Landtagswahl: Nichtwähler stärkste Fraktion

In Regensburg liegen die Nichtwähler knapp vor der CSU.Das CSU-Debakel bei der Landtagswahl (43,4 Prozent) hat auch vor Regensburg nicht halt gemacht. Vorneweg: Die Fraktion der Nichtwähler hat in Regensburg den größten Stimmenanteil: Gut 46 Prozent der Wahlberechtigten zogen es vor, zuhause zu bleiben. Dicht dahinter liegt die CSU mit einem Anteil von 39,32 Prozent der Zweitstimmen. Darunter lagen die Regensburger Schwarzen bislang zwei Mal, 1950 und 1954. Nicht viel besser ergeht es am Wahlabend der SPD, die – wie schon bei der Kommunalwahl – das schlechteste Stimmenergebnis seit dem II. Weltkrieg einfährt: 20,45 Prozent der Zweitstimmen. Ungeachtet dessen hofften aber Margit Wild und ihre Genossen, die sich geschlossen zur Wahlparty im Leeren Beutel eingefunden hatten, bis spät in die Nacht auf ihren Einzug in den Landtag. Über die Liste. Das Direktmandat musste Wild – wenig überraschend – an Franz Rieger abtreten. Er holte 38,98 Prozent der Erststimmen (Margit Wild: 21,56). Seinen Einzug in den Landtag – über den Rieger sich trotz allem sichtlich freute – konnte er im Kreis einiger JU- und CSU-Mitglieder feiern. Sie hatten lange auf ihren Spitzenkandidaten warten müssen. Er kam erst gegen 20 Uhr. Während die SPD geschlossen auftrat – von Joachim Wolbergs erhielt Margit Wild sogar einen Blumenstrauß – zeigte sich am Wahlabend erneut die tiefe Zerrissenheit der Regensburger CSU: Der Oberbürgermeister fehlte im Leeren Beutel ebenso wie nahezu die gesamte CSU-Stadtratsfraktion. Großer Gewinner sind auch in Regensburg die kleinen Parteien. Freie Wähler und FDP lagen mit 7,77 bzw. 7,71 Prozent der Zweitstimmen nahezu gleich auf. Die Grünen fahren mit 11,66 Prozent nahezu das gleiche Ergebnis ein, wie vor fünf Jahren. Katerstimmung herrschte am Sonntagabend hingegen bei den Linken. Die lag in Regensburg zwar bei 5,69 Prozent, der Sprung in den Landtag ist allerdings mit einem bayernweiten Ergebnis von 4,4 Prozent nicht geglückt. Erneut im Landtag vertreten sein wird Maria Scharfenberg (Grüne), für die FDP hat Thomas Dechant den Sprung ins Maximilianeum geschafft. Ebenso Tanja Schweiger für die Freien Wähler. Margit Wild muss noch abwarten. Nach dem schlechten Abschneiden von Parteifreund Jochen Wahnschaffe, der im Landkreis nur rund 15 Prozent der Erststimmen holte, kann sie sich allerding noch minimale Chancen ausrechnen. Unter heftigen Verlusten schafften es auch Sylvia Stierstorfer und Philipp Lerchenfeld (beide CSU) erneut in den Landtag. Fotos vom Wahlabend gibt es bei Pressefoto Staudinger.

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Kommentare (7)

  • Götz von Berlichingen

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    Sehr geehrter Herr Aigner,
    mein Kompliment. Ihnen ist nicht entgangen das Herr Dr. Franz Rieger nicht von allen CSU Parteimitgliedern unterstützt werden konnte. Soooo genannte Anständige versagten ihm die Unterstützung. Wie diese sooo loyalen Scheinfreunde mit Wahlergebnissen umgehen können ist bekannt. Es gibt CSUler die gegen den Landtagsabgeordneten der eigenen Partei zu wählen geworben haben. Herr Dr. Franz Rieger erhielt dennoch 38,97% der Stimmen. In dieser Konstellation ist das Ergebnis sehr beachtlich. Der/die wissende RegensburgerIn kann damit sehr gut festzustellen wie groß die Zuneigung wahrlich zu werten ist. Wie lange der Frakturvorsitzende und der Oberbürgermeister ihre Ämter weiter besetzen ist abzuwarten. Der Selbstreinigungsmechanismus läuft prima. Unsere Stadt wird zeitnah bürgerfreundlich regiert werden. Christlich, sozial und gemeinsam können dann wichtige Aufgaben bewältigt werden.
    Wer konnte sich ein Regensburg ohne Grundstücksspekulationen vorstellen? Mit dem Souverän wieder in der Mitte? Nie wieder gegen die eigene Bevölkerung? Läuft doch prima
    Schöne Woche

