„Die Halle hätte nie freigegeben werden dürfen“

Nach langem Mauern in der Turnhallen-Affäre (hier ein Überblick) ist die Stadt Regensburg am Mittwoch in die Offensive gegangen. Auf einer eigens eingerichteten Internetseite wird eine Chronologie zu den Messungen präsentiert und es werden „topaktuell“ Fragen beantwortet. Für Aufsehen sorgt das bis vor kurzem unter Verschluss gehaltene Ergebnis einer Messung vom 16. Dezember. Mit 171 µg/m3 Luft lag der gemessene Wert deutlich über der Grenze von 120, dem so genannten „Eingreifwert“ des Umweltbundesamtes.Schulleiter Franz Feldmeier zeigte sich gegenüber der Mittelbayerischen Zeitung „geschockt“ von diesem Ergebnis. Die Stadt spricht dagegen mit fragwürdiger Begründung von „irregulären Bedingungen“, die bei dieser Messung geherrscht hätten und misst ihr deshalb keine Bedeutung bei. Es habe nicht ordnungsgemäß gelüftet werden können. Eines steht jedenfalls fest: Unter diesen Bedingungen fand in der Halle Sportunterricht statt.

Schulleiter: „Verschieben von Verantwortlichkeiten“

Schulleiter Franz Feldmeier hat unterdessen heute in einem Brief an Schulbürgermeister Gerhard Weber gefordert, mehrere Aussagen auf der Internetseite korrigieren. Sie entsprächen nicht der Wahrheit. Für die Schule sei die Behauptung, dass nicht ordentlich gelüftet worden sei „in keinster Weise nachvollziehbar“. Und Feldmeier wird deutlich: „Es kann für die Schule nicht weiter hingenommen werden, dass Verantwortlichkeiten verschoben werden.“ Mittlerweile wurde die Schlösser der Halle ausgetauscht – Zutrittsverbot für Lehrer und Schulleitung. Doch das ist bei Weitem nicht die einzige Ungereimtheit bei der städtischen „Informations-Offensive“. Gemeinsam mit einem Diplomingenieur für technische Chemie, Schwerpunkt Umweltschutz, hat unsere Redaktion die präsentierten Informationen unter die Lupe genommen.

Keine Messung zu vorgeschriebenen Bedingungen

Der Experte moniert, dass offenbar zu keinem Zeitpunkt bei 23°C gemessen wurde. Diese Temperatur ist aber Bestandteil der Messbedingungen, die das Umweltbundesamt festgelegt hat und auf deren Basis auch der Eingreifwert von 120 gilt. Wird bei niedrigeren Temperaturen gemessen, kann – mit einigen Unsicherheitsfaktoren – hochgerechnet werden. Unserer Redaktion liegen dazu einschlägige Berechnungen vor. Grob gesagt verdoppelt sich demnach der Formaldehyd-Wert bei jeweils zehn °C Temperaturanstieg. Oberbürgermeister Hans Schaidinger sprach bei der Pressekonferenz anlässlich der Sperrung der Halle davon, dass es „Unfug“ sei, bei 23°C zu messen. In der Halle herrsche schließlich eine Durchschnittstemperatur von 18,5 und nicht 23°C. Das hört sich nur auf den ersten Blick vernünftig an. Der Eingreifwert wurde für Messungen bei 23 und nicht 18,5°C festgelegt. Und eines dürfte auch klar sein: Es gibt Tage, an denen die Temperatur in der Halle höher war und höher sein wird.
Ein Bild mit Symbolcharakter: Die Verantwortlichen in der Stadtverwaltung geraten zunehmend in Erklärungsnöte.

Eingreifwert immer überschritten

Das Fazit: Bereits die neuerliche Freigabe der Halle nach dem Ausbau der belasteten Prallschutzwände im April 2010 war auf Basis der gestern veröffentlichten Messwerte wenigstens fahrlässig. Bereits bei einer Temperatur von 21 °C wäre der Eingreifwert erreicht gewesen. Ähnliches gilt für die Messung vom 3. Januar. Hier wäre der Eingreifwert bereits bei einer Temperatur von etwas mehr als 18 °C erreicht gewesen. Und: Hochgerechnet auf die vom Umweltbundesamt festgelegten Messbedingungen (23 °C) wäre der Eingreifwert stets überschritten worden – deutlich.

