Strafanzeige gegen Forensik Taufkirchen

„Verbrechen gegen die Menschlichkeit in deutschen Krankenhäusern“

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60 Tage ans Bett gefesselt – so soll es einer Patientin in der Forensik Taufkirchen ergangen sein. Bereits im Dezember haben wir über diesen Fall berichtet, der mittlerweile immer größere Wellen schlagt. Unter anderem wegen „Verbrechen gegen die Menschlichkeit in deutschen Krankenhäusern“ hat Martin Heidingsfelder deshalb am Dienstag Strafanzeige erstattet. Unterstützung erfährt der Nürnberger dabei auch durch Gustl Mollath. Übergeben mussten die beiden ihr Konvolut durchs Fenster, überwacht von Zivilbeamten.

Fordern Aufklärung zu den Fixierungen in Taufkirchen: Martin Heidingsfelder und Gustl Mollath.

Fordern Aufklärung zu den Fixierungen in Taufkirchen: Martin Heidingsfelder (li.) und Gustl Mollath.

Die Debatte um die Fixierungen im Bezirkskrankenhaus Taufkirchen hat Folgen. Am Dienstag hat der Nürnberger Plagiatsjäger Martin Heidingsfelder Strafanzeige erstattet. Unter anderem wegen des Verdachts auf „Verbrechen gegen die Menschlichkeit in deutschen Krankenhäusern“. Es geht insbesondere um eine transsexuelle Patientin, die 60 Tage am Stück ans Bett gefesselt gewesen sein soll.

In der Frauen-Forensik in Taufkirchen sind rund 160 psychisch kranke Straftäterinnen im Maßregelvollzug untergebracht. Darunter auch die Regensburgerin Ilona Haslbauer.

Erst laute Schreie, dann schockierende Zahlen

Am 13. Dezember hatte Regensburg Digital den Mitschnitt eines Telefonats zwischen Heidingsfelder und einer Insassin in Taufkirchen veröffentlicht, bei dem im Hintergrund immer wieder laute Schreie zu hören sind. Sie stammen von einer Frau, die gerade im Isolierzimmer am Bett gefesselt war.

Wir konfrontierten Chefärztin Verena Klein, seit Juli 2013 die Leiterin des Maßregelvollzugs, mit der Aufnahme. Dabei erläuterte sie zunächst, dass es die Schreie einer von vier Patientinnen zuzuordnen seien, die zum eigenen Schutz, dem des Personals und der übrigen Frauen häufiger fixiert werden müssten. Sie litten an einer „fatalen Kombination“ aus Minderbegabung und schweren Persönlichkeitsstörungen. Während sich das plausibel anhört, geben weitere Auskünfte, die Klein uns auf Nachfrage gegeben hat, zu einigen Fragen Anlass. Vor allem zur Fixierungspraxis in der Vergangenheit.

Bis 2013: Fixierungen nicht erfasst

Offenbar wurden Fixierungen vor dem Jahr 2013 nicht einmal systematisch erfasst. Auf Nachfrage des Sozialministeriums hatte Klein eine Übersicht für den Zeitraum zwischen November 2011 und Juni 2013 erstellt. Und das Erstaunlichste daran ist, dass die darin enthaltenen Zahlen im Ministerium schon seit einigen Monaten vorliegen, allerdings bislang zu keinen Untersuchungen geführt haben. Dabei geht es vor allem um einen besonders krassen Fall.

Die Forensik des Isar-Amper-Klinikums in Taufkirchen. Foto: Bezirk Oberbayern

Die Forensik des Isar-Amper-Klinikums in Taufkirchen. Foto: Bezirk Oberbayern

Demnach soll, so Klein gegenüber Regensburg Digital, eine „massiv fremdaggressive Patientin“ alleine „mehr als 1.418 Stunden oft auch einige Tage am Stück fixiert“ worden sein. Weitere Recherchen von Heidingsfelder – er hat unter anderem die Klinik besucht, zahlreiche Gespräche geführt und Akten angefordert – ergaben, dass es sich bei der erwähnten Patientin um den (zwischenzeitlich nach Straubing verlegten) Transsexuellen Martin R. handelt.

Acht Wochen lang gefesselt

Er soll, das ist laut Heidingsfelder durch Akten, Zeugenaussagen und Recherchen der Nürnberger Nachrichten zwischenzeitlich belegt, über acht Wochen lang ununterbrochen ans Bett gefesselt gewesen sein. Eigentlich sind nur 24 Stunden am Stück zulässig. Und Martin R. ist nicht der erste solche Fall in Taufkirchen, der an die Öffentlichkeit gerät. Auch die Regensburgerin Ilona Haslbauer soll im Sommer 2013 mehr als 25 Stunden fixiert worden und in ihren Exkrementen liegen gelassen worden sein. Unter anderem der Spiegel hatte darüber berichtet.

Der Generalstaatsanwaltschaft in Nürnberg hat Heidingsfelder am Dienstag eine mit zahlreichen Akten und Zeugenaussagen unterlegte Strafanzeige übergeben. Untersützt wird er in seinem Engagement von Gustl Mollath.

