„Brückenplanungen sind Geldverschwendung“

„Erschütternde Lektüre“: Walter Cerull, Herbert Brekle und Eginhard König haben das Welterbeverträglichkeitsgutachten nebst städtischen Begleitschreiben auseinandergenommen.
Vor knapp zwei Monaten wurde das Gutachten zur Welterbeverträglichkeit (WEV) einer Ersatzbrücke der Öffentlichkeit vorgestellt. In Regensburger Politik und Medien wurden Sinn und Unsinn einer solchen Brücke im Allgemeinen und die Glaubwürdigkeit des Gutachtens im Speziellen heftig diskutiert – die Fronten bleiben, wie schon seit Jahren, verhärtet. Immerhin eines scheint zwischenzeitlich geworden zu sein: Die Osttrasse über den Grieser Spitz hält nach der SPD nun auch die CSU für nicht durchsetzbar. Das hat zumindest Fraktionschef Christian Schlegl eingeräumt. Bleibt also die Westtrasse und die stößt bislang auf erbitterten Widerstand der Denkmalschützer, allen voran Generalkonservator Egon Greipl. Bleibt als Fazit: Mehr als Ärger scheint das Gutachten den städtischen Planern also nicht gebracht zu haben. Trotz Zustimmung zur Ersatztrasse von Landrat Herbert Mirbeth und dem Verkehrsclub Deutschland (VCD) haben sich die Gegner weit vernehmlicher zu Wort gemeldet. Nachdem das Welterbekomitee der Unesco sich bei seiner diesjährigen Sitzung nicht einmal mit dem Gutachten befasst hat, liegen weitergehende Planungen für eine Ersatzbrücke erst einmal auf Eis. Das soll auch auf Dauer so bleiben, befindet das Regensburger Bürgerbündnis. Der Zusammenschluss aus zehn Regensburger Vereinen steht den Brückenplänen seit Jahren ablehnend gegenüber. Am Montag haben sich mehrere Vertreter des Bündnisses im Rahmen einer Pressekonferenz zu Wort gemeldet und der Stadt einen verantwortungslosen Umgang mit Steuergeldern und unredliches Verhalten vorgeworfen. Das von der Stadt in Auftrag gegebene WEV-Gutachten (Kosten: 42.000 Euro) sei angesichts zahlreicher logischer Brüche, fehlender Sorgfalt und falscher Tatsachenbehauptungen „objektiv wertlos “ und eigne sich nicht als Grundlage für weitere Entscheidungen, so Herbert Brekle (Regensburger Altstadtfreunde). Klaus Caspers (Arbeitskreis Kultur) spricht gar von einem „getürkten Gutachten“, bei dem die Politik die Hand geführt habe. Den geplanten Architektenwettbewerb, der mit Kosten von 600.000 Euro zu Buche schlagen würde, gelte es unter allen Umständen zu verhindern. Zum wiederholten Male kritisiert das Bürgerbündnis die Verkehrszahlen, mit denen die Notwendigkeit einer neuen Brücke begründet wird. Während im WEV-Gutachten von insgesamt 22.000 Fahrgästen die Rede ist, die von der Sperrung der Steinernen Brücke betroffen sein sollen, habe eine Fahrgasterhebung des RVV aus dem Jahr 2007 ergeben, dass die vier Linien über die Steinerne Brücke lediglich 2.700 Fahrgäste täglich befördert haben. Auch die erheblichen Fahrzeitverlängerungen, von denen im Begleitschreiben zum WEV-Gutachten die Rede ist, das Planungsreferentin Christine Schimpfermann verfasst hat, ließen sich nicht belegen. Ein Fahrplanvergleich vor und nach der Sperrung ergibt laut Walter Cerull (Donauanlieger) bei der Linie 4 eine Fahrzeitverkürzung um zwei Minuten, bei den Linien 12, 13 und 17 verlängert sich die Fahrzeit um zwei bzw. jeweils neun Minuten. Auch die behaupteten Fahrgastverluste ließen sich nicht belegen. „Der RVV legt dazu keine Zahlen vor“, so Cerull. Ihre Kritikpunkte haben die Vertreter des Bürgerbündnisses bereits vor einigen Wochen an Icomos und Unesco geschickt. Von berufener Stelle haben sie bereits Lob für ihre Analyse erhalten. Icomos-Vizepräsident Wilfried Lipp hat sich schriftlich bei den Vertretern des Bürgerbündnisses bedankt und erklärt, dass sich eine Reihe von Kritikpunkten am WEV-Gutachten mit denen der Denkmalpfleger im städtischen Steuerungskomitee decke. Bei der weiteren Diskussion werde die Stellungnahme des Bürgerbündnisses „von großer Bedeutung“ sein. Davor, dass tatsächlich eine Brücke gebaut werden wird, ist den Vertretern des Bürgerbündnisses übrigens nicht bange. „Eine Osttrasse wird am Protest, die Westtrasse am Denkmalschutz scheitern“, betonen sie unisono. Aber: „Jetzt weiter zu planen, ist reine Verschwendung. Das müssen sich die Steuerzahler nicht bieten lassen.“

