Kolumne

Pomp it up, Regensburg!

Es ist Sonntag. Egal welcher Sonntag. Ein beliebiger Sonntag des Jahres. Egal welchen Jahres. Hauptsache eines, das noch nicht gar so lange hinter uns liegt. Als Schauplatz wählen wir die Regensburger Innenstadt. Was tut der Mensch am heiligsten Tag der Woche? In die Kirche pilgern? Den lieblichen Stimmlein der Domspatzen lauschen oder ein wenig in die innersten Weiten seiner selbst hineinhorchen? Natürlich nicht.

Sonntags begibt sich der gemeine Mensch in die Stadt, um seinen Magen kubikweise mit Milchschaum anzufüllen. Die Fokussierung auf selbigen ist, so scheint es jedenfalls, zur omnipräsenten Ersatzreligion geworden. Der Milchschaum hat sich über die letzten Dekaden hinweg zu einem allerorts beliebten, dicken Ding entwickelt: Ohne das luftig-weiße Molkekissen obendrauf säuft heute keiner mehr seinen Kaffee. Es muss schon mindestens der Cappuccino sein, wenn nicht der Latte Macchiato oder am Ende gar der hippe Mokka Matcha Latte in sattem suppengrün.

Gerne betoniert man sich selbigen auf ein üppiges Dreigangmenü hinten drauf, man fühlt sich dann sehr italienisch und ignoriert konsequent, dass nur wenige Nationalitäten einen halben Liter warme Milch auf das Kilo Spaghetti Carbonara in den Rumpf nachschütten. Egal, wir tun das nun mal gerne. Hauptsache, es schäumt und das bitte in kunstvoller Manier. Auch die Praktik des Schaumherstellens selbst ist zum brandheißen Diskussionspunkt avanciert, unterschiedlichste Helferlein wie der Trapattoni-Latte-Wirbler ermöglichen sogar zu Hause ein perfektes Ausführen des Espumierens.

Viva la Plörre!

Außerhalb geht man schon lange nur mehr dahin, wo der „Barista“ eine besonders tolle Blume kreiert, mit weniger gibt man sich nicht zufrieden. Am besten wogt der Milchschaum gleich seidiger Gischt in allerlei neumodernem Tassenersatz, beispielsweise in kleinen oder auch größeren Schalen ohne Henkel. Es ist schick und progressiv, wenn man sein Heißgetränk aus einer unpraktischen Schüssel schlabbert. Letztens erst im Café Anna betonte meine Sitznachbarin ihrer Freundin gegenüber immer wieder, sie wolle ihr Getränk „bitte in so einer Schale“ – als würde ihr Leben von dieser Darreichungsform abhängen – und gestikulierte mit beiden Händen schalenförmige Kreise in die Luft. Und das mehrmals.

Ich vermisse ein wenig die Zeiten des guten alten Filterkaffees mit kalter Milch, ganz ohne Firlefanz. Ich mag dieses Getränk, auch wenn es auf ästhetischer Ebene nicht mit seinen Kollegen mithalten kann. Von großen Wagenladungen an Milchschaum wird mir schlecht, außerdem erkaltet so ein hundsverreckter Malefiz-Kaffee mit dieser überhitzten weißen Krone oben drauf einfach nicht und man verbrennt sich mindestens zweimal – auf gut bayerisch – die Lätschn beim wagemutigen Versuch eines kleinen Nippers. Lasst uns, verdammt noch eins, wieder mehr Filterkaffee trinken und nicht ständig so tun, als wären wir Expertengourmets in jeglichen Lebensmittelbereichen. Viva la Plörre! Nur die wenigsten unter uns können sich schließlich ehrenhafte Eigentümer einer ausgeprägten Expertise schimpfen, darauf verwette ich meinen kessen Allerwertesten. Das ist aber nur meine Meinung, eigentlich ist es irgendwie und sowieso auch egal.

Worauf ich ursprünglich hinaus wollte: Sonntags ist in Regensburg – wie in den meisten Innenstädten dieser Welt – die Zeit zum kollektiven Milchschaumvernichten und zum Sehen und Gesehen werden. Die Leutchen außer- und innerhalb der Stadtgrenzen gesellen sich mehr oder minder frohlockend ins Zentrum, um zu flanieren, zu prahlen, zu bummeln, zu lästern, zum unhöflichen Fingerzeigen und zum Tuscheln. Das kann dann und wann ein bisschen anstrengend sein, vor allem, wenn man in der Innenstadt wohnt und an einem Sonntag etwas Normales und eher Unbummeliges unternehmen will.

