Ironman (I): Abstruse Milchmädchenrechnungen

SPD-Fraktionsvorsitzender Norbert Hartl findet den Ironman „eine super Sache“. Vor allem bezüglich der erhofften Öffentlichkeitswirkung. Bei diesem „internationalen Sportevent“, dessen Vermarktern die Stadt Regensburg Leistungen im Wert von 250.000 Euro spendiert, würden zum Beispiel viele Amerikaner teilnehmen – und diese, so die Hoffnung von Stadtrat Hartl, würden danach in den Staaten kräftig die Werbetrommel für die Donaustadt und das Weltkulturerbe rühren.

Viele Amerikaner? Ja doch, ganz gewiss! – Hartl versichert, dass „mehrere hundert“ Athleten aus den USA in Regensburg, zumeist im Hotel, übernachten würden. Da verschätzt sich der SPD-Mann gewaltig – auf der öffentlich zugänglichen Starterliste sind nur ganze 65 Amerikaner gelistet. Aber sei’s drum! Aufs öffentliche Sponsoring der Stadt angesprochen (wie erwähnt: eine Viertelmillion Euro pro Jahr löhnt der hiesige Steuerzahler bis 2014) beschwichtigt Hartl: Das seien ja lediglich Sachleistungen – die Stadt bezahle also Dinge wie Straßenreinigung, Mietgebühren für den Dultplatz oder die Durchführung von Verkehrsregelung und Straßensperrungen.

Es würde kein einziger Euro in Form von Bargeld fließen, versichert man auch im Sportamt. Die ganze Angelegenheit würde ohnehin weit weniger als die genannten 250.000 Euro kosten, versichert Hartl, das sei die Maximalsumme. Woher er bereits Tage vor Beendigung der Veranstaltung wissen will, was diese letztlich kosten wird, sagt Hartl nicht.

„Extrem aufwändige Verkehrsregelung“

Dass – um nur ein Beispiel von vielen zu nennen – für die „extrem aufwändige Verkehrsregelung beim Ironman“ (O-Ton Sportamt) extra eine private Verkehrssicherungsfirma beauftragt wurde, deren Mitarbeiter ja nicht kostenlos tagelang die Winkerkelle schwingen und die man auch schlecht mit den von Hartl ins Feld geführten „Naturalien“ bezahlen kann, erfährt man erst auf Nachfrage – nicht jedoch aus der örtlichen Tageszeitung. Diese ist offizieller „Medienpartner“ des Ironman-Events, genauso wie der Radiosender Charivari. Der beschönigende Ausdruck „Medienpartnerschaft“ bedeutet nichts anderes, als dass man ökonomisch verbandelt ist. Mit anderen Worten: Würden die MZ-Redakteure oder die Charivari-Radiomacher Negatives über den Ironman berichten, würden Sie Ihren Chefs (Herausgeber Peter Esser bzw. Funkhaus-Chef Gerd Penninger) wirtschaftlichen Schaden zufügen. Wen wundert es da, dass allein in der Mittelbayerischen Zeitung in den letzten zwei Wochen 35 (!) überschwängliche Artikel über den Ironman erschienen sind, kritische Stimmen hingegen allenfalls in Nebensätzen auftauchen.

Sportbürgermeister Gerhard Weber – der einzige, der sich von Stadtseite her offiziell zum Thema Ironman äußern darf – konnte oder wollte zu den vielen Kritikpunkten, die nicht in der Presse, sehr wohl jedoch in der Bevölkerung diskutiert werden, vor dem Veranstaltungstag am 1. August nicht Stellung nehmen. Ein Mitarbeiter Webers gab lediglich zur Auskunft: „Der Sportbürgermeister ist am Freitag in einer Sitzung. Er ist vor dem Wochenende nicht erreichbar, weder per Handy noch per E-Mail. Er kann nicht benachrichtigt werden, und zurückrufen kann er auch nicht.“

Was wir Sportbürgermeister Weber gerne gefragt hätten

Na, da wollen wir mal hoffen, dass Weber am Wochenende auch keinen wichtigeren Anruf als den unsrigen verpasst, wenn er dermaßen unerreichbar ist. Wir hätten den Sportbürgermeister beispielsweise gerne gefragt, welche Argumente denn ausschlaggebend dafür waren, die Ironman-Veranstaltung nach Regensburg zu holen, und ob es dafür auch irgendwelche nachprüfbare Daten bzw. Grundlagen gegeben hat. Sprich: Wie kommen die städtischen Verwalter der knappen Steuergelder darauf, dass ein solch teures Event unter dem Strich für die Bürger rechnet?

Immerhin haben die Stadtratsfraktionen von CSU und SPD bei der nicht-öffentlichen Abstimmung am 28. Januar geschlossen dafür gestimmt, das Treffen der Eisenmänner ab 2010 für fünf Jahre in der Weltkulturerbestadt stattfinden zu lassen. Dafür stimmte übrigens auch der überwiegende Rest der Ratsherren und -damen; lediglich die dreiköpfige ÖDP-Fraktion war dagegen, der privaten Xdream Sports & Events GmbH aus Hanau-Steinheim eine rechtsverbindliche Zusage über 1,5 Millionen Euro zu machen (250.000 Euro jährlich über fünf Jahre, zuzüglich einer Ausfallgarantie von 50.000 Euro, falls ein bestimmtes Teilnehmerlimit nicht erreicht wird).

O-Ton MZ: „[Diese Garantiesumme] wird fällig, wenn weniger als 1500 Teilnehmer […] antreten. Dann könnten die Veranstalter nach eigenen Angabe nicht mehr wirtschaftlich arbeiten und fordern deswegen eine Garantieleistung der Stadt.“ Von Stadtseite her ist man tunlichst darauf bedacht, möglichst oft Wörter wie „Verrechnungsposten“, „Naturalien“ und „Aufwandsentschädigung“ fallen zu lassen. Man schenke natürlich kein Bargeld her. Im Endeffekt ist es allerdings irrelevant, wie man’s nennt – vom Ergebnis her hat die Stadt hinterher entsprechend weniger Geld im Säckel.

Kurz gesagt: Die Stadt Regensburg garantiert dem Xdream-Geschäftsführer Kai Walter „Sachleistungen“ im Wert von bis zu 300.000 Euro pro Jahr, damit dieser sein Sportevent „Ironman“ veranstalten und einen Gewinn damit erwirtschaften kann. Im Gegenzug darf die Stadt Regensburg mit der Marke „Ironman“ Werbung machen und erhofft sich einen touristischen Image- und Bekanntheitsgewinn.

Da fragt man sich: Würde Heidelberg in den USA oder Japan noch bekannter werden, wenn dort ein Ironman stattfinden würde? Wohl eher nicht. Wieso sollte es mit Regensburg anders sein? Und: Ist es legitim, für einen möglichen und dazu nicht-messbaren PR-Effekt so viel Geld auszugeben?

Bizarre Milchmädchenrechnungen

Beinahe schon bizarr wirken die wirtschaftlichen Überlegungen der Stadtspitze. Als oft gehörtes Totschlagargument – neben der erhofften PR-Außenwirkung – wurde nämlich immer wieder die „Förderung der heimischen Wirtschaft“ durch das Ironman-Event genannt. Tatsächlich? Ist es aus Bürgersicht wirklich zu rechtfertigen, die Ironman-Veranstaltung und damit Walters Xdream-GmbH mit hunderttausenden an Gemeindemitteln (also letztlich Steuergeldern) zu unterstützen, weil der „wirtschaftliche Wertschöpfungsfaktor“ so hoch sei?

Ironman: Millionenumsätze für die Wirtschaft – oder etwa doch nicht? Foto: Veranstalter

Veranstalter Kai Walter präsentierte den Regensburger Stadträten im Januar kurz vor dem Vertragsabschluss eine beeindruckende „Zahlen & Fakten“-Auflistung im Powerpoint-Format. Darauf hatte er am Beispiel des letztjährigen Frankfurter Ironmans eine Reihe von Argumenten aufgelistet, die aus seiner Sicht dafür sprächen, den Ironman ab 2010 in der Oberpfalz stattfinden zu lassen. Mit Erfolg. Die Räte waren beeindruckt, der Vertrag wurde abgenickt.

Als Nicht-Stadtrat liest man liest diese „Zahlen & Fakten“ jedoch mit Verwunderung. So etwa habe der Ironman Frankfurt „in der Eventwoche 18,7 Mio. Euro für die Region erwirtschaftet“. Jeder Athlet habe im Schnitt „in der Wettkampfwoche 500 Euro Gesamtausgaben“ in Frankfurt gelassen, dazu jede Begleitperson weitere „400 Euro“. Behauptet jedenfalls Veranstalter Walter.

