Eine Telefonat nach Taufkirchen

Hilfeschreie aus der Forensik

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Laute Hilfeschreie. Solche hört man im Hintergrund eines Telefonats mit einer Insassin der Forensik in Taufkirchen. Was war da los? Wir veröffentlichen hier die Aufnahme des Telefonats, zusammen mit einer unvollständigen Stellungnahme des Klinikums. Heute war Gustl Mollath zusammen mit zwei Begleitern in Taufkirchen, um sich ein Bild von der Situation dort zu machen.

Die Forensik des Isar-Amper-Klinikums in Taufkirchen. Foto: Bezirk Oberbayern

Die Forensik des Isar-Amper-Klinikums in Taufkirchen. Foto: Bezirk Oberbayern

Das Tonband hört sich schockierend an. Eigentlich wollte Martin Heidingsfelder mit einer Insassin der Frauenforensik in Taufkirchen telefonieren. Dort sind rund 160 psychisch kranke Straftäterinnen im Maßregelvollzug untergebracht. Die Frau, Sema A., hatte den Nürnberger kontaktiert, weil sie hoffte, dass er ihr ein Gespräch mit Gustl Mollath vermitteln könnte. Der Inhalt des Telefonats tritt allerdings beim Anhören der hier veröffentlichten Aufnahme phasenweise komplett in den Hintergrund.

Aufnahme: Telefonat Martin Heidingsfelder und Sema A. am 7.12.2013

 

Manchmal sind die beiden kaum zu verstehen. Stattdessen hört man im Hintergrund permanent laute Schreie einer anderen Frau. Die knapp zehnminütige Aufnahme ist davon lediglich ein kleiner Ausschnitt. Insgesamt habe er 45 Minuten mit der Frau telefoniert – im Hintergrund ständig Schreie, so Heidingsfelder. Er habe schließlich das Aufnahmegerät eingeschaltet, um das Ganze zu dokumentieren. Die Schreie kommen aus dem Isolierzimmer, wo Insassinnen fixiert, am Bett festgeschnallt, werden. Unmittelbar daneben scheint sich das Telefon für die auf der Station untergebrachten Patientinnen im „Maßregelvollzug“ zu befinden.

Horst Seehofer weiß Bescheid

Heidingsfelder hat die Aufnahme zwischenzeitlich unter anderem an Ministerpräsident Horst Seehofer und den Bezirkstag von Oberbayern geschickt und um Aufklärung gebeten. Mit Zustimmung von Sema A. hat er sie auch unserer Redaktion zur Verfügung gestellt. Diese behauptet im Telefonat, dass die Zahl der Fixierungen erst seit kurzem zurückgegangen sei. Darüber hinaus werde diese Maßnahme meist völlig unnötig angewendet.

Heute haben Heidingsfelder, Bezirksrätin Beate Jenkner (Linke) und Gustl Mollath Sema A. auch tatsächlich besucht. Über den Inhalt des Gesprächs und ihren Eindruck wollen sie vorerst Stillschweigen wahren und zunächst den Landtag informieren.

Wie geht es also im Isar-Amper-Klinikum in Taufkirchen zu? Dort, wo auch eine Regensburgerin untergebracht ist, über die wir 2008 berichtet haben?

Schleppende Antworten der Klinik

Wir kennen den Namen der im Hintergrund schreienden Frau nicht. Wir wissen lediglich, dass am 7. Dezember eine Fixierung stattgefunden hat. Wir wissen nicht wie lange die Frau fixiert wurde und aus welchem Grund. Wir wissen nicht, wie häufig die Zwangsmaßnahme der Fixierung in Taufkirchen angewendet wird und wie sich die Zahl der Fixierungen in den letzten Jahren entwickelt hat.

Das hätten wir allerdings alles gerne gewusst.

Bereits vor Tagen haben wir das Isar-Amper-Klinikum in Taufkirchen mit der Aufnahme konfrontiert, einige sehr konkreten Fragen gestellt und über zwei Tage Zeit für die Antwort gegeben, die angesichts eines dort vorhandenen und beworbenen Qualitätsmanagements eigentlich kein Problem darstellen sollte. Mehrfach wurde unsere Redaktion vertröstet und bis heute haben wir noch keine abschließenden Auskünfte erhalten.

Nicht zuständig, Schulung, keine Antwort

Als wir Matthias Dose, den ärztlichen Direktor des Isar-Amper-Klinkums, am 9. Dezember zum ersten Mal mit der aktuellen Aufnahme konfrontieren, bezweifelt er zunächst telefonisch, dass die Aufnahme aus der Forensik in Taufkirchen stammen könne. Das stellt sich allerdings recht rasch als falsch heraus.

Dose verspricht, der Sache weiter nachzugehen und unsere Fragen zu beantworten. Einen Tag später bekommen wir von ihm die Nachricht, dass er unsere Anfrage zuständigkeitshalber an Dr. Verena Klein, jetzige Leiterin des Maßregelvollzugs in Taufkirchen, weitergeleitet habe. Die meldet sich wieder einen Tag später mit einer knappen Antwort zurück, teilt uns mit, dass sie sich auf Schulung befinde und verweist uns ansonsten auf die Pressestelle der Isar-Amper-Klinken. Von dort bekommen wir überhaupt keine Antwort.

Erst am Donnerstagabend meldet sich Frau Dr. Klein und beantwortet unsere Anfrage teilweise. Als wir noch einmal nachhaken, werden wir übers Wochenende vertröstet.

Vorerst liegt uns folgende Stellungnahme von Dr. Klein vor:

„Bei einem geringen Anteil unserer Patientinnen (momentan vier von 160) ist im Rahmen von akuten unregelmäßig auftretenden Erregungszuständen, die nicht unter Nutzung der Deeskalationstechniken nach PRODEMA („Professionelles Deeskalationsmanagement“, Anm. d. Red.) bzw. durch eine reine Isolierungsmaßnahme deeskaliert werden können, aufgrund akuter Eigen- bzw. Fremdgefährdung (selbstverletzendes Handeln wie Kopf gegen die Wand schlagen, Angriffe auf Mitarbeiter oder Mitpatientinnen) eine Fixierung (immer mit Sitzwache) erforderlich.

 

Die Notwendigkeit der Fortdauer der Fixierung wird mindestens zwei Mal täglich durch den zuständigen Arzt und ein Mal täglich durch den zuständigen Oberarzt überprüft. Im Oktober gab es insgesamt circa fünf Fixierungen (die genaue Zahl müsste ich noch ermitteln), die von zwei Stunden bis höchstens 24 Stunden dauerten.“

 

„Wegen keines anderen Klinikums in Bayern gibt es so viele Rechtsstreitigkeiten”

Die Frauen-Forensik Taufkirchen geriet in der Vergangenheit schon mehrfach in die Schlagzeilen. Insbesondere seit sich mit dem Fall von Gustl Mollath eine höhere Aufmerksamkeit für die Bedingungen der zwangsweisen psychiatrischen Unterbringung von Straftätern entwickelt hat.

„Wegen keines anderen Klinikums in Bayern gibt es so viele Rechtsstreitigkeiten wie dem Isar-Amper-Klinikum Taufkirchen”, sagt ein Regensburger Rechtsanwalt, der sich schon häufiger mit der Klinikleitung gerichtlich auseinandersetzen musste.

Zuletzt machte Taufkirchen in Zusammenhang mit der Regensburgerin Ilona Haslbauer Schlagzeilen, über deren Fall wir im Juni 2008 berichtet hatten.