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Kommentare (27)

  • stuttgart 21

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    jawoll! Regensburgerinnen und Regensburger, steht auf! Lasst euch das nicht länger gefallen. Wer am Samstag die BR-Sendung „Spessart und Karwendel“ gesehen hat, muss es endlich begriffen haben. 10 Gehminuten vom Dom eine Trasse für Busse ist blanker Unsinn, Dummheit, Idiotie! Von „Bauwut im Paradies“ war die Rede! Die Osttrasse scheitert am Widerstand der Bürger, bzw. Wohnort von CSU-Freudenstein, die Westtrasse am Denkmalschutz. Obacht! Wacham bleiben! Vae victis! Hütet euch vor Schaidinger und Wolbergs, angeschossenes Wild ist unberechenbar!

  • domiNo

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    Die Fahrzeitverkürzung der Linie 4 (welche nun nicht mehr Steinweg und Reinhausen bedient) wurde erkauft durch eine Fahrzeitverlängerung der Linie 3 (nun über Reinhausen Brücke) und Auflösung der Haltestelle Rachelstraße, die Herr Cerull damals scharf kritisierte und den Fahrgästen der Linie 13 eine weitere Verlängerung der Fahrzeit zumuten wollte, indem er forderte, die Linie 13 solle auch das Alex-Center mitbedienen (immer noch nachzulesen im Online-Forum der lokalen Tagesprintpresse – das Netz vergisst wenig).
    Wurden bei den Angaben die Fahrzeiten vor der Sperrung der Protzenweiherbrücke oder vor der Sperrung der Steinernen Brücke (die dann die Umwege für die Linien 4 und 13 über den Dultplatz beinhalteten) zugrunde gelegt? Besonders seriös wirkt mir der Vergleich mit zu pauschaler Basis nicht.
    Die weiteren Äußerungen beinhalten nichts Neues, wenn sie sich so sicher wären, die UNESC auf ihrer Seite zu haben, bräuchten sie nur zuzusehen und müssten nichts mantramäßig wiederholen – das wäre ja pure Zeitverschwendung für alle Beteiligten.

  • Heribert

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    Fakt bleibt aber doch, dass von Seiten der Stadt maßlos übertrieben wurde, was die Fahrzeitverlängerung angeht. Wer so agiert, muss sich nicht wundern, wenn ihm keiner mehr glaubt.

