Wieder Strom im Stadion/ Scharfe Kritik an „Jahn-Spitze“

Der SSV Jahn hat wieder Strom. Das gab die REWAG heute Nachmittag via Pressemitteilung bekannt. Der Oberbürgermeister vermittelte (erneut) zwischen der REWAG und der SSV-Führung bzw. Jahn-Vizepräsident Manfred Kraml und dem sportlichen Leiter Horst Eberl. Der Jahn wird die ausstehenden Forderungen bis kommenden Dienstag bezahlen. Präsident Franz Nerb war bei dem Gespräch nicht zugegen. Scharfe Kritik für ihn gab es dennoch: Ohne seinen Namen zu nennen, griff der REWAG-Vorstandsvorsitzende Norbert Breidenbach mehrfach die „Jahn-Spitze“ an. „Wir wollten weder dem SSV Jahn als Traditionsverein noch dem Sport eins auswischen“, so Breidenbach. „Aber das in den vergangenen Jahren an den Tag gelegte Verhalten der Jahn-Führung und die immer wieder ausstehenden Zahlungen machten diesen Schritt zum Schutz unserer gesamten Kundschaft notwendig.“ Breidenbach spricht von positiven Reaktionen der REWAG-Kunden auf die Stromsperre für den Jahn. Immer wieder würden Vereine oder Unternehmen wegen Zahlungsschwierigkeiten auf die REWAG zukommen, so Breidenbach. In gemeinsamen Gesprächen habe man bisher noch immer eine Lösung gefunden. Aber, so der REWAG-Boss: „Noch nie hat dabei jemand eine Zusage nicht eingehalten. Anders die Jahn-Spitze.“ Eine Zusammenarbeit sei anscheinend nicht gewollt gewesen, mutmaßt Breidenbach. Auslöser der Sperre war die Weigerung des SSV Jahn gewesen, eine Sicherheitszahlung in Höhe von 10.000 Euro zu bezahlen. Die REWAG hat auf dieser Forderung bestanden und als Grund dafür über 300 Mahnungen und 48 angedrohte Sperren seit 2005 angeführt. Diese Forderung sei „völlig legal“, so die REWAG. Die Jahn-Spitze habe zuerst klar gesagt, dass sie diesen Betrag nicht zahlen werde und sei sich der Konsequenz bewusst gewesen, heißt es in der Erklärung weiter. „In einem einzigen Gespräch mit Manfred Kraml und Horst Eberl ließ sich nun die Situation klären und eine Lösung finden.“

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Kommentare (5)

  • terrier

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    Bravo REWAG – endlich jemand der den Jahn so behandelt wie es ihm gebührt, nämlich genauso wie jeden anderen REWAG-Kunden.

    Wie könnten sie sonst auch die Stromsperrung bei einem Hartz IV Empfänger rechtfertigen wenn die REWAG beim Jahn alle Augen und Hühneraugen zudrücken würde.

    An die Jahn-Fans sei folgender Hinweis erlaubt. Der Jahn ist ein Traditionsverein. Ebenso ist es beim Jahn aber offensichtlich auch Tradition, dass man chronisch versucht über die eigenen Verhältnisse zu leben und an die Stadt überzogenen Forderungen zu stellen.
    Der Jahn ist nicht der Nabel der Welt und seine Bedeutung für Regensburg wird vielfach masslos überschätzt.
    Zumindest hat es die Jahn-Spitze binnen Jahresfrist zweimal geschafft wegen Zahlungrückständen in die Schlagzeilen zu kommen (Studienseminar St. Emmeram – Sportinternat und Jetzt REWAG).
    Die Negativpresse von heute auf n-tv.de und br-online.de hätte der sogenannte Jahn-Spitze unserer Stadt ersparen können.

  • Django

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    Wann lernen die SSV Jahn-Oberen mal, daß man nicht mehr Geld ausgeben kann, als Geld einzunehmen. Und das man für Spieler und Trainer Gehälter zahlt, die ein mehrfaches der monatlichen Stromkosten betragen, versteht sowieso keiner mehr. Und jetzt den Schuldigen im Stromversorger zu suchen, lenkt von der Unfähigkeit der Jahnführung ab.

  • Manfred Krosch

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    Das wird alles nix schützen vor dem großen Sündenfall, dem Stadionneubau zu Regensburg.
    Zwar ist der SSV-Jahn Regensburg nicht wirklich ein ernst zu nehmender Vertragspartner, doch wer soll den sonst einen „Nutzungsvertrag“ unterschreiben?
    Der SSV-Jahn muss also überleben!
    Nicht unbedingt des Sports wegen, sondern wegen der Immobilien- und Grundstücksgeschäfte wegen.
    Und so wird nun am Überleben des Vereins gebastelt und ein unliebsamer Mitkonkurrent ím Immobiliensumpf ausgestochen.
    Spot(t) an! Die Serie der Peinlichkeiten und Begehrlichkeiten kennt viele Fortsetzungen.
    Sehr, sehr ärgerlich ist nur, dass auch ich (indirekt) für diese Kasperl mitbezahlen muss!

  • Joachim Datko

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    Zu Manfred Krosch am 27. Mrz 2009, 16:12
    „Zwar ist der SSV-Jahn Regensburg nicht wirklich ein ernst zu nehmender Vertragspartner, doch wer soll den sonst einen “Nutzungsvertrag” unterschreiben?“

    Scheinbar geht der Jahn jetzt zum Stromversorger Yellow (MZ : 28.03.09 ).
    Damit wird der Jahn von der REWAG entkoppelt und ich kann sicher sein, dass nicht über irgendwelche Kanäle (z.B.: Werbung) mein Gas-Geld den Jahn finanziert.

    Mein Argument dafür, dass kein neues Stadion gebaut wird:
    Wie kann die Stadt ein Stadion mit öffentlichen Geldern für einen Sportverein bauen, der seinen Strom woanders kauft.

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