Kommentar: Die Methode Andreas Scheuer

Das CSU-Gesicht für den rechten Mob

Irritiert aktuell mit einer Aussage über einen "ministrierenden, Fußball spielenden Senegalesen". Foto: Archiv/Staudinger

Irritiert aktuell mit einer Aussage über einen „Fußball spielenden, ministrierenden Senegalesen“. Foto: Archiv/Staudinger

Die viel kritisierte Senegalesen-Aussage von CSU-General Scheuer ist keine Ausnahme, sondern hat Methode.

„Das Schlimmste ist ein Fußball spielender, ministrierender Senegalese, der über drei Jahre da ist, den wirst du nie wieder abschieben“.

Diese Äußerung von CSU-Generalsektretär Andreas Scheuer im PresseClub Regensburg vergangene Woche schlägt hohe Wellen und findet seit dem Wochenende durch bundesweite Berichterstattung von unter anderem BR, Spiegel Online, SZ und Zeit Online große Verbreitung. (UPDATE: Wortwörtlich ist die Aussage so nicht getroffen worden. Durch ein in den sozialen Medien vielfach geteiltes Bild des BR mit Berufung auf die Mittelbayerische Zeitung ist der Eindruck entstanden Scheuer hätte dies exakt so formuliert. Weil sich Generalvikar Fuchs wortgleich auf dieses fehlerhafte Zitat berief, haben wir es in diesem Kommentar auch so belassen. Im Bericht über den PresseClub haben wir allerdings richtig zitiert und holen es nun auch hier nach. Wortwörtlich heißt es korrekterweise: „Das Schlimmste ist ein Fußball spielender, ministrierender Senegalese, der über drei Jahre da ist, weil den wirst Du nie wieder abschieben. Aber für den ist das Asylrecht nicht gemacht, sondern der ist Wirtschaftsflüchtling.“)

Initialzündung für das rege Interesse war ein Facebookpost des Regensburger Generalvikars Michael Fuchs, der Scheuer für dessen Aussage scharf und spöttisch kritisiert:

„Na dann, liebe Pfarreien und Sportvereine, lasst das mal mit eurer Integrationsarbeit. Herr Scheuer übernimmt. Künftig übt er mit ihnen Querpässe und Kniebeugen. Er fährt aufs Zeltlager und kauft ihnen die Trikots. Er feiert mit ihnen Geburtstag und hört sich nächtelang ihre Fluchtgeschichten an. Vielleicht betet er sogar mit ihnen.“

Inzwischen sah sich Scheuer zu einer nachträglichen Stellungnahme gegenüber der Mittelbayerischen Zeitung veranlasst, in der er von einer „bewusste[n] Zuspitzung […] in einem längeren Gesprächsbeitrag“ spricht. Und weiter:

Im Zusammenhang ging es um die Schwierigkeit abgelehnte Bewerber nach einem abgeschlossen, rechtsstaatlichen Verfahren wieder zurückzuführen, wenn diese sich über einen längeren Zeitraum hier aufhalten.“

Bemerkenswert an dem gesamten Vorgang ist mindestens zweierlei: Zum einen scheint Fuchs, der vor wenigen Wochen im Zusammenhang mit der Besetzung des Regensburger Doms durch eine Gruppe Geflüchteter selbst im asylpolitischen Fokus stand, seine damals demonstrative aufrechterhaltene politische Zurückhaltung aufzugeben, zum anderen wird Scheuers Aussage zu einem verbalen Ausfall stilisiert, der in einer angemessen sachlich geführten politischen Debatte sicherlich ein solcher wäre, im Falle Scheuers und der CSU jedoch der Normalzustand ist.

Fuchs entdeckt die Politik (wieder)

Wird wieder politisch: Generalvikar Michael Fuchs. Foto: Archiv/ Staudinger

Wird wieder politisch: Generalvikar Michael Fuchs. Foto: Archiv/ Staudinger

Im Zuge der „Dombesetzung“ verwies Fuchs stets auf die vermeintliche politische Handlungsunfähigkeit des Bistums Regensburg und wies auch eine entsprechende gesellschaftspolitische Einflussnahme im Sinne der Bleiberechtsforderung der Gruppe von sich. Bei dieser Zurückhaltung musste man geradezu den Eindruck gewinnen, das größte Bistum Bayerns sei politisch völlig machtlos und ihm seien die Hände völlig gebunden. Vom Rosenkranz vermutlich.