Sonntag ist Lästertag

Exerzieren wir einmal ein fingiertes Gedankenspiel durch: Frau Flosse kehrt, völlig aus der Luft gegriffen, nach einer durchzechten Nacht verschwitzt und angesoffen in ihr trautes Heim zurück, zieht sich mit viel Ungeschick ihren Spandex-Einteiler über die Ohrwaschel, übergibt sich eventuell ein bis zehn Mal elegant in ihrem Badezimmer – der Rock‘n‘Roll fordert den Körper! – und bettet anschließend ihre müden Knochen darnieder, um wohlverdient in die starken und schützenden Arme von Hypnos zu sinken. Am nächsten Tag, gegen 11:00 oder 13:00 Uhr, wacht man auf, die Zunge klebt unangenehm trocken und immer noch mit Anis benetzt am Gaumen, die Synapsen pochen, erste Erinnerungslücken werden sichtbar und es macht sich ein eindringliches Gefühl im Körper breit: Wenn man jetzt nicht schnell einen Schluck Spezi zu sich nimmt, dann stirbt man mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit.

Ich wuchte mich hoch, entledige mich mit Hilfe aggressiven Make-Up-Entferners meiner Alice-Cooper-Augen, den hyperhaftenden Lippenstift von gestern bekomme ich jedoch nicht runter. Macht nix. Einmal nachgezogen, sehe ich fast wieder frisch aus. Rein in die zerrissene Jeans, die noch mehr aufreißt, als man beim Einstieg ordentlich in einem der Löcher hängenbleibt. Was soll‘s. Rauf mit dem Leopardenkunstpelz, man möchte sich schließlich nur ungern die Hüftknochen verkühlen und raus in den angebrochenen Sonntagnachmittag.

Das Ziel? Dieses komische Automatengeschäft in der Gesandtenstraße. Da gibt es Spezi, diverse Cola-Sorten und Limonaden. Ein S.O.S.-Super-Notfall-Etablissement sozusagen. Der Weg ist nicht sehr weit, zu Fuß kostet mich der kleine Ausflug nicht mehr als fünf Minuten. Trotz würziger Kürze ist es doch beachtlich, mit wie vielen missbilligenden, bösen, erschrockenen oder abweisenden, nur selten interessierten Blicken einen die promenierenden Milchschäumler strafen. Man hört sie immerzu tuscheln und nuscheln, diese eisernen Verfechter der Uniformität und ist ihren überheblichen Attitüden ausgeliefert.

Trägt man vielleicht doch versehentlich den Schlüpper als Mütze auf dem Kopf? Kurzer Kontrollblick in ein Schaufenster… Nein, sie zerreißen sich ihre Visagen einfach nur wegen eines unschuldigen Mäntelchens. Nur gut, dass mein Mantel keine Gefühle hat. Auch gut, dass meine exzentrische Wenigkeit genauso gefühlsleer ist wie der mich wärmende Überwurf. Und wirklich gut, dass ich schon lange versuche, mich nicht mehr so viel aufzuregen, sonst müsste ich sonntags schon sehr früh aufstehen, um allen fade gewandeten Bummlern ausgiebig meinen Unmut über ihre uninspirierten Langweilerklamotten kundzutun. Ich bin da aber nicht so.

Schade finde ich es trotzdem ein wenig, dass wir uns so dermaßen kampflos unserem nicht zu leugnenden provinziellen Ruf hier in Regensburg unterordnen. Man könnte doch auch ein etwas höheres Ziel verfolgen und einfach mal nicht wie der ignoranteste Bauernfünfer über jeden herziehen, der ein bisschen anders aussieht, als wir Supermilchschaumundmodeexperten uns das erwarten.