„Versuche der Entmenschlichung”

Für Mollath sind Fixierungen Versuche der Entmenschlichung. „Hier soll der Mensch gebrochen werden”, erklärte er gegenüber dem Nürnberger Journalisten Peter Viebig. Oft sei der Anlass nichtig. Die Pfleger handelten dabei nach eigenen Gutdünken. Eine Kontrolle finde nicht statt. Am Ende entwickeln die Patienten „Verhaltensweisen wie eingesperrte Tiere“.

Die Übergabe der Anzeige gestaltete sich offenbar recht schwierig, um nicht zu sagen: bizarr. Auf dem Weg durch das Gerichtsgebäude und aus diesem heraus wurden Heidingsfelder und Mollath durchgängig von Zivilbeamten überwacht. Zur Staatsanwaltschaft wurden sie indes nicht vorgelassen. Die Strafanzeige nebst Aktenpaket mussten die beiden schließlich durch das Fenster überreichen.

StA NürnbergDoch dieser Fall ist nicht der einzige Grund für die Anzeige. „In den Unterlagen finden sich zahlreiche Hinweise auf weitere Straftaten“, so Heidingsfelder. Es geht um nicht korrekte Aktenführung, Fixierungen ohne detaillierte Begründung oder das Abhören von Anwaltsgesprächen.

Keine Reaktionen von Ministerpräsident und Menschenrechtsbeauftragter

Vor seiner Strafanzeige hatte sich Heidingsfelder bereits an zahlreiche Politiker gewandt und auf die Missstände hingewiesen. Unter anderem an Ministerpräsident Horst Seehofer hatte er geschrieben, allerdings keine Antwort erhalten. Ebenso informierte Heidingsfelder Anfang Januar die Menschenrechtsbeauftragte der Landesärztekammer, Dr. Maria Fick, und konfrontierte sie mit zahlreichen Fragen. Diese sind bis heute unbeantwortet geblieben.

Grüne: Staatsregierung setzt Rechtsprechung nicht um

Zwischenzeitlich haben die Grünen im Bayerischen Landtag den Fall von Martin R. aufgegriffen. Die sozialpolitische Sprecherin Kerstin Celina fordert diesbezüglich nun zeitnah einen Bericht im Sozialausschuss, um mögliche Menschenrechtsverletzungen in der geschlossenen Unterbringung aufzuklären.

„Wir brauchen klarere gesetzliche Grundlagen für die psychiatrische Unterbringung, um die Rechte der Betroffenen zu sichern und einen verantwortungsvollen Umgang mit Zwangsmaßnahmen rechtsverbindlich zu garantieren“, so Celina. Es sei überfällig, die bisherige Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts und die Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention in Bezug auf Zwangsmaßnahmen für Bayern zu regeln. „Dieser Forderung des BGH aus dem Jahr 2012 ist die Staatsregierung bis heute nicht nachgekommen.“

In Taufkirchen selbst will man sich, „angesichts der laufenden Strafanzeige“, derzeit nicht zu den Vorwürfen äußern.

Hier noch ein Video zum Thema Fixierungen:

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Kommentare (35)

  • marie

    |

    Wenn Medikamente verschrieben werden, von denen Psychiater selber sagen, sie können Aggressionen hervorrufen, braucht man sich nicht wundern, dass Menschen dort gebrochener gemacht werden….

    Schlimm was in der Welt passiert…. mit Psychiatern kann man darüber nicht reden…. und in Sachen Menschenrechten hat Deutschland noch vor der eigenen Türe zu kehren…

  • cloud

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    Wie immer super, dass Sie am Ball bleiben Herr Aigner und solche Dinge nicht vergessen.. Vergelts Gott ! Sie machen Regensburg digital zu dem, was es ist. Sie können sehr stolz auf sich und ihre hilfreiche Ader sein. Deswegen erreichen Sie auch so viele Menschen.

    Mir geht es nach meiner Fehlbehandlung psychiatrisch wieder gut und ich habe psychiatrisch keinerlei Symptome mehr. Ich weiß allerdings nicht, wie es ist gefesselt zu werden…es muss sehr schlimm sein und vor allem für so lange Zeit. Man muss sich hilflos, ausgeliefert, verzweifelt, alleingelassen fühlen. Dann wird man sowieso nicht mehr ernst genommen, weil es heißt der oder die war ja schon mal in der Klapse.

    Ich hoffe die Frau kann nach ihrer Entlassung über dieses Trauma hinwegkommen. Sie muss sich wie ein gefangenes Tier fühlen, mit dem rumexperimentiert wird.

    Ich wünsche ihr vom ganzen Herzen, dass Sie wieder froh werden kann.

  • cloud

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    Bin auch froh, dass Herr Mollath wieder auf freiem Fuß ist. Hätte er sich rechtlich nicht gegen die Zwangsmedikation gewehrt, wäre er gesundheitlich sehr angeschlagen geworden und zugrunde gegangen.

    Die hätten ihn immer weitermedikamentiert und die Wirkungen, die von den Tabletten kommen, nicht als Auswirkungen gesehen, sondern die Ärzte hätten ihn weiter psychiatrisiert. Das hatte er selbst gesagt.