450 Euro für zwei Nächte im Campingbus?

Da stellt sich die Frage: Gibt jedes startende Ironman-Pärchen tatsächlich im Schnitt 900 Euro aus? Selbst im Viersternehotel und bei Kaviar und Sekt dürfte das wohl schwierig werden. Ein Bekannter des Verfassers dieser Zeilen, der 47jährige Peter G. (Name aus Datenschutzgründen geändert) aus der Nähe von Tübingen, wird am Sonntag in Regensburg starten. G. hat schon an mehreren Ironmans teilgenommen. Seine Frau (alias „Begleitperson“) erzählt: „Normalerweise übernachten wir bei so einem Rennen zweimal im Campingbus, und unsere Verpflegung bringen wir größtenteils selber mit. Dieses Mal nächtigen wir zwar ausnahmsweise im Hotel, weil wir die Kinder mitbringen – doch das ist eine absolute Ausnahme.“

So ist es – beim Ironman Frankfurt etwa übernachteten 2009 viele hundert der startenden Athleten in Wohnmobil oder Zelt kostenlos auf dem Rebstockgelände nahe der Frankfurter Messe. Da stellt sich die Frage, wofür die alle 450 Euro pro Nase ausgegeben haben sollen. Dass, wie Ironman-Veranstalter Walter ferner behauptet, die Teilnehmer „in der Regel vier bis fünf Tage am Veranstaltungsort bleiben“, ist ebenfalls ins Reich der Legende zu verweisen. Das trifft höchstens auf wenige dutzend Teilnehmer zu.

Betrachtet man zudem die Starterliste für den 1. August, so wirkt das „internationale“ Event in Regensburg irgendwie auch recht regional: Gut, es sind viele Ausländer dabei, einige gar aus Übersee – andererseits aber auch jede Menge Starter aus Vereinen wie Laface-Team Weiden, Tristar Regensburg, DJK Beucherling, SV Donaustauf, LLC Marathon Regensburg, ATSV Kallmünz, und so weiter. Ob sich die wohl alle als inoffizielle PR-Mitarbeiter fürs Weltkulturerbe eignen? Und ob die alle tagelang in Regensburger Hotels logieren und dabei je 450 Euro in der Stadt lassen?

Zwei Tage vor dem Ironman sind noch Altstadtzimmer frei

Dass „alle Hotels in Regensburg ausgebucht“ seien, wie ein Sportamt-Mitarbeiter dem Schreiber dieser Zeilen glauben machen wollte, ist definitiv falsch. Ein Anruf am Freitag bei der Touristeninfo im alten Rathaus ergab, dass durchaus noch Zimmer – auch in Altstadthotels – noch frei seien. Zudem sei es nicht ungewöhnlich, dass die Regensburger Hotels während der sommerlichen Hochsaison am Wochenende ausgebucht seien. Fazit: Am ersten Augustwochenende liegen zwar vielleicht mehr Triathleten in den insgesamt 5.000 Hotelbetten der Donaustadt, dafür aber halt weniger „normale“ Touristen. Unter dem Strich ist der Effekt marginal.

Bleibt die Frage: Muss man – Sportförderung hin oder her – für ein Event wie den Ironman wirklich eine Viertelmillion der knappen Steuermittel verschwenden? Regensburg ist derzeit mit 270 Millionen Euro verschuldet – und von Schuldenabbau ist nicht die Rede.

Die finanzielle Lage ist prekär: Die städtischen Museen kürzen ihre Öffnungszeiten wegen Personalmangels, so manches öffentliche Bauprojekt (etwa der Bau der BOS) wird verschoben, und selbst frei werdende Stellen in der Stadtverwaltung werden ein halbes Jahr lang nicht neu besetzt.

Wieso eigentlich fördert die Gemeinde statt eines Geld-verschlingenden Ironmans nicht besser längst bestehende Sportveranstaltungen wie den Regensburger Stadtmarathon oder den Arber-Radmarathon und spart sich auch noch Geld dabei? Diese Frage haben wir verschiedenen Regensburgern gestellt.

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Kommentare (38)

  • FM

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    Die bauen potemkinsche Dörfer auf. Sie strahlen vorne vor dem Bürger und ziehen ihm hinten das Geld aus der Tasche. Politiker.

  • iglaubispinn

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    Das ist ja mal wieder….
    Für Kindergärten werden die Gebühren erhöht, aber für die eisernen Männer ist die Kohle da… solange sie nur „Wirtschaftsförderung“ versprechen.
    mir fehlen die Worte!
    Vielen Dank für die Aufklärung!

  • Iron Hope

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    Es ist eine Schande, wie die Redaktion dieses welt- und kulturstadtbewegende Großereignis mies macht. Ganz abgesehen von der verächtlichen Darstellung des roten Kommunalgewissens und Berufsgutmenschen Norbert Hartl („Ich bin Inschenjör“). Dieser auf Lebenszeit verbeamtete Postbedienstete („Ich bin Inschenjör“) opfert außerhalb seines äußerst harten Berufslebens („Ich bin Inschenjör) jede freie Minute, um unsere Stadt voranzubringen (jetzt bitte nicht nachfragen, wohin denn – nur voran eben), zum Beispiel durch dieses Weltspektakel, und Sie kommen da jetzt mit Ihrer kleinlichen Beckmesserei daher. Schämen sollen Sie sich! Und Ihre Frage nach dem Geld ist auch so eine Miesmacherei. Geld? Was denn für Geld? Geld haben wir, darum sprechen wir auch nicht darüber. Man muß nur daran glauben, dann kommt’s schon das Geld. Irgendwo her. Nehmen Sie sich ein Beispiel am SPD-Norbert („Ich bin Inschenjör“), bei dem kommt an jedem Ultimo auch das Geld, nicht von irgendwo her, sondern aus Steuermitteln (ohne Rentenabzüge!); und da hat er halt ingenieursmäßig scharf gefolgert, wo mein Geld herkommt, da kommt noch viel mehr her, auch zum Beispiel für dieses Mega-Event. Also bitte, genau und überlegt recherchieren, und nicht nur allerverdienstvollste Stadträte runtermachen; ohne diesen Propeller der SPD-Stadtratsfraktion sähe es düster aus in unserer Stadt. Propeller- Norbert („Ich bin Inschenjör“) lebe hoch! Er soll und muß uns teuer sein!

  • Matthias Beth

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    Es ist einfach für den selbsternannten Bezirkstagsvizepräsidenten H. Hartl, diese Veranstaltung eine „“super Sache“ zu nennen, er muß Sie ja nicht bezahlen!
    Dies tun alle steuerzahlenden Bürger Regensburgs und zwar ungefragt von den dreien Herren Bürgermeistern!

  • Fürleger

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    Mit Verlaub ein sehr einseitiger Artikel. Das Wort Recherchiert will ich dabei nicht in den Mund nehmen. Mir kommt es eher so vor als habe der Autor einfach Argumente gesucht um seine vorgefestigte Meinung zu untermalen.

    Ein fundierter Artikel wäre gewesen, Erfahrungen von den Ironman Rennen in Wiesbaden, Frankfurt, Zürich, Klagenfurt, St Pölten usw einzuholen. Dies wäre sicherlich mehr Arbeit gewesen, wie dieser Artikel vermuten lässt, allerdings wäre dann auch eine gewisse Aussagekraft gegeben.

    Einfach jährlich die Ausfallgebühr von 50.000€ als Ausgaben anzusetzen ist einfach unseriös in Anbetracht der Starterzahlen Weltweit. (Es gibt kein einziges Rennen, dass Probleme hat, diese Zahlen zu erfüllen!

    „Walter ferner behauptet, die Teilnehmer „in der Regel vier bis fünf Tage am Veranstaltungsort bleiben“, ist ebenfalls ins Reich der Legende zu verweisen. Das trifft höchstens auf wenige dutzend Teilnehmer zu.“ Das sind einfach unseriöse Statements, die nur darauf abzielen negative Stimmung zu machen! Sie kreiden den Veranstaltern an, dass ihre Umfragewerte nichts mit der Wirklichkeit zutun haben. Sie stellen dagegen, eine nachweislich falsche Meinung, diesen Umfragen entgegen und wollen damit die Aussagen der Umfrage entkräften. Hochwertiger Inhalt sieht wahrlich anders aus!

    Ich bin wahrlich kein Freund der Kommerzialisierung einer Sportart durch private Firmen. In diesem Fall ist allerdings diese einseitige Meinungsmache ein noch viel größeres Übel!

