Archiv für 4. Dezember 2009

bos4„Heute lösen wir mal die Schüler und Lehrer ab.” Der Vater, der hier spricht, ist einer von über 100 Eltern, deren Kinder entweder die FOS oder BOS besuchen. Um 18 Uhr haben sie sich alle vor dem Regensburger Alten Rathaus versammelt, um der Forderung der Schulgemeinschaft „Neubau jetzt!” weiter Nachdruck zu verleihen. Mütter und Väter mit Spendendosen bitten die Passanten um „Almosen für den Neubau”. Viele sind richtig sauer. Selina Qasim, ihre Tochter besucht die BOS, nennt das Verhalten der Rathauskoalition „eine Sauerei”. „Die machen mal Hü, mal Hott, wie es gerade passt. Unsere Kinder werden als Schüler zweiter Klasse behandelt.” Von SPD und CSU wurde der noch im September für 2011 versprochene Neubau verschoben. Es sei kein Geld da, so die Argumentation. Umschichtungen zugunsten des Neubaus im Haushalt scheinen nicht möglich zu sein. „Nächstes Jahr feiern die vollmundigen Versprechungen 40jähriges Jubiläum”, so der kurz-knackige Rückblick des Elternbeiratsvorsitzenden Franz Schuster auf die Chronik einer Schule, die seit 1970 stets auf mehrere Gebäude aufgeteilt war und immer wieder vertröstet wurde. Noch 2007 verschickte die CSU Briefe an Eltern, Schüler und Lehrer und versprach: Wenn ihr uns wählt, kommt der Neubau. „Jetzt sieht man, was Wahlversprechen wert sind”, ärgert sich Helmut Broll. Er gehört zum Elternbeirat der FOS, Gebäude Landshuterstraße. Dort ist die Gesundheitsgefährdung nicht ganz akut wie am Ziegelweg, wo die Berufsoberschule untergebracht ist. In der Landshuterstraße haben Schüler und Lehrer nicht mit Asbest, sondern mit Schimmel, viel zu engen, stickigen und vor allem zu wenigen Klassenzimmern zu kämpfen, deren Fenster zur Straßenseite nicht geöffnet werden können, weil man sonst während des Unterrichts sein eigenes Wort nicht mehr versteht. „Das sind skandalöse Zustände”, so Broll. An die Versprechungen der SPD glaubt er nicht. „Das Gespräch mit Elternvertretern war eine Alibi-Veranstaltung.” bos3Die SPD-Fraktion im Stadtrat hat jüngst dem Neubau eines Schulgebäudes oberste Priorität eingeräumt. Kein anderes Bauprojekt soll vorher die Zustimmung der Sozialdemokraten bekommen. Spatenstich 2013 lautet das Versprechen – für den ersten Bauabschnitt, Ersatz für die BOS am Ziegelweg. Das Gebäude in der Landshuterstraße wird – selbst, wenn dieses Versprechen eingelöst wird – noch länger seinen Dienst tun müssen. Das haben Fraktionschef Norbert Hartl und Sozialbürgermeister Joachim Wolbergs den Schülern, Eltern und Lehrern in einem gemeinsamen Gespräch auch so mitgeteilt. Franz Schuster lobt das Gespräch als „sehr offen, sachlich und konstruktiv”. „Damit enden aber auch die Gemeinsamkeiten.” Das Problem müsse, sowohl am Ziegelweg, als auch in der Landshuterstraße schnell gelöst werden. „Es geht hier um die Gesundheit unserer Kinder.” Für nächste Woche ist eine weitere Mahnwache angekündigt. Ehemalige FOS/BOS-Schüler und deren Eltern will die Schulgemeinschaft für ihre Proteste gewinnen, aber auch Eltern, deren Kinder später diesen Schulzweig wählen. „Realschüler, Hauptschüler vom M-Zweig und selbst Förderschüler können hier durchstarten, wenn’s erst etwas später schnackelt”, erklärt Schuster. „Das ist nicht nur deshalb eine der wichtigsten Schulen. Wir bleiben hartnäckig.” Derzeit besuchen knapp 1.500 Schülerinnen und Schüler FOS und BOS. Die Tendenz ist seit Jahren steigend. Entsprechend fallen auch die Prognosen für die kommenden Jahre aus. Jährlich verlassen rund 750 Abiturienten die Schule.bos2

Geht’s besser?

„Da gehört was gemacht.” „Genau. Da gehört was gemacht.” „Unbedingt. Da müssen wir was machen.” „Ja, aber das? Eine Gedenktafel?” Es ist Donnerstag. Wir befinden uns in der Sitzung des Regensburger Kulturausschusses. Hierher haben die Stadtratsfraktionen jene Stadträtinnen und Stadträte entsandt, denen sie genügend Geist, Kreativität und Enthusiasmus zutrauen, um die kulturpolitischen Geschicke Regensburgs zu […]

Politische Realitäten im Studikonvent

Martin Witte ist seit diesem Jahr Vorsitzender des studentischen Konvents und war maßgeblich bei der Arbeit an dem Maßnahmenkatalog beteiligt, der auch die Grundlage für die Forderungen der streikenden Studierenden darstellt. In einem Interview nimmt er Stellung zu aufgekommenen Vorwürfen und erklärt, warum er sich von bisherigen Zugeständnissen nicht dazu bringen ließ, seinen Protest zu […]

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