Dass der Diözese Regensburg politische Einmischung durchaus nicht fremd ist, sondern diese teilweise mit großem Nachdruck betrieben wird, zeigen zum Beispiel Fuchs’ Teilnahme am „Vigil für die ungeborenen Kinder“ gegen das Recht auf Abtreibung und die Selbstbestimmung Schwangerer oder die deutliche Positionierung gegen die „leibfeindliche Häresie“ des Gender Mainstreaming bzw. „das Gift der Gendertheorie“.

Nun hat Fuchs auch in der Asylthematik sein verschollenes politisches Bewusstsein (wieder-)entdeckt. In seinem Statement gibt er sogar konkrete gesetzgeberische und verfahrensrechtliche Ratschläge:

„eine Beschleunigung der Verfahren, eine Koordinierung der Datensysteme der Länder, Rückführung wenn nötig – klar -, aber vor allem mehr und bessere Sprachkurse auf dem Land, mehr Übergänge in Schulen, Universitäten und Arbeitswelt.“

Kein „verbaler Ausfall“ Scheuers

Doch bleiben wir beim CSU-General. Die Aussage Scheuers im PresseClub Regensburg ist kein verbaler Ausfall oder Fehltritt. Zumindest nach Maßstäben der CSU nicht. Vielmehr ist das nun für Empörung sorgende Beispiel Scheuers die konsequente Fortführung einer asylfeindlichen und xenophoben Politik der CSU, die diese seit Jahr und Tag praktiziert und seit einigen Monaten mit unerbittlicher rhetorischer Schärfe skandiert.

Es vergeht fast keine Woche in der Andreas Scheuer nicht den Anpeitscher, Lautsprecher und Phrasendrescher gibt, um Ressentiments gegen Asylsuchende zu erzeugen, zu schüren, zu verstärken und zu verfestigen und damit die Stimmung in Deutschland maßgeblich prägt. 

Schon länger mit verbalen Ausfällen unterwegs: Der CSU-Generalsekretär. Fotos: Facebook / Montage: om.

Schon länger mit verbalen Ausfällen unterwegs: Der CSU-Generalsekretär. Fotos: Facebook/Montage: om

Als müsse sich Scheuer immer wieder aufs Neue, fast schon wahnhaft repetitiv, vergewissern, dass er auch wirklich der härteste Hund in seinem paradiesischen Bayernlande ist, der den christlich-abendländischen Seinen die immer gleichen Wortfetzen regelmäßig mundgerecht vorkauen muss, damit diese nach dem nächsten Volksfest nicht aus Versehen vergessen wie sehr sie doch dieses untüchtige, unnütze, dreiste und missbrauchende Gesindel eigentlich hassen.

#Zynismus statt #Klartext

Im PresseClub Regensburg wählte Scheuer das Beispiel mit dem „ministrierenden und Fußball spielenden Senegalesen“, um zu verdeutlichen, dass eine zeitnahe Abschiebung in „sichere Herkuntsstaaten“ dringend geboten sei. Wenn dies nämlich nicht geschehe, bestehe die Gefahr, dass die betroffenen Menschen (im christlich-sozialen Fachjargon „Wirtschaftsflüchtlinge“) soziale Kontakte knüpfen, sich Aufgaben suchen, Freude erfahren und möglicherweise so etwas wie ein selbstorganisiertes Leben führen. Im Weltbild der CSU ist das offensichtlich eine Gefahr. Eine Bedrohung. 

Ein solche Bedrohung wird im Übrigen von der CSU und insbesondere ihrem Generalsekretär permanent bedient. Seit Monaten widmen sich die netten Bildchen auf Scheuers Facebookseite überwiegend dem Thema Asyl. Die Rede ist dabei unter anderem und andauernd von “Zustrom”, „Wirtschaftsflüchtlingen”, „massenhaftem Asylmissbrauch” und „Asylurlaubern“.

Andreas Scheuer: Der Sprüchelieferant für den nächsten Pegida-Kalender. Fotos: Facebook / Montage: om.

Andreas Scheuer: Der Sprüchelieferant für den nächsten Pegida-Kalender. Fotos: Facebook/Montage: om

Die Hässlichkeit dieser Ausdrucksweise, die Skandalisierung und Panikmache durch Begrifflichkeiten aus Katastrophenszenarien, der entwürdigende und entmenschlichende Sprachstil, ja letztlich der Duktus des rechten Mobs haben auch außerhalb von AfD und Pegida ein prominentes Gesicht: Andreas Scheuer. Die CSU spricht dabei gerne von #Klartext, man sollte besser von #Zynismus sprechen.