„Bankrotterklärung statt transparenter Darstellung“

Die Stadt versucht auf ihrer Internet-Präsentation aber weiter, die Messwerte schön zu reden und die offensichtlichen Fehler hinter einer Flut von zum Teil nutzlosen, zum Teil nicht aussagekräftigen Informationen untergehen zu lassen. Dagegen fehlen mal Angaben darüber, wie die Werte hochgerechnet wurden, mal dazu, welche Lüftungsbedingungen in der Halle geherrscht haben, mal fehlen Temperaturangaben, etwa bei der Messung am 16. Dezember und dem bisherigen Rekordwert von 171 µg/m3 Luft. Unser Experte: „Was hier bislang veröffentlicht wurde, gleicht eher einer Bankrotterklärung als einer transparenten Darstellung der Fakten. Man wird mit sinnlosen Informationen zugemüllt, während die wichtigen fehlen.“

Wo kommt das Formaldehyd her?

Was ergibt sich aus den bisher veröffentlichten Daten noch? Auf der Internetseite der Stadt heißt es:
Nach dem Austausch der Prallwand wurde in der leeren Halle an zwei Standorten gemessen. Ergebnis: 69 µg/m3 pro Kubikmeter Raumluft und 32 µg/m3 pro Kubikmeter Raumluft bei 21°C. Der Wert bei der Freigabe der Halle nach Abschluss der Baumaßnahme belief sich auf 87 bzw. 91 µg/m3 pro Kubikmeter Raumluft bei 17,4°C.
Zwischen dem Ausbau der Wände und der Freigabe der Halle hat sich der Formaldehyd-Wert demnach im Mittel mehr als verdoppelt. Seltsam, wo man doch die vermeintliche Quelle Prallschutzwand entfernt hat. „Man muss annehmen, dass eine größere Schadstoffquelle bislang ungehindert Formaldehyd abgibt“, so unser Experte. Doch wo ist diese Quelle? Wie stark ist die Formaldehyd-Belastung in der Halle tatsächlich von der Temperatur abhängig? Um das festzustellen, wäre eine Messung bei den vorgeschriebenen Bedingungen von 23 °C notwendig.

Weiter keine Messung unter Normbedingungen

Doch selbst die nun anstehenden Messungen, die laut Stadt „der vorgeschriebenen Norm entsprechen“ sollen, werden erneut nur bei 18 °C Temperatur durchgeführt und erneut soll hochgerechnet werden. Entweder die Stadt schafft es nicht, die Halle auf 23 °C aufzuheizen oder man fürchtet die tatsächlichen Messergebnisse bei einer solchen Temperatur. Einziges Gegenmittel im Kampf gegen die Schadstoffbelastung ist bislang eine verbesserte Lüftung. Der traut man bei der Stadt aber selbst nicht und hat nun die Fraunhofer Gesellschaft mit deren Überprüfung beauftragt hat. Wo das Formaldehyd aber herkommt, ist weiter ein Geheimnis.

Nachtrag

Der Stadt Regensburg hat unsere Redaktion folgende Fragen zugeschickt (Update: Die Stadt hat diese Fragen mittlerweile auf ihrer Internetseite beantwortet): Warum wird von dem Temperatur- Kriterium (23°C) der BGA zur Beurteilung und Messung einer Formaldehyd-Belastung abgewichen? Welcher Baustoff emittiert Formaldehyd, welche Lösungsstrategie hat die Stadtverwaltung zur Auffindung der belastenden Formaldehyd-Quelle? Wie lautet die Erklärung für die weiterhin hohen Formaldehyd-Konzentrationen in der Turnhalle, trotz Austausch der Prallwände? Welche physikalischen Gesetzmäßigkeiten sind der „Hochrechnung“ von Formaldehyd -Werten auf höhere Temperatur zugrunde gelegt? Wie lautet der hierbei angewandte mathematische Rechenvorgang? Wie will die Verwaltung sicherstellen, dass die Raumtemperatur der vorgeblichen „normalen Nutzung“ von 18°C nicht überschritten wird. Gibt es eine Klimaanlage in der Turnhalle? Hat die Stadtverwaltung erwogen, zur Lösung des Formaldehyd-Problems, das seit Eröffnung der Turnhalle unverändert besteht, externen und unabhängigen Sachbeistand in Anspruch zu nehmen? Wie gedenkt die Stadtverwaltung mit Turnhallen-Nutzern umzugehen, die bereits ab einer Formaldehyd-Konzentration von 30 µg/m3 Reiz- und möglicherweise Vergiftungserscheinungen zeigen? Wurden bzgl. der flüchtigen organischen Verbindungen Messungen für womöglich vorhandene toxische Einzelstoffe vorgenommen, wenn ja welche Ergebnisse liegen vor? Beantwortung am 22. Februar, 16 Uhr, Neues Rathaus.

