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Protest

Protest gegen Thurn und Taxis in Regensburg: Illegales Picknick im Schlosspark

Am Rande eines Protestzugs im Vorfeld der „Thurn und Taxis Schlossfestspiele“ besetzten Aktivisten kurzzeitig den Park und forderten eine Enteignung des „leerstehenden Palasts“.

Mit Hummer und Salamander stürzten sich zwei Aktivistinnen in den Teich im Schlosspark. Foto: Rebecca Lang

Frau Panfilow ist verstimmt. Am Sonntagnachmittag ist auch die Lebensgefährtin von Reinhard Söll, Begründer der „Thurn und Taxis Schlossfestspiele“ zu Regensburg, auf den Emmeramsplatz gekommen. Zusammen mit einer Bekannten beobachtet sie die gut 100 größtenteils jungen Menschen, die sich anlässlich der bevorstehenden Prestige-Veranstaltung hier eingefunden haben, um gegen Schloss- und Schirmherrin Gloria zu demonstrieren, und echauffiert sich ein bisschen über deren Garderobe.

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Irgendwann gerät Swetlana Panfilow dann mit dem Aktivisten Kurt Raster aneinander und es kommt zu einem wenig konstruktiven Wortwechsel. Raster fragt Frau Panfilow irgendwann gegen Ende, ob sie sich denn überhaupt nicht schäme dafür, unter wessen Dach ihr Partner seine Veranstaltung abhalte. Panfilow retourniert mit einem „Was arbeiten Sie überhaupt?“

Diskussion auf zweifelhaftem Niveau: Kurt Raster und Swetlana Panfilow. Foto: as

Als mehrere Journalistinnen und Fotografen auf die Szenerie aufmerksam werden und ein paar Bilder schießen, droht Panfilow im Fall einer Veröffentlichung mit rechtlichen Schritten („Das ist bei mir ganz gefährlich.“) und verlässt schließlich mit ihrer Begleiterin den Ort des Geschehens.

Gloria: Kontakte zu Rechtsextremen, steile Thesen

Dort wird mit teils markigen Worten ausgeteilt gegen die berühmt-berüchtigte Regensburger Adlige, die zuletzt größere Schlagzeilen machte, weil in ihrem Schloss letzten Sommer ein Spendendinner zugunsten von Hans-Georg Maaßen stattfand.

Gloria-Trias mit Benjamin Nolte und Steve Bannon auf einem Transparent der Linksjugend. Foto: Herbert Baumgärtner

An dem nahm neben anderen fragwürdigen Gestalten auch der rassistische Patriarch Gernot Mörig teil, seit Jahrzehnten engagiert für die extreme Rechte und im Zuge von Correctiv-Recherchen zu einem Treffen in Postsdam auch der breiten Öffentlichkeit bekannt. Dort wurde im November 2023 ein Masterplan zur Vertreibung von Millionen Menschen mit Migrationshintergrund diskutiert – mit dabei: Mitglieder von AfD, Werteunion und CDU, Rechtsanwälte, Unternehmer und einschlägig bekannte Neonazis.

„Rechtsradikale Influencerin“

Doch auch Glorias Kontakte zu dem US-amerikanischen Rechtsextremen Steve Bannon, über die die New York Times berichtete, ein gemeinsamer Demoauftritt mit dem Burschenschaftler und AfD-Abgeordneten Benjamin Nolte und zig Aussagen der Milliardärin, die zwischen Rassismus, Verschwörungsgeraune und barem Unsinn wabern, bringen die Demonstrantinnen gegen von Thurn und Taxis auf.

Aktivisten kletterten auf Bäume im Schlosspark. Foto: Herbert Baumgärtner

Die selbsternannte Fürstin sei eine „rechtsradikale Influencerin“, die „ekelerregende Freundschaften“ pflege, heißt es in einem Redebeitrag. „Kein Platz für Thurn und Taxis! Wir können uns Gloria nicht mehr leisten“, lautet das Motto des Demozugs, der rund um den Schlosspark führt.

Im Alleengürtel dann, etwa auf Höhe des Hotel Central, lösen sich etwa zwei Dutzend Teilnehmer aus dem Demozug und klettern über den Zaun. Augenscheinlich haben andere Aktivistinnen schon im Schlosspark gewartet. Zwei von ihnen hängen höher oben in den Bäumen, eine andere schafft es nicht ganz nach oben, wird von einem Polizeibeamten festgehalten. Zwei andere haben es sich auf großen Schwimmtieren im Schlossteich behaglich eingerichtet.

Picknick im und vor dem Park

Unter dem Jubel des vor dem Zaun zum Stillstand gekommenen Demozugs wird ein Transparent mit der Aufschrift „Unsere Stadt, unser Park“ entrollt, während ein Streifenwagen nach dem anderen in der Allee vorfährt. Auch die DLRG inklusive Schlauchboot wird gerufen, um die beiden Schwimmerinnen gegebenenfalls aus dem Teich zu holen.

Zwischen den Bäumen wurde ein Transparent entrollt. Foto: Anton Troppmann

„Jetzt kommen’s doch einfach runter“, redet ein Polizeibeamter von unten auf einen der im Baum hängenden Aktivisten ein. Doch der macht es sich dort gerade richtig gemütlich und verzehrt eine mitgebrachte Brotzeit. Draußen taucht ein Lastenfahrrad der „Küche für alle“ auf und verteilt veganes Essen an die umstehenden Demonstranten.

„Schlosspark für alle, sonst gibt’s Krawalle“

Man werde jetzt gemütlich im Park picknicken und dann freiwillig Bäume und Teich verlassen, wird den Polizeibeamten irgendwann mitgeteilt. Währenddessen schallen Sprechchöre durch die Allee. „Change your diet for the climate: eat the rich“, „Arbeit muss sich wieder loh’n, Gloria in die Produktion““, „Schlosspark besetzen, Gloria zerfetzen“ oder: „Schlosspark für alle, sonst gibt’s Krawalle“.

In der Allee sammelten sich die Streifenwagen. Foto: as

Letzteres bleibt aber am Sonntag zumindest aus. Aufkommende „ACAB“-Sprechchöre werden von der Mehrheit der Anwesenden mit einem lauten „Lasst den Scheiß“ unterbunden. Irgendwann bringen mehrere Personen zwei Kästen Mineralwasser in den Schlosspark und bieten sie den Polizisten an. Nach etwa einer Stunde verlassen die Aktivisten freiwillig Bäume und Teich und verlassen unter Begleitung der Polizei den Park. Sie werden wegen Hausfriedensbruch angezeigt.

Gloria lässt Sicherheitsvorkehrungen verstärken

In einer wenig später verschickten Pressemitteilung des „Aktionsbündnisses Unsere Stadt, unser Park“ kritisiert Adrian Algasinger, der für die Demo verantwortlich zeichnet, die kommende Woche beginnenden Schlossfestspiele als eine Zusammenkunft von Reichen, die „Glorias Leerstand“ finanzieren würden. „Vor allem fließt dieses Geld dann aber auch wieder in die Kassen von Staatsfeinden.“ Eine Konzertreihe sei schön und gut, „aber wenn die Gastgeberin rassistisch und queerfeindlich ist und den Klimawandel leugnet, dann müssen wir das kritisieren“.

Gloria von Thurn und Taxis ließ über die Mittelbayerische Zeitung mitteilen, dass angesichts dieser neuerlichen Proteste nun die Sicherheitsvorkehrungen im Park „umgehend verstärkt“ werden sollen, auch im Hinblick auf die Schlossfestspiele. Fotos von Swetlana Panfilow dürften dort aber vermutlich auch wieder von deren Seite erlaubt sein.

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Kommentare (95)

  • Mr. T.

    |

    Sämtliche hier geschilderten Vorwürfe sind natürlich nicht wegzudiskutieren und rechtfertigen Protest gegen diese rechte Krawallschachtel. Auch charmant wie man hier wieder demonstrativ gewitzt und gewaltlos vorgegangen ist. Auch wenn es manche lieber hätten, wenn die Demonstrierenden prügeln würden, um entsprechend reagieren zu können. ACAB muten, Polizisten Wasser anbieten und nach einem gemütlichem Picknick freiwillig wieder zu gehen ist so herrlich entwaffnend.
    Die Enteignungsforderungen habe ich ja immer für plakativ und absichtlich überzeichnet und unrealistisch gehalten. Wenn man aber den massiven Leerstand betrachtet, gibt es durchaus Möglichkeiten, diesen zu vergesellschaftlichen. Eigentum verpflichtet! War das nicht beim Adler auch mal ein Thema?

  • Verena

    |

    Mr. T. (2) 1Eigentum verpflichtet. 2Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.
    Vielleicht kann man das mal genauer definieren.
    Wo gibt es Kommentare die Einbruch oder Störung des Eigentums erlauben?

  • Aus Zucker

    |

    Ein Vorschlag für eine Regensburg/Gloria-Hymne

    Glanz und Gloria

    Perle an der Donau/ Regensburger Glanz!
    Prächtig, unser Dombau/ die Altstadt ist noch ganz!

    Ruhige alte Gassen/ Römern auf der Spur!
    Geschichte zum Anfassen/ das Erbe: Weltkultur!

    Nicht nur für die Mauern/ ist die Stadt bekannt,
    Ich führe eine Frau an/ die kennt das ganze Land!

    Um keinen Spruch verlegen/ für keinen Streit zu klein,
    Kurzes Überlegen:/ Es muss die Fürstin sein!!!

    Refrain
    Gloria! -Fürstin, Euer Gnaden!
    Gloria! -Prinzessin und Durchlaucht!
    Regensburg, wir haben, – Altstadt, Adel auch!
    Regensburg, wir haben, – Altstadt, Adel auch!

    Was viele nicht mal ahnen/ Hat sie lang erkannt
    Was and’re heimlich planen/ Wird von ihr benannt:

    Ungebor‘ne Deutsche/ werden weggemacht,
    Stattdessen holt man neue/ Afrikaner nach!

    Gloria weiß, Windräder/ zerheckseln Vogelschar‘n
    Die Grüne sind die Täter/ im Ideologenwahn!

    Weil sie gerne schnackseln/ Gloria ist sehr schlau,
    Hab’n schwarze Afrikaner / häufig HIV!

    Refrain

    Sie hat ein Schloss mit Pforten/ Das sperrt sie manchmal auf,
    Zum AfD- Konsorten-/ Gloria-Spendenlauf!

    Sie kennt Präsidenten/-Sie ist weltgewandt!-
    Orban, „einen Helden/ Den Retter: Donald Trump!“

    Refrain

  • Karl Straube

    |

    Um es analog Aiwanger zu sagen: “Wir haben uns das Recht zurück geholt”, oder welche Legitimation nehmen diese Aktivisten für sich in Anspruch? Den Feierabendverkehr der Werktätigen blockieren die Klimakleber, die sich in ihrer Ideologie über Gesetze und die Interessen anderer Bürger erhaben fühlen. Eine Demo am Zaun des Parkes und seinen Zugängen oder am Fahrbahnrand ok, aber hier kommt allmählich eine Spirale ausufernder Selbstjustiz aus Selbstgerechtigkeit in Gang. Nicht zu vergessen: diese Wichtigtuerei wird auch auf dem Rücken der Polizei ausgetragen, die wahrlich Wichtigeres zu tun hätte.

  • joey

    |

    Staatsfeinde.
    Nein, das ist eine Demokratie und ein Rechtsstaat. Linksextreme haben hier weder Mehrheit noch Recht, denn es gilt das Eigentum auch für Deppen und zudem Meinungsfreiheit. Es ist auch nicht Eure Stadt und Ihr seid auch nicht Napoleon. Man denkt hier schnell an gewisse Wahnvorstellungen.

  • Dugout

    |

    @Karl Straube: Die” Klimakleber” handeln in volle Umfang in meinem Interesse. In ihrem übrigens auch, sie wollen es nur nicht wahrhaben.Sie handeln in meinem Interesse weil ich Kinder und Enkelkinder habe. Ich fühle mich durch die letzte Generation weit weit mehr vertreten, als durch einen Bierzeltpopulisten wie Aiwanger.

  • Günther Herzig

    |

    @Verena
    8. Juli 2024 um 15:44 |
    Sie könnten zuerst mal die Begriffe bei Wikipedia nachlesen. Haben Sie dann noch Fragen, die sie hier nicht stellen wollen, dürfen Sie mich gerne anrufen. Ich nehme an, Herr Kollege Straube wäre auch bereit, etwas zu erklären.
    Ich bin froh, dass das Thema “Gloria” noch lebt. Eigentlich sollten die Krakeeler Gloria danken, dass sie immer wieder Futter liefert für Leute, die keine Arbeit haben und die nur Bürgergeld erhalten.
    Die nächste Geschichte ist schon in Vorbereitung. Stellt Euch doch mal vor, die Fürstin und Monika Gruber haben Schuhbeck im Knast besucht.

