"Es ist unmenschlich, was hier passiert."

Seniorenresidenz Thurn und Taxis insolvent: Kein Schutzschirm für alte Menschen

Die Seniorenresidenz im Schloss Thurn und Taxis ist insolvent. Das Fürstenhaus lehnt weitere Verhandlungen mit potentiellen Betreibern konsequent ab und spätestens zum Ende des Monats wird die Einrichtung geschlossen. Den betagten Bewohnerinnen und Bewohnern, die erst am Freitag davon erfuhren, bleibt damit nicht einmal die gesetzliche Kündigungsfrist, um sich eine neue Bleibe zu suchen. 

Ilse Lefler: „Es ist einfach unmenschlich, was hier passiert.“ Fotos: as

Am Ende hatten sich sogar der CSU-Bundestagsabgeordnete Peter Aumer und Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer eingeschaltet, um die Immobilienverwaltung des Hauses Thurn und Taxis zu neuerlichen Verhandlungen zu bewegen – erfolglos. Die Gespräche mit zwei potentiellen Betreibern seien gescheitert, eigene Berechnungen hätten ergeben, dass die Einrichtung ohnehin nicht rentabel betrieben werden könne und deshalb gebe es auch keinen Grund, nochmal irgendwelche Verhandlungen aufzunehmen, soll die lapidare Antwort gelautet haben, die die beiden Politiker erhielten. Damit scheint das Aus für die Seniorenresidenz Thurn und Taxis im fürstlichen Schloss besiegelt.

„Uns wurde gesagt, dass wir spätestens Ende September hier raus müssen.“

Die verbliebenen 37 Bewohnerinnen und Bewohner haben bereits ihre Kündigung zum 30. November erhalten. Doch so lange wird kein regulärer Pflegebetrieb mehr aufrecht zu erhalten sein. „Uns wurde gesagt, dass wir spätestens Ende September hier raus müssen“, erzählt Ilse Lefler und ist froh, dass ihr heute wenigstens nicht ständig die Tränen kommen. Erst am Freitag hat die 93jährige zusammen mit den anderen Bewohnerinnen und Bewohnern die Hiobsbotschaft erhalten. Und nun soll plötzlich alles ganz schnell gehen. Pflegekräfte bestätigen uns, dass man jetzt schon alle Hände voll zu tun habe, um den Betrieb für September noch aufrecht zu erhalten. „Es ist einfach unmenschlich, was hier passiert“, beklagt Ilse Lefler.

Mitte Juni war über eine Pressemitteilung bekannt geworden, dass das vorläufige Insolvenzverfahren über die „Senioren-Residenz Schloss Thurn und Taxis Regensburg GmbH“ und deren in München ansässige Betreibergesellschaft Eustra Service GmbH eröffnet wurde. Die beiden Insolvenzverwalter Dr. Stefan Debus und Oliver Schartl beruhigten damals allerdings und verbreiteten vorsichtig Optimismus. Es sei „gelungen, den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren und die Fortführung des Betriebs bis auf Weiteres sicherzustellen“. Trotz struktureller Probleme in der Vergangenheit sehe man „gute Chancen für eine Sanierung und Fortführung der beiden Gesellschaften“. Es laufe bereits ein Investorenprozess mit mehreren Interessenten.

„…die Gloria, die immer so auf katholisch macht, kann sich das doch nicht leisten, uns alte Leute auf die Straße zu werfen.“

„Damals war ich noch optimistisch, dass es eine Einigung gibt“, sagt Ilse Lefler. „Ich habe mir gedacht, die Gloria, die immer so auf katholisch macht, kann sich das doch nicht leisten, uns alte Leute auf die Straße zu werfen. Die Realität hat das leider nicht bestätigt. Sie ist eine knallharte Geschäftsfrau.“

Seit 20 Jahren im Schloss Thurn und Taxis: die Seniorenresidenz Regensburg.

Die erschütternde Nachricht kam dann am Freitag: Obwohl die Gespräche zwischen der Thurn und Taxis Immobilienverwaltung und mehreren Interessenten „sehr konstruktiv“ verlaufen seien, sei man „zu der Erkenntnis gelangt, dass weder mit den vorhandenen Investoren noch sonstigen Dritten eine nachhaltige, tragfähige und vor allem zukunftsfähige Lösung zu finden sei“, hieß es nun in einer weiteren Pressemitteilung der Insolvenzverwalter. Dem Vernehmen nach scheiterten die Verhandlungen insbesondere an den Pachtvorstellungen für die Seniorenresidenz, die von Seiten des Hauses Thurn und Taxis bei etwa 32.000 Euro monatlich, bei den Anbietern bei rund 18.000 Euro gelegen haben sollen. Die fürstliche Immobilienverwaltung brach angesichts so unterschiedlicher Vorstellungen die Verhandlungen ab.

„Ein Scheich, der über den Schlosshof flaniert, macht sich eben besser als ein alter Mann mit Rollator.“

Nicht wenige Bewohner vermuten dahinter ein abgekartetes Spiel. „Wir sind eben nicht das ertragskräftigste Publikum und werden jetzt woanders hin verschoben“, sagt Karl-Heinz Wiemers. „Ein Scheich, der über den Schlosshof flaniert, macht sich eben besser als ein alter Mann mit Rollator.“ Seine Vermutung: Das Fürstenhaus hat längst einen Plan B für die Räume in der Tasche – ein Hotel. Genährt wird dieser Verdacht, den mehrere Bewohnerinnen äußern durch Hotelpläne im Schloss, die das Fürstenhaus in der Vergangenheit verfolgt hatte.

2007 erhielt das Haus Thurn und Taxis die Genehmigung für die Umnutzung des Nord- und Ostflügels sowie Teile des Südflügels – abseits der Seniorenresidenz – in ein Hotel sowie den Bau einer Tiefgarage in der Allee. Die Pläne scheiterten zwar damals – dem Vernehmen nach aus Kostengründen – allerdings wurde die bestehende Baugenehmigung stets alle zwei Jahre verlängert – bis vor kurzem. Einen neuerlichen, kurz vor Fristablauf gestellten Antrag auf Verlängerung der Baugenehmigung lehnte die Regensburger Stadtverwaltung ab. „Die Antragstellerin nahm daraufhin den Verlängerungsantrag vom 12. August 2016 zurück. Mit Bescheid vom 29. Mai 2018 wurde das Verfahren schließlich förmlich und kostenpflichtig eingestellt. Die Genehmigung ist damit nicht mehr wirksam“, heißt es auf Nachfrage von der städtischen Pressestelle.

„Wir sind hier wie eine kleine Familie.“

Nun sei diese Genehmigung ja auch unnötig, glauben mehrere Bewohner. Jetzt könne das Hotel ja in der Seniorenresidenz mit ihren 51 Wohneinheiten entstehen, die angesichts hoher und großzügig gestalteter Räume ohnehin mehr den Charme eines Beherbergungsbetriebs verströmen als den eines klassischen Alten- und Pflegeheims. Im Gespräch mit unserer Redaktion loben die betagten Damen und Herren immer wieder das Ambiente und die fürsorgliche und persönliche Betreuung durch das Personal. „Wir haben uns hier wohlgefühlt. Wir sind hier wie eine kleine Familie“, sagt Brigitte Graffy, die mit ihrem Mann hier seit über fünf Jahren lebt. „Familie“, „Gemeinschaft“, „Wohlfühlen“ – Worte, die häufiger fallen, wenn man sich bei Kaffee und Kuchen mit den Seniorinnen und Senioren unterhält.

Leben seit etwas mehr als fünf Jahren in der Seniorenresidenz: Brigitte Graffy und ihr Mann Herrmann.

Doch damit ist es nun vorbei. Denn auch wenn es nun das Angebot gibt, mit allen Bewohnern in das leerstehende Erdgeschoss des Candis-Pflegeheims im Stadtosten umzuziehen – ein reiner Glücksfall, doch dazu später – und auch wenn sich der dortige Betreiber dem Vernehmen nach bereit erklärt hat, zumindest das komplette Pflegepersonal zu übernehmen, werden nicht alle Betroffenen mitziehen – zumindest diejenigen, die noch eine Wahl haben und trotz des hohen Alters überhaupt in der Lage sind, diese auch zu treffen und ihren Wunsch umzusetzen.

„Ich dachte, das sei mein letzter Umzug.“

Zu ihnen gehört Karin Voß. Sie lebt seit siebeneinhalb Jahren in der Seniorenresidenz und sagt – wie manch andere auch: „Als ich hierher kam, dachte ich, das sei mein letzter Umzug. Das ist jetzt mein Zuhause. Hier bleibe ich, bis ich die Augen zumache.“ Mit Unterstützung ihres Sohnes will sie sich etwas anderes suchen. Das Candis kommt für sie nicht in Frage. „Das ist wie ein Krankenhaus und außerdem völlig abseits. Was soll man da mit sich anfangen?“ Voß ist überzeugt: „Die haben schon lange gewusst, dass das Heim geschlossen wird und uns trotzdem über ein halbes Jahr hingehalten. Jetzt sollen wir besser heute als morgen hier raus.“

Missmanagement scheint es tatsächlich bereits geraumer Zeit gegeben zu haben. Schon lange vor der offiziellen Insolvenz sei das Gehalt immer wieder deutlich verspätet gezahlt worden, erzählen uns Pflegekräfte. Zum Jahreswechsel kündigten nahezu zeitgleich Heimleitung, Pflegedienstleitung und eine Verwaltungsmitarbeiterin. Probleme, die – das bestätigen Bewohnerbefragungen – zwar vom Personal so aufgefangen wurden, dass die Zufriedenheit der Seniorinnen und Senioren nicht darunter litt, die aber auf Dauer ein zunehmendes Defizit in der Kasse der Seniorenresidenz verursacht haben. Die monatliche Unterdeckung betrug nach Informationen unserer Redaktion zuletzt rund 95.000 Euro.

Aufnahmestopp verschärfte vorhandene Probleme

Mit zu diesem Defizit beigetragen hat auch ein Aufnahmestopp, den die Stadt Regensburg im vergangenen November verhängt hat und der im April noch einmal erneuert wurde. Insbesondere die Verlängerung des Aufnahmestopps lässt sich laut dem Prüfbericht der Heimaufsicht kaum dem Personal anlasten. Dessen Arbeit wird von den Bewohnern und deren Angehörigen durchweg gelobt. Auch die Heimaufsicht selbst bescheint der Seniorenresidenz, dass der sozialen Betreuung ein hoher Stellenwert eingeräumt werde und dass die Mitarbeiter von den Bewohnern durchweg als „freundlich, zugewandt und kompetent“ geschildert werden.

Ein Grund für Verlängerung des Aufnahmestopps war demnach die Erneuerung der Kommunikationsanlage, die bereits im November angemahnt und für März zugesagt, bei der Prüfung im April aber immer noch nicht durchgeführt worden war.Durchweg bemängelt wird das Fehlen von genügend Fachkräften. Neueinstellungen gab es offenbar nicht. Beleg dafür sind auch zahlreiche Überstanden. Allein anhand der Dokumentationen für Oktober und November beziffert der Prüfbericht diese auf über 1.600.

Karin Voß: „Ich dachte, hier bleibe ich, bis ich die Augen zumache.“

Durch mehrere Todesfälle und einige Umzüge hatte sich zwischen November und April die Zahl der Bewohnerinnen und Bewohner von 49 auf 41 (mittlerweile 37) reduziert – zu wenig, um eine Seniorenresidenz mit 51 Plätzen auf Dauer kostendeckend zu betreiben. Und trotz Anfragen und Warteliste – in Regensburg fehlen Heimplätze – konnten die freiwerdenden Plätze wegen des Aufnahmestopps auch nicht neu belegt werden. Ein Umstand, der das, den Managementproblemen der Vergangenheit geschuldete Defizit noch vergrößerte und nun zum Aus für die Seniorenresidenz geführt hat. Nach der Schließung des Michlstifts – eine Entscheidung, deren Sinn man spätestens vor dem Licht der aktuellen Ereignisse deutlich in Zweifel ziehen muss – war es das letzte Alten- und Pflegeheim in der Regensburger Altstadt.