Die mittlerweile 57jährige soll ihre Nachbarin bei zwei unterschiedlichen Gelegenheiten mit einem Einkaufswagen gerammt haben. Die Frau erlitt eine Prellung. Ilona Haslbauer, die zu diesem Zeitpunkt bereits vorbestraft war, wurde nach Paragraf 63 zu Maßregelvollzug verurteilt. Das Ziel: Therapie und Resozialisierung. Einen Therapierfolg gibt es indes bis heute nicht. Und wie die Therapie aussieht, ist nicht zu erfahren. Auch weil Haslbauer einer Entbindung der Ärzte von der Schweigepflicht nicht zustimmt.

25 Stunden fixiert und im Urin gelegen

Im Juni dieses Jahres soll Haslbauer, einem Spiegel-Bericht zufolge, über 25 Stunden lang fixiert worden sein – ohne Essen, kaum etwas zu trinken und ohne die Möglichkeit zur Toilette zu gehen. So ihre Schilderung. Sie nässte sich mehrfach ein und lag die gesamte Zeit im eigenen Urin.

Das Klinikum reagierte mit einer Pressemitteilung, in der „das Vorkommnis“ zwar bestätigt, die Vorwürfe aber weitgehend zurückgewiesen wurden. Haslbauer habe weder etwas zu essen, noch zu trinken gewollt. Ebensowenig habe sie gefragt, ob sie zur Toilette gehen könne. Verletzungen durch die Fixierung habe sie sich absichtlich selbst zugefügt. Dass Haslbauer sich bislang geweigert habe, die Ärzte von der Schweigepflicht zu entbinden, solle jeden Unterstützer skeptisch stimmen, so der ärztliche Direktor Matthias Dose.

Isar-Amper-Kliniken: Wirtschaftlich ein Erfolg

Die Isar-Amper-Kliniken sind wirtschaftlich eine Erfolgsstory für den Bezirk Oberbayern. Seit der Umwandlung von einer kommunalen Klinik in ein halbprivates Unternehmen („gemeinnützige GmbH“) erwirtschaften sie Gewinn. Bezahlt wird das aus Steuergeldern.

Seit Jahren steigt die Zahl der zwangsweisen Unterbringungen im Maßregelvollzug. 2012 waren es 6.700 Menschen, 2.400 davon in Bayern. Die Unterbringung schlägt pro Person mit rund 100.000 Euro pro Jahr zu Buche.

UPDATE: Zwischenzeitlich gibt es eine Stellungnahme der Leiterin des Maßregelvollzugs.

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Kommentare (45)

  • Sunshine

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    mein Kompliment Herr Aigner, dass sie sich für Werte und Tugenden, Rechte, Menschenrechte einsetzen…Bitte machen Sie weiter damit und hören Sie nicht auf..Sie können stolz auf sich sein, was und wem sie alles erreichen mit diesem großartigen Journalismus….

    Zum Fall: ich kenne Leute, die in Psychiatrien untergebracht waren… eine von ihnen zu unrecht… Ich habe Wissenschaften studiert, was diese Medikamente anrichten können (Suizide, Psychosen etc. verfasst von Professoren) Gust Mollath sagt selbst in einem Interview, dass aus der Psychiatrie Leute entlassen werden, noch viel gefährlicher als sie reinkamen…

    Sagt man das Psychiatern, sind viele von ihnen denkfaul und sie ignorieren die schlechte Seite der Medizin. Sie ignorieren sie bewusst, haben keine wissenschaftliche Gegenargumente…Die Psychiatrie ist menschenverachtend, menschenunwürdig und durch Zwangsfixierungen sind Leute schon an Herzinfarkten gestorben… Ich weiß wie es da inside abläuft….. SCHRECKLICH…

  • Sunshine

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    Die Psychiater, die Menschen fixieren und Medikamente verschreiben , die wissenschaftlich fundiert Suizide und Psychosen auslösen, gehören sich angezeigt wegen

    Körperverletzung und FOLTER….

  • Student

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    Schade, dass die meisten Menschen vom Alltag in heutigen Psychatrien wenig Ahnung haben, dennoch aber meinen, sich dazu äußern zu müssen – meist mit einer diffusen Vorstellung von Psychiatrie, die sich am Psychiatriealltag der 50er Jahre orientiert.

    Ebenso schade, dass Psychiatrie und Forensik von vielen in einen Topf geworfen wird – die meisten kennen die Unterschied wahrscheinlich auch gar nicht.

    Zum konkreten Fall einer schreienden Frau in Fixierung in Taufkirchen kann ich zwar nichts sagen, da ich nicht mehr darüber weiß, als der Schreiber dieses Artikels. Was mich aber sehr erstaunt, das ist, dass er diesen Vorgang für berichtenswert hält – zumal er keinerlei Informationen über skandalöse Vorgänge liefert sondern lediglich die banale Info „in der Forensik schreit eine fixierte Frau“. Ja und? Wo ist der Skandal? Außer, dass hier unterschwellig suggeriert wird, dass diese Sache an sich schlimm sei, kann ich keine objektiven Hinweise darauf finden.

    Mal zur Sache: In der Regel befinden sich in der Forensik oder auch in geschlossenen psychiatrischen Stationen keine Menschen gegen ihren Willen (ich schreibe bewusst „gegen ihren Willen“, denn auf geschlossenen psychiatrischen Stationen befinden sich auch etliche Patienten freiwillig), die so klar bei Verstand sind, dass sie nicht sich oder andere gefährden würden. Das ist nämlich die Voraussetzung dafür, dass man sie dort unterbringen darf. Tatsächlich gibt es tragischerweise Ausnahmen von dieser Regel – nämlich da, wo die Justiz versagt hat. Ohne richterlichen Beschluss befindet sich da nämlich niemand gegen seinen Willen (bzw. höchstens für 24 Stunden, bis dahin muss ein Richter den Patienten sehen). Gustl Mollath ist sicher ein solches Beispiel für ein skandalöses Justizversagen.

    Aber zurück zu der schreienden Frau: sie befindet sich in der Forensik. Also nehmen wir mal an, sie hat eine psychische Erkrankung. Das ist durchaus naheliegend, denn sonst wäre sie nicht in der Forensik (den Fall eines Justizversagens mal wieder ausgenommen). Nehmen wir also – beispielsweise – an, sie habe eine Schizophrenie. Sie wähnt sich also beispielsweise vom CIA in einem Foltergefängnis festgehalten und weiß, dass man ihr dort einen Chip eingesetzt hat, um ihre Gedanken zu kontrollieren. Sie ist emotional höchst erregt, hat Angst. Natürlich schreit sie auch. Wer würde das in so einer Situation nicht? Sie schlägt die CIA-Agenten um sich herum, versucht sich zu wehren, vielleicht mit einem Messer auf die CIA-Agenten loszugehen (wenn sie denn an ein Messer käme). Vielleicht würde sie mit einem Messer auch versuchen, sich den Chip aus dem Kopf zu schneiden.
    Den Denkfehler, den viele begehen ist zu glauben, die Menschen „drehen durch, weil sie in der Psychiatrie sind“. Tatsache ist, dass sie in die Psychiatrie kommen, weil sie psychisch erkrankt sind. Zumindest in der Regel (traurig, dass man das dazu sagen muss; aber nur, weil es traurige Ausnahmen wie Herrn Mollath gibt, besteht bei den Betroffenen – wie der von mir oben geschilderten fiktiven Frau – durchaus eine Eigen- oder Fremdgefährdung, die es verbietet, diese Menschen frei herumlaufen zu lassen – zu ihrem eigenen Schutz und dem der Umgebung).

