SOZIALES SCHAUFENSTER

Betriebsschließung statt Umzug

Altstadt-Zara schließt: Beschäftigte verlieren ihre Jobs

Es ist mehr als nur ein Umzug, den der spanische Modefilialist Zara in Regensburg vorhat. Tatsächlich scheint die Schließung des Altstadtgeschäfts am Neupfarrplatz auch eine Methode zu sein, um langjährige Beschäftigte loszuwerden und Geld zu sparen. Sie werden wegen Betriebsschließung gekündigt und sind bei der neuen Filiale in den Arcaden zunächst einmal nicht eingeplant. Dahinter steckt ein gängiges Muster des Konzerns.

Ein Verlust für die Altstadt? Die Zara-Filiale am Neupfarrplatz. Foto: om

Der Modefilialist Zara schließt sein Geschäft am Neupfarrplatz und zieht in die Regensburg Arcaden um. So oder so ähnlich konnte man es in der Vergangenheit in verschiedenen regionalen Medien lesen. Auch hier bei uns. Doch tatsächlich handelt es sich nicht um einen Umzug im eigentlichen Wortsinn. Der börsennotierten spanischen Inditex-Konzern, Betreiber der Fast-Fashion-Kette, schließt das Ladengeschäft in der Regensburger Altstadt und eröffnet in den Arcaden ein neues. Dieser Unterschied mag denjenigen, die ob der Schließung am Neupfarrplatz ein Veröden der Altstadt beklagen, egal sein. Ebenso denen, die künftig statt bei Zara am Neupfarrplatz bei Zara in den Arcaden einkaufen. Für die etwa 35 Beschäftigten in dem Altstadtgeschäft allerdings ist dieser Unterschied existentiell. Sie ziehen nämlich nicht mit um, wie zunächst angenommen, sondern verlieren ihren Job.

Beschäftigte hängen in der Luft

„Ich bin bis vor kurzem noch davon ausgegangen, dass wir zum Jahresende mit umziehen“, erzählt uns eine Betroffene. Doch bei einer Zusammenkunft Anfang Februar sei ihr und ihren Kolleginnen dann eröffnet worden, dass dies nicht der Fall sei. Das Geschäft am Neupfarrplatz werde geschlossen, jenes in den Arcaden sei eine andere, eine neue Filiale.

Dort könne man sich zwar bewerben, habe es geheißen. Allerdings zu neuen Konditionen – und ohne einen Betriebsrat, den es am Neupfarrplatz zwar noch gibt, dessen Zeit aber mit dem Aus für das dortige Geschäft abgelaufen ist. Er sitzt allenfalls noch bei den Verhandlungen über eine Sozialplan für die bisherigen Beschäftigten mit am Tisch. Solche Verhandlungen strebt Zara dem Vernehmen nach derzeit an. Allerdings gibt es noch viele Unklarheiten.

„Wir haben noch nicht einmal ein Datum, wann genau nun geschlossen werden soll“, erzählt unsere Gesprächspartnerin. Nicht nur das ist ein Information, die bei den Verhandlungen über einen Sozialplan und generell für die berufliche Zukunftsplanung der Beschäftigten wichtig wäre. Auch zu den Chancen einer möglichen Anstellung im neuen Geschäft erfahre man nichts. „Es klang eben so durch, dass wir uns noch ordentlich reinhängen sollten – dann könnte das vielleicht klappen.“

Ähnliche Fälle bei Zara-Filialen in ganz Deutschland

Für André Scheer, ver.di-Gewerkschaftssekretär im Bundesfachbereich Handel, klingt das alles wenig überraschend. In Essen habe man beispielsweise haargenau den gleichen Fall – Schließung der einen Filiale, Neueröffnung einer anderen Filiale im Einkaufscenter. Informationen für die oder Gespräche mit den Beschäftigten gebe es von der Arbeitgeberseite kaum. „Die werden vor vollendete Tatsachen gestellt.“ In anderen Städten gebe es bereits Hinweise auf ähnliche Zara-Pläne.

Der Konzern hat im Zuge der Corona-Pandemie angekündigt, weltweit 1.200 Filialen zu schließen und sich verstärkt auf den Online-Handel zu konzentrieren. Weniger, aber dafür größere Geschäfte sollen dabei auch als eine Art Verteilzentren fungieren – ein Konzept, für das man auch verstärkt mit ungelerntem und damit schlechter bezahltem Personal planen kann.