„Ich hoffe, dass wenigstens alle diesen Umzug überleben.“

Ausbaden müssen das offenbar vorhandene Missmanagement und schließlich das Feilschen um eine angemessene Pacht mit der daraus resultierenden nicht (mehr) vorhandene Verhandlungsbereitschaft der Thurn und Taxis Immobilienverwaltung nun ausschließlich die Bewohnerinnen und Bewohner. Für sie gibt es keinen Rettungsschirm oder zumindest eine finanzielle Überbrückung, um wenigstens den Pflegebetrieb bis Ende November aufrechtzuerhalten und damit die gesetzliche Kündigungsfrist einzuhalten. Und selbst wenn da nicht das Erdgeschoss im Candis-Pflegeheim wäre, das nicht etwa deshalb leersteht, weil es zu viele Plätze in Alten- und Pflegenheimen gäbe (im Gegenteil), sondern weil dort aufgrund Personalmangels ebenfalls ein Aufnahmestopp verhängt worden war – rausgeworfen werden voraussichtlich Ende September alle Bewohnerinnen und Bewohner.

„Ich habe hier vielleicht etwas Geld verloren und muss mir eine neue Stelle suchen“, sagt eine Mitarbeiterin der Seniorenresidenz. „Aber diese Menschen verlieren ihre Heimat und werden behandelt wie Verfügungsmasse, wie Dinge. Ich hoffe, dass wenigstens alle diesen Umzug überleben. Seit Freitag sind schon einige Bewohnerinnen zusammengebrochen.“

Bei einer CSU-Veranstaltung soll laut Gloria von Thurn und Taxis laut einem Bericht des Straubinger Tagblatts erklärt haben, dass „kleinen Leuten“ heutzutage nicht mehr zugehört werde. Sie meinte damit nicht etwa die Bewohner der Seniorenresidenz, sondern sich selbst.

Anmerkung der Redaktion: Der Bericht wurde am 7.9.18, 8 Uhr um einige Details zum verhängten Aufnahmestopp aktualisiert.

 

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Kommentare (55)

  • ALtes Eisen

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    Was kann denn Gloria dafür, wenn die Senioren abgezogt werden?

  • Mr. B.

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    Liebe regelmäßige Teilnehmer/innen bzw. Schreiber/innen auf Regensburg-Digital.

    Würde mich sehr freuen, wenn man sich in unserem Land/ unserer Stadt nun ebenso für die Menschen einsetzen würde, welche mit Sicherheit viel für dieses Land getan (gearbeitet und aufgebaut) haben, so wie wir es heute vorfinden. Wegen ihres Alters befinden sie sich jetzt in sog. Pflegeheimen. Viele sind schon gestorben. Sie waren nicht die Generation der Erben, welche gar nicht mehr wissen, was es bedeutet, hart zu arbeiten, um etwas zu erreichen. Sie waren auch nicht die Generation der überwiegenden Egoisten (Ellenbogengesellschaft) und Abzocker der Gewinnmaximierung auf Kosten der (steuerzahlenden) Menschen, aufgrund von „Beziehungen“. Diese Menschen haben in diesem Land (auch in Bayern) keine Lobby.
    Der Staat zieht sich größten Teils aus den Pflegheimen (auch in Bayern) zurück. Dies wird Aktiengesellschaften überlassen, welche z. Teil Jahr für Jahr auf eine Gewinnmaximierung auf Kosten der Pflegenden und des Pflegepersonals aus sind.
    Zuverlässige Überprüfungen der Einrichtungen finden vermutlich (warum?) kaum statt. Wenn man nicht als Angehöriger einer pflegenden Person direkt betroffen ist, bekommt man von solchen Abläufen nichts mit, da sich auch keine Presse findet, welche das Thema durchdringend angeht!

    Es muss doch in diesem selbsternannten „Champions League-Land“-Bayern möglich sein, diese Seniorenresidenz weiterzuführen und die Bewohner nicht einfach abzuschieben.
    Diese Menschen können sich gewöhnlich keine 5 Anwälte leisten um ihre Anliegen durchzusetzen, ebenso wie bei Mietwohnungen, welche durch den Staat meistbietend an Investoren verkauft werden und diese dann Mieter, welche seit 40 Jahren und länger in diesen Wohnungen wohnen, einfach kündigen oder die Miete so drastisch erhöhen, dass für sie die Wohnung unbezahlbar wird.

    Bin mal gespannt, ob es sie nicht doch noch gibt, die Investoren, welche es sich durchaus leisten könnten, sich auch mal für eine Seniorenresidenz einzusetzen, welche nicht die größtmöglichste Gewinnmaximierung verspricht. Ehrhaft für den/die Betreiber wäre es allemal und wir würden vielleicht sogar wieder mehr Zusammenhalt in der Gesellschaft erfahren, was ja in vielen vergangen Jahren arglos vernachlässigt wurde und jetzt plötzlich in machen Medien wieder groß angestoßen werden soll.

  • Gottlob Bleibgut

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    Matthaeus 25:29

  • Günther Herzig

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    Ziemlich altes Eisen!

  • Piedro

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    @ALtes Eisen
    Was kann denn Gloria dafür, wenn die Senioren abgezogt werden?

    Zum einen muss der Pachtvertrag nicht mit einem profitorientierten Betreiber abgeschlossen werden. (Ich vermute Verbindungen zu carritativen Einrichtungen.)
    Die Pacht könnte so veranlagt werden, dass der Betrieb auch für einen solchen Betreiber profitabel bleibt.
    Die Senioren-Residenz Schloss Thurn und Taxis Regensburg GmbH könnte den Pflegebetrieb selbst organisieren, nicht nur als Vermieter agieren.
    Sie könnte wohltätig entscheiden und den verbleibenden Bewohnern den Verbleib aus Vermögen finanzieren.
    Sie könnte sich für eine Zwischenlösung stark machen.

    So zynisch es erscheint, Matthaeus 25:29 passt schon ganz gut. Aber da kann sie ja nix dafür, den gottgefälligen steht halt Menschenlohn zu, und wenn Senioren den nicht bringen wird halt anderes Menschenmaterial bedient.

    Mir tun die alten Leute leid, nicht die Fürstin, die mit denen keinen Reibach macht.

  • Jürgen

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    Zitat rd: „Pachtvorstellungen für die Seniorenresidenz, die von Seiten des Hauses Thurn und Taxis bei etwa 32.000 Euro, bei den Anbietern bei rund 18.000 Euro gelegen haben sollen. Die fürstliche Immobilienverwaltung brach angesichts so unterschiedlicher Vorstellungen die Verhandlungen ab.“
    @ALtes Eisen: Bevor ich wieder geschimpft werde, natürlich nichts. Der im Namen vorkommende Titel „fürstliche“ ist rein zufällig und hat mit lebenden und verblichenen Fürstenhausangehörigen aus Regensburg nichts zu tun.
    Eine, in der Privatkapelle dauerbetende Fürstin und deren christlich katholischen Nachkommen würden das nie tun.
    Wie beten jetzt noch 25 Vater Unser für die Bewohner des Altenheims.

  • mkv

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    Gibt es nicht mehr belegte Infos über den Pacht-Vertrag? Über dessen von T+T gewährten barmherzigen Teil? Nachdem „Gloria … die Bibel hoch[hält]“?, wie die MZ heute schreibt.

    Die „Fürstin“, die bekanntlich ja keine ist, wird heute in der MZ wie folgt zitiert:

    „Politiker sollten mehr auf uns hören, auf uns kleine Leute“, meint die Fürstin. Sie sagt wirklich „uns kleine Leute“ …..

    https://www.mittelbayerische.de/politik-nachrichten/gloria-haelt-die-bibel-hoch-21771-art1688297.html

  • Lothgaßler

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    Mein Mitleid hält sich in Grenzen, denn es gehört zum Wirtschaften dazu, dass ein nicht rentabler Betrieb zusperren muss. Die Vertragspartner (in diesem Falle auch die Senioren) trifft das mitunter hart, aber so ist die Privatwirtschaft eben. Eine GmbH haftet nur beschränkt finanziell und moralisch ohnehin mit Null. Über die Motive der fürstlichen Verwaltung können wir jetzt nur spekulieren.

    An alle eine Wohung/WG suchenden Studenten: Nicht billig, aber pünktlich zu Beginn des Wintersemesters wird Platz frei!

    Umziehen: Davon geht die Welt nicht unter. Die Frage ist die, ob die Senioren in eine Ecke ohne Wiederkehr abgeschoben werden, oder ob sie dort und von dort Zugang zu den Dingen und Personen haben werden, die ihnen etwas bedeuten. Den Tag mit Fernsehen totschlagen kann man von überall aus.

    Seniorenresidenz oder Altenheim, oder besser ambulant?
    Schon alleine die Wörter deuten darauf hin, dass begrifflich eine Residenz „edler“ daherkommt als ein Heim. Heime/Residenzen im Sinne einer Pflegeeinrichtung sollten nur von jenen belegt werden, die ohne andere Strukturen nicht zurecht kommen. Nur deshalb in eine Seniorenresidenz/ein Altenheim zu gehen, weil jemand „alt“ ist, das halte ich für einen teuren und demnächst unbezahlbaren Irrsinn, der unnötig Personal und Mittel bindet. Statt diesen teuren Geschäftsmodellen hinterher zu laufen und Investoren zu füttern müssen ambulante Versorgungsstrukturen gestärkt werden. Dafür müssen dann auch Vermittlungen von kleineren und altersgerechten Wohneinheiten angeboten werden (Alt belegt große Wohnung, Jung sucht größere Wohnung). Ambulante Versorgung muss womöglich auch neu gedacht und organisiert werden, denn tausende kleine Pflege-GmbHs können absehbar nicht die Ansprüche des Personals und der Hilfsbedürftigen unter einen Hut bringen. Größere und unter dem „Schutz“ der öffentlichen Hand organisierte Einheiten können für ihre Beschäftigte Sicherheit und Flexibilität (Krankheit, Kinderbetreuung, altersgerechte Arbeit, Weiterbildung, Wechsel Innendienst/Außendienst, Auszeit, Erholungsurlaub, Arbeitszeiten) und damit Attraktivität (auch Bezahlung, Rente) gewährleisten und den ambulant betreuten Menschen ebenfalls die für sie gerade nötigen Dienste flexibel und zuverlässig organisieren. Keine starren Raster und Vorgaben, stattdessen flexibler zum Vorteil beider Seiten und auf längere Sicht (demografischer Wandel) wahrscheinlich auch für unsere Gesellschaft finanzierbar. Damit können auch Angehörige entlastet werden (Organistion u.a.). Der neoliberale Lösungsansatz stößt hier an seine Grenzen, schon alleine deshalb, weil die finazielle Leistungsfähigkeit der Alten kein stetes Wachstum mehr kennt.

  • R.G.

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    Insgesamt schreibt das Fürstenhaus eine neue Linie. Ich schätze, die Rentabilität des Standortes soll erhöht werden.
    Ich befürchte weiters einen Ausstieg aus der Armenausspeisung in absehbarer Zeit.
    Denkbar wäre außerdem die künftige Zusammenarbeit mit anderen Veranstaltern.

    Es zeigt sich, dass die Stadt für die Alten und Armen selbst nichts in Reserve hält. Nur vor der Wahl hofiert man sie.

    Für die Bewohner des nun schließenden Betriebes habe ich Mitgefühl. Aber das ist für sie zuwenig. Sie wünschen sich Sicherheit und Menschlichkeit.

  • Piedro

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    @mkv
    Naja, besonders groß ist sie auch nicht…

  • Piedro

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    @Lothgaßler
    „Mein Mitleid hält sich in Grenzen…“

    Da sind Sie in „guter“ Gesellschaft, das ist bei der Frau von wohl auch so.

  • Barnie Geröllheimer

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    Mir tun auch die vielen Lieferanten und kleinen Handwerker leid, die wegen unbezahlter Rechnungen viel Geld verloren haben. Die Heimbewohner könnten jetzt zusammenlegen, damit wenigstens die Lieferanten und Handwerker ihr Geld bekommen. Schließlich haben die Heimbewohner ja eine Leistung erhalten, die sie Indirekt nicht bezahlt haben, also insofern, dass zu wenig Miete für den entstandenen Aufwand bezahlt wurde. Naja, Schwamm drüber, müssen halt die Handwerker ein halbes Jahr länger warten bis sie den nächsten Porsche bestellen….

