Die CSU entdeckt ihr Herz

Die Stunde der Heuchler

Die „kleinen Leute“ sind ein Steckenpferd der CSU. Erst hat man jahrelang gegen deren Interessen regiert, jetzt spielt man sich zu deren Anwalt auf. Was die Partei derzeit rund ums Nibelungenareal veranstaltet, ist pure Heuchelei. Zeit, um an ein paar Dinge zu erinnern.

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„Tatsache ist, dass die jungen Familien und die mittleren Leistungsträger der Gesellschaft die Leidtragenden dieser Vergabe sind.“

Die CSU-Fraktion hat im Streit um die Vergabe der Wohnbauflächen auf dem Nibelungenareal nachgelegt. In einer Pressemitteilung spricht Fraktionschef Hermann Vanino von „einem Schlag ins Gesicht der kleinen Leute“. Hintergrund sind die zu hohen Mieten und Kaufpreise, die die Vergabe an die Bauteam Tretzel GmbH – laut CSU-Beschwerde bei der Regierung – angeblich nach sich ziehen soll (mehr dazu hier und hier).

Nun ist es sicher lobenswert, dass die CSU beim Wohnungsbau endlich ihr Herz für die kleinen Leute entdeckt hat. Dazu musste man aber offenbar erst in der Opposition landen. Denn gerade was die Nibelungenkaserne anbelangt, waren diese „jungen Familien“ und „kleinen Leute“ der CSU in der Vergangenheit zunächst einmal herzlich egal.

Alte Ausschreibung: Wer bietet mehr?

Ursprünglich, so wurde es noch unter Hans Schaidinger beschlossen, sollten die Flächen auf den Nibelungenkasernen meistbietend zum Höchstgebot verkauft werden. Niedrige Schätzungen gehen davon aus, dass dann anstelle von 3.490 Euro pro Quadratmeter, die derzeit als Kaufpreis beim Tretzel-Angebot für Eigentumswohnungen vorgesehen sind, Preise weit jenseits der 4.000 Euro gestanden wären; entsprechend höher wären auch die Mieten in den frei finanzierten Wohnungen ausgefallen. Ohnehin wären weit weniger Sozialwohnungen entstanden, als dies aktuell der Fall ist. Von bezahlbaren Mieten oder Eigentumswohnungen war damals noch keine Rede. Damals ging es nur ums Bauen – egal wie.

Neue Ausschreibung: Es ging nie nur um die Miethöhe

Erst mit dem Regierungswechsel wurde diese Ausschreibung gestoppt und durch eine neue ersetzt. Jetzt wurden die Grundstücke zum Festpreis und nach Konzept ausgeschrieben. Beschlossen wurde diese Ausschreibung, auf deren Basis Tretzel nun den Zuschlag erhielt, mit den Stimmen der CSU. Die von der CSU jetzt kolportierte Behauptung, dass es bei dieser Ausschreibung allein um Kaufpreise und Mieten gegangen wäre – und sonst nichts – ist schlicht falsch.

Der Preis bzw. die Miete war eines von 16 Kriterien, die in die Bewertung der Angebote einflossen. Eine Rolle spielten die, ebenfalls für Mieter und Käufer geldwerten Punkte, Nebenkosten und Energiestandard. Eine Rolle bei der Vergabe spielte, dass Tretzel doppelt so viele Sozialwohnungen (zum gedeckelten Mietpreis von 8,30 Euro pro Quadratmeter) baut wie vorgeschrieben – mit entsprechend längerer Mietpreisbindung.

Der Rest des Stadtrats: Alles Deppen? Alle korrupt?

Worüber die Regierung, bei der sich die CSU beklagt hat, nun entscheiden muss, ist, ob all das rechtfertigt, dass Kaufpreise und Mieten der frei finanzierten Wohnungen höher ausfallen, als wenn ein anderer Bieter zum Zug gekommen wäre. Und es wäre durchaus ein Armutszeugnis für den Rest des Stadtrats, wenn die Regierung der Beschwerde stattgeben sollte – denn außer der CSU haben alle dieser Vergabe zugestimmt. Alles Deppen? Alle korrupt?

