Flüchtlinge im Landkreis Schwandorf: „Behandelt wie der letzte Dreck“

lager1Die Gemeinschaftsunterkunft Teublitz-Koppenlohe liegt abseits der Hauptstraße, kaum sichtbar in einem Waldstück, nahe Burglengenfeld. Einst war das Gebäude ein Aussiedlerwohnheim, jetzt ist es eine so genannte „Gemeinschaftsunterkunft“ (GU) für Flüchtlinge. 109 Menschen unterschiedlicher Herkunft – Iraker, Syrer, Libanesen, Afghanen, Pakistani, Kongolesen, Sudanesen, Vietnamesen, Iraner – fristen dort ihren Alltag, darunter viele Familien mit Kindern. In einer Wohnung lebt eine fünfköpfige syrische Familie. Zusammen mit einem Ehepaar aus dem Irak, die ein Zimmer innerhalb der 65 Quadratmeter großen Räumlichkeiten bewohnen. Die Irakerin ist schwer krank: Migräne, Bluthochdruck und ein Nierenleiden, streckenweise begleitet von suizidalen Absichten. Die immer häufiger auftretenden Anfälle rufen Erbrechen, Übelkeit bis hin zu Sehstörungen hervor. Der Lärm der spielenden Kinder, Gerüche vom Kochen oder Zigarettenrauch verschlimmern den Zustand der Frau und machen eine Genesung so gut wie unmöglich. Die behandelnden Ärzte raten zu einem sofortigen Auszug aus dem Flüchtlingslager, um dauerhaft eine Stabilisierung zu erreichen. Ohne Erfolg. Die Regierung der Oberpfalz hat drei entsprechende Anträge abgelehnt. Mittlerweile wurde die Frau ins Krankenhaus Burglengenfeld eingeliefert. Die GU-Leitung verfügt: Spielzeiten einhalten!In einer weiteren Wohnung ist eine zehnköpfige Familie aus Bosnien untergebracht. Es ist eng. Die Lebensmittel stapelt die Familie zum Teil unter ihren Betten. „Wir wollen unser Essen selbst kaufen“, sagt eines der Kinder. Auf der Bestellliste, über die sie ihre wöchentliche Ration beziehen, gibt es immer das Gleiche: Hähnchenschenkel, Mehl und Brot. Ananas in Dosen. „Nichts, was wir gerne mal essen würden.“ Jeweils Dienstag und Donnerstag, zwischen 10.30 und 11.00 Uhr, heißt es: anstellen zur Essensausgabe. Und zwar für jeden. Die Essenspakete werden „nur gegen eigene Unterschrift“ ausgegeben. Wer zu spät kommt, geht leer aus. „Begründete Abwesenheit“ ist der „GU-Leitung“ zu melden. Derzeit sind mehrere der Kinder an Masern erkrankt. Zum gesund werden fehlt ihnen – angesichts der räumlichen Enge – die Ruhe. Der Syrer Aadil K. (Name der Redaktion bekannt) erzählt, er wohne schon seit sieben Jahren in Koppenlohe. Das monatliche Taschengeld – rund 40 Euro – wurde ihm vor längerer Zeit von der Behörde gestrichen. Eine Arbeitserlaubnis, um sich selbst etwas Geld zu verdienen, wird ihm vom Landratsamt Schwandorf verweigert. Er teilt sich sein Zimmer mit zwei weiteren Männern. Um seinen tristen Alltag zu bewältigen, baut er kaputte Computer zusammen, die er sich von der Müllhalde holt. Viele Schreiben haben er und das Bundesamt für Migration gewechselt. Er hat die Hoffnung verloren, jemals arbeiten zu dürfen, geschweige denn ein angemessenes Leben außerhalb der „Gemeinschaftsunterkunft“ zu führen. Kinder im Flüchtlingslager Koppenlohe.Kinder im Flüchtlingslager Koppenlohe.Kinder im Flüchtlingslager Koppenlohe.Zahlreiche Bewohnerinnen und Bewohner beklagen den rüden Umgangston der Ausländerbehörde Schwandorf. „Wir werden dort behandelt wie der letzte Dreck“, sagt einer. Das gilt nicht nur für das Ausstellen einer Arbeitserlaubnis. Auch die Reisepässe, welche Flüchtlingen mit festem Aufenthaltsstatus eigentlich zustehen, werden ihnen vom Landratsamt Schwandorf offensichtlich verweigert. Angesichts der finanziellen Situation – geringes Taschengeld, keine Arbeitserlaubnis – gestaltet es sich schwierig, mal einen Tag weg zum kommen von dem abseits gelegene Flüchtlingslager: Ein Ökoticket nach Regensburg kostet 39, nach Schwandorf 53 Euro. Am 23. April 2009 wird der Bayerische Landtag im Rahmen einer ExpertInnen-Anhörung über die Zukunft der Flüchtlingsunterbringung debattiert. Als Experte ist unter anderem der bayerische Flüchtlingsrat geladen. Der Flüchtlingsrat ruft derzeit auf, eine Sammelpetition zu unterzeichnen, in der die Abschaffung der Lagerpflicht für Flüchtlinge gefordert wird.

