Buchkritik "In Liebe, Jana!"

Ein tragisches Buch

Anja Wolbergs, die Ehefrau des suspendierten Regensburger Oberbürgermeisters, hat einen Roman über die „Spendenaffäre“ geschrieben. Protagonsitin Jana Wolters erlebt darin die Trennung von ihrem Mann Jonas Wolters, staatsanwaltschaftliche Ermittlungen gegen ihn und seine Inhaftierung. Zur Erhellung der politischen Dimension der Affäre trägt das Buch allerdings nichts bei.

Anja Wolbergs: In Liebe, Jana! – Ein Skandal und große Gefühle in Regensburg. Bild: MZ-Buchverlag / Battenberg Gietl Verlag

„Von einigen früheren vermeintlichen Freunden verabschiedete sie sich. Sie waren ihre Energieräuber, so nannte sie Menschen, die ihre Akkus aussogen und nur in guten Zeiten an ihrer Seite standen. Und dann gab es noch die Pfauen, mit denen sie noch nie etwas anfangen konnte. Als Pfauen bezeichnete sie heimlich die Selbstdarsteller, die ebenso wie das schöne Tier ihr gefiedertes Rad schlugen, um aufzufallen. Wenn sie sich umdrehten, sah man allerdings ihren nackten Arsch.“

Jana Wolters blickt auf Erlebnisse der vergangenen Monate zurück, über die sie ein Buch schreibt und charakterisiert schon einmal vorsorglich diejenigen, die „sich den Mund über ihr Buch zerreißen“ werden. Jana Wolters ist die Protagonistin in Anja Wolbergs’ kürzlich veröffentlichtem Roman „In Liebe, Jana!“. Sie schreibt über ihre „Erzfeinde, […] ihre Familie, Kollegen, Freunde und Bekannte“, die in den „schlimmsten Stunden in ihrem Leben“ eine Rolle gespielt haben.

Davor muss die Mutter zweier Kinder (Luis und Elli) und Haus- und Bankkauffrau einige Rückschläge verkraften: Ihr Mann, Regensburgs Oberbürgermeister Jonas Wolters, verlässt sie wegen einer anderen Frau (Gisela), gerät aufgrund auffälliger Parteispenden ins Visier der Staatsanwaltschaft und wird später sogar in Untersuchungshaft genommen.

Jana erlebt Vernehmungen, Durchsuchungen, Verleumdungen und vor allem durch Medien befeuerte Gerüchte und Spekulationen über die Ermittlungen, die erhobenen Vorwürfe und ihr Privatleben:

„Immer wieder gab es neue Verdächtigungen, alles wurde öffentlich breitgetreten. Es war für sie nicht leicht und sie kam sich vor, als stände sie am Pranger in der historischen Folterkammer.“

„Papier war geduldig und wir konnten schreiben“

In zwei Handlungssträngen schildert der Roman Ereignisse rund um die Ermittlungen gegen Jonas Wolters. Die Erzählung legt dabei den Fokus durchweg auf Jana, der sie jeweils im Kapitelwechsel entweder unmittelbar und auktorial in dritter Person oder durch die Augen und Gedanken des Lokaljournalisten Georg Rummel folgt.

Ich-Erzähler Rummel ist Redakteur bei der Regio-Press und als Vater ihres ehemaligen Verlobten mit Jana bekannt, weshalb er von der Chefredaktion auf sie angesetzt wird, um durch und über sie mehr im Fall Wolters zu erfahren. Er hadert jedoch immer mehr mit sich und seinem Beruf, von dessen Funktionsweise er sich zunehmend entfremdet:

„Papier war geduldig und wir konnten schreiben. Unser Umsatz stieg, und die Chefs waren zufrieden. Die Leser hatten ihre Geschichten und falls etwas nicht passen sollte …, ach egal. Jeder konnte sich ja schließlich seine Meinung selbst bilden.“

Reißerisch sollen Rummels Artikel sein und „möglichst viele Adverbien“ beinhalten. Fakten sind der Regio-Press nichts wert, nur die Kohle zählt. Rummel will aber nicht mehr so schreiben, begegnet Jana mit wachsender Empathie und zweifelt Behörden und Ermittlungsergebnisse an.

Was ist Fiktion? Was ist Realität?

Muss sich bald vor Gericht verantworten: Joachim Wolbergs. Foto: Archiv

Kurz bevor der Prozess gegen ihren Ehemann eröffnet wird, legt Anja Wolbergs einen nicht ganz 200-seitigen Roman vor, dessen autobiografische Motivlage und Realitätsbezüge so offensichtlich sind, dass der Hinweis darauf schon fast obsolet ist. Wenngleich nicht ganz. Die spannende Fragestellung, die über die reine Romanhandlung hinausweist, ist: Wie viel Fiktion und wie viel Realität stecken in diesem Buch tatsächlich?