  • SPD-Mitglied

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    Seit wann ergeben denn drei ältere Herren ein „Bürgerbündnis?“
    Oder hat man sich hier die Bibel zum Vorbild genommen „wo zwei oder drei……….?“

  • domiNo

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    @Heribert
    Welche Fahrzeiverlängerungen hat die Stadt genannt?
    Her Cerull lügt übrigens, wenn er behauptet, der RVV lege keine Zahlen zur Fahrgastentwicklung vor. Vielmehr wurde der Donaualieger-eV auf die im Herbst anstehende Fahrgastzählung vertröstet, dies ist auf seiner eigenen Homepage nachzulesen. Fahrgastzählungen sind nur aussagekräftig, wenn sie zu vergleichbaren Zeiten stattfinden, wäre die Fahrgastzählng im August durchgeführt worden, so wäre der Fahrgastschwund immens gewesen, da dies der fahrgastärmste Monat wäre.
    Also ist es Polemik pur, was dieser Herr im nachrichtenarmen Sommerloch von sich gibt.

  • Jochen Schweizer

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    Die drei älteren Herren aus Stadtamhof sind bestimmt von der Fünferbande innerhalb der CSU angestiftet worden.

  • domiJA

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    @domiNO
    Die Heftigkeit der Diskussion auf eine verhältnsmäßig sachliche Äußerung von drei ernst zu nehmenden Bürgern überrascht. Man sollte doch abwarten, was aus Paris kommen wird. In dieser page ändern Sie nichts, weil andere entscheiden.
    Und die überflüssige Geldausgabe kennen wir bereits zu genüge (RKK!)

    Und zu Ihnen „domiNO“: Was machen Sie eigentlich nach März 2014?

  • Beni

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    @domiNo : Es geht ihnen ja darum, Geld für die Steuerzahler zu sparen. In dem sie probieren Sinnloser Architektur Wettberwerbe zu verhindern die unmengen an Geld verschwenden, wärend mann ja leider kein Geld für unsere Schüler hat.

    @SPD-Mitglied: wie kommen sie bei 10 Vereinen auf 3 ältere Herren?

    Und wenn sie ein Regensburger SPDler wären, so wüssten sie, dass diese „älteren Herren“ in der Vergangenheit bereits sehr, sehr viel für die Regensburger Stadt geleistet haben. Und ohne sie diese Altstadt und die Donau nicht mehr so schön wären wie sie es jetzt zum glück noch sind.

    Ich fass es nicht, wie es Regensburg seit den 70er Jahren immer wieder probiert, die Altstadt durch Idiotische Verkehrsvorhaben zu zerstören. Und ihr regt eucht darüber auf, dass einge Menschen versuchen eine der schönsten Städte der Welt zu erhalten.

    Ihr….&%§%&$%$§…. ich darf gar nicht schreiben was ich gerade denke….

    Zieht doch einfach nach Suttgart, wenn ihr eine Verkehrsgünstige statt haben wollt.

  • Regensburger

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    Die befürchteten 600.000 Euro, damit man wenigstens einmal etwas genauer weiß, wie eine solche Brücke aussehen könnte, ließen sich natürlich auch sehr gut anders ausgeben: Man könnte ein Ratsbegehren starten, damit die Bürger gefragt werden, ob sie überhaupt eine Brücke haben wollen. Dann wären die ersten 300.000 Euro schon mal verbraten. Danach könnte man noch abstimmen lassen, ob man nicht vielleicht doch wenigstens mal einen Ideenwettbewerb veranstaltet. Dann wäre der Rest auch weg.

    Ich finde es schon sehr merkwürdig, dass sich niemand über die Kosten von unsinnigen Abstimmungen aufregt, manche aber auf jeden Fall und mit allen Mitteln zu verhindern wollen, dass wir Bürger mal einen konkreten Vorschlag sehen, wie eine solche Brücke aussehen könnte. Ich denke, man sollte jetzt erst mal eine grobe Planung machen und dann auf dieser Basis eine vernünftige und sachliche Diskussion führen.

    @ Stuttgart 21

    wenn man sich in Regensburg nicht auskennt und nicht einmal im Stadtplan nachlesen kann, wo welche Straße ist, sollte man nicht unsinnige Unterstellungen zu Wohnorten verbreiten!