  • mkv

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    Infam erscheint ihr (@Geröllheimer) Statement, das so beginnt: „Die Heimbewohner könnten jetzt zusammenlegen, damit …“

    Wie lange wollen Sie hier noch Ihre Ergüsse abliefern, die nicht nur einerseits Ihr (vermeintliches) Unwissen über die fraglichen rechtlichen Verhältnisse schon bösartig-blau einfärben, sondern auch andererseits Anspruch und Qualität dieser Webseite untergraben?

  • Mr. B.

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    @Lothgaßler
    Zu meiner Ausführung möchte ich noch anfügen, dass es natürlich auch sehr viele Menschen gibt, die nicht nur alt, sondern auch schwer pflegebedürftig sind! Auch diese Menschen werden immer mehr!

    Ihre Äußerung, ihr Mitleid hält sich in Grenzen….. und
    … dass ein nicht rentabler Betrieb zusperren muss,

    sollte sich vielleicht auf Meldungen von Wirtschaftsnachrichten beschränken, welche zum Thema „Waren“ und „Dienstleistungen“ berichten. Hier sprechen wir über Menschen, welche auf solche Einrichtungen angewiesen sind. Und glauben sie mir, dass hier wahrscheinlich kein Unternehmer zusperren muss, weil sein Betrieb nicht rentabel ist. Eher kann der Betrieb nicht aufrechterhalten werden, weil es nicht genug Pflegekräfte gibt, dessen Ausbildung und Wertschätzung ja viele Jahre unter den Tisch gekehrt wurde, und man lieber täglich über neue steigende Unternehmenzahlen aus anderen Branchen berichtete. Nehmen sie sich mal Zeit und informieren sie sich in verschiedenen Einrichtungen (vielleicht durch Besuche von Menschen, die keine Besuche oder nur wenige Besuche erhalten) und sie werden höchstwahrscheinlich erstaunt sein!!!!

    @mkv
    Danke zu ihren Ausführungen für @Geröllheimer!!
    Vermutlich hat Barnie Geröllheimer das Thema noch nicht verstanden! Anderes will ich ihm nicht unterstellen!!! Sachlichkeit würde ich ihm gerne ans Herz legen!

  • eingeborener

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    Meine Hochachtung für die Damen und Herren, die hier öffentlich protestieren !
    Gibt es irgendetwas, womit Dritte Sie unterstützen können ?
    „Der Mensch im Mittelpunkt“ endet offenbar da, wo es um den Gewinn geht. Seltsame Demokratie
    @ Gerölleimer, Sie armer Mensch, wass hat man Ihnen denn angetan, dass Ihnen jede Fähigkeit zum Mitgefühl fehlt ? @ Lothgaßler, schwach, offenbar haben Sie keine Nahestehenden, die im Altenheim leben müssen.

  • Lothgaßler

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    an meine Kritiker:
    Ja ich stehe dazu, denn der Mangel an Personal alleine wars ja nicht. Wie im Bericht steht wurde technisch nicht nachgebessert (Aufnahmestopp wg. nicht nachgebesserter Kommunikationsanlage: auch ein Geldproblem?!), dann infolge wg. Aufnahmestopp (obs das alleine war?) scheinbar sich anhäufende Unterdeckung des Betriebs und leitendes Personal hat sich auch verdrückt. Punkt, und damit wars nicht mehr rentabel und etwas führungslos. Bei der Bezahlung gabs Unregelmäßigkeiten, schade, denn mit verbesserten Arbeitsbedingungen (Arbeitszeiten, Bezahlung) hätte sich qualifiziertes Personal abwerben lassen. Unmoralisch? Ach was, das tun Unikliniken bei Arztpraxen auch.
    Eine Seniorenresidenz/ ein Altenheim bietet Dienstleistungen an, so simpel ist es. Dazu gehören Bewirtung/Verköstigung, Putzen/Waschen, Körperpflege und Gesundheits/Krankenpflege u.a.m.
    Mit Nichten wird grundsätzlich alles und jedes Extra über Pflegekasse abgedeckt!
    Selbstverständlich besteht ein Vertragsverhältnis zwischen den Seniorenresidenz-Bewohnern (das ist auch Thema des Berichts) und der Seniorenresidenz-Betreiberin (GmbH).
    Wenn Ihnen der Bezug zu Waren/Dienstleistungen nicht gefällt, weil es ja um Menschen geht, dann wünsche ich sofortiges Erwachen in der Realität. Auch bei Wohnung, medizinischer Versorgung u.a. geht es um Menschen, aber ohne ausreichend Geld/Versicherung geht nix oder nicht viel.
    T+T haftet nicht und warum sollte dessen Verwaltung nun Investoren ein günstiges Angebot machen (18.000 Euro/mtl. halte auch ich bei 51 Wohneinheiten + einigen Gemeinschafts-, Funktions- und Sozialräumen für ein Angebot am untersten akzeptablen Ende).
    Ein Wirtschaftsunternehmen (es ist keine gemeinnützige GmbH) muss schließen, und damit muss so oder so umgegangen werden. Moralisieren führt rechtlich in die Irre und gegenüber T+T ists zudem falsch adressiert. Der Sinn der Gesellschaftsform GmbH ist nunmal die einfache Abwicklung, zumindest aus Sicht der Gesellschafter.

  • Piedro

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    @Lothgaßler
    „…dann wünsche ich sofortiges Erwachen in der Realität.“

    Samma wieder putzig, mei! Der Herr Lothgaßler definiert den Traumtänzern die Realität. Da bin ich aber froh dass ich mich nicht mehr selbst nach dem umschauen muss was real ist!

    Wichtig ist: die Realität muss sich rechnen. Wichtig: sie muss sich für Profiteure rechnen, weil man wegen einer Dienstleistung leben darf. Wenn sie sich nicht rechnet ist es nichts weiter als real, dass man als Mensch über bleibt. Wer das kritisiert oder gar beklagt ist kein Realist.

    Habe ich das richtig verstanden, Herr Lothgaßler? Ich frage nur weil ich feststellen will ob ich bereits erwacht bin, und wenn, ob das dann auch die Realität iist. Man weiß ja nie, gelle, außer dass an ergo summt und die Sache mit dem Schmetterling. Sie sind kein Schmetterling, da bin ich sicher, und wenn ich Sie richtig verstanden habe muss ich ja nicht weiter grübeln.

  • Piedro

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    Die alten Leute sind dann auch in der Realität erwacht, und das sollten wir wohl positiv bewerten. Sie wissen, dass ihr Leben profitabel sein muss, für andere, bis zum Ableben. Sie dürfen glauben, nach dem Tod Gerechtigkeit und Liebe erfahren, optional von jenem Gott und dem dazugehörigen Heiland, der von der Frau von hochgehalten wird während sie der Realität gestaltet, in der die Alten erwachen dürfen.

    Wir, die wir nicht betroffen sind und mutmaßlich noch nicht alle erwacht sind, zumindest nicht in der wirklichen, der richtigen, der wahren Realität, müssen nur noch begreifen wir unser Platz in der wirklichen Welt ist. Da wird uns geholfen, auch in Kommentarspalten. Wir müssen die Hilfe nur annehmen. Lektion eins für Willige: Moralisieren führt rechtlich in die Irre.

    Bitte, komme jetzt keiner damit dass Recht von Menschen gemacht wird und wir ja Menschen sind und so… das ist die falsche Realität, also Traumtänzerei. Erst erwachen, in der echten Realität, dann weiß auch jeder was richtig und falsch ist und warum alles so sein muss wie es ist.

    Kann doch nicht so schwer sein. Erst ein paar persönliche Grenzen setzen und ein bisschen Charakterarbeit. Auch hier haben wir ein Vorbild das uns sagte: „Mein Mitleid hält sich in Grenzen…“ Begrenzen wir unser Mitleid und öffnen wir uns für die wirkliche Welt um darin endlich zu erwachen!

  • highwayfloh

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    @Lothgaßler:

    persönlich finde ich ihre Aussagen / Einlassungen als widerwärtig, dennoch möchte ich ein paar Fragen auf sachlicher Basis an Sie stellen:

    – Wenn Sie selbst oder jemand von Ihren Angehörigen betroffen wären, würden Sie dann die gleichen Standpunkte vertreten?

    – Wo und wie differenzieren Sie die Grenze zwischen „Menschlichkeit“ und Wirtschaftsinteressen und aus welchen Gründen geben Sie den Wirtschaftsinteressen offenbar Vorrang?

    – Denken sie wirlklich, dass es des „Homosapiens“ alleiniges Glück ist / sein muss sich allumfassend zu bereichern – egal auf wessen Kosten dies geschieht – auch in dem Wissen, das das letzte Hemd bekanntlich keine Taschen hat?

    – Sie leben in der Realität, wie Sie so schön sagen, aber ist jeder der es nicht „nach ganz oben“ in der Freßkette geschafft hat, wirlich „Abschaum“ der am Besten ohne großes Aufsehen entsorgt wird, wie Straßendreck?

    – Was macht den Menschen in Ihren Augen aus, dass er sich als „Mensch“ bezeichnen darf und auch so behandelt wird, ohne dass jemand wie Sie daran Anstoß nimmt?

  • Günther Herzig

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    @lothgaßler:
    Zitat: Mit „Nichten“ wird grundsätzlich alles und jedes Extra über Pflegekasse abgedeckt!

    Wenn Sie beschreiben, wie es mit Nichten ist, wie ist es denn dann mit Neffen?

  • Hartnäckig

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    Ich habe mich ein paar Jahre lang als Ehrenamtlicher in die Arbeit eines Altenheimes bei der AWO eingebracht.
    Daher kann ich über über einzelne Kommentare hier wirklich nicht lachen !

  • Lothgaßler

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    @piedro – allein:
    Den Zusammenhang „…Wichtig ist: die Realität … muss sich für Profiteure rechnen, weil man wegen einer Dienstleistung leben darf…“ haben Sie formuliert, nicht ich! Die Realität ist, dass lebenserhaltende Maßnahmen bezahlt werden und daran verdient wird. Ich halte das nicht für unmoralisch.

    @highwayfloh – allein:
    Ihre „Sachlichkeit“ kennt Grenzen, insbesondere die „Fragen“ in den letzten beiden Absätzen lasse ich unbeantwortet, denn es sind keine Fragen sondern bösartige Unterstellungen. Weder habe ich Personen als „Abschaum“ bezeichnet, noch habe ich Personen das „Menschsein“ abgesprochen.

    @piedro und @highwayfloh:
    Bitte bei der Kritik bei der Sache bleiben! Sie unterstellen mir zum Teil Aussagen (sinngemäß Mensch als Ware) und Ansichten (sinngemäß Profit vor Leben), die ich so nicht von mir gegeben habe und auch nicht teile. Der Begriff Dienstleistung in diesem Zusammenhang ist auch nicht negativ zu werten, denn dabei handelt es sich um Leistungen zum Wohle/ zum Vorteil von Menschen. Und wie üblich müssen Dienstleistungen/Waren bezahlt werden, oder möchten Sie für Unterstützung bei der Körperpflege und für die Inkontinenzeinlage nicht zahlen? (es ist letztlich egal ob privat oder von Kasse bezahlt).
    Im Artikel wird der Fall der insolventen Seniorenresidenz behandelt, dazu habe ich mich geäußert.
    Moralisieren ist eine Sache (die ich auch für wichtig halte), die aber nichts daran ändert, dass eine Seniorenresidenz zahlungspflichtige Dienstleistungen anbietet und eine GmbH ein gewinnorientiertes Unternehmen ist (im Gegensatz zu einer gGmbH, hinter der häufig Verbände u.ä. stecken) mit der Option bei wirtschaftlicher Fehlentwicklung zuzusperren oder sogar zusperren zu müssen (Insolvenz).
    Eine Lösung zur Fortführung kam nicht zustande und ich sehe nicht die T+T-Verwaltung in der Pflicht (es sei denn sie wäre an der insolventen GmbH beteiligt) die Fortführung unter allen Umständen möglich zu machen. T+T hier moralisch in die Pflicht zu nehmen halte ich für abwegig. Der Name der Seniorenresidenz war Marketing, sonst gibts scheinbar keinen Bezug zu T+T.
    Zurück zum Realitätsdeuter Lothgaßler: Diese Seniorenresidenz-GmbH war sicher nicht die erste mit Insolvenz, und es wird auch zukünftig in den Branchen Betreuung und Pflege Unternehmen geben, welche ihren Betrieb nicht fortführen können. Soll dann der Staat als letzte Instanz einspringen? Wer organisiert, wer zahlt, wer machts: Kommune, Angehörige, …? Darüber kann man reden, und das wäre Politik. Derzeit gilt für den obigen Fall Insolvenzrecht, wenn sich so nichts findet (Fortführung) wartet das NICHTS (für diesen Betrieb). Dort sind wir jetzt. „Vertragspartner“ (wenn ich einen Vertrag mit der Seniorenresidenz unterschrieben habe, dann bin ich das: sehr unmorlisch) müssen mit Verlusten rechnen und sich umorientieren. Nichts tun ist keine Option, es gibt eben keinen „Rettungsschirm“, kein Sonderrecht keinen Plan B für Privatunternehmen mit Geschäftsbetrieb im sozialen Bereich.
    Einer insolventen GmbH kann die Fortführung des Geschäfts nicht aufgezwungen werden. Wer soll das Geld zuschießen, wer soll haften? Der Gesetzgeber hat sich hier eindeutig positioniert: Ende mit Schrecken, auch zum Schutz der Gläubiger! Sehr unmoralisch, aber das ist gesellschaftlich getragener Konsens.