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Kommentare (23)

  • Bernhard

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    Wo ist jetzt unser Schulbürgermeister?
    Wenn Kreuze abgehängt werden, riskiert Gerhard Weber eine dicke Lippe. Jetzt duckt er sich weg. Wenn da mal einer nicht sein Gastrecht im Rathaus missbraucht.

  • Woody Woodpecker

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    Ich wage eine Prophezeiung: Bis Dienstag, rechtzeitig zur Sitzung des Bau- und Vergabeausschusses, wird sich die Stadt vom Leiter des Hochbauamtes, Herrnn Hermann, trennen. Falls sich Volkes Zorn dann noch nicht gelegt haben sollte, und das wird er sicher nicht, sollte sich Bürgermeister Weber nach einem neuen Betätigungsfeld umsehen. Daran zu denken, dass der OB für sich Konsequenzen zieht, die sich für einen anständigen Menschen gebührten, halte ich für vermessen.
    Mit den erneuten Äußerungen der Stadt zur Turnalle wird wieder einmal klar, dass die Wahrheit nur scheibchenweise ans Tageslicht kommt; und zwar erst dann, wenn sie nicht länger unter Verschluss gehalten werden kann. Ein Trauerspiel findet seine Fortsetzung, die einer weiter aufstrebenden Weltkulturerbestadt nicht gut zu Gesicht steht.

  • Laura

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    genau während der beantwortung der fragen am 22.2. haben viele schüler aus der k13 nach 3wochen mal wieder sportunterricht in einer ersatzhalle. ob das wohl die stadt so eingerichtet hat?

  • Bronzebogen

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    Ja wer denn sonst?

  • Laura

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    na wenn sonst keiner dafür in frage kommt:
    schön, dass die stadt anscheinend schon angst vor erwachsenen schülern im publikum hat!

  • Bernadette

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    Der Frage-Antwort-Katalog der Stadt ist ein einziges Lügengebäude!

    „Stimmt es, dass die Messung im Januar 2011 ebenfalls unter irregulären Bedingungen durchgeführt wurde?

    Nein. In der Ferienzeit wird – um Energie zu sparen – die Raumtemperatur abgesenkt. Deswegen herrschte zum Messzeitpunkt nicht die betriebsübliche Temperatur von 18 Grad Celsius, sondern Temperaturen von nur etwa 14,3 Grad Celsius.(…)“

    Es gab keine Messung zur „betriebsübliche Temperatur“ und scon gar keine zur vorgeschriebenen Temperatur, aber trotzdem war die Messung nicht irregulär – interessante Logik.

    „Welche Werte wurden bei dieser Messung am 3. Januar 2011 ermittelt?

    Bei dieser Messung wurden 87 Microgramm pro Kubikmeter Raumluft ermittelt, extrapoliert, also hochgerechnet auf 18 Grad würde das eine Schadstoffbelastung von etwa 120 Microgramm pro Kubikmeter Raumluft bedeuten.“

    Schön, dass die Stadt das ausgerechnet hat. Und warum hat das niemand uns Eltern mitgeteilt?????
    Haben die eine Macke?

    „Hat die Raumtemperatur Einfluss auf die Messergebnisse?