Die Befürchtung in Regensburg, dass allenfalls wenige der jetzigen Beschäftigten übernommen werden, hält Scheer für absolut begründet. Denn am Ende geht es schlicht ums Geld. Zwar sei Zara tarifgebunden, aber: „Wenn ich jemanden mit weniger Berufserfahrung, unter Umständen noch ungelernt, anstelle, muss ich weniger bezahlen.“ Ein weiterer Effekt der Eröffnung einer neuen Filiale: Familienfreundliche Arbeitsbedingungen und Errungenschaften, die sich langjährige Beschäftigte wie am Neupfarrplatz erkämpft haben, könnten wegfallen bzw. verschlechtert werden.

Bereits bei früheren Filialschließungen hat sich auch gezeigt, dass Zara dann darauf setzt, langjährige Beschäftigte loszuwerden. Als Zara beispielsweise eine seiner Filialen in Berlin im März 2019 schloss, erhielten nach Angaben der Gewerkschaft ver.di lediglich sechs von 73 Beschäftigten ein Angebot zur Übernahme in einer anderen Hauptstadt-Filiale. 30 weitere Beschäftigte wurden hingegen vor die Wahl gestellt: Sie könnten in eine Filiale nach Hamburg und andere, über das ganze Bundesgebiet verteilte Geschäfte wechseln – oder sich eben einen anderen Job suchen. All dies trotz der Tatsache, dass andere Berliner Zara-Filialen zur selben Zeit per Ausschreibung jede Menge Personal suchten – aber offenbar billigeres. Ähnliche Fälle gab es in Leipzig und im hessischen Viernheim, aber auch in München.

Neueröffnung in den Arcaden bereits im Oktober?

Fraglich ist ohnehin, wie es genau klappen sollte mit einer Übernahme beim neuen Geschäft in den Regensburger Arcaden. Während (zumindest nach außen, den Beschäftigten wurde bisher kein konkretes Datum genannt) davon die Rede war, dass die Filiale am Neupfarrplatz zum Jahresende schließen soll, ist die Neueröffnung in den Arcaden nach bislang nicht offiziell bestätigten Informationen unserer Redaktion bereits für Oktober geplant – und dann braucht man auch schon das neue Team.

Eine Anfrage unserer Redaktion an Zara Deutschland zum weiter geplanten Vorgehen in Regensburg, insbesondere zur Zukunft der aktuell Beschäftigten, hat das Unternehmen bislang nicht beantwortet.

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Kommentare (19)

  • Daniela

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    Ja dann- Zara raus aus meinem Kleiderschrank….

  • Native

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    April, April
    Die neue Parkgebührenordnung der Stadt verdoppelt das Parken in der Altstadt, zum 1. April. Auch die Parkhäuser erhöhen am 1. April die Gebühren. Eine sinnvolle Maßnahme zur Stärkung der Innenstadt als Einkaufsstandort ist das nicht. Die Verödung durch mangelnde Attraktivität für Einzelhandelsgeschäfte wird so weiter gehen. Wem wird wohl diese Maßnahme zur Attraktivitätssteigerung der Innenstadt eingefallen sein? Oder ist das nur ein Aprilscherz? Man weiß es nicht! So wird die Innenstadt als Einkaufsstandort geschwächt und die Kunden vertrieben. Nicht alle Bürger werden oder können auf ein Lastenfahrrad umsteigen. Den Autoverkehr in der Altstadt zu verdrängen ist ok, aber zumindest sollten rund um die Innenstadt Parkmöglichkeiten mit E-Ladesäulen mit den Mehreinnahmen durch die Parkgebühren geschaffen werden. Wenn stattdessen Luxus-Clos am Schwanenplatz für Touristen finanziert werden, ist das für den A….! Im wahrsten Sinne des Wortes.

  • Konrad

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    Man darf es doch den Firmen nicht mal übel nehmen, dass sie ihre Zelte in der Altstadt abbrechen. Diese bietet nun mal keinerlei Anreize mehr auch nur eine Sekunde dort zu verweilen. Das Thema hat sich bereits seit Jahren erledigt.

    Man sollte natürlich unterscheiden zwischen den sogenannten “Großen”, welche den Auszug mit einer Umstrukturierung begründen und den “Kleinen”, die einfach nur ein Geschäft eröffnen möchten/gerne würden oder bereits eines führen, was aber anhand der unfassbar eskalierenden Mieten nicht mehr möglich ist. Man sehe sich nur einschlägige Portale an, welche einem Interessenten keine zweihundert Quadratmeter für stellenweise über 5000 Euro offerieren. Hier stimmt doch etwas anderes nicht. Und das ganz gewaltig.

