankfach leer, da niemand wirklich dafür verantwortlich gemacht werden kann und die meisten sind nach einem Semester auch gleich wieder weg, da sie was besseres gefunden haben. Somit herrscht eine Art Fluidität, die Anonymität schafft. Wohnheime, die von privaten Investoren gebaut werden, haben astronomische Mieten. Dies widerspricht eigentlich der Idee vom „ausbildungsfreundlichen“ Wohnen, aber es gibt immer einen Dummen, der es zahlt und seien es bloß die Eltern von diesem Dummen.

Droben von der Kugel

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Das Wintersemester kommt

Der Kampf um den Wohnungsmarkt hat gerade begonnen, denn ab ersten Oktober beginnt das neue Wintersemester und ein Strom Erstis versucht in seiner auserkorenen Stadt zum ersten Mal auf eigenen Beinen zu stehen und eine eigene Wohnung zu finden. Euch wünsche ich viel Glück.

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Kommentare (19)

  • Klaus Fischer

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    Ein Punkt wurde in diesem Artikel vergessen.
    wer in der Nähe eines Hauses mit vielen Studenten wohnt hat ein Problem wegen Lärmbelästigung. Bis weit nach Mitternacht wird diskutiert und werden flotte Unterhaltung geführt, so ist für die Nachbarschaft keine Ruhe zu finden ist. Wir wohnen neben so einen Haus mit über 12 Studenten und drei Balkone, an warmen Abenden ist es unmöglich seine Ruhe zum Schlafen zu finden. Dann muss man die Polizei rufen, weil keine Einsicht für ruhige Unterhaltungen möglich ist.
    Man braucht sich nicht zu wundern, wenn es keine Wohnungen für Studenten gibt, ich weiß von einem Fall da wurde bei der Wohnungsbesichtigung als Erstes der Ausspruch „da kann man aber gut feiern“ getätigt. Diese Wohnung wurde nicht an Studenten vermietet sondern lieber unbewohnt gelassen.

  • bernd

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    Oh wow, das RSS-Feed ist, nach nur fünf Monaten oder so, wieder ganz :)

  • joey

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    „weil die angetrunkenen Menschen, die auch noch draußen rauchen müssen, sich so lebendig unterhalten“
    Vorab: Ich habe damals gegen das Rauchverbot gestimmt und bin auch deutlich gegen alle Versuche, Alkoholkonsum zu ächten (bekannte gutmenschliche Puritaner sind ja hier auch recht aktiv). Ich wohne auch nicht im Zentrum, sondern in einer Gemeinde außerhalb Regensburgs.

    Mit oder ohne Rauchen bzw Alkohol muß man draußen nicht laut sein. Wer sich nicht mehr unter Kontrolle hat, sollte still heim gehen. Es gibt Leute, die müssen schlafen, weil sie morgen früh die Kneipe putzen, eine Prüfung schreiben etc.

    Das ist einfach eine Frage des Anstands. Sowas kann jeder haben, der sich ein wenig über andere Menschen Gedanken macht, ganz praktisch als Nachbar und Mitmensch.
    Entfaltet Euch nach Kräften, aber stört keinen anderen dabei. Rücksicht auf andere gehört zum gesellschaftlichen Grundwerkzeug. Das sollten Studenten als erstes lernen, wenn sie es nicht von selbst verstehen.

  • (Ex-)Student

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    Diesmal etwas über das Ziel hinausgeschossen, Herr Mercator.

    „Mit diesen Freiheitsprivilegien gehen aber auch unangenehme Dinge einher.“

    So ist es – zumindest, wenn man gewisse Anstandsregeln des menschlichen Miteinanders als unangenehm empfindet. Freiheit verpflichtet eben auch.
    Ist schon schwierig, wenn man einerseits „nicht geeignet ist, in einer WG zu wohnen“ (wieso eigentlich?) ist, andererseits aber auch die „Anonymität“ nicht schätzt.