Mit vollem Einsatz fürs Immobilien Zentrum

Interessant ist in diesem Zusammenhang aber einer der nicht zum Zug gekommenen Investoren, dem die CSU jetzt ihren Einsatz widmet. Dieser habe mit 3.300 Euro Verkaufspreis pro Quadratmeter „das beste Angebot“ abgegeben, lassen die CSU-Stadträte Franz Rieger, Hermann Vanino und Christian Schlegl via Pressemitteilung verlauten.

Das CSU-Führungsduo Vanino und Rieger. Foto: Archiv/ Staudinger

Das CSU-Führungsduo Vanino und Rieger. Foto: Archiv/ Staudinger

Das Unternehmen wird in der Pressemitteilung nicht genannt, aber nach Informationen unserer Redaktion geht es um die millionenenschwere Immobilien Zentrum Regensburg Unternehmensgruppe (IZ). Die war nicht nur ein Wahlkampfunterstützer des vormaligen Oberbürgermeisters Hans Schaidinger 2008, sondern anschließend auch ein gern gewählter Bieter bei städtischen Ausschreibungen.

Wie gut der Draht des IZ zur Stadt war, zeigt insbesondere das Beispiel eines dubiosen Grundstücksgeschäfts am Unteren Wöhrd. Auf dieser 5.300 Quadratmeter großen Fläche begann das IZ bereits 2008 Wohnungen und Häuser zu vermarkten. Damals befand sich das Grundstück allerdings noch im Eigentum der Stadt. Zu diesem Zeitpunkt bestand auf dem Grundstück noch nicht einmal Baurecht. Doch das IZ war sich seiner Sache offenbar sehr sicher – zurecht.

Dieses Filetstück am Unteren Wöhrd verhökerte die Stadt zum Schnäppchenpreis an das IZ. Das scheffelt dort jetzt richtig Geld. Luftbild: Stadt Regensburg

Dieses Filetstück am Unteren Wöhrd verhökerte die Stadt zum Schnäppchenpreis an das IZ. Das scheffelt dort jetzt richtig Geld. Luftbild: Stadt Regensburg

Am Ende erhielt das Unternehmen die Fläche auf Basis eines fragwürdigen Vorkaufsrechts. Eine Ausschreibung, an der sich rund 30 Interessenten beteiligt hatten, war zuvor gestoppt worden. Der Quadratmeterpreis von 500 Euro, den das IZ dafür auf den Tisch legen musste, lag 300 Euro unter dem gutachterlich festgestellten Durchschnittspreis im Bodenrichtwertgutachten der Stadt. Für den Architektenwettbewerb, den das IZ für die Bebauung durchführen musste, schoss die Stadt 60.000 Euro zu. Außerdem wurden Verantwortung und Kostenübernahme für die eventuelle Entsorgung von Altlasten, archäologische Untersuchungen und Abbrucharbeiten zugesichert.

Wohlwollen bei der CSU und Schleichwerbung in der MZ

Damals empörte sich die CSU nicht im Sinne der kleinen Leute. Im Gegenteil: Der damalige CSU-Fraktionschef Christian Schlegl unterstellte Kritikern an dem Geschäft im Stadtrat seinerzeit Eigeninteressen und nahm die Pläne des IZ „wohlwollend“ zur Kenntnis.

Meldet sich jetzt wieder häufiger zu Wort: Christian Schlegl. Foto: as

Meldet sich jetzt wieder häufiger zu Wort: Christian Schlegl. Foto: as

Die Mittelbayerische Zeitung, aktuell ebenfalls hochaktiv im Sinne der kleinen Leute, veröffentlichte – anstatt zumindest über die Kontroverse, eine damals ebenfalls laufende Beschwerde bei der Regierung und allerlei Merkwürdigkeiten zu berichten – eine ganzseitige Pressemitteilungen des IZ als schön gestalteten, redaktionellen Artikel.