Die augenscheinlichste Fiktionalisierung findet sich in der Namensgebung der Wolters, deren reale Vorbilder völlig eindeutig sind. Namentlich nicht explizit genannt, aber dennoch eindeutig realen Entsprechungen zuordenbar sind beispielsweise Parteien, Medien, Orte wie Cafés oder Restaurants, „der hiesige Fußballverein“ und ein Staatsanwalt. Auch Daten, Zahlen und Zeitpunkte (die objektiv nachzuvollziehen sind) entsprechen der Realität. An einer grundsätzlichen Fiktionalisierung Regensburgs und bestimmter Akteure hat die Autorin also kein Interesse, im Gegenteil scheint ihr vielmehr die genaue Identifizierbarkeit ein Anliegen zu sein.

Ein Lokaljournalist als Über-Ich

Durch die kaum verfremdete Rahmenhandlung und das Setting des Romans ist wiederum Anja Wolbergs’ Botschaft klar: Auch die Gefühle Janas, ihre Erlebnisse, ihr Leid, ihre Haltungen und Ansichten sollen authentisch sein. Es soll echt sein.

Einzig Georg Rummel, der Journalist bei der Regio-Press, ist eine erfundene Figur, die sich am ehesten als Mix aus Personen in Anja Wolbergs’ Umfeld und ihr selbst liest und zu ihren Selbstbetrachtungen (die fast ausschließlich Selbstlob sind) eine gewisse taktische Distanz herstellt.

Ein Über-Ich, das Sätze sagt, die Jana gerne über sich hören möchte. Rummel denkt über sie zum Beispiel:

„Sie war menschlich, sie hatte Fehler, war nicht perfekt, aber sie war präsent und zum Anfassen. Sie ging ihren ganz eigenen Weg, wie sie es schon immer getan hatte. […] Menschen faszinierten sie und sie faszinierte die Menschen“, „sie kämpfte, für ihre Kinder, für ihren Jonas und gegen alle anderen“ oder „Jana aber wünschte niemandem das, was sie erlebt hatte. Für mich zeigte sie in diesem Augenblick wieder einmal wahre Größe“.

Alles für Jonas‘ Traum!

Das Buch ist eine Verteidigungsschrift, die bei Formulierungen zwanghaft und ganz unbelletristisch bemüht ist, juristisch astrein daherzukommen. An den restlichen (viel zu vielen) Stellen ist es eine Ansammlung von Kalendersprüchen, Allgemeinplätzen und Horoskopsentenzen, die Gefühle und geistige Tiefe imitieren sollen. So etwas wie Humor oder stilistische Verve sucht man vergeblich. Ausnahmslos alle Charaktere bleiben intellektuell äußerst flach. Jana, die sich (wie sollte es auch anders sein?) für Esoterik begeistern kann und auch sonst jedes Hausfrau-und-Mutterklischee erfüllt, wird von der Autorin kindlich-naiv, ja vielfach regelrecht dumm gezeichnet.

Immer wenn Jana philosophisch werden will, wirkt es als wäre sie selbst mit Malen nach Zahlen überfordert. Alles für die Familie, alles für die Kinder, alles für den Haushalt! Manchmal in Oberisling joggen, um die „Energieakkus“ aufzuladen, Frauen-Stammtisch, Kaffee im Rosarium, Spaghetti Creola im Ninoverso, Hähnchenspieße mit Erdnuss-Saté im Nam: Das ist Glück für Jana, die nicht „Frau vom“ Wolters, sondern „seine Frau“ sein will.

Das Wichtigste aber ist: Alles für Jonas! Daraus macht Jana nie einen Hehl und unterwirft sich dem Vater ihrer Kinder bedingungslos, um ihn „zu unterstützen, seinen Traum mit zu leben, obwohl es gar nicht ihr eigener Traum war.“

Anja Wolbergs im Wahlkampfeinsatz für Joachim Wolbergs‘ Traum 2014. Bild: SPD Regensburg

Jana ist eine tragische Figur

Was ihr eigener Traum eigentlich wäre? Der „eigene Weg“, von dem sie so oft fantasiert? Das könnte an der Figur tatsächlich interessant sein und verspräche ihr zumindest ein bisschen Kontur zu verpassen. Im Roman bleibt aber der einzige Traum Janas, Jonas zu gefallen. In diesen Lebensinhalt investiert sie viel und versteift sich ohne jegliche Befähigung zur Selbstreflexion in diesem devoten Dasein. Selbstgeißelung als Ideal. Jana ist eine tragische Figur.