    „Das sind oftmals solche Menschen, die unbedingt in die Altstadt ziehen müssen, am besten über eine Bar, die schon seit zehn Jahren existiert und sich dann über die Lautstärke beschweren, weil die angetrunkenen Menschen, die auch noch draußen rauchen müssen, sich so lebendig unterhalten. (Solche Leute haben bestimmt damals auch noch für das Rauchverbot gestimmt.) So viel Dummheit muss man erstmal besitzen.“

    Letzteres fällt wohl eher auf Sie selbst zurück. Zum Rauchen hat sich @joey ja bereits treffend geäußert.
    Nur Ansprüche stellen geht nun mal nicht. Etwas gegenseitigen Respekt und Rücksichtnahme darf man schon erhoffen.

  • Babsi Tausendteuphel

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    Versteh ich nicht, warum soll ich meine Gesundheit durch Raucher und Gröhler schädigen lassen.

  • T (auch noch-Student)

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    @joey und (Ex-)Student
    Mag sein, dass es im Artikel hier sehr überspitzt dargestellt wurde, aber habe ähnliche Erfahrungen gemacht. Beispiel: Polizei wurde öfters wegen Lärmbelästigung gerufen. Beschwert wurde sich über eine Bar, über die eine ältere Person kürzlich gezogen ist. Schallpegelmesser wurde installiert. Ergebnis war, es überschritt nie die db-Werte. Beschimpfungen von oben und öftere, „zufällige“ Besuche des Ordnungsamts waren die Folge. Da hilft es doch einfach, wenn man seinen gesunden Menschenverstand benutzt. Hab ich in München, Nürnberg oder sonst wo noch nie erlebt, gleiches gilt auch für diesen „Pssscht“-Wahn, selbst an Wochenenden.

    Kurz: Hier geht es wohl weniger um Leute, die keinen Anstand haben.

    Natürlich, gibt es die auch. Sind aber nicht immer zwangsweise „böse“ Studenten, um meinen Vorrednern mal den Wind aus den Segeln zu nehmen. Es geht eher darum, dass sich alle immer gleich beschweren, weil sie vorher nicht nachgedacht haben. Zeigt eben, dass Regensburg nur eine „Universitätsstadt“ ist, und eben keine Studentenstadt.

  • Tobias

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    Das kommt wohl ganz auf den Schlag von Studenten an. Es gibt ein grobes Spektrum von „Party-feiernder Dauerstudent“ und „ruhige Gesellen vor Laptop und Collegeblock“. Dazwischen noch eine verschwimmende Grenze.

    Ich habe durch meine Arbeit beide Seiten kennengelernt. Ich habe da den Hipsterbart-tragenden Mitt-30er, der BIONADE tringt, Refugee-Welcome-Sticker auf öffentliches Eigentum klebt, „irgendetwas“ studiert und FC St. Pauli geil findet. Ja, dieser Mann existiert.

    Er ist ein vergleichsweise angenehmer Kerl, arbeitet aber in seinem 12,75h/Woche-Job seit nun knapp 8 Jahren. Dass er mit dieser „schauen wir mal“-Einstellung kein Lohn/Gehalt einfährt und deshalb sich nicht über schlechtere Unterbringung in einer teuren Stadt wie Regensburg beschweren sollte liegt auf der Hand.

    Und dann gibt es noch die Anwältin, die quasi in einem Dixi-Klo leben könnte, denn sie will etwas, und dafür steckt sie zurück. Im Gegensatz zur ersten Person ist die angehende Anwältin in wenigen Semestern fertig – und verkriecht sich nicht in Selbstmitleid.

    Beide Personen sind angenehme Zeitgenossen, aber Regensburg ist eben nicht nur „hip“ und „Kult“, studieren ist eben nicht nur „feiern“ und „chillen“ – sondern eben, wie Lehrjahre, nun einmal keine Herrenjahre.

    Was in Regensburg aber wirklich ein Problem darstellt sind die Wohnheime. Ich war schockiert, als ich erfuhr, dass in der Nähe der Clermont-Ferrand-Schule (da, wo der Bus Richtung Westheim/-bad fährt) dieser hässliche, nach Einsturzgefahr aussehende Block tatsächlich ein Wohnheim sein soll. Die Bilder der Webseite – komplett mit 70er-Jahre Flair (orangene Plastiklampe inklusive!) – sind unfassbar. Das in den späten 60ern enstandene, gruselige Ding am Ernst-Reuter-Platz ist stadtweites Gruselkabinett und das angrenzende frühe-1970er-Heim ist doch auch zu nix zu gebrauchen.