Filetgrundstück verscherbelt: Zum Wohl des IZ, zu Lasten der Steuerzahler

Das Unternehmen selbst hatte die Bebauung anfänglich noch als preiswertes Wohnen für junge Familien gepriesen. Aktuell werden die nun dort vorgesehenen drei Villen, sechs Wohnungen und sechs Doppelhaushälften zu Quadratmeterpreisen weit jenseits der 5.000 Euro vermarktet.

„Der besondere Charakter unseres herausragenden Projekts wird durch ihre unwiederbringliche Lage, die moderne Architektur und ihre limitierte Anzahl zusätzlich unterstrichen“, heißt es in einem Werbetext des Unternehmens, das die besagten Immobilien der Kategorie „Luxus“ zuordnet.

Junge Familien? Pustekuchen! Kleine Leute? Schleicht’s Euch! Stattdessen ein auf Profitmaximierung ausgelegtes Luxusprojekt, für das die Stadt Regensburg dem IZ auf Kosten der Steuerzahler eines ihrer Filetgrundstücke zum Schnäppchenpreis verscherbelte. Die CSU nahm dies „wohlwollend“ zur Kenntnis.

Wer sechs Jahre mitmacht, kann nur begrenzt dagegen halten

Zusammengefasst hat also die CSU in Regierungsverantwortung zunächst eine Ausschreibung auf den Nibelungenkasernen vorangetrieben, bei der eine soziale Komponente keine Rolle spielte, sondern der Höchstpreis. So wie der soziale Wohnungsbau in den ganzen Jahre unter CSU-Regierungszeit keine nennenswerte Rolle gespielt hat – man braucht sich nur an den anfänglichen Widerstand gegen eine Sozialquote zu erinnern.

In der Opposition schließlich stimmt die CSU bei einer Neuausschreibung des Nibelungenareals mit, bei der Miet- und Kaufpreis nur eines von vielen Kriterien sind. Jetzt beschwert sie sich über die Vergabe, stellt das Ganze verzerrt dar und agiert dabei wieder einmal im Sinne eines Unternehmens, bei dem unter CSU-Ägide in der Vergangenheit tunlichst darauf geachtet wurde, dass es nicht zu kurz kommt. Selbst wenn die Beschwerde eine Grundlage haben sollte – dieses Verhalten ist heuchlerisch. Und dass die SPD der CSU diesen Umstand nicht so gebührend vorwerfen kann wie sie es verdient hätte liegt daran, dass man sechs Jahre lang weitgehend mitgemacht hat.

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Kommentare (35)

  • Matthias Beth

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    Herr Aigner,

    Gratulation zu diesem Artikel! Die Heuchler sitzen, wie Sie klar herausgearbeitet ahbe, in den Reihen der CSU, was interessieren mich meine Handlungen gestern, wenn ich heute was anderes behaupten kann!

  • Frank Huber

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    Ohne belehrend wirken zu wollen, es ist die Rolle der Opposition in einer parlamentarischen Demokratie die Regierungspartei zu kontrollieren und zu kritisieren. Wenn nur diejenigen diese Rolle ausführen dürfen, die reinen Herzens sind, dann wäre es sicher sehr ruhig im Parlament. Das Wissen um die Mauscheleien, Tricks und Unkorrektheiten ist ja gerade das Wertvolle an einer Opposition, die es sich vorher in der Regierungsrolle gut gehen hat lassen.

  • Richie Mann

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    Der Regensburger Küngel in den letzen Jahren ist wahrlich kein Ruhmesblatt für die SPD.