    Die Raumtemperatur hat Einfluss auf die Messergebnisse. Konkret bedeutet das, dass der ermittelte Schadstoffwert mit der Temperatur ansteigt.“

    Aha. Und warum wird dann nicht bei einer anderen Temperatur als 18 Grad gemessen?

    Lügenmäuler!
    Ich will Köpfe rollen sehen!

  • Matthias

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    Wer zahlt den ganzen Mist eigentlich? Wenn die Stadt weiterhin so „schnell“ arbeitet wie bisher, dann sind die Baufirmen mit Sicherheit schon lange aus der Haftung raus… konnte ja keiner ahnen… ach, der Steuerzahler wirds schon richten… notfalls wird die Halle eben abgerissen und neu gebaut… dann aber bestimmt wieder von den gleichen Firmen, die es vorher auch verbockt haben…

  • Bronzebogen

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    Mit dem Fordern von Köpfen muss man immer bisschen vorsichtig sein. Höchstwahrscheinlich findet sich in der gesamten Stadtverwaltung kein beteiligter Mitarbeiter, der an dieser Misere eine wirkliche Schuld trägt. Denn die finden Sie nur bei der Obrigkeit. Genau diese Obrigkeit wird jedoch den Kopf aus der Schlinge ziehen, wärend irgendein Kleiner, der gar nicht weiß wie ihm geschieht, den Kopf hinhalten muss.

  • Bernd Henneber

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    Sitzungen des Stadtrates sollten ab sofort in der Halle stattfinden bei 23 Grad. Wenn dann einem schlecht wird oder sonst ein Problem bekommt, dann liegt es nicht am dummen Geschwätz der Herrschenden, sondern am Foamaldehyd. und dafür können die doch was. Sie haben das doch gebaut. Dann solln ses auch genießen.

  • Erich Tolli

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    Der wahrheitswidrige Umgang der Stadtverwaltung mit der Schulleitung des Goethe-G. drückt sich auch in der (Nicht)Veröffentlichung der Messdaten aus.

    Wie viele (Fach-)Leute und Abteilungen waren an dem irreführenden „Top-Aktuell“-Machwerk der Stadt beteiligt? Soviel geballte Dumm-Dreistigkeit auf EINER Seite kann es eigentlich nicht geben, hier dürften welche mit Vorsatz Falschinformationen gestreut haben.

    OB Schaidinger sprach von „normaler Nutzung“ der Turnhalle bei 18°C, um die wertlosen Formaldehyd-Messungen bei dieser Temperatur irregulär zu „begründen“.
    Ist ihm nicht bekannt, dass sich eine Halle bereits im Frühjahr leicht auf 20°C und mehr aufwärmen kann? Oder handelt es sich hierbei um eine gezielte Fehlinformation? Üblicherweise wird an dieser Stelle ein „Bauernopfer“ fällig, damit sich der König weiter zurückziehen kann!

    Noch ein Frage: Sollen sich die Abiturienten demnächst in einer 18°C kalten Turn-Halle über ihren Prüfungsaufgaben warmschlottern?

    Ich schlage vor die nächste Stadtratssitzung bei weniger als 18°C in der GG-Turnhalle stattfinden zu lassen, dann bleiben vielleicht auch die bösen Kritiker zuhause. Für den Rest besteht dann „keinerlei Gefahr“.

  • Christian Mokross

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    Lieber Herr OB, sind sie intelligenzallergisch?

    „dass es „Unfug“ sei, bei 23°C zu messen. In der Halle herrsche schließlich eine Durchschnittstemperatur von 18,5 und nicht 23°C.“

    Für diesen Satz sollte man einen Presi für Dummschwätzerei geben! Jeder Schüler/Elter/Lehrer weiß, dass das Abitur bei 23°C geschrieben werden! Denken sie doch noch einmal darüber nach, ob eine Messung bei dieser Temperatur tatsächlich „Unfug“ ist.
    Zudem ist es auch Dummheit sondergleichen, dass man Lehrer dafür verantwortlich macht, in die Lüftung eingegriffen zu haben. Das verstehe ich so: Ein Lehrer macht das Fenster auf. => Frische Luft kommt rein + es wird kühler. Und trotzdem wurde am 16. Dezember erhöhte Werte gemessen. Ich will nicht wissen, was ohne einen schlauen Lehrer passiert wäre!