  • Günther Herzig

    |

    @Dugout
    8. Juli 2024 um 18:00 | #
    Dieses Bekenntnis ehrt Sie, auch wenn ich Ihre Optik als schräg empfinde. Für das Wohl der Kinder und Enkelkinder soll man natürlich eintreten. Dem Nachwuchs kann man auch schon helfen, indem man ihnen Verständnis für die Rechte des einzelnen beibringt. Angeblich kann man auch sowas klären mit Hilfe des Grundgesetzes. Und die Kenntnis der 10 Gebote ist dabei ist dabei nicht hinderlich. Angeblich soll aber die Fürstin auch Rechte haben?

  • cabler

    |

    @Aus Zucker
    8. Juli 2024 um 15:49:

    Bravo! Herzlichen Dank für die trefflichen Reime.

  • naja

    |

    @joey

    Staatsfeinde? Linksextreme?
    Wow, hat bei Ihnen schon die Arbeitsgemeinschaft freies Denunziantentum durchgeschlagen?

  • Burgweintinger

    |

    herr karl Straube,

    welches Recht nehmen sich die Bauern heraus, fast jede Ausfahrt auf der A1 zu blockieren?

    Herr herzig, hat denn Herr Habeck nicht wie jeder andere das Recht von Bord zu gehen?

    oder finden Sie das ok, so wie der Herr Aiwanger, einen Minister des Bundes, zu blockieren und zu drohen?

    Und dass die durchgeknallte Gruberin den Schubeck besucht ist völlig ok und überascht mich nicht, wahrscheinlich waren der Nuhr und der Hubsi auch noch dabei…

  • El

    |

    @ Herzig:
    “…. für Leute, die keine Arbeit haben und die nur Bürgergeld erhalten”
    Frage: Haben Sie statistische Erhebungen am Rande der Demo durchgeführt oder wie kommen Sie zu dieser Aussage?

  • Günther Herzig

    |

    @El ich stütze mich auf die Vermutung. dass Leute, die. arbeiten, weniger zeit haben, Straftaten zu begehen, als. Aktivisten.

  • Oiwei i

    |

    @ Günther Herzig:
    Sie müssen jetzt ganz stark sein. Ich muss Ihnen etwas schreckliches mitteilen:
    Es gibt gar keine Fürstin. Und ihr Mann war auch niemals ein Fürst.
    Wir haben in Deutschland zum Glück den Adel 1919 gesetzlich abgeschafft.

  • Mr. B.

    |

    Egal wie man zum Fürstenhaus steht?
    Ein Teil (linker Mob) wäre also auch auf Krawall aus, wenn man ihren Forderungen nicht nachgibt?
    Die Polizei wird, wie in der Stadt öfters an Fassaden zu sehen ist, mit ACAB betitelt.
    Ob das noch lange gut geht.
    Wer sich so verhält ist nicht für oder gegen etwas.
    Es sind einfach Straftäter.

  • Karl Straube

    |

    @burgweintinger: eben! Diejenigen, die ihre Interessen für so wichtig halten, dass sie den übrigen Volksgenossen mit Blockaden vermittelt werden müssen, weil diese sonst in ihrer Dummheit nicht erkennen, was die Enkel oder wer auch immer brauchen, zerstören das rechtliche Gefüge unserer Gemeinschaft. Wer seine Ideen für so bedeutsam hält, dass sie Allgemeingut werden sollen, der kann sich aktiv in der Politik betätigen, statt sein „Gedanken-Gut“ per Strassenblockade oder Hausfriedensbruch zu verbreiten. Und wer RD für die richtige Bühne hält, der möge genug A in der Hose haben, um seine Mission unter Klarnamen zu vertreten!

  • Mrs. Universa

    |

    Prima gemacht, ihr jungen Leute!
    Als ich vor 50 Jahren zu studieren begann und zum ersten Mal vom Hbf zur Altstadt ging, war auch mein erster Gedanke; Grundgesetz anwenden und enteignen!
    Aber ACAB dürft ihr mir fei nicht mehr skandieren, gell! Denn zum einen stimmt das nicht und zum anderen liefert ihr damit schwarzen und braunen Hetzern (und ihnen nahestehenden Medien) einen willkommenen Anlass, nicht nur die – kindischen – Schreihälse unter euch, sondern euch alle zu diskreditieren und zu diffanieren. Und das schmälert dann die Breitenwirkung eurer wirklich toll vorbereiteten und durchgeführten Aktion. Macht weiter so!

  • Peterchens Mondfahrt

    |

    Wie sagt man in Bayern, wenn man die Tradition achten will? Unseren täglichen Gloria Artikel gib uns heute? Ist das so richtig? Aber gut. Hier auch mal meine Meinung:

    Ich finde die Demonstration irgendwie nicht so. Enteignungsforderungen auch nicht. Aber ich bin auch der Meinung, dass Eigentum verpflichtet und dass man ab einem bestimmten Vermögen auch in seinen politischen Aussagen an einem strengeren Maßstab gemessen werden sollte als der Normalbürger, weil man mit viel Geld auch die Möglichkeit hat viel kaputt zu machen.

    Und Frau T-U-T ist aus dieser Perspektive betrachtet halt einfach ein rotes Tuch. Von daher verstehe ich, warum gegen sie demonstriert wird. Berechtigterweise.

    Was mich auch wundert, ist das T-U-T-Gegnern auch hier im Forum immer wieder vorgeworfen wird, dass sie faule Sozialschmarotzer sind. Aber sind wir mal ehrlich: Unsere Fürstin hat sich ihr Vermögen nicht erarbeitet, sondern direkt nach der Schule einen 34 Jahre älteren schwerreichen adeligen geheiratet, der sein Vermögen auch nicht durch eigene Leistung verdient hat, sondern durch die privilegierte Stellung seiner Vorfahren reich geworden ist.

    Unsere regensburger Fürstin als Gegenpol gegen die linken Sozialschmarotzer zu sehen, die der arbeitenden Bevölkerung das Geld wegnehmen und sie enteignen wollen erfordert meiner Meinung nach also schon etwas wilde mentale Gymnastik.

    Ihr Lebenslauf zeigt meiner Meinung nach sogar, dass extremer Reichtum mehr reglementiert werden sollte, weil er eben oft nicht durch Arbeit erlangt wurde und deshalb auch nicht der Gesellschaft zu gute kommt.

    Davon abgesehen wären mir Gloria und ihre Gegenprotestler eigentlich herzlich egal, weil wir wichtigere Probleme haben. Aber genauso, wie sie ihre treuen Gegner hat, die ihre Ansichten triggern, gibt es auch genug Menschen, die auf Ihre Ansichten anspringen. Und das tut Regensburg und Deutschland nicht gut. Sie engagiert sich ja auch auf fragwürdige Weise politisch, also muss sie mit Gegenwind rechnen. Deswegen kann man auch nicht über solche “Reibereien” und Glorias Aussagen, die dazu geführt haben hinweggehen, sondern es ist richtig und wichtig sie öffentlich zu diskutieren und darüber zu berichten.

    Wobei Hausfriedensbruch und andere Straftaten natürlich nicht gehen. Genausowenig muss man aber als Lokalpromi am rechten Rand fischen und sich damit und mit möglichst radikalen und manchmal einfach nur absichtlich provokanten/dummen Aussagen in den Vorderungrund stellen.

    Das eine rechtfertigt aber natürlich das andere nicht, aber das Fürstin Gloria mit ihrem Verhalten Widerstand hervorruft sollte jedem einleuchten.

    Wenn sie unbedingt in die Medien will soll sie sich halt für was Positives einsetzen und das Politisieren sein lassen. Es wird auch niemand was sagen, wenn sie weiter katholisch bleibt. Es muss halt nur nicht so extrem und gleichzeitig öffentlich sein.

    Die OTH und die Uni können z.B. immer Unterstützung gebrauchen. Das geht ganz ideologiefrei und ist herrlich sachorientiert. AFAIK hat Gloria nicht studiert, aber z.B. die Naturwissenschaftliche Fakultät oder die Ingenieur/Informatik-Ausbildung zu unterstützen sollte doch drin sein. Und da kann man sich auch nicht ideologisch ins aus setzen und nichts “dummes” sagen. Aber das polarisiert halt auch zu wenig und wird dann auch wieder nicht interessant sein. Sie könnte sich auch ohne politische Agenda für Wohnungslose , chronisch Kranke oder Dorgensüchtige einsetzen oder, oder,…

    Ich glaube für Frau T-U-T geht es bei vielen ihrer Aussagen, die dann in letzter Konsequenz solche Demonstrationen auslösen, aber auch einfach nur darum Aufmerksamkeit zu erhalten und ihr Image zu kultivieren. Langweiliges, unauffälliges und unideologisches/unpolitisches Engagement zum Wohle der Allgemeinheit ist da gar nicht erwünscht, weil es die meisten Leute nicht interessiert und man damit auch nicht in die Medien kommt.

    Deshalb ist sie meiner Meinung nach auch keine Vorkämpferin für die Meinungsfreiheit, die von den bösen linken unterdrückt wird, sondern drückt halt selbst gern die Knöpfe, die andere Triggern.

    Aufmerksamkeit ist für manche Leute eben alles. Und die kriegt man leichter mit Aussagen über “schnackselnde Neger” und darüber, dass die Ehe für alle ein Werk des Teufels ist und wenn man seine eigenen Intimfeinde kultiviert, die gegen einen demonstrieren, als wenn man sich sinnvoll Engagiert und einfach gar nichts sagt.

  • Burgweintinger

    |

    Komisch, dass bei Blockaden immer nur die Klimakleber genannt werden, aber die Bauern nicht…, aber egal, Hubsi wird nur temporär sein und in 10 Jahren vergessen sein, wie so viele, die hier auf RD schreiben…

  • Studi

    |

    Zunächst einmal gibt es einen großen Unterschied hier im Gegensatz zur letzten Generation. Nämlich trifft es hier einzig und allein die Schuldige(n). Die Polizei wurde ja auch nur von Gloria gerufen. Hätte sie einfach gewartet bis die Protestanten wieder verschwinden (oder sich sogar in den Diskurs mit ihnen begeben) hätte sich die Polizei tatsächlich um etwas besseres kümmern können.

    Hinter den Forderungen steckt doch ein viel tiefliegenderes Problem: die wachsende Ungleichverteilung der Eigentumsverhältnisse. Gloria hat in ihrem Leben nichts getan was derartigen Reichtum rechtfertigen würde. Dass sie damit sogar politisch aktiv ist bzw werden kann zeigt das Ausmaß dieser Ungleichheit. Dabei sollte es nicht darum gehen, wen Sie unterstützt, sondern dass sie überhaupt Einfluss nehmen kann. Geerbt zu haben befähigt einen Menschen meiner Meinung nach nicht Politik zu betreiben oder sonst irgendwie Einfluss auf die Menschen auszuüben.

    Wer darauf verweist dass das ja ihr gutes Recht ist weil es ihr Eigentum ist, hat das Problem noch nicht erkannt. Es muss einen Unterschied geben ob ich in meinem Leben etwas geleistet habe, um mir ein Schloss samt Schlossgarten leisten zu können (z.B. weil ich ein erfolgreiches Unternehmen aufgebaut habe), oder ob ich es einfach bei der Geburt geschenkt bekommen habe.

    Auf politischem Wege etwas zu ändern ist da extrem schwierig, weil das System so festgefahren ist. Stellen sie sich vor jemand würde eine 100% Erbschaftssteuer fordern. So jemand würde im öffentlichen Diskurs zerfetzt werden. Radikale Meinungen werden im politischen Diskurs immer auseinander genommen. Deswegen leben wir ja auch im Prinzip wie 1945 (bezüglich Rente, Steuern, Infrastruktur). Die Menschen wurden fast schon dazu erzogen Veränderungen abzulehnen. Von einer höheren Erbschaftssteuer und veränderungen bei Wohneigentum/Immobilienwirtschaft, würden mindestens 90Prozent der Bevölkerung profitieren.

    Und zu dem Thema, wer es denn sei der da die Zeit hat für solche Proteste: Ich vermute stark, dass es sich größtenteils um Studenten handelt. Und die sind jetzt nicht dafür bekannt Bürgergeld zu beziehen. Entweder sie finanzieren sich selbst oder kriegen das Geld von Eltern, handeln also in dem Fall sogar gegen ihre eigenen Interessen, wenn sie Eigentum kritisieren (man könnte auch sagen sie gehen mit gutem Beispiel voran).

    Insgesamt finde ich aus obigen Gründen die Aktion ganz gelungen und angemessen.

  • St. Schrödinger

    |

    @Herzig
    “…die keine Arbeit haben und nur Bürgergeld beziehen…”

    Bis auf das “Bürger” vor “Geld” unterscheidet sich Gloria vom arbeitsscheuen Pöbel doch erstmal nur in der Höhe der Bezüge, die sie ohne eigenen EInsatz kassiert, oder?
    Mich langweilt dieser ewige Neidvorwurf gegenüber den arbeitsscheuen Linken. Wenn Arbeit, Fleiß und wirtschaftliches Geschick die einzigen entscheidenden Kriterien für Erfolg sind, dann ist das in Wahrheit die perfekte Begründung für Vermögens- und Erbschaftssteuer, die diesen Namen verdient haben.
    Wie ungerecht ist es, diese Bezieher leistungsloser Einkommen ihres wirtschaftlichen Potentials zu berauben indem man ihnen weiterhin den Arbeitsanreiz vorenthält.
    Eventuell könnten Fürstinnen und Prinzen dann endlich ihre Energie in produktive Erwerbsarbeit stecken, statt sich aus Langeweile in rechten Netzwerken und umstürzlerischen Verschwörungen engagieren zu müssen.