    ‚Und dass die SPD der CSU diesen Umstand nicht so gebührend vorwerfen kann wie sie es verdient hätte liegt daran, dass man sechs Jahre lang weitgehend mitgemacht hat.‘

    Insofern hätte der Text auch FETT gedruckt sein können mit einem Link zu den noch immer im Stadtrat sitzenden.

  • Fran Huber

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    Die Grünen und die Piraten sind Befürworter von Transparenz und fordern sie, solange sie in der Opposition sind. Kaum in der Regierung angekommen, ist davon nichts mehr zu spüren.

  • Hans

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    @Fran Huber

    Ich frage mich von welcher Transparenz Sie reden? Falls es um konkrete Details der Ausschreibungsbewerbungen geht: wie von RD berichtet wurde, ist dies rechtlich nicht ohne weiteres möglich und damit auch nicht in der Hand der von Ihnen genannten Parteien.

  • Mathilde Vietze

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    Hätte die CSU das Sagen gehabt, wäre in diesem
    Areal k e i n bezahlbarer Wohnraum entstanden.
    Jetzt aber wurde bei der Vergabe nicht der berück-
    sichtigt, der das meiste bietet, sondern der, der das
    beste Konzept hat. Noch Fragen?

  • Matthias Jobst

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    Wie Sie wissen, Herr Huber, ist der Stadtrat ein sog. Kollegialorgan. Dort gibt es keine Opposition. Es ist auch kein Parlament, sondern ist Teil der Exekutive.
    Das mit der Transparenz ist so eine Sache. Die stellt man sich immer leichter vor, als es dann ist.

  • Frank Huber

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    Die arrogante Macht hinter verschlossenen Türen macht den ohnmächtigen Bürger zum Wutbürger. Das sollten Sozialdemokraten und Grüne eigentlich aus der eigenen Geschichte kennen. Irgendwann läuft das Fass über, wenn Politiker zu willfährigen Helfern von bürgerfernen Investoren werden. Dann sucht der Wutbürger nach Alternativen. Die demokratische Staatsform wird nur als eine transparente Demokratie überleben.

  • Dubh

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    @ Matthias Jobst

    „Wie Sie wissen, Herr Huber, ist der Stadtrat ein sog. Kollegialorgan. Dort gibt es keine Opposition. Es ist auch kein Parlament, sondern ist Teil der Exekutive.“

    „Kollegialorgane sind Organe, die mit einer Mehrheit grundsätzlich gleichberechtigter Organwalter besetzt sind (Beispiele: Bundestag, Bundesrat).“
    http://www.rechtswoerterbuch.de/recht/k/kollegialorgan/

    Der Stadtrat ist also Teil der Exekutive, wie der Bundestag, was heißt in Deutschland gibt es keinerlei Parlamente – was heißt, eine Demokratie gab es hier eh noch nie?

    Man wählt die Exekutive? Legislative gibt es ja leider keine hier?

    „Die Gewaltenteilung ist das tragende Organisationsprinzip eines Rechtsstaates. Sie wird verfassungsrechtlich vorgegeben durch Art. 20 II S. 2 GG. Gewaltenteilung bedeutet Gewaltentrennung und damit die Aufteilung der Staatsaufgaben in drei Gruppen von Organen – auf Exekutivorgane (Behörden), Legislativorgane (Parlamente) und Rechtsprechungsorgane (Gerichte). “
    http://www.rechtswoerterbuch.de/recht/g/gewaltenteilung/

    Unglaublich was Sie im Brustton der Überzeugung hier verkünden!
    DAS hat man nun wirklich in jeder Schulform im Unterricht!

    Nur mal aus Interesse: Wer beschließt oder erlässt dann Ihrer Ansicht nach hierzulande Gesetze?

    Der Chef des BDI, bzw. die Chefs der Großindustrie?
    Das mag in der Praxis so sein, verfassungsrechtlich ist es anders!