Deutschland den Deutschen, Ausländer raus

Und wenn Scheuer kürzlich beispielsweise sagt: „Unsere Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass Deutschland Deutschland und Bayern Bayern bleibt“, dann begibt er sich nicht nur etymologisch in die Nähe des gesellschaftlich überwiegend verfemten Ausdrucks „Deutschland den Deutschen“, sondern wählt damit sogar die größtmögliche inhaltliche Nähe zu dieser Aussage, ohne diese selbst benutzen zu müssen.

Sodann er auch noch davon spricht, dass „Flüchtlinge schnell in ihre Heimat zurück[zu]führen“ seien, hat man die Paraphrase für einen der einprägsamsten, markantesten und identifikationstiftendsten Slogans der bundesdeutschen radikalen Rechten komplett: Deutschland den Deutschen, Ausländer raus! 

Mit Spruchbildchen paraphrasiert Scheuer gerne rechte Slogans. Foto: Screenshot Facebook

Mit Spruchbildchen paraphrasiert Scheuer gerne rechte Slogans. Foto: Screenshot Facebook

Die begriffliche und argumentative Anschlussfähigkeit Andreas Scheuers an den rechten Mob und das scheinbar enttabuisierende Spiel mit rassistischen und kulturalistischen Ressentiments à la AfD ist schon länger fester Bestandteil des verbalen und inhaltlichen Standardrepertoires Scheuers und nicht erst seit dem Gespräch im Regensburger PresseClub. Spätestens jetzt wäre es aber höchste Zeit, dass er sich damit endlich ins politische Aus schießt.

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Kommentare (28)

  • Mr. T

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    Danke für die Erklärung von Scheuers Sprechdurchfall. Ich hab’s nicht glauben wollen, dass er es genau so meint. Das schlimmste ist also ein gut integrierter Zuflucht Suchender. Klar, der lässt ihm ja auch sein Bedrohungsszenario zusammenkrachen. Am Besten wäre also ein drogensüchtiger, krimineller Vergewaltiger mit Daesh-Kontakten. Der passt ihm viel besser ins Bild. Was für ein A…

  • Hutbürger

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    Die Scheinheiligkeit seiner Möchtegern-Heiligkeit macht mich sprachlos.. Leidet der gute GV an Gedächtnisschwund oder lebt und arbeitet er nach der devise „was interessiert mich mein geschwätz von gestern (bzw. Juli 2016)“? Oder hat ihn Scheuers ‚Ministrant‘ etwa getriggert?
    Bin mir nicht sicher, ob die Aussage vom GV „Na dann, liebe Pfarreien und Sportvereine, lasst das mal mit eurer Integrationsarbeit.“ doch nicht spöttisch gemeint ist – laut ihm sollen Opfer ja verzichten können. Pfui. Teufel. Fuchs.

  • keinMenschistillegal

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    Ich schätze mal, Generalvikar Fuchs stört sich nur daran, dass Scheuer „ministrierende Senegalesen“ abschieben will. Bei dem heutigen Mangel an Ministranten droht nämlich bald die fehlende Beweihräucherung der selbsternannten Diener Gottes im Gottesdienst ! Also ein Sakrileg, was der Scheuer hier will !!
    Etwas anderes wäre es gewesen, hätte Scheuer nur von der Abschiebung ministrierender Senegalesinnen gesprochen.
    Oder hat Bischof Vorderholzer inzwischen das Ministrantinnen-Verbot seines Amts-Vorgängers aufgehoben ?
    Aber Ernst beiseite:
    Man merkt, wie phrasenschwingend-hohl die Flüchtlingspolitik des Bistums Regensburg ist: Sobald man lebende Armuts-Flüchtlingen in Kircheneinrichtungen hat, wirds einfach lästig-real. Dann „Gott.sei.Dank“ , wie Fuchs zum Abtransport der Roma-Flüchtlinge getwittert hat.

  • Mathilde Vietze

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    Ich bin wahrlich kein Fan von GV Fuchs, aber daß er da
    dem Scheuer in die Parade gefahren ist, finde ich gut.
    Und Scheuer wird das weher getan haben, als wenn
    ihn ein SPD-Politiker die Leviten gelesen hätte, wollen
    die CSUler doch in der Öffentlichkeit als ach so kirchen-
    freundlich gelten.

  • joey

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    Deutschland den Deutschen ist ein blöder Spruch, weil Deutschland längst den Deutschen gehört.