  • Peter Lang

    |

    Vor vielen Jahren, als es noch keinen Romantischen Weihnachtsmarkt und keine Thurn und Taxis Schlossfestspiele gab, war der Park von Schloss von St. Emmeram ein erstaunliches Stück Natur. Hier gab es eine Artenvielfalt, die alle Naturschützer in Erstaunen und Entzücken versetzte. Eine Flora und eine Fauna, die mitten in einer Stadt der Größe und Lage Regensburgs ihresgleichen suchten! Selbst der spätere oberste bayerische Denkschützer, der als Student noch lauthals die Öffnung des Parks gefördert hatte, kam nicht umhin von seiner Einmaligkeit zu schwärmen.
    Als Pläne zum Bau einer Stadthalle im Park konkret wurden, gab es die berühmten “Allee-Spaziergänge” der Natur- und Altstadtfreunde. Es wurden Transparente hochgehalten mit der Aufschrift “Hände weg vom Fürstenpark!”
    Um zu picknicken, im Gras zu liegen oder in einem Tümpel zu plantschen, braucht es nicht den Park von St. Emmeram. Aberdeen-, Dörnberg-, Karl-Bauer-, Ost-, Stadt-, Tempe- und Westpark sind hierfür genau so gut, aus ökologischer Sicht sogar besser geeignet. Man muss die Fürstin nicht mögen und dem Park täte es besser, es gäbe die eingangs erwähnten Events nicht. Die Carl-Anselm-Allee mit ihren angegliedrten Parks, beginnend im Westen am Herzogspark, und ihre östliche Erweiterung bis zum Villapark, stellt nicht nur eine stadtplanerische Einmaligkeit dar, sie ist auch von unschätzbarem Wert für das Stadtklima. Im konkreten und im übertragenen Sinne. Die Allee von Carl Anselm von Thurn und Taxis – vor der Französischen Revolution bereits! – im Rousseau’schen Sinn den Regensburgern gestiftet, hätte bessere Schlagzeilen verdient. Schade, dass es die berühmten und berüchtigten “Allee-Dackel” im Dienst der Stadtverwaltung nicht mehr gibt, die noch in den Sechzigerjahren jeden belangten, der es wagte, seinen Fuß aufs Grün zu setzen.
    Lasst den Park St. Emmeram in Ruhe! Gilt für C- und D-Promis und “Sozialschmarotzer” (Zitat), Aktivisten und Krawallos.

  • tom lehner

    |

    “Klimakleber” Mein Lieblingsunwort des Jahres.

    Friedlicher Protest versus Schwerlastblockaden tonnenschwerer Traktoren, garniert mit Galgen und dem damit unzweifelhaft zu verstehenden Wunsch zur Lynchjustiz.
    Wer jetzt meint das sei doch harmlos sei an den Versuch erinnert eine Fähre mit einem Bundespolitiker zu stürmen.

    Ich mag die Proteste der jungen Leute. Sie haben Charme. Ganz im Gegensatz zu Freier Wähler Propaganda von den “Insektenfressern”, “Linksversifften”, “Ökodiktaturen” und anderen Bierzelthetzreden der Nachwuchsantisemiten und ihrer Schultaschen.

    Schön finde ich auch das Arrangement der vielen Fahrzeuge der Polizei die auch auf einen Umsturz in Regensburg hindeuten könnten. BTW, War Artillerie nicht verfügbar?

    Ich fordere Präventivhaft für Bauernprotestler und die öffentliche Brandmarkung der Gleichsetzung von Bürgergeldbezieher und Schmarotzertum. Gerne auch mit Schlauchbootfahren im Schloßpark.

  • Karl Straube

    |

    @studi u. a.:
    “Es muss einen Unterschied geben ob ich in meinem Leben etwas geleistet habe, um mir ein Schloss samt Schlossgarten leisten zu können (z.B. weil ich ein erfolgreiches Unternehmen aufgebaut habe), oder ob ich es einfach bei der Geburt geschenkt bekommen habe.”
    Der Ruf nach dem Wohlfahrtsausschuss, mit dem jede Gewaltenteilung endete, liegt in der Luft! Der Verweis auf den Aufbau eines “erfolgreichen Unternehmens” greift zu kurz:
    Was ist mit Unternehmern, die Milliarden mit Waffen verdient haben? Sind für sie, weil Patrioten, andere Maßstäbe gültig? Nebenbei: Krupp erhielt 1926 von den englischen Vickers-Werken noch 40.000 £ an Lizenzgebühren. Kein sozialer Unterschied rechtfertigt es, bestehende Gesetze wie Verbot des Hausfriedensbruchs oder des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr in Ansehung der betroffenen Personen außer Kraft zu setzen.

  • Günther Herzig

    |

    @tom lehner
    9. Juli 2024 um 09:25 | #
    “Ich fordere Präventivhaft für Bauernprotestler und die öffentliche Brandmarkung der Gleichsetzung von Bürgergeldbezieher und Schmarotzertum. Gerne auch mit Schlauchbootfahren im Schloßpark.”
    Normaler Weise stellt Stefan Aigner zu solchen Verirrungen fest: Bleiben Sie beim Thema!
    Nachdem es zwischen mehrheitlichen Beiträgen und meinen Ansichten so gut, wie keine Schnittmengen gibt, über die man diskutieren könnte, überlasse ich das Forum den Aktivisten.

  • El

    |

    Was den Bruch geltenden Rechts angeht,
    da waren die Vorfahren derer von T&T gute Vorbilder:

    … “Wie es scheint, ist die Verletzung des Briefgeheimnisses so alt wie die Post. 1543 richtete Leonhard von Thurn und Taxis die erste eigentlich deutsche Linie ein, und vier Jahre später, im schmalkaldischen Kriege, erfuhr Karl V. durch seinen Postmeister die wichtigsten Geheimnisse seiner protestantischen Gegner. Von den Habsburgern mit Reichthümern und Ehren überschüttet, zu Grafen und Fürsten des Reiches erhoben, stellten die Thurn und Taxis ihre Beförderungsanstalt der kaiserlichen Politik zur Verfügung.”

    zitiert von dieser Seite: https://de.wikisource.org/wiki/Die_schwarzen_Cabinete

  • Mr. B.

    |

    Hallo Hr. Herzig.
    Da bin ich ganz bei Ihnen.
    Wir sind bei diesem Thema nicht die einzigen, welche das so sehen.

  • Native

    |

    Thurn und Taxis Schlossfestspiele verlieren ihren Glanz und Gloria zunehmend. Dazu sorgt die Schirmherrin durch ihre Auftritte und Äußerungen schon höchstpersönlich. Der angesagte „Place to be“ verzaubert höchstens noch ein paar B, C,- Promis und die große Schaar der „Adabeis“ auf den billigen Plätzen, die sich an diesem gesellschaftlichen Event die Nase platt drücken. Schloss St. Emmeram war auch schon mehrmals „Bühne“ für Populisten, Klimawandelleugner, durch Verfassungsschutz beobachtete Demokratiefeinde, selbstherrliche Aristokraten, europafeindliche scharf rechtsnationale ausgrenzende Rassisten, „Patriots for Europa“ im Europaparlament und sonstige rückwärtsorientierte Schwurbler und „Verschwörungspäpste“.
    Immer mehr seriös gewählte Volksvertreter halten sich durch Erscheinen zurück, weil ein Auftritt ihnen mehr schadet als nützt. Auch Sponsoren der Schlossfestspiele aus der Vergangenheit und zukünftig mögliche, werden immer vorsichtiger.
    Die Schlossfestspiele werden selbst verschuldet zu einem „Yello-Press“ Thema das kurzlebig durch die Gazetten gejagt wird. Sonst lockt das in der schwierigen Zeitenwende, niemand hinter dem Ofen hervor.
    Von Enteignungsfantasien im „Jakobiner-Stil“, Hausfriedensbruch, Sachbeschädigungen, unangemeldete Blockaden mit Sekundenkleber, Sprayaktionen, Misthaufen auf Straßen und Galgen auf Traktoren, Beleidigungen (ACAB) und Angriffe von Polizisten, halte ich gar nichts.
    Wenn es wirklich nur um Kultur, Kunst und Musikgenuss geht sollten sich die ODEON-KONCERTE- Veranstalter langsam um einen anderen reizvollen Veranstaltungsort bemühen. Als Beispiel nenne ich den spektakulären Auftritt von „Kraftwerk“ in Schloss Schönbrunn in Wien.

  • Günther Herzig

    |

    @Peter Lang
    9. Juli 2024 um 09:06 | #
    “Zustimmung”

  • Hthik

    |

    “Arbeit muss sich wieder loh’n, Gloria in die Produktion”

    Gefällt mir. Der alte FDP-Spruch ist doch immer wieder verwendbar. Erst kürzlich hat das IAB sich damit befasst, wie man mehr Bürgergeldempfänger in Arbeit bringen kann, aber leider ist das Ergebnis, man soll den Armen mehr Geld lassen

    “Die Lösung dafür wäre ein besserer Selbstbehalt, und zwar durchgängig und transparent.”

    Das kann doch keiner bezahlen! Was das wieder kostet!

    Naja, eigentlich

    “Dadurch würden auch die öffentlichen Haushalte erheblich entlastet, denn die fiskalischen Kosten für einen Arbeitslosen in der Grundsicherung lagen 2022 nach IAB-Berechnungen bei über 25.000 Euro (lesen Sie hierzu einen 2023 im IAB-Forum publizierten Beitrag von Karl Heinz Hausner, Enzo Weber und Yasemin Yilmaz).”

    Quelle: Eine Anschubhilfe im Bürgergeld könnte die Erwerbsanreize erheblich stärken, IAB-Debattenbeiträge, 26. Juni 2024

    Es ist unglaublich. Wir wissen doch alle, dass nur sparen bei den Armen und Geschenke für die Reichen die Wirtschaft und uns retten kann, aber die Wissenschaft weigert sich einfach das endlich mal zu beweisen. Für was zahlen wir die eigentlich.

    Na immerhin will Lindner in seinem Nachtragshaushalt die Eingliederungsleistungen noch kürzen. Bravo. Guter Mann. Kauf ihm einer noch einen Porsche.

  • Hthik

    |

    @Günther Herzig 8. Juli 2024 um 20:26

    “@El ich stütze mich auf die Vermutung. dass Leute, die. arbeiten, weniger zeit haben, Straftaten zu begehen, …”

    Ich hab das mal sinnvoll gekürzt. Stimmt aber trotzdem nicht, weil es nicht berücksichtigt, dass man während der Arbeitszeit Straftaten begehen kann.

    Schon vergessen? Was ist ein Bankraub gegen die Gründung einer Bank. Was ist der der Schaden durch Lehman Brothers gegen eine geknickte Lllie am Gartenteich von Ihro Durchlaucht?

    Die Beispiele sind zahllos.

  • Studi

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    @Karl Straube
    9. Juli 2024 um 09:48

    Zunächst muss ich voranstellen, dass es mir schwer fiel ihren Kommentar zu interpretieren, ich hoffe ich habe ihn richtig verstanden.

    Ein Unternehmer unterscheidet sich insofern immer von einem Erben darin, dass er etwas getan hat (was auch immer), um sich den Wohlstand zu leisten. Aus marktwirtschaftlicher Sicht hat er also eine Arbeit oder Dienst erbracht, für den ihn jemand anderes Geld gegeben hat, weil er es selbst nicht machen will oder kann, also einen Mehrwert für die Gesellschaft geschaffen. Auch wenn er Waffen verkauft hat, solange es nicht illegal ist, sei es ihm vergönnt.

    Des weiteren ist es nicht notwendigerweise immer richtig bzw moralisch sich an Gesetze zu halten. Dazu muss man sich nur historische Gesetze anschauen, die heutzutage wiederum eine Straftat darstellen würden. Die Frage die sich hier im Prinzip stellt ist: Ist das überhaupt “ihr Haus”? Sie hat es sich nicht verdient, wie zum Beispiel wenn sie es sich gekauft hätte. Wie ich schon beschrieben habe, gibt es gute Gründe in Zukunft die gesetzliche Lage so zu ändern, dass solche Erben nicht mehr erlaubt sind. Dann ist das Thema mit Glorias Ableben erledigt.

    Ich möchte nochmal betonen dass ich nicht dafür bin, irgendjemanden zu enteignen oder die Straftaten gut finde. Es geht mir darum das in Zukunft zu ändern. Der Protest setzt sich meiner Meinung nach dafür ein, was ich gut finde.

    Auch sind ihre politische Gesinnung oder ob ich die Fürstin mag für obige Argumente unerheblich. Das lässt sich alles genauso gut auch auf den Otto normal Bürger anwenden.

  • Mr. B.