Beispielhaft für die grenzenlose Naivität der Hauptfigur sind Frauenzeitschriftpsychologismen, die Jana vor sich hersagt oder die ihr Freunde und Bekannte einreden. Es sind Passagen wie

„ich habe viel nachgedacht und mir mein Lebensmotto, dass alles im Leben einen Sinn macht, wieder ins Gedächtnis gerufen. Man kann ihn nur oft nicht gleich erkennen. Jeder Schlag, den ich einstecken musste, hat mich weitergebracht“

oder

„Liebe war kein Gut, das man besitzen konnte. Sie war ein Geschenk, das man erhielt und es war kostbar. Man konnte sich daran erfreuen, aber man wusste nie, ob es ewig halten würde“,

die demonstrieren, wie geistarm Jana ist und zugleich wie anspruchslos dieses Buch verfasst ist.

Knastschilderungen sind beklemmend

Seine besseren Momente hat der Roman in den Knastschilderungen. Die Berichte, wenn Jana Jonas in der Haft besucht, sind trotz literarischer Stümperhaftigkeit beklemmend und auch deshalb ein Lichtblick im Buch, weil Jana eine kognitive Entwicklung durchmacht. Ihr kindliches Urvertrauen in den Staatsapparat wird mit der Realität der Untersuchungshaft, den Schikanen und der Abgestumpftheit der Verfolgungsbehörden konfrontiert und sie reift daran.

Der Schock, dass das Entwürdigende der Untersuchungshaft unerwartet auch eine allzu privilegierte Familie treffen kann, löst bei Jana auch allgemeinere und grundsätzlichere Reflexionen aus, die sicherlich weitere Ausführungen verdient hätten. Dazu kommt es aber nicht, Jana ist zu sehr mit sich selbst beschäftigt.

Roman bringt keine Erhellung in Spendenaffäre

Wer sich fragt, ob das Buch auch einen Beitrag zur Erhellung der Regensburger Spenden- und Korruptionsaffäre liefert, wird jedoch bitter enttäuscht. In Liebe, Jana! ist ganz im bisherigen Wolbergs-Duktus gefangen: Alle Beteiligten sind unschuldig, alle haben richtig gehandelt, die Spenden sind alle korrekt verbucht und so weiter und so fort. Diese Mantras kommen auch im Buch ohne weitere Argumente aus.

Diejenigen, die den Wolters nicht glauben (was auch immer das genau heißen soll), sind Feinde. Die Familie Wolters/Wolbergs kennt nur Freund oder Feind. Letzteres sind vor allem Journalisten, Staatsanwälte und „Genossen“. Ihren Ich-Erzähler lässt Anja Wolbergs sagen:

„Einige Parteikollegen von Jonas Wolters ließen ihn fallen wie eine heiße Kartoffel. Obwohl sie sich zum Teil nur deshalb jetzt Stadträte nennen durften, weil durch Jonas und den geführten Wahlkampf die ‚Roten‘ zur stärksten Kraft geworden waren, suchten sie nun größtmöglichen Abstand“.

Ortsvereinskassiererin hat zu gestückelten Spenden nichts zu sagen

In Liebe, Jana! ist kein Enthüllungsbuch, aber es ist wirklich aberwitzig, dass ein fiktionalisierter Text, der sich der vorliegenden Thematik widmet, nicht einmal den Versuch unternimmt Motivlagen, Befangenheiten, Abhängigkeiten, Zweifel, Interessen, Versuchungen und Machtspielchen der im kommunalpolitischen Betrieb handelnden Personen zu ergründen.

Zu Wahlkampfzeiten war das Private noch politisch: Stadtratskandidatin für Team Wolbergs (aka SPD) und OV-Kassiererin Anja Wolbergs. Bild: SPD Regensburg / Hallo Regensburg!

Der Kassiererin des „öffentlich denunzierte[n] Ortsverein[s]“ der „Roten“, über den Dutzende gestückelte Parteispenden zur Wahlkampffinanzierung abgewickelt wurden, sind diese Themen egal. Sie hat zur Sache überhaupt nichts zu sagen.

Anja Wolbergs hat sich bisher nicht zur Regensburger Parteispendenaffäre geäußert und bleibt sich in dieser Hinsicht treu. Sie hat jetzt allerdings einen Roman veröffentlicht, der nichts zur Aufklärung und Erhellung der Sachlage beiträgt, sondern schlichtweg ratlos macht.

In einem von der MZ zur Buchvermarktung groß inszenierten Interview sagte Anja Wolbergs, dass „Privates privat bleiben“ sollte. Erreicht hat sie, dass Privates nun öffentlich und Politisches privat sind. Das ist ja auch etwas.