  • Harald Schmid

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    Über das Thema bin ich zwiegespalten. Einerseits verstehe ich die Verärgerung von Ortsansässigen, dass eine neue Veranstaltung derart gefördert wird, während schon lange etablierte Events wie der Arbermarathon, der Triathlon von Tristar oder der Jedermann-Zehnkampf sich selber tragen müssen.

    Der Ironman ist aber in jedem Fall eine internationale Veranstaltung, und daher hat dieser Wettkampf eine starke Außenwirkung. Um ein Gefühl für die Größenordnung der Förderung zu bekommen, müsste man die tatsächlichen Kosten (also alles, was die Stadt nicht aus Sachleistungen bezieht) zusammenzählen, und mit dem Gesamthaushalt der Stadt vergleichen. Ein weiterer Vergleich zu anderen Werbemaßnahmen, zum Beispiel den Bemühungen, Kulturhauptstadt Europas zu werden, ist auch notwendig.

  • Iris soumer

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    Es ist schon erstaunlich wie Weber und andere ganz simple Fragen die jeden interessieren einfach mit einem „ich bin nicht Zuhause“ abtun. Ist er nun eine öffentliche Person oder was?
    Schlaf dich aus….Weber

  • otto reicher

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    Ich kapiere da was nicht. Herr DiplIng (FH/BOS) Norbert Hartl sagt in einer Wochenzeitung folgendes: “ Die Stadt (gemeint wohl Regensburg) bekommt bei keiner Bank mehr Kredit“. Dann folgere ich daraus, dass sie weniger Kredit erhält, weil ja MEHR bekommt sie nicht. Was aber ist weniger?
    Also, die obergescheiten Stadträte können uns Bürgerlein ganz schön auf verunsichern. Ich brauche jetzt ein kühles Blondes!

  • orano

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    Sind die Artikel von Herrn Aigner schon immer mit Vorsicht zu geniesen, so setzt der Verfasser dieses Artikels dem Ganzen die Korne auf.

    Er stellt doch glatt folgende Behauptung auf – Zitat:

    „Befürworter Norbert Hartl beschrieb die finanzielle Lage unlängst im Regensburger Wochenblatt als prekär: „Die Stadt bekommt von keiner Bank mehr Kredit“. “

    Also entweder kann der Artikelverfaser nicht lesen, oder er ist nicht in der Lage gelesenes zu verstehen oder ist eine vorsätzliche Verdrehung von Tatsachen:

    Diese Aussage hat Stadtrat Hartl ausweislich des Wochenblatts vom 28.7. nicht im Bezug auf die Stadt Regensburg gemacht. Es bezog diese Feststellung vielmehr auf eine Stadt, die in einem Antrag der Liken zum, Thema Bürgerkredit als leuchtendes Beispiel angeführt war.

    Siehe Wochenblatt e-paper Seite 3 oben links. hier der Link zur Seite – http://www.wochenblatt.de/service/epaper/epa1254,237

    Fazit zu diesem Artikel: miserabel recherchiert, gespickt mit unbewiesenen Behauptungen und garniert mit nachweislichen Falschaussagen.

    Wer nicht lesen kann oder das gelesene nicht versteht, Herr Köppelle sollte keine Artikel schreiben.

  • ak

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    Also nur dazu: Wir sind mit Drei Personen für eine Woche auf dem Campingplatz, um dieses Event (ein Sportler) mitzumachen. Außerdem sind noch zwei FANs extra für drei nächte ins Hotel gegangen. Wenn Ihr unser Geld nicht wollt kann der IM gerne woanders stattfinden.

  • Winfried Köppelle

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    Lieber Fürleger,
    danke für Ihr Interesse. Ich versuche mal, auf Ihre Kritikpunkte einzugehen:

    —— „Ein fundierter Artikel wäre gewesen, Erfahrungen von den Ironman Rennen in Wiesbaden, Frankfurt, Zürich, Klagenfurt, St Pölten usw einzuholen.“

    Ich verstehe nicht ganz, was das zur Sache hätte beitragen sollen – abgesehen davon, dass ich ja klar geschildert habe, wie sich beispielsweise die Übernachtungssituation etwa in Frankfurt darstellt (Wohnmobil-/Zeltübernachtung vieler Athleten auf dem dortigen Rebstockgelände).

    —— „Einfach jährlich die Ausfallgebühr von 50.000€ als Ausgaben anzusetzen ist einfach unseriös in Anbetracht der Starterzahlen Weltweit. (Es gibt kein einziges Rennen, dass Probleme hat, diese Zahlen zu erfüllen!“

    Genau, und deshalb habe ich auch ganz klar geschrieben „… zuzüglich einer Ausfallgarantie von 50.000 Euro, FALLS ein bestimmtes Teilnehmerlimit NICHT ERREICHT WIRD“ sowie „…BIS ZU 300.000 Euro pro Jahr“.

    —— “Walter ferner behauptet, die Teilnehmer „in der Regel vier bis fünf Tage am Veranstaltungsort bleiben“, ist ebenfalls ins Reich der Legende zu verweisen. Das trifft höchstens auf wenige dutzend Teilnehmer zu.” — Das sind einfach unseriöse Statements, die nur darauf abzielen negative Stimmung zu machen!

    Ich finde ganz und gar nicht, dass meine Statements „unseriös“ sind. Ich habe 15 Jahre lang Ausdauer-Leistungssport betrieben (Straßenradsport, Mountainbike, Laufen), u.a. auch viele große Wochenend-Veranstaltungen mit vielen tausend Teilnehmern, auch im Ausland, und dabei eben genau diese Erfahrungen gemacht: Es gibt kaum jemanden, der für ein derartiges Sportevent eine knappe Woche (4-6 Tage) vor Ort ist. Nicht mal Profis tun derartiges – und die müssten ja als einzige nicht wieder am drauffolgenden Montag am Arbeitsplatz sitzen… im Gegensatz zur breiten Masse der Hobbytriathleten. Zutreffen mögen die „4-6 Tage Aufenthalt in Rgbg.“ für einige Ausländer, die den Ironman z.B. mit einem Urlaub verbinden. Aber wieviele mögen das sein? 50 Starter? Oder gar 150? Achtung: Der Ironman hat 2200 Starter – und der überwiegende Teil davon ist 1-2, höchstens 3 Tage in Rgbg. – nicht eine knappe Woche, wie Xdream behauptet.

    —– „Sie kreiden den Veranstaltern an, dass ihre Umfragewerte nichts mit der Wirklichkeit zutun haben.“

    Genau so ist es. Zumindest in wesentlichen Teilen.

    —– „… und wollen damit die Aussagen der Umfrage entkräften.“

    Richtig. Die Zahlen, die Xdream dem Stadtrat vorgelegt hat, sind zumindest in den im Artikel beanstandeten Punkten das Papier nicht wert, auf dem sie geschrieben sind.

    Beste Grüße
    Der Autor

  • Erich Tolli

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    Wer Veranstaltungen wie den Ironman in die nicht nur zu Hochzeiten mit Touristen überfüllte Stadt holt und auch noch Sachleistungen bzw. Ausfallgebühren dafür bereitstellt, der hat sich m.E. gegen das Allgemeinwohl der Stadtgesellschaft entschieden.
    Um was sich der Regensburger Stadtrat zuletzt kümmern sollte , ist noch weitere Touristen und Massenveranstaltungen in die Stadt zu holen. Davon gibt es längst genung.

  • peter petry

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    Diese Milchmädchenrechnung wurde doch schon bei der Baseball Weltmeisterschaft aufgemacht.
    Im Anschluß hat man nie mehr was über die rießigen Einnahmen von sooooo vielen Amerikanern in Regensburg gehört.
    Wer bezahlt eigentlich diesen Polizeieinsatz?? An einer Kreuzung Querspange Osttangente habe ich 7 Polizeiautos gezählt -wahnsinn.Die müssen sicherlich die Teilnehmer vor den Massen schützen die am Straßenrand sich die Kleider vom Leib reiißen – ich lach mich kaputt.
    Jede Stadt hat die Bürgermeister die es verdient !!!!
    Sie tun ja alles für uns Bürger – ganz uneigennützig verstehet sich ja von selbst!

  • Johannes Mühlbauer

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    Den kommerziellen Ironman-Veranstaltern lässt man mal eben 250.000 EUR an Sachleistungen (wie „Straßenreinigung, Mietgebühren für den Dultplatz oder die Durchführung von Verkehrsregelung und Straßensperrungen) zukommen aber Personen und Institutionen, welche sich nachhaltig für die Stadt engagieren zwingt man für Renovierungsarbeiten innerhalb des Weltkulturerbes Sondernutzungskosten auf, wenn sie historische Gebäude ohne Gewinnerzielungsabsicht renovieren und dafür ein Gerüst aufstellen müssen (siehe St. Kassian).
    Es ist eine Schande, zeigt aber gleichwohl auf, dass die Stadtspitze mehr Interesse an kurzfristigem Kommerz als an langfristigem Erfolg hat. Leider liest sich so auch der städtische Haushaltsplan.