  • oregon

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    @ Frank Huber

    Wer sich an einer öffentlichen Ausschreibung, sei es Bauauftrag oder Grundstücksgeschäft, beteiligt muss nicht nur einen Preis nennen, er muss vielfach auch Referenzen nachweisen und seine Bonität belegen, die die Auftragsausführung hinreichend garantiert.
    Er legt durch die Art der Bewerbung Kalkulationsdetails und möglichweise sogar Firmeninterna offen die für die Konkurrenz sehr wertvoll sein könnten.
    Wer volle Transparenz fordert sollte mal darüber nachdenken, ob er bereit wäre in der Weise die Hosen runter zu lassen.
    Wollen Sie, dass Ihr Vermieter die Bonitätsauskunft, die er vor Abschluss des Mietvertrags von Ihnen gefordert hat anschließend im Haus aushängt, das mit alle anderen Wissen wie es um Sie steht.

    Es gibt im Privaten, wie auch im Geschäftsverkehr zwischen Anbieter und öffentlicher Hand Grenzen der Transparenz. Das sollte man einsehen.

  • Joachim Datko

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    Je mehr Bedingungen man miteinander verknüpft, desto leichter ist es für Schlitzohren, daraus Profit zu schlagen. Würde die Stadt die Grundstücke gegen „Höchstgebot“ abgegeben, würde viel Geld in die Kasse kommen, mit dem die Stadt dann entsprechend sozial handeln könnte.

    Die SPD und ihre Verbündeten mögen zwar guten Willens sein, ob sie allerdings auch das gewünschte Ergebnis erzielen, ist fraglich.

  • Frank Huber

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    Demokratie bedeutet gleiche Zugangsmöglichkeiten zu politischen Entscheidungen und setzt den gleichen und freien Zugang zu den entscheidungsrelevanten Informationen voraus.

  • blauäugig

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    @Frank Huber: Wir leben in einer repräsentativen Demokratie, nicht in einer direkten Demokratie.
    Die Stadträte (also Repräsentanten) egal welcher Parteizugehörigkeit hatten bei der Grundstücksvergabe denselben Zugang zu den entscheidungsrelevanten Informationen.

    Wäre Ihnen eine Volksdemokratie oder Diktatur lieber?
    Oder geht es nur darum, zu zeigen, dass die Piraten vor der Wahl eine weitergehende Transparenz gefordert haben und nun, obwohl Koalitionär, nicht umsetzen?

  • oregon

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    @ Frank Huber

    Hatte einer der Entscheidern im Stadtrat keinen Zugang zu den entscheidungsrelevanten Informationen?

    Sie als Frank Huber haben in der parlamentarischen -Demokratie, ausgenommen von Bürgerentscheiden nichts zu entscheiden, also brauchen sie „alle entscheidungsrelevanten Informationen “ bestenfalls zur Befriedung Ihrer persönlichen Neugierde, aber nicht für irgendeine aktuelle Entscheidung die Sie zu treffen hätten.

  • bürgerblick

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    Gewollte Konzepte für eine soziale Stadtentwicklung sind scheinbar jetzt nicht mehr auf der Agenda der CSU nachdem „Ihre“ bevorzugten Bewerber nicht das beste (Wertung der Verwaltung mit der zustimmung der Mehrheiten im Stadtrat) Konzept anzubieten hatten.
    Jetzt wird nicht nur geheuchelt sondern auf dem „politischen Spielfeld“ gefoult. Schau mer mal ob der Schiedsrichter (Regierung der Oberpfalz) das auch so sieht.

  • Veronika

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    @bürgerblick: Schiedsrichter „Regierung der Oberpfalz“? Also hier habe ich die letzten Jahre noch keinerlei ausgewogene Schlichtung erlebt! Leider!

    Ja, danke Herr Aigner für diesen Artikel! Wenn RD nicht berichten würde, man wüsste gar nicht, was um einen herum so läuft.
    Ist jetzt eigentlich „Candis“ noch ein Thema, oder ebenfalls wieder erledigt?