    Würden sie sich im Moment trauen, sich einfach mal (wie ein Sportlehrer) dort sagen wir mal 6 Schulstunden reinzustellen? Natürllich mit den üblichen Schulpausen? Und dürfte man sie dabei Filmen? Klar unter der Bedingung, sie müssen auch ab und zu sich bewegen, und nicht nur reinsetzen ;) Wenn sie das tuen, vergebe ich ihnen, falls sie dann noch lange leben :P

    @Matthias und Brozebogen: In erster Linie ist es einmal egal wer scheiße gebaut hat! Es ist passiert. Klar jeder weiß, dass die Stadt was vertuscht hat, aber wer noch mit drinnen hängt kann man doch immernoch klären oder? Wichtig ist doch im Moment, dass hier endlich mal etwas passiert, dass die Halle wieder nutzbar wird!! (Ohne Verpestung)

    @Erich Tolli: Kann man eine Stadt verklagen? Ich meine vorsetzlicher Betrug ist doch ein Strafbestand, oder? Und grobfahrlässige Körperverletzung ebenfalls, oder? Wäre doch mal ne Sache ;) Und bei dem „Top Aktuell“ war bestimmt eine Abteilung dabei die so ähnlich heißt wie „Professionelle Verarschung von Schülern, die nichts dafürkönnen“ oder „Nein wir lernen nicht aus unseren Fehlern und bauen weiter scheiße“ :D

    Liebe (freundliche) Grüße
    Christian

    PS: Für Leute die mich kontaktieren möchten: GoetheTurnhalle@gmx.de

  • D. Seitz

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    Habe grad den Beitrag bei „quer“ im bayrischen Fernsehen gesehen und muß sagen: Endlich wird mal auf die Missstände in einer Fernsehsendung hingewiesen, die von sehr vielen Leuten gesehen wird.
    Hochachtung für diejenigen, die dafür gesorgt haben, daß „quer“ darauf aufmerksam geworden ist!!

    Ich hoffe nur, daß die Sache jetzt endlich wirklich in Ordnung gebracht wird und nicht wieder von der Stadt Regensburg versucht wird, das Ganze unter den Tisch zu kehren – denn die Gesundheit von Schülern und Lehrern sollte uns allen wichtig sein!

    Es ist ja wirklich eine Frechheit von der Stadt und den Verantwortlichen, zu meinen, die „Otto-Normalbürger“ wären so blöd, zu glauben, daß eine Messung bei 14,3°C (und die einen Wert unter dem Grenzwert zur Folge hat) korrekt ist, wenn die Kinder aber bei einer verständlicherweise höheren Temperatur Sport haben.

    Liebe Verantwortliche: Stellen sie doch bitte im Sommer genügend Klimageräte zur Verfügung, daß die Temperatur ja nicht über die 14,3°C drüber geht – denn dann wird der Grenzwert sehr wohl erreicht!

  • fran

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    @ bernadette:ihr letzter satz sagt alles über ihre intelligenz aus.

  • Christian Mokross

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    PS: Die Termine für die Notenabnahme, kommt von den Lehrern, da es schwierig ist, Turnahllen mit Zeiten zu finden. Es werden bereits nach Ersatzterminen gesucht!

  • Susi

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    Also, auch wenn das jetzt schon des öfteren gesagt wurde, es ist einfach eine einzige Schweinerei, die Schule so hinzuhalten. Es war schon mal ein Kampf, dass überhaupt etwas geschah: Im neuen Jahr wurde „sofort reagiert“ und die Halle wurde geschlossen. Ich möchte da nur mal eines klarstellen: Sofort war das sicherlich nicht! Schüler und Lehrer klagten schon seit September oder gar noch länger über Beschwerden, nachdem sie in der Halle waren, und das lag sicher nicht daran, dass sie am Vortag zu viel gesoffen hätten!! An dieser Stelle einen fetten Dank an die Stadt, für so eine direkte Ausdrucksweise! Ich glaube nicht, dass ein allergischer Schock, der mit Cortison behandelt werden muss, von etwas zu viel Alkohol am Abend davor kommt..?!