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Kommentare (18)

  • Joachim Datko

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    Zu „baut er kaputte Computer zusammen, die er sich von der Müllhalde holt“
    =
    Soviel mir bekannt ist, gibt es bei uns keine Müllhalden.
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    Zu „gestaltet es sich schwierig, mal einen Tag weg zum kommen von dem abseits gelegene Flüchtlingslager: Ein Ökoticket nach Regensburg kostet 39, nach Schwandorf 53 Euro.“
    =
    Mit dem Öko-Ticket für 53 Euro steht das gesamte Streckennetz des RVV zur Verfügung. Das Ökoticket ist übertragbar, also nicht an eine bestimmte Person gebunden. Es kann also von mehreren Familien benützt werden. Abends, Samstag und Sonntag können sogar zwei Personen fahren. Eigene Kinder können bis zum 15. Geburtstag kostenfrei mitfahren. (http://www.rvv.de/index.php?id=0,31).
    ===
    Das mit dem Spielezimmer im Gemeinschaftsraum ist mir unverständlich. Es sollte entsprechend der Anzahl der Bewohner genug Aufenthaltsräume geben. Kinder sollten grundsätzlich einen eigenen Gemeinschaftsraum zur Verfügung haben. Insbesondere sollte darauf geachtet werden, dass genug Platz zum Lernen vorhanden ist und eventuell notwendige Unterstützung angeboten wird.

  • Querleser

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    die behandlung der flüchtlinge in deutschland ist durch und durch rassistisch. das sieht man doch schon am tongfall der schilder. weshalb nennt sich die gu-leitung nicht gleich gauleitung. dort hätte sich der eine oder andere beamte, der für diesen tonfall verantwortlich ist sicher wohlgefühlt. unmenschliches pack.

  • irina

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    Das ist alles sehr bewegend… Bloß haben dort mehrere Jahre lang mehrere Aussiedlerfamilien gewohnt – und keinen hat es interessiert, unter welchen Umständen.
    Natürlich, bringt das Thema „Asülbewerber“ meht politische Punkte und Popularität als Menschensrechtler, als das Thema „Spätaussiedler“. Es ist nur traurig und enttäuschend, besonders für die, die vor vielen jahren an die richtige Demokratie in Deutschland und deren Begleiter wie Gleichheit, Toleranz usw. geglaubt haben.
    Spätaussiedler haben am meisten Verständnis mit den Menschen, die in den Unterkünften wohnen. Es ist nur unklar: wieso war es noch vor paar Jahren für Spätaussiedler geeignet und jetzt reicht es nicht mehr für die Anderen?

  • Querleser

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    @irina

    das auch aussiedler unter diesen bedingungen leben mussten , ist gleichfalls eine schweinerei. nur: aussiedler hatten nie das problem, dass sie zwangsweise aus deutschland wieder woanders hinverfrachtetr werden können. aussiedler haben per se einen deutschen pass. genau das ist doch der kern dieses deutschen blut- und bodendenkens: ach, da sind vor ein paar hundert jahren mal deutsche da und dort hin ausgewandert. jetzt wollen die urenkel wieder zurück. das sind dann „deutsche“. die anderen sind keine „deutschen“, sie bekommen keinen pass, sie wissen über jahre nicht, ob sie hier bleiben können oder wieder dorthin zurückgeschiockt werden, wo sie gefoltert oder umgebracht wetrden oder schlicht: verrecken, weil sie nichts zum fressen haben. sie sind eben weniger wert in den augen des deutschen staates, weil sie keine „deutschen“ sind. deshalb ist das ein thema.übrigens reicht es schon seit über zehn jahren für „die anderen“. die armen spätaussiedler müssen schon lange nicht mehr in solchen löchern leben. und;: sie haben anspruch auf alle sozialleistungen, die dieser rasistische staat zur verfügung stellt. aber: weil sie manxhmal ein wenig schlecht deutsch sprechen darf man sie eben auch unterbuttern. so ist das eben in einer sauberen volksgemeinschaft!