    Was soll man denn sonst mit einer Frau machen, die sich so verhält wie oben geschildert, die aufgrund ihres Wahns aggressiv ist oder sich selbstschädigend verhält? Da ist manchmal eine Fixierung nun mal erforderlich.
    Medikamente helfen zwar nicht immer, aber in der Regel könnte man ihr damit wohl tatsächlich auch gut helfen. Aber nur, wenn sie sie nimmt. Das ist nämlich gar nicht so einfach. Auch auf einer geschlossen psychiatrischen Station ist ein Mensch immer noch so frei, dass er Medikamente verweigern darf. Auch, wenn er das seines Wahnes wegen tut. Und wer würde schon Tabletten von einem CIA-Agenten nehmen, der einem gerade einen Chip in den Kopf gepflanzt hat?

    Wo ist nun der Skandal? Keine Frage, es ist schlimm, wie schlecht es dieser Frau geht. Aber in diesem Artikel schwingt ein kritischer Unterton mit, der suggeriert, dass hier ein Fehlverhalten – beispielsweise der behandelnden Pfleger oder Ärzte – vorlag. Worauf gründet sich bitte diese Vermutung? Ich habe im ganzen Artikel nicht den leisesten Anhalt hierfür entdecken können!
    Dass Fixierungen eine sehr einschneidende Maßnahme sind und entsprechend strenger Kontrolle unterliegen müssen, ist klar. Wenn der Eindruck besteht, dass diese Kontrolle nicht ausreichend effizient ist (so verstehe ich diesen Artikel in Bezug auf die Klinik Taufkirchen), dann sollte dem in der Tat nachgegangen werden. Traurigerweise nehmen aber sicher viele einen solchen Artikel zum Anlass zu undifferenzierter Psychiatrie-Schelte – wie z.B. „@sunshine“.

    @sunshine: Ihre haltlosen Unterstellungen gegenüber den Ärzten, die Menschen mit psychischen Erkrankungen helfen, sind so unqualifiziert, dass ich sie nicht weiter kommentieren möchte. Ganz zu schweigen von ihren wilden Behauptungen über angebliche wissenschaftliche Belege ihrer Sicht.

  • Kuno Küfer

    |

    @ Student

    Ja, sicher! Wenn wir also alle Sonderfälle und Ausnahmen einmal ausklammern und es auf der Welt – wie normalerweise immer – stets nur mit rechten Dingen zugeht, dann haben Sie selbstverständlich auch recht, mit Ihrer Kritik am Artikel. Andererseits, wenn nicht, und alles, was sie zur Erklärung zum Beispiel der schrillen Schreie vorbringen, nur unbelegte Spekulationen sind, die auf Denkfehlern beruhen, dann…

  • hinweis

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    es ist nicht ganz so sinnvoll, den Namen im Artikel „anonymisierend“ auf Sema A. zu kürzen, wenn dann in der Tonaufnahme zu hören ist, dass die Frau Altunkainak mit der Aufzeichnung des Gesprächs einverstanden ist ;)

    Zum gehörten selbst: Ich kann da auch nix aussergewöhnliches feststellen, ist doch ganz normal, dass psychisch Kranke in der Forensik mal zornig rumschreien.

    (Insb. bei – manchmal nötigen – Maßnahmen, die ihnen gerade nicht passen, daher ja auch der Name „Zwangsmaßnahme“).

    Die Frau Altunkainak selbst nimmt das ja auch ganz cool, hört sich in keinster Weise irgendwie schockiert an o.ä.

    Insgesamt höre/lese ich hier überhaupt nichts, über das sich überhaupt ein Artikel lohnen würde.

  • Psychiatrie-Erfahrener

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    Schade, mit dem Wettern gegen Fixierung wird uns diese Möglichkeit in hilfebedürftigen Situationen genommen werden. Statt dessen wird es vielleicht dann künftig in solchen Momenten einen Pharmacocktail mit einer Kahlrasur des Gehirns geben.
    Schade, dass hier Menschen mit wenig Ahnung über alle Besonderheiten von einzelnen Menschen gegen eine Lösungsmöglichkeit für einige Menschen wettern.
    Gut, dass diese Menschen Mitgefühl zeigen.
    Bevor die Öffentlichkeit rebellisch gemacht wird, sollte der Sache auf den Grund gegangen werden. Hat diese Person für besondere Zustände den Wunsch fixiert zu werden oder bevorzugt sie doch ein paar bunte Pillchen oder Spritzen oder …
    Manche Menschen lernen sich kennen und reagieren rechtzeitig, so dass es keine Notwendigkeit für Fixierungen mehr gibt.
    In unserem Land kann jeder selbst entscheiden, wann er sich Grenzen setzt, manche Menschen begeben sich bewusst in Situationen, in denen die Grenzen von anderen gesetzt werden müssen.
    Solche Stimmungsmache ohne Hintergrundinformationen über das Für und Wider von Fixierungen ist einfach schändlich.

  • Veronika

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    @Psychiatrie-Erfahrener:

    „In unserem Land kann jeder selbst entscheiden, wann er sich Grenzen setzt, manche Menschen begeben sich bewusst in Situationen, in denen die Grenzen von anderen gesetzt werden müssen.“
    ——————–
    Schon klar, aber die Angelegenheit „Mollath“ zeigt auch, dass der Staat manchmal da Grenzen setzt, wo sich bestimmte Leute – die eingesperrt gehören – auf den Schlips getreten fühlen. In diesem Land haben wir mittlerweile so viele Leute die Grenzen setzen wollen, dass man sich fragen muss, wo dieses „Grenzen setzen“ aufhört.

  • Hilfeschreie aus der Forensik - Taufkirchen | G...

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    […] Laute Hilfeschreie. Solche hört man im Hintergrund eines Telefonats mit einer Insassin der Forensik in Taufkirchen. Was war da los? Wir veröffentlichen hier die Aufnahme des Telefonats, zusammen mit einer unvollständigen Stellungnahme des Klinikums. Heute war Gustl Mollath zusammen mit zwei Begleitern in Taufkirchen, um sich ein Bild von der Situation dort zu machen. Das Tonband hört sich schockierend an. Eigentlich wollte Martin Heidingsfelder mit einer Insassin der Frauenforensik in Taufkirchen telefonieren. Dort sind psychisch kranke Straftäterinnen im Maßregelvollzug untergebracht. Die Frau, Sema A., hatte den Nürnberger kontaktiert, weil sie hoffte, dass er ihr ein Gespräch mit Gustl Mollath vermitteln könnte. Der Inhalt des Telefonats tritt allerdings beim Anhören der hier veröffentlichten Aufnahme phasenweise komplett in den Hintergrund. Manchmal sind die beiden kaum zu verstehen. Stattdessen hört man im Hintergrund permanent laute Schreie einer anderen Frau. Die knapp zehnminütige Aufnahme ist davon lediglich ein kleiner Ausschnitt. Insgesamt habe er 45 Minuten mit der Frau telefoniert – im Hintergrund ständig Schreie, so Heidingsfelder. Er habe schließlich das Aufnahmegerät eingeschaltet, um das Ganze zu dokumentieren. Die Schreie kommen aus dem Isolierzimmer, wo Insassinnen fixiert, am Bett festgeschnallt, werden. Unmittelbar daneben scheint sich das Telefon für die auf der Station untergebrachten Patientinnen im „Maßregelvollzug“ zu befinden. Horst Seehofer weiß Bescheid Heidingsfelder hat die Aufnahme zwischenzeitlich unter anderem an Ministerpräsident Horst Seehofer und den Bezirkstag von Oberbayern geschickt und um Aufklärung gebeten. Mit Zustimmung von Sema A. hat er sie auch unserer Redaktion zur Verfügung gestellt. Diese behauptet im Telefonat, dass die Zahl der Fixierungen erst seit kurzem zurückgegangen sei. Darüber hinaus werde diese Maßnahme meist völlig unnötig angewendet. Heute haben Heidingsfelder, Bezirksrätin Beate Jenkner (Linke) und Gustl Mollath Sema A. auch tatsächlich besucht. Über den Inhalt des Gesprächs und ihren Eindruck wollen sie vorerst Stillschweigen wahren und zunächst den Landtag informieren. Wie geht es also im Isar-Amper-Klinikum in Taufkirchen zu? Dort, wo auch eine Regensburgerin untergebracht ist, über die wir 2008 berichtet haben? weiterlesenhttp://www.regensburg-digital.de/hilfeschreie-aus-der-forensik/13122013/  […]