    Wären meine Angehörigen betroffen, dann würde ich mich um eine anderweitige Betreungsform/Unterbringung kümmern (müssen), denn eine insolvente GmbH kann auch ich nicht fortführen. Gegen die GmbH klagen kann ich hinterher, wenn irgendeine Aussicht auf Erfolg bestehen würde. Ich würde schimpfen und den GmbH-Gesellschaftern alles Mögliche an den Hals wünschen, aber das löst keines der Probleme und baut bestenfalls meinen Streß ab.

    Was das Geldverdienen in sozialen Gewerben betrifft: Ich sehe nicht ein, weshalb in sozialen Gewerben und in sozialen Berufen Profit bzw. Verdienst aus moralischen Gründen gering ausfallen sollen/müssen. Unsere Gesellschaft hat sich für eine nicht-staatlich organisierte Betreuung alter, kranker und pflegebedürftiger Menschen entschieden, also müssen wirtschaftlich erfolgreiche Unternehmen diese Dienste erbringen. Wirtschaftlich erfolgreich bedeutet, das ein deutliches Plus am Jahresende rausspringen sollte, sonst lassen sich Investitionen nicht tätigen, Personal nicht anständig bezahlen und qualifizieren uvam. Eine „Schwarze Null“ mag in der Politik als Erfolg gelten, für ein Unternehmen ists kein gutes Zeichen.
    Wenn Sie anderes wollen, dann müssen Sie die Realpolitik ändern!

  • Piedro

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    Bestimmt gäbe es auch konstruktive Lösungen. Man könnte die Kosten beziffern die geleistet werden müssen um den Aufnahmestop aufzuheben und einen rentableren Betrieb der Einrichtung zu ermöglichen. Diese Kosten könnten bestimmt aufgebracht werden. Aus dem wohltätigen Umfeld der Fürstin, von den Unterstützern der PKK-Befürwortern, aus dem Stadtsäckel, durch einen Spendenaufruf, von einem interessierten Investor, mit staatlichen Geldern… Dann könnte man einen Betreiber suchen der den Betrieb der Einrichtung weiter gewährleistet, oder man könnte Strukturen schaffen, in denen ein Betreiber installiert wird.

    Voraussetzung wäre natürlich, dass es überhaupt gewünscht ist diese Einrichtung zu erhalten, und sei es nur für die Dauer bis zum Ableben der Bewohner. Wenn es jedoch nur darum geht Imobilienwerte zu optimieren ist das natürlich keine Option.

  • Mr. B.

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    @lothgaßler
    Wahrscheinlich ist das Thema Pflege in der Realpolitik nicht so wichtig, da sich Teile unserer Gesellschaft dafür überhaupt nicht interessieren. Ist man dann plötzlich selbst oder durch einen Angehörigen betroffen, kommt oft das große Gestöhne.
    Ich würde Ihnen vorschlagen, dass Sie sich mal richtig Zeit nehmen, sich umfangreich in der Realität informieren. Wahrscheinlich und ich bin mir ziemlich sicher, werden Ihre Kommentare ganz anders lauten.
    Zusatz: Meine Beiträge beziehen sich allgemein zur Pflegesituation und nicht zum Thema „T. u. T.-Seniorendomizil“, da ich hier keinen Einblick habe.

  • Piedro

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    @Lothgaßler
    „@piedro – allein:
    Den Zusammenhang „…Wichtig ist: die Realität … muss sich für Profiteure rechnen, weil man wegen einer Dienstleistung leben darf…“ haben Sie formuliert, nicht ich! Die Realität ist, dass lebenserhaltende Maßnahmen bezahlt werden und daran verdient wird. Ich halte das nicht für unmoralisch.“

    Sie sagen ja selbst: wichtig ist, dass bezahlt und daran verdient wird. Ich habe Sie schon richtig verstanden, denke ich. Ob Profit unmoralisch sein mag oder nicht spielt keine Rolle wenn man in der Realität erwacht ist.

    „@piedro und @highwayfloh:
    Bitte bei der Kritik bei der Sache bleiben! Sie unterstellen mir zum Teil Aussagen (sinngemäß Mensch als Ware) und Ansichten (sinngemäß Profit vor Leben), die ich so nicht von mir gegeben habe und auch nicht teile.“

    Dass Sie diese Ansicht nicht teilen wird leider nicht wirklich deutlich. „Wenn Ihnen der Bezug zu Waren/Dienstleistungen nicht gefällt, weil es ja um Menschen geht, dann wünsche ich sofortiges Erwachen in der Realität.“ Der Bezug ist eindeutig: kein Profit – keine Dienstleistung – und das ist gut so. Das Mitleid hält sich in Grenzen, weil die Welt nur so funktioniert. Wie sie das für sich persönlich einordnen ist bestimmt spannend, aber eben persönlich.

    „Moralisieren ist eine Sache…“

    Analyisieren eine andere. Der Betreiber/Dienstleister ist insolvent. Der Vermieter/Verwalter der fürstlichen Liegenschaft entscheidet im Sinne der Profitoptimierung die GmbH abzuwickeln statt einen anderen Vertragspartner zu finden, der in die Liegenschaft investiert und den Betrieb aufrecht erhält. Das von Ihnen angesprochene Marketingkonzept wird geändert, die bisherigen Bewohner sind also kein Faktor mehr der irgendeinen wirtschaftlichen Nutzen bringt. Ihrer entledigt sich die Eigentümerin der Liegenschaft um diese einem profitableren Nutzen zuzuführen. Es wird eine neue GmbH gegründet und alles ist wie es sein soll in der Realität: profitabel. Was sollte man da moralisieren? Naja, ein paar alte Menschen haben plötzlich ein Problem, aber das ist nun mal so und soll auch nicht anders sein.

    Auch das wurde verstanden. Sie sehen hier keinen moralischen Ansatz, aber sie lassen auch selten moralische Ansprüche erkennen. Bei Frau von ist das anders, wenn ich recht informiert bin, und es hat den Anschein als würde die den eigenen, moralischen Maximen nicht gerecht.

    “ T+T hier moralisch in die Pflicht zu nehmen halte ich für abwegig. Der Name der Seniorenresidenz war Marketing, sonst gibts scheinbar keinen Bezug zu T+T.“

    Eine paar alte Menschen, denen es auch noch gut geht, schmücken so ein Fürstenschloss vortrefflich. Nun beschloss man sich lieber mit mehr Geld zu schmücken. Die Bewohner werden nicht mehr gebraucht, das Marketingkonzept geändert. Selbstverständlich resultiert daraus nichts, was die Profiteure moralisch in die Pflicht nehmen könnte. Wir sind doch in der Realität erwacht. Eigentum verpflichtet zu Profit.

    „Diese Seniorenresidenz-GmbH war sicher nicht die erste mit Insolvenz, und es wird auch zukünftig in den Branchen Betreuung und Pflege Unternehmen geben, welche ihren Betrieb nicht fortführen können.“

    Es scheint Ihnen entgangen zu sein, dass es Angebote gab, aber die Verhandlungen mit potentiellen Betreibern wurden abgebrochen. Also gab es auch Konzepte die Einrichtung wirtschaftlich zu betreiben. Die Investoren hätten die notwendigen Investitionen geleistet und von der Investition profitiert. Gescheitert sind die Verhandlungen an den Forderungen des TT-GmbH. Meines Wissens ist das Insolvenzverfahren noch nicht abgeschlossen. Es wurde entschieden die GmbH abzuwickeln und die Liegenschaft einem anderen Zweck zuzuführen, der mehr Profit verspricht. Das bedeutet aber nicht unbedingt, dass die TT-GmbH nicht mit einem neuen Vertrag und moderaten Verträgen solvent bleiben könnte.

    „Einer insolventen GmbH kann die Fortführung des Geschäfts nicht aufgezwungen werden.“

    Natürlich nicht, wir sind ja in der Realität erwacht. Jahrelange Baugenehmigung wegen eines Hotels, aber keine Umsetzung, dann plötzlich keine Baugenehmigung mehr, aber die Möglichkeit das Vorhaben da umzusetzen, wo man den Betrieb des Seniorenheims unprofitabel gemacht hat. Den Konkurs abwickeln und die Liegenschaft dem Hotelprojekt zuführen. Steht doch alles im Artikel. Keiner kann die TT-GmbH zwingen ein Altenheim zu betreiben, völlig richtig!

    „Was das Geldverdienen in sozialen Gewerben betrifft: Ich sehe nicht ein, weshalb in sozialen Gewerben und in sozialen Berufen Profit bzw. Verdienst aus moralischen Gründen gering ausfallen sollen/müssen.“

    Dann wird es sie freuen, dass die Gewinnmarge in „sozialen Gewerben“ meist enorm ist. Allerdings wird sich das jetzt etwas schmälern wenn die Personalsituation keine Profitmaximierung zulässt. Realität und so: es kommt nicht nur darauf an wie viel kassiert werden kann und wie wenig man dafür ausgibt. Man ist auch verpflichtet eine Grundlage für gute Leistung zu erbringen. Genau das wurde hier nicht getan: Kommunikationsanlage marode, kein Profit ohne Invest. Keine Bereitschaft mit Investoren zu verhandeln. Umnutzung ist profitabler. Was hat das bitte damit zu tun dass Profit in „sozialen Gewerben“ nicht unmoralisch ist?

    „Wirtschaftlich erfolgreich bedeutet, das ein deutliches Plus am Jahresende rausspringen sollte, sonst lassen sich Investitionen nicht tätigen, Personal nicht anständig bezahlen und qualifizieren uvam. “

    Das Geschäft mit Altenheimen ist profitabel, die Bezahlung und die Arbeitsbedingungen sind trotzdem prekär, die Unterbringung und Pflege ist prekär, alles ist prekär bis auf die Gewinne. Andernfalls würden nicht immer mehr und immer größere Investoren auf dem Markt Fuß fassen. Der Gesetzgeber hat verspätet eingeschritten hier zu regulieren. Es kann nicht sein, dass die Grundversorgung von Menschen, besonders im Alter, nicht gewährleistet werden kann wenn sich kein Anbieter findet, der davon profitieren kann. Das ist Ihnen doch bestimmt auch klar. Wenn der Markt das nicht leisten kann muss es andere Strukturen geben. Wenn es keine anderen Strukturen als dies Marktes geben soll muss dafür gesorgt werden, dass es kein menschliches Leid gibt, keine Unterversorgung, keine Vernachlässigung. Führt das dazu, dass die Dienstleistung nicht mehr profitabel angeboten wird hat sich das Modell der Privatisierung von Pflege halt erledigt. Die Folge wird dann nicht sein, dass es keine Alten- und Pflegeheime mehr gibt und die Bevölkerung ohne Krankenhäuser auskommen muss.

    „Wenn Sie anderes wollen, dann müssen Sie die Realpolitik ändern!“

    Weia, gerade erst in der Realität aufgewacht und jetzt DAS?

  • highwayfloh

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    @lothgaßler:

    Es spricht für sich, dass Sie zwar „Ihre Wahrheit“ als die alleinig gültige und von anderen zu akzeptierende darstellen und entsprechend schwadronieren, andererseits sich weigern, einfache Fragen konkret und einfach zu beantworten. Niemand hat Ihnen irgendetwas unterstellt. Die gestellten Fragen resultieren rein aus dem, was Sie bislang von sich gegeben haben. Anscheinend können Sie aber dies nicht akzeptieren, dass Ihre Ansichten kritisch hinterfragt werden.