  • Gast

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    ***Das ist alles sehr bewegend… Bloß haben dort mehrere Jahre lang mehrere Aussiedlerfamilien gewohnt – und keinen hat es interessiert,Es ist nur unklar: wieso war es noch vor paar Jahren für Spätaussiedler geeignet und jetzt reicht es nicht mehr für die Anderen?

    Von irina am 15. Mrz 2009, 17:33 Uhr***

    Das hast du sehr gut erkannt, Irina.

    Hier tauchen in periodischen Abständen Beiträge auf, in denen die Not von Asylantragstellern geschildert werden (Erst kürzlich wurde beklagt, daß diese keine individuelle Briefkästen hätten. Meist kommen dann von anderen Mitgliedern dieser Organisation zustimmende Kommentare. Alles natürlich Zufall…..

  • Maurice Horstmann

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    @Gast

    „Meist kommen dann von anderen Mitgliedern dieser Organisation zustimmende Kommentare.“

    hmmm jetzt fragen wir uns mal: wer ist denn „diese organisation“? was für ein verschwörerischer Haufen von ausländerfreunden hat sich hier zusammengetan? schlimm, schlimm. da erfährt man womöglich noch, wie flüchtlinge in deutschland behandelt werden. hoffentlich tauchen hier weiter „in periodischen Abständen Beiträge auf, in denen die Not von Asylantragstellern geschildert“ wird. auch wenn das dem einen oder anderen „Gast“ nicht passt. DANKE!

  • Gast

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    *Meist kommen dann von anderen Mitgliedern dieser Organisation zustimmende Kommentare.*

    Ach, da ist schon einer :)

  • Ingrid Passarello

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    Zu “gestaltet es sich schwierig, mal einen Tag weg zum kommen von dem abseits gelegene Flüchtlingslager“ : ein wie auch immer preislich gelegenes Ökoticket nützt überhaupt nichts: die meisten Bewohner haben Residenzpflicht und dürfen den Landkreis Schwandorf gar nicht verlassen. Auch ist es sicher sehr erbaulich, wenn sie Busfahren, weil sie sich das Ticket teilen können. 40 Euro Taschengeld sind trotzdem nur 40 Euro für einen ganzen Monat!
    Es gibt keine Müllhalde, das ist richtig. Viell. ist der Bauhof gemeint, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass Aadil schon 7 Jahre in Asylheimen verbringt und keine Zukunftspersektive hat. Andere Bewohner noch reichlich länger als 7 Jahren sogar!
    Irina gebe ich recht, dass auch Aussiedler genauso räumlich beengt dort wohnen mußten. Nur gab es ein absehbares Ende und eine aussichtsreiche Zukunft. Die anderen ausschlaggebenden Unterschiede wurden schon geschildert. Unzumutbare Zustände wurden damals wie heute bemängelt. Resultat?

  • irina

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    Querleser,
    natürlich, sind die Spätaussiedler für sie „deutsche“ klein geschrieben und in klammern – etwas anderes kann man nur von denen erwarten, die mit der Geschichte vertraut sind und wissen, daß die Hälfte des Deutschen Volkes, das übrigens eigene Autonomie, Schulen, Gemeinden und deutsche Dorf- und Siedlungsnamen gehabt hat, während des 2. Weltkrieges wegen Volkszugehörigkeit umgebracht wurde. Schämen Sie sich nicht oder wissen Sie es alles einfach nicht?
    Die ganze Geschichte mit den Asülheimen ist nur eine Frage des billigen politischen Populismus. Alle Probleme lassen sich lösen, vorausgesetzt man bringt den Wunsch dazu mit und etwas Angagement… Aber es wird immer wieder diskutiert…