  • Winfried Köppelle

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    Lieber ak,
    bitte missverstehen Sie mich nicht: Ich habe nichts gegen Sportler, die am Ironman teilnehmen, ich habe grundsätzlich auch nichts gegen diese oder ähnliche Veranstaltungen oder gegen deren Ausrichter. Ist doch toll, wenn die Leute Sport treiben.

    Was von mir (und, wenn man die Rückmeldungen hier aufmerksam liest, auch von einigen anderen) kritisiert wird, ist die Tatsache, dass letztlich der Regensburger Steuerzahler für dieses Event kräftig blechen muss, während sehr viele andere städtische Leistungen seit Jahren gekürzt werden. Angesichts der extremen Verschuldung der Stadt muß man das ja nicht toll finden, oder?

    Übrigens: Dass – wie in Ihrem Fall geschildert – drei Personen eine Woche lang auf dem Campingplatz nächtigten, und zwei weitere für 3 Tage im Hotel, reicht bei weitem nicht!
    Mehrere mir bekannte Sportler blieben mit nur einer Begleitperson nur eineinhalb Tage und zwar ebenfalls auf dem Campingplatz. Um den vom Ironman-Veranstalter in seiner Werbepräsentation angeführten Durchschnitt (!) zu erreichen und die vielen Kurzzeit-Campingplatz-Eisenmänner auszugleichen, hätten Sie, lieber ak, mit Ihrem fünfköpfigen Tross mindestens zu fünft für zwei Wochen im Hotel nächtigen müssen (Campingplatz ist viel zu billig!).

    Nur dann geht nämlich die Fantasierechnung des Ironman-Veranstalters auf. Also: Kommen Sie gerne wieder, aber dann bitte nicht kleckern, sondern klotzen, und v.a. noch viel mehr Geld hier ausgeben!

  • Markus Schmitz

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    und immer wieder das gleiche, wenn stadt, kommune oder land geld ausgibt: gleich schreien andere, dass sie „viel besseres“ damit tun könnten und alles ja „total ungerechtfertigt“ sei!
    wegen missgönnern und neidern geht man im übrigen mit der bezifferung von eigenen geldausgaben (und einnahmen: eigenem lohn!) in deutschland eben auch vorsichtig um. ich kann nur sagen, dass ich davon überzeugt bin, dass dieses sportevent (indirekt) auch positive auswirkungen auf volksgesundheit (der zuschauer) hat (mehr als zum beispiel die fußball WM!) und finanzielle aspekte oben erwähnte monierung der ausgaben lächerlich machen. das wurde woanders (s. link oben) sogar wissenschaftlich belegt. im übrigen steht bei diesem event (auch deswegen) die örtliche bevölkerung voll hinter der veranstaltung. ich bin aber überzeugt, dass man der region regensburg einfach zeit geben muss. das wird schon…

  • Frank Heyer

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    Also manche Leute haben immer was zu meckern – furchtbar! Seid doch froh das ihr so ein schönes Event bekommen habt. Langfristig gesehen werden alle davon profitieren fragt mal in Roth nach!
    Es war wohl ein Dutzend Städte die sich für den 2. Ironman in Deutschland beworben hatten ihr habt ihn jetzt und meckert wieder rum.
    Und bitte liebe Regensburger bepöbelt nicht die Triathleten wenn sie in den Tagen vor dem Wettkampf bei der letzten Trainingsrunde mal nicht den Radweg benutzen – ist nun mal so. Was man sich da anhören mußte na ja!!!!!
    Gruß aus Nordeutschland

  • Faris

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    Sehr geehrte Damen und Herren

    obwohl ich ein Mitwirkender in der Sportshow am Sonntag war habe ich durchaus Verständnis für ihre kritischen Fragen, Beiträge ich möchte versuchen ein paar sachliche Punkte einzubringen über

    – Die Startliste ist öffentlich es ist leicht zu sehen welche Athleten von woher kommen.

    – Die WTC (XDream) ist ein Unternehmen das Geld verdienen muß.

    – Nur mit Startgeldern und Sachleistungen der Stadt wird kein Geld verdient.

    – Der Marathon in Regensburg oder der Arber Radmarathon sind sicher förderungswürdig logistisch sind beide im Vergleich zu einem IM harmlos.

    – Alle Kommunen die einen IM haben unterstützen diesen mit Sach- oder Geldleistungen. Beantworten sie sich selbst die Frage wieso ?
    Ich habe mit der rechten Hand der Bürgermeisterin im Südafrikanischen Port Elizabeth gesprochen( Stätte des IM Südafrika) glauben sie mir, die haben andere Probleme als „Orgien“ zu finanzieren und leisten einen ähnlichen Beitrag wie Regensburg. Wohlgemerkt Südafrika !

    – Es ist absolut notwendig und legitim zu hinterfragen wofür öffentliches Geld ausgegeben wird und eine Kosten-Nutzen Analyse durchzuführen aber zu behaupten alle Triathleten campen auf der Wiese ist ähnlich abstrus wie zu behaupten alle würden zwei Wochen im Viersternehotel verbringen.

    – Ich habe den Wettkampf und die Atmosphäre beim Wettkampf sehr genossen soweit daß im Wettkampf möglich ist. Ich bedaure wenn es Kommunikationsprobleme von seiten der Politik und des Veranstalters gegeben hat und hoffe, daß es gelingt möglichst viele Bürger Regensburgs mitzunehmen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Faris Al-Sultan

  • Winfried Köppelle

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    Lieber Faris,
    schön, dass Du dich hier so sachlich zu Wort meldest. Als ehemaliger mittelmäßiger Leistungssportler und langjähriger Mithelfer bei der Organisation von Rennveranstaltungen (u.a. mehrmals Deutsche Radbundesliga sowie Deutsche Straßenrad-Meisterschaft – Sieger damals: Linus Gerdemann/jetzt Team Milram) habe ich viel Verständnis für die Belange von Sportlern. Abgesehen davon war ich ehrlich begeistert, als Du 2005 in Hawaii Cameron Brown um 5 min abgehängt hast.

    Doch leider, lieber Faris, bleiben die folgenden Kritikpunkte bestehen:

    1. Der Ironman-Veranstalter arbeitete im Vorfeld mit einer Reihe von Fantasiedaten, u.a. bzgl. der zu erwartenden ökonomischen Vorteile für die gastgebende Gemeinde Rgbg.

    2. Der hiesige Stadtrat hat diese Daten, die jeder Grundlage entbehren, offensichtlich nicht kritisch geprüft, sondern für bare Münze genommen – und damit einem 5-Jahres-Vertrag mit dem Veranstalter zugestimmt, der teilweise auf nicht realen Zahlen beruht. Das ist angesichts des horrenden Schuldenstands der Stadt (270 Millionen Euro) nicht zu entschuldigen.

    3. Die hiesige Tageszeitung und das hiesige Lokalradio agieren – da sie ja „Medienpartner“ der Veranstaltung und damit befangen sind – seit Wochen als gänzlich unkritische Jubelpresse. Reelle Fakten und kritische Stimmen werden ausgeklammert und kommen in der Berichterstattung so gut wie nicht vor. Die meisten Bürger dürften daher die Hintergründe der Entscheidungsfindung gar nicht kennen.

    4. Existierende Großveranstaltungen von örtlichen, gemeinnützigen Vereinen, die jahrelang gewachsen sind, werden mit Almosen abgespeist. Stattdessen investiert man Unsummen in ein weiteres Großereignis (deren es in Regensburg eh schon sehr viele gibt), dessen Profit einer nicht gemeinnützigen, sondern gewinnorientierten Firma zugute kommt.

    Zu Deinen Argumenten:

    – Die Xdream GmbH möchte (nicht: muss) Geld verdienen. Ok, das ist legitim. Aber warum muss das aus Steuermitteln bezuschusst werden? Wenn’s diese GmbH nicht aus eigener Kraft schafft, dann taugt ihr Geschäftsplan eben nichts. Es gibt genug andere Veranstalter-GmbHs, die ohne Steuergeld-Bezuschussung trotzdem gutes Geld mit ihren Events verdienen.

    – Dass irgendeine südafrikanische Gemeinde einen Ironman bezuschusst, mag sein, beeindruckt mich aber keineswegs. Afrikas Politiker sind nicht gerade berühmt dafür, die Steuergelder ihrer Bürger effektiv, sachgerecht und vernünftig zu verwalten.