  • marie

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    Suicide and Violence cause of antidepressants …Suizid und GEwalt durch Antidepressiva …

  • Frau mit Psychiatrie-Erfahrung

    |

    Bei allem Verständnis für das Aufdecken von Mißständen
    ist mir die ganze Diskussion zu undifferenziert. Es gibt doch
    viel zu viele, die keine Einsicht in ihre Krankheit haben,
    deshalb auch ihre Medikamente nicht nehmen und wenn
    sie stationär behandelt werden müssen, Personal und Mit-
    patienten thyrannisieren. Dieser Aspekt müßte m.E. auch
    mal ins Auge gefaßt und nicht nur pauschal auf das „böse“ Personal eingedroschen werden.

  • Thekunigunda

    |

    was für ein Widerspruch UN Generalsekretär in Berlin:

    You are the champions of human rights

    Vivantes Klinikum Berlin Neukölln

    Ausstellung Bundestag Paul Löbe Haus :

    Kranke und Behinderte im 3.Reich

    ERFASST VERFOLGT VERNICHTET

    WO BLEIBT DIE AUSSTELLUNG

    Psychiatrie heute

  • marie

    |

    @ frau mit psychiatrie Erfahrung
    ich kenne Patienten die diese Medikamente jahrelang nehmen und mit Depressionen diagnostiziert wurden… Diese Leute kommen immer wieder rein, schneiden sich teilweise die Hände auf und sagen, dass sie dadurch depressiver wurden… Die Ärzte glauben das nicht und erhöhen weiter Dosis… Diese Medikamente können auf Dauer weiter suizidal machen und depressiver. Paroxetin hat bei vielen Kindern schon Suizid und Aggressionen hervorgerufen..Es gibt wie berichtet wissenschaftliche Belege und Literatur (u. a. Dr Aderhold).. Diese Hinweise stehen auch in der Packung was von Psychiatern ignoriert wird. Es haben mir aber auch Psychiater gesagt dass diese Tabletten Psychosen und Suizidneigungen auslösen können.. Das heißt manche haben schon Verantwortung und sind ehrlich. Aber im Enddefekt geht es um Tablettenverschreibereien…
    Ein Bekannter wäre in der Psychiatrie beinahe an Herzversagen gestorben (das zeug kann auch aufs herz gehen) , ein weiterer wurde fehltherapiert und ich persönlich hatte auch Psychiatrieerfahrung….
    Muskelkrämpfe, allergische Schockreaktionen, Herzprobleme sind nur wenige Nebenwirkungen die ich durchmachen musste….

  • hanna

    |

    Zum Kommentar von

    Frau mit Psychiatrie-Erfahrung sagte am 1. Februar 2014 um 10:07 Uhr :

    Hier hat sich wieder eine unwissende Psychiater/in oder sonstiges mitgeteilt. Diese die vom System und der Pharmaindustrie sich bereichern. Es gibt wenig gute Ärzte vor allem Psychiater die meisten medikamentieren los ohne etwas zu wissen. Diese Psychiater die nicht können, leugnen sogar den Beipackzettle der Medikamente.

  • Thekunigunda

    |

    An die „Frau mit Psychiatrieerfahrung“

    Welcher Art sind Ihre Erfahrungen ?
    Auf der Seite der Mächtigen oder der Ohnmächtigen ?

    Es gibt viel zu viele Herzkranke, Diabetiker, Parkinsonkranke, die ihre Medikamente nicht nehmen, weil Sie keine Einsicht in ihre Krankheit haben.
    Wodurch verbessern „i h r e Medikamente Einsicht in ihre Krankheit „?
    Was verbessern i h r e Medikamente ?
    Welche Medikamente ?
    Welche Krankheit ?
    Von wem hat „die Psychiatrieerfahrene“ ihre Kenntnisse und d i e s e s Wissen ?
    Was bedeutet das : es gibt viel zu viele ?
    Im Bundestag ist eine Ausstellung über psychisch Kranke im 3. Reich………

  • Balser

    |

    Da hat die DDR-Haftanstalt Hohenschönhausen noch
    menschliche Züge, die u.a. den Gauck-Birthler-Behörde-
    Präsident Roland Jahn nicht brechen konnte.

    Da sollte Willen und Rückgrat und Gesinnung von
    Trans-DDR-Systemischen gebrochen werden.

    Ohne wochenlang auf der Pritsche fixiert worden zu sein
    wie Menschen-Viehzeug hierzulande im Psychiatrie-Gulag.

    Trans-Sexuelle + Trans(Quer)Denkende haben nach der
    DDR-Wende wenig zu lachen + gar keine Bewegungs-
    Freiheit im Neuen Deutschland unter Bundespräsident
    Gauck und Bundeskanzlerin Merkel, die aus der
    STASI-Kälte der DDR kamen und die Klimaerwärmung
    fürchten.

    Die Entmenschlichung des unangepassten Menschen nach der DDR-Wende nimmt rasante Fahrt auf.

    Und führt in die Psychiatrie zum heil-systemischen Rasend-Machen.

    Und die politische Verantwortungs-Kaste guckt weg und
    rührt sich nicht in Schreibtisch-Deckung.