In Liebe, Jana! ist ein in jeder Hinsicht tragisches Buch.

Zum Buch: Anja Wolbergs, In Liebe, Jana! – Ein Skandal und große Gefühle in Regensburg, MZ-Buchverlag/Battenberg Gietl Verlag, Regenstauf 2018.

Bitte unterstützen Sie eine unabhängige Berichterstattung in Regensburg.

 
Verein zur Förderung der Meinungs- und Informationsvielfalt e.V.
IBAN: DE14750900000000063363
BIC: GENODEF1R01

Kommentare (38)

  • R.G.

    |

    Die Dame ist mit ihrer bewiesenen Haltung nun in höchste Kreise verheiratbar.
    ; )
    Möge ihr das Schicksal hold bleiben.

  • talberg

    |

    vielen dank für diesen wunderbar trockenen beitrag nach soviel schmalz

  • Giesinger

    |

    Hey Martin Oswald, nochmals vielen Dank für diese Buchkritik!
    Im Feinsender vor einer Woche habe ich schon gemerkt, Du hast das echt drauf! (Weißt schon, vom Gefühl her, ich spüre das).
    Toll wie Du das schreiben kannst. Ist schon voll dein Ding, oder?

    Jetzt komme mir bitte nicht jemand daher, der sagt, ich solle den Roman doch erstmal lesen…

    Niemals, gell David!

    Da vertraue ich jetzt mal dem Martin Oswald, den ich von seinen Artikeln und seiner Tätigkeit im Feinsender hier kenne.

    Es grüßt Euch, da Giesinger

  • Mr. T

    |

    Zum Fremdschämen ist die Geschichte um die Familie Wolbergs viel zu tragisch.
    Erinnert aber leider irgendwie an die C-„Promis“, die im RTL-Frühstücksfernsehen einen Seelenstriptease veranstalten und hoffen, dann zum Dschungelkönig gewählt zu werden oder eine Karriere als Ballermann-Sänger einschlagen zu können.
    Frau Wolbergs hätte abgesehen von ihren Verstrickungen als Schatzmeisterin des Ortsvereins allerhöchste Privatsphäre und Ruhe um ihre Person und ihre Kinder notwendig. Also quasi das, was sie bis zur Veröffentlichung des Buchs halbwegs gehabt hat. Sie war aus der Schusslinie und läuft jetzt völlig entblößt aufs Schlachtfeld.

  • Günther Herzig

    |

    Erhellend, wo bis jetzt nur Vages die Sicht bestimmte.

  • Lothgaßler

    |

    Die Frage ist: Warum tut sie das überhaupt und warum jetzt?
    Ihr selber hilft das Buch nur bedingt, es ruft aber in Erinnerung, dass nicht nur die Person des OB Wolbergs betroffen ist, sondern auch seine Familie. Für eine Entlastung in eigener Sache ist der Roman untauglich, auch wird die Geschichte kaum jemand lesen.
    Wer hat an dem Roman mitgeschrieben, wer die rechtlichen Fallstricke rausgestrichen, wer die Autorin beraten? Ich hoffe doch nicht, dass diese Person(en) mit den Rechtsbeiständen des OB Wolbergs identisch ist/sind, sonst sehe ich finster für OB Wolbergs.

  • Bekennerin

    |

    Gelungener Artikel und Kompliment an Autor des Artikels. Was das Buch anbelangt, ich hab’s gelesen und muss sagen, man kommt aus dem Kopfschütteln nicht mehr raus, was Frau Wolbergs anbelangt. Wie kann man nur so vieles aus dem Privatleben der Öffentlichkeit preisgeben. Wie kann man so absolut unkritisch seinem Partner gegenüber sein, der sie verlassen hat und auch in einer kostenlosen Zeitung bekannt gegeben hat, dass er eine Neue hat. Ach ja ich vergass, er war ja sooooo ehrlich und das wär ja so toll. Mein Fazit. Arme Kinder die dieses öffentliche Hausfrauengeschreibe aushalten müssen. Wieder mal sind sie die Verlierer. Geholfen hat sie mit dem Buch niemanden. Oder doch! Der Haushaltskasse. Ein Spendenaufruf zur Unterstützung der Prozesskosten von der Familie Wolbergs wär ehrlicher gewesen.

  • xy

    |

    Kann eine einfache Sparkassenangestellte wirklich einen Roman schreiben? Wenn da nicht ein Ghostwriter dahinter steckt…

  • Barnie Geröllheimer

    |

    „Die Frage ist: Warum tut sie das überhaupt und warum jetzt?“
    Ganz einfach: Das Gehalt bei der S wird nicht ausreichen, um die noch kommenden finanz. Verpflichtungen erfüllen zu können. Und jetzt, weil sich ab dem 24.09 alles um Herrn Wolters drehen wird und niemand diese Schmonzette mehr wahrnimmt.