  • victor lustig

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    ja, sicher, alles richtig – was soll, man von der csu auch anderes erwarten…

    nur:

    wie unterscheidet sich denn die haltung der spd und von wolbergs davon?
    die vergottung des „investors“ und der fehlende wille zu einer sozialen gestaltung der stadt sind doch hier wie dort gleich:

    „Sie haben tolle Wohnungen an einem tollen Standort in einer tollen Stadt.“
    so der heutige ob wolbergs bei der grundsteinlegung des neubaues an stelle des karmelitenhotels… (mz, 5.6.2013)

  • Jürgen

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    Das mit der Transparenz ist, so wie „oregon“ beschrieben hat, richtig und wird in jeder Gemeinde und bei jedem öffentlichen Verfahren so gehandhabt.
    Nachdem die Stadt das Areal zu einem lächerlichen Preis von der Bundesrepublik gekauft hat, frage ich mich weshalb man es so teuer verkaufen muss? Ist es nicht so dass eine Gemeinde aus solchen Projekten eben keinen Profit machen darf?
    Ich habe lange nach einem bezahlbaren Grundstück/Wohnung gesucht und musste feststellen dass alle Gemeinden m²-Preise jenseits der Kauf- und Erschließungskosten des Grundstückes verlangen. Es wird immer auf einen Index hingewiesen woraus sich der Preis errechnen lässt. Meines Erachtens hat hier die kommunale öffentliche Hand völlig versagt. Sie hätte die Möglichkeit durch günstiges Bauland dem Wucher entgegen zu wirken.

  • oregon

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    @ Jürgen

    Es ist ja nicht mit dem Kaufpreis plus Erschließungskosten für Straße und Kanal getan. Gemeinden haben daneben bei Wohngebieten auch noch Kosten für Grünflächen und Infrastruktur wie Kitas, Schulen, Freizeiteinrichtungen, öffentliche Spiel- und Sportplätze, kulturelle Einrichtungen, Stadtteilbücherei usw. die für das neue Wohngebiet mit hunderten von Wohnungen gebaut oder ausgebaut werden müssen und die auf Jahrzehnte unterhalten werden sollten.
    Wenn dann noch Flächen wie in einer Kaserne womöglich auch noch altlastenfrei und ohne Altbebauung verkauft werden kommt auch dafür noch ein schöner Batzen hinzu.

    Also, das große finanzielle Geschäft wird das dort für die Stadt vermutlich nicht sein und wenn wirklich was bei der Stadt hängen bleibt kommt es ja auch wieder uns allen zugute.
    wenn man sich die Planung der Kaserne ansieht und die Grünflächen auf die bebaubaren Flächen umrechnet und in die Preisgestaltung mit einbezieht schmilzt der Ertrag pro qm den die Stadt dort erzielt ziemlich, da ist ja der Grünanteil bei mehr als einem Drittel der Gesamtfläche.
    Für diese Flächen steht dem Kaufpreis an den Bund ja keine Einnahme gegenüber, dass müssen die bebaubaren Flächen kompensieren. Draufzahlen soll die Stadt ja schließlich nicht.
    Abschließend noch eins: Eine Gemeinde ist gesetzlich verpflichtet, nichts „zu verschenken“, d.h. unter den Gestehungskosten zu verkaufen.

  • urlaub

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    Eine Demokratie gibt es nur für Politiker.
    Für den normalen Bürger die Diktatur von der Politik egal in der Kommunal- Landes
    oder Bundespolitik, das ist die Wirklichkeit.
    Denn die Demokratie wird nur vorgeschoben um den Bürger zuverblöden.