    – Eine unabhängig-neutrale(!) Kosten-Nutzen-Analyse des Events wird es wohl nicht geben (bitte korrigieren Sie mich, Bgm Weber!) – doch nur eine solche könnte den Sinn der städtischen Millioneninvestition in den Ironman belegen.

    – Dass „alle Eisenmänner auf der Wiese campen“ würden ist natürlich Unsinn, klar. Das wurde hier auch nirgends behauptet. Es ist jedoch sehr wohl Unsinn, JEDER (!) Eisenmann würde 4-6 Tage in Rgbg. verbringen und dabei 500 Euro, sowie jeder (!) Begleiter weitere 400 Euro in der Stadt lassen. Genau das (wie auch anderer Unsinn) steht aber im PR-Pamphlet der Xdream GmbH – eingebettet in wohlfeile Worthülsen wie „wirtschaftlich wertschöpfend“ (was soll das bitte sein?!).

    Dass in Frankfurt 2009 angeblich „500.000 Zuschauer entlang den gesamten Wettkampfstrecken“ standen (Behauptung Xdream), kann man glauben oder auch nicht. Vielleicht stimmt das ja. In Regensburg dürfte die Zuschauerzahl allerdings eher ein Zehntel davon, sprich: maximal 50.000 gewesen sein (selbst in der örtlichen Jubelpresse ist die Rede allenfalls von „zehntausenden“). Und das relativiert die „extrem hohe“ Aussenwirkung eines Ironmans dann doch erheblich (bei einer Einwohnerzahl Regensburgs plus Landkreis von immerhin 320.000). Um ein weiteres Beispiel der bescheidenen Aussenwirkung zu nennen: In der Süddeutschen Zeitung stand ein sehr kurzer dpa-Bericht; von der örtlichen Jubelpresse abgesehen wurde überregional entweder gar nicht, extrem kurz oder nur in reinen Triathlon-Fachblättern berichtet. Werbeeffekt für Regensburg: marginal.

    Zu guter Letzt: Natürlich ist der Ironman auch eine große Breiten(!)sport-Veranstaltung: Etwa 1300 Teilnehmer blieben unter 13 Stunden. Die Leistung der restlichen mehr als 500 Starter mag zwar anerkennenswert sein, doch kann die Radzeit eines gesunden 30jährigen von beispielsweise 6:33 h oder eine Marathonzeit von über 5:30 h beim besten Willen nicht als hochklassig bezeichnet werden, ebensowenig wie Endzeiten von 14, 15 oder gar 16 Stunden. Das nur am Rande, weil von Politikerseite ja immer zwischen „Weltklassesport“ (Ironman) und „Breitensport“ (Arber) differenziert wird.

    Übrigens zeigt sich eine wunderbare Parallele zur hiesigen Debatte gerade 250 km weiter südlich in Garmisch-Partenkirchen. Auch dort haben ein paar Politiker beschlossen, ihre Bürger mit einem kommerziellen Megaevent namens Olympia zu beglücken (allein die Bewerbung(!) kostet 30 Mio. Euro). Und auch dort regt sich inzwischen heftigster Widerstand sehr vieler Bürger gegen diese Investition. Aber die Münchener werden wenigstens von ihrer Presse über die Hintergründe informiert…

    Lieber Faris: Ich habe nichts gegen Dich und Deine Sportskollegen. Wirklich nicht!
    Aber ich habe was dagegen, von anderer Seite für blöd verkauft zu werden.

    Viele Grüße & gutes Trainieren
    Winfried Köppelle

  • Markus Schmitz

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    Ich finde es immer sehr amüsant und auch irgendwie beruhigend, wenn nimmer müde zeitgenossen an die vernunft von politikern appelieren. wo diese doch sicher (fast) nur der wiederwahl hörig zu sein scheinen…;-)

    nicht ohne grund, galt die demokratie als ablehnenswert bei den alten griechen…

  • Norman

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    Lieber Herr Köppele,

    gerade weil Sie sich nicht für „blöd verkaufen“ lassen wollen und sich über die angeblich unrealistischen Angaben des IM Regensburg Organisators beschweren, sollten Sie bei Ihrer Argumentation beweiskräftiger vorgehen, als Sie es hier tun.
    Ihre ins Feld geführten Argumente sind leider nur Ihre persönlich gefühlte Sicht der Dinge, aber es gelingt Ihnen an keiner Stelle, den Nachweis für die Richtigkeit Ihrer Thesen anzutreten. Dies ist aus journalistischer Sicht recht traurig und trägt dieser berechtigten Diskussion nicht Rechnung.
    Denn sicherlich soll und muß eine Stadt wie Regensburg die Frage der Rentabilität einer solchen Veranstaltung beantworten. Und dies ist sicher nicht einfach, gilt es doch u.a. die Werbewirksamkeit einzuschätzen und diese auch mit anderen Werbemaßnahmen zu vergleichen. An dieser Stelle halte ich es für durchaus sinnvoll und legitim, sich die Erfahrungen und konkret existierende Zahlen von FFM, Kärnten, Zürich etc. anzuschauen und für unsinnig, die Zahlen der Premierenveranstaltung als Grundlage für eine Potentialabschätzung Regensburgs heranzuziehen, wie Sie es hier tun. Ihre sportliche Kompetenz in allen Ehren, aber eine derartige Argumentation zeigt, dass die Ironman Organismen nicht verstanden sind.
    Das Feedback auf den ersten Ironman in Regensburg in der Triathlonszene sind sehr positiv und man kann davon ausgehen, dass dieses sicher nicht negativ für die Stadt ist, wird man in den nächsten Jahren sehen.
    Hier jetzt mal ein paar reale Zahlen aus FFM 2010, die für die Illustration valider sind, als Ihre „gefühlten“ Realitäten und Beispiele aus Ihrer Bekanntschaft:
    In Frankfurt traten 840 Teilnehmer aus dem Ausland an den Start, also circa ein Drittel der Starter. Es ist sicher nicht realistisch anzunehmen, dass diese Starter aus 55 Ländern hauptsächlich auf dem Rebstockgelände gezeltet haben, alleine angereist sind und nur zwei Tage geblieben sind. Wer ein halbes Jahr oder noch deutlich länger für ein derartiges Ereignis trainiert und teilweise um die halbe Welt reist nimmt sich üblicherweise etwas mehr Zeit, um sich zu aklimatisieren und die tage auch zu genießen. Dies gilt übrigens auch für die meisten deutschen Starter, die nur in der Minderheit aus Hessen kommen.
    Diese Fakten sprechen jedenfalls mehr für die Validität der Zahlen von Xdreams, als dass sie Ihre Vermutungen stützen.
    Damit bringen Sie sich leider in die Nähe populistischer Meinungsmache und befördern nicht eine objektive Diskussion, die hier angebracht ist.

    Mit besten Grüßen,
    Norman

    PS: Die Faszination des Langdistanz Triathlons (Ironman) ergibt sich nicht zuletzt aus dem gemeinsamen Wettkampf von Weltklassesportlern wie Faris und Altersklassenathleten. So verdient die 66-jährige Siegerin der AK 65 Elisabeth Onißeit aus Apolda, nicht nur großen Respekt angesichts ihrer Siegerzeit von unter 14 Stunden, sondern hat sicher auch eine Weltklasseleistung erzielt.

  • Winfried Köppelle

    |

    Lieber Triathlon-Profi Norman(n) (Stadler?) oder wer auch immer,
    ich denke, von meiner Seite her ist alles gesagt. Daher möchte ich für meinen Teil die Diskussion nun beenden.

    Ich weise abschließend lediglich darauf hin, dass sämtliche Regensburger Bürger, die sich hier bisher zu Wort meldeten (und das waren eine ganze Menge!), eine ganz bestimmte Sicht der Dinge lieferten (und zwar gestützt durch vielfältige weitere Kritikpunkte, die größtenteils nicht mal von mir stammen) – und die hier sich zu Wort meldenden Ironman-Teilnehmer ihre Veranstaltung natürlich toll finden und sie verteidigen.

    Und nun frage ich mich:
    Wessen sauer verdientes Geld geben die Regensburger Lokalpolitiker im vorliegenden Fall denn eigentlich aus – das der Regensburger Bürger oder das der auswärtigen Athleten, die beim Ironman lediglich ihrem Hobby nachgehen?