  • R.G.

    |

    Diese Woche bewegen mich zwei komplexe Fragen.

    Ob Gerhard Schröder im katholischen Sinne unschuldig in die fünfte Ehe ging.
    Ob die weiter bestehende Loyalität der vom Gatten Bürgermeister geschassten Frau Anja W.. zum Ex, dessen (politische) Unschuld beweist.

    Nach Herrn Oswalds übrigens urwitziger Buchkritik befürchte ich ich, nur eine Zeitung aus der Mitte Bayerns wird mir die ersehnten Antworten geben können.

  • Günther Herzig

    |

    R.G. war das urwitzig oder aberwitzig?

  • Markus Frowein

    |

    Danke, jetzt weiß ich, warum mich das Privatleben von Politikern und anderen
    „Eliten“ noch weniger interessiert hat, als ihr ständiges Gesülze in den Medien.

  • Bertl

    |

    Als Kassiererin des in die Affäre verwickelten Ortsvereins hätte sie besser geschwiegen. Wenn sie als Ex-Ehefrau des in der Affäre Hauptangeklagten sich zur Bewältigung der Angelegenheit etwas von der Seele schreiben muss, hätte sie das besser in Tagebuchform gemacht und mit einem Therapeuten durchgearbeitet. Ich werde mir das Buch nicht antun.
    Manchmal sagt schon der Verlag viel über die Qualität eines Buches aus.

  • R.G.

    |

    Das Buch böte sich perfekt als Weihnachtsgeschenk für die Belegschaft irgendeines Regensburger Betriebes an.
    ; )

  • liltroll

    |

    Habe mir das Buch angetan – wenn man mitreden will, dann muss man da einfach durch, auch wenn es wirklich schwer fällt ;-) Oder um es mit Jana Wolters zu sagen „Es stellte mir die Gänsehaut auf“ … inhaltlich wie sprachlich, man weiß gar nicht, was schlimmer ist.
    Wer übrigens nach dem Buch noch nicht genug hat, dem seien die Rezensionen bei Amazon empfohlen … herrlich – es spricht der Frauenstammtisch….

  • Königswiesenweganrainer

    |

    … die derzeit 14 „Kundenrezensionen“ bei Amazon sind größtenteils Fake. Kann man übrigens ganz einfach selbst herausfinden: Man klickt auf den Namen des jeweiligen Rezensenten – et voilà: Rund die Hälfte davon hat sich am 14. August erstmals (!) bei Amazon angemeldet, um just dieses eine Buch mit 5 von 5 Sternen in den Himmel zu loben. — Anders ausgedrückt: Die angeblichen „Rezensenten“ sind Sockenpuppen der Autorin Wolbergs – sie oder der Verlag oder ihr gewogene Personen haben mal schnell einen „total super!“-Kommentar rausgewanzt, um die Verkaufszahlen zu pushen. Diese These wird gestützt von der Tatsache, dass ausgerechnet die wenigen vernichtend negativen Rezensionen (sprich: die wenigen „1 von 5 Sterne“-Rezensionen) von bereits viel länger bei Amazon aktiven Rezensenten stammen…
    — Tja, liebe Autorin: Im Internet unbemerkt Statistiken zu manipulieren ist nicht so einfach, wie man glaubt…

  • Karin Haber

    |

    Das Buch ist literarisch sicher nicht besser, aber auch nicht schlechter als die meisten Texte aus der Regensburg überschwemmenden Regionalliteratur. Da sich Regensburg digital offenbar nun auch feuilletonistisch engagieren möchte, sei sie auf die Fülle an Möglichkeiten hingewiesen. Wen das dann aber interessieren soll, steht auf einem anderen Blatt. Mich jedenfalls nicht. Ich schätze R-d sehr, aber eben vor allem wegen seiner kommunalpolitischen Themen, die fast immer hervorragend recherchiert sind. Im Fall Wolbergs empfand ich den Ton allerdings von Anfang an einseitig und nicht immer angemessen. Dass nun im Rahmen einer „Buchkritik“, die nebenbei bemerkt stilistisch und inhaltlich auch keine Sternstunde des Rezensententums darstellt, nochmal nachgetreten werden muss, finde ich gänzlich überflüssig.

  • gustl

    |

    Ein tragische Buch, das in seiner Trivialität nur noch von den facebook-posts des grünen Bürgermeisters oder von dem Franz-Josef-Strauß-T-Shirt des CSU-Stadtrat Lehner übertroffen wird.