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    Zu Studi
    9. Juli 2024 um 15:07 | #
    @Karl Straube
    9. Juli 2024 um 09:48

    Aha, tolle Erkenntnis.
    Da sind Sie in Deutschland aber an der falschen Stelle.
    Einfach selber viel und vorallem durchgehend arbeiten und Sie können sich auch etwas schaffen.
    Heiraten Sie dann noch reich und dann passt es doch.
    Ich würde Ihnen nichts wegnehmen wollen.

  • Hthik

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    @Studi 9. Juli 2024 um 15:07

    “Ich möchte nochmal betonen dass ich nicht dafür bin, irgendjemanden zu enteignen …”

    Reiche sehen Steuern als Enteignung und haben damit im jetzigen Wirtschaftssystem sogar recht. Die Argument mit der Heiligkeit des Eigentums laufen letztlich meist auf eine slippery-slope-fallacy hinaus. Wenn man einem Großgrundbesitzer ein Prozent seiner Fläche wegnimmt, dann darf der Nachbar dir auch dein Fahrrad wegnehmen.

    Das zieht eben immer noch, um die Angst vor den enteignenden roten Horden, zu schüren, damit brav bürgerlich gewählt wird. Wenn Gloria Schloss Neueglofsheim hätte hergeben müssen, denn wäre auch die Oma aus ihrem Häuschen vertrieben worden. Wenn wir einen Vermögenssteuer hätten, müsste jeder von seinen 1000 EUR auf dem Spargroschen noch 10% abgeben. Etc.. Inzwischen musste die Oma tatsächlich aus ihrer Umgebung raus, weil sie sich die teuere Pflege nicht mehr leisten konnte und darum ins Pflegeheim musste. Da das Geld dafür aber auch nicht gereicht hat, ist das Häuschen aber jetzt versteigert. Zugutegekommen ist das dem Staat, der deswegen weniger Sozialhilfe für das Pflegeheim zuschießen musste. Das ist aber keine Enteignung. Nein, nein, das ist die Pflicht zum Einsatz eigener Mittel. Das ist ganz was Anderes.

    Dabei ist, dass der Staat kassiert sogar noch die positive Variante. Auch möglich ist, dass der gesetzliche Betreuer von Oma das Haus verkauft hat und es jetzt der Nichte seines Spezis gehört. So zahlt dann doch noch das Sozialamt den Großteil der Pflege.

    Apropos Neueglofsheim und Enteignung..

    Vor einiger Zeit hat man ja die zwei Bahnbrücken der B15 alt zwischen Hagelstadt und Eggmühl großzügig renoviert, die lang ein Verkehrsärgernis waren und zudem die B15a durch den Wald führen. Schon vor Jahrzehnten soll es angeblich Planungen gegeben haben, die B15 (damals ohne a) auf der anderen Bahnseite verlaufen zu lassen. Das sei wegen befürchteter Widerstände gegen eine möglicherweise nötige Enteignung insbesondere von fürstlichem Grund aber nie weiter verfolgt worden. Solche chilling effects, sind natürlich schwerlich nachweisbar und Akten darf man nicht einsehen, weil die FW das IFG an die CSU verkauft haben. Weiß jemand hier zufällig Belastbares dazu?

  • Günther Herzig

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    Ich möchte mich mal wieder mit Usern auseinandersetzen, die bereit sind staatliche Ordnung zu beachten, statt darin zu schwelgen wann man anderen etwas wegnehmen darf ohne Beachtung der Verfassung (GG) und gesetzlicher Regelungen, die es sogar bei Putin gibt. Ihr werdet Euch auch ganz selbstverständlich berechtigt fühlen selbst zu entscheiden, wann, wie und wer zu bestehlen ist.
    Das ist der komplette Irrsinn, dem sich einige hier verschrieben haben. Es wird dann weiter damit gehen, dass Unwillige bestraft werden, wenn man sie überführt, dass sie ihr Eigentum in Sicherheit bringen wollten. Das ist der Weg in einen Willkürstaat. Ich werde mir das gerne ansehen, da meine Lebenserwartung etwas geringer ist. DDR, Nordkorea, Russland lassen grüßen. Das erfolgreiche Wirtschaftssystem der DDR wird Euer Beispiel sein. Ihr werdet die Menschen verfolgen, nach dem Beispiel der Judenverfolgung ab dem Jahr 1938.

  • Mr. B.

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    Kommentar gelöscht. Bitte beim Thema bleiben.

  • Native

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    Kommentar gelöscht. Unverständlich.

  • Studi

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    @Günther Herzig
    9. Juli 2024 um 17:05

    Ja das Eigentum einiger russischer Oligarchen wird wirklich ausgezeichnet geschützt und gefördert in Russland. In dem Sinne ist das Wohl eher ein Gegenbeispiel dafür das Eigentumsrecht über alles zu stellen.

    Wie ich bereits angebracht habe, möchte ich auch nur zukünftige Erben präventiv “enteignen”, wenn sie das so bezeichnen wollen. Mit einer Erbschaftssteuer wird niemandem etwas weggenommen. Im Gegenteil, ohne Erbschaftssteuer nehmen die Erben der Allgemeinheit etwas weg. Diejenigen die jetzt schon geerbt haben… da ist das Kind sozusagen schon in den Brunnen gefallen. Aber um so etwas anzustoßen müssen eben jetzt Proteste stattfinden, wenn auch nicht notwendigerweise mit Hausfriedensbruch.

    Mit der Vermeidung von Erben lassen sich sogar Enteignungen verhindern, weil der Staat zum Beispiel das benötigte Land im Todesfall selbst regulär erwerben kann. Auch wäre eine Vermögenssteuer dann weitestgehend hinfällig weil kein Anreiz mehr besteht sein Vermögen zu horten.

  • Tobias

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    Dieser “Enteignungs”-Unsinn kommt meistens von einer gewissen politischen Ecke. Komischerweise sollen “die Reichen” immer alles bezahlen, gleichzeitig sollen “Reiche” enteignet werden. Häh?

    Wenn jemand 1.000.000€ Kredit aufnimmt und 8 Wohneinheiten aufzubauen kommen sofort die ersten “üblichen Verdächtigen” und betiteln Dich als Zigarre-kauender Bonze in Nadelstreifen, der doch gefälligst diesen Reichtum – ist er doch Vermieter und Eigentümer – gratis zur Verfügung stellen (tangiert das Vermietungsprojekt, welches hier vor ein paar Wochen beschrieben wurde). Rendite nicht erlaubt, aber Wohnen will man ja. Gut, dann eben mal selber mit einem ETF am Aktienmarkt teilnehmen und Wirtschaft ankurbeln – recht sicher und für ein kleines Passiveinkommen? Nein, der Kommerz, die bösen Multimilliardenunternehmen, die linksgrüne Ideologien durch Steuern und Sozialabgaben mitzahlen — Einteignen, sofort, Großkonzerne, das geht nicht.

    Da merkt man doch, dass diese Krakeeler und Protestierenden sich zwar nie etwas selber schaffen oder Eigentum/Vermögen aufbauen wollen, weil das ja verpöhnt ist, gleichzeitig mit 200% Neid aber fremdes Eigentum wollen.

    Das ist kein Protest, das ist billig.

    @Mrs. Universa

    “9. Juli 2024 um 00:10 Uhr
    Prima gemacht, ihr jungen Leute!
    Als ich vor 50 Jahren zu studieren begann und zum ersten Mal vom Hbf zur Altstadt ging, war auch mein erster Gedanke; Grundgesetz anwenden und enteignen!”

    Und ich dachte, Studierende haben eine gewisse Reifeprüfung hinter sich. Ich hoffe doch sehr, dass Sie nach ihrem (vermutlich) erfolgreichen Studium für ganz, ganz wenig Geld gearbeitet und damit ihren Fleiß entwertet haben. Sie wissen doch, Eigentum, Vermögen ist böse. Und bitte nichts vererben, denn sonst sind Sie wie Gloria – böse! Also, alles verschenken, bis auf ihr letztes Kleid.

    Wer A krakeelt muss B machen…Der Glaubwürdigkeit wegen.

  • Karl Straube

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    Darf ich zum vorraussichtlich baldigen Schluss der Diskussion noch einen Gag der 68er bringen? “Enteignet Kneitinger! Alles Bier in des Fürsten Hand!”

  • Hthik

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    @Günther Herzig 9. Juli 2024 um 17:05

    “Das ist der Weg in einen Willkürstaat. … DDR, Nordkorea, Russland lassen grüßen.”

    Das ist dann wohl Schicksal, dass sie genau das unqualifizierte Dammbruchargument bringen, dass ich kritisiert habe.

    “Ich werde mir das gerne ansehen, da meine Lebenserwartung etwas geringer ist.”

    In eadem es navi. Viel Auswahl gibt es nicht. https://de.wiktionary.org/wiki/im_gleichen_Boot_sitzen

    Ich möchte um Verständnis werben. Das mit dem Rechtsstaat ist ja eine nette Idee. Grundsätzlich bin ich da dafür. Wir lösen Konflikte nicht mehr mit der Keule, sondern friedlich. Dass das funktioniert hat aber gewisse Voraussetzungen. Da ist etwa die Sache, dass, wenn wir uns auf bestimmte Regeln (des materiellen Rechts) geeinigt haben, die Dinge, die da geregelt sind die Dinge der materiellen Welt sind.

    Da sind aber die Vorstellung zunächst ganz verschieden. Der eine hält die wundertätige Wirkung der Wallfahrt zur Gnad, die Erdstrahlen, den Coronavirus etc. für real und der andere nicht. Man muss sich auf was einigen. Da wurde zumindest der Eindruck erweckt, worauf wir uns einigen, ist die wissenschaftliche Methode. Wenn der Obsthändler die Äpfel, die er beim Bauern gekauft hat, nicht zum geplanten Preis losbringt, kann er von diesem nicht den Kaufpreis zurückverlangen, mit der Begründung, der hätte sie verhext. Mit der Begründung, er hätte ihm statt der vereinbarten süßen Sorte eine minderwertige angedreht, schon, wenn es zutrifft. Welche Sorte es ist, wie hoch der Zuckergehalt ist, etc, das sind alles objektive Tatsachen, Dinge die man feststellen kann.

    Selbst so illustre Werte wie Freiheit müssen irgendwomal materielle definiert sein, sonst wirft Ihro Durchlaucht Olaf Ohnehaar einen in den Kerker, weil das der einzig wahren, der geistigen Freiheit ja nix tut. Ein vernünftiger Diskurs ist nur möglich, wenn man sich überhaupt einigen kann, was Fakten und was Wahn ist. Soweit so gut.

    Leider gibt es da, ich will mal sagen, Auffälligkeiten. Wenn man z.B. mit einer Statistik, der EVR, der besten Statistik die wir in diesem Bereich haben, zum Bundesverfassungsgericht geht und ihm zeigt, dass der Regelbedarf der Sozialhilfe/Hartz IV nicht richtig berechnet ist, sondern höher sein müsste, dann sieht das Argument dagegen so aus.

    “Auch eine sachgerechte Schätzung ist jedoch mit Unsicherheiten behaftet, weshalb der Gesetzgeber nicht gezwungen ist, zur Bestimmung der Höhe von Sozialleistungen auf eine bloß näherungsweise Berechnung abzustellen (vgl. BVerfGE 125, 175 ).” 23.07.2014, 1 BvL 10/12

    Davon hat der Gesetzgeber dann gern Gebrauch gemacht und seitdem ist der Regelbedarf mit Unbedenklichkeitssiegel des Verfassungsgerichts frei ausgedacht. Vorher war er es bekanntlich auch, aber ohne das Siegel.

    Ein weiteres Beispiel ist der Klimawandel. Trotz der schönen Worte in der Verfassung zur Menschenwürde, zu Leben, körperlicher Unversehrtheit und so weiter hilft es offenbar nicht, den wissenschaftlichen Nachweis zu erbringen, was getan werden muss, diese Dinge zu schützen, damit es auch getan wird.

    Die Generation, die hier demonstriert, ist die Generation, die sich von unserer Generation nicht mehr ohne Gegenwehr über den Tisch ziehen lässt. Erinnern Sie sich noch, an die Forderungen, die fridays for future Protestmarschierer sollen in die Schule gehen und was lernen und dann kompetent helfen das Klimaproblem zu lösen? Genau das hat er gemacht, der vormalige Schüler Schellnhuber. Aber jetzt gefällt die Lösung, die er ausgearbeitet hat nicht. Da hat er geglaubt, wenn er nur alles schön erklären könnte, dann würde er sich schon durchsetzen. So wurde es ja versprochen. Ich habe es auch geglaubt. Macht zwei Deppen. Wenn der Rechtsstaat wirklich funktionieren würde, wie er vorgibt zu funktionieren, dann gäbe es überhaupt keinen Anlass für die Proteste.

    Ja, das wäre schön, wenn Schüler und Studenten wieder carefree wie wir früher Schüler und Studenten sein könnten, die sich mit ihrem Studium befassen, soweit nötig und ihrem Geschlechtstrieb soweit möglich und dann irgendwann, auch wenn sie nicht ganz oben stehen doch immerhin einen gut bezahlten Akademikerjob bekommen und so weiter. Nicht wenig glauben auch daran, dass man einfach so weitermachen könnte. Deswegen kann man mit dem Versprechen immer noch gute Wahlergebnisse einfahren. Aber es ist nicht so. Die Fakten zeigen eine andere Zukunft, wenn wir nicht umsteuern. Übrigens ist der Akademikerarbeitsmarkt auch für sich schon kaputt, aber immer noch das kleinere Problem hinter dem kaputten Klima.