    Viel Spaß beim Trainieren wünscht
    Winfried Köppelle

    P.S.: Dass nicht viele 66-jährige Damen einen Ironman unter 14 Stunden schaffen, mag sein, lieber Norman. „Weltklasse“ ist’s allerdings nur, weil ausreichend wenige 66-jährige überhaupt Ironmans bestreiten. Und: Ich bewundere jede 66-jährige Regensburger oder auch Apoldaer Oma weitaus mehr, die sich tagtäglich um ihre Enkel kümmert, gemeinnützige Arbeit verrichtet oder schlicht nebenher arbeitet, um ihre schmale Rente aufzubessern. DAS ist Weltklasse!

  • wahon

    |

    Der Ironman ist keine Breitensportveranstaltung, sondern ein Wettkampf für Extremsportler. Die Stadtverwaltung hat den gesetzlichen Auftrag, „Daseinsvorsorge“ für die Bürger zu betreiben, d.h. dafür zu sorgen, dass den Bürgern alles Notwendige zum Leben (Wohnung, Nahrung, Wasser, Mobilität, Sicherheit, Kinder-, Alten- und Krankenfürsorge, Bildung) zur Verfügung steht. Im Rahmen der Gesundheitsvorsorge zählt auch der Breitensport zur „Daseinsvorsorge“. Nicht zur „Daseinsvorsorge“ gehören jedoch der Extremsport und die Unterhaltungswünsche der Bevölkerung. Im Gegenteil, mit der Unterstützung des Ironman fördert die Stadt nicht nur einen Doping-verseuchten Sport, sondern untergräbt auch die Bemühungen der Gesundheitspolitik, den Bürgern eine natürliche, gesunde Lebensweise nahe zu bringen. Der Ironman besteht bekanntlich aus 3 Disziplinen, die jede für sich schon Extremsport sind: 3,8 km Schwimmen + 180 km Radfahren + 42,3 km Laufen sind nur von Menschen zu absolvieren, die von krankhaftem Ehrgeiz getrieben, Raubbau am eigenen Körper betreiben. Einen solchen gesundheitsgefährdenden Extremsport darf die Stadt nicht fördern und/oder zur Nachahmung empfehlen.
    Insofern ist die finanzielle Unterstützung des Ironman Regensburg durch die Stadt eine klare Zweckentfremdung von Steuergeldern. Der 5-Jahresvertrag der Stadt mit dem IM-Veranstalter hat keine gesetzliche Grundlage. Der Ironman im kommenden Jahr wird aufgrund einer einstweiligen Verfügung abgesagt werden müssen.

  • Tommy

    |

    @norman
    Es spricht doch wirklich nichts dagegen zu schwimmen, zu laufen und Rad zu fahren. Toll! (Wirklich!). Tun Sie das.

    Warum machen Sie das aber mitten im Lebensbereich von Menschen (Ja: Kleinkindern, Jugendlichen, sog. Erwachsenen, älteren Menschen, sog. Greisen, etc.).
    Wozu ist denn bitteschön eine rießige Organizing-Firma nötig, die gemeinsam mit der regionalen politischen Führerschaft, eine ganze Stadt lahmlegt, in der nunmal Menschen wohnen?
    Ihr Extremsport sei Ihnen unbenommen, ich habe da Respekt. Sie wissen natürlich auch, dass Sie einer, vergleichbar kleinen Gruppe, von Menschen angehören, die Lust darauf hat, Ihrem Lieblingssport zu fröhnen.
    Das ist ja auch ok, oder? Machen Sie halt Ihren Sport und fühlen Sie sich hoffentlich wohl dabei.
    Ich z.B. spiele gerne Frisbee, nicht extrem, aber ich spiele. Niemals käme ich, trotz meiner Lust am Frisbee spielen, auch nur im Traum auf die Idee, eine ganze Stadt, und damit ihre Bewohner!!!, lahm zu legen, nur weil ich spielen will.

    Ich weis wirklich nicht, wie ich dass noch anders erklären soll. (Ja, ich weis: Ihre Sportart braucht Platz, Raum etc….).
    Sie sollten nur wissen, dass in der Stadt, durch die Sie extrem laufen, schwimmen und radfahren, auch Menschen leben wollen. Und diese Menschen haben natürlich das gleiche Recht zu existieren, wie Ihre Sportart auch.

    @köppelle und aigner
    Danke für die einzig kritische Berichterstattung im Regensburger Blätterwald.

  • Andreas

    |

    Lieber Herr wahon,

    ich zitiere Sie mal kurz: „sind nur von Menschen zu absolvieren, die von krankhaftem Ehrgeiz getrieben, Raubbau am eigenen Körper betreiben“

    Eine solche Aussage ist eine Beleidigung für jeden Hobbytriathleten (zu denen ich mich übrigens auch zähle) die neben einem 40-Stunden-Job ihre Freizeit investieren um sich den Traum von einem Ironman-Finish erfüllen zu können.

    Die (anscheinend mehr als notwendige) Diskussion sollte bitte sachlich geführt werden.

  • peter sturm

    |

    „Ich bewundere jede 66-jährige Regensburgerin oder auch Apoldaer Oma weitaus mehr, die sich tagtäglich um ihre Enkel kümmert, gemeinnützige Arbeit verrichtet oder schlicht nebenher arbeitet, um ihre schmale Rente aufzubessern. DAS ist Weltklasse!“

    vielen dank für diese worte herr köppelle.
    es tut gut so etwas zu lesen.

    wenn ich bedenke, dass die(pro veranstaltung) anfallenden kosten des eisenmannes mit denen des öpnv-sozialtickets für ein jahr(!) vergleichbar sind, dann befindet sich regensburg in der politischen kreisliga.

  • grace

    |

    Was mich interessieren würde:

    Wurden Dopingkontrollen durchgeführt?

    Wenn ja, mit welchem Ergebnis?
    Wenn nein, wieso nicht?

  • Fürleger

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    Ich finde an dieser Diskussion kann man sehr gut ein sehr gesellschaftliches Problem sehen.

    Die Diskussion von Köppelle wird rein emotional geführt ohne auch nur in einem gewissen Grad auf sachliche Argumente des Pro und Contras einzugehen. Gerade hochwertiger Journalismus sollte sich dadurch auszeichnen, sich auf Fakten zu berufen und die Komplexität des Themas aufzuarbeiten. Dazu trägt Herr Köppelle leider absolut nichts bei. Schon allein mit der Tatsache, ein Zitat in einem falschen Zusammenhang zu verwenden zeigt, wie oberflächlich der Inhalt zusammengetragen wurde. Doch vielleicht nicht mal oberflächlich. Ich bin eher der Meinung, dass der Autor nur seine Meinung rüber bringen wollte, dann findet er irgendwo ein Zitat eines Politikers und dass kommt dann natürlich sehr passend. Allerdings sollte man dann auch erwarten, dass man die Aussagen vor und nach dem Zitat nicht aus den Augen lässt.

    Zum Thema Steuergelder. Dem „Staat“ wird ja bekanntlich vorgeworfen, dass er sehr oft sehr verschwenderisch mit Steuergeldern umgeht. Dieser Aussage kann man (leider) in vielen Fällen nur zustimmen. Allerdings sollte man sich dennoch hüten, solche Themen auf jede Situation anzuwenden. Dies ist dann nämlich nur dumm und unreflektiert!

    Die Stadt unternimmt hier eine Investition durch Sachspenden. Wie hoch der Geldwert tatsächlich ist, bleibt auch dahin gestellt. Was an dieser Tatsache schon verwerflich ist, ist mir verschlossen. Jedes Unternehmen tut dies??!!!! Wieso bewerben sich hunderte Städte weltweit, um eine Ausrichtung eines Ironmans weltweit? Alle nur zur Verschwendung von Steuergeldern?

    @ Herr Köppelle: Mir liegt fern sie hier anzugreifen. Ich bin allerdings der Meinung, dass sie ihre Argumentation überdenken sollten. Sie bringen an keiner Stelle der Diskussion eigene Argumente vor, sondern versuchen NUR die Argumente der zu zerstören. Bsp.: Die Studie von XDream wurde sicherlich nicht unter wissenschaftlichen Bedingungen erzeugt und die AUssagekraft bleibt zu bezweifeln. Wissen sie allerdings, ob sich die Entscheidung der Stadt Regensburg allein auf diese Aussagen bezogen hat.

    Faris hat ihnen ein schönes Beispiel mit Afrika gemacht. Sie versuchen dann schon wieder, dass Argument zu zerstreuen, indem sie pauschal die Verwendung von Steuergeldern in Akfrika kritisieren. Soetwas sind Aussagen ohne Hintergrund und ich für meinen Teil verstehe unter hochwertigem Journalismus etwas anderes!

  • Winfried Köppelle

    |

    Lieber „Fürleger“,
    sorry, aber ohne Fakten argumentieren bisher eher Sie.