    Daß Deutschland Deutschland bleiben muß, würden wohl die meisten Menschen – inklusive der Gutmenschen unterschreiben. Denn wäre Deutschland deutlich senegalesischer oder türkischer, könnten wir hier nicht so schön frei schreiben (Türkei) und im Senegal scheint die Ökologie auch nicht so schön einklagbar zu sein… und Frauen oder gar Homosexuelle dürften hier schon gar nix melden.

    Wer es noch nicht weiß: meine Großeltern kamen aus einem fernen Land hierher und schon die 2. Generation hat sich fast völlig spurlos integriert. Sie sind nicht als „Wirtschaftsflüchtlinge“ gekommen, sondern wurden von der SS hierher verbracht.

    Ministrieren hätte man meinen Vater nicht lassen. Das ist heute anders, der Generalvikar ist froh um jeden Ministranten, die Priesterschaft wird sowieso zunehmend indisch und afrikanisch.

    Lassen wir dieses Deutschland so: wo die Kirchen immer weniger Rückhalt in der Politik haben und die Muslimbrüder auch noch keinen offenen Einfluß. Ein Deutschland, wo keiner meinen Vater verhaftet, weil ich hier etwas Kritisches geschrieben habe und wo ich jede Frau anlächeln darf, ohne daß mich deren Bruder dann verfolgt.

    Bayern ist intelligenter als Andreas Scheuer, auch nicht schlecht, wenn das so bleibt.

  • Student

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    Immerhin entlarvt Herr Scheuer hier die CSU (hoffentlich fällt das auch vielen auf): das ständige Bekunden, die Ausländer hätten sich zu integrieren und das Problem sei halt, dass sie das nicht tun würden, ist das eine Gesicht der CSU. Ist bereits populistisch und verlogen genug. Doch das andere, noch wahrere Gesicht der CSU ist eben, dass sie gar nicht WOLLEN, dass sich Ausländer integrieren. Denn nach deren Vorstellung KANN sich ein Ausländer gar nicht so integrieren, dass sie es zufrieden wären (denn der ministrierende Senegalese ministriert zwar vielleicht – aber der ist doch schwarz! Wie schaut das denn aus?! Ministranten haben doch fesche blonde Burschen zu sein, so wie früher!) Das ist das unter AfD-Wählern weit verbreitete Denken und die CSU möchte diese Klientel bedienen bzw. abwerben. Für die Einstellung, die hier offensichtlich wird – nämlich, dass Ausländer bei uns nichts zu suchen haben, weil sie „einfach irgendwie stören“, egal wie integriert sie sein mögen – gibt es exakt ein Wort: RASSISMUS.

  • Rentnerin

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    Dieser Mensch Scheuer tritt in den Medien auf wie ein gestyltes Model.
    Meine Mutter hätte zu ihm gesagt (sie hatte schon früher den Mut Männern verbal oberpfälzisch über den Mund zu fahren) :
    „Halt Dein Maul , damit man nicht merkt wie blöd du bist.“
    Es kommt wirklich nichts gescheites aus ihm raus.
    Alleine, wie schnell er den Doktortitel, irgendwo erworben, abgelegt hat, ist ein Zeichen seiner Karrieresucht.
    Wenn dieser Mensch in den Medien auftritt, ebenso Herr Söder und die herbe Frau Emilia Müller ( ihr Standardausdruck mit einer eisernen Mine: w i r m ü s s e n ) mache ich sofort den Fernseher aus.
    Man muss sich nur wundern, was diese beiden Männer für Frauen zu Hause haben, dass sie immer so unangenehm auffallen.
    Weitermachen, diese 3 können der CSU nur schaden.

  • El

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    Frau Rentnerin
    ich schließe mich vollinhaltlich Ihrem Klischee an:
    Diese beiden Männer sollten mal eins mit der Bratpfanne über die Rübe kriegen, wenn sie nach einem Volksverdummungstag die Wohnung betreten. Dann wäre schnell wieder Ruhe im Karton, jawoll !

  • Hans

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    „An ihrer Sprache sollt Ihr sie erkennen“ ist der Titel eines vielzitierten Aufsatzes aus dem Jahr 1938 von Hans Jacob zum Sprachgebrauch der Nationalsozialisten.

  • Dominus vobiscum

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    Endlich halten die Kirchen dem verlogenen C der CSU den Spiegel vor. GV Fuchs, Bischof Bedford-Strohm, Bischof Woelki, Kardinal Marx, Erzbischof Dr. Heße u.a. . Das tut weher als jede Kritik von links.