    Sie sehen den Splitter im Auge der Demonstranten, den Balken im Auge unseres Staates sehen sie nicht. Große Aufregung um einige Anstandsregeln die verletzt werden, währen das Versagen des Rechtsstaats die Kernwerte der Verfassung effektiv zu schützen, den großen Verteidigern desselben anscheinend keine Sorgen bereitet. Oder wenn Ihnen Thomas Hobbes lieber ist: es sind die sog. Konservativen, die den Gesellschaftsvertrag zwar nicht offiziell gekündigt haben, aber ständig dagegen verstoßen und dann wenn die Gegenseite ein wenig muckt, zutiefst gekränkt sind. Woher kenn ich das bloß … ach ja grauer Koalitionsvertrag.

    Weiteres Beispiel siehe Link.

  • Hthik

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    @Tobias 9. Juli 2024 um 19:29

    “Dieser “Enteignungs”-Unsinn kommt meistens von einer gewissen politischen Ecke.”

    Was auch immer. Mich interessiert mehr der Enteignungssinn.

    “Komischerweise sollen “die Reichen” immer alles bezahlen, gleichzeitig sollen “Reiche” enteignet werden. Häh?”

    Wie schon erklärt. Enteignung kann man grob mit Steuern gleichsetzen. Das wäre eine Einnahme. Mit der kann man dann bezahlen.

    “Wenn jemand 1.000.000€ Kredit aufnimmt …”

    Ist er ja nicht reich, sondern hat die Miesen auf dem Konto. Im Übrigen wäre auch das ein Möglichkeit, hier voranzukommen und endlich die notwendigen Investitionen zu tätigen, aber auch das wird ja blockiert, weil irgendwem mal eine magische Zahl eingefallen ist, vulgo Schuldenbremse.

  • Barbara Stefan

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    Peter Lang: Danke! Das war der einzige konstruktive Beitrag hier in dieser Diskussion. Es würd mich recht nerven, wenn Plastikbootfahrer und Baumkletterer dieses wunderbare Stück Natur mitten in der Stadt jetzt niederreiten. Das wird nicht der Fall sein. Zu lächerlich. Wir haben ein Müll- und Kriminalitätsproblem am Bahnhof, das die Stadt nicht im Griff hat. (Liebe Demonstranten, setzt dort mal an! Einfach mal den Bahnhof schöner machen, das wär der erste Schritt!) Wollen wir das erweitern und den Fledermäusen und Tieren, die da derzeit glücklicherweise mitten in der Stadt noch geschützt leben können, antun? Ginge es nach diesen Demonstranten, dann könnten da auch Picknicke stattfinden, die nachts ihre Beschallung mitbringen und den Müll hinterlassen und die restlichen Probleme erweitern. Eine Katastrophe für den Artenschutz. Die Polizei würd sich auch nicht freuen. Ganz abgesehen davon, dass sie keine Ahnung vom Grundgesetz und dem Schutz des Eigentums haben.
    Also ich freu mich immer über diese wunderschöne Natur im fürstlichen Park, dass die von dem Müll ausserhalb nicht belastet ist und auch die Beleuchtungs- und Krimitalitätssache durch diesen wunderbaren Garten gestoppt wird. Und noch eine Frage an die Demonstranten: Haben Eure Eltern einen Garten, den sie gern für Picknicks für alle zur Verfügung stellen? Wo? Morgen geht’s los! Freu mich auf Eure Antwort! Wo können wir feiern?

  • Studi

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    @Barbara Stefan
    9. Juli 2024 um 23:26

    “wenn Plastikbootfahrer und Baumkletterer dieses wunderbare Stück Natur mitten in der Stadt jetzt niederreiten” –> Auf Bäume klettern und mit einem Boot in dem Teich fahren ist auch in anderen Parks nicht erlaubt und wird nicht praktiziert. Desweiteren kann man ja wenn der Park in der Hand der Stadt wäre, ihn auch wieder wild wuchern lassen für die Natur. Das wird immerhin in anderen Parks auch gemacht. Da gehen auch keine Picknicker durch und mähen alles mit der Sense nieder.

    “Wir haben ein Müll- und Kriminalitätsproblem am Bahnhof, das die Stadt nicht im Griff hat” –> Das ist ein von dem Protest losgelöstes Problem. Angenommen der Park wäre jetzt zusätzlich offen für die Öffentlichkeit, dann würde sich der gesamt Müll in Regensburg wohl nicht erhöhen. Deswegen geht ja keiner raus und schmeißt extra mehr Müll in den Park. Dass sie von den Demonstranten fordern alternativ das Müllproblem am Bahnhof zu bekämpfen, zeigt dass sie den Zweck der Aktion (oder allgemein Protesten) nicht verstanden haben. Es geht nicht um die Aktion an sich, sondern darum ein Zeichen zu setzen. Die letzte Generation möchte ja auch nicht bestimmte Straßen sperren.

    “Also ich freu mich immer über diese wunderschöne Natur im fürstlichen Park, dass die von dem Müll ausserhalb nicht belastet ist und auch die Beleuchtungs- und Krimitalitätssache durch diesen wunderbaren Garten gestoppt wird.” –> Ich finde es auch schön, dass der Park sauber, kriminalitätsfrei etc ist. Nur was bringt mir oder irgendjemandem das etwas? Der Park ist ja nicht zugänglich. Das ist wie wenn sie sich freuen, dass eine neue Bahnstrecke gebaut wird genau zu ihrem Wunschziel, aber dort kein Zug verkehrt.

    “Haben Eure Eltern einen Garten, den sie gern für Picknicks für alle zur Verfügung stellen?” –> Dass dieser Vergleich hinkt, merken Sie vielleicht selbst. Der kleine Garten am Einfamilienhaus als Rückzugsort für eine Familie und insbesondere deren Kinder ist wohl kaum zu vergleichen mit dem fürstlichen Park, der, wie schon oft angesprochen, nur durch Erbschaft weiterhin Einzelpersonen gehört.

    Ich verstehe Ihre Bedenken mit dem Schutz der Natur etc, glaube aber dass sich Naturschutz und öffentlicher Park nicht ausschließt. Desweiteren steht der Park hier auch nur stellvertretend für den Einfluss und insbesondere den Immobilienbesitz der Fürstin und auch anderer reicher Erben (ich hoffe zumindest dass die Protestanten da etwas weiter denken).

    @Tobias
    9. Juli 2024 um 19:29

    ““die Reichen” immer alles bezahlen, gleichzeitig sollen “Reiche” enteignet werden.” –> Der Spruch “einem nackten Mann in die Tasche greifen” trifft es hier wohl am besten. Egal ob etwas bezahlt werden muss oder (falls tatsächlich nötig) jemand enteignet werden muss: Das muss notwendigerweise ein reicher sein. Sie können wohl kaum von einem Bürger fordern einen Kredit aufzunehmen um seine Steuern zu bezahlen. Oder die Mittelschicht weiter belasten.

    Ironischerweise fordern Sie im weiteren Verlauf, dass jemand der für mehrbelastung von reichen ist, doch gefälligst kein eigenes Vermögen aufbauen soll. Das Problem ist nur: WEIL es so viele reiche gibt, die ihren Reichtum vererben anstatt der Allgemeinheit nach dem Ableben (oder noch während Lebzeiten) zurückzuführen, ist es dem nicht-Erben gar nicht erst möglich ein Vermögen aufzubauen. Ich meine welche Immobilie soll er denn zum Beispiel kaufen, wenn diese von Generation zu Generation an den nächsten Vermieter weitervererbt werden.

    Des weiteren ist es auch konsequent zu versuchen, selbst Vermögen aufzubauen, um dann verantwortungsvoll damit umzugehen und es sinnvoll einzusetzen. Zum Beispiel dass man sagt, dass man sein Vermögen nach dem Tod spendet, anstatt den Kindern zu überlassen. Ich glaube die meisten Nachkommen sind auch damit einverstanden nichts erben zu können, wenn sie dafür denn die Möglichkeit hätten sich selbst etwas aufzubauen in ihrem Leben.

  • St. Schrödinger

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    Zwischen Enteignung und “gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist” gibt es noch viel Spielraum. Nur als Beispiel:
    Die Vermögenssteuer ist nicht abgeschafft, sie wird nur nicht erhoben. Seit 1996. Weil “man” sich nicht einigen kann, wie Immobilienbesitz bewertet werden soll. Macht geschätzte 380 Mrd € Mindereinnahmen. in knapp 30 Jahren.

  • Native

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    Eigentum verpflichtet.
    Wenn hier irgendjemand enteignet wird, dann sind das die „working poor“, deren Einkommenszuwachs dauerhaft (Tendenz nach unten) unter der Inflationsrate liegt.
    Da braucht man sich über immer lauteres „Grummeln“ und Unzufriedenheit am unteren Rand der Gesellschaft nicht zu wundern. Es ist „ekelhaft“, wie weite Kreise der Gesellschaft, ihren Beitrag mit Hilfe ausgefuchster Finanzdienstleister und Banken, die Steuern optimieren, verkürzen, vermeiden und auf Steueroasen ausweichen. Mit undurchsichtigen Firmen Konstrukten, Stiftungsmodellen, Firmen Verlagerungen ins Ausland und durch Subunternehmernetzwerke aus dem Ausland ein ausbeuterisches Billiglohn-System aufrechterhalten, Sklaven und Kinderarbeit und Umweltzerstörung in der dritten Welt, Vorschub leisten und unserem Staat dringend notwendige Finanzmittel zur Finanzierung wichtiger Aufgaben (Verkehrsinfrastruktur, Digitalisierung, Kindergrundsicherung, Bildung, Gesundheitswesen, Renten, Verteidigung, usw.) vorenthalten. Jeder Empfänger staatlicher Leistung muss „die Hose herunterlassen“ und die cleveren „High Performer“ berufen sich auf das Steuergeheimnis. Die dreistesten, gehen sogar so weit, dem Gemeinwesen durch Steuerbetrug (CumEx) in Milliardenhöhe Schaden zuzufügen. Aufklärung dieser Fälle „verläuft stillschweigend im Sand“. Auch ausbleibende, konsequente Steuerprüfungen fügen dem Gemeinwesen großen Schaden zu. Es gab schon einmal einen Finanzminister, Peer Steinbrück SPD, der wollte „mit der Kavallerie in Steueroasen einreiten“. Nur gelegentlich werden durch Datenlecks (Panama Papers und dgl.) sowie durch investigativen Journalismus „Sauereien“ aufgedeckt. Daran sollte die „Upperclass“ in Abendgarderobe und Champagnerglas in der Hand, beim „Smalltalk“ bei gesellschaftlichen Ereignissen, bei ihren Einschätzungen über den unteren Rand der Gesellschaft und den „Plebs“ denken und sich echauffieren. Wer hier größere Schäden verursacht? – Man weiß es nicht! Also bei der Publikumsbeschimpfung „den Ball flach halten“.
    „Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen“.
    https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/vermoegensverteilung-in-deutschland-superreiche-werden-noch-superreicher-a-5bdf3b82-55ef-4976-a3e3-c6b97da97c91

  • Günther Herzig

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    Sehr viele Beiträge um den Begriff Enteignung und wenig Kenntnis von den gesetzlichen Regeln dazu! Bei den meisten Enteignungsfreunden ist sicher nicht ausreichend bekannt, dass der Enteignete abzufinden ist, bis zur Höhe des Verkehrswertes des Gegenstands der Enteignung, Jeder kann nachrechnen, ob das wirtschaftlich Sinn macht?

  • thomas otto

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    oh weh, immer diese symbolpolitik…

  • Manfred Martin

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    Dass wir, als Demokraten, das verfassungsfeindliche Gedankengut vernichten müssen, sollte jedem klar sein! Damit sind automatisch auch die Verbreiter, dieser ekelhaften Ideen, die Partei, Gruppen und Einzelpersonen, nicht mehr berechtigt, diese Nazigedanken in die Öffentlich zu tragen!
    Dazu berechtigt uns das Grundgesetz im Artikel 18 und 20/4. Scheinbar ist unser Staat nicht in der Lage oder nicht bereit, folge dessen müssen wir Demokraten es selbst vollziehen. Scheinbar habe viele die Zeit von 1933 – 1945 vergessen, die unser Land in den Untergang führte und 60000000 Tote und ein zerstörtes Europa hinterlassen hat!

  • Mr. B.

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    Zu barbara stefan und
    Günter Herzig:

    Danke für Ihre Beiträge.

  • tom lehner

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    Ich finde es phantastisch was ein paar junge Menschen bewegen können und welch entlarvende Reaktionen es hervorruft.

    Klar ist. Protest ist unbequem. Klar ist auch das Protest auch gesehen werden soll.
    Auch klar ist das hier eine harmlose und friedliche, wenn auch für viele hier schon zu unbequeme Protestart gewählt wurde. Was man unschwer an der ausufernden und teilweise vorurteilsgeladenen Diskussion erkennen kann.