  • domiNo

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    @domiJA
    Im März 2014 gibt es voraussichtlich kein EReignis, das für mich eine Rolle spielt.
    Auch wenn Sie es nicht glauben, ich gehöre nicht zum Scheidinger-Lager und bin nicht mal CSU-Mitglied.
    Was ist denn unsachlich, wenn ich bei einem anderen Diskutanten nachfrage, welche Zahlen die Stadt genannt hat und weshalb sollte ich Cerull ernst nehmen?

  • domiJA

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    @domiJA
    Bitte, immer erst lesen, dann schreiben!
    Ich schrieb „nach dem März…“ , nicht im.
    Zu ihrer „Lüge des Herr Cerull“ kann ich nur auf 1 Mose 9,6 verweisen. Es lohnt sich dort einmal wieder zulesen.
    Ich behandle Sie ja auch fair. Wahrscheinlich sogar auch den Herrn OB.

  • domiNo

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    @domiJA
    Das mit 1 Moses 9,6 bedarf denn doch einiger Erläuterung, ich sehe hier kein Blutvergießen weder durch mich noch durch Herrn Cerull. Möglicherweise steht Ihre Angabe für etwas anderes als das 1.Buch Mose (Genesis) Kapitel 9 Vers 6.
    Wenn Sie andere an Ihren vesteckten Witzen teilhaben lassen wollen, erklären Sie doch bitte auch gleich, was im oder nach dem März 2014 auf mich zukommen soll.

  • Donauburger

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    Regensburg braucht keine neuen Busbrücken in die Altstadt. Sie verschandeln die Stadt und die Natur.
    Die Stadt sollten endlich mit ihrer Zahlentrickserei aufhören und den Willen der Regenburger, der in mehreren Bürgerbeteiligungen formuliert worden ist, endlich akzeptieren. Und der lautet: Hände weg von den Donauufern, den Donauinseln und Hände weg von der Altstadt mit kurzssichtigen städtebaulichen Planungen.
    Und der RVV sollte endlich zum Grundsatz machen, dass ein Bussystem sich der Stadt anpassen muss und nicht umgehrt. Kreativität statt Beton.

    Ein Hinweis noch an diejenigen im Landkreis, die meinen eine angeblich längere Fahrtzeit beklagen zu müssen. Wie wäre es, wenn ihr die Tempo 30 Zonen bei euren Ortskernen abschaffen würdet ? (z. B. in Lappersdorf) Dann wären die angeblichen Minuten schnell gespart. Um kein Mißverständnis aufkommen zu lassen: Ich finde eure Langsam-Zonen richtig. Aber: Zu Hause den rücksichtsvollen Kommunalpolitiker/Bürger geben und auswärts Gas geben ? So geht das eben nicht.

    Kurzum: Die Regensburger werden keine neuen Verkehrsschneisen zulassen. Vor allem nicht, da die bestehenden Verkehrswege für den ÖPNV nicht nur ausreichen sondern beste Perspektiven bieten.

  • stuttgart 21

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    @Regensburger

    Von welchen Straßen rede ich denn? Offensichtlich sind Sie es, der hier eine Leseschwäche hat, aber mei, ich kann ich ihnen in Regensburg schon ein paar Leute nennen, die lesen und schreiben können. Dass immer noch so viele hinter dem OB und seinen Getreuen stehen, ist verwunderlich, „mei vielleichr bauch’n man hoit doch no, unser Doppögarasch kriang ma sunst ned durch, weil…“
    Muss jetzt nicht jede/r verstehen! Liebe Grüße.

  • SPD-Mitglied

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    Es ist schon seltsam: Im Rahmen der politischen Tagesarbeit hört man nicht, daß diese Herren sich in
    irgendeiner Weise engagieren würden. Wenn es aber etwas zu bemängeln gibt, sind sie plötzlich wie
    Phönix aus der Asche da und bringen sich medienwirksam ins Gespräch.

  • gifthaferl

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    Tja, manche bringen sich medienwirksam ins Gespräch, wenn sie fundiert was zu sagen haben, nicht zuletzt dank jahrzehntelangem ehrenamtlichem und erfolgreichem Engagement in und für diese Stadt, und andere brabbeln unentwegt peinlichst rum.