  • Gscheidhaferl

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    @Konrad
    …na ja, wir zahlen mit diesen überhöhten Mieten und Pachten letztlich immer noch für die Finanzkrise und der daraus resultierenden Niedrigzinspolitik. Weil sich seit dem praktisch nur an der Börse oder eben im Immobilienmarkt größere Renditen erzielen lassen. Und dazu kommt jetzt eben noch eine Prise Inflation. Und der Umstand, dass es offenkundig bei uns immer noch genügend Leute gibt, die in der Lage sind, solche Preise zu zahlen. Denn finanzpolitischen Imperativ, vor allem im Interesse der großen Vermögen zu agieren, brauch ich ja nicht groß zu erwähnen. Das ist ja der hinreichend bekannte, wenn auch immer wieder geschickt verdrängte Grundton, nach dem unser ganzes Wirtschaftssystem gestimmt ist.

  • Altstadtfreund

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    Verstehe die Klagen über “Verödung der Altstadt” nicht. Vielleicht findet man nicht wirklich jedes Einkaufs-Angebot dort, aber ‘verödet’?

    Wenn ich was zu beklagen hätte, dann die Verrohung der Sitten (Vandale, Müll, Lärm) v.a. nachts. Oder, dass immer noch unkontrolliert jedes Auto durchfahren kann. Andere Städte können das besser: Bis 10:00 ist (Liefer-)Verkehr erlaubt. Danach gehen elektrisch die Poller hoch und kein Kfz ohne Berechtigung kommt mehr rein.

    Was dem Auszug der Läden angeht, ist das halt dem Geld und Machbarkeit geschuldet: Zusammenhängende Ladenflächen auf einer Ebene (jede Ebene kostet Personal) gibt’s nunmal nicht in einer “Altstadt”, die ihren Namen verdient hat.

    Ich sehe aber auch keine Konkurrenz Altstadt / Arcaden: Was von der Altstadt in die Arcaden/DEZ zieht, sieht mich als Kunde nie wieder, weil ich Einkaufszentren einfach überhaupt nicht mag und nur reingehe, wenn ich wirklich – zeitnah, dringend – was brauche. Ansonsten wandert meine Kaufkraft in den Online-Handel ab. Beispiel Hugendubel. Eine seelenlose Ladenfläche, kein Vergleich zum alten Hugendubel in der Stadt.

    Aber ich komm vom Thema ab, was Zara mit den da Mitarbietern veranstaltet, ist 100% asozial. Ich bin froh, dort nie eingekauft zu haben. Danke für den Artikel

  • Mr. B.

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    In diesem Raffsystem ist der arbeitende Mensch nur eine billige Marionette und nicht erst seit gestern.
    Diese Unternehmen zahlen bei uns oft keine Steuern und sind auf maximalen Gewinn ausgelegt, obwohl ihre Waren oft von den ärmsten Menschen in Asien hergestellt werden.
    Ein Umdenken hätte es schon lange geben sollen. Und…. letztendlich wäre auch so mancher raffsüchtige Verbraucher bei uns in der Pflicht!

  • joey

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    Langjährig Beschäftigte sind ein großer Wert. Das wissen inhabergeführte Betriebe, aber nicht große Filialisten, wo irgendeiner irgendwo auf Excel Basis Entscheidungen trifft.

    Druck kommt manchmal vor, ohne Motivation geht es aber gar nicht. So ist jedem klar, daß hire and fire nur Angst und Schrecken, aber keine höhere Leistung schafft.
    Zara wird auch nicht lange in den Arcaden sein.

  • Daniela

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    Von mir gibt’s keinen Cent Umsatz mehr für Zara.

    Wer als Unternehmen nicht versteht, dass wir auf die durch unsere Eltern, Groß- und Urgroßeltern hart erkämpften Arbeitnehmerrechte größten Wert legen und nicht zulassen würden, dass mit den allerbilligsten Tricks sich als Arbeitgeber aus seiner Verpflichtung langjährigen Mitarbeitern gegenüber raus schleichen will, der verliert mich als Kunde!

  • Anonym

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    Sehr traurig für die Beschäftigten! Bei Zara ist alles mehr Schein als Sein!