  • Lothgaßler

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    Ein „CSU-Geralsek(t)retär“ (in Anlehnung an den kleinen Verschreiber im Text oben) ist ein Mensch, der gelegentlich an seiner eigenen Schleimspur ausrutscht (in Erinnerung an ein jährlich sich wiederholendes Singspiel) und ansonsten für die CSU laut und hart auf alles und jeden draufhaut. So haben es auch seine Vorgänger gehalten.
    Welche Integration wollen wir eigentlich? Diese Unbestimmtheit ist politisch gewollt, eine Klärung wäre mühsam und schmerzhaft. Ist Integration gleichzusetzen mit Einbürgerung? Das würde schlagartig geschätzte Zweidrittel auf die Straße treiben. Ist Integration gleichzusetzen mit einem Mindestmaß an Anpassung, aber Erhalt der Identität und kulturellen Eigenheiten? Soviel Fremdheit wäre vielen auch wieder nicht geheuer. Reicht es aus sich an Recht und Gesetz zu halten und Deutsch zu sprechen, oder braucht es mehr? Soll es ein ewiges Bleiberecht für anerkannte Flüchtlinge/ Asylsuchende geben, oder nur eine Recht bis zum Wegfall der Flucht-/ Asylgründe? Wieviel Härte gegenüber Zuwanderungswilligen ist vertretbar, ab wann verraten wir unsere eigenen Werte (und welche sind uns wirklich wichtig)?
    Auch wenn Scheuer und die CSU eine Sprache sprechen die mir nicht gefällt, einige Sachverhalte werden darüber deutlich angesprochen, deren politische Aufarbeitung endlich erfolgen muss. Politische Aufarbeitung kann nicht durch einige wenige Berufspolitiker per Machtworte erfolgen, sondern muss in unserer Gesellschaft verhandelt werden.

  • ExRA

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    Warum hackt jetzt alle Welt auf dem armen Herrn Scheuer herum? Der Bub kann doch nix dafür. Wie ein Kampfhund von seinem Herrchen wird er ohne Unterlaß von den Führern seiner Partei aufgehetzt und scharfgemacht und ist schließlich als Generalsekretär und damit Sprachrohr der CSU angesichts der stetigen Wählerabwanderung zur AfD ja förmlich dazu gezwungen, mal wieder einen rauszuhauen fürs Volk. Und macht er es dann, kriegt er alleine aus Maul. Das ist doch nicht fair, oder?
    Viel entlarvender als das, was aus dem Munde des Herrn Scheuer kam und kommt, ist doch die Reaktion der Partei-Führung: Abwiegeln nach dem Motto „Mißverständnis“ oder „nicht so gemeint“. Diese Verlogenheit ist einfach zum Kotzen.

  • hutzelwutzel

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    @ExRA
    Danke! Da stimme ich Ihnen VOLLUMFÄNGLICH zu, denn wenn man einen Kampfhund heranzüchtet, kann man nicht erwarten, dass dieser später ein Schmusekater wird. ;-)

    Generalvikar gegen Generalsekretär?
    ————————————————-
    Könnte es nicht sein, dass der kleine Doktor der CSU langsam insgesamt zu unangenehm wird? Alle machten bisher Karriere, jetzt wäre dann auch Scheuer dran, doch für den gibts weder ein Heimatministerium, noch eine Aussicht wie Dobrindt nach Berlin zu entschweben. Dies dürfte Scheuer gewaltig stinken, so dass man auch denken kann, dass man den jetzt schnell loswerden will.
    Würden ja einige bereits auf den Posten warten, um später „voll integriert“ wieder in der CSU Fuß fassen zu können. Ich denke da z. B. an v. Guttenberg. Weiß vielleicht noch jemand Karrieristen die Scheuer nachfolgen könnten? ;-)

  • Hans

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    Bitte erst lesen, hören was Herr Scheuer wirklich gesagt hat und sich bitte dann aufregen.