    Die Container für die „Flüchtlinge“ liesen sich doch prima nutzen wenn Erstere in Wohnungen untergebracht wurden.

    PS: Ich besitze eine kleine Eigentumswohnung und bin froh; die Preise für kleine Wohnungen sind an der Größe gemessen sogar höher als 60 m²-Dinger :-) Und das wird sich so schnell auch nicht ändern.

  • Lothgaßler

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    Der Autor obiger Zeilen geriet arg vom Thema ab, und das liegt auch an seiner begrenzten Lebenserfahrung und egozentrischen Wahrnehmung der Studenten- und Universitätsstadt Regensburg. Die Zeiten ändern sich, die Ansprüche ändern sich und das Verhalten ändert sich! Eine Vielzahl von Studenten musste früher in Studentenbuden hausen, die der Autor als menschenunwürdig bezeichnen würde. Gefallen hat uns das nicht, aber wir haben diesen Minderkomfort überlebt und unser Studium erfolgreich beendet. Gefeiert wurde auch, aber erst wenn es etwas zu feiern gab, und nicht das halbe Semester durch!
    Auch wenn es Studenten schwer angehen dürfte, noch habt ihr nix geleistet und steht unten in der Hackordnung. Um euch herum leben MitbürgerInnen, die ihr Leben organisieren und am Laufen halten müssen. Deren Wirken hält die Gesellschaft zusammen, euer Wirken hält bestenfalls den Lehrstuhl am Leben.
    Die Welt lebt nicht von Geringverdiener- und Studentenjobs und die Wirtschaft ist nicht gleichzusetzen mit Vorlesungssaal, Kneipen und Bars. Weder die Stadt noch die Altstadt gehören euch. Ich als Altstadtbewohner beweise beinahe täglich buddahaften Gleichmut, aber ab und an lassen Zeitgenossen dermaßen die Sau raus, dass auch ich mich vergesse und mit Wort und Tat meine Rechte vertrete.

  • altstadtkid

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    Danke Herr Lothgaßler, das gleiche gilt auch für Schüler und Auszubildende.
    Hoffentlich liest das mal einer von der Stadt Regensburg.
    Ich befürchte nur die von Ihnen angesprochenen „Buden“ unserer Jugend gibt es in Regensburg nicht mehr.

  • altstadtkid

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    @T(auch noch Student)
    Bitte geben Sie mir die Nummer der Polizeidienststelle die jemanden schicken wenn man sich über Ruhestörung in der Altstadt beschwert.
    Die haben viel zu viel Angst und sagen „Mei da kenn ma mir nichts macha“
    Schon öfter ausprobiert wenn Schreiwettbewerbe oder sogar gefakte Hilferufe von besoffenen Grazien abgesetzt wurden.
    Eins hat die Polizei erreicht, ich ruf nicht mehr an selbst wenn sie sich gegenseitig „umbringen“

  • 68erAkademiker

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    Das klingt alles nach einer Generation Selbstmitleid und Bauchnabel-Horizont.Kaum Wohnungen ? Wo bleibt der Protest der Studis im Stadtrat ??? 300 Euro für 9 qm? Über so ein Vermieterschwein würde ich einen öffentlichen Steckbrief machen…Und das nächtliche öffentliche Saufen: Wer das braucht, braucht einen Arschtritt in Richtung Therapie und Anonyme Alkoholiker, kein öffentliches Verständnis