    „Schon allein mit der Tatsache, ein Zitat in einem falschen Zusammenhang zu verwenden“

    Ohgott, bitte nicht schon wieder. Dieser eine, zugegeben unangenehme, Fehler wurde von mir doch bereits vor einer Woche korrigiert. Warum reiten Sie trotzdem dauernd darauf herum? Finden Sie nichts anderes Angreifbares im Artikel?

    „dass der Autor nur seine Meinung rüber bringen wollte, dann findet er irgendwo ein Zitat eines Politikers und dass kommt dann natürlich sehr passend“

    Dass Regensburg mit 270 Mio. Euro (inzwischen bereits etwas höher, wir haben ja schon August) verschuldet ist, ist nicht „Meinung“, lieber „Fürleger“, sondern bittere Tatsache. Das steht so u.a. im Haushaltsplan für 2010. Schauen Sie doch einfach mal rein. Dass ich in dem Zusammenhang leider ein Zitat falsch wiedergegeben (nochmal: längst korrgiert!!) habe, ändert rein gar nichts an der Tatsache, dass Regensburg auf einem Schuldenberg sitzt. Lieber „Fürleger“: Das Argument ist doch nicht irgendein Politikerzitat, sondern der Schuldenberg und die daraus resultierende Verpflichtung, sorgsam mit den knappen Steuergeldern umzugehen. – Kam das jetzt endlich an, oder muss ich’s nochmal wiederholen?

    Ansonsten habe ich nur Vorwürfe, Vermutungen und Fragen in Ihrem Beitrag gefunden, aber nichts Fundiertes.

    Gefunden habe ich hier im Forum hingegen eine ganze Menge Reaktionen von Bürgern, denen es teils gewaltig stinkt, dass die Stadt für einen Ironman viel Geld übrig hat, nicht jedoch für drängende Projekte vor Ort, die womöglich wichtiger sind als ein kommerzielles Sportevent einer Privatfirma. Und die finden, dass es allmählich genug „Events“ sind und man nicht noch ein Auswärtiges einkaufen muss.

    Sowie Unverständnis darüber, dass alljährlich 6800 Arberradler oder 7500 Marathonläufer seltsamerweise weniger „wirtschaftliche Wertschöpfung“ darstellen (zumindest scheint der Stadtrat das so zu sehen) als 1876 Triathlonfreunde – und der Stadtrat daher freudig 250.000 Euro in 1876 Triathleten investiert, aber nur 3000 Euro in 6800 Arberradler und weitere 3000 Euro in 7500 Marathonteilnehmer (kein Schreibfehler!).

    Lieber Fürleger: Selbst wenn die „Studie“ der Xdream-GmbH stimmen sollte: Ja super, toll, fantastisch! Aber dann stecken wir doch lieber die Viertelmillion in den Arbermarathon und eine weitere in den Stadtmarathon!! Dann kommt die Kohle wenigstens ortsansässigen Vereinen zugute, falls die Kalkulation schiefgeht. Na?

    Und, sorry, das „Argument“, dass irgendeine afrikanische Stadt doch auch ein Ironman-Event bezuschussen würde (mit der unausgesprochenen Konsequenz, dass Regensburg dies also auch unbedingt machen sollte), ist einfach nur lächerlich. Regensburg soll also Steuergelder in irgendwelche Sportevents mit ungewissem Ausgang investieren, bloß deswegen, weil man’s irgendwo anders auch macht? Also bitte…

    Jetzt ist’s aber wirklich gut. Ich muß auch mal wieder Zeit in meine eigene „wirschaftliche Wertschöpfung“ investieren, sprich: mal was arbeiten.

  • wahon

    |

    @Andreas

    Ich halte es für äußerst sachgerecht, den „Ironman“ als Extremsport zu bezeichnen, als das Gegenteil von gesundheitsförderndem Breitensport. Die Teilnehmer eines „Ironman“ malträtieren ihren eigenen Körper neun Stunden und länger ohne Ruhepause und empfinden den körperlichen Schmerz, die Erschöpfung, das „über die körperlichen Grenzen Hinausgehen“ als lustvoll. Das entspricht aus medizinisch-psychologischer Sicht einem Suchtverhalten. Sucht ist eine Krankheit und bedarf der ärztlichen Behandlung.
    Damit wir uns nicht falsch verstehen: Sie haben selbstverständlich das Recht, Ihrer Sucht nachzugehen, die Teilnahme an einem „Ironman“ als Ihren größten Wunsch zu empfinden und dafür ihre ganze Freizeit zu opfern (als Arbeitgeber würde ich Ihnen allerdings die extremsportliche Betätigung untersagen, denn Sie beeinträchtigen damit Ihre Arbeitsleistung). Sie sollten es aber unterlassen, ihr süchtiges Verhalten als sinnvollen Zeitvertreib und vorbildliches Engagement darzustellen.
    Wenn die Stadt die Durchführung des „Ironman“ unterstützt, verhält sie sich wie ein Dealer, der dem Süchtigen den Suchtstoff verschafft und ihn in seiner Sucht bestärkt. Ich halte das für sittenwidrig und einen schweren Verstoß gegen die Fürsorgepflicht und werde entsprechend dagegen vorgehen.

  • Thomas S.

    |

    Um etwas zur Versachlichung der Diskussion beizutragen, habe ich mir die Mühe gemacht, und die Ergebnisliste des Ironman (Herren: http://services.datasport.com/2010/tri/ironman%5Fregensburg/Rang091.pdf bzw Damen: http://services.datasport.com/2010/tri/ironman%5Fregensburg/Rang092.pdf) analysiert.
    Die Ergebnisse meiner Nachforschung möchte ich als Grundlage dieses Kommentars verwenden.

    Zitat:
    > „Bei diesem „internationalen Sportevent“, (…) würden zum Beispiel viele Amerikaner teilnehmen – und diese, so die Hoffnung von Stadtrat Hartl, würden danach in den Staaten kräftig die Werbetrommel für die Donaustadt und das Weltkulturerbe rühren.“

    Wie der Autor schon festgestellt hat, waren es zwar keine Hunderte Amerikaner, dafür aber doch genug ausländische Teilnehmer: von den rund 1800 tatsächlich gewerteten Sportlerinnen und Sportlern kamen 940 (51%) aus Deutschland- allerdings auch 911 (49%) aus dem Ausland.
    Auch wenn natürlich viele Starter aus dem Umland Regensburgs kommen, so finden sich genug Teilnehmer aus anderen Bundesländern bis hinauf zur Küste, so dass die bayerischen Starter insgesamt in der Unterzahl sind. Zusammen mit den ausländischen Teilnehmern ergibt sich eine deutliche Mehrheit an Auswärtigen- somit kann guten Gewissens von einem nationalen/internationalem Sportereignis gesprochen werden.

    Zitat:
    > „Die ganze Angelegenheit würde ohnehin weit weniger als die genannten 250.000 Euro kosten, versichert Hartl, das sei die Maximalsumme. Woher er bereits Tage vor Beendigung der Veranstaltung wissen will, was diese letztlich kosten wird, sagt Hartl nicht.“

    In diesem Fall spielt es keine Rolle, was die Veranstaltung gesamt kostet, da die Stadt „nur“ 250.000 in Sachleistungen zur Verfügung stellt. Die Übrigen Kosten trägt der Veranstalter in „Person“ von Xdream über die Startgelder.

    Zitat:
    > „(…)Im Gegenzug darf die Stadt Regensburg mit der Marke „Ironman“ Werbung machen und erhofft sich einen touristischen Image- und Bekanntheitsgewinn. Da fragt man sich: Würde Heidelberg in den USA oder Japan noch bekannter werden, wenn dort ein Ironman stattfinden würde?“

    Meiner Meinung ist die Aussenwirkung nicht unbedingt an ein bestimmtes Land gebunden. Ich wohne inzwischen in Würzburg- als ich dorthin gezogen bin, wussten erstaunlich wenige meiner Studienkollegen aus ganz Deutschland etwas über Regensburg. Daran hat sich bis heute nicht viel geändert- aber das ist meine subjektive Empfindung ohne Relevanz für diese Diskussion.