  • R.G.

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    Zara hatte bei Jungen an Reiz verloren, es wollte und musste sich ein frischeres Image verpassen.
    Viele junge nur für wenige Stunden Angestellte mit Größe 34 werden in der Fast Fashion Branche als die besten Models für neueste Trends betrachtet.
    Langdienende ältere Verkäuferinnen stören das Teenie Image.
    Sie können es rein körperlich nicht erfüllen und kosten mehr.

  • Christoph

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    Die Vorgehensweise von Zara ist absolut asozial und profitgierig. Das die Politik so einer Trickserei keinen Riegel vorschiebt ist schon schlimm genug.
    Jetzt müssen wieder einmal die Kunden Solidarität zeigen und diesen Laden in Zukunft konsequent meiden. Leider sind es vor allem junge Leute, die da Einkaufen und von den widerlichen Vorgehen von Zara gegenüber seinen Mitarbeitern und Verpflichtungen wohl nichts mitbekommen. Daher informieren Sie auch die jüngeren in ihrem Bekanntenkreis und meiden Sie diesen Laden.
    Für die Beschäftigten zwar nur ein schwacher Trost aber nur am eingebrochen Umsatz kann man Zara treffen.

  • R.G.

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    Vor allem der Online-Riese Shein hat Zara und ähnlichen Marken massiv Käufer abgeworben.
    Fast Fashion wird nicht mehr lange in stationären Geschäften erfolgreich sein können, es sei denn, es erschließt sich die junge Zielgruppe wieder durch einen Mix an Online und wenigen stationären Läden, bei Kostenreduktion.
    Bleibt das Problem, dass Shein pro Saison mehrere Kollektionen anbietet, während die Modeketten längere Vorlaufzeiten haben.
    Nicht bei Z. zu kaufen, löst im Grunde nichts, mehr erreichen kann man vielleicht mit einer Abkehr von rasend schnell wechselnder Mode, die morgen schon wieder weggeworfen wird= Fast Fashion.
    Mit jedem Produkt aus dem Fernen Osten oder bloß dort erzeugt, verlieren wir hier Arbeitsplätze.

    https://en.wikipedia.org/wiki/Shein_(company)

  • Robert

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    Hauptsache die (innen)Stadt wird immer mehr Autofeindlich…koste was es wolle. Bin mir sicher daß es nicht die letzte Schließung sein und das ist verständlich.

  • Daniela

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    @ R.G.

    Ich denke schon, dass es Symbolwirkung hat, wenn man es zusammen geschlossen verweigert. Nennt sich Boykott! Gerade unsere jungen Menschen müssen verstehen oder haben es schon verstanden, dass bestehende Arbeitnehmerrechte nicht vom Himmel fielen, sondern erkämpft wurden und dass es auch um ihre Zukunft geht.

    Das man Fast Fashion von Haus aus nicht braucht, steht zusätzlich auf einem ökologischen anderen Blatt.

    Es gebe somit schon mindestens 2 Gründe, Zara die Kante zu zeigen!

    Zudem böte sich auch die Möglichkeit, dass Jugend geeint vorgeht, egal ob fff, Jusos, JuLis, Jugrün, JU usw. mit Unterstützung von Arbeitnehmerverbänden. Passend wäre doch der 1. Mai…

    Wir hätten doch alle Grund genug unser Werte hoch zu halten!

  • Altstadtfreund

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    @Daniela
    mit dem Boykott ist das so eine Sache: Welches “Modehaus” macht’s denn besser? Leider ist ein hoher Preis kein Garant für faire Prodkuktionsbedingungen. Ein gutes Barometer ist, wie zufrieden / entspannt die Mitarbeiter wirken. Zustimmen muss ich trotzdem, wenn man schon weiss (bzw. glaubhaft berichtet bekommt), dass Zara die Mitarbeiter so behandelt, sollte man den Laden als ersten von der Liste streichen.

    @Robert Autofeindlich ist ein negatives Wort, nennen wir es lieber lebensfreundlich. Oder: “Hauptsache die Stadt wird weniger lebensfeindlich”.

  • Daniela

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    @ Altstadtfreund

    Ihre Argumentation ist stichhaltig und nachvollziehbar. Wir sollten alle über unseren Klamotten- Konsum nach denken…., genauso, wie bei Lebensmittel Verschwendung, ….,

    Wir müssen auch alle darüber nachdenken, was uns besonders wichtig ist! Nachhaltigkeit, sozial und ökologisch bedingen sich häufig!