Exzentrik als Volkserziehung

Um ein bisschen lockerer um den Hosenlatz zu werden, bin ich ganz klar für die Einführung eines „Pomp Sonntags“. Jeder sucht sich die entrücktesten Outfits in seinem Schrank zusammen und führt diese einmal wöchentlich oder monatlich, da will ich mal nicht so sein, pompös an der frischen Luft spazieren. Ein einziges Pfauenschaulaufen wäre das – ohne Lagerfeld, dafür mit viel Westwood.

Kleine oder ganz fürchterlich große Hüte, bunte Federn, Umhänge, Kunstpelze, Farbenfröhlichkeit, Lack und Leder könnte man selbstbewusst ausführen oder sich komplett in güldenen Samt hüllen: Der Fantasie sollen keine Grenzen gesetzt sein. Am allerschönsten käme es, wenn der „Pomp Sonntag“, zumindest für einen begrenzten Zeitraum, per Verordnung vom Stadtrat festgelegt wäre, sozusagen als einfacher, aber dennoch effektiver erzieherischer Akt hin zu mehr Humor, Selbstausdruck und Vorurteilslosigkeit. Eine komischere Version des autofreien Sonntags von 1973, der exzentrische und modische Weg zu einem optimierten „Wir“.

Welch ein grandioses Gesamtlicht eine solche Neuerung doch auf die Stadt werfen würde! In ganz Europa würde man von den sympathischkauzigen Weltkulturerbebewohnern schwärmen, die in regelmäßigen Abständen optisch so richtig auf die Kacke hauen und gemeinsam der Diversität huldigen. Neue Ästhetik-Konzepte werden geschaffen, endlich lacht keiner mehr die knuffig-zittrige Omi aus, nur weil sie ordentlich Lippenstift auf den Zähnen hat, sondern feiert sie frenetisch als Königin des subversiven „State of the Art“. Einfach nur herrlich!

Wobei… Wer verschwendet dann noch einen einzigen Blick für meinen Ludenpelz? Vergessen wir einfach alles, was ich gerade von mir gegeben habe. Scheiß auf die Volkserziehung. Hoch lebe das Maus-, Staub- und Aschgrau! Dankeschön.

Zur Autorin

Jacqueline Floßmann ist 26 Jahre alt, das wird sich aber noch ändern. Sie stammt aus einem unmalerischen oberbayerischen Dorf. Das größte Highlight des Ortes? Der Kaugummiautomat links vom Misthaufen. Trotzdem hat sie nach dem Abitur Vergleichende Kulturwissenschaft in Regensburg studiert und steht wohl oder übel kurz vor dem Erlangen der ihr gebührenden Masterwürde. Aktuell arbeitet sie als Schreiberline beim Classic Rock Magazin, nebenbei vollbringt sie als Rock und Metal-DJane kometenhaft misslungene Kunststücke vor sehr wenig Publikum. Die Dame führt ein brisantbenebeltes Leben auf der Überholspur zwischen Regensburg und dem Alpenvorland und ist bekannt für ihren megalomanischen Ouzo-Konsum sowie einen außerordentlichen Geschmack bezüglich AC/DC-Songs. Kurz: Schakl F. ist der personifizierte Bürgerschreck der Neuzeit, eine Mischung aus Hippiebaronin und Easy Rider, Protzrakete und White-Trash-Poetin, eine Maul- und Klauenheldin!

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Kommentare (17)

  • Mr. T

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    Gute Idee! Etwas mehr Exzentriker würden dem Straßenbild durchaus gut tun. Allerdings wäre es dann keine Exzentrik mehr. Da beißt sich irgendwie der Frosch in die Eier. Ich befürchte leider auch, dass es der großen Masse der Zeitgenossen schlicht und einfach daran mangelt, etwas zu haben, dass sich ausdrücken ließe …
    Freuen wir uns über die wenigen Paradiesvögel und bedauern den Rest!

  • Hartnäckig

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    was lese ich am Schluß der Kolumne ?
    „Keine Kommentare !“
    Wahrlich ein gnädiger Kommentar !

  • Tobi Becq

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    So ein erfrischender Text!