  • Querleser

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    @irina

    deutsche hab ich, wie alles andere, klein geschrieben. anführungszeichen bedeuten: es ist mir egal, ob jemand nun deutscher ist oder nicht. wenn sie DEUTSCHE sein wollen: von mir aus. daraus sollten keine privilegien abzuleiten sein. macht aber der deutsche staat. auf die geschichte der aussiedler bin ich mit keiner silbe eingegangen. sie ist mir in diesem zusammenhang auch gleichgültig. ich stelle aber noch einmal fest: im gegensatz zu asylbewerbern waren aussiedler von anfang an in deutschland besser gestellt (deutscher pass). aussiedler dürfen in eigenen wohnungen leben. sie haben anspruch auf alle sozialleistungen, die die dieser stat zu bieten hat. ja: alle probleme lassen sich lösen. aber: asylbewerber leben schon seit jahrzehten in solchen lagern! trotz des engagements verschiedener gruppen. bei asylbewerbern ist es politisch auch nicht notwendig, etwas an ihrer situation zu verbessern: sie können ja nicht wählen.

  • irina

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    Querleser,
    ohne Geschichte gibt es leider keine Zukunft.
    – waren aussiedler von anfang an in deutschland besser gestellt –
    Eine bemerkenswerte Aussage. „Bessergestellt“ – Ausweise? Das war das Minimum für die Menschen, die für seine VOLKSZUGEHÖRICHKEIT UNSCHULDIG 20 Jahre in den Lagern verbracht haben. Übrigens, die Ehegatten, die nicht Deutsche sind, haben keine Ausweise und leben nach dem Ausländergesetz.
    Natürlich, wenn man keinen Großvater oder andere Verwandten in den Lagern verloren hat, NUR weil er ein Deutscher war, ist man so gleichgültig. Und überhaupt, haben Aussiedler friedlich und ehrenhaft in Russland gelebt, bis der 2.Weltkrieg nach Russland gekommen war. Und es ist keine Frage, daß sie Opfer sind. Nur weil sie Deutsche sind. Und es ging ihnen gut, und sie hätten Russland nie verlassen… Wenn der 2.Weltkrieg ihr ganzes Leben nicht auf den Kopf gestellt hätte.
    Wenn sogar die Asülbewerber nicht wählen können, gibt es genug Querleser, die das dürfen, die tun aber auch nichts weiteres, als Geschreie und Spekulationen.
    Ich habe Mitleid mit diesen Menschen, ich habe genug gesehen, wie es ihnen geht. Und ich weiß genau, daß es machbar ist, denen zu helfen. Man braucht nur sich selber einige Fragen ehrlich zu beantworten.
    Was die konkrete Hilfe angeht, können Sie die auch leisten – tun sie es?
    Ich z.B. angagiere mich in sozialen Angelegenheiten – und Sie?

  • Querleser

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    @irina

    noch einmal: ich habe bereits angemerkt, dass auch aussiedler diskriminiert werden. darum geht es aber hier nicht. das von ihnen erwähnte minimum pass haben asylbewerber eben gerade nicht. das meine ich mit mit „bessergestellt“ und dabei bleibe ich. kein aussiedler war in deutschlandf jemals der gefahr ausgesetzt, rausgeworfen zu werden. sie können mich natürlich weiter (absichtlich) missverstehen. asylbewerber werden von einer volkstümelnden ideologie ausgegrenzt, auf die sie sich berufen (deutsche, deutsche, deutsche). asylbewerbern gestehen sie dieses minimum offenbar nicht zu (nicht-deutsche).
    von welchen spekulationen reden sie? woher kennen sie mein engagement, woher kenne ich ihres? davon war hier nicht die rede. bemerkenswert finde ich es, dass sie immer von mitleid mit diesen leuten reden, es ihnen aber offensichtlich nicht passt, dass schicksale auch thematisiert werden. verlangen sie gleiches unrecht für alle? motto: über spätaussioedler wurde nicht geredet, also soll auch nicht über asylbewerber geredet werden? was ist eigentlich ihr problem?