  • highwayfloh

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    @llothgaßler: Noch eine Bemerkung im Nachtrag:

    Gerade von den Bessergestellten (egal ob in der Politik oder der Wirtschaft) wird den „kleinen normalen“ Bevölkerungsschichten doch immer eingetrichtert, dass „Eigentum verpflichtet“ und hierbei indirekt ebenso die Moralkeule geschwungen, nicht wahr?

    Das Haus T&T und deren Vertreter (als natürliche Personen) nagt / nagen gewiss NICHT am Hungertuch und sind infolgedessen ebenso moralisch verpflichtet, „menschlich“ zu agieren, da sie es ja in Anspruch nehmen (man rufe sich die Moraläusserungen unserer „Fürstin“ ins Gedächtnis), andere Menschen bezüglich „Moral und Sittlichkeit“ belehren zu können / müssen. Daher ist das Verhalten von T&T nicht akzeptabel und es spielt keine Rolle, ob da eine GmbH wirtschaftlich dahinter steckt und als geschäftsführende Gesellschafter „Strohleute“ eingesetzt sind. Letztendlich wird nach den Vorgaben der Gloria agiert und dieser ist es Wurscht ob die Gewinne outgecourct über diverse Firmenkonstrukte realisiert werden. Hauptsache bei Ihr stimmt die Kasse!

    Anstatt ein echtes Vorbild zu sein (sittlich und moralisch) praktiziert diese Person das Gegenteil, maßt sich jedoch an, anderen eine Messlate anzulegen, damit die restliche Menscheit ihre (die der Gloria) Moralansichten hörig übernimmt, ohne diese hinterfragen zu dürfen. Dies kann man man nur als menschenverachtend, unwürdig und schäbig bezeichnen.

  • highwayfloh

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    @lothgaßler: Noch ein Nachtrag mit Verlaub:

    Was Ihre Ansichten zum Profit in sozialen Gewerben und den Verdienst anbelangt, sollten Sie sich mal Gedanken darüber machen, dass zwar die Träger dieser Einrichtungen sehr wohl gut Verdienen, aber nicht die in diesen Einrichtungen tätigen Personen (behinderte Menschen). Die bekommen für die geleistete Arbeit nur ein Taschengeld, obwohl sie ihren Fähigkeiten entsprechend arbeiten und eine entsprechende Leistung erbringen. Aber nein… man darf dies Ihren Ansichten nach nicht mit Moral und Sittlichkeit sehen… .

    Ja wenn nicht in diesen Bereichen, ja wo denn dann überhaupt? Dann können wir gleich wieder die Leibeigenschaft einführen…. . Der G. v. T&T und ihr nahestehenden Personen und Institutionen würden mit Sicherheit erfreut sein, die mittelalterlichen Standesrestriktionen wiedereinführen zu können.

  • Markus Frowein

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    @ Piedro (9. September 2018 um 14:08)
    Zitat: „Den Konkurs abwickeln und die Liegenschaft dem Hotelprojekt zuführen.“

    Vor einigen Jahren war ja schon einmal seitens des Fürstenhauses angedacht, das
    RKK in den fürstlichen Park zu klatschen, was aus verschiedenen Gründen scheiterte.

    „Braunfels wollte rund drei Millionen Euro Honorar für die Planung einer Kultur- und Kongresshalle im Park des Regensburger Fürstenschlosses.“ Zu lesen in folgendem
    Artikel aus der TZ vom 06.05.2010 „Millionenklage gegen Thurn und Taxis gescheitert“:
    https://www.tz.de/stars/millionenklage-gegen-thurn-taxis-gescheitert-750502.html

    Aus dem Archiv der BI-Donaumarkt ist in der Pressemitteilung v. 17.12.2007 zu lesen:

    „Dass nun ausgerechnet hier ein RKK erstellt werden soll, muss in Verbindung mit
    der Genehmigung des Hotels im Schlosspark gesehen werden – natürlich hätte es
    die Prinzessin von Thurn und Taxis gern, durch die Anbindung der
    Kongresseinrichtung an ihr Hotel, für dessen Auslastung zu sorgen.“

    Hier die ganze Pressemitteilung: http://www.bi-donaumarkt.de/html/archiv_1.html

    Vielleicht ist die ganze Aktion nur geschicktes Timing und es geht nur um das Hotel.
    Die Befürworter*innen des RKK sind sich ihrer Sache augenscheinlich sehr sicher …

  • Piedro

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    @highwayfloh

    Ich muss Lothgaßler zustimmen: sachlich waren Ihre Fragen nicht wirklich. Persönliche Fragen muss keiner beantworten, zumal wenn sie dem anderen bereits die eigene Grundhaltung vorgeben wollen. Wir müssen ja auch keine Personaldiskussion führen. Das Thema gibt genug her. Wir müssen ja nicht in der Realität aufwachen, die für uns so freundlich definiert wurde. Aber wir können es doch mal versuchen, oder nicht. ;)

  • Lothgaßler

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    @Günther Herzig:
    ja, da habe ich die Rechtschreibung mißachtet! Rüge angekommen und angenommen!

    @Mr. B:
    Ich lebe kein gepampertes Leben und kenne Pflegeeinrichtungen auch von innen. Als junger Mann habe ich die individuelle Schwerstbehindertenbetreuung kennen gelernt. Ihre Erwartung „Wahrscheinlich und ich bin mir ziemlich sicher, werden Ihre Kommentare ganz anders lauten.“ kann ich leider inhaltlich nicht nachvollziehen: Um welche Aussagen meiner Kommentare geht es, bzw. welche Sicht auf die Dinge wird sich ändern? Ich vertrete eine nüchterne und unromantische Sicht auf diese Dinge.
    Das Leid der Bewohner dieser Senioren-Residenz hält sich in Grenzen, deshalb hält sich auch mein Mitleid in Grenzen.

    Wer sich für das wirtschaftliche Netzwerk dahinter interessiert kann unter folgendem Link das Beziehungsgeflecht einsehen:
    https://www.northdata.de/Seniorenresidenz+Schlo%C3%9F+Thurn+und+Taxis+Regensburg+GmbH,+Regensburg/HRB+7373
    Insgesamt 4 GmbHs sind verstrickt.
    Wenn Sie dann auf die maßgeblich beteiligten Geschäftsführer/Prokuristen klicken, dann gehen Ihnen vielleicht die Augen auf: Beispielsweise der Prokurist (PPA) Spatschek und der ehemalige Geschäftsführer Müller haben schon (gemeinsame) Erfahrungen mit anderen Senioren-Residenzen „i.L“ (in Liquidation). Einfach den nachfolgenden Link öffnen und weiter nach unten scrollen: https://www.northdata.de/Spatschek,+Rudolf,+M%C3%BCnchen/3sw
    Darf man diese Namen nennen: Sicher doch, das sind veröffentlichungspflichtige Daten. Sollen die Herren doch mal erklären, weshalb Senioren-Residenzen GmbHs öfters mal „liquidiert“ werden und was dann mit den betroffenen Bewohnern/ Betreuten geschieht. Vielleicht sind die Herren zu einem Interview bereit?

  • R.G.

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    @Piedro
    Ich lese ihre Beiträge besonders gern, wo sie konstruktiv ais Ihrem Wertekatalog heraus schreiben.

    Wenn Sie sich jedoch wie Fiffi ins Wadel des lautesten Kläffers vom jeweiligen Sonntag verbeißen, finde ich es schade um Ihre Energie.

    Wenden wir uns dem Thema aus der Sicht der Betroffenen zu!

  • Hutzelwutzel

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    Meiner Meinung nach will man das gesamte Schloß jetzt wieder für sich haben. Nachdem der Ex-Wallfahrtskaplan dort eingezogen ist, kann doch niemand mehr Barmherzigkeit erwarten.

  • Lothgaßler

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    @Redaktion:
    Tschuldigung, eigentlich wollte ich nun schweigen, aber die Retouren von higwayfloh und piedro bedürfen einer letztmaligen Erwiderung:

    @highwayfloh (09.09.2018, 14:22):
    Ich habe nie behauptet Wahrheiten zu verbreiten, sondern meine Meinung dazu kundgetan. Alles andere ist Ihre Interpretation und Überhöhung meiner Person. Ich habe Ihre Kritik nicht unbeantwortet gelassen, aber ich werde Ihnen zuliebe auch nicht Unterstellungen beantworten. Sie müssten erklären, weshalb Sie Begriffe wie „Abschaum“ in die Diskussion einbringen und mir als Frage verpackt unterjubeln wollen.

    @highwayfloh (09.09.2018, 14:55):
    Und schon wieder versuchen Sie mir eine Gesinnung zu unterstellen, die ich mir nicht zu eigen mache und hier nicht formuliert habe. Noch dazu schieben Sie einen hier völlig themenfremen Aspekt hinterher (Bezahlung von Menschen mit Behinderung bei Tätigkeiten in entsprechenden Einrichtungen). Ich wiederhole was ich schon zu Profit und Verdienst (also Bezahlung der Beschäftigten) geschrieben habe: Ich sehe nicht ein, weshalb in sozialen Gewerben und in sozialen Berufen Profit bzw. Verdienst aus moralischen Gründen gering ausfallen sollen/müssen.

    @Piedro (9.9.2018, 14:08):
    Ein Bezug zu Ware/Dienstleistung wurde von mir hergestellt, aber nicht indem ich die Bewohner der Seniorenresidenz zur Ware oder Dienstleistung erklärt habe. Ich habe wortreich ausgeführt, dass eine Seniorenresidenz Dienstleistungen erbringt und Waren bereitstellt. Dafür muss bezahlt werden, ja! Was soll Ihre Wortumdreherei?
    Was Profit angeht scheint mir dieser Begriff für Sie Teufelszeug zu sein. Profit ist aber keine neue Erscheinung und wohl so alt wie die Menschheit Handel betreibt.
    Eine Seniorenresidenz basiert nicht auf Freundschaftsdiensten und hinter dieser Seniorenresidenz steht keine Stiftung und kein edler Wohltäter. Wenn Sie andere Formen der Finanzierung kennen, so bringen Sie diese bitte in die Diskussion ein, evtl. ergibt sich ein neuer Lösungsansatz für obige Seniorenresidenz.
    Der Versuch Verantwortung der T+T-Verwaltung für die Insolvenz der Seniorenresidenz zu konstruieren ist abwegig. Die T+T-Verwaltung ist offenkundig kein Gesellschafter der insolventen GmbHs (es sind 4!!!) und das Insolvenzverfahren wurde von Insolvenzverwaltern gemanagt. Die T+T-Verwaltung nutzt nun die Gelegenheit die Immobilie anderweitig zu nutzen, das kann man so oder so sehen. Nicht jedes Angebot wird angenommen, das ist tagtägliche Realität. Die T+T-Verwaltung wg. Gloria Prinzessin von Thurn und Taxis moralisch anzugehen ist eben wegen der nicht widerspruchsfreien Persönlichkeit besagter Prinzessin von vornherein nur bedingt ernst gemeint, zudem führt Albert Maria Lamoral Miguel Johannes Gabriel Prinz von Thurn und Taxis (* 24. Juni 1983 in Regensburg) nun die Geschäfte der Familie. Ob die T+T-Verwaltung die obersten Instanzen in dieser Angelegenheit um eine Entscheidung gebeten hat ist unbekannt. Fragen Sie dort nach, dann können Sie sich gezielt moralisch und philosophisch über Prinz oder Prinzessin entrüsten.

    Over and out

  • Piedro

    |

    Lothgaßler
    „Tschuldigung, eigentlich wollte ich nun schweigen, aber die Retouren von higwayfloh und piedro bedürfen einer letztmaligen Erwiderung“

    Dafür bedanke ich mich, und ich erlaube mir noch eine kurze Richtigstellung.

    „Ein Bezug zu Ware/Dienstleistung wurde von mir hergestellt, aber nicht indem ich die Bewohner der Seniorenresidenz zur Ware oder Dienstleistung erklärt habe.“

    Eben. in diese Zusammenhang wird der Senior selbstverständlich zu Ware, die auf dem verfügbaren Markt angeboten, kalkuliert und gehandelt wird. Kunde sind die alten Menschen ja nicht, sie stellen ein unproduktives Humankapital dar.