    Thema plaziert. Ziel erreicht würde ich sagen.

    Achja, mein Vorschlag: Alle mit einem Schlauchboot oder einer Luftmatratze bitte in Präventivhaft nehmen. Das machen wir jetzt dann solange bis nur noch die “Arbeitenden”, “Anständigen” und “Wissenden” übrig sind. Dann läuft alles prima.

  • Hthik

    |

    @Günther Herzig 10. Juli 2024 um 11:07

    “Sehr viele Beiträge um den Begriff Enteignung und wenig Kenntnis von den gesetzlichen Regeln dazu!”

    Das Ziel von Demonstranten ist nicht unbedingt immer, dass nur ja alle Gesetze so bleiben , wie sie sind,

  • Mr. B.

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    Zu Hthik
    10. Juli 2024 um 12:43 | #

    Und warum stärken dann -jeden Tag medial gefühlt- die Linken die Rechten.
    Da würde sich vermutlich ganz was anderes ändern?
    Ich verstehe es nicht.

  • Hthik

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    @Mr. B. 9. Juli 2024 um 15:53

    “Einfach selber viel und vorallem durchgehend arbeiten und Sie können sich auch etwas schaffen.”

    Bekanntlich bekommt jeder, der wirklich arbeiten will, eine Arbeit. Stimmt sogar, nur davon leben können, vielleicht noch eine Familie ernähren können, das wird eher nix. Von einem eigenen Haus fange ich gar nicht erst an.

    “Heiraten Sie dann noch reich und dann passt es doch.”

    Das muss man als Arm/e/r gar nicht. Leben sie einfach mit jemand anderem w/m/d in einer Wohnung.

    “Lebt eine nachfragende Person gemeinsam mit anderen Personen in einer Wohnung oder in einer entsprechenden anderen Unterkunft, so wird vermutet, dass sie gemeinsam wirtschaften (Haushaltsgemeinschaft) und dass die nachfragende Person von den anderen Personen Leistungen zum Lebensunterhalt erhält, soweit dies nach deren Einkommen und Vermögen erwartet werden kann.” § 39 SGB XII

    Nix beweisen müssen, einfach vermuten dürfen, um die Leistung zu kürzen oder zu verweigern. Dass passt den Juristen und sonstigen Systembütteln natürlich.

    “Ich würde Ihnen nichts wegnehmen wollen.”

    Wie edel. Schon in der Bibel war klar, dass der unangenehme Job ausgelagert wird an die Steuereintreiber, auf die man dann herabsehen und sie beschimpfen kann. Wer anderer Ansicht ist gehört gekreuzigt, weil er nicht den wahren Glauben hat. Da hat sich an den Ansicht wenig geändert, nur die Durchsetzung scheitert heutzutage öfter mal.

    “Aber wer wird Kapitalist und wer Arbeiter? Wer wird reich und wer muss schuften? Wieder war Smith seiner Zeit weit voraus, denn er sagte eindeutig: Mit der Begabung des Einzelnen hat es überhaupt nichts zu tun, ob er Tagelöhner oder Philosoph wird. Smith glaubte nicht an Intelligenzunterschiede zwischen Arm und Reich, sondern hielt es für eine soziale Zufälligkeit, wer das Glück hat, in die höheren Ränge hineingeboren zu werden. Die neoliberale Rhetorik von den „Leistungsträgern“ hätte er als naiv abgetan.”

    Gut, da sind wir inzwischen weiter. Das mit dem Hineingeborenwerden ist keine Glaubensfrage mehr. Das ist bewiesen https://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Hartmann_(Soziologe)

    Ja, die Wissenschaft mal wieder. Was denen wohl als Nächstes einfällt? Womöglich beweisen die noch, dass Rauchen schädlich ist und machen uns die schönen Tabakprofite kaputt.

    Es gibt da diese Theorie von der Kränkung, warum wissenschaftliche Erkenntnisse so unbeliebt sind. Da war die Kränkung durch Kopernikus, dass wir nicht im Zentrum des Universums sind, durch Darwin, dass wir Tiere sind und jetzt macht die sich auch noch über unseren freien Willen lustig. Halt ich für plausibel, aber das allein ist es nicht. So ein wenig Kränkung werden die meisten wohl schon wegstecken, wenn man sich dann durch Rauchen und Saufen oder mit dem SUV durch die Gegend brettern so ein wenig ablenken kann. Aber nicht mal da wird man in Ruhe gelassen.

  • Hthik

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    @Mr. B. 10. Juli 2024 um 13:07

    “Und warum stärken dann -jeden Tag medial gefühlt- die Linken die Rechten.”

    Sie: Nach Gefühl … eine Hausfrau hat das im Gefühl …
    Er: Im Gefühl? Was hast du im Gefühl?
    Sie: Ich habe es im Gefühl, wann das Ei weich ist …
    Er: Aber es ist hart … vielleicht stimmt da mit deinem Gefühl was nicht …
    Sie: Mit meinem Gefühl stimmt was nicht? Ich stehe den ganzen Tag in der Küche, mache
    die Wäsche, bring deine Sachen in Ordnung, mache die Wohnung gemütlich, ärgere
    mich mit den Kindern rum und du sagst, mit meinem Gefühl stimmt was nicht?

    Im Ernst: ich brauch da schon etwas mehr Daten, um was es geht.

  • Mr. B.

    |

    Zu Hthik
    @Mr. B. 9. Juli 2024 um 15:53

    Tut mir leid.
    Ich rauche und saufe nicht. Einen SUV habe ich auch nicht.
    Gehe aber täglich seit zig Jahren in meine Arbeit, welche ich “erlernt” habe und kann, dank Gesundheit, hiervon sehr gut leben.
    Für eine kleine “eigenständige” Absicherung recht es auch noch.
    Ich weiß, daß dies für viele heute einfach unverständlich ist.
    Gibt es doch immer irgendwo etwas zu holen.

  • Hthik

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    @Mr. B. 10. Juli 2024 um 15:08

    “Für eine kleine “eigenständige” Absicherung recht es auch noch.
    Ich weiß, daß dies für viele heute einfach unverständlich ist.”

    “Wem Gott will rechte Gunst erweisen,
    den schickt er in die Worschtfabtik
    den lässt er in die Lewwerworscht beiße
    und gibt ihm noch en Schnippel mit!”

    “Gibt es doch immer irgendwo etwas zu holen.”

    Das soll jetzt aber keine Aufforderung sein, sich durch Kriminalität den Lebensunterhalt zu sichern, richtig?

    Vom Verkauf des Donaustrudels können aber nicht alle Arbeitslosen in Regensburg leben, sofern sie überhaupt Zeit haben, weil sie etwa zwar schon arbeiten, aber aufstocken müssen

    Heute bei fefe

    “Sternstunden der Wissenschaft:

    Saving money regularly can help improve sleep, a new report suggests.

    Lass mich das mal umformulieren. Nur zur Sicherheit.

    Wenn du genug Kohle hast, um was beiseite zu legen, dann lebst du entspannter.

    Es ist nicht der Akt des Geld zurücklegens, der die Entspannung bringt, sondern dass du überhaupt genug Geld hast, um welches zurücklegen zu können.

    Hätten sie mal die CIA gefragt. Die hätte auch den Teil herausgefunden.”

    https://www.bbc.com/news/articles/cy08nnxr14po

    Dann wünsche ich weiterhin guten Schlaf. Wer schläft sündigt nicht und stört andere nicht dabei die Welt zu retten.

  • KW

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    Mr. B., die Linken stärken nicht die Rechtsextremen, das wird nur ständig von den Mitte-Rechten erzählt und Sie glauben es denen.
    @Hthik, Sie haben in dem schönen Loriot-Zitat den entscheidenden Schlusssatz vergessen :-)
    (OK, über ihren link kann man es nachlesen)

  • Mr. B.

    |

    Zu KW
    10. Juli 2024 um 17:24 | #

    Ich glaube nicht. Ich bin in der Realität und stelle fest.
    Da bin ich mit meiner Meinung nicht alleine.
    Aber trotzdem: Gott sei Dank.

  • KW

    |

    Mr. B, die Corona-Schwurbler und Flatearther sind auch davon überzeugt in der Realität zu sein. Und viele andere sind überzeugt von der Existenz eines Gottes. Letztendlich alles Fremd- oder Eigen-Prägung und schwer gegen anzukämpfen.
    Aber alles Gut, solange Sie als einer der letzten verbliebenen Mohikaner den Deutschen Wirtschaftsdampfer mit Ihrer Arbeitskraft am Laufen halten, sei Ihnen alles verziehen :-)
    Was auch gut ist, dass große Teile der demonstrierenden, arbeitsscheuen, linksgrün-versifften, protestierenden Kriminellen in Zukunft Ihre Rente bezahlen werden. Und dafür wesentlich mehr vom Brutto-Einkommen abgezogen bekommen werden als Sie heute.

  • Christian Muggenthaler

    |

    Man fährt dorthin, mit Bahn und Bus,
    zu Gloria, der dummen Nuss.
    Die Hoffnung auf kulturelles Ebs
    Verführt. Doch Du bist Plebs.
    Kommst mit dem Auto oder Radel
    und unterstützt den blöden Adel.
    Das geht so nicht! Die Fürsten nieder!
    Sagen seit langem Jakobiner!
    Was weg muss, ist in Praxis
    Das dicke, dumme Thurn und Taxis!

  • Recht auf Jugend.....

    |

    …..statt rechte Jugend!

  • Mr. B.

    |

    Zu KW
    10. Juli 2024 um 19:10 | #

    Ich gehe fest davon aus, daß meine Rente von anderen als Ihren Genannten bezahlt wird.
    Unsolidarisch ist, daß die Verbliebenen in Zukunft vermutlich eben noch mehr zahlen müssen.

  • Native

    |

    Tanz auf dem Vulkan
    „Edel sei der Mensch, steinreich und gut“ scheint heute als allgemein gültige Maxime zu gelten.
    Immer nach dem Motto: „Ein Schwein, dass am Trog steht und nicht frisst, ist eine dumme Sau“.
    Leider hat sich der Mensch nicht nach Goethes Wunsch entwickelt: “Edel sei der Mensch, hilfreich und gut!” – Er ist vielmehr dabei, zu einem neuen, alleszerstörenden Tyrannosaurus Rex zu werden.
    Zum Trost für Alle: Wenn uns dereinst die Brocken um die Ohren fliegen, sind wir wie auf der Titanic Alle wieder gleich. Enteignung erübrigt sich dann. 😊

  • Karl Straube

    |

    @Muggenthaler: “Dumme Nuss” ist eine Formalbeleidigung, ganz gleich, ob der Adressat sich eine solche Bezeichnung – nach mancher Meinung – verdient hat hat oder nicht. Der lyrische Beitrag lässt verstorbene und lebende Poeten erblassen, sagt doch der Volksmund zu solchen Ergüssen: “Es had oaner gsunga, des had se net greimd, da hams ehm den Bleschl – na, wohin wohl – gleimt.”
    An Redaktion: statt meinen Erguss zu veröffentlichen könnte man das Poem auch löschen, denn der Netiquette entspricht es nicht.

  • Studi

    |

    Mr. B.
    11. Juli 2024 um 08:37

    Politisch aktive Menschen erzielen überdurchschnittliche Gehälter, vergleicht man zum Beispiel Gehälter von Nichtwählern und Wählern. Gleichzeitig kann man stark davon ausgehen, dass es sich bei den Demonstranten zum Großteil um Studenten handelt, einfach aufgrund der Demographie in Regensburg und dem Fakt, dass Studenten wiederum überdurchschnittlich politisch aktiv sind. Menschen mit hohem Bildungsstatus haben die geringste Arbeitslosigkeit und erzielen die höchsten Gehälter im Durchschnitt. Daher fürchte ich dass diese Personen am Ende sogar überdurchschnittlich viel zu Ihrer Rente beitragen.

  • Schwan68

    |

    @Studi
    Dass es sich bei den Demonstranten zum Großteil um Studenten handelt liegt wohl eher daran, daß diese Art Studenten überdurchschnittlich viel Zeit zu haben scheinen. Die Studierenden haben die nämlich nicht, weil die zur gleichen Zeit in den Hörsälen und Seminarräumen sitzen um ihren hohen Bildungsstatus sinnvollerweise dazu zu nutzen später möglichst nicht arbeitslos zu werden, sondern ein hohes Gehalt zu erzielen. Diese fleißigen Studierenden werden dann auch gerne überdurchschnittlich zu den Renten beitragen, was ich von den den eingangs genannten Studenten nicht glaube.
    P.S.: Haben Sie einen Link zu dem Vergleich Wähler – Nichtwähler?

  • Hthik

    |

    @Mr. B. 10. Juli 2024 um 18:46 | #

    “Da bin ich mit meiner Meinung nicht alleine.”

    Ein Cargokult kann hunderte oder tausende Mitglieder haben. Ganz egal, wie viele es sind: die Flugzeuge der Ahnen landen nicht.