    Und die Politiker hüllen sich in Schweigen – oder in ausweichende Antworten, die mehr Verwirrung als Aufklärung stiften. Warum muss man denn die Messwerte von 14°C auf 23°C hochrechnen, wenn man auch gleich bei 23°C messen könnte? Oder könnte dabei das Messgerät an der schlechten Luft Schaden nehmen? Und was ist mit den andern Schadstoffen, die noch gar nicht gemessen wurden – fängt man mit diesen Messungen lieber gar nicht an, weil es dann noch mehr Stress gibt?

    Wie gesagt, die Bürgermeister reden sich heraus, und langsam widersprechen sie sich selbst: Die Turnhalle wurde zwar gesperrt, obwohl es „keine akute Gefahr“ gebe(schon das in sich ist ein allzu seltsamer Widerspruch!), aber als die BR-Sendung „quer“ diese Woche in der Halle drehen wurde, durften sie sie „aus Sicherheitsgründen“ nicht betreten! „Das stinkt doch langsam zum Himmel“, wie ein Leserbrief an die MZ sagte.

    Ich bin gespannt, wie die Stadt auf den Beitrag in „quer“ von heute abend reagiert.. versucht sie sich zum wiederholten Male aus der Verantwortung zu winden, oder zeigt sie endlich mal Rückgrat und gesteht ihre Fehler ein?

    Es ist den Bürgermeistern und allen andern, die hier verwickelt sind, doch soo egal, wie viele Leute daran zu kämpfen haben! Es wäre ja nicht so, dass zwei Jahrgänge Abitur in dieser Halle schreiben sollten.. was wäre denn gewesen, wenn die Schüler, Lehrer und Eltern nicht aufgemuckt hätten? Wäre dann die Hälfte der Abiturienten nicht mit den Aufgaben fertig geworden, weil sie zu sehr mit Übergeben, Kopfschmerzen, und allergischen Schocks zu kämpfen haben – was natürlich alles an der (nicht vorhandenen) Saufparty am Vorabend liegt?!? Na schönen Dank auch… so sorgt sich Regensburg also um seine Zukunft :D

  • Barbara Junghans

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    Bei der Diskussion der „Fachleute“, in der es um den Kauf der maroden HGAA ging, soll der Satz gefallen sein: „Seid Ihr zu blöd, um eine Bank zu kaufen?“

    Ich würde natürlich niemals wagen, eine ähnliche Frage zu den Messungen an die Verantwortlichen zu richten. Die würde nämlich dann lauteten: „Seid Ihr zu blöd, um Messungen unter vorgeschriebenen, korrekten Voraussetzungen durchführen zu lassen?“

    Vielleicht sollten wir wirklich – wie die Ägypter – unsere Schuhe in die Hand nehmen und den Stadtoberen, die gar so arrogant unser Geld verzocken, zeigen, was wir von Ihnen halten und dass sie sich, wenn es nach uns ginge, aus dem Staub machen sollten, dorthin, wo sie kein Unheil mehr anrichten können.

  • Erich Tolli

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    Die Vorlage für den Sachstandsbericht für die Bau-Ausschuss-Sitzung vom 22.2.11 ist veröffentlicht:
    http://srv19.regensburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=6098&options=4

    Der Leiter des Hochbauamts Hermann legt dar, dass zum einen das verantwortlich zeichnende Architekturbüro Dömges in der Lüftungsplanung versagt habe und desweiteren die Schulleitung des Goethe-Gym. für die Verzögerungen der Messungen und „immer wieder“ für zu wenig Lüften verantwortlich sei. Sein Amt hingegen habe immer korrekt gehandelt.
    Hermanns Fazit:
    „Alle korrekt durchgeführten Messungen lagen hierbei unter den zulässigen Leitwerten. Eine Sperrung der Halle wurde weder vom Gutachter noch vom Gesundheitsamt gefordert, jedoch auf eine korrekte Lüftung Wert gelegt.“

    Die ersten Veränderungen im Lüftungskonzept seien schon am 1.8.2008 vorgenommen wurden (zusätzliche Lüftungsklappen in den Fluchttüren).
    „Die Lüftungsmöglichkeiten versagten“ bereits kurz nach der Einweihung im Mai 2009 (defekte Stellmotoren in den Dachluken).