  • hf

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    „In diesem Land haben wir mittlerweile so viele Leute die Grenzen setzen wollen, dass man sich fragen muss, wo dieses “Grenzen setzen” aufhört.“

    @Veronika: jedenfalls da, wo medizinische Laien in Medien behaupten, gut ausgebildete und vereidigte Ärzte würden grundsätzlich gegen das Wohl ihrer Patienten handeln. Wo man aus irgendeinem Ohnmachts- oder Minderwertigkeitsgefühl heraus, anderen Menschen das Urteilsvermögen abspricht – und damit ethisch auf derselben Stufe mit denen steht, die man angreift und verurteilt. Sowas anmaßendes macht in Regensburg sonst nur einer, und den will ich nicht mal namentlich nennen.

  • rausgeschmissener regensburger

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    so jetzt muss ich mich auch mal zu wort melden: ganz abgesehen davon wie das ganze zu bewerten ist, egal ob diese situation gerechtfertigt war oder nicht. der hauptaugenmerk liegt doch hier wo anders:
    grundsätzlich ist doch die gesundheitssparte ein geschäftsmodell genauso wie alles andere. natürlich versuchen ärzte zu helfen (man will ja nichts schlechtes unterstellen) mit ihrem wissen, dass in der uni eingetrichtert wurde. die frage ist, ob das das richtige ist. das ist der weg des geschäfts. ein beispiel: grippe; gibt es ein mittel in der apotheke zu kaufen, dass das ganze auch nur um einen tag verkürzt? ne, man ist arbeitsfähig, aber es dauert hald so lange wie es normal auch dauert. dabei gibt es andere sachen wie z.b.MMS die das auf spätestens 2 tage in griff kriegen. rheuma, muskelverletzungen, gelenkprobleme, am besten sollte operiert werden, da verdient man am meisten. gibt es genauso sachen (sogar in der sportmedizin eingesetzt unter der hand) die extrem viel heilen… z.b. DMSO und so geht es weiter. das ganze gesundheitssystem ist mittlerweile nur getrimmt drauf, dass ein patient ein möglichst großes geschäft ist, die wollen vielleicht nichts schlechtes, aber was gutes wollen die auch nicht. auch wenn mich jetzt der normalbürger als spinner darstellt: ich hab z.b. mit oben genanntem erfahrungen und es wirkt wirklich und sehr gut; ohne dass hier geschäft gemacht wird. ich persönlich bin definitiv der meinung, dass (wie es auch überall ist) geschäft über alles geht und der patient nichts wert ist. auf dieser grundlage das ganze zu sehen lässt alles im andern licht erscheinen.

  • Simone100

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    Das mit dem Wegschauen hatten wir doch schon mal. Später wollte keiner etwas gewusst haben.

  • Winston Smith

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    In der Psychiatrie geht es nicht wirklich um medizinische Behandlung, sondern vielmehr um soziale Kontrolle, also die Sanktionierung unerwünschten Verhaltens. Das schreibt Euch einer, der das schon am eigenen Leib erfahren durfte.

  • El

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    SUNSHINE, ich danke Dir, daß Du Deine Erfahrungen hier mitteilst.

    Ich kenne viele Menschen mit der Diagnose „schizophren“, die mir Ähnliches berichten.

    Ursächlich für die Einlieferung in die Psychiatrien sind oft Lebenskrisen, gepaart mit heftigem Verhalten (Aggression, Autoaggression, Selbstmordversuche, Alkoholexzesse) .

    Würde man diesen Menschen, die oft schon als Jugendliche in die Psychiatrie kommen, weil sie aufgrund von Traumatisierungen die Herausforderungen des Erwachsenwerdens nicht bewältigen, würde man denen hilfreich begegenen – also zB. durch Gespräch- und andere Therapien, dann wäre der Teufelskreis, der mit der Einnahme der Psychopharmaka und Neuroleptika beginnt, gar nicht erst anfangen.

    Die psychisch Kranken, mit denen ich gesprochen habe, haben samt und sonders nur Beschäftigungstherapie angeboten bekommen.

    So fristen sie ein trostloses Dasein – manche über lange Jahre, ohne irgendeine wirkliche Hilfestellung. Die Medikamente, die sie bekommen, verursachen entsetzliche Nebenwirkungen. Setzen sie diese ab, kommt es zu Absetzsymptomen, vor denen sie große Angst haben.

    Jahrelang eingetrichtert, daß sie psychisch krank sind, glauben sie es selbst irgendwann und suchen keine andere angemessene Hilfe mehr.

    Es gibt den Satz: Jemand, der als einziges Werkzeug einen Hammer hat, für den ist jedes Problem ein Nagel.

    Angewandt auf die momentan gängigen Hilfsangebote in der Psychiatrie heißt das :
    Da sie nur Psychopharmaka und Beschäftigungstherapie haben,
    müssen sich die , die dort Hilfe erwarten, dort hinein“beugen“ .

    Die im Artikel genannten Deeskalationstechniken, die in Taufkirchen angeblich angewandt werden, sind vermutlich Drei-Tages-Crash-Kurse, die das Personal im Rahmen von irgendwelchen Zertifizierungskursen aufs Auge gedrückt bekommt, damit die Außenwirkung stimmt.

    Ilona Haslbauer, die seit acht Jahren in der Psychiatrie ist, wird dort behandelt wie ein Vieh – von Deeskalation kann keinerlei Rede sein, geschweige denn von menschenwürdigem Umgang.

    Daß jemand, der jahrelang dort wohnt und fünfmal !!!! pro Nacht aufgeweckt wird, Hofgang verweigert bekommt usw. usf. …..spätestens durch diese Drangsalierungen in einem seelischen Ausnahmezustand lebt, dürfte jedem klar sein, der ein wenig Vorstellungsvermögen sein eigen nennen kann.