  • Mr. T

    |

    Interessant, das mit den Amazon-Bewertungen! In den Spiegel-Bestsellerlisten wird das Werk aber wohl eh nicht landen. Außerhalb von Regensburg ist es wohl nahezu unverkäuflich und in Regensburg lässt das Interesse einiger Neugieriger wohl schnell nach, wenn es sich rumspricht, dass der Informationsgehalt einen durchschnittlichen Anzeigenblattartikel zum Thema nicht übertrifft.
    Deswegen ist auch die Mutmaßung, Frau Wolbergs habe dies nur dem Geld wegen getan, ein Schmarrn!

  • Taxifahrer

    |

    Personen, die von sich direkt oder indirekt in der dritten Person reden oder schreiben, erinnern machen mir Angst.

  • Markus Frowein

    |

    Etwas Erhellendes hat das Buch dennoch, und zwar ein sehr wichtiges Detail:

    Zitate aus dem Buch (vom Tag des Benefizlaufs (25.10.2015):
    Jonas: „Jana, ich kann nicht mehr mit dir leben“
    Jana: „Warum, Jonas? Hast du jemand Neuen kennengelernt?“
    Jonas: „Nein“

    Zitat aus einem Artikel des Wochenblatts ca. eine Woche später (03.11.2015):
    „Dem Vernehmen nach hat OB Wolbergs die Trennung von seiner Frau herbei
    geführt und lebt in einer neuen Beziehung.“

    Fazit: Herr Wolbergs reagiert, sofern man ihn auf einen Fehltritt anspricht, mit einer
    glatten Lüge wie aus der Pistole geschossen und ohne rot zu werden, was man auch
    in anderen Fällen im Hinterkopf behalten sollte, wo es um weitere Fehltritte geht …

  • Hans

    |

    Modl, hab Dank für die gelungene Rezension. Sehr treffgenau. Erstaunlich finde ich, dass du beim Gefängnisteil des Buches die menschliche Seite würdigst.

    Ich habe „erfreulicherweise“ dieses Buch zum Geburtstag geschenkt bekommen. Ich sollte wohl noch mal die Wahl meiner Freunde überdenken.

    Das sich Anja Wolbergs in ihrem Buch freiwillig und ohne Not selbst düpiert, sowas kommt wohl auch nur in einer Kleinstadt wie Regensburg vor. Die offensichtlich fehlende, aber im Klappentext angekündigte, Fiktion ist eine Sache. Eine andere Sache ist es, welches Bild diese Frau von sich zu zeichnen sucht. „Jana Wolters“ soll wohl eine Art Mutter Theresa und Engel der Menschlichkeit mit Brigitte Weissagungskatalog darstellen. Die zur Schau getragene Naivität, ihre beschämende Gutgläubigkeit, gleichzeitig sich zeigende Ansätze von Hysterie und der hohle Zorn, zeichnen leider das gegenteilig erhoffte Bild von sich selbst.

    Um es mit den Abschlussworten von „Jana“ zu fassen: Ihr Blatt Papier, hat dank ihres Buches, leider kaum mehr weiße Stellen, sondern ist bis zu den Rändern schwarz.

    „In einem von der MZ zur Buchvermarktung groß inszenierten Interview sagte Anja Wolbergs, dass „Privates privat bleiben“ sollte. Erreicht hat sie, dass Privates nun öffentlich und Politisches privat sind. Das ist ja auch etwas.“

    Fehlende Haltung und inkonsistente Erzählstruktur haben dieses Buch unerträglich zum Lesen gemacht und scheinen sich im Leben der realen A.W. durchzuziehen.

  • R.G.

    |

    Jetzt mal ernst, wenn ich ein zukünftig suspendierter Bürgermeister wäre, mit wem würde ich lieber leben, mit einer Frau, deren Mann verdächtigt wird oder mit einer Jungen Dame von gänzlich reinem Ruf?

    Rational alles nachvollziehbar.
    ; )

  • Lutherer

    |

    Wenn Jana die Mutter Theresa ist, bleibt nur noch eines: Mahatma Wolters.

  • Markus Frowein

    |

    -> Man könnte mit so einem Buch bewirken, dass alle glauben, man sei extrem naiv.
    -> Man könnte mit so einem Buch schummeln, dass etwas so aussieht, wie es nicht ist.
    -> Man könnte mit so einem Buch beabsichtigen, dass von Wichtigem abgelenkt wird.
    -> Man könnte mit so einem Buch sogar Rache an einem alten oder neuen Feind üben.
    -> Man könnte mit so einem Buch auch eine schützende Mauer für jemanden bauen.
    -> Man könnte mit so einem Buch so viele Dinge tun, die niemand von einem erwartet.