  • irina

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    Querleser,
    Es ist umgekehrt, ich will Recht für alle, es passt mir nur nicht, wenn die Aussiedler erwähnt werden, reagiert man oft, wie Sie.
    Ich habe in so einem Heim, mitten im Wald, ohne Auto, halbe Stunde zu Fuß zum Buß, in einem Bungalow ohne Toilette, Dusche und Küche, schwanger, einige Zeit verbringen müssen. Danach, als der Heim aufgelöst wurde, hat man dort nich mal einen Tierheim gemacht -zu unwürdig.
    Darf ich darüber nicht reden, weil es manchen nicht passt? Wir haben damals irgendwie überlebt.
    übrigens, ich habe auch einige Zeit neben einem Asülheim gewohnt. Ich habe sooo verschiedenes beobachtet.
    Die Diskussion muß auf einer anderen Ebene stattfinden: wenn der Staat nicht in der Lage ist, bedürftigen (aber wirklich bedürftigen) Menschen zu helfen – Quoten senken oder Verfahren ändern. Oder die Menschenrechtler müssen andere Wege finden.
    Probleme habe ich persönlich keine mehr, Sie haben doch zum Schluss zugestimmt, daß Aussiedler auch diskriminiert wurden und werden, obwohl angefangen hat es anders.
    Das Problem ist und bleibt, daß der Gesellschaft eigentlich egal ist, wer und wo und in welchem Heim lebt. Wenn Sie etwas bewegen wollen, müssen Sie ganz laut schreien, am besten über alles, ob Asülbewerber oder Aussiedler. Nur dann gibt es Chance, daß man, veilleicht, gehört wird.

  • Querleser

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    @irina

    es ist schön, dass wir uns mittlerweile einig sind, dass recht für alle gilt. es ist auch schön, dass sie mittlerweile zu der meinung gekommen sind, das es also doch etwas bringt „zu schreien“. dass ich – wie sie behaupten – am anfang nicht zugestimmt hätte, dass auch aussiedler diskriminiert wurden, erlaube ich mir zu korrigieren.

    Zitate aus meinen anderen kommentaren:

    „das auch aussiedler unter diesen bedingungen leben mussten , ist gleichfalls eine schweinerei.“ (15. März, mein zweiter kommentar)
    „ich habe bereits angemerkt, dass auch aussiedler diskriminiert werden.“ (16. März)

    darum ging es aber in dem oben stehenden artikel nicht.

    was meine sie mit „quoten senken oder verfahren ändern“?
    wir nehmen ohnehin kaum noch asylbewerber auf.
    was haben sie denn „sooo verschiedenes beobachtet“?
    würden sie es gut finden, aus dem verhalten einzelner aussiedler auf die ganze gruppe zu schließen? nein? dann tun sie das auch nicht mit asylbewerbern.

    generell halte ich asylbewerber für mit die bedürftigste personengruppe in deutschland. es bringt nichts, immer wieder tragische schicksale gegeneinander auszuspielen, nach dem motto: der arbeiter verdient zu wenig wegen der arbeitslosen, die arbeitslosen kommen zu kurz wegen der hartziv-empfänger und die kommen zu kurz wegen der ausländer. wer sich dieser logik untwerwirft, ist schlecht beraten. der stat wäre in der lage, ungerechtigkeiten wenn schon nicht zu beseitigen, sie zumindest zu lindern. die frage ist, ob er willens ist. und die frage ist auch, ob eine benachteiligte gruppe in der lage ist, sich ohne ressentiments und unabhängig von einer vermeintlichen volkszugehörigkeit für eine noch benachteiligtere gruppe einzusetzen. nicht nach unten treten, nach oben boxen bringt etwas.

  • irina

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    Querleser,
    „nach oben schreien“ – ob wir das nicht tun! aber wir werden immer wieder getreten.
    Und mit den Aussiedelern macht man genau das, was sie hier beschreiben: „würden sie es gut finden, aus dem verhalten einzelner aussiedler auf die ganze gruppe zu schließen?“ Lange Jahrzehnte hat man gebraucht, um die manche heimische Medien zu überzeugen, daß nicht jeder Verbrecher, der osteuropeischer Akzent hat, gleich Aussiedler ist. Und bis jetzt passiert so was immer wieder.
    Leider habe ich zu viel erlebt, um Ihnen in der Frage „wer die schwächste Gesellschaftsgruppe in Deutschland ist“ zuzustimmen.
    Wissen Sie, ich glaube einfach nicht, daß die Menschen, (es ist nicht auf Sie bezogen, es gibt eine Menge davon) die ihr eigenes Volk (Aussiedler) verachten, auch zu den anderen (Asülbewerbern) ehrlich sind und richtigen Mitleid haben…
    Mein Aussichtspunkt mag etwas seltsam erscheinen, aber dahinter stecken Lebenserfahrungen, die den Einheimischen erspart geblieben sind.