    Nach dem Austausch der Prallwände wurde am 11.3. und 9.7.10 erneut gemessen.
    „Auch hier kam der Gutachter zum Ergebnis, dass die Halle zum Schulsport genutzt werden kann bei geregelter Lüftung.“

    Hermann vermutet, dass „das Lüftungskonzept bei schlechtem Wetter nicht funktioniert“.
    Und weiter: „Das Büro Dömges bleibt leider bisher dem rechnerischen Nachweis des Luftaustausches des von ihm geplanten Lüftungskonzeptes schuldig.“

    Weiter wird darüber informiert, dass am 7.2.11 eine weitere Formaldehyd-Messung stattgefunden habe, die jedoch unbrauchbar sei, „da zum Zeitpunkt der Messung Arbeiten an den geöffneten Lüftungsklappen erfolgten. Der Gutachter hatte diesen Umstand nicht bemerkt.“ !!!

    Am 24.1.2011 wurde ein NEUER GUTACHTER zur Auffindung der unbekannten bzw. verdeckten Formaldehyd-Quelle beauftragt, es wird vermutet, dass sich verschiedene Formaldehyd-Quellen addieren.

    Die städtischen Nachbesserungen am Lüftungskonzept seien am 9.2.2011 mit der Inbetriebnahme eines Zeitprogrammes zur elektrischen Fensteröffnung abgeschlossen worden. Die Fraunhofer Ges. SOLL beauftragt werden das jetzige Lüftungskonzept zu bewerten.

    Die Verteidigungsstrategie ist klar: die Dömges AG ist schuld.

    Soweit ersichtlich, bleibt die Stadtverwaltung bzw. Hermann jedoch zumindest dafür verantwortlich, dass der Turnhallenbetrieb (wieder) aufgenommen wurde, ohne dass die vom Gutachter geforderte „korrekte Lüftung“ technisch überhaupt möglich gewesen wäre!!
    Zudem gibt es bislang weder einen rechnerischen Nachweis für den notwendigen Luftwechsel (Dömges) noch eine unabhängige Überprüfung des derzeitigen Lüftungs-Konzeptes (angeblicher Auftrag an Fraunhofer Ges.).

    Erschwerend kommt hinzu, dass die o.g. Formaldehyd-Konzentrationen (aus Messungen nach dem Austausch der Prallwände) schon bei ca. 21°C Raumtemperatur den „Eingreifwert“ von 120µg/m3 überschritten haben dürften.
    Die Turnhalle hätte nicht (wieder) in Betrieb genommen werden dürfen.

  • Bernadette

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    @fran

    Na wenn Ihnen sonst nichts einfällt…

    Um es etwas differenzierter auszudrücken:

    Hier wurde gelogen.
    Hier wird nach wie vor gelogen.
    Hier wurde wissentlich die Gesundheit von 1.700 Menschen aufs Spiel gesetzt.
    Zum Glück ist (vorerst) nichts Schlimmeres passiert.

    Dafür gibt es Verantwortliche.
    Damit, dass diese Verantwortlichen sich raus reden, kann und will ich mich nicht zufrieden geben
    Sie müssen öffentlich benannt werden
    Und es muss Konsequenzen geben.

    Und @fran

    Ihr Kommentar spricht dafür, dass Sie genau einer dieser Verantwortlichen sind.
    Viel spaß bei der Job-Suche!

  • Bronzebogen

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    @Bernadette
    „Sie müssen öffentlich benannt werden
    Und es muss Konsequenzen geben.“

    Und dann an einen Pranger am Domplatz? Es muss Konsequenzen geben, richtig. Aber diese Leute müssen und werden mit Sicherheit nicht öffentlich benannt. Wo sind wir denn?

  • fran

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    @ berandette-
    ich bin lehrer und wüsste nicht warum ich mir nen neuen job suchen sollte.
    mein kommentar sollte sie zum denken anregen, was es anscheinend nicht getan hat.
    ich habe etwas gegen die zunehmende polemisierung, wie im affentheater.
    die verantwortlichen müssen zur rechenschaft gezogen werden- aber- wer sind die?
    können sie mir sagen WER verantwortlich ist?