  • El

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    Hier das Statement einer ehemaligen Mitarbeiterin aus dem Klinikum Taufkirchen:

    Das IAK Taufkirchen hat von aussen einen sehr schönen Schein,
    zukünftige Mitarbeiter sollten sich genau überlegen hier anzufangen.
    Hier werden Mitarbeiter mit ganz subtilen Mitteln klein gehalten,
    wer die Stationsleitungen in ihrer Kompetenz kritisiert oder in ihren Augen untergräbt wird kurzerhand auf eine andere Station versetzt. Ständige Kontrollbesuche der PDL sind an der Tagesordnung und wer sich nur den kleinsten Fehler leistet muss sofort zum Rapport bei obig genannter Stelle.
    Dies führt natürlich nicht zu verantwortungvollen Mitarbeitern sondern diese werden immer mehr eingeschüchtert und trauen sich somit nichts mehr zu, sind in ihrer Arbeit gehemmt oder haben schlichtweg Angst.
    Vielleicht liest diesen Kommentar jemand von der PDL und kommt ins grübeln, aber bei deren Überheblichkeit, sozialer Inkompetenz und mangelhafter Mitarbeiterführung glaube ich das nicht.
    Despotismus und die Methoden der ehemaligen DDR sollten im 21 Jahrhundert eigentlich nicht mehr in einem „mitarbeiterfreundlichen Krankenhaus“ herrschen.
    Ich für meinen Teil ziehe die Konsequenzen und werde meinen Dienst in Taufkirchen quittieren.

    zitiert von hier: http://www.klinikbewertungen.de/klinik-forum/erfahrung-mit-krankenhaus-taufkirchen

  • Brian Fouldner

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    man darf nicht vergessen das dort fast alle Straftäter sind, auch die Leute die im Vollzug schaffen, wenn euch sowas aufregt dann geht doch verdammt noch mal in nen Altenheim…. schaut euch dort man um wie man dort mit Menschen umgeht

  • behinderetenrechtskonvention

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    “ Das Gesundheitssystem müchte nichts Schlechtes. “ O.K.
    Aber Medikamente können nur wirken, wenn zuvor eine sichere Diagnose gestellt wurde und nicht nach dem Motto „nehmen wir mal an die Person ist psychisch Krank“.
    “ Jeder in der Psychiatrie ist auch so frei, daß er die Medikation verweigern darf .“ Das darf man ebenso wie sichere Diagnose, hinsichtlich Spritzenverabreichung und Willensfähigkeit, in Frage stellen .
    Wenn sich Menschen in einer Situation befinden, in der sowohl Besuche als auch Entlassung nicht sicher geregelt sind und stattdessen Zwangsmaßnahmen angewandt werden, auf was sollen oder können sie dann noch hoffen ???
    Im Strafrecht sind Besuche und Entlassung geregelt . Dort gibt es auch an Weihnachten die Möglichkeit , Ausgang zu beantragen und zu erhalten .
    Im Strafrecht gibt es „vielleicht“ Arrest, aber keine körperlichen und medizinischen Zwangsmaßnahmen wie im Betreuungsrecht oder PsychKG, die zivilrechtliche Angelegenheiten sind und erheblich in die Unversehrtheit des Körpers eingreifen .
    Aus den genannten Gründen sind die Schreie der Frau sehr bendlich und in jeder Hinsicht zu vermeinden . Denn es kann ja nicht Sinn und Zweck einer Behandlung sein, daß eine schreiende Frau Maßnahmen erhält die nicht zur Entspannung führen, sondern zu weiteren Schreien .

  • behinderetenrechtskonvention

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    Sogar bei Epilepsie, heißt es „Sichern Sie sich die Diagnose, bevor Medikamente verordnet werden .“ und da schreiuen die Menschen auch oft, aber es kann ihnen nur geholfen werden, wenn die Diagnose sicher ist !!!

  • behinderetenrechtskonvention

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    Vielleicht erreicht man bezüglich Prüfung von Zwangsmaßnahmen mehr, wenn man solche „Fälle“ überall aufnehmen könnte und ohne Bezeichnung der Klinik oder Heim, jeden „Fall“ sofort der Öffentlichkeit zur Verfügung stellt, damit die Bevölkerung von den „Fällen“ informiert ist und Unterstützung über die Redaktion leisten kann !?

  • El

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    Es ist einfach notwendig, die Psychiatrie von Grund auf zu reformieren bzw. das zugrunde liegende Menschenbild.

    Flächendeckende Anlaufstellen für Menschen in Krisensituationen wären hilfreich. Wo einfach so eine Art institutionalisierte Nachbarschaftshilfe geleistet wird.

    Mit verschiedenen Bereichen – einem eben für Menschen in psychischen Ausnahmesituationen. Dort gäbe es geschulte Laien u. / o. TherapeutInnen, die weiterhelfen.
    So könnte eine Krise evtl. ambulant aufgefangen werden und nur im äußersten Notfall an stationäre Einrichtungen weitergegeben.

    Dadurch, daß solche Nachbarschaftscafes im normalen Ambiente der Stadt gang und gäbe wären, wäre die Schwellenangst niedrig und peu a peu könnte sich vllt. eine Form des menschlichen Miteinander entwickeln, wo man und frau Anteil aneinander nimmt – nicht erst, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, sondern schon lange vorher.

    Daß Menschen helfen wollen und in herausragendem Maße dazu bereit sind, zeigt sich immer wieder in Ausnahmesituationen wie den Flutkatastrophen.
    Durch die starken Umbrüche der letzten Jahrzehnte hat sich nur eine Kultur des Wegschauens und in gewisser Weise auch der sozialen Hilflosigkeit etabliert ….
    dem kann entgegen gewirkt werden.

    So könnte auch die große Angst des „Normalen“ vor den „Psychisch Kranken“ mal relativiert werden …. und sich in den Hirnen und Herzen verankern, daß psychisch krank einfach eine Grauzone / ein Randbezirk innerhalb der menschlichen Psyche ist, die jedeR theoretisch betreten kann — und praktisch auch betreten wird .

    Zu dieser Aussage
    ” Jeder in der Psychiatrie ist auch so frei, daß er die Medikation verweigern darf .”

    Ich war als Begleiterin dabei, als ein unter Betreuung stehender Mann mit seinem Betreuer darüber verhandelte, daß er die Neuroleptika absetzen möchte, weil sie seine Lebensqualität sehr stark einschränken. Daraufhin drohte ihm sein Betreuer an, ihn in die Psychiatrie einzuweisen.

  • tattoobabe

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    ich war selbst eine insassin in taufkirchen und ich kann diese vorwürfe der gefangenen nur bestätigen ich war nach 64 dort wegen drogensucht und was da abgeht können aussenstehende nicht verstehn…oder gar glauben ich bin lieber zurück in die jva als dort zu bleiben…aber bisher wollte sich niemand anhören was wir dort erlebt haben denn die öffentlichkeit denkt oft die werden schon zurecht dort sein…diese fixierung ist nur die spitze dessen…und ich glaube zu wissen wer da gerade schreit…

  • Remission

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    Viele denken bei der Psychiatrie an „Einer folg übers Kuckucksnest“ oder andere Schauergeschichte. Vieles stimmt schon lange nicht mehr. Es gab in den 1970er Jahren eine Psychiatriereform und seitdem sind z.B. die durchschnittlichen Aufenthaltszeiten und die Zahl eingesperrter Patienten gewaltig zurück gegangen. Die pharmakologische Therapie (seit den 1950er Jahren) ist wesentlich nebenwirkungsärmer und differenzierter geworden. Medikamente haben ihre Nachteile, verhindern aber die monate- oder jahrelange stationäre Behandlung. Die „Resozialisierung“ der Erkrankten ist oberstes Ziel, da zu langer stationärer Aufenthalt im Ergebnis wieder krank macht.

    Für Verschwörungstheorien gibt es keinen Anlass!