  • musa hüssein

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    Ich bin ein kurdische Flüchtlinge aus Syrien, lebe ich wie andere Flüchtlinge unter unmenschliche umständen seit 2001 und bis heute, zwei Jahre und sieben Monaten im einem Asylheim im Wiesau, ich kann nur sagen damals wir sind über 150 Asylsuchende im diesem Heim gesperrten, für ganzen 150 Personen war nur einen Dosch Bad und zwei stunden warm wasser täglich, heizung war unter Hausmeister hand Kontrole, lass ihn wenn er dass wünscht, dann Riegierung hat diese Asylheim Geschlossen und die leute nach verschiedene Lagern verteilt, Amberg-Tirschenreuth-Schwandorf, die auch sclimm, seit über Acht Jahre mein leben ist kein leben, lebe ich im Kreis 30 km2, erwerbstätigkeit nicht gestattet, wohne im zwingen abgelegte unterkünfte, zwingen packt Essen, ohne ein euro einkommen, unter abschiebeandrohung, trotz dass ich hätte von Terror geflüchtet, deutsche Bundesamt für Flüchtlinge BAMF hat meine Verfahren selbst geglaubt, aber trotz hat meine Asylantrag abgelehnt, auch er hat meine Identität Dokumente in der schweiz unterdruckt, seitdem deutsche ausländeramt behauptet dass meine identität nicht geklärt, totz dass ich mit einem Schweizerische Visum (Schengen) Visum in der schweiz geflüchtet bin, meine Visum und Syrische Passes Angaben, hatte ich schon für schweizerische BFM seit 2002 und für deutsche BAMF seit 2004 abgegeben, bin jetzt 13 Jahre im europa konnte ich nicht wie normale Mensch leben.
    wo bleibt noch für Flüchtlinge Menschrechte und Gerichtigkeit, bitte sagen mir.

  • wolfgang

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    hay,. mich wundert es , das die ansprüche von menschen die mit nichts nach deutschland kommen , ausser der hoffnung auf ein besseres leben, doch schon so hoch sind, , ein dach, genügend zu essen, , für den anfang wohl doch reichlisch,, , oder, sollen es gleich paar tausend euro sein, ein eigenes haus, ein auto, , nun es gibts in deutschland selber arme und reiche, und die armen,, wie leben sie,, , gut,, nein,, warum dan diese ansprüche der aussiedler, die doch jeden tag satt zu essen haben , und vor wind und wetter geschützt, , wollen sie nur den reichtum, oder wollen sie sich wirklich integrieren, , ich selber bin ostdeutscher, , eigentlich in bayern auch nur als fremder geduldet, , ja, gut gehen kann man anders benennen, glaube vielen deutschrussen leben besser, , betrug, ehrliche arbeit, , ,,,, denkt jeder selber was er möchte, , nun es wird wohl immer jemand geben der nicht zufrieden ist, , aber ich bitte einfach mal nachzudenken, , kann ich immer nur fordern,, , mit welchen recht fordere ich, , einmal danke, manchesmal gut angebracht, , ich bin kein feind von menschen, aber die menschen sehn in mir wohl ihren feind,, , wie soll das sich zusammen führen, , über 20 jahre keine mauer, deutschland vereinigt, , und denoch, bin ich der fremde , es wird immer menschen geben die denken, das ihnen was weggenommen werden soll, , obwohl sie es durch ihre dummheit verloren haben, aber es wird auch immer menschen geben die ehrlich aufeinander zugehen können, , lasst es zu , egal wo einmal ihr geboren, akzeptiert einfach euch selber und die anderen, akzeptanz ist ein erster schritt, das jeder sich wohl fühlen kann, , ach ja,, auch deutsche haben nicht immer arbeit, , man kann nicht erwarten wen man wwoanders neu anfangen möchte das es überall goldig glitzert, , biete gern die menschliche freundschaft an, ,

  • Die Gerechtigkeit

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    Kommentar gelöscht. Für das ahnungslose Flüchtlings-Bashing-Bullshit-Bingo haben wir leider zu wenig Platz.

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