    Keine Sorge: Alles hat eine Wirkung!

  • domiNO

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    @stuttgart21
    ohne dem regensburger vorgreifen zu wollen, wohnt Frau Freudenstein vermutlich näher an der West- als an der Osttrasse, zumindest suggeriert das ihre Adressangabe; ich persönlich gehe davon aus, dass jeder, der in diesem Forum was schreibt, auch lesen kann.
    @donauburger
    fast volle Zustimmung zu dem, wie Lappersdorf den Busverkehr unnötig verlangsamt, zum einen durch Haltestellen, die nur wenige Buslängen auseinander sind (Linie 17 durch das Wohngebiet Am Hohensand) und zum anderen durch Schrittgeschwindigkeit für die Linie 13 zwischen Ortsmitte und Neukareth. Das „Fast“ ist dem psychologischen Effekt geschuldet, dass in diesem Bereich die Autos auch nicht schneller fahren dürfen (sehr wohl aber auf der Umgehungsstraße) und die mangelnde Schnelligkeit wegen der geraden Streckenführung nicht so sehr als Umweg wahrgenommen wird – obwohl für die Fahrtdauer natürlich nur der Beginn an der Haustür und die Ankunft am Ziel relevant sind.

  • domiJA

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    @domiNO:
    Mit Ihnen vermag ich mich nicht die geistige Klinge zu kreuzen, weil Sie zu gescheit sind und ich Ihnen intellektuell nicht das Wasser reichen darf.
    Nur um eines bitte ich ich auf Knien: Lesen, lesen, nachdenken, nachdenken und dann plappern!
    Danke!

  • Reinhold Breuer

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    BILD als Vorbild? Oder Grundsatz: „Parteilich kommentieren, aber UNPARTEILICH BERICHTEN ?“ —

    Schert sich die Redaktion nicht um den journalistischen Grundsatz „Parteilich kommentieren, aber unparteilich berichten“, sondern nimmt den Stil von BILD zum Vorbild?

    Warum behauptet die Redaktion „Walter Cerull, Herbert Brekle und Eginhard König haben das Welterbeverträglichkeitsgutachten nebst städtischen Begleitschreiben auseinandergenommen“, bleibt aber die nachvollziehbaren Belege schuldig?

    Warum ergänzt die Redaktion nicht zumindest den Link zum Schreiben an Prof. Lipp?

    Warum berichtete die Redaktion nicht unparteilich über die Pressemeldung des VCD vom 23.8.2010?
    Berichte sollten eigentlich nicht Kommentatoren nachholen müssen!
    Hier eine Textkopie ohne meine eigene Meinung dazu:

    „An die Regensburger Medien Regensburg, den 23.08.2010

    VCD Kreisverband Regensburg Alte Waldmünchener Strasse 23 93059 Regensburg
    vcd-regensburg@vcd-bayern.de http://www.vcd-bayern.de/regensburg

    Pressemitteilung
    Diskussion über eine Ersatztrasse für die Steinerne Brücke
    VCD hält Ersatztrasse für unverzichtbar

    In der Mittelbayerischen Zeitung vom 17.08.2010 wird festgestellt, dass in den vergangenen zwei Jahren von den Befürwortern einer Ersatztrasse der für den Verkehr gesperrten Steinernen Brücke wenig zu hören war. „Seit der letzten Pressemitteilung des VCD-Kreisverbands zum Thema Ersatztrasse vor zwei Jahren hat sich an den verkehrstechnischen Fakten im Grunde nichts geändert“, erklärt Christian Hammer, Vorstandsmitglied im Kreisverband des Verkehrsclubs Deutschland (VCD).