    Zugleich erfordert die Betreuung von psychisch Kranken viel Geduld, Zeit und Nerven – und viel Personal. Im Grunde sind das Hauptmedikament Gepräch und Zuwendung. Sichere Prognosen über den Krankheitsverlauf sind kaum möglich. Fehlende Krankheitseinsicht ist bei einigen Erkrankungen genauso typisch, wie wahnhafte Pranoia oder Zwangshandlungen. Manche können keinen vernünftigen Willen mehr artikulieren. Dann wird es zusätzlich schwierig. Ob und wie weit darf ich einen Patienten gegen seinen Willen vor sich selbst schützen? Darf ich ihn gehen lassen, wenn er suizidgefährdet ist oder in einer manischen Phase für mehrere zigtausen Euro einkaufen kann? Menschen in größter seelischer Not können auch gegen Dritte aggressiv werden, sich selbst verletzten oder unkontrolliert Drogen nehmen.

    Die Gefahr, dass Grenzen verletzt werden ist deshalb gegeben.

    Es ist ein Faktum, dass in Pflegeeinrichtungen alten Menschen zu viele Psychopharmaka gegeben oder diese fixiert werden, um Betreuungsdefizite auszugleichen. Da ist der Annahme nicht weit hergeholt, dass dies auch in psychiatrischen Kliniken geschieht. Erst recht besteht diese Gefahr, wenn es sich um „rechtlose“ Patienten handelt, denen qua Gerichtsbeschluss die Freiheit entzogen worden ist. Die Gefahr ist dann groß, dass der Betroffene als vollwertiges Individuum dann nicht mehr ernst genommen wird. Ärzte und Pflegepersonal können im Laufe der Zeit ganz banal den Respekt verlieren – oder bei Überforderung zu ungerechtfertigten Zwangsmaßnahmen greifen. Da dies selten aus Sadismus geschieht, findet sich dann schon immer auch ein sachlicher Grund für die Akten und das Gericht.

    Deshalb ist es für alle Beteiligten wichtig, genau hinzusehen. Und Menschen, die in der Psychiatrie sind – warum auch immer – dort zu besuchen!

  • behinderetenrechtskonvention

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    “ Faktum Pflegeeinrichtungen “ ? Dazu kann ich nur sagen , daß zuviele Medikamente nicht das einzigste Probleme sind, sondern auch das Besuche engster Vertrauter nicht selbstvertständich gewährt werden und das dann auf dem Betreuer geschoben wird, obwohl doch überall auch in den Heimen die Charta der Rechte für hilfe-und pflegebedürftige Menschen Grundfreiheiten garantierten sollen . Dort wo Zwang beginnt, endet eigenlich das Aufenthaltsbestimmungsrecht des Betreuers . Wie gesagt „eigentlich“ ! Da muss man sich zurecht die Frage stellen “ Was geschieht, wenn Grundrechte nicht garantiert sind ?“

  • Student

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    „Und Menschen, die in der Psychiatrie sind – warum auch immer – dort zu besuchen!“

    Den Satz kann ich nur unterstreichen! So manches Vorurteil und so manche falsche Vorstellung würde sich dann nämlich einfach in Nichts auflösen.

  • Heinz

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    Ich will nicht viel Worte verlieren. Aber ein Gesundheitssystem was unter Zwang gegen Menschen durchgeführt wird die es nicht wollen und die keine anderen Menschen gefährden, ist pervers und perfide und gehört abgeschafft genauso wie diejenigen, die dieses Dreckssystem zu verantworten haben.

    Gegen die Menschen- und Grundrechte und die Einhaltung dieser für jeden Menschen darf nichts dagegen sprechen.

  • Unglaublich

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    Bevor ihr solche Artikel schreibt, solltet ihr euch erstmal richtig informieren.
    Pressefreiheit ist ein wichtiges Gut unser Gesellschaft.
    Das was ich hier lese hat nichts mehr damit zu tun sondern nur noch mit suche nach einer Schlagzeile, ohne Rücksicht auf Verluste.
    So ist der Mensch, man macht aus einer Momentaufnahme ein Riesen Ding.
    Vielleicht sollten alle die sich mit dieser Deformierung beschäftigen mal eine Woche von morgens bis Abends mit diesen Personen beschäftigen.
    Oder besser es sollten alle Türen aufgemacht werden.
    Mal schauen was ihr dann sagt.

  • Schreie in der Forensik: Chefärztin nimmt Stellung | Regensburg Digital

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    […] Nach unserem Bericht über ein bedrückendes Telefongespräch mit einer Insassin der Forensik in Taufkir… – im Hintergrund sind immer wieder laute Schreie einer fixierten Frau zu hören – haben wir mit Verena Klein gesprochen. Die Chefärztin ist seit Juli 2013 Leiterin des Maßregelvolzugs in Taufkirchen, wo 160 psychisch kranke Straftäterinnen untergebracht sind. […]

  • Walter

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    Für manche wie @Remission hat es den Fall Mollath nie gegeben. Was passiert eigentlich mit jenen, die im Zeitalter von Wettbewerbsvorteilen dem Wettbewerb nicht Stand halten?

  • Winston Smith

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    @Student:

    Stell Dir einfach mal vor, Du wärst derjenige, der da mit Neuroleptika vollgepumpt und ans Bett gefesselt wird. Über Stunden, Tage, Wochen oder gar Monate. Du urinierst Dich ein und man läßt Dich so liegen. Glaubst Du das würde zu Deiner seelischen Gesundheit beitragen?

    Und stell Dir dann obendrein noch vor, jemand schreibt ganz ohne Hemmungen im Internet, das sei ja kein Fehlverhalten der Psychiater. Du hättest ja auf Grund Deiner „Krankheit“ geschrien und nicht weil man Dich in Deinem eigenen Urin liegend dahinvegetieren lässt.

    Für die öffentliche Meinungsbildung über die Psychiatrie im allgemeinen und die Forensik in Taufkirchen im speziellen sind die Kommentare, die Mitarbeiter dieser Einrichtung hier abgegeben haben, sicherlich sehr nützlich. So kann jeder aus erster Hand erfahren, welch menschenverachtende Geisteshatung dort beim Personal vorherrscht. Kein Wunder, daß es dann zu Exzessen kommt.

  • Luna Schneck

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    Nun lieber Martin, das ist das Leben.
    Sie sollten mal einige Wochen mit psychisch kranken Menschen oder schwer Dementen arbeiten.
    Mit einem Menschen der gerade ausrastet, ein wenig spazieren gehen ist ja ein netter Ansatz. Dann macht mal.
    Also Martin, 4 Wochen Nachtdienst in Forensik oder Altenheim oder Behinderteneinrichtung.
    Ich selbst wurde schon zusammen geschlagen, bespuckt, oft aufs Übelste beschimpft, angegrapscht, gekrazt usw.. Eine Kollegin wurde nachts im Dienst von einem psychisch Kranken tot gestochen. Usw., usw…

  • @ luana

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    es ist erwiesen, dass diese Medikamente Aggressionen hervorrufen können, u.a. auch von den Herstellern selbst..

    als ich auf diesen Medikamenten war hatte ich zum glück nie Aggressionen dafür aber suizidgedanken, epileptische Anfälle etc…. das wird in der Regel von Psychiatern wieder auf psychische Krankheit geschoben und es wird weitermedikamentiert…

    Zoloft hat bei Kindern schon viele Selbsttötungen ausgelöst…

  • Werners

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    „Wir gedenken an Nicole Balsam! Gestorben in der Forensik Haina.“