  • Regensburgerin

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    Ständig diese Diskussionen: viel zu laut, zu viel feiern, zu viel schreien, zu laute Musik, zu viel spielende Kinder, zu schreiende Kinder. Wir leben mitten in Europa, mitten in einer Stadt und Menschen wollen Ruhe wie auf einer Insel. So läuft das Leben! Wann soll es gefeiert werden, wenn nicht in der Studentenzeit? Vielleicht während Abitur oder Arbeiten?
    Die meisten müssen sowieso neben dem Studium noch arbeiten. Natürlich früher war alles viel ruhiger: Studenten haben nie gefeiert, Kinder nie geschrien.
    In Regensburg kann man ohne Probleme eine Wohnung finden!
    Du muss NUR: kinderlos, tierlos sein, du muss 12 Stunden arbeiten, 8 Stunden schlafen, den Rest unterwegs sein und du muss keine Geldsorgen haben! Dann ist es kein Problem! Sobald du irgendwie verdächtig bist, aufs Geld schauen musst, Student oder mit Migrationshintergrund bist oder noch schlimmer mehr als ein Kind im Haushalt hast – dann kommen schon sie! Die Spißer! Die Spießer haben alles selbst erreicht, deren Kinder fliegen über den Boden (falls sie welche haben), sie waren nie jung und laut! Sie haben keine Geldprobleme.
    Viel Glück allen Studenten eine Bleibe zu finden. Ein Studium war und bleibt nur ein Luxus!

  • Coffin Corner

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    In meiner Studienzeit (70er) galt:
    Studieren heisst: Sich bemühen und nicht: Andere sich bemühen lassen.
    Ich musste mir alles selber finanzieren und habe dazu LKW gefahren.
    Die Zeiten haben sich wohl massiv geändert, wenn Feiern, Altstadtnähe, Biergärten etc. heute das Maß der Dinge sind.

  • hf

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    @coffin-corner: zu dem, was sich geändert hat, könnte man etwa nida-rümelin „der bildungswahn“ empfehlen.

    für regensburg heruntergebrochen leitet sich ein widerspruch gegen die steile these des herrn @lothgaßler ab, die studenten hätten durch ihr bloßes hier-sein noch nichts geleistet. das ist quatsch.

    der konstante druck, den die studenten auf den wohnungsmarkt ausüben, ermöglicht den eigentümern immer höhere einnahmen, was weitere kredite in bauprojekte oder andere unternehmungen ermöglicht.

    viele dieser studenten werden darüberhinaus akademische fachkräfte, die durch ihr emotionales bekenntnis zur stadt als standort auch die jobs vieler minderqualifizierter sichern.

    der mythos von der höchsten lebensqualität (in den mittleren und äußeren stadtbezirken merkt man davon wenig) ist schlicht und einfach bares geld wert, für alle regensburger.

    was sind letztlich überhaupt herrenjahre? ist das die zeit, in der die lernfähigkeit mangels ökonomischer sachzwänge anbnimmt? wenn man sich auf altersarmut, vereinsamung und krankheit vorbereitet und man auf jede anzeige klickt die sagt: ihr vermögen ist in gefahr und der euro bircht zusammen?

    haha. wir sitzen schon noch alle im selben boot, oder?

  • Franz

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    Es ist ja gerade zu beunruhigend das die Zahl der Studierenden zu nimmt…
    Da könnte man sich ja fast fragen ob das Abitur mitllerweile nicht zu einfach geworden ist… viel zu einfach… wäre eine Lösungs des „Problems“ einfach das Abitur wieder zu dem machen was es mal war, so das auch nur wirklich die Menschen Zugang erhalten die es auch schaffen ein Studium erfolgreich abzuschließen … dadurch könnte ja auch eine kleine Entlastung am Wohungsmarkt resultieren…

  • hf

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    @franz: schön wärs. dann müsste man aber auch die uni wieder zu dem machen, was sie mal war. magister statt bachelor. forschung und lehre statt totaler verschulung. einsamkeit und freiheit statt profitorientierter elitenzurichtung.

    aber gymnasien und hochschulen werden sich mit zähnen und klauen gegen den personalabbau wehren, bedeutete doch die aufwertung von nichtakademischen berufen rein stöchiometrisch auch einen prestigeverlust der gesamten akademischen „kaste“. ist zwar alles käse – so lange die „kleinen leute“ lieber afd wählen, als sich zu solidarisieren und die wertschöpfung wieder an die tatsächlichen leistungsträger (arbeiter und pflegekräfte) zurückzugeben, werden sie immer die dummen bleiben.

    da hülfe auch keine noch so radikale reform. aber das ist eine ganz andere kiste…