  • Rolf Muszeika

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    Das DIE LINKE mit 4,4% nicht in den Landtag eingezogen ist, ist zwar ein Wermutstropfen, kann aber dennoch als ein Achtungserfolg gewertet werden. Immerhin hatte DIE LINKE auch mit vielen unfairen Attacken zu kämpfen, wie zum Beispiel als „Kommunisten“ und „Populisten“ (das sind noch die harmlosen Varianten) tituliert zu werden. Ein weiterer Faktor ist auch, dass die Partei nur ein winziges Prozentteil von Geldern zur Verfügung hat (wir sind noch nicht von der Allianz gekauft), als die andere Parteien. Uns fehlt es auch an dem nötigen Personal. Vielleicht wird jetzt doch der oder die Eine oder Andere sich doch entschließen der Partei beizutreten. Dafür, dass es DIE LINKE erst seit einem Jahr gibt, können wir mit erhobenen Hauptes die Landtagswahl 2008 abschließen.
    Wenn man die Ergebnisse im einzelnen betrachtet, wird man feststellen, dass DIE LINKE gerade auf dem Land geschwächelt hat. Daran müssen wir arbeiten.
    Mit den 4,4% wissen wir endlich, wo wir stehen und haben somit eine Basis von der wir aus arbeiten können.
    Mein Fazit: Wir haben den Einzug in den Landtag verpasst, aber dennoch gewonnen!

    Rolf Muszeika

  • rentner

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    Vergessen darf man für die Zukunft die Rentnerinen und Rentner – Partei – RRP nicht.
    Denn diese junge Partei ist erst seit einigen
    Wochen ins Leben gerufen u. der Kanditat Frummet Ferdinand hat auf Anhieb in Regensburg
    ca. 1,8 % der Stimnmen sammeln können.
    Es ist nämlich ein riesen Potential vorhanden, wenn sich in der nächsten Zeit noch viele dieser jungen Partei anschließen werden.
    Der Erdrutsch für die beiden großen Parteien
    werde sich fortsetzen u. es ist auch notwendig,
    damit die Arroganz u. die Blindheit aufhört.

  • Norbert Steiner, CSB

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    Die offenkundige Geste, die Ch. Schlegl vor kurzer Zeit einforderte, blien vonseiten der S-Partei in der CSU aus. Das bedeutet ein Hauen und Stechen in den nächsten Monaten. Das große Ende kommt erst mit den internen Parteiwahlen.Ein Ende ist nicht in Sicht. Deshalb sind viele von der CSU abgerückt.
    Die Postenjäger des S-Partei kann man nur mit Posten befrieden. Und das geht jetrzt nicht mehr! Auch S. hat keine mehr zu vergeben!!!

  • Anne Will-Nicht

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    @rentner
    Ich halte es für ungut als Partei nur eine Altersschicht anzusprechen. Sehr verwundert war ich über den Herren im schwarzen T-Shirt mit Fastglatze. Diesen hätte ich eher einer radikalen linken oder rechten Partei zugeordnet. So benahm er sich. Die Schadenfreude von Herrn Frummet und den Jubel bei den Ergebnissen zeigte keine Stärke, vielmehr die Arroganz die Sie bei den anderen Parteien sehen.
    Freundlichst
    ‚;–))

  • Mathilde Vietze

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    Warum outen sich manche nicht mit ihrem rich-
    tigen Namen? Haben sie denn etwas zu befürch-
    ten oder wollen sie die anderen anonym ver-
    arschen?

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