    Ich bin zufällig ja gerade in so einer Situation, in der manche dazu neigen zum Heiler auf die Philippinen zu fliegen oder dergleichen. Ich glaub ich lass das lieber. Aber nicht deswegen, weil die keine Anhänger hätten. Die haben sie nämlich. Auch nicht deswegen, weil ich am deutschen System der Medizinfürsorge nichts zu kritisieren hätte. Das habe ich nämlich.

    Deswegen kann jeder seine Meinung, haben, aber ich unterstütze nur die begründeten und bekämpfe die, die nicht nur unbegründet, sondern auch noch gefährlich sind. Dazu gehört, dass wir alles einfach so weiter laufen lassen sollten.

  • Hthik

    |

    @Karl Straube 11. Juli 2024 um 09:49

    Ich bin ganz zuversichtlich, dass rd kompetente Rechtsberatung hat und im Übrigen halte ich als Konservativer der Herzen an althergebrachten Rechtsgrundsätzen fest, dass nur Schmähung ist, was keinen sachlichen Kern hat.

    Die Selbstbegebung der “Fürstin” ist ganz beträchtlich. vom eigentlichem “Fürsten”, ihrem Ältesten, weiß ich nur, dass er ein junger Mann ist, der sich für Motorsport begeistert. Die grundsätzliche Kritik dass der zuviel Geld hat, richtet sich ja sowieso weniger gegen ihn persönlich als gegen den Staat der das zulässt.

  • Hthik

    |

    @Schwan68 11. Juli 2024 um 15:31

    “Dass es sich bei den Demonstranten zum Großteil um Studenten handelt liegt wohl eher daran, daß diese Art Studenten überdurchschnittlich viel Zeit zu haben scheinen.”

    Das ist vielleicht nur scheinbar so. Tatsächlich haben Sie überdurchschnittlich viele Probleme, im Vergleich zur Generation der Glücklichen*. Ich sehe es Ihnen daher nach, dass sie sich vorrangig darum kümmern, dass, wenn sie in Rente gehen, sowas wie “Rentenhöhe” überhaupt noch eine Bedeutung hat, statt dass es nur mehr darum geht, mit Waffengewalt um die letzten Ressourcen zu kämpfen.

    “Well I’m standing by a river but the water doesn’t flow
    It boils with every poison you can think of
    And I’m underneath the streetlight but the light of joy I know
    Scared beyond belief way down in the shadows

    And the perverted fear of violence
    Chokes the smile on every face
    And common sense is ringing out the bell

    This ain’t no technological breakdown
    Oh no, this is the road to Hell”

    *Das sind die, zwischen den Zeitpunkten t0 des sogenannten Wirtschaftswunders und t1 der Erkenntnis, dass das “Wunder” ein Trick des Teufels ist. Ich akzeptiere, dass das damalige atomare Wettrüsten auch keine Beruhigung war, aber das hat nur eine Minderheit in Bewegung gesetzt. Die damals mit ihren Protesten auch schon oft Straftaten begingen. Dann wäre da noch Putin der Schreckliche.

  • Studi

    |

    @Schwan68
    11. Juli 2024 um 15:31

    Quelle Mediangehälter: https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/bundestagswahl-2017-wer-waehlt-cdu-csu-spd-fdp-gruene-linke-afd-a-1158543.html

    Ist zwar von 2017 aber ich vermute dass sich angesichts des massiven Gaps nichts daran geändert hat.

    Quelle Arbeitslosenquote: https://www.bpb.de/kurz-knapp/zahlen-und-fakten/soziale-situation-in-deutschland/61724/arbeitslosenquoten-nach-bildung-und-alter/

    Hinzu kommt dass Höhere Bildung und links wählen miteinander korreliert: https://www.tagesschau.de/wahl/archiv/2021-09-26-BT-DE/charts/umfrage-werwas/chart_876480.shtml

    Zu dem Argument, die müssten in den Hörsälen sitzen: Im Studium hat man zum Glück viele Freiheiten, seinen Tag selbst zu organisieren. Anwesenheitspflichten gibt es nur selten. Dafür muss man sich den Stoff halt mal bei der ein oder anderen Nachtschicht reinprügeln, wenn man in der Vorlesung fehlt. Präsenzzeiten machen in den meisten Studiengängen ohnehin nur einen Bruchteil der Arbeit aus. Es gibt auch genügend Beispiele von MINT Studenten die sich bei demos und anderen “linken” Bewegungen einsetzen, und als MINT absolvent ist es fast schon schwierig nicht viel Geld zu verdienen.

  • Schwan68

    |

    @Studi
    Sie wissen schon, wie’s gemeint war.
    Die Frage ist nur, wer was unter “höherer” Bildung versteht.

  • Peter Lang

    |

    @Schwan68
    Gratuliere! Was Sie mit Ihrer Partizipbildung aussagen, hat leider kaum jemand hier realisiert. Ich habe mich köstlich amüsiert! Danke.

  • Hthik

    |

    @Mr. B. 11. Juli 2024 um 08:37

    “Ich gehe fest davon aus, daß meine Rente von anderen als Ihren Genannten bezahlt wird.”

    Da sind aber nicht nur die. Da ist auch der Schellnhuber. Sie erinnern sich? Der, der alles richtig gemacht hat, der nicht demonstriert hat, sondern brav studiert hat. Nun weiß ich über dessen private Lebensverhältnisse zwar nicht soviel, aber gewöhnlich zahlt man von einem Professorengehalt schon ein paar Steuern. Möglicherweise nicht jeder, manche sind da ja auch noch in ausgegründeten Firmen aktiv, die auf dem Papier allerhand Verluste machen oder Ähnliches. Das sind dann aber eher Lehrstühle für Investmentbanking als für theoretische Physik.

  • Daniela

    |

    Ich bin der Auffassung, dass Menschen nur so lange nach Enteignungen rufen, so lange sie nicht selbst materialistisch Aufschwung genommen haben. Da sich das bei StudentenInnen nach dem Studium meist ändert und sie zu Eigentum kommen, können Sie das gut und gerne fordern. Oder eben, wenn die ältere Generation verstirbt und sie in die Erbenrolle treten und ggf. zu Gütern jeglicher Art kommen. Genau dann holen die Meisten als Erstes Infos ein, ob und wie viel Erbschaftssteuer anfallen könnte….

    Soweit so gut, alles menschlich.

    Was viele gerne verdrängen, Gv.TuT zahlte auch schon Erbschaftssteuer. Dies war damals auch nicht einfach für sie, soweit ich erinnere, musste sie sich von einigen lieb gewordenen trennen.

  • Studi

    |

    Danke an Peter Lang, jetzt verstehe ich warum Schwan68 da zwischen den Begriffen hin und her wechselt. Der Inhalt bleibt ja zum Glück gleich. Ich benutze die Begriffe Studenten und Studierende synonym… Man studiert übrigens auch wenn man nicht im Hörsal sitzt und lernt, da studieren synonym zu immatrikuliert sein ist, laut Duden zum Beispiel.

    Bezüglich dem Begriff höhere Bildung: Ich meine damit einen höheren Bildungsabschluss als jemand anderes, so wie in dem Artikel, nicht DIE höhere Bildung. Das sollte nur bekräftigen, dass es sich wahrscheinlich um Studenten/Studierende gehandelt hat.

  • Hthik

    |

    @Daniela 11. Juli 2024 um 18:43

    “Ich bin der Auffassung, dass Menschen nur so lange nach Enteignungen rufen, so lange sie nicht selbst materialistisch Aufschwung genommen haben.”

    Ich nicht.

    “Was viele gerne verdrängen, Gv.TuT zahlte auch schon Erbschaftssteuer.”

    So wie die Bankangestellte, die den Lohn auszahlt. Nicht von Ihrem Geld. Steuerpflichtig war ihr Sohn. Der hat sozusagen direkt von seinem Großvater geerbt. Der Trick, eine Generation praktisch steuerfrei zu lassen, funktioniert aber nur, wenn man den Enkelsohn hat. Zu dessen Erzeugung brauchte man die Gebär-Mutter, die hysterische.

  • Peterchens Mondfahrt

    |

    @Daniela: Ich verstehe das Argument mit der Erbschaftssteuer nicht so ganz. Ich habe mir mal erlaubt kurz abzuschätzen, wieviel Gloria geerbt hat:

    Laut Wikipedia hat Gv-T-U-T im Jahr 1992 45 Millionen DM Erbschaftssteuer gezahlt. Das wären mit Inflation gerechnet (Quelle: altersvorsorge-und-inflation.de – DM-Euro-Rechner ) heute 43.867.806,76€. Für ein Erbe über 26 Millionen € wäre heute der Steuersatz für einen erbenden Ehepartner 30% (Höchststeuersatz in dieser Steuerklasse). Da schon allein die Erbschaftssteuer über 26 Millionen € liegt würde dieser Steuersatz hier zutreffen.

    Nach heutigem Recht würde Gloria also nach Steuern ein Erbe im Wert von 102.358.215,77€ bleiben (70% vom Wert des Erbes).

    Wie das 1992 war, weiss ich leider nicht genau. Wikipedia enthält leider nur die Steuersätze der Erbschaftssteuer ab 1996. Aber auch zu dieser Zeit wäre sie auf ca. 30% gekommen. D.h. es wird ihr auch 1992 wahrscheinlich ein Erbe im Wert von ca. 102 Mio € heutiger Währung geblieben sein.

    Erfahrungsgemäß ändern sich Steuersätze nämlich oft nicht so sehr sondern es werden oft nur die Schwellwerte angepasst. Deshalb kann man meine 30% Steuersatz für das Erbe von Gloria als grobe Schätzung durchgehen lassen, denke ich. Wenn jemand den Steuersatz von damals in dieser Steuerklasse weiss oder sich besser auskennt, können wir es ja immer noch genauer ausrechnen.

    Selbstverständlich muss man bei meiner Schätzung auch bedenken, dass das Erbe auch durch Steuersparmodelle, Kosten, gebundenes Kapital usw. beeinflusst wird und deshalb größer oder kleiner ausfallen kann.

    Aber die 102Mio.€ zeigen in etwa in welcher Größenordnung das Erbe von Gv-T-U-T gelegen hat.

    Ich verstehe bei so einer Summe nicht, welcher Verlust von liebgewonnenen Gegenstände der Fürstin da weh getan haben sollte. Fürstin Gloria konnte sich mit ihrem Erbe letztlich fast alles kaufen, was sie sich vorstellen konnte.

    Leiden musste sie wegen der Erbschaftssteuer jedenfalls nicht. Sie hat mehr geerbt als 99% der Weltbevölkerung jemals besitzen werden.

  • Burgweintinger

    |

    Immer diese Empörung der Winkeladvokaten, wenn Personen die Enteignung der TuT fordern…
    Wenn aber in der Lausitz ganze Dörfer weggebaggert werden wegen der Braunkohle und die Eigentümer dieser Häuser vorher enteignet werden, dann ist das völlig in Ordnung, schließlich passiert das ja zum Wohle der Allgemeinheit…
    Wiederum, wenn ein öffentlicher Raum der Allgemeinheit wieder zugeführt werden soll, wie z.B. in Regensburg, Stichwort Yachthafen, dann kommen dieselben Paragraphenhengste wieder hervor und empören sich, dass das doch unmöglich sei…

  • Günther Herzig

    |

    @Burgweintinger
    12. Juli 2024 um 07:28 | #
    Sie haben ein merkwürdiges Rechtsverständnis.
    Die Braunkohleförderung beruht auf politischen Entscheidungen und die Aufgabe der Förderung auch. Bevor es zu einem Enteignungsverfahren kommt mit vorläufiger Besitzeinweisung, gibt es immer Verhandlungen mit Betroffenen. Viele nehmen ein Angebot an, weil sie häufig auch die Chance erhalten in eine reizvollere Umgebung zu ziehen. Die Abfindungsangebote liegen immer im Bereich der Verkehrswerte. Die Ablehnung eines Angebots erfolgt meistens, weil der Betroffene spekuliert einen in gewisser Hinsicht vorhandenen Zeitdruck ausnutzen zu können. Vor Jahrzehnten kam es östlich von Regensburg zu massenhaften Vorgängen dieser Art, als die RMD -Gesellschaft landwirtschaftliche Flächen benötigte. Das Ergebnis war nicht selten, dass der Landwirt am Ende zwei neue Höfe hatte, statt einer alten nicht mehr intakten Hofstelle. Die Zahl der Millionäre hat sich in diesem Bereich stark erhöht. Bezahlt wurde bar. Ich kenne einen Landwirt, der für das erhaltene Kapital riesige landwirtschaftliche Flächen in den USA erwarb und fortan bewirtschaftete. Und ich kenne keinen, der am Ende unzufrieden war. Gegen jeden Bescheid mit einer gut sichtbaren Rechtsbehelfsbelehrung ist der Rechtsweg eröffnet. Sind Ihrer Meinung nach Richter auch Paragraphenhengste? Wissen Sie überhaupt, woher der Begriff “Winkeladvokat” kommt? Man kann es nachlesen. In einem Rundumschlag von Winkeladvokaten und Paragraphenhengsten zu reden, ist eine bösartige Pöbelei, die regelmäßig leichter fällt, als durch jedermann nachvollziehbar zu argumentieren. Der Park der fürstlichen Familie ist übrigens nicht öffentlicher Raum. Sie pflegen offenbar die Kunst des Whataboutism, aber nicht besonders überzeugend.