    Da sitzen die Hippster bei geschorenem und enthaartem Gelege zwar, aber grotesk überwuchertem Gesicht die ganze Woche in ihren containerschiffartig eng geschachtelten, maßlos überteuerten Tretzeleinheitswürfeln, aus deren Fenstern sie nicht nur den Nachbarn beim Sch***** zusehen, sondern ihnen ohne Aufzustehen, nur bei gestrecktem Arm gleich den Arsch abwischen könnten, um dann Sonntag gegen Mittag der Enge einer Tretzel-Legebatterie zu entfliehen, immer in der felsenfesten Überzeugung das Sexualzentralorgan des Universums und das Maß aller Dinge zu sein. Dazu wird in die noch engere Röhrenjeans oder die betont holzfälleresk lässig, aber nichtsdestotrotz sehr teuer anmutende Uniform geschlüpft, um dann zum iBlöd-Wichsen und Milchschaumschlürfen im ach so ökologischen 2,2 Tonnen Braunkohle-Tesla gen Altstadt zu pilgern. Dort kollidieren sie bei der Parkplatzsuche mit den Heizöl-SUVs der Landeier, die zwar nicht die Enge einer tretzelschen Trabantenstadt im Westen teilen, die sich aber vielleicht von der Anmutung ihrer Toscanavilla daheim erholen müssen, wenn sie nicht selbst einen anthrazitgrau-weißen Bauhauseinheitswürfel in ihr Dorf gekackt haben. In jedem Fall eint beide Parteien die verheerende Ökobilanz ihrer sinnverlorenen und dekadenten Anreise und der Hunger nach Milchschaum!

    Und dazwischen ein verkatertes, am Hippster&Milchschaum Philister- und Spießbürgertum krankendes Mädel, das in ihrer inneren Auflehnung gegen dieses Zombieritual noch echte Leidenschaft spürt, auf dem Spießrutenlauf zum Speziautomaten!

    Danke!

    (PS: Vielleicht kann jemand meine Satzstellungs- und Interpunktionsfehler wohlmeinend verbessern)

  • Meier mit ei

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    Mr.T:
    Exzentriker, die ich vermisse:
    Edi von der MZ,
    Punker Mike,
    Der barfusslaufende Professor, …

  • xy

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    Warum die Hipster ihren Kaffee „togo“ und nicht gemütlich im Sitzen trinken, werde ich nie verstehen. Warum die „Schalen“ für den Kaffee in der ANNA keine Henkel haben und man sich die Finger verbrennen muss, werde ich auch niemals verstehen. Warum sich die Leute für einen Mindestlohnstundenlohn einen rohen und deshalb unzivilisierten Gemüsesaft namens „Smoothie“ reinziehen müssen, werde ich mein Leben nicht verstehen. Und die vegane Manie mit allen möglichen Milch- und Fleischersatzprodukten werde ich erst verstehen, wenn mein Laphroaig Isle of Islay irgendwann glutenfrei sein wird, also hoffentlich niemals…

  • Günther Herzig

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    @Tobi Becq: Sehr erfrischend, spontan, was soll da verändert werden? Lass doch die peniblen Kritiker was finden, dann sind sie auch glücklich.
    Und, Jacqueline Floßmann, sie soll nur weiter machen. Ich freue mich darauf!

  • Günther Herzig

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    Sprache ist doch was wunderbares, sogar wenn jemand mit ihr verschwenderisch umgeht.
    Was ich damit sagen will:
    Ich habe, allerdings schon vor Jahrzehnten, gelesen, dass der durchschnittlich gebildete Engländer zu Bewältigung von Alltagsthemen im Gespräch mit ca. 1800 Wörtern auskommt, der durchschnittlich gebildete Deutsche dagegen verwendet unter vergleichbaren Bedingungen 4800 Wörtern. Ob das nun zutrifft, weiß ich nicht. Aber Jacqueline toppt den kolportierten (?) deutschen Wert bestimmt noch deutlich.
    Weiter so. Heute wird wohl von Jüngeren Leuten nicht mehr so viel gelesen. Deshalb dürfte einer Kolumne, wie hier, sogar die Erfüllung eines Bildungsauftrages zukommen.
    Nicht schlecht, wenn dadurch das durchschnittliche Sprachniveau angehoben wird.

  • Linde

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    Unds näxte Mal schreibst über die depperten SUV-Fahrer…….