    So ein Buch kann ein richtiges Zauberding sein, wenn man sich nur richtig Mühe gibt.
    Was könnte man nicht noch alles mit so einem Buch erledigen? Wer weiß es genau?

  • Alfred Meier

    |

    Welchen literarischen Wert dieses Buch hat, sei dahingestellt. Eine Überraschung ist es allemal. Es räumt mit der Spekulation auf, im Falle Wolbergs hätte sich eine verlassene Ehefrau mit einer Strafanzeige gegen ihren Ehemann für dessen Untreue gerächt. Im übrigen ist Anja Wolbergs nicht anzulasten, dass sie als Kassiererin des Ortsvereins Spenden entgegennahm, die möglicherweise von den Spendern gestückelt worden waren. Nach dem Parteiengesetz hätte sie sich nur dann strafbar gemacht, wenn sie diese Spenden selbst gestückelt hätte.

  • Markus Frowein

    |

    @ Alfred Meier (26. August 2018 um 13:34)
    Zitat: „Im übrigen ist Anja Wolbergs nicht anzulasten, dass sie als Kassiererin des Ortsvereins Spenden entgegennahm, … . Nach dem Parteiengesetz hätte sie sich nur
    dann strafbar gemacht, wenn sie diese Spenden selbst gestückelt hätte.“

    Stimmt, Frau W. kann ja nichts dafür, dass es (absichtlich?) eine Gesetzeslücke gibt.
    Aber es ist nicht unbedingt Pflicht, diese Gesetzeslücke auszunutzen, zumal mir als
    Kassier ja auffallen müsste, wenn dutzende Spenden à 9.990,- € gleichzeitig auf dem
    Konto des Ortsvereins eintreffen, wo sonst nur überschaubare Beträge auflaufen.
    Das zeugt weder von besonderer Intelligenz noch von Verantwortungsbewusstsein.

  • eduardo

    |

    @Meier und @ Frowein:
    Beide haben nicht richtig gelesen. In § 31 d Abs.1 Ziff.2 PartG steht noch “ …verbucht oder verbuchen läßt“. Und das ist strafbar.
    Denn unzweifelhaft hat die Dame bereits von Dritten gestückelte Spenden angenommen und verbucht.

  • Stefan Aigner

    |

    @eduardo & andere

    Was auf jede Fall unzweifelhaft ist: Gegen Anja Wolbergs wird in Zusammenhang mit der Affäre nicht ermittelt.

  • Mr. T

    |

    Man sollte sich von Alfred Meier nicht so sehr trollen lassen. Seine Aussagen sind wie immer so absurd, dass es Vorsatz sein muss. Da kann man Hanlon nicht mehr zur Begründung heranziehen.
    Die Spekulation, Frau Wolbergs hätte Herrn Wolbergs angezeigt, ist nicht mal im Ansatz ernsthaft im Raum gestanden, würde aber durch das Buch auch nicht aus dem Weg geräumt.
    Das Stückeln von Spenden durch den Empfänger wäre hochgradig absurd, da es ja im Interesse des Spenders liegt, unter der Meldegrenze zu bleiben. Oder sollte da der Spendenempfänger eine Überweisung von 60000 Euro vom Immohai ihm zuliebe auf sieben mal im Namen seiner Angestellten verbuchen, um ihn zu schützen?

  • Alfred Meier

    |

    Das Parteiengesetz ist in §31d eindeutig: „Wer als EMPFÄNGER eine Spende in Teilbeträge zerlegt und verbucht oder verbuchen lässt, wird…………bestraft.“ Empfänger der fraglichen Spenden war der SPD-Ortsverein RegensburgSüd, vertreten durch den Vorsitzenden Joachim Wolbergs und die Kassiererin Anja Wolbergs. Keiner von beiden hat diese Spenden gestückelt. Die Strafvorschrift des §31d greift hier deshalb nicht.

  • Markus Frowein

    |

    @ Alfred Meier (27. August 2018 um 13:03)
    Zitat: „Das Parteiengesetz ist in §31d eindeutig: …“

    Dieser Sachverhalt ist mir vollkommen klar, nicht ganz so klar ist mir Folgendes:

    -> Warum veranlasste Herr W., dass die Spenden auf das Konto des Ortsvereins Süd
    „umgeleitet“ wurden und inwieweit diente das der Verschleierung ebendieser?

    -> Warum wurde Frau W. nicht stutzig, als o.g. Spenden in dieser Menge eintrafen?

    Ich bitte um eine klare Antwort und keine Ablenkung auf bereits bekannte Details.