  • Martin Oswald

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    Wir haben dem Kommentar ein Update hinzugefügt: „Wortwörtlich ist die Aussage so nicht getroffen worden. Durch ein in den sozialen Medien vielfach geteiltes Bild des BR mit Berufung auf die Mittelbayerische Zeitung ist der Eindruck entstanden Scheuer hätte dies exakt so formuliert. Weil sich Generalvikar Fuchs wortgleich auf dieses fehlerhafte Zitat berief, haben wir es in diesem Kommentar auch so belassen. Im Bericht über den PresseClub haben wir allerdings richtig zitiert und holen es nun auch hier nach. Wortwörtlich heißt es korrekterweise: „Das Schlimmste ist ein Fußball spielender, ministrierender Senegalese, der über drei Jahre da ist, weil den wirst Du nie wieder abschieben. Aber für den ist das Asylrecht nicht gemacht, sondern der ist Wirtschaftsflüchtling.“

  • joey

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    ich glaube nach dem audio im BR, daß er von einem Singhalesen spricht, nicht von einem Senegalesen.-)

    Übrigens: er hat „den Böhmermann“ vorgeschaltet „entschuldigen Sie die Sprache“. Er spricht hier ja nur die Sprache des Volkes. So kenne ich diese Sprüche auch von der Baustelle, das ist nicht immer Presseclub tauglich. Die AfD wird ja auch nicht im Presseclub gewählt. Die CSU ist halt die letzte Volkspartei und will es bleiben. Ich glaube, daß eine gute Zweidrittelmehrheit „des gemeinen Volkes“ Scheuer inhaltlich stützt.

    Er sagt übrigens nicht, daß es schlimm ist, wenn ein Singh- oder Senegalese ministriert, „schlimm“ bezieht sich inhaltlich auf das Problem von langjährigen persönlichen Beziehungen, wenn eine Amtshandlung ansteht.

    Sene- oder Singhalesen können ja ganz locker mit Niederlassungserlaubnis nach Deutschland kommen: sie müssen nur Priester werden oder Fußballstar. Es ist letztendlich nur eine Frage des gesicherten bzw hohen Einkommens.

  • Ronald McDonald

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    Diesem Blog sei Dank für die blau unterlegte (heimliche AfD-Spende erhalten?!) Dokumentation der Dr.(CZ, Bayern, Berlin) Andreas Scheuerschen Ansagen zur Diagnose der Zustände in diesem Lande, an denen seine („Volks“-) Blockpartei seit Jahrzehnten kräftig mitschuf in Zeiten der Regierungsverantwortung (Bund und Land) und der Opposition (Bund) – entgegen ihrer genau gegenteiligen und wählertäuschenden jeweiligen Wahlausagen.
    Eine Frau Monika Hohlmeier, geb. Strauß MdEP, zum Beispiel, entblödete sich in den 90iger Jahren des letzten Jahrhunderts nicht, als damalige Staatssekretärin oder als damalige Ministerin im bayerischen Landesdienst, der damaligen balkanösen Völkerwanderung ins deutsche Sozialsystem euphorisch das Wort zu reden: der Freistaat habe soundsoviel tausend Kosovaren, Bosnier et cetera pp. mehr aufgenommen als er dies nach der damaligen Bundesqote hätte tun müssen.
    Ein Minderteil dieser Bayern damals durch ihre pure Anwesenheit beglückenden Fachkräfte für Alles und Nichts sitzt bis heute im Freistaat und erfreut sich dessen sozialer Wohltaten – so viel zur Dr.(CZ,Bayern,Berlin) A. Scheuerschen Wähler-Blendgranate „Wir müssen .. schnell wieder … zurückführen, sobald dort Frieden herrscht“ -, wenngleich zur Freude einheimischer Arbeitgeber manche der Verbliebenen sich lohndrückend im Bau- und Reinigungsgewerbe einsetzen/ausbeuten ließen und lassen. Wenigstens für diese CSU-Wählerschaft hat sich bislang diese Capital-Soziale-Unionspolitik gerechnet.
    Immerhin gehört dem Herrn Doktor (CZ,Bayern,Berlin) Andreas Scheuer der Verdienst „wortwörtlich korrekterweise“ anhand einer griffigen Phänotypisierung die Crux der „Asylanten“-Rückführung klargestellt zu haben.
    Herr Doktor (CZ/Bayern/Berlin) A. Scheuer, Sie sind Ihrer Vornamensbedeutung wert – jedenfalls bis zum Ende der nächsten Landtagswahl.
    Darum bleibt zu hoffen, daß sich dann die Wähler von Ihnen nicht haben „bescheuern“ lassen und die Alternative zu Ihresgleichen küren.

  • Robert

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    @Joey
    Ja stimmt, der Scheuer spricht von „Singhalesen“. Also: Alles zurück! Der SPIEGEL muss sofort eingreifen und erneut Korrektur fordern!
    So geht das überhaupt nicht, falsch korrigieren.