    „Was Profit angeht scheint mir dieser Begriff für Sie Teufelszeug zu sein.“

    Da liegen Sie falsch. Ich war selbst lange Jahre selbstständig und habe nicht gearbeitet damit ich andere bezahlen kann. Aber für mich muss Profit nicht in allen gesellschaftlichen Belangen an erster Stelle stehen. Vor allem dürfen sich nicht alle gesellschaftlichen Belange dem Profitstreben unterwerfen und von dem reguliert werden. Meiner Meinung nach schwebte unseren Verfassungseltern irgendwas in die Richtung vor als sie dereinst schrieben: Einkommen verpflichtet. Leider ist ihnen danach die Tinte ausgegangen.

    „…evtl. ergibt sich ein neuer Lösungsansatz für obige Seniorenresidenz.“

    Offenbar haben Sie das eigentliche Thema nicht nachvollzogen. Es soll keine Seniorenresistenz geben. Die Liegenschaft soll anderweitig genutzt werden. Die „Verantwortlichen“ der beteiligten GmbH haben es durch ihre Geschäftsführung ermöglicht dieses Geschäftsmodell abzuwickeln und die Aktive in eine andere Gesellschaft zu überführen die nix mehr mit Senioren und deren Rentabilität zu tun hat.

    „…dann können Sie sich gezielt moralisch und philosophisch über Prinz oder Prinzessin entrüsten.“

    Sollten die das wert sein? Nur weil sie gierig sind bis der Arzt kommt und das Ableben feststellt? Diese Leute sind nicht interessant. Sie verfolgen ihre eigenen Interessen mit allen ihnen verfügbaren Möglichkeiten. Die Interessen der Senioren haben da keine Schnittmenge mehr, die sollen binnen Frist sehen wo sie bleiben. Damit haben derer doch schon hinreichend gezeigt was von ihnen zu halten ist. Zwar noch nicht allen, aber bitte, wer mag kann das ja für angemessen und moralisch einwandfrei halten. Es gibt ja noch andere Dinge über die man in dem Zusammenhang reden kann als die Moral oder die Bigotterie derer von. Da stimme ich Ihnen zu.

    „Over and out“

    Bis zum nächsten mal. Sie bringen immer wieder eine recht eigene Perspektive ein.

  • Wer auch immer

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    Ich grüße alle Scheinheiligen in dieser Runde, die mal wieder ganz genau wissen, auf wen sie mit dem Finger zeigen müssen. Ich hoffe, Sie zeigen dabei auch auf sich selbst?

    Denn wenn es uns allen nicht überwiegend herzlich egal wäre, dass sich aufgrund der herrschenden Vorgaben ein Altenheim – gerade wenn sie wirklich ernsthaft versuchen, diese Vorgaben gewissenhaft zu erfüllen – auch bei Top-Auslastung bei uns heute kaum mehr rechnet, dann bräuchten Leute wie etwa der Pflegekritiker Claus Fussek (https://de.wikipedia.org/wiki/Claus_Fussek) nicht schon seit Jahrzehnten zwar lautstark, aber wirkungslos den sich immer mehr zuspitzenden Pflegenotstand beklagen.

    @Herr B., wie haben sie das denn geschafft, dass Sie von all dem angeblich nichts mitbekommen haben? Es gab gerade in den letzten Jahren soviele Schlagzeilen und Dokumentarfilme dazu. Die Zustände sind so oft skandalisiert worden… mit Null Effekt! Kein wirkungsvoller Widerhall in der Gesellschaft! Nichts ausser heißer Luft! Kein Politiker ist so dumm, sich an der Front zu verkämpfen, weil uns das Thema nämlich in Wirklichkeit nicht interessiert. Das Interesse kommt erst mit der persönlichen Betroffenheit als Pflegebedürftiger oder als pflegender Angehöriger. Dann hilft es aber nicht mehr, weil sie in der Regel vollauf damit beschäftigt sind, den zunehmend belastenden Alltag zu überstehen.

    Auch das Privatwirtschaftsbashing der hier versammelten Experten ist grandios. Zur Erinnerung: Pflege ist kein freier Markt. Er wird bis ins Detail von verschiedenen Sozialgesetzbüchern geregelt. Die Kostensätze werden mit den jeweiligen Kassen ausgehandelt. Die Spielräume sind da sehr, sehr überschaubar. Darum ist es auch eine ziemlich schlichte Rechnung, die eben auch von der fürstlichen Immobilienverwaltung durchgeführt werden kann, ob in dem zur Verfügung stehenden Objekt ein Altenheim überhaupt rentabel betrieben werden kann. Weil relativ gut absehbar ist, wieviel Einnahmen bei einem Betrieb einer bestimmten Größe zu erwarten sind. Und dem können recht unkompliziert die nötigen Ausgaben für das vorgeschriebene Personal (die ebenfalls weitgehend abhängig von den ausgehandelten Kostensätzen sind), Immoblie und die vorgeschriebene Ausstattung gegeübergestellt werden können. Ist Ihnen aufgefallen, wie oft das Wort ‚vorgeschrieben‘ vorkam?

    Hier scheinbar kluge, aber oft nur Unkenntnis offenbarende Kommentare verfassen und virtuell den Rächer der Witwen und Waisen geben ist eine wohlfeile Sache. Es ist längst nicht so unangenehm, wie sich die eigene Verstrickung in die herrschenden Zustände vor Augen zu führen und echte Konsequenzen für das eigene reale Handeln daraus abzuleiten. Ich wünsche Ihnen auch weiterhin viel Spaß dabei.

  • Magnus

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    Zur unsachlichen Diskussion einiger empathieloser „Stamm-Kommentierer“: don’t feed the trolls.

  • mkv

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    Armut, Gebrechlichkeit und Tod, ja – @WER AUCH IMMER – Themen, die wir wohl alle gerne wegschieben, die individuell bzw. kollektiv keinen Resonanzboden finden.

    Daher kommt die Politik, mit dem, was Sie schreiben, regelmäßig „durch“, es sei denn, ein junger Pfleger „stellt“ die Kanzlerin in einer Talksendung. Aber unter´m Strich ist es so, dass der

    politische Wille fehlt, die Versprechungen und Garantien des Grundgesetzes

    (Die Würde des Menschen zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt, Artitel 1 )

    hochzuhalten und in reale Politik umzusetzen. Da werden mit hunderten von Milliarden zockende Banke(r)n gerettet, aber für die (soziale) Infrastruktur soll kein Geld da sein.

    Die neoliberale Predigt der vergangenen gut 30 Jahre über Ellbogen-Individualismus mit der zunehmenden Entsolidarisierung ( geschürt vom Boulevard und auch in nicht kleinen Teilen der MSM ) und der erreichten Meisterschaft im Wegschauen hat ihre Wirkung nicht verfehlt.

    Und da wählt Dummheit zunehmend AfD, die das Neoliberale fortschreiben will, wie die Regierungen seit Schröder und Merkel auch (Working poor mit künftigem Armen-Heer der Altgedienten wegen von SPD und Union seit langen Jahren verweigertem Mindestlohn weit über 12 EURO).

    Daher ist es meine Überzeugung, dass mittelfristig der linken Sammlungsbegewegung (AUFSTEHEN) mit dem Ziel u.a. der Erneuerung/Wiederherstellung des Sozialstaats

    (Artikel 20 und 28 GG: Darin wurde der Sozialstaat über Artikel 79 Abs. 3 GG als unter die sog. „Ewigkeits-Garantie“ fallender Eckstein unserer fdGO installiert, was die beiden angesprochenen Kanzler nicht hinderte, die „marktkonforme Demokratie“ auf ihre Richtlinienkompetenz zu schreiben, bei Wegschauen der Parlamentartier, die die jeweiligen Regierungen „tr(u)agen“)

    eine ganz entscheidende Rolle zukommt, wenn es darum geht, im Bundestag wieder grundgesetz-konform handelnde Mehrheiten zu installieren, die auch den eingangs erwähnten Themen allseits die nötigen Aufmerksamkeit und Handlungs- und Veränderungsmacht verleiht, zum Wohle der Menschen, im Interesse ihrer FREIHEIT, um die sich alle Politik zu ranken hat, hätte …. was von den Menschen zur gemeinsam (!) erfolgreich eingefordert werden kann.

    Hier gilt es zu beachten, dass Männer und Frauen die gegen das Bestehende, das Neoliberale angehen, seit geraumer Zeit mit dem Wort „Populismus“ ausgebremst werden sollen.

    Heute erschienen:
    Chantal Mouffe – Für einen linken Populismus

    https://www.amazon.de/F%C3%BCr-einen-linken-Populismus-suhrkamp/dp/3518127292/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1536562246&sr=1-1&keywords=chantal+mouffe+populismus

  • Piedro

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    Ich halte die Annahme die insolvente TT-Gmbh könnte die Geschäfte nicht profitabel fort führen für gewagt. Der Inselobenzverwalter war anfangs anderer Meinung und hat nun festgestellt:

    „Obwohl die Gespräche zwischen der Thurn und Taxis Immobilienverwaltung und mehreren Interessenten „sehr konstruktiv“ verlaufen seien, sei man „zu der Erkenntnis gelangt, dass weder mit den vorhandenen Investoren noch sonstigen Dritten eine nachhaltige, tragfähige und vor allem zukunftsfähige Lösung zu finden sei“, hieß es nun in einer weiteren Pressemitteilung der Insolvenzverwalter“

    Der Grund dafür ist bekannt: die Pacht für den Betrieb, der aktuell auf 37 Personen beschränkt ist, jede Tag kann es eine weniger werden. Wie das so ist. Investoren, die interessiert waren, hätten zunächst investieren müssen, um die freien Zimmer wieder belegen zu müssen. Der Eigentümer wollte das offenbar nicht leisten. Bekanntlich wollten Investoren 18.000 für das Gebäude leisten. Man kann also davon ausgehen, dass sich dieser Betrag angesichts von Investionsbedarf und baldmöglicher Vollbelegung gerechnet hätte. 36.000 rechnen sich dagegen nicht, und das war dem Eigentümer vermutlich klar.

    Das hat nichts mit der Rentabiltät der Dienstleistung Pflege zu tun. Die Investoren hätten kein Angebot vorgelegt wenn der Betrieb nicht rentabel zu führen wäre.

    „Missmanagement scheint es tatsächlich bereits geraumer Zeit gegeben zu haben. Schon lange vor der offiziellen Insolvenz sei das Gehalt immer wieder deutlich verspätet gezahlt worden, erzählen uns Pflegekräfte. Zum Jahreswechsel kündigten nahezu zeitgleich Heimleitung, Pflegedienstleitung und eine Verwaltungsmitarbeiterin. Probleme, die – das bestätigen Bewohnerbefragungen – zwar vom Personal so aufgefangen wurden, dass die Zufriedenheit der Seniorinnen und Senioren nicht darunter litt, die aber auf Dauer ein zunehmendes Defizit in der Kasse der Seniorenresidenz verursacht haben. Die monatliche Unterdeckung betrug nach Informationen unserer Redaktion zuletzt rund 95.000 Euro.“

    Das bezieht sich wohl auf die PflegegmbH aus München. Erst Missmanagement, dann Konkurs. Der TT-GmbH ist wohl anzulasten, dass der Aufnahmestop nicht verhindert wurde. Respektive dem Eigentümer der Liegenschaft, der hat schließlich ein Altenheim vermietet und sollte auch in der Verantwortung sein, dass die technische Ausstattung den Minimalanforderungen genügt.

    Da der Aufnahmestop hingenommen wurde lag seitens der TT-GmbH kein Interesse daran vor, den Geschäftsbetrieb dauerhaft rentabel aufrecht zu erhalten. Der Artikel lässt erkennen, dass seitens des Eigentümers andere Interessen umgesetzt werden sollten. Das Ziel ist diese GmbH schließen zu lassen und das Eigentum, die Immobilie, durch eine andere GmbH zu verwerten.

    Dieses Geschäftsmodell ist in den Genehmigungsverfahren der Stadt dokumentiert. Aktuell war man zu dem Schluss gekommen, dass die Kalkulation für den geplanten Umbau zu kostenintensiv war. Nun hat man ein anderes Objekt, das sich leicht genehmigen lässt und weniger kostenintensiv ist.

