Archiv für 28. November 2018

Der Themenkomplex „Spenden“ im Korruptionsprozess ist vorerst abgeschlossen. Seit Anfang der Woche läuft am Landgericht Regensburg die Beweisaufnahme zum Bereich „Nibelungenkaserne“. Wurde das städtische Areal per Unrechtsvereinbarung an das Bauteam Tretzel (BTT) vergeben? Diese Frage gilt es hauptsächlich zu klären. In den vergangenen beiden Verhandlungstagen sagten führende Stadträte der Regensburger Rathaus-Koalition aus. Ein paar Randnotizen brachten zudem spannende Details zutage.

Der Bebauungsplan der früheren Nibelungenkaserne. Rot umrandet: die 2014 vorgesehenen Wohnbaugebiete. Darunter die relevanten WA 1, WA 2 und WA 4.

„Die Anwesenheit wird auch immer schrecklicher hier“, scherzt die Vorsitzende Richterin Elke Escher zu Beginn des mittlerweile 21. Verhandlungstages und setzt unter Lachen nach: „Unentschuldigt einfach nicht kommen, das mag ich nicht.“ Und tatsächlich sind die Reihen auf Seiten der vier Angeklagten (Joachim Wolbergs, Norbert Hartl, Bauträger Volker Tretzel und sein ehemaliger Geschäftsführer Franz W.) zunehmend lichter besetzt. Die vier sind freilich vollzählig, doch lädt die zeitraubende Hauptverhandlung zu bedachtsamer Dosierung mancher kostbaren Anwaltsstunde ein. Die Tretzel-Verteidigung verzichtet auch auf stenografische Mitschrift des Verhandlungsgeschehens.