    Das Todesurteil sprechen die Psychiater doch schon aus mit ihrer Diagnose.
    Die halten Patienten gefangen.
    Ein Fall in der Forensik Haina Patient wird bis zum Anschlag zugedröhnt, aus einem Grund der Verzweiflung.
    Er ist orentierungslos und stürzt schwer.
    Er hat schwerste Verletzungen und die Psychiater in der Forensik Haina behaupten es war ein Unfall oder Suizid.
    Anderer Fall Patient stürzte und ist heute schwerst behindert.
    Obwohl Mitpatienten schon seit Tagen bemerkten das der Patient taumelt und orentierungslos ist.
    Mitpatienten haben ihn aufgefangen.
    An dem Tag als es passierte sagte er, es gehe ihm nicht gut, keiner half ihm.
    Kein Pfleger niemand.
    Die ganzen Todesfälle werden verschwiegen.
    Der Klinikleiter Dr. Müller Isberner kann eines hervorragend, das ist lügen, inszenieren, die Öffentlichkeit blenden, das Gericht blenden.
    Dieser Mann hat soviel Persönlichkeitsstörungen sowie Herrschsucht, Jähzorn, Machtbesessen und dumm ist er noch dazu.
    Er kann eines nicht, falls ein Mensch in lebensgefahr ist Leben retten. Menschen zu krüppeln und lebensuntauglich machen das kann er und zwar wie kein zweiter.
    Ganz besonders angetan ist er von der Firma Eli Lilly und zwar wird diese Firma in den höchsten Tönen gelobt.
    Wir gedenken ganz besonder an Nicole Balsam die aus diesem Grund nicht mehr am Leben ist und zwar aus einem Grund.
    Das hervorragende Ergebnis des sogenannten Klinikleiters Dr. Müller Isberner.
    Nicole Balsam ist beerdigt auf dem Friedhof Haina.
    Heute wissen wir alle mehr über diese Drogendealer, die im Ernst erzählen die Neuroleptika sind ganz wichtig, dass man die nimmt sonst wäre Nicole nicht Krankheitseinsichtig.
    Man hat Sie gefoltert und gequält, man hat ihr Lockerungen gegeben und diese wieder weggenommen und zwar aus verlogenen Gründen Seitens der Klinikleitung.
    Als Nicole wieder Lockerungen hatte sprang Nicole in den Tod.
    Herr Dr. Müller Isberner erinnert sich bestimmt nicht mehr an Nicole Balsam wer ist das schon eine Schizophrene.
    Dr. Müller Isberner wird für diese Opfer noch bezahlen Gott vergißt niemanden, er ist bald in Rente und ist ein alter Mann und eines muß er auch sterben.
    Nicole früher er später.
    Forschungen haben ergeben, nach dem Tod ist es nicht vorbei und er wird im nächsten Leben Sühne für diese misshandelten Menschen tun.
    Diese Medikamente erzeugen erst Straftäter, ohne diese hirnzerstörenden Medikamenten würden diese Menschen niemals diese Taten begehen.
    Diese Psychiater erzeugen vor der Anhörung Psychosen um die Menschen vorzuführen.
    Bevor ich auf Ihrem Block gelesen habe, habe ich auch gedacht das diese Medikamente gut wären, doch ich habe recherchiert und weis jetzt diese Psychiater bereichern sich im Verwahren von Patienten und sind nichts anderes als Schließer.
    Das hatten wir alles schon mal.
    Die Nachfolger von Mengele.
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    Nicole Balsam

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    http://igelin.blog.de/2014/03/16/gedenken-nicole-balsam-gestorben-forensik-haina-17983087/

  • Dickkopf

    |

    „jedenfalls da, wo medizinische Laien in Medien behaupten, gut ausgebildete und vereidigte Ärzte würden grundsätzlich gegen das Wohl ihrer Patienten handeln“

    Sie wissen doch gar nicht, welche Menschen Laien sind. Also halten Sie sich mit der Beurteilung der Qualifikation anderer doch zurück. Ich WEIß, auf welchen fragwürdigen Grundlagen die Psychiatriepraxis teilweise aufbaut und wie unreflektiert dies von manchen „Fachpersonal“ übernommen wird. Also hören Sie auf, die Menschen zu belügen!

  • Dickkopf

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    „Für die öffentliche Meinungsbildung über die Psychiatrie im allgemeinen und die Forensik in Taufkirchen im speziellen sind die Kommentare, die Mitarbeiter dieser Einrichtung hier abgegeben haben, sicherlich sehr nützlich. So kann jeder aus erster Hand erfahren, welch menschenverachtende Geisteshaltung dort beim Personal vorherrscht.“

    Absolut richtig. In einer anderen Zeitung verteidigt ein Arzt, einen Patienten 60 Tage (!) fixiert zu haben. Das muss man sich mal vorstellen.

    Diese Menschen sehen Patienten nicht mehr als Menschen. Sie ziehen eine Grenze zwischen sich und dem Wesen, das sie dort „behandeln“.

    Außerdem haben viele, die lange Zeit in so einer Einrichtung arbeiten, eigene Probleme. Ihre Denkweise ist von normalen Menschen nicht mehr nachvollziehbar. Von einer Angestellten in der Forensik habe ich von psychopathischen oder depressiven Kollegen gehört. Viele dieser Mitarbeiter benötigen selbst eine Therapie.

  • Veronika

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    Frau Haslbauer soll heute oder morgen freigelassen werden, wenn ich die Aussage von Herrn Mollath in einem Interview richtig werten konnte.

    Gratulation an diese Frau, die auch unschuldig diese Grausamkeiten erdulden musste.

    Jetzt stellt sich dann die Frage, wie die Verantwortlichen in Politik (und Gesellschaft) diese Dinge wieder gut machen wollen. Abtauchen in die Ferien gilt nicht, zumindest nicht für Abgeordnete gleich welcher Couleur.

  • Cora

    |

    Fairneß u. Korrektheit!!
    Ich selbst bin Opfer dieses angeblichen „SOZIAL-“ Staates geworden, indem sein „Handlanger“ SPDi seiner GARANTEN-Pflicht nicht nachkam und einem psychisch Erkrankten über Jahre hinweg nicht half, so dass dieser seinen Job, seine Wohnung u. seine Existenz verlor, über 8 Monate im Wald hauste bis zur Eskalation: er fühlte sich durch mich bedrängt u. stach mich auf einem NETTO-Parkplatz nieder. Ich habe unwahrscheinliches Glück gehabt u. habe (im Gegensatz zu manch Anderen) überlebt. Diesem schizophrenen Täter konnte ich trotz allem nicht böse sein, denn seine Angehörigen haben immer wieder um Hilfe gebettelt (Fortsetzung folgt).