  • Psychiatrie-Erfahrener

    |

    @Thekunigunda:

    Nachdem „Frau mit Psychiatrie-Erfahrung“ nicht antwortet möchte ich Ihnen mal gerne als Psychiatrie-Erfahrener (der die Standpunkte der Psychiatrie-Erfahrenen voll und ganz teilt) antworten:

    – „Welcher Art sind Ihre Erfahrungen ?“

    Ich war selbst bereits als Patient in stationär-psychiatrischer Behandlung (auf einer geschlossenen Station). Davor und danach auch ambulant. Ich habe eigene Erfahrungen mit Psychotherapie und verschiedenen Psychopharmaka (mehrjährig). Jahre später bin ich selbst auch im Bereich Psychiatrie als Arbeitnehmer tätig geworden (am Patienten, nicht als Reinigungspersonal). Gegenfrage: welche Erfahrungen können SIE auf diesem Gebiet vorweisen?

    – „Auf der Seite der Mächtigen oder der Ohnmächtigen ?“
    Was ist denn das für eine gestörte Einstellung??? In der Psychiatrie gibt es Kranke und Helfende, Behandler und Behandelte. Wie oben dargestellt kenne ich BEIDE Seiten AUSGIEBIG aus EIGENER Erfahrung bestens. Eine Einteilung in „Mächtige und Ohnmächtige“ ist völlig fehl am Platz und zeugt allenfalls von einem völlig verzerrten und realitätsfernen Psychiatriebild.

    – „Es gibt viel zu viele Herzkranke, Diabetiker, Parkinsonkranke, die ihre Medikamente nicht nehmen, weil Sie keine Einsicht in ihre Krankheit haben.“

    Das glaube ich nicht – ich denke, die meisten von denen, die an o.g. Erkrankungen leiden und keine Medikamente dagegen nehmen, nehmen sie nicht aus mangelnder KrankheitsEINSICHT sondern aus Bequemlichkeit oder fehlendem Leidensdruck nicht. Raucher rauchen ja auch, obwohl sie wissen, dass es nicht gut ist. Sie verwenden hier den Begriff „Krankheitseinsicht“ fehlerhaft.

    – „Wodurch verbessern “i h r e Medikamente Einsicht in ihre Krankheit “? Was verbessern i h r e Medikamente ?
    Welche Medikamente ? Welche Krankheit ?“

    Das lesen Sie bitte in einem zeitgemäßen Lehrbuch für Psychiatrie oder notfalls auch der wikipedia nach, ich denke das sprengt den Rahmen eines Kommentars hier.

    – „Von wem hat “die Psychiatrieerfahrene” ihre Kenntnisse und d i e s e s Wissen ?“

    Weiß ich nicht. ICH habe es jedenfalls aus ausgiebiger persönlicher Erfahrung als ehemaliger Patient, umfassendem Kontakt mit damaligen Mitpatienten, Kontakt mit heutigen Patienten und Behandlern sowie eine mehrjährige Ausbildung. Gegenfrage: woher glauben Sie, ihr „Wissen“ zu haben?

  • Psychiatrie-Erfahrener

    |

    Kleine Ergänzung: Das „viel zu viele“ von „Frau mit Psychiatrie-Erfahrung“ würde ich nicht unterschreiben. Meinem Eindruck nach findet sich ein relativ geringer Anteil vom Patienten mit fehlender Krankheitseinsicht in stationär-psychiatrischer Behandlung. Die meisten sind da freiwillig. In geschlossenen Abteilungen ist der Anteil der Unfreiwilligen natürlich höher, aber das ist überwiegend vorübergehend, die können meist relativ rasch auf offene Stationen verlegt werden, sobald es ihnen besser geht. Wo sie dann natürlich freiwillig sind (die Forensik ist hier natürlich nochmal ein Sonderfall, auf den ich aber hier nicht eingehen möchte).
    Und dass diese Kranken dann Personal und Mitpatienten „tyrannisieren“ würden finde ich auch keine gute Wortwahl. Schließlich verhalten die sich aufgrund ihrer Erkrankung so und nicht aus Boshaftigkeit. Und das Personal sollte professionell genug sein, das auszuhalten und als Teil der Erkrankung zu akzeptieren und nicht als „tyrannisieren“ persönlich zu nehmen.

    Wenn mich was nervt, dann die ständige Schlaumeierei von Ahnungslosen wie @Thekunigunde…

  • hanna

    |

    Zum Bericht an Thekunigunda!

    Pharmaindustrie lässt grüßen. Keine Krankheitseinsicht bringt den sogenannten Ärzten keine Profit. Intelligente Ärzte ich betone intelligente Ärzte und wissende Ärzte werden niemals solche Bericht schrieben. Es gibt Ärzte und Quacksalber die gibt es im Leben immer.

    Sie sollten auf dem neuesten wissenschaftlichen Stand sein. Manche wollen das nicht wissen und gehen lieber auf Kosten der Big Pharma mit der Familie auf Kosten der Opfer. Das sollten -Sie gut lesen, falls Sie in der Branche tätig sind. Die verbrechen von Psychiater wird von Gott bestraft, spätestens wenn man das zeitliche segnet. Das sollten sie sich gut durchlesen bevor man …schreibt.

