SOZIALES SCHAUFENSTER

Archiv für 15. Juli 2008

„Ohne Protzenweiherbrücke macht eine Behelfsbrücke über den Grieser Spitz keinen Sinn.“ Diese klare Aussage von Planungsreferentin Christine Schimpfermann dürfte – wenigstens vorläufig – für Aufatmen bei vielen Regensburgern sorgen. Äußerst kurzfristig war für die Planungsausschussitzung am Dienstag ein Zwischenbericht der Verwaltung zum Planungsstand in Sachen Ersatzbrücke anberaumt worden. In den vergangenen Wochen und Monaten hatten Gegner eines Brückenprovisoriums am Grieser Spitz zunehmend öffentlichen Druck aufgebaut und klare Aussagen von der Stadtspitze zum Planungsstand gefordert. Das hat nun offenbar gefruchtet. Nach dem Brand der Protzenweiherbrücke seien alle Planungen bezüglich eines Provisoriums durch das Naherholungsgebiet Grieser Spitz vorläufig zurückgestellt worden, so Schimpfermann. Das dürfte für die kommenden beiden Jahre so bleiben; einen kurzfristigen Ersatz für das zerstörte Brückenbauwerk wird der Bund aller Voraussicht nach nicht finanzieren. Der Neubau könnte sogar bis zu drei Jahren dauern.

Doch wie geht es weiter mit den generellen Planungen für eine Bus-Ersatztrasse anstelle der Steinernen Brücke? Bereits für Herbst 2007 hatte Oberbürgermeister Hans Schaidinger öffentlich die Ergebnisse einer Nahverkehrsuntersuchung angekündigt, die Stadt und Landkreis bei einem unabhängigen Gutachter in Auftrag gegeben haben. Diese Ergebnisse sollen nun – mit einem Jahr Verspätung – nach der Sommerpause dem Stadtrat vorgelegt werden. Christine Schimpfermann ließ allerdings schon am Dienstag durchblicken, dass am Ende nach wie vor die Forderung nach einer Ersatztrasse – einer „altstadtnahen Donauquerung“ – bleiben wird. Eine Umleitung über bestehende Trassen wie die Nibelungenbrücke habe eine „nicht unerhebliche Verlängerung“ der Fahrzeiten zur Folge. Ebenfalls sei für den öffentlichen Nahverkehr ein erheblicher finanzieller Mehraufwand notwendig, um die Erreichbarkeit der Altstadt im bisherigen Maß sicherstellen zu können. Genaueres folgt voraussichtlich im September oder Oktober. Oberbürgermeister Hans Schaidingers Hausaufgabe für die anwesenden Stadträtinnen und Stadträte: „Sie müssen sich mit der Frage beschäftigen, ob Sie einen ÖPNV wollen, der schlechter und teurer ist, als bisher.“ Ein klares Bekenntnis gegen eine Zerstörung des Grieser Spitz scheint man demnach bei der CSU vergeblich zu suchen.

Karl Raba vom RVV macht aus seinem Herzen keine Mördergrube, als wir bei ihm nachfragen. „Was wir gerne gehabt hätten, war die Westtrasse (über den Schopperplatz in der Nähe des Eisernen Stegs. Anm. d. Red.).“ Dieses sei allerdings bei verschiedenen Seiten „nicht auf große Gegenliebe“ gestoßen. Vor allem Einwände von Denkmalschützern scheinen diese Alternative aus dem Rennen gedrängt zu haben. „Wenn Geld keine Rolle spielen würde, könnte man das Ganze unterirdisch machen. Dann würde sich keiner aufregen.“ Immerhin: Den Vorschlag für einen Tunnel – Stichwort „Riepl-Röhre“ – gibt es. Dieser wäre in den Augen der Stadtverwaltung auch realisierbar. Allerdings seien die Kosten dafür doppelt so hoch wie für eine Brücke. Mit der Frage, ob das ein effizienter ÖPNV in Kombination mit dem Erhalt eines einmaligen Naherholungsgebietes wert ist, könnten sich die Stadträtinnen und Stadträte während der Sommerpause auch beschäftigen.

Hotels für die Altstadt!

Die Auswertung der potentiellen Stadthallen-Standorte ist bereits seit fünf Monaten überfällig. Dass ein Hotel sich am einen oder anderen Standort aber durchaus gut machen würden, davon ist man in der Verwaltung scheinbar jetzt schon überzeugt. Auch der Donaumarkt wäre in den Augen der Stadtplaner „kurzfristig“ ein „hervorragender Standort für ein 4-Sterne-Hotel“. In einer gemeinsamen Sitzung […]

Spart sich Regensburg den Stadtschreiber?

Vollmundig angekündigt hatte die CSU-Fraktion im vergangenen September den Wunsch nach einem Stadtschreiber für Regensburg. Dr. Klaus Schulz, der mittlerweile aus dem Stadtrat ausgeschieden ist, hatte einen entsprechenden Antrag gestellt, um das literarische Profil Regensburgs als Welterbestadt zu schärfen. Ein entsprechendes Stipendium sollte für maximal ein Jahr vergeben werden. Der Stadtschreiber sollte „sich mit der […]

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