  • Studi

    |

    @Daniela
    11. Juli 2024 um 18:43

    “Ich bin der Auffassung, dass Menschen nur so lange nach Enteignungen rufen, so lange sie nicht selbst materialistisch Aufschwung genommen haben. Da sich das bei StudentenInnen nach dem Studium meist ändert und sie zu Eigentum kommen, können Sie das gut und gerne fordern. Oder eben, wenn die ältere Generation verstirbt und sie in die Erbenrolle treten und ggf. zu Gütern jeglicher Art kommen.” –> Hierbei gibt es zwei Probleme. Erstens haben Studenten eine lange Ausbildung hinter sich und steigen erst mit Mitte bis Ende zwanzig ins Berufsleben ein. Wenn man das vergleicht mit jemandem der seit er 16 ist, arbeitet, gibt es da erstmal einiges aufzuholen. Insbesondere muss oft auch erst das Bafög zurückgezahlt werden. Grob überschlagen muss man erst mal um die 100tsd euro “aufholen”. Bis dahin ist man in der Regel schon über 30, an dem Punkt wo man auf jeden Fall über Familie nachdenkt (vor allem für Frauen in dem Alter). Jetzt kommt wie bei jedem anderen auch erstmal große Investitionen auf einen zu (Haus, Auto, Kinder insbes deren Betreuung). Die folgenden Jahre kann man also auch noch nicht davon sprechen dass die Akademiker viel Vermögen angehäuft haben. Das setzt eher so ab 50 erst ein, wo vielleicht das Haus abbezahlt ist, Kinder nicht mehr betreut werden müssen und die ein oder andere Beförderung dazu gekommen ist. Das perfide ist nun (und das ist mein zweiter Punkt), dass man genau dann wenn man sozusagen aus dem schlimmsten raus ist, erbt. Viel nötiger hätte man das Erbe aber am Anfang des Erwachsenenleben gebraucht wie oben beschrieben. Das Erbe ist also nicht nur ungerecht an sich, sondern fällt auch noch der falschen Generation zu.

    “Genau dann holen die Meisten als Erstes Infos ein, ob und wie viel Erbschaftssteuer anfallen könnte….” –> In dem jetzigen System, ist der, der nicht erbt der Dumme. Eine Immobilie zu erwerben ist heutzutage zum Beispiel für den Normalverdiener nicht mehr so leicht möglich. Da muss man notwendigerweise in der Familie geerbt haben um sich das leisten zu können. Die aktuelle Mittelschicht existiert im Moment nur weiter weil eben Eigentum da ist das vererbt wird. Einer Familie von Durchschnittsverdienern wo alle zur Miete wohnen ist es quasi unmöglich ein Einfamilienhaus mit Garten zu bauen.

    Das Problem ist auch dass die älteren Generationen, dieses Dilemma nicht verstehen. Bei ihnen konnte es sich ja jede Familie leisten, das Einfamilienhaus zu bauen. Aber eben nur weil es davor keine gab, die man jemandem erst abkaufen hätte müssen. Jeder hatte dieselben Startchancen. Dementsprechend glauben sie die heutige junge Generation könne das auch aus eigener Tasche schaffen. Ihr Argument: Sie brauchen ihr Eigenheim bzw das Erbe als Absicherung für ihr Alter, mit der sie dann am Ende ins Grab gehen.

    Ich stütze mich hauptsächlich auf die Erfahrungen in meinem Umfeld. Dass es heutzutage deutlich schwieriger ist Wohneigentum zu erwerben als früher, sollte hinlänglich bekannt sein.

  • Wiederhier

    |

    Ich verstehe die Demonstrierenden voll und ganz. Aber man sollte berücksichtigen welcher “Klasse” I.D. angehört. Der Adel war noch nie rassistisch und rechts. Er kümmerte sich nur um sich selbst, als die Krone der Menschheit. Der Rest galt als “menschliche Verfügungsmasse”.

  • Mr. B.

    |

    Zu Studi
    12. Juli 2024 um 09:38 | #

    Also, in meinem direkten Umfeld heuer 2 x Masterabschluß mit 1 mit jeweils 27 Jahren (nicht reich oder vermögend) und nicht über 30.
    Zum 01.09. jeweils Einstieg in den Beruf.
    ps: Für sich auf die Straße zu setzen oder immer wieder an Demos teilzunehmen, hatten Sie keine Zeit.
    So geht es auch. Sie sind m. E. eine Bereicherung für unsere Gesellschaft.

  • Burgweintinger

    |

    Bei gewissen Winkeladvokaten hat es für das Richteramt nicht gereicht…
    Ich meine Richter sind keine Winkeladvokaten.

    Ich sprach beim fürstlichen Park nicht von öffentlichem Raum…

    … aber egal, es gibt nun mal gewisse XXX, die wollen halt nur lesen, was sie lesen wollen und picken sich Dinge raus und machen ihre eigene Geschichte…

  • JS

    |

    Kann man hier nicht die Wohnraumzweckentfremdungssatzung der Stadt Regensburg anwenden?

  • Hthik

    |

    @Günther Herzig 12. Juli 2024 um 09:30

    “Die Braunkohleförderung beruht auf politischen Entscheidungen …”

    Behauptet wird aber, es seien rein sachlich, da man die Kohle für die Versorgungssicherheit braucht.

    “Viele nehmen ein Angebot an, …”

    Ich weiß jetzt leider nicht mehr wo, aber an einem Tagebau, waren das gar keine verbindlichen Angebote, wie sich rausstellte und als dann doch das Gebaggere früher eingestellt wurde, weil man die Kohle nicht brauchte, saßen sie plötzlich in Ihren Häusern fest in einer Region, zu der die wichtigsten Verkehrsverbindungen schon weggebaggert worden waren.

    “Die Zahl der Millionäre hat sich in diesem Bereich stark erhöht.”

    Wie der ganze Kanal Geldverschwendung, vor der die Aktivisten damals warnten. Bauern als Gefolgschaft zu kaufen gehörte eben schon immer zu den etwas teureren Alternativen. Aber was hätten wir auch mit den ganzen Sozialarbeitern gemacht, die wir damit hätten finanzieren können? Ist ja nicht so, dass da Schulen Bedarf hätten, oder dass der die Oma zum Arzt begleiten könnten, denn für die halten wir ja die Benzinpreise niedrig, damit sie sich dafür einen Taxifahrer leisten kann, oder dass selbst die Polizei fordert, man müsste an Brennpunkten, etwa Treffpunkten von Drogenabhängigen endlich mal kausal die Zustände bekämpfen, nicht wahr? Das Sozialarbeiterleben ist ja heutzutage paradiesisch. Keine Spur von Überlastung.

    “Der Park der fürstlichen Familie ist übrigens nicht öffentlicher Raum.”

    Auch kein Bauland. Sprichwörtliche Peanuts im Vergleich zum RMD.

  • Hthik

    |

    Oh, ich hatte vergessen, ganz wichtig: Sozialarbeiter zahlen von ihrem nicht ganz so üppigen Einkommen doch auch Steuern. Klingt unglaublich, ist aber so. Hab ich glaub ich, in der Sendung mit der Maus gesehen.

  • Günther Herzig

    |

    @Burgweintinger
    12. Juli 2024 um 12:15 | #
    Sie meinen mich und reagieren nicht auf meinen Vorwurf substanzlos einige Berufsstände zu beleidigen. Macht das Spaß? Erklären Sie es doch bitte! Das tun Sie nicht, weil ihr Verhalten nicht zu entschuldigen ist. Machen Sie weiter so! Sie sind großartig. Übrigens, ich wollte niemals Richter werden.

  • Studi

    |

    @Mr. B.
    12. Juli 2024 um 11:43

    “Also, in meinem direkten Umfeld heuer 2 x Masterabschluß mit 1 mit jeweils 27 Jahren (nicht reich oder vermögend) und nicht über 30.” –> Wie ich beschrieben habe: “steigen erst mit Mitte bis Ende zwanzig ins Berufsleben ein”, sie brauchen allerdings bis anfang dreißig um aufzuholen was andere bis zu ihrem 27. Lebensjahr bereits verdient haben. Ich frage mich warum sie dieses Beispiel anbringen im Zusammenhang der Diskussion. Mit 27Jahren sind sie wohl nicht sehr schnell gewesen in ihrem Studium (Regelstudienzeit Ba+Ma 5 Jahre). Dass sie nicht reich oder vermögend sind, wundert mich, dass sie das betonen. Bedeutet das nicht, dass sie dann zusätzlich Bafög erhalten haben könnten und somit dem Staat zusätzlich auf der Tasche liegen? Oder was wollten Sie damit sagen?

    Ich könnte jetzt auch ein Beispiel nennen: Abschluss knapp über regelstudienzeit, sofort angefangen zu Arbeiten und während dem Studium und sogar jetzt während der Arbeit Zeit auf Demos zu gehen und mit zu organisieren.

    Es ist bedauerlich dass die zwei Personen aus Ihrem Umfeld nicht die Zeit gehabt haben. Während dem Studium hat man zum Glück viele Freiheiten, die man zum Beipiel nutzen könnte politisch aktiv zu werden. Diese Freiheiten werden auch bewusst zugelassen, man will den Studenten ja bilden als Mensch und nicht ausbilden im Sinne einer Berufsausbildung (leider wandelt es sich in den letzten Jahren aber immer mehr zur Ausbildung).

    Ihre Beispiele sind kein Indiz dafür, dass die protestierenden Studenten nicht auch eine “Bereicherung für unsere Gesellschaft” sind (folgt logisch nicht).

  • Günther Herzig

    |

    @JS
    12. Juli 2024 um 13:30 | #
    Zweckentfremdung bedeutet nicht, dass dem Eigentümer eine bestimmte Nutzung abverlangt wird. Will der Eigentümer vermieten, und zwar für die Nutzung als Wohnung spielt Zweckentfremdung keine Rolle, wenn in dem Gebiet, die Vermietung zum Wohnen vorgesehen ist. Will jemand mieten, um dort zu wohnen und ein Büro zu betreiben, spielt eine Rolle, welche Nutzung flächenmäßig überwiegt, aber auch, ob Stellplätze vorhanden sind, für die gewerbliche Nutzung. Ein Regensburger Richter hat einmal versucht mir einen Verstoß gegen diese Regelungen vorzwerfen, ohne Erfolg. Das ist ca. 40 Jahre her. Die Stadt ist durchaus großzügig in Zweifelsfragen und bemüht sich zu einem für alle Beteiligten vernünftigen Ergebnis zu kommen.

  • Hthik

    |

    @Studi 12. Juli 2024 um 16:15

    “… während dem Studium und sogar jetzt während der Arbeit Zeit auf Demos zu gehen und mit zu organisieren.”

    Für die meisten gesellschaftlich engagieren Leute aus meinem politischen Umfeld, ist es eigentlich irreführend davon zu sprechen, dass sie Zeit haben. Sie nehmen sich Zeit, für das, was sie gerade nötig halten. Wäre das spezielle Problem weg, würden sie voraussichtlich ihr Engagement anderswo verstärken. Ja vielleicht sogar Müll sammeln. Selbstredend nur wenn man damit nicht die Arbeitsplätze der städtischen Müllsammler gefährdet.

  • Günther Herzig

    |

    Ergänzung:
    Eine tatsächlich zulässige Zweckentfremdung führt zu einer ebenfalls geregelten Nutzungsänderung mit eigenen Zulässigkeitsvoraussetzungen.

  • Mr. B.

    |

    Zu Studi
    12. Juli 2024 um 16:15 | #

    Meine 2 Beispiele haben jeweils durchgehend in den Semesterferien gearbeitet.
    Aber ihre Beispiele bedeuten lt. gestrigem ZDF-Politbarometer nur 21 Prozent, welche hier
    bereichern. 79 Prozent sehen das eben anders, also 4mal so viel.

  • Burgweintinger

    |

    Lieber Herr Herzog,

    ich meinte Sie nicht. Wenn Sie sich angesprochen fühlen, dann ist das Ihre Sache.

    der Begriff “Winkeladvokat” wurde nicht frei erfunden, sondern den gibt es nun mal für unseriöse aus diesem Berufsstand, so wie es die wahrscheinlich in fast allen gibt, dem werden Sie mir hoffentlich nicht widersprechen.

    Ich habe keinen Berufsstand pauschal beleidigt. Hier werfen Sie mir etwas vor, was nicht der Tatsache entspricht. Das ist unseriös…, Ihrer nicht würdig.

    Übrigens, es interessiert micht nicht, ob Sie jemals Richter werden wollten.

  • Native

    |

    Zeitenwende
    Wenn sich jetzt nichts ändert, wann dann?
    Diesen Kommentar habe ich als Weckruf für unsere Kinder und deren Zukunft verfasst, nicht für meine begrenzte „irdische Restlaufzeit“, die kann ich locker auf einer Arschbacke absitzen.
    Good luck!

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drin