  • Giesinger

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    Mein persönlicher Tip @Jacqueline Floßmann:

    Z.B. mal über die Brücke rüber nach „Regensburg-Soho“ wandern. („Soho-Regensburgs“ stammt von David und Modl in Feinsender 29).
    Dort ganz am Ende befindet sich eine kleine „Cafebar“, die so ziemlich das gefühlte Gegenteil einer großen „Kette“ namens Anna ausstrahlt.
    Es gibt dort u.a. auch Filterkaffe. Ich persönlich bevorzuge allerdings den aus der italienischen Dampfmaschine gebrühten Kaffe mit konventioneller kalter Milch.
    Es gibt bestimmt noch ganz viele weitere heimelige, inhabergeführte „Läden“, in denen es den Stadtbewohnern ebenso gefällt.

    Es grüßt, Kurzzeitgenosse Giesinger

  • Tobias

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    @Tobi:

    Solche endlos-zynischen Posts kann ich nur in meiner Bestform ‚raushauen. Sehr schöner Post!!

  • Sir Sonderling

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    @Mr. T…
    War Edi nicht der „Edi von der Woche™“? So wurde er mir damals vorgestellt. ;-)

    @Jaqueline F.
    Exzentrikerin ist man nicht, weil man zu seinen StudentInnenzeiten restbesoffen mit einem lustigen bunten Jäckchen durch die Straßen läuft und sich in einem viel zu ausladenden, unfassbar gestelzten und dringend lustig sein wollenden Pamphlet versucht, sich krampfhaft von dem abzugrenzen, was man in seinem eigenen Weltbild für spießig hält.
    Da brauchts‘s ein bisschen mehr dazu. ;-)
    Noch viel verkrampfter allerdings kommt Ihr Selbstdarstellungstext daher…das bewegt sich ja fast schon auf dem Peinlichkeitslevel von „Über uns“-Texten erfolgloser, ewig aufstrebender Lokalbands.

    Servus,
    Sir

  • Mr. T

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    Herrlich zu sehen! Wurde die Autorin bei ihrem Debüt noch von selbsternannten Literatur-Blogwarten (um auch mal in Idiotismen zu sprechen zu dürfen) in der kalten Luft zerrissen, wird sie jetzt gefeiert wie eine Heroine der jungen Regensburger Talker/Textwriter-Subkultur. Jacqueline Kerouac, geb. Floßmann, die Ikone der GlamRock-Generation. She’s Got Balls!

  • hf

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    Den Konventionalismus mit Totalitarismus überwinden, davon hat Hitler schon während seiner erfolglosen Zeit als nicht-Künstler geträumt. Auch wenn man statt Braunhemd am Eintopfsonntag am Pop-Sonntag in ein Lumpensammler-Silvesterraketen-Kostüm gezwängt werden soll, die Idee ist im Prinzip dieselbe: Kontrolle. Nicht, dass mir der Kaffee-Konsument an sich geheuer wäre, aber Freiheit ist immer auch die Freiheit der nicht-Denkenden.

    A propos: Wenn die 26-Jährige, die denkt wie eine 16-Jährige und sich ein optimiertes „Wir“ wünscht, tatsächlich vergleichende Kulturwissenschaftlerin werden will, möchte ich ihr das gleichnamige Werk „Wir“ von Jewgeni Samjatin empfehlen. Das befasst sich auch mit dem springenden Übergang von der Utopie zur Dystopie und der Illusion, man könnte sich irgendwie durch Uniformität in einer (sonntäglich-pompösen) Masse verstecken. Geht nämlich nicht, weils nicht Boafedern und High-Heels sind, die uns einzigartig machen, sondern unsere Gedanken.

  • Meier mit ei

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    @Sir Sonderling:
    Ob der Edi für die Woche gearbeitet hat, weiß ich nicht mehr. Danach bzw. am Schluss (als es die Woche nicht mehr gab), war er bei der MZ.

  • Günther Herzig

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    Edi war bei der “ Woche“. Ich habe ihn als Fotograf bei einer Hochzeit am 19.09.1969 erlebt. Es war meine! Schwamm drüber seit Januar 1985.

  • Genosse Giesinger

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    Feinsender 030 wars.

  • Genosse Giesinger

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    Ah… Schmarrn! 029 hat schon gepaßt.
    Ich komm schon voll durcheinanda, wegen dem Schmarrn von dene Rotsockigen Marxisten hier…
    (aber jetzt kenne alle, und konns zammazählen, die roten Socken)

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