    Es geht in langer Tradition der Boykott bestimmter Verhalten immer um die öffentliche Bloßstellung und das Anprangern. Das Bewusstsein bei möglichst Vielen dafür zu wecken, dass es eben kein Verständnis für solches Verhalten gibt und was es bedeutet, wenn es zur ‘Normalität’ wird! Das ist das, was friedlichen Protest ausmacht.
    Ein klares Bekenntnis, so wollen wir das nicht!

  • Hutzelwutzel

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    Mal ehrlich, eine Fashion-Metropole war Regensburg doch noch nie? Lol
    Ein H…. in der Fußgängerzone, ein Rothd…. am Neupfarrplatz, das war in den 90er Jahren. Der “Zara”-Laden auf dem Bild macht auch vom Gebäude her keinen erbauenden Eindruck. Mc D. ist wie ich irgendwo gelesen habe auch schon vom Bahnhof weg, und über Jahre im Bahnhof selbst einen “Günstig”-Discounter zu betreiben, und erst seit relativer kurzer Zeit nen “Edeka” reinzubringen, war auch nicht der Weisheit letzter Schluss.
    Regensburg hat seit Beginn der 2000er Jahre viel vom damals noch vorhandenen “Glanz” verloren.
    Ganz ehrlich: Wenn eine öffentliche Toilette (Darüber gabs doch mal Streit!?) auch zwei Mio. Euro für die Erstellung, und eine Mio. Euro für den Betrieb kosten würde, streitet man da nicht lang rum. Denn das Personal der Verwaltung einer Stadt wie Regensburg kostet definitiv mehr, wirkt aber nicht unbedingt direkt auf Tourist:innen.

  • Hutzelwutzel

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    Ich sollte noch ergänzen, dass es gem. bei dem hier am 08.02. mit veröffentlichten Konzept der Stadt nur um “Versorgung” geht. Mit “Versorgung” aber ist kein Lebensgefühl sondern nur “Überleben” verbunden. So kann also Regensburg nicht “besser” werden, wenn es nur noch “Versorgungszentren” gibt, und z. B. an der Uni diese sichergestellt, nichts mehr getan wird. Die Vermieter:innen sollten auch mal von deren Mondpreisen runter, denn Bezirkshauptstadt hin oder her, die Mieten müssen den tatsächlichen Gegebenheiten angemessen sein, und die sind seit Jahren eher als prekär zu bezeichen.

  • Beobachtender

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    Etwas off-topic, aber zunter Bezug auf den Kommentar von Hutzelwutzel
    (“und über Jahre im Bahnhof selbst einen “Günstig”-Discounter zu betreiben, und erst seit relativer kurzer Zeit nen “Edeka” reinzubringen, war auch nicht der Weisheit letzter Schluss”):

    — Der geschmähte “Günstig”-Discounter” im Hbf (es handelte sich bis ca. 2020 um eine “Norma”-Filiale, korrekt?) hatte exakt die selben (günstigen!) Preise wie anderswo im Stadtgebiet (z.B. in der Norma-Filiale in Kumpfmühl).
    Der neue Bahnhofs-Edeka hingegen verlangt sogar noch deutlich (!) höhere Preise als jeder andere Edeka im Stadtgebiet (z.B. Edeka Boelkestraße oder Edeka Dörnberg). Da geht’s nicht bloß um ein paar Prozent mehr – die Preise im Hbf liegen teils um 30 oder 50 % höher als in jedem anderen Edeka.
    => Mit welcher Rechtfertigung eigentlich? An einer höheren Miete im Hbf kann’s ja eigentlich nicht liegen – siehe Norma, die war exakt genauso günstig wie sonstwo.
    Insofern erscheint mir das, was der neue Hbf-Edeka in Sachen Preispolitik betreibt, als unverschämte Abzocke (zumal an jenen, die sich’s eh nicht leisten können, nämlich den Abgestürzten und Obdachlosen vom Hbf-Umfeld, die jetzt für ihre stündliche Pulle Alk noch deutlich mehr löhnen müssen als vorher – man könnte jetzt erwidern: Dann werden sie wenigstens schneller “trocken”, aber so funktioniert das leider nicht…).
    Daher, liebe Hutzelwutzel: “Billigdiscounter” sind nicht immer “böse” sein, und “seriöse” Filialketten sind nicht immer seriös.

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