    Scheuer hätte dann irgendwie recht, denn, da bin ich mir sicher : einen „ministrierenden Singhalesen“ kann man wirklich nie abschieben, denn so Einen gibt es doch überhaupt nicht!

    Andererseits um mit Kottan zu vermuten: Sind nicht alle Senegalesen Singhalesen?

    Im Ernst: der H. Generalsekreteur hat bei seinem Untergangsszenario nur zwei seiner rassistischen Schubladen nicht auseinanderhalten können.

  • Coffin Corner

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    Ob aber ausgerechnet Herr Fuchs und das Bistum Regensburg die richtigen Ansprechpartner für humanitäre Fragen sind, darf doch bezweifelt werden.
    Ich denke, die sind bisher nicht positiv aufgefallen: Bei den Mißbrauchsexzessen zum Beispiel.

  • wahon

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    Scheuer ist ein Rassist, und Rassisten gehören ins Gefängnis.

  • Scheuers Sengalese | WilliLeaks

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    […] durfte er unbegleitet und, wie es die Aura des Ortes so will, sagte er gleich selber etwas. „Das Schlimmste“, sagte er, „ ist ein fußballspielender, ministrierender Senegalese. Der ist drei Jahre hier – als […]

  • Andreas B.

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    Hallo!

    Was Andreas Scheuer da treibt, nennt sich Sozialchauvinistische Propaganda. Das ist absolut nichts neues und typisch für den Radikalen Nationalismus.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Chauvinismus

    Propaganda hatte allerdings noch nie etwas mit Rassismus zu tun. Selbst bei 24/7 Dauerhetz-Propaganda würde mir 100%ig niemals in den Sinn kommen, mich anderen gegenüber rassistisches zu verhalten. Es gibt nicht Den Rassismus als allgemeines Merkmal menschlicher Gesellschaften. Die in der Rassismusforschung aktuell am breitesten akzeptierte Rassismusdefinition stammt von dem französischen Soziologen Albert Memmi:
    „Der Rassismus ist die verallgemeinerte und verabsolutierte Wertung tatsächlicher oder fiktiver Unterschiede zum Nutzen des Anklägers und zum Schaden seines Opfers, mit der seine Privilegien oder seine Aggressionen gerechtfertigt werden sollen“

    Die Grundlage des Rassismus besteht in der nachdrücklichen (Über-)Betonung oder Konstruktion tatsächlicher oder fiktiver Unterschiede zwischen Rassist und Opfer. Der Unterschied ist der Angelpunkt rassistischer Denk- und Handlungsweise. Memmi weist ausdrücklich darauf hin, dass es sich dabei um einen «allgemeinen Mechanismus» handelt, er „[Der Rassismus] beschränkt sich weder auf die Biologie noch auf die Ökonomie, die Psychologie oder die Metaphysik; er ist eine vielseitig verwendbare Beschuldigung, die von allem Gebrauch macht, was sich anbietet, selbst von dem, was gar nicht greifbar ist, weil sie es je nach Bedarf erfindet“.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Rassismus

    Andreas Scheuer hingegen erzählt unrealistischen und unsachgemäßen Schwachsinn.
    Die römisch-katholische Kirche in Senegal ist Teil der weltweiten römisch-katholischen Kirche unter der geistlichen Führung des Papstes und der Kurie in Rom. Im Senegal findet man zwar das Katholische Christentum als Minderheit vor, aber keine Römisch-Katholisch-, Altkatholisch-, Anglikanisch- oder Orthodox-Klerikale Diözese mit Ritus, Diakonie und klassisch definierten liturgischen Dienst(Ministrant) wieder. An dem offenen und toleranten Verhältnis zwischen Christen und Muslimen im Senegal, könnten sich die Scharfsinnig Gesinnten innerhalb der Deutschen Gemeinschaft, z.b. ein Andreas Scheue ruhig mal ein Beispiel nehmen.
    https://www.evangelisch.de/inhalte/107092/08-12-2011/im-senegal-hat-liebe-keine-religion
    https://de.wikipedia.org/wiki/Senegal#Religion

    Einen in Bayern ministrierenden Senegalesen mit irrelevanter sportlicher Aktivität, sollte man zu erst mal als vollumfänglich Erfolgreich integriert betrachten und dann ins Museum stellen lol. Es ist der erste seiner Art! Das Schwachsinnige in der Sache ist nur, das es in der Realität keine Senegalesischen Flüchtlinge gibt. Im Senegal gibt nichtmal eine relevante Fluchtursache. Wer bei Andreas Scheuer wirklich eine Kulturrassistische/Ethnopluralistische Gesinnung vermutet, der sollte sich seine These auch dementsprechend definiert in Frage stellen und die Antwort recherchieren. Der ständige Fingerzeig mit dem verallgemeinerten Rassismusbegriff als Schuldvorwurf, ist nämlich nichts anderes als glasklarer Rassismus!