    „Wie bereits der Begriff Liniennetz deutlich macht, stellt der ÖPNV ein komplexes System dar, in dem nicht eine zentrale Achse ohne negative Konsequenzen gekappt werden kann.“ Vor der Sperrung wurde die Steinerne Brücke von den Linien 4 und 13 20minütlich und von den Linien 12 und 17 im Stundentakt befahren. Die „Donauanlieger“, die jede Art von Ersatztrasse ablehnen, würden die Linie 4 als Bestandteil ihrer „Bürgertrasse“ wie momentan über Frankenstraße, Nibelungenbrücke und Wöhrdstraße umleiten. Dies hat vermehrten Busverkehr in Wöhrdstraße und Thundorfer Straße zur Folge sowie eine Umlegung der Linie 3, die nun statt der Linie 4 Reinhausen abdeckt. Die Linie 13 hat momentan durch die Umleitung über Frankenstraße, Nibelungenbrücke und Wöhrdstraße eine Verlängerung der Fahrzeit um 5 Minuten, nach den Plänen der Donauanlieger würde sie ab der Nibelungenbrücke über den Stobäusplatz direkt zum Hauptbahnhof geführt; wer zum Arnulfsplatz will, müsste dann umsteigen. Die ÖPNV-Anbindung von Stadtamhof würde nach Vorstellung der Donauanlieger zukünftig durch eine Schleife der Linie 17 mit einem Bus pro Stunde und Richtung erfolgen; vor Sperrung der Steinernen Brücke waren es acht Busse pro Stunde und Richtung!

    Wenn man die Beiträge mancher Gegner der Ersatztrasse liest, dann hat man den Eindruck, dass ihnen die Verschlechterung der Bedingungen für diejenigen, die den Bus als Verkehrsmittel nutzen, relativ egal ist, möglicherweise, weil sie selbst nicht zu dieser Personengruppe zählen. Die Busbenutzer möchten im Allgemeinen im Bus nicht die Seele baumeln lassen und „entschleunigt“ an ihr Ziel gelangen. Die Konsequenz ist dann, dass Mancher dem ÖPNV den Rücken kehrt und wieder das Auto benutzt.

    Bei der Diskussion möglicher Alternativen muss nach Auffassung des VCD der größtmögliche Gesamtnutzen für alle Verkehrsteilnehmer betrachtet werden. Hammer: „Während alle Varianten östlich der Steinernen Brücke, egal ob als Brücken- oder als Tunnellösung, wirklich nur „Ersatzlösungen“ für die bisherige Situation darstellen, bietet die Westtrasse erheblichen Mehrwert: Bei dieser Lösung lässt sich nach dem Neubau der Protzenweiherbrücke mit einer Buslinienführung über Protzenweiher und Auf der Grede nicht nur eine sehr gute ÖPNV-Anbindung Stadtamhofs herstellen, sondern auch der Dultplatz, die in den letzten Jahren am Oberen Wöhrd entstandene dichte Wohnbebauung sowie das bislang schlecht an den ÖPNV angebundene Wöhrdbad würden von dieser Trasse profitieren.“ Als Nebeneffekt würde die Westtrasse einen fahrrad- und behindertengerechten Ersatz für den Eisernen Steg schaffen. Die neue Brücke würde von der Steinernen Brücke aus weniger ins Auge stechen als der Eisene Steg und im Gegensatz zu diesem einen ungestörten Blick auf die Altstadt gestatten, da keine Stahlträger in Augenhöhe verlaufen.

    Für Rückfragen: Christian Hammer, Tel. 0151/12850537“

  • Regensburgerin

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    Das politische Evangelium einiger Zeitgenossen lautet „ich bin dafür, daß ich dagegen bin.“
    Die Partei, in denen es diese aushalten würden, müßte erst noch erfunden werden.

  • Regensburgerin

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    Lieber Jochen Schweizer, von den drei älteren Herren ist nur einer aus Stadtamhof, die anderen zwei
    wohnen in anderen Stadtteilen. Ihnen gemeinsam ist nur, daß sie immer dort auftreten, wo sie sich me-
    dienwirksam in Szene setzen können.