  • Cora

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    Fortsetzung „Cora“
    SDPi`s sind dafür ins Leben gerufen worden, damit sie helfen, um Schlimmeres zu vermeiden. Dies ist für jedes BL gesetzlich verankert. Statt dessen sagte SPDi & Polizei: „Er muss erst sich oder andere gefährden, dann „helfen“ wir.“ Die Verantwortung wird auf d. Angehörigen, d. Entscheidung auf d. Erkrankten abgewälzt. Es gibt aber psychische Erkrankungen (wie Schizophrenie), wo der Erkrankte in seiner Wahnwelt nicht realistisch entscheiden kann. In diesem AUSNAHMEZUSTAND ist schnelle u. sofortige HILFE dringend notwendig. Statt dessen scheint d. Praxis in D eine der „Unterlassenen Hilfeleistung“ u. d. „Untätigkeit“ zu sein. Mit dem Ergebnis, dass d. gesundheitliche Schaden für d. Erkrankten wahrscheinlich irreperabel ist (bei sofortiger Hilfe 2012 hätte man VIEL außerstationär tun können, so d. Aussage v. Ärzten u. Psychologen d. JVA/später Forensik), sein Leben u. Familie zerstört ist, etc. Mein RA hat über d. Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren einleiten lassen. Wir haben das Ergebnis am 25.01. erhalten: „Einstellung des Verfahrens gegen den SPDi“, obwohl genügend Beweise d. Untätigkeit in Form v. Bettel-eMail`s, etc. d. Angehörigen vorliegen. So sieht d. Gerechtigkeit in diesem „Sozial-„Staat aus. Für mich mit d. Konsequenz: noch krank geschrieben, Job verloren, Existenz geht d. Bach runter, kein Geld- keine Hilfe, etc.
    In diesem Zusammenhang bin ich erst mit d. Thema „FORENSIK“, etc. konfrontiert worden u. habe feststellen müssen, dass psych. Kranke, vor allem aber an Schizophrenie Erkrankte noch immer wie „AUSSETZIGE“ -nur auf moderne Art&Weise- behandelt werden.
    Ja, die Einweisung für so manchen psych. Kranken in die „Geschlossene“ oder „FORENSIK“ ist notwendig. Aber sind diese Kranken nicht auch Menschen?, haben ein Recht auf Würde u. die so oft von Fr. Merkel erwähnten Menschenrechte?? Zu oft hört man in diesem Staat, der den Schutz des Menschen u. soziale Gerechtigkeit gewährleisten soll, das es nur ums Geld geht (umso mehr Patienten- umso mehr Geld!!), Vieles vertuscht wird, Willkür, Macht, Mißbrauch, etc. Man schimpft auf DDR?, ist es hier&jetzt anders? SO, wie überall, werden die so tollen Gesetze unseres Staates nicht kontrolliert. Gerechtigkeit, menschliche Logik, Menschenwürde u. -rechte, der Schutz d. Menschen, d. Familie, d. Existenz steht nur auf dem Papier. Und Papier ist geduldig (!!!)
    Das gewisse psychisch kranke Menschen Hilfe u. ärztliche Behandlung brauchen u. auch Zwangseingewiesen zum Selbstschutz bzw. Schutz Anderer werden müssen, steht außer Frage, aber es kommt doch auch immer auf d. Art&Weise an, auf d. Aufklärung, etc. Wer weiß schon, was da hinter d. Kullissen einer Forensik abgeht? Wie oft dürfen Angehörige keinen Kotakt zu d. Erkrankten haben, obwohl gesetzlich zugesichert unter ANGEHÖRIGENARBEIT ? Soll doch Forensik- Arbeit u. -Alltag der Bevölkerung offen gelegt werden, Rechenschaft abgelegt werden. Ein Richter sagte mir unter 4 Augen, dass bei weitem ein Großteil d. Insassen nicht in d. überfüllten Forensiken gehören, sondern in gute Betreuung von spezialisierten Heimen. Der Ami hat Projekte, wo Gefängnisse u. Forensiken an Gärten, Bauernhöfe, etc. angeschlossen sind, die von d. Insassen betrieben werden, etc., da Beschäftigung, frische Luft, etc. bekanntlich der menschlichen Psyche gut tut. WO?, gibt es das bei uns? Bei uns gibt es nur riesengroße Golfplätze für eine gewisse Bevölkerungsschicht, etc. Oder unsere erarbeiteten Gelder werden in Massen für Andere ausgegeben, die Realität ist: die Deutschen in D (ich bin nicht ausländerfeindlich !! – nur realistisch!!) werden „vergessen“!! Meine Meinung, meine Zeilen kann ich schwarz auf weiß belegen. Das ist meine eigene Lebenserfahrung mit 52 Jahren in diese Statt.
    Allen, alles Gute!
    Cora

  • Julian

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    Für mich die größte Problematik ist das „Privatisieren“ von Forensischen Kliniken, oder Privatfirmen die „Patienten“ anzuvertrauen.
    Das ist äußerst fragwürdig, da es um Zwangsmaßnahmen geht !
    Behandlungen billiger und gewinnoptimierter durchzuführen, ist nur im ersten Moment billiger !
    Langläufer gesehen, viel teurer !

    Begründung :

    Um die 100000 Euro kostet ein Patient in Jahr im Durschnitt (sehr oft diese Zahl gelesen).
    Bei Abbruch oft auch erst nach Jahren Behandlung, war dann z.B bei 4 Jahren…400000 Euro geschrottet, das heisst, es brachte der Allgemeinheit nichts, und dem Patienten wohl auch nichts.
    Dann meine Meinung, dann lieber 120000 Euro investiesern, und nicht gewinnoptimiert behandeln, und viel bessere Chancen, positiver Endverlauf.

    Ich will nicht nur kritisieren, möchte auch mal sagen, da nimmt der Staat eine Menge Geld in die Hand, 100000 Euro sind auch schon eine Menge, für einen Patienten im Jahr.
    Auch bin ich der Meinung, es gibt Untherapierbare, ganz klar oft am Anfang zu sehen, gerade in der Zeit vor dem Urteil, in der Forensischen Klinik.
    Aber ich sehr oft schon gelesen…In den meist oft 6 Monaten wird fast nichts gemacht, und behandelt, und auch schlecht dadurch die Einschätzung, Therapierbarkeit vorhanden.
    Das ist dann sinnlos, und solche Untherapierbare in den Wohngruppen, ziehen die Anderen dann auch oft in die Motivationslosigkeit.
    Ganz klar, es gibt viele Krankheiten, wo als Symptom das vorhanden ist, sich gegen alles zu stellen, klar schwer abzuwägen !
    Aber bitte dann die Zeit vor dem Urteil nicht nur für mehr als 9500 Euro im Monat, nur das Urteil abzuwartne…und nur zu verwahren !!

    Ich habe Bipolare Affekte Störung, und auch Emotionale Störung, also dann garantiert ein Fall für die Forensische Klinik, falls ich mal straffällig werden würde !!
    Was ich zum Glück bis jetzt mit 46 Jahren niemals war !

    Ich war 2 mal schon wirklich freiwillig Stationär in Behandlung, insgesamt waren das 6 Monate zusammen.
    Muss aber zugeben, ich hatte schon Phasen, wo ich vielleicht straffällig werden könnte, und das macht mir schon Angst…In eine Forensische Klinik dann zu müssen..!!!
    Bis jetzt haben meine „Notstops“ funktieniert, die ich erlernte in meinen Zeiten in der Klinik.

    Aber ich muss ehrlich sein, die Grundangst schwebt schon über mir.

    Thema Fixierungen, bin ich sehr vorsichtig, mich darüber zu äussern.
    Ganz klar, ich bin Überzeugt, es gibt Schikane in manchen Fällen, was auch voll angeprangert werden sollte, auch mit Konsequenzen.

    Aber auch klar, ich war selber mal Zeuge, als ein Patient voll ausgerastet ist, voll ohne Grund, wie aus dem Nichts.
    Und das war nicht in einer Forensischen Klinik, es war in einer wirklich guten freiwilligen Klinik.
    Der Patient, der voll ausflippte, war auch freiwillig Patient.
    2 Ärzte und 4 Pfleger hatten nur mit hartem Zwang eine Chance, das er keinen ersthaft verletzte.

    Später traf ich den Patienten wieder, und er sagte mir…“Ich was nicht, was mit mir los war“
    Ihm war das sehr peinlich !! Er entschuldigte sich auch mehrmals bei den Ärzten und Pfleger !
    Zum Glück waren die Fair…Keine Anzeige oder sowas..“Unser Berufsrisiko“…meinten Sie…Fair
    Der Patient war auch normal ein ganz angenehmer Mensch…;-)

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