    Wie kommt ein CSU-Generalsekretär überhaupt zu dem Analogieschluss bzw. der überspitzten Äusserung, das es Senegalesische Flüchtlinge gibt welche sich in Deutschland aufhalten und zudem im liturgischen Dienst einer Katholischen Amtskirche befinden? Andreas Scheuer hätte auch von einem Eritreer sprechen können, wodurch die Äusserung sinngemäß im bereich des möglichen liegen würde! Das unsinnige Geschwafel innerhalb der bewusst getätigten Propaganda, kann nur einem Bestätigungsfehler bedingten, kognitiven verzerrten Meinungsbild über den Senegal unterliegen. Soweit mir bekannt, findet sich ein solches Zerrbild nur in der Islamfeindlichen Hetzpropaganda, welche von der [Richtungsangabe]klerikalen Organisation „Open Doors“ propangiert wird. Nur laut dem „Open Doors – Weltverfolgungsindex“ werden in Senegal, Christen Religiös diskriminiert und verfolgt. Anders kann Ich mir den kleingeistigen Trugschluss, wodurch die Propaganda gegenüber dem bekannten Sachverhalt, lediglich die funktion der Selbstdarstellendung als maximal Volldoof erfüllt, nicht schlüssig erklären.

    Wer Eindimensionalen und indifferenzierten „Studien“, blindlinks und ohne Selbstrecherche seinen Glauben schenkt und diesen maximal beschränkten Schwachsinn auch noch zum selbstzweck als Propaganda raus posaunt, dem fehlt eindeutig das intellektuelle Format für ein ausgeprägtes Strukturniveau. Jemand der nicht zur Selbstreflexion und Selbst-Objekt-Differenzierung fähig ist, wird auch für jegliche rassistisch diffenrenzierte Übervorteilung, Geistig viel zu kurz angebunden sein. Ein Geringes Strukturniveau zeichnet sich auch in Konfliktsituationen, durch den bevorzugten Abwehrmechanismus der Idealisierung bzw. Entwertung ab. Das ein Andreas Scheuer bewusst im rassistisch Kontext argumentiert, passt nicht wirklich ins Bild. Was man in seinem weichem Keks gerantiert findet, ist sein vom Dunning-Kruger-Effekt aufgeblasenes Ego.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Best%C3%A4tigungsfehler
    https://de.wikipedia.org/wiki/Strukturniveau
    https://de.wikipedia.org/wiki/Dunning-Kruger-Effekt
    http://www.schantall-und-scharia.de/wie-open-doors-christen-zur-meistverfolgten-glaubensgruppe-gemacht-hat/

    Eins muss man der CSU aber lassen. Noch besser kann man den Posten des Generalssekretär einfach nicht besetzen. Jede andere politische Position zum Quacksalbenden wannabe Politiker, setzt Sachverstand bei der Geschichte mit den Grundrechten voraus.
    http://www.grundrechteschutz.de/

  • ne

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    .Martin Oswald. Wir haben dem Kommentar ein Update hinzugefügt: „Wortwörtlich ist die Aussage so nicht getroffen worden. Durch ein in den sozialen Medien vielfach geteiltes Bild des BR mit Berufung auf die Mittelbayerische Zeitung ist der Eindruck entstanden Scheuer hätte dies exakt so formuliert.

    Also habt ihr Mist gebaut, lasst aber trotzdem so eine Seite „Das CSU-Gesicht für den rechten Mob“ online?!
    Ekelhaft. Das soll Journalismus sein?

  • Martin Oswald

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    Wie in dem Update erläutert wird, haben wir eben nicht Mist gebaut. Es ging hierbei lediglich um die exakte Wiedergabe des Zitats, nicht um den Sinngehalt der von Scheuer getätigten Aussage.

    Mit Blick auf die weiteren Ausführungen in dem Kommentar gibt es keinen Grund die Schlagzeile nachträglich zu verändern oder den Artikel offline zu stellen.

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