    Dabei wurden die Bewohner hingehalten und sollen nun binnen Wochen eine andere Unterbringung organisieren, im zarten Alter von 70 bis geht nicht mehr. Die Belegschaft wurde anscheinend nicht informiert und steht genauso vor vollendeten Tatsachen. War der Optimismus des Insolvenzverwalters anfangs zu optimistisch? Oder hat er auch täuschen sollen? Es liest sich als hätte es durchaus profitable Konzepte gegeben, die den Erhalt der Einrichtung ermöglicht hätten, die aber an den Forderungen der insolventen TT-GmbH gescheitert sind.

    Keiner kann Frau von oder sonstwen zwingen unternehmerisch im Pflegebereich tätig zu sein, sei es es als Dienstleister, sei es als Vermieter. Das muss sich rechnen und das muss man wollen. Frau von und ihre Verwalter möchten was anderes. Ein Hotel. Lieber einen Scheich im Garten als nen alten mit Rollator – so wird das von einem Bewohner empfunden. Und wenn Hotelgäste mehr Geld bringen als die Senioren haben Senioren binnen Frist ab sofort das Gebäude zu verlassen. Sie können und sie dürfen da nicht weiter leben. Alles wird abgewickelt.

    Da muss man keine Pflegediskussion führen, die schon in den 80ern geführt wurde. Damals haben Zivildienstleiste unverzichtbare Arbeit in jedem Altenheim geleistet, ob von einem Verband oder privat geführt. Und schon damals war manches prekär. Die Situation hat sich zugespitzt, wie in allen gesellschaftlichen Bereichen. Die Privatisierung des wachsenden Marktes hat nur bedingt damit zu tun, dass von der Entlohnung der Mitarbeiter bis hin zu den Mindeststandards der Versorgung alles prekär geworden ist. Die Anzahl der Menschen, die Unterbringung und Versorgung brauchen lässt sich statistisch leicht erheben. Ebenso wie die Zahl der Grundschüler, die jedes Jahr eingeschult werden. Wenn das dann plötzlich mehr werden ist der Ofen ganz aus, weil man sowieso nicht darauf eingestellt ist, dass Neugeborene sechs Jahre später eingeschult werden oder Rentner einen Heimplatz brauchen.

    Wenn dann auch noch ein Unternehmer seine GmbH gemeinsam mit anderen vor die Wand laufen lässt und im Insolvenzverfahren Forderungen stellt, die Investoren bekanntlich nicht erfüllen wollen, verschärft sich die Situation regional. Bestimmt wird es nicht leicht sein überhaupt ein Bett für diese Menschen zu finden. Und noch schwerer ist das, was uralten Menschen kurz vor ihrem Tod zugemutet wird. Sie müssen sich einen anderen Platz zum Sterben suchen. Irgendwo werden sie einen finden, nein, wird die Verwaltung einen finden.

    Mich würde interessieren wie hoch die Pacht für die bisherigen Vertragspartner war und wie hoch das Invest in diese Kommunikationsanlage und andere Mindeststandards von den Investoren veranlagt wurde. 38.000 für eine maximale Belegung mit 37 Bewohnern, Tendenz fallend, im Bezug zur Investition um den Betrieb mit Vollbelegung führen zu dürfen, damit man rechnen kann ab wann das überhaupt rentabel wird – und ob das rentabel sein soll.

    Mein Eindruck ist: die insolvente TT-GmbH besteht auf den Konkurs. Er soll schnell und kompromisslos abgewickelt werden. Die Kalkulation mit den Krankenkassen bleibt den Investoren überlassen, Hauptsache sie rechnen nicht mit TT. Die GmbH bedient ihre Gläubiger rechtskonform, das Pflegepersonal und die Bewohner sind sowieso nicht deren Sache. Die Eigentümer folgen ihrer Rentabilitätsverwertung und platzieren eine neue GmbH in ihrem Geschäftskonstrukt. Das ist eh überfällig. Und das ist natürlich absolut zulässig.

    Ob man da eine Moraldiskussion anhängen soll mag fraglich sein. Ob solche Feststellungen ideologisch befrachtet sind ebenso. Oder ob man das Thema mit einem Bezug zum Fürstenhaus diskutieren soll. Ob der propagierte Glaube des personifizierten eine Rolle spielt. Alles fraglich. Nur eins ist allen klar: lange machen es die bald ehemaligen Bewohner der fürstlichen Seniorenresidenz sowieso nicht mehr, ob sie wollen oder nicht. Wenn sie kurz vor ihrem Ableben auch noch feststellen dürfen wie wertlos sie in unserer Zeit wirklich ist dürfen sie zumindest nicht mit dem Mitleid von allen rechnen. Auch das ist feststellbar.

    Ich für meinen Teil bin gespannt wie es weiter geht, bestimmt geht das an der Presse nicht ganz vorbei.

  • Markus Frowein

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    @ Piedro (10. September 2018 um 11:12)
    „Der Artikel lässt erkennen, dass seitens des Eigentümers andere Interessen umgesetzt werden sollten.“

    Ich gehe sogar so weit, zu behaupten, dass im Falle einer Niederlage der Befürworter
    des RKK am Ernst-Reuter-Platz die alten Pläne, die Kongresshalle in den fürstlichen
    Park zu bauen, aus der Mottenkiste geholt und wiederbelebt werden. Mein Eindruck.
    So, wie sich das fürstliche Haus darstellt und so, wie die Genehmigungspraxis einiger
    Regensburger Behörden vermuten lässt, wäre das sogar eine realistische Option …

  • Mr. B.

    |

    @wer auch immer:

    Sehr wohl habe ich sehr viel in der Pflege mitbekommen, da ich mich über mehrere Jahre täglich (außer Urlaub) über Zustände (Privatunternehmen) persönlich überzeugen konnte.
    Anmerkung: Gewiss war das Pflegethema in meinen jungen Jahren nicht dass Top-Thema, wenn man persönlich und im Umfeld noch nicht betroffen ist.
    Und gerade wegen meiner gemachten Erfahrungen schreibe ich in diesem Forum.

    Ich gebe Ihnen recht, dass auch in der Pflege vieles vorgeschrieben ist.

    Die Realität lieber „wer auch immer“ schaut aber auch ganz anders aus, denn sollten die ganzen Vorgaben eingehalten werden, würde sich kein privater Investor finden. Doch es gibt nicht wenige.
    Nun mal für Sie eine durchaus gängige, jedoch nicht abschließende Aufstellung seitens der Betreiber:
    Diese benötigen natürlich eine Immobilie, dann, hier gebe ich Ihnen auch recht, dass die Sachausstattung insgesamt vorgeschrieben und teuer ist.
    Nun zum Personal, welches in der Fachpflegerschaft oft genau nach Vorschrift (50 Prozent) angestellt ist und genau der gleiche Anteil mit berufsfremden Hilfskräften aufgefüllt wird, welche natürlich nicht das Gehalt eines Fachpflegers erhalten.
    Dann benötigt man noch eine Leitung d. Unternehmens eine Stelle für die Verwaltung, ca. 2 – 3 Stellen für die Stationsleitung und ca. 1 – 2 Stellen für das Soziale.
    Ferner werden 2 Personen in der Küche und 2 – 3 Personen in der Reinigung benötigt. Der Hausmeister ist nebenberuflich angestellt.
    Es gibt oft einfachstes, geschmackloses Essen und das aller billigste Wasser/ Säfte – Kaffee und Kuchen nicht zu vergessen.
    Tagsüber sind bei einer Heimbewohnerzahl von 60 -70 Personen ca. 3- 4 Fachpfleger und etwa 3 bis 4 Hilfskräfte anwesend.
    Nachts sind dann meist 3 Fachpfleger in Dienst. Hab aber auch schon erlebt, dass für 45 Heimbewohner nachts nur 1 Fachpflegekraft mit einer ungelernten Hilfskraft anwesend
    war. Dazu kommen natürlich noch die Nebenkosten und die laufenden Unterhaltskosten im Allgemeinen.
    Bezahlen muss ein Heimbewohner in so einer privaten Einrichtung (inklusive Kassenzuschuss) -je nach Zimmerbelegung- ca. 2600 – 2900 Euro monatlich.

    Wenn ich jetzt zusammenzähle, dürfte es sich für ein privates Unternehmen durchaus lohnen, eine Einrichtung zu betreiben.
    Nun noch eine Anmerkung zu den Vorschriften:
    Vorschriften sind nur etwas wert, wenn sie auch überprüft werden können.
    Die allermeisten Kontrollen d. Einrichtungen sind oftmals Tage zuvor angekündigt und bekannt.

    Zusatz: Wie bereits in einem vorigen Beitrag angegeben, kann ich zur T. u. T. -Einrichtung keine Angaben machen und meine Beiträge beziehen sich auch nicht auf dieses Unternehmen, da mir diese Einrichtung nicht bekannt ist.

  • erich honecker

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    alt werden im Kapitalismus, wo nackte Zahlen über Schicksale und Wohlergehen entscheiden, kann hässlich und grausam sein

  • Barnie Geröllheimer

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    Äärisch, endlich biste wieder da…
    Wirst es machen wie früher, hast schon recht. Kamst ohne Seniorenheime (Tschuldigung: Wohnstätten) aus. Da sind die Alten in Deinem eingezäunten Areal aus Mangel an sauberer Luft und anständigen Lebensmitteln zum Wohle der sozialistischen Gesellschaft frühabgelebt. Wart noch ein Bisschen, dann ist auch hier soweit. Die Gerechtigkeitsparteien werden schon die Armut für Alle schaffen und dann ist Altwerden kein gesellschaftliches Problem mehr….

  • erich honecker

    |

    @Barnie Geröllheimer
    „zum Wohle der sozialistischen Gesellschaft frühabgelebt“

    in Würde im gesegneten Alter biologisch abzuleben ist immer noch besser als wie ein lebendes Stück Fleisch am Leben erhalten zu werden um möglichst viel Profit und return of investment heraus zu kitzeln und zu generieren.

  • Piedro

    |

    @erich honecker
    „in Würde im . Alter biologisch abzuleben ist immer noch besser als wie ein lebendes Stück Fleisch am Leben erhalten zu werden um möglichst viel Profit und return of investment heraus zu kitzeln und zu generieren.“

    Dem widerspricht bestimmt niemand. Aber Sie machen einen Denkfehler. Man muss die Senioren ja nicht am Leben erhalten, wenn sie nicht gerade ein medizinischer Notffall sind. Die Fluktuation ist kein Problem für das Geschäftsmodell, in der Regel ist Vollbelegung garantiert. Das Bett muss nur neu bezogen werden. Wenn die Person sich an einem Ort befindet, der durch andere Nutzung einen besseren Kapitalertrag bringt, wird er halt an einen anderen Ort verbracht. Sind ja nur noch ein paar Jahre, und wer nicht will der hat schon.

    Die Stadt Regensburg steht vor einer großen Aufgabe. Ein Pflegeplatz ist keine Notunterkunft, und selbst die kann sich kein Referent aus den Rippen schneiden. Mal sehen wie viele im Landkreis bleiben. Aber vielleicht überrascht uns ja noch Frau von mit einer Lösung? Es lässt sich schließlich auch berechnen wie hoch der finanzielle Aufwand ist um die verbliebenen Bewohner bis an ihr Lebensende würdig zu versorgen, da wo sie sind. Man kann ja derweil schon mal die Planungsbeauftragten der Stadt und des Bauunternehmers des Vertrauens durch die Liegenschaft führen und ein paar Genehmigungsverfahren auf den Weg bringen. Das noch feinfühlig ins Stadtmarketing verwoben und mit einem PKK-Knaller versehen müsste doch einiges an fürstlicher Publicity, Öffentlichkeitsbeeinflussung wert sein, gerade wenn die CSU sich fragt wo der Bartl jetzt verdammt noch eins den Most her holt.

  • highwayfloh

    |

    @lothgaßler:

    Sie schreiben, dass Sie nur Ihre Meinung Kundtun und beanspruchen hierbei zugleich, dass diese Respektiert wird. Warum gestehen Sie dies nicht anderen Kommentatoren / Kommentatorinnen ebenso zu? Ja, ich habe provokativ formuliet, Sie aber auch!

    Insgsamt, kann man aus Ihren Aussagen und Ausführungen schließen, dass Sie ein Fan des Turbokapitalismus sind und es befürworten, wenn die Gesellschaft nach dem Motto verfährt: „Rentabel für sich und andere, dann ist es in Ordnung – wer dies nicht (mehr schafft, muss halt sehen, wo er / sie bleibt. (Ja, wieder provokativ formuliert).