  • Christian Mokross

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    Ich fände es interessant wenn jeder mit seinem richtigen Namen schreibt! Ich finde es peinlich, nicht zu seiner Meinung stehen zu können! Außerdem wäre es toll zu wissen mit wem man so schreibt^^

  • Erich Tolli

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    Die unter „Top-Aktuell“ veröffentlichten Antworten lesen sich teilweise so, als ob in technischen Dingen ungebildete Praktikanten üben würden, wie die diskursive Oberhoheit über Regensburg wieder zurückgewonnen werden kann!

    Zum Bespiel folgte auf die Frage (18.2.):
    „Wurden bezüglich der flüchtigen organischen Verbindungen Messungen für womöglich vorhandene toxische, also giftige, Einzelstoffe vorgenommen, wenn ja welche Ergebnisse liegen vor?“

    Die Antwort (18.2.):
    „Ja, es wurden Messungen in Bezug auf flüchtige organische Stoffe durchgeführt, und zwar: Alkohole, Ester, Aromate, Ketone und Aliphaten. Diese Stoffe sind nicht toxisch, also nicht giftig, können aber in höherer Konzentration Ursache von Beschwerden sein. Das Messergebnis von 2009 zeigte jedoch keine Auffälligkeiten, was diese Stoffe anging.“

    Obwohl die Frage augenscheinlich explizit auf Messungen von TOXISCHEN, ALSO GIFTIGEN, EINZELSTOFFEN zielte, leitet die Antwort der Stadt fälschlicherweise mit „Ja“ ein, um dann weiter von NICHT toxischen Stoffen reden.

    Der Hintergrund der Frage vom 18.2. zielt auf die Frage/Antwort vom 16.2.11, wo ein „Eingreifwert“ für die Summen von flüchtigen organischen Verbindungen (sog. TVOC-Wert) genannt wird:
    „In der Turnhalle wurden bereits im Jahr 2009 flüchtige organische Verbindungen gemessen. Die Gesamtkonzentration lag mit 477 Microgramm pro Kubikmeter Raumluft deutlich unterhalb des Eingreifwertes von 1000 Microgramm pro Kubikmeter Raumluft. Auf andere Schadstoffe hin wurde die Turnhalle nicht untersucht, weil der Gutachter dies aufgrund der verwendeten Materialien nicht für erforderlich hielt.“

    Voraussetzungen für die Anwendung und Zulässigkeit dieses „Eingreifwertes“ für flüchtige organische Stoffe (nach dem sog. TVOC-Konzept) sind jedoch,
    „dass toxikologisch begründete Richtwerte von Einzelstoffen dabei nicht überschritten werden. Eine gesonderte Bewertung ist grundsätzlich erforderlich, wenn Substanzen mit niedrigen Geruchswahrnehmungsschwellen beteiligt sind, die auch in geringeren Konzentrationen aufgrund ihrer Geruchsaktivität belästigend wirken können oder wenn auffällig hohe Einzelstoffkonzentrationen auftreten.“ (aus: Leitfaden für die Innenraumhygiene in Schulgebäuden Erarbeitet von der Innenraumlufthygiene-Kommission des Umweltbundesamtes Berlin, 2008, S.50)

    Solange unbekannt ist, ob sich der Summenwert für flüchtige organische Verbindungen nicht aus toxischen Einzelstoffen zusammensetzt, darf eine Entwarnung mit der Begründung „unterhalb des Eingreifwertes von 1000 Microgramm“ TVOC nicht vorgenommen werden.

    Vielmehr müsste – beim vorliegenden Informationsstand – die genannte relativ hohe Konzentration von 477 µg/m3 als höchst problematischer „Alarmwert“ interpretiert werden, und sofort Recherchen und Messungen nach TOXISCHEN EINZELSTOFFEN vorgenommen werden.

    Das Frage/Antwort-Spiel der Verwaltung ist z.T. unverantwortlicher oberflächlicher Quatsch – eine nichtssagende Info-Soße, die aus der geöffneten „Schweigemauer“ fließt.

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