  • Heribert

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    @regensburgerin

    Fällt Ihnen noch was anderes ein, als Leute persönlich anzugreifen, um sich in Szene zu setzen?
    Die drei sprechen für zehn Verbände, die ihre Argumente schon von Anfang an din die Debatte eingebracht haben. Wenn Sie eine andere Meinung haben: gut. Wenn Sie immer nur die Leute persönlich angreifen und sonst null Ahnung haben, halten Sie doch einfach die Klappe.

  • domiNO

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    @Heribert
    Wie viele Mitgleider – ohne Doppelzählung wegen Mehrfachmitgliedschaft – vertreten den ndiese 10 Verbände? Ist Cerull selbst etwa nicht in mehreren davon sogar stellvertretender Vorsitzender?
    Und zu miener schon mal gestellten Frage – welche Fahrrzeitverlängerungen hat die Stadt denn genannt, die Sie am 31.8. um 9.41 Uhr hier nicht substantiiert angriffen?

  • Heribert

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    @domino

    wer nur ein wenig die berichterstattung in den letzten jahren (!) verfolgt oder an infoveranstaltungen zu den brücken teilgenommen hat, weiß, dass der OB oder die planbungsreferentin immer mal von 15 bis 20 minuten gesprochen haben.

    tatsächlich weiß ich nicht wie viele mitglieder oder doppelmitgliedschaften es sind; beim historischen verein oder den regensburger eltern ist cerull jedenfalls kein stellvertrender vorsitzender. die verzweifelten versuche, hier nur und ausschließlich zu personalisieren sind typisch für regensburg. man sucht sich i8rgendeinen buh-mann, wenn einem die argumente ausgehen (siehe donaumarkt und diffamierungskampagne von schaidinger, wolli und co)

  • Pro Osttrasse

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    Zur ökologischen Aufwertung bieten sich die Ostzipfel von Steinweg (Europakanal+Regen) und des Unteren Wöhrdan. Ausgeräumt sind Artenschutzhindernisse: BESSER durchsetzbar ist damit die Osttrasse, da auch Schlegt keine Sachargumente dagegen nannte.

    „Stahlträger in Augenhöhe“ (VCD) würden einen Aufschrei VERDIENEN, würde solch ein Mordstrum wie der Grieser Steg neu geplant.

  • Heribert

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    @pro osttrasse

    guten morgen! eine trasse über den gries in unmittelbarer nähe der nibelungenbrücke bringt verkehrlich kaum etwas. das haben spd und csu mittlerweile auch eingesehen. der vergleich mit dem grieser steg ist einfach nur sinnfrei. das sind völlig andere dimensionen. ganz abgesehen davon, dass der steg auch mit brücke bleibt.

  • habemusmamam

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    Verstehe die Diskussion nicht.
    Einerseits stimmts nicht ,dass der RVV unbeweglich ist, es wurden ja sehr schnell die Linien an die gesperrten Brücken angepasst. Andererseits bieten die fehlenden Brücken ein enormes Einsparpotential:
    Die Linie 4 verkehrt nun fast ausschließlich als Parallelverkehr zu anderen Linien.
    Es müsste also genügen, die Linie 4 nur noch an Vorlesungstagen im Bereich Universität – Klenzestraße verkehren zu lassen, wenn man die Linie 10 über Dechbetten bis zur Lilienthalstraße weiterführt und die Linie 8 einen minimalen Umweg von 4 Minuten je Richtung über die Danziger Freiheit führt.
    Das würde den Druck der Ausdünnung zwischen Loisachstraße und Grünthal nehmen, wo das ÖPNV-Angebot kaum genutzt wird. Diese 4 Minuten längere Fahrzeit haben viele andere auch (Linie 3 ab Reinhausen seit der Linienführung über Regenbrücke).
    Und eine bessere Anbindung für Wohngebiete, die sich lautstark gegen mehr ÖPNV wehren, lässt keine Akzeptanz des neuen Angebots erwarten.

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