    Wie ich schon mit meinen Fragen an Sie ausgeführt habe: Müssen wir uns alle als Gesellschaft nicht die Frage stellen, ob wir ob dieses Denkens und Handelns nicht einen Irrweg beschritten haben?

    Um es nochmals zu verdeutlichen:

    Natürlich kann G v. T&T sagen, dass Sie persönlich nicht für die Handlungsweise der ihr unterstellten juritischen Personen verantwortlich ist (GmbHs etc.), dennoch darf man den moralischen Aspekt hierbei nicht aussen vor lassen, gerade da diese Frau ja so sehr Wert darauf legt, sich öffentlich ob Ihrer Moral-Ansprüche zu produzieren und nicht damit geizt, diese als Maßstab für alle zu propagieren.

    So wie ich Ihre Aussagen verstehe, sehen Sie keinen Grund dieses Gebaren kritisch zu hinterfragen. Nichts anderes habe ich mit meinen Anmerkungen ausgedrückt und ganz wie bei Ihnen, ist dies einfach nur meine persönliche Meinung, ob die Ihnen jetzt gefällt oder nicht.

  • Wunderbar

    |

    Der Bericht ist schön kritsich geschrieben , wunderbar, aber auch nicht mehr Fakten wie in der MZ.

    32 000 EUR im Monat oder Jahr?

    Fehlende Fragen und Antworten an die Stadt und Gloria:

    -Wieviel Zuschuss bekommt Gloria für das Gebäude ?
    Wieviel bekommt die Firma für wieviel Rentner vom Staat gezahlt ?
    Wieviel Angestellte hat die Firma? Erst dann kann man
    das ganze beurteilen…

    -Ist es wirklich nötig wegen fehlenden 14 000 EUR zu diskutieren ?
    Dh. verdient der Geschäftsführer wirklich zu wenig ? Oder
    ist er schon zu reich ?

    – Müssen Altenheime auch die normale Grundsteuer zahlen ? Schlösser auch ?
    Ode Sondervereinbarungen ?

    -Wieso hat die Webseite kein korrektes Impressum ? Auch wenn sie gerade überarbeitet wird, muss ein Geschäftsführer angegeben werden.

    -Wurde etwa schon abgemahnt und muss jemand zahlen für den Verstoss?

    -Wurden wirklich alle Rentner gefragt , ob es ihnen auch wirklich da gefällt ?
    Oder gab es auch Reklamationen ? Essen ? Hygiene?

    -Gibt es weietre Baumängel ? Auflagen die man nun umsetzen muss?

    -Ist eine Kommunikationsanlage ein gesetzlicher Grund ,Rentner keinen Unterschlupf mehr anzubieten , nicht mal für eine eine Übergangszeit ?
    (kriminell oder?)
    ( Ja und nebenbei ,wieso werden andere Cafes und Restaurants, in die auch Rentner gehen , nicht regelmässig auf Hygiene untersucht , oder defekte WCs ( alte Mälze )
    oder ob sie die Inhabernahmen an der Tür ausschreiben ( was viele heut noch nicht tun ) , usw…)

    – Gibt es bereits Pläne für ein Hotel ?

    – Steigen dann auch die Kosten wenn sie rüber ins Candis ziehen ? Vermutlich schon.

    – Wem gehört das Candis? Wer ist beteiligt ?

    Angenommen Glorias Hotel ( Das die zwei alte Anselms mit Hochgradfreimaurerei
    vor vielen Jahren von Sklaven bauen haben lassen und sich damit noch weitere
    Reichtümer aneigneten , sich über ganz Deutschkand ausbreiteten und sich in andere Fürstenhäuser reinvermehrten….)

    wird fast vom Staat bezahlt , die GmbH ist ausgenommen worden und es gibt noch zusätzlich Reklamationen , dann wäre die Sauerei grösser wie hier berichtet.

    Wenn der Staat für dieses Haus nichts trägt , wenig zahlt und Gloria für sehr günstige
    32 000 / Jahr vermietet hätte, dann wäre ich auf Glorias Seite. Der Preis wäre fair und sozial.
    Eher schon etwas sehr günstig.

  • Wunderbar

    |

    @ Mr B:

    „Bezahlen muss ein Heimbewohner in so einer privaten Einrichtung (inklusive Kassenzuschuss) -je nach Zimmerbelegung- ca. 2600 – 2900 Euro monatlich.“

    Das stimmt so nicht.
    Es gibt schon welche am Land, die kosten 2000 EUR und gelten als teuer.
    Dh. auch unter 2000 EUR gibt es sie noch. Wer hat den bitte 2000 EUR in der Rente?
    Beamte evtl oder Glückspilze,
    Musst halt umziehen ….sagt dann der Staat zur Omi.Weit weg aufs Land….

    Diese Privatisierung , die ja die Politik seit langem unerstützt , ist rein auf das ausgelegt ,dass Unternehmer , Freunde der Politiker und Konsorten , sich damit bereichern können.

    Und deshalb muss man das ganze System stürzen ! So darf es nicht weitergehen.
    Profitgier mit/durch arme Menschen !

    NO !

  • Barnie Geröllheimer

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    Hurra, stürzen wir das System und übereignen Alles dem Volk. Von der Mangelwirtschaft in die Volkswirtschaft. Nichts muß mehr der Profitgier des Einzelnen/Gruppe überlassen werden. Alle handeln kollektiv und fokussieren ihre Kräfte in dieselbe Richtung. Keiner muß selbst mehr was unternehmen, denn das kollektivierte Volk macht das schon. Und wenn es endlich soweit ist, werden Diejenigen, die heute nach Umsturz rufen, wieder Diejenigen sein, die zuallererst nach einen neuen Umsturz rufen. Warum? Na, sie haben festgestellt, dass wieder etwas Scheiße ist, aber anstatt was zu tun, nur weiter fordern.

  • Piedro

    |

    @Barnie Geröllheimer
    Anscheinend haben Sie weder den Artikel noch die Kommentare verstanden, anders kann ich Ihren Rückschluss auf einen Systemsturz, Enteignung und Planwirtschaft nicht verstehen. Ihre Faktenallergie und Argumentabstinenz in allen Ehren, es geht nicht um einen Umsturz, derartige Phantasien werden nur in einer eher begrenzten Klientel für denkbar gehalten. Nichts dergleichen wurde zur Diskussion gestellt, Ihr Hurra! ist deshalb in den Wind gehupt. Bestimmt haben Sie auch etwas mitzuteilen, dass sich auf den Artikel oder etwas tatsächlich geschriebenes bezieht? Andernfalls danke ich für Ihren Beitrag, immerhin halten sie Qualität Ihrer Wortmeldung konsequent niedrig.

    Immerhin kann Ihrer Einschätzung in einem Punkt zustimmen: das „kollektive Volk“ macht das schon. Der Diskurs hat begonnen, er verdichtet sich gerade, ob es um Altenpflege, Lohn- und Steuergerechtigkeit, Behördenwahnsinn oder sonstwas geht. Das Versagen der politisch „verantwortlichen“ wird bestimmt nicht durch die Bevölkerung legitimiert, die sich sachlich und konstruktiv in den Disput einbringt. Dazu braucht es keine Empörungsbürger die per Whats AP über das neueste Spektakel der Wahrhaftigen unterrichtet werden und sich politischen Profiteuren zur Verfügung stellen, die Themen werden gerade da sachlich diskutiert wo die Schreihälse der Nation nur dumme Sprüche bringen um den Austausch zu behindern. Der Disput geht trotzdem weiter, und nur wenige befürchten er könnte in eine Enteignung für ein Volkskollektiv münden. Das ist fast so putzig wie die Umvolkungsarie.

  • Stefan Aigner

    |

    @Wunderbar

    Einige Fragen kann ich Ihnen beantworten.

    Das mit der Pacht habe ich eben ergänzt – es geht um die monatliche Summe.
    In der Seniorenresidenz selbst arbeiteten nach meinen Informationen 34 Beschäftigte.
    Die Kommunikationsanlage allein wäre nach Einschätzung eines Pflegeexperten, mit dem ich gesprochen habe, noch kein Grund für die Aufrechterhaltung des Aufnahmestopps gewesen. Hinzu kam aber der Personalmangel – zu wenig Fachkräfte, was wohl auf die Überschuldung der GmbH zurückzuführen sein dürfte. Weitere Auflagen gab es nach unserem Kenntnisstand nicht.
    Beschwerden der Heimbewohner gab es nach den mir vorliegenden Unterlagen kaum. Die Bewohnerzufriedenheit war, wie im Bericht erwähnt, durchweg hoch.
    Beim Candis hat vor einiger Zeit der Betreiber gewechselt. Es ist von Bayernstift auf die Charleston Gruppe übergegangen. Laut Gesprächen mit einigen Bewohnern ist die Unterbringung im Candis geringfügig teurer als in der Seniorenresidenz, allerdings kommt es auf den jeweilgen Pflegegrad der Betroffenen an.
    Mir liegen stichhaltige Hinweise (Aussagen) dazu vor, dass die Immobilienverwaltung Thurn und Taxis allenfalls geringes, eher gar kein Interesse hatte, einen neuen Betreiber zu finden. Das obwohl – wie mir Insider versichert haben – ein wirtschaftlicher Betrieb durch einige Umstrukturierungen möglich wäre. Deutet das auf Hotelpläne hin? Möglicherweise.
    Ich werde versuchen, die übrigen Anregungen für die weitere Berichterstattung zu berücksichtigen. Danke.

  • Piedro

    |

    @Stefan Aigner
    „Ich werde versuchen, die übrigen Anregungen für die weitere Berichterstattung zu berücksichtigen. Danke.“

    Es bleibt also spannend. :)

    Zu wenig Fachkräfte… Wie ist das zu verstehen? War der Anteil an Fachkräften beim Personal nicht ausreichend oder stand zu wenig Personal für eine Vollbelegung zur Verfügung? Ist so auch zu verstehen, dass der neue Arbeitgeber nur die meisten Angestellten übernehmen wird, also nur die Fachkräfte?

    Dann stellt sich mir die Frage: Die Seniorenresidenz GmbH, die nun in der Insolvenz ist, fungierte als Verwalter des Geschäftsmodells Seniorenunterbringung? Die Dienstleistung wurde durch Verträge mit einer anderen GmbH geleistet, entpsrechend hat die Residenz-GmbH keine rechtliche Verpflichtung. Zumindest im Geschäftsbereich des Münchner Anbieters war klar von Missmanagement die Rede. Auf die Residenz-GmbH bezogen ist das (noch) nicht der Fall (oder ich hab’s überlesen). Der Konkurs der Residenz-GmbH wurde also durch die Insolvenz des Vertragspartners ausgelöst. Deshalb war der Insolvenzverwalter anfangs zuversichtlich: das Geschäftsmodell bleibt tragbar. Der Ansicht war auch eine ungenannte Zahl an Interessenten.

    Der Insolvenzverwalter verhandelt jedoch nicht nur mit Investoren und der von Insolvenz betroffenen GmbH, sondern auch mit den Gläubigern. Die dürften seiner Einschätzung von der Profitabilität alternativer Anbieter wohl gefolgt sein, sonst hätte er die bisherigen Verhandlungen nicht für aussichtsreich halten können. Allerdings verhandelt er auch mit der TT-Immo-GmbH, und die sagt ganz klar an: Die Pacht bleibt wie sie ist. Deshalb geht die Residenz-GmbH doch in Konkurs.

    Mir stellt sich da die Frage: bleiben da im Verantwortungsbereich der Residenz-GmbH irgendwelche Gläubiger über? Der münchner Konkurs ist bestimmt auch ein interessantes Thema… Die putzen sich selbst ab… Die Geschäfte könnten weitergeführt werden, aber der Eigentümer der Gesellschaft hat lieber eine geregelte Pleite um das Eigentum, Grundlage für das eigene Geschäftsmodell, zeitnahe einem anderen Nutzen zuzuführen. Im gewählten und geregelten Insolvenzverfahren, in dem die eigenen Eigentümer den Weiterbetrieb verhindern.

    Irgendwie kommt es mir vor als dürfte das so nicht sein… Vielleicht ist das juristisches Glatteis. Oder es wurde schon in den 50ern höchstrichterliche geurteilt, dass es so und nicht anders zu sein hat