  • Dominik Müller

    |

    @Meier Sie lenken ab; die Anklage gegen Wolbergs in Bezug auf Tretzel lautet Vorteilsannahme und Verstoß gegen das Parteiengesetz, da gibt es mehr als die Stückelung durch den Empfänger. In 4 Wochen werden Sie Ihre Thesen schwinden sehen, ich bin mir ziemlich sicher, dass von den Prozesstagen in vielen Medien berichtet wird.
    Interessanter wird aber ohnehin die Anklage gegen Wolbergs in Bezug auf Dietlmeier, der ja schon den Strafbefehl wegen Bestechung akzeptiert hat.

  • Alfred Meier

    |

    @Markus Frowein
    Von einer „Umleitung“ von Spenden kann keine Rede sein. Jeder Ortsverein kann Spenden annehmen. Dass die Spenden für SPD-Verhältnisse hoch waren, mag dem Ortsvorsitzenden und seiner Kassiererin aufgefallen sein. Dass sie die Spenden trotzdem akzeptierten, ist ihnen nicht anzulasten. Das Parteiengesetz kennt keine Obergrenzen für Parteispenden.

    @Dominik Müller
    Dass Wolbergs ein strafbarer Verstoß gegen das Parteiengesetz vorgeworfen wird, ist mir nicht bekannt. An das Urteil des Amtsgerichts ist das Landgericht nicht gebunden. Die Staatsanwalltschaft muss sich fragen lassen, warum sie das Verfahren gegen diesen einen Angeklagten abgetrennt hat.

  • Regensburger

    |

    Ich hoffe, Herr Goger hat das Buch aufmerksam gelesen und schämt sich in Grund und Boden, was er der Familie Wolbergs, vor allem den Kindern angetan hat. Es gab mal eine Zeit, da haben sich Sozialdemokraten Solidarität auf die Fahnen geschrieben. Jetzt profiliert sich, wer einen verdienten (unschuldigen) Oberbürgermeister und seine Familie mit auch nach drei Jahren immer noch völlig haltlosen Vorwürfen überzieht und ruiniert.

    Ich bin schon auf die Zeugenaussage des SPD-Kassiers gespannt. Viele Fans werden ihn in Regensburg sicher nicht erwarten. Auch die CSU dürfte nun eher nicht mehr zu seinem Fanclub gehören. Das einzig Positive ist, dass für ihn der Lohn des Verrats damit wohl ausbleiben wird.

    @Alfred Meier: Vielen Dank, dass Sie sich hier immer noch für die Wahrheit engagieren.

  • Dominik Müller

    |

    @Meier: https://www.regensburg-digital.de/landgericht-regensburg-laesst-anklage-geaendert-zu-und-hebt-haftbefehle-auf/01032018/
    Sie haben die Anklage damals kommentiert und die Sache mit dem PartG „übersehen“.
    Lesen Sie halt die Presseerklärung im Wortlaut, die Sie im verlinkten Artikel finden; für die Urteilsfindung spielt aber wohl weder Ihr Rechtsempfinden noch Ihre beharrliche Ignoranz eine Rolle (wie überhaupt alle Kommentare hier).
    Übrigens hat die Staatsanwaltschaft die Abtrennung begründet, Ihre jetzige Frage also längst beantwortet.

  • Mathilde Vietze

    |

    Zu „Regensburger“ – Daß der alte sozialdemokratische Begriff SOLIDARITÄT von einigen
    mißbraucht wird, habe ich am eigenen Leib erfahren müssen. Es sind gerade diejeni-
    gen, die den Begriff den ganzen Tag im Munde führen, die einen dann, wenn man sie
    wirklich mal brauchen würde, fallen lassen, wie eine heiße Kartoffel. Mehr noch: Sie
    sind in der Regel auch noch so gemein, es so hinzudrehen, daß man selbst schuld sei.
    Mit Wolbergs allerdings habe ich diese negativen Erfahrungen nie gemacht.

  • Alfred Meier

    |

    @ Mathilde Vietze und Regensburger
    Was die Solidarität anbelangt, so darf man wohl, wie Anja Wolbergs erfahren hat, von den Genossen nicht allzuviel erwarten. Immerhin: Bei ihrer Lesung bei Dombrowski waren drei prominente Genossen anwesend: Die frühere Oberbürgermeisterin Christa Meier, der amtierende Dritte Bügermeister Jürgen Huber und der ehemalige SPD-Fraktionsvorsitzende im bayerischen Landtag Albert Schmid. Dass sich jemand vom jetzigen Landesvorstand hingedraut hätte, war angesichts der Vorgeschichte nicht zu erwarten.

Kommentare sind deaktiviert