    Kritische Stimmen von Ärzten
    „Neuroleptika zerstören bei einem Menschen alles, was liebenswert, lebendig und kreativ ist. Viele Gesichtspunkte bestätigen, was Patienten schon seit 35 Jahren beklagen: Dass Neuroleptika sie zu Zombies machen, zu lebendigen Toten.“
    Dr. Lars Martensson, schwedischer Neuroleptikaforscher

    „Psychopharmaka wirken im Gehirn so undifferenziert wie eine Kanonenkugel, die zum Töten von Spatzen abgeschossen wird.“
    Carsten Alasen-Hinrichs, Toxikologe
    Mir ist völlig klar, spätestens in 20 Jahren wird man mir und meinesgleichen dieselben Vorwüfe machen, die wir anderen gegenüber gemacht haben, als sie meinetwegen mit Elektroschocks gearbeitet haben … Der medizinische Grundsatz ‚primus nil nucere‘ – sinngemäß ‚oberstes Gebot ist es, einen Patienten nicht zu schädigen‘ – dieser Grundsatz wird bei einer Neuroleptikabehandlung grob missachtet.“
    Prof. Dr. Dr. Klaus Dörner, ehemaliger Präsident der Deutschen Gesellschaft /für /Soziale Psychiatrie.

  • Thekunigunda

    |

    Fixation von Ohnmächtigen Ich beteilige mich wegen des für
    mich hier eigentlich anzusprechenden Themas : ich bin gegen das
    Fixieren von (ohnmächtigen) Patienten. Und — sehr verehrter Herr
    mit stationärer, ambulanter, psychotherapierter, therapeutischer
    und behandelnder Erfahrung in der Psychiatrie – ich muß keine
    Fixationserfah-rungen haben, schon gar nicht vorweisen, um hierzu
    Stellung zu beziehen. Oder muß ich am Strang gestorben sein, um
    eine Meinung zur Todesstrafe äußern zu dürfen ? Nein. Aber ich
    danke für Ihre Antwort . Sie antworten gerne f ü r andere,
    behandeln a m Patienten, diagnostizieren eine ge s t ö r t e
    Einstellung , verzerrtes und r e a l i t ä t s fernes
    Psychiatriebild , f e h l e r h a f t e Verwendung des Begriffs
    Krankheitseinsicht K R A N K H E I T S E I N S I C H T sowie
    ahnungslose Schlaumeierei per laptop. Leider ist mein Versuch
    ironisch auf die organisch Kranken ohne „Einsicht“ hinzuweisen, bei
    Ihnen nicht angekommen. Jedoch wissen Sie auch hier, bestens und
    ausgiebig Bescheid. Leider verweisen Sie nur bei den entscheidenden
    Fragen, welche Krankheit, welche Medikamente, welche Verbesserungen
    auf ein zeitgemäßes Psychiatrie Lehrbuch.Bitte nennen Sie mir doch
    Ihr Bestes.

  • Psychiatrie-Erfahrener

    |

    @Thekunigunda

    Ich darf zwar wohl kaum ernsthaft davon ausgehen, dass Sie tatsächlich bereit wären, ein Lehrbuch der Psychiatrie und Psychotherapie aufzuschlagen – ihr Sarkasmus ist ja nicht zu überhören – aber eines, das sicherlich zu empfehlen wäre (neben etlichen anderen) ist beispielsweise „Irren ist menschlich“ von Klaus Dörner.
    Wenn Sie es – wider Erwarten – lesen würden, dann würden Sie beispielsweise auch herausfinden, dass Prof. Dr. Dr. Klaus Dörner – den @hanna völlig aus dem Zusammenhang gerissen zitiert, um damit eine angebliche Verurteilung von Neuroleptika seitens fachkundiger Ärzte zu belegen – in Wahrheit eine weitaus differenziertere Sichtweise hat, mit der auseinanderzusetzen sich lohnen würde. Aber das scheint symptomatisch für Ihren Umgang mit der Wirklichkeit: der Teil, der Ihnen nicht gefällt, wird ausgeblendet. Mit dieser Undifferenziertheit wird man der Komplexität der Problematik aber nicht gerecht.

    Bemerkenswert finde ich schon, dass Sie „Frau mit Psychiatrie-Erfahrung“ zwar danach fragen, welcher Art ihre Erfahrungen denn seien (als ob Sie sie nicht ernst nehmen könnten, ohne hier genaue Angaben von ihr zu erhalten), nur um selbst dann anzuführen, dass Sie selbst ja gar keine entsprechenden Erfahrungen gemacht haben müssten, um zu der Sache eine Meinung zu haben.
    Sie haben damit ja auch völlig Recht: Sie brauchen dazu keine eigenen Erfahrungen zu haben, denn Meinungsfreiheit haben wir ohnehin. Allerdings: Ihre Meinung zu der Sache kann ich leider nun einmal nicht wirklich ernst nehmen, da sie offenbar völlig unfundiert ist und ohne auch nur ein Mindestmaß an (meiner Meinung nach durchaus erforderlichem) Hintergrundwissen auszukommen scheint.