  • Sebastian Dekan

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    Mit der Beschwerde bei der Regierung hat die CSU genau das gemacht, wozu die Anderen in 18 Jahren vorher nicht in der Lage waren. Gegen alle Rechtsmißbräuche und Verfahrensfehler von Schaidinger hätten sie Beschwerde einlegen können, sich aber nicht getraut. Alle haben sich geduckt vorm Schaidinger, haben sich in den Sitzungen abkanzeln, demütigen und „anpinkeln“ lassen. Zum Dank ernennen sie ihn geschlossen und brav zum Ehrenbürger.

  • Kurt Tuchmann

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    Einer der schwächsten Artikel von Stefan Aigner. Linke Journalisten tun sich immer schwer, wenn die Sozis an der Regierung sind und dann die gleichen Spielchen treiben wie die Konservativen.

  • Stefan Aigner

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    @Kurt Tuchmann

    Ich tu mich damit nur dann schwer, wenn die Belege für solche Spielchen fehlen. Wenn ich die hätte, würde ich auch darüber berichten. Alles,was dazu bislang bei und vorliegt, belegt das nicht.

  • Jürgen

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    @ oregon:
    Das ist mir alles bestens bekannt, jedoch rechtfertigt das noch lange nicht eine derartige Preisexplosion wie wir sie in den letzten 10 Jahren erlebt haben. Das ist einfach nur Wucher.

  • Matthias Jobst

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    @dubh:

    Wenn Sie schon Begriffe googlen, dann nehmen Sie doch bitte vernünftige Quellen. Der Bundestag oder ein Landtag sind nämlich keine Kollegialorgane. Als solche gelten Bundesregierung oder Landesregierungen (vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Kollegialorgan). Also bitte hier keine Sachverhalte verdrehen.

    Ein Stadtrat hat keine legislativen Kompetenzen, sondern nur ausführende. Gesetze verabschiedet in Deutschland immer noch – je nach Zuständigkeit – der Bundes- oder ein Landtag. Kommunen vollziehen diese nur.

  • Vanino: „Es gibt nichts zurückzunehmen“ » Regensburg Digital

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    […] Gespräch mit Regensburg Digital verwahrt sich Hermann Vanino auch gegen unsere Berichterstattung, in der wir der CSU „Heuchelei“ vorgehalten und an eine frühere dubios… „Wir agieren nicht im Sinne irgendeines Investors. Uns geht es insbesondere um den Bau günstiger […]

  • Zahlen oder Nullen

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    Die 90,00 EUR-Differenz soll ja ein Schreibfehler sein: Wie viel Wohnfläche soll verkauft werden? 2.000 qm? Der Preis des Schreibfehlers: 90,00 EUR x 2000 qm = 180.000,00 EUR. Öha! Sind es jedoch 30.000 qm, dann wären es 2.800.000,00 EUR. Holla! Ja – in Schreibfehlern ist ein erheblicher Hebel! (und da diese so wertvoll scheinen: Wer einen findet, der darf ihn behalten!)

  • blauäugig

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    @“Zahlen oder Nullen“
    Sind Sie der Rechenkünstler, de Vanino zur Aussage trieb, die 3490 EUR seien über 5% mehr als 3400 EUR? Und da sage noch jemand, es seien die Roten, die nicht mit Geld umgehen können.

    Wieder mal aus der Esserpresse: http://www.mittelbayerische.de/region/regensburg/artikel/wolbergs-will-entschuldigung-von-vanino/1149672/wolbergs-will-entschuldigung-von-vanino.html
    „In der Beschwerde schreibt die CSU: „Bei diesem Preis vom 3490 Euro pro Quadratmeter handelt es sich auch nicht wie der Liegenschaftsamtsleiter bestätigte, um ein Schreibversehen, sondern um eine bewusste Anhebung des Kaufpreises um etwas mehr als fünf Prozent.“

  • Zahlen und Nullen

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    @blau: nö!

  • altstadtkid

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    Im Sommer 2016 wird der Protest der CSU verständlich . Sie haben sich einfach geärgert weil sie
    die Spenden von T. nicht mehr bekommen haben:o)

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