  • Lothgaßler

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    @hf: a geh, so a Schmäh!
    1) Druck auf den Wohnungsmarkt als studentische Leistung und damit Triebkraft für Immobilienmarkt, mit allem was dazugehört: Mal davon abgesehen, dass diese „Leistung“ alle Wohnungssuchenden vollbringen, hat sie keinen „Gegenwert“, zumindest keinen der den Wohungssuchenden selbst unmittelbar gutgeschrieben wird. Letztendlich wird Nachfrage generiert, die mehr oder weniger bedient wird. Auswüchse erleben nicht nur Studenten, auch Leiharbeiter erleben bodenlose Abkassiererei. Was für Wohnen gilt, das gilt ebenfalls für Nahrung und Kleidung. Wenn wir dergleichen „Leistungen“ Studenten gutschreiben, dann auch dem Kater um die Ecke, der frisst und wohnt auch bei Frauchen/ Herrchen.
    2) Akademiker sichern Jobs für „Minderqualifizierte“: Aus welchem verstaubten Lehrbuch stammt denn dieser Irrglaube? Verkäufer und andere geringverdienende Nichtakademiker bekommen ihren Lohn auch dann, wenn ein Nichtakademiker die Waren kauft oder die Dienstleistung abruft. Ja klar, ein paar Beispiele lassen sich immer konstruieren, aber bitte nur solche bei denen das Akademikersein die Voraussetzung dafür ist. Und kommen Sie mir nicht mit BMW, sonst schicke ich Ihnen deren Betriebsrat vorbei, damit er Ihnen mal erklärt wie eine größere Firma funktioniert. Die These von den Bröseln der Oberen für die Unteren und damit einhergehenden Wohlstandstransfer gehört in den Mülleimer. Natürlich gibts den Akademiker (mit Hang zum Leicht-und-einfach-Doktor), der ein Dienstleistungsimperium errichtet hat und darin viele Geringqualifizierte beschäftigt, aber dazu hätte es keinen Akademiker gebraucht (http://www.regensburg-digital.de/karlheinz-goetz-plagiierte-fuer-seine-doktorarbeit/09012014/). Auch das Putzen der Uni durch Götz oder andere ist keine Leistung, die sich die Studenten gut schreiben können.
    3) Der Mythos von der höchsten Lebensqualität ist bares Geld wert für alle Regensburger: Das kann so nicht stimmen, denn dann würde ich schon alleine durch meine Anwensenheit in der Altstadt wohlhabender werden. Das funktioniert so aber nicht, ich muss doch noch arbeiten.

  • hf

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    @lothgaßler: ob man es gut findet oder nicht; dass regensburg insgesamt wächst, hat man im großen und ganzen doch ziemnlich der universität zu verdanken. das gegenteil können sie gern glauben, wahr wirds deswegen auch nicht.

    viele große firmen ernähren mit ihren aufträgen viele kleine firmen und insgesamt ensteht dadurch wohlstand. ohne all die ingenieure und naturwissenschaftler stünde regensburg wohl eher da wie oberhausen nach ende des kohlepfennigs.

    ihr privater groll gegen herrn götz – so sehr ich das nachvollziehen kann – tut leider gar nichts zur sache, im gegenteil, dieses geschäftsmodell ist gerade ein beispiel für die erosion von sozialsystemen und dem missbrauch akademischer männerfreundschaften.

    vielleicht haben sie einfach meinen zweiten piost nicht gelesen oder nicht verstanden – ich bin gerade kein keynesianer (brösel von oben nach untern, wie sie es nennen), sondern scharfer kritiker eines unreflektierten konsums. nichtsdestotrotz bleibt die „nachfrage“ die ursache für den erfolg, nicht das angebot.

    zuletzt: fast alle regensburegr müssen arbeiten, auch ich – aber anders als in vielen städten kann man es sich bei uns ziemlich nett einrichten, wenn man bereit ist, sich zu bilden. eben weil es jobs in hülle und fülle gibt. auch die bezahlung ist im schnitt besser als in strukturschwachen gebieten. bares geld ist das unterm strich, was denn sonst.

  • Sibille Kampingen

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