  • Thekunigunda

    |

    @ Psychiatrie-Erfahrener

    Ich finde Ihre Stellungnahmen sprechen für sich.
    Ta t s ä c h l i c h finde i c h d i e s e Wirklichkeit- so sie denn nachgewiesen wird- unvorstellbar und nicht zu verantworten:60 Tage fixiert zu werden.
    Und eine weitere Wirklichkeit finde ich (ahnungslos und Schlaumeierin) nicht zu verantworten:
    Die Grundlagen, das Wissen und die rechtliche Basis, auf der manche Aerzte und Pfleger glauben ueber die Behandlung von Seele und Körper (Neuroleptika „Neben“wirkungen) ihnen meist voellig unbekannter Menschen entscheiden zu koennen und duerfen.Und dies immer haeufiger ohne Anamnese.
    Ich finde Heinz Haefner, Marc Rufer, Volkmar Aderhold, Thomas Bock ,Thomas Szasz und Peter Lehmann, v. Haebler wirklichkeitsnaeher.

  • Psychiatrie-Erfahrener

    |

    @Thekundigunda

    „Ta t s ä c h l i c h finde i c h d i e s e Wirklichkeit- so sie denn nachgewiesen wird- unvorstellbar und nicht zu verantworten:60 Tage fixiert zu werden.“

    Eine Fixierung über einen solchen Zeitraum am Stück – sollte das den Tatsache entsprechen – wäre sehr fragwürdig und natürlich rechtlich zu überprüfen. Was ja nun erfreulicherweise auch geschieht. Ich habe auch nie etwas anderes behauptet. Zudem habe ich mich explizit nicht zu den Verhältnissen in der Forensik geäußert, sondern zur Psychiatrie (also nicht-forensisch), wo es ja durchaus auch zu Fixierungen kommt, wo aber doch eine (gerade rechtlich) grundsätzlich andere Situation herrscht. Und ich finde es daher auch nicht gut, beides zu vermischen.

    „Und eine weitere Wirklichkeit finde ich (ahnungslos und Schlaumeierin) nicht zu verantworten:
    Die […] rechtliche Basis, auf der manche Aerzte und Pfleger glauben ueber die Behandlung von Seele und Körper (Neuroleptika “Neben”wirkungen) ihnen meist voellig unbekannter Menschen entscheiden zu koennen und duerfen. Und dies immer haeufiger ohne Anamnese.“

    Die Wirklichkeit ist folgende: rechtliche Basis einer Neuroleptikabehandlung ist das Einverständnis des Patienten mit der Behandlung. Ohne Einverständnis ist eine richterliche Anordnung vonnöten. Ansonsten wäre eine Dauerbehandlung strafbar. Und eine Anamnese ist Voraussetzung jeder Behandlung (außer im akuten Notfall, in dem eine Anamnese evtl. nicht möglich ist und für eine einmalige Zwangsmedikation u.U. ein rechtfertigender Notstand herrscht); woher sie ihr wilde Behauptung, dass das „immer häufiger ohne Anamnese“ geschehe, holen, erwähnen Sie freilich mal wieder nicht.

    Mir scheint diese rechtliche Regelung durchaus akzeptabel.

    Ich denke aber ohnehin nicht, dass es sehr ergiebig ist, diese Diskussion mit Ihnen auf dieser Basis hier weiterzuführen. Ich wünsche weiter viel Vergnügen bei Ihrem Tun.

  • Thekunigunda

    |

    @Psychiatrie-Erfahrener

    Zuallerletzt habe ich drei Wünsche an Sie :

    Nennen Sie mir praktisch nicht theoretisch:
    1 ) den „akuten Notfall“ und den „rechtfertigenden Notstand für eine einmalige Zwangsmedikation“
    2 ) Weshalb bestehen Sie hier darauf von „der Psychiatrie“ zu sprechen, wo es mögliche Mißstaende der Forensik geht und was ist die Forensik ohne „die Psychiatrie“ ?
    3 ) Halten Sie Vergnügen hierbei fuer möglich ?

  • Sozialministerium zwischen Lügen und Ignoranz | Regensburg Digital

    |

    […] Fast 30 Stunden ans Bett gefesselt? Die durchschnittliche Dauer von Fixierungsmaßnahmen in der Frauenforensik in Taufkirchen war in der Vergangenheit ungewöhnlich hoch, um nicht zu sagen skandalös hoch. Und das völlig abseits des Falls, der derzeit Schlagzeilen macht: Eine transsexuelle Patientin wurde in Taufkirchen über 60 Tage am Stück ans Bett gefesselt. […]

  • Psychiatrie-Erfahrener

    |

    @Thekunigunda

    Ich sehe wenig Sinn darin, Ihre Fragen weiter zu beantworten.

    Warum? Weil es Ihnen gar nicht wirklich um die Antworten geht sondern nur um eine Plattform für Ihre – wie Sie selbst ausführen nicht auf Erfahrungen basierende – Meinung.
    Beispiel gefällig?