    Zitat:
    > „Dass, wie Ironman-Veranstalter Walter ferner behauptet, die Teilnehmer „in der Regel vier bis fünf Tage am Veranstaltungsort bleiben“, ist ebenfalls ins Reich der Legende zu verweisen. Das trifft höchstens auf wenige dutzend Teilnehmer zu. (…) Gibt jedes startende Ironman-Pärchen tatsächlich im Schnitt 900 Euro aus? Selbst im Viersternehotel und bei Kaviar und Sekt dürfte das wohl schwierig werden.“

    Betrachtet man die oben von mir ermittelten Zahlen, ist die zitierte Behauptung Walters gar nicht so unrealistisch und die Behauptung von Hr. Köppelle („wenige Dutzend“) mit höchster Wahrscheinlichkeit falsch. Werfen wir einen Blick auf den offiziellen Zeitplan des Ironman:
    http://www.ironman-regensburg.de/deutsch/zeitplan.htm
    Danach ist die letzte Möglichkeit, an der (verpflichtenden) Wettkampfbesprechung teilzunehmen, bereits am Freitag vor dem Wettkampf. Möchte man sich in Ruhe die Strecken ansehen, hat man bereits am Donnerstag die einzige Möglichkeit, die Radstrecke mit Führung zu befahren.
    Bei einem professionellerem Sportler, der ins Ausland reist um an einem Wettkampf teilzunehmen (somit einiges an Reisekosten zu zahlen bereit ist), darf man doch annehmen dass er entsprechend Zeit opfert, und nicht erst am Vorabend ohne jegliche Kenntnis der Örtlichkeiten anreist und tags darauf in den Wettkampf geht.
    Denkt man allein an die 911 ausländischen Ironman-Teilnehmer (möglicherweise inklusive Begleitung), kommen doch einige potentielle „Dauergäste“ zusammen, die zumindest 3Nächte Do/Fr/Sa/So(/Mo) in Regensburg verbringen.
    Walter behauptet auch nirgendwo, dass die Übernachtungskosten allein pro Paar 900€ betragen.

    Zitat:
    > „Bleibt die Frage: Muss man – Sportförderung hin oder her – für ein Event wie den Ironman wirklich eine Viertelmillion der knappen Steuermittel verschwenden? Regensburg ist derzeit mit 270 Millionen Euro verschuldet – und von Schuldenabbau ist nicht die Rede.“

    Es ist gar nicht so lange her, da wurde hier auf Regensburg-Digital geschimpft, weil sich die Stadt weigerte (!!!), zusätzliche 16Mio € für eine Art Luxuslärmschutz, der nur wenigen 100Bürgern nützen würde, auszugeben. Jetzt regt man sich über die Ausgabe von 1,25Mio (=5 x 250000) Euro auf- von Konsequenz in der Berichterstattung seitens der Autoren möchte ich diesem Fall wirklich nicht sprechen.
    Betrachtet man die 1,25Mio als fixe Ausgabe ohne jeglichen Ertrag, bedeutet es eine zusätzliche pro-Kopf Verschuldung von 12,50 (auf etwa 100000 Erwerbstätige verteilt). Im Falle der hier von R-Digital so genüsslich und leidenschaftlich unterstützten BI während der Diskussion um die Ostumgehung (http://www.regensburg-digital.de/burgerentscheid-argumente-statt-schaidinger-malus/13012010/) wären das 160€ zusätzliche Schulden pro Erwerbstätigem gewesen, also mehr als das 10-Fache.

    Abschließend eine Anmerkung zu Hr. Köppelles Kommentar vom 4.August, 21:15.
    Zitat:
    > „Etwa 1300 Teilnehmer blieben unter 13 Stunden. Die Leistung der restlichen mehr als 500 Starter mag zwar anerkennenswert sein, doch kann die Radzeit eines gesunden 30jährigen von beispielsweise 6:33 h oder eine Marathonzeit von über 5:30 h beim besten Willen nicht als hochklassig bezeichnet werden, ebensowenig wie Endzeiten von 14, 15 oder gar 16 Stunden. Das nur am Rande, weil von Politikerseite ja immer zwischen „Weltklassesport“ (Ironman) und „Breitensport“ (Arber) differenziert wird.“
    Ein schöner Vergleich von Äpfeln mit Birnen. Sicherlich wären die angeführten Zeiten als Einzelleistung nicht als „hochgradig“ bzw „weltklasse“ zu bewerten. Bei Ihrer Argumentation blenden Sie aber völlig aus, dass diese Leistungen unmittelbar hintereinander ohne jegliche Regeneration (10min in der Wechselzone reichen z.B. nicht aus, sich von einem 180km Radrennen vollständig zu erholen) erbracht wurden.
    Herr Köppelle, bevor Sie sich derartige- fast schon herablassende- Urteile erlauben, erbringen Sie doch bitte den Nachweis, dass Sie selbst bei bei einer Ironman-Distanz bessere Ergebnisse erzielt haben.
    Auch der Vergleich Ironman vs. Arberradmarathon hinkt gewaltig: der Ironman ist ein Wettkampf, der Radmarathon dagegen eine Radtouristische Veranstaltung ohne Zeitnahme (http://www.arberradmarathon.de/ausschreibung/). Während beim Ironman alle Teilnehmer die komplette Distanz innerhalb einer Maximalzeit bewältigen müssen, gibt es beim Radmarathon vier verschiedene Radtouren von 55-250km und zwei weiter Mountainbike-Strecken, auf die sich die 7000 Starter verteilen (http://www.arberradmarathon.de/touren/). Am Radmarathon nehmen daher auch Familien mit Kindern teil- 55km ist an einem Tag durchaus mit Pausen zu schaffen. (siehe auch die Videos auf https://www.arberradmarathon.de/galerie/).

  • Barbara Junghans

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    Man hat dem Bürger – genauso wie im Falle des Baseballstadions – mal wieder Sand in die Augen streuen wollen. Und das parteiübergreifend. Was ist denn heute auf dem o.a. Stadion los? Man veranstaltet dort Freilichtkino für 250 Zuschauer. Eine tolle Auslastung!

    Daß Herr Hartl sich nicht entblödet zu behaupten, für den Ironman seien ja „nur Sachleistungen“ von Seiten der Stadt (in Höhe der stolzen Summe von 250.000 €) geflossen, wirft ein weiteres Schlaglicht auf die Denkfähigkeit mancher Stadtratsmitglieder. Von wem kommt denn das Geld für diese Sachleistungen??? Das sind die Steuern der Bürger. Und ich bin entschieden dagegen, dass man diese mit vollen Händen zum Fenster hinausschmeißt zum Wohle einer Firma, die mit derartigen Events Geld verdient. Großmännleinsucht und Überheblichkeit wären ja noch verzeihlich, aber die Stadspitze sollte doch nicht versuchen uns einzureden, dass die ganze Welt von Regensburg spricht und unsere Stadt nur deshalb besucht, weil bei uns ein IM stattgefunden hat.

  • Andreas

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    Der Beitrag überzeugt mich in keiner Art und Weise. Zunächst gilt festzuhalten, dass Regensburg in 2013 einen Gesamthaushalt von 750 Mio € hat.

    Alles nachzulesen unter
    http://www.regensburg.de/sixcms/media.php/121/regensburger_haushalt_2013_eckdaten.pdf

    Da nehmen sich die 250 000 € doch sehr bescheiden aus. Vor allem halte ich es sogar für sehr wahrscheinlich, dass über die Umsatzsteuerumlage und die Gewerbesteuer bei einem so grossen Event durchaus einiges wieder rein kommt. Es kommen ja auch Zuschauer und nicht nur die Athleten.

    Zweitens stimmt es einfach nicht, dass von Schuldenabbau keine Rede ist und auch stimmt es nicht, dass Regensburg auf einem „Schuldenberg“ sitzt.

    Hier zu der Verweis auf den Haushaltsplan: http://www.regensburg.de/sixcms/media.php/121/haushalt_2013_teil_a.pdf

    Regensburg ist zum Stand 2013 mit 212 Mio € verschuldet (S. 102 des Haushatsplans) Gleichzeitig enthält aber die Rücklage 122 Mio € (S. 92 des Haushaltsplans). Mit Mitteln aus dieser Rücklage wird der Schuldenstand bis 2016 auf 91 Mio Euro zurückgeführt.

    Damit wird der SChuldenstand mehr als halbiert werden in der Zeit, in der der Vertrag für den Ironman läuft. Insofern kann es sein, dass es sich um eine Milchmädchenrechnung bzgl. der Veranstaltung handelt, allerdings stimmt die Kritik, dass Regensburg mit knappem Geld um sich werfen würde, einfach nicht.

  • Wer bekommt ein Stück vom Challenge-Kuchen? » Regensburg Digital

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    […] musste nach zwei Veranstaltungen 2010 und 2011 auch die Stadt Regensburg erfahren. Recherchen, die Regensburg Digital bereits im Vorfeld des ersten Ironman-Triathlons veröffentlicht …, bestätigten sich. Die Forderungen der Ironman-Macher wurden immer unverschämter, die Akzeptanz […]

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