Will der Herr Architekt einem Obdachlosen noch schnell „eine mitgeben”?

Ich wundere mich. Warum hat Architekt Martin Scheurer den Guerilla-Gärtner Amaro Ameise eigentlich wegen „Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung” angezeigt? Amaro hat Scheuerers Grundstück im Stadtgraben am Peterstor zwei Jahre lang sauber gehalten. Er hat einen schönen Garten angelegt. Er hat nichts kaputt gemacht und irgendwie für gute Stimmung gesorgt. Kann sich Herr Scheuerer darüber nicht freuen, wenigstens ein bisschen? Jetzt könnten Amaro Ameise im schlimmsten Fall zwei Jahre Haft bevorstehen. Toll, Herr „Stararchitekt”! Braucht’s das? Ist der irgendwie schuld, dass sich der Herr Scheuerer mit seinen Plänen am Peterstor verhoben hat? Warum hat er ihn nicht einmal persönlich angesprochen? Ist das unter seiner Würde?

Will der Herr Architekt einem Obdachlosen noch schnell „eine mitgeben”?

Für würdelos halte ich es, seine Wut über ein gescheitertes Bauprojekt an einem Schwächeren auslassen und einem Obdachlosen zum Abschied schnell noch „eine mitgeben” zu wollen. Zum Glück hat Herr Scheuerer die Rechnung ohne einen Strafrechtsprof gemacht, der dem leidenschaftlichen Gärtner jetzt hilft. Da muss man sich auch nicht mehr über den Herrn Architekten aufregen. Es lacht sowieso halb Regensburg über seine Anzeige und ihn als Erstatter. Ich kann nicht lachen, wundere mich aber über soviel Intoleranz.

(Ent)spannende Lektüre!

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