    „Leider verweisen Sie nur bei den entscheidenden
    Fragen, welche Krankheit, welche Medikamente, welche Verbesserungen auf ein zeitgemäßes Psychiatrie Lehrbuch. Bitte nennen Sie mir doch
    Ihr Bestes.“

    Für die für Sie also angeblich so „entscheidende Frage“ war es Ihnen ach so wichtig, ein Lehrbuch genannt zu bekommen, welches sich mit diesen Themen auseinandersetzt. Ich habe Ihnen diese Frage beantwortet, die einzige Reaktion darauf war Ihre Aussage „Ich finde Heinz Haefner, Marc Rufer,[…] wirklichkeitsnaeher.“ Diese Ihre Antwort lässt stark vermuten, dass Sie sich weder mit Dörner auseinandergesetzt haben, noch Interesse daran haben, sich auch nur ansatzweise mit Dörners Psychiatrieverständnis auseinanderzusetzen. Sie entlarven sich dabei allerdings selbst: der von Ihnen so gelobte Heinz Haefner bezeichnet selbst anlässlich einer Rezension zu einem anderen Werk nämlich ‚Irren ist menschlich‘ von Klaus Dörner als – in positivem Sinne – „legendäres Lehrbuch der Psychiatrie“. Sie werten also Dörners Lehrbuch ab, da Sie Haefner vorziehen würden – welcher Dörners Werk ausdrücklich lobt. Kleiner Widerspruch, nicht? Weil Sie sich eben nicht wirklich dafür interessieren, was Sache ist oder wie die Antworten auf Ihre Fragen lauten, sondern nur für Ihre eigene, ignorante Meinung.

    Es geht für Sie dem Eindruck nach nur darum, möglichst laut zu lärmen, Ihre vorgeblichen „Fragen“ beruhen nicht auf wirklichem Interesse sondern sind eigentlich nur rhetorisch.

    Wieso sollte ich also länger darauf eingehen? (Diese Frage ist übrigens auch rhetorisch, Sie dürfen gerne darauf verzichten, sie mir zu beantworten).

    Wie bereits gesagt, auf dieser Basis macht eine weitere Diskussion mit Ihnen und das Eingehen auf Ihre „Fragen“ für mich keinen Sinn mehr.

  • Thekunigunda

    |

    @ Psychiatrie-Erfahrener Ich darf Sie daran erinnern: Sie
    wollten mir „gerne mal antworten.“ Nun kneifen Sie bei den
    elemantaren Antworten. Bitte versuchen Sie doch zutreffend zu
    zitieren: 1 )ich habe n i c h t Heinz Haefner, Rufer,
    Aderhold,Szasz, Bock und Dorothea von Haebler „gelobt“ und damit
    Klaus Doerner, Ihren Vorschlag abgewertet, (das stuende mir gar
    nicht zu ), ich fand und finde sie lediglich w i r k l i c h – k e
    i t s-n a e h e r. Damit meine ich die Wirklichkeit der
    Psychiatrie. 2 ) Ebenfalls habe ich n i c h t gesagt, daß ich keine
    „Psychiatrie Erfahrung “ habe, was immer das sein mag.
    Verschiedenes und Konträres läßt sich hier darunter fassen. Ich
    schrieb, daßß ich keine Psychiatrie Erfahrung haben m u ß, um meine
    Meinung zu 60 Tagen Fixiertwerden zu sagen. 3 ) Lesen Sie einfach
    nach.

  • Thekunigunda

    |

    24 Stunden Fixierung erlaubt…
    G.Mollath:“Oft sei der Anlaß nichtig.Die Pfleger handelten dabei nach eigenem Gutdünken.Kontrolle findet nicht statt.“
    Was kann man als Besucher oder Angehöriger tun, wenn man das sieht ??

  • Veronika

    |

    HEUTE BERICHTETE ERSTMALS ??? das Bayerische Fernsehen in der „Abendschau“ (ca. 17.40 Uhr) über den Fall in Taufkirchen. Eine BR-Hörfunk-Reporterin Achinger soll hier investigativ recherchiert haben.
    Danke dafür an das BRF! Schön, dass dies doch nicht kommen durfte!

  • Thekunigunda

    |

    Hallo Psychiatrie-Erfahrener,

    moechte Ihnen kurz meine korrigierte Meinung kundtun : das was im aktuellen Aerzteblett und der Zeitschrift publik in Interviews mit KLAUS DOERNER zu lesen ist, ist wirklichkeitsnah. Klaus Doerner setzt sich fuer eine Oeffnung psychiatrischer Kliniken ein, fuer den Verbleib und die Behandlung zu Hause.Das ist es was ich seit zehn Jahren als „Angehörige“ versuche .

    Leider aeußert er sich nicht zum Fixiertwerden von Patienten. Zu den Begründungen der Selbst-und Fremdgefährdung.

  • Thekunigunda

    |

    Ich habe mich heute, am Beginn meines 67.Lebensjahres nach 9 Jahren und 7 Monaten des Sorgens und der Sorge für ein KIND entschieden, offene Briefe an die Bundestagsabgeordneten und CDU /SPD Gesundheits-precher Jens Spahn und H.Lauterbach , Aufsichtsratsvorsitzender der Rhön-Kliniken, zu schicken. Kopie an Frau Merkel.
    Es geht um die defizitäre medizinische Behandlungs- und Unterstützungssituation in deutschen Kliniken von seelisch schwer leidenden Menschen, die eine medikamentöse (Neuroleptika) Behandlung nicht vertragen oder ihr nicht zustimmen.
    Diese Patienten werden mit dem Hinweis, dass sie ansonsten nur verwahrt werden können,sofort (häufig ins Nichts) entlassen.Ich werde RA Strate, Herrn Kasparowitsch und H.Prantl um unterstützung bitten.

  • Psychiatrie-Erfahrener

    |

    @Thekundigunda

    Viel Erfolg! Vielleicht am besten auch noch ein Exemplar an unseren Bundesgesundheitsminister Gröhe.

    Allerdings habe ich wenig Hoffnung, dass sich die politischen Parteien, die in den vergangenen Jahren so wenig für die Verbesserung der psychiatrischen Versorgungssituation getan, aber so manches unterlassen haben, diesen Problemen nun stellen werden (im übrigen nicht nur in Bezug auf die stationäre, sondern auch auf die gerade im psychiatrischen Bereich so wichtige ambulante Versorgungssituation). Praxistaugliche Lösungen wären in der Tat wünschenswert. Aber befriedigende Lösungen kosten meistens ordentlich Geld. Das stellt die Politik selten gerne bereit.

    Aber wenn Sie Herrn Prantl dazu bekämen, das Thema aufzugreifen (was ich allerdings bezweifle), bestünde tatsächlich die Chance, dass es hier etwas Bewegung gäbe.

  • Sie sitzt länger in der Psychiatrie als Gustl Mollath | Regensburg Digital

    |

    […] nach einem Intermezzo in Straubing wieder zurückgekehrt ist) wurde zwischenzeitlich abgeschlossen. Mittlerweile geriet Taufkirchen wegen seiner Fixierungspraxis in die Schlagzeilen. Es wurde bekannt, dass das Sozialministerium seinen Kontrollaufgaben nicht nachkommt und auch […]

  • Nina Hagen und die zweite Mollath | Regensburg Digital

    |

    […] geplagten Forensik ist Haslbauer untergebracht. Sie kam zu etwas größerer Bekanntheit als die Fixierungspraxis in Taufkirchen in den Fokus geriet. Haslbauer war mehr als 25 Stunden ans Bett gefesselt und in ihrem Urin liegen gelassen worden. […]

  • Keim, S.

    |

    Ich bin Angehörige meiner seit 1997 psych. Betroffenen Tochter. Habe an ihrer Seite alle Hoch und Tief´s in und außerhalb ihrer Betroffenheit erfahren.
    Dazu erlebte ich verschiedenste Behanlungsüberzeugungen der meine Tochter begleiteten Experten.
    Meine Tochter erlebte Fixierungen. Die für sie intensivste war kurz vor ihrer Entbindung ( Hochschwanger ) in geschlossener Abt..
    Gemessen an diesen Jahren, Zeiten der Erfahrung, steht für mich fest:
    Es fehlt an Personal und Zeit sich dem Betroffenen zuzuwenden; in akuter Episode macht sich eine Medikation Notwendig; bei durchaus notwendiger Schutzfixierung bedarf es unumstritten einer SITZWACHE neben dem Fixiertem; nach überstandener Episode mit dem Betroffenen gemeinsames Ausloten von Medikation!!! ;
    unbedingte nahtlose Weiterbehandlung nach Entlassung- zur Zeit ein großer LEERRAUM!!!
    Der Unterbringung in Psych. Forensik geht eine STRAFTAT voraus! Das einzige was diese Betroffenen unterscheidet!
    Es bleiben unsere Mitmenschen mit noch besonderer Herausforderung zurück in unsere Gemeinschaft!!!!!!
    Politik und Justiz in Gemeinsamkeit mit Aufklärung des/ der Sozialgemeinschaft Betroffener sind herausgefordert Lösungen zu schaffen. Für dieses Umdenken gemessen an neuesten Kenntnissen bedarf es der Bereitschaft ALLER im Miteinander. Darin liegt meine Hoffnung im Land, wo ich mit meiner Tochter und Enkelin meiner Tochter (6 Jahre – von Justiz zum Heimkind ) Willkür und Respektverlust erfahre.

  • jeni

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    bei mir wurde eine fehldiagnose gestellt.
    ich wurde fixiert und mit medikameten vollgestoppt.
    durch die fixierung habe ich nekrossen bekommen die operativ versorgt werden
    musten .
    heute lebe ich mit den folgen das ich nicht mehr laufen kann.
    meine hände nicht mehr bewegen kann.
    mir musste ein füss ampotiert werden deswegen.
    nun bin ich im rollstuhl.
    kan nicht mehr alleine leben.
    bin im heim.
    nur durch eine klinische verlegung wurde ich erfolgreich behandelt.
    und es stellte sich herraus das die medikamente und fixierungen nicht nötig waren.

    ich werde nie wieder diese trauma los.
    wenn ich auch nur ein gurt sehe bekomme ich panik.
    ich kann auch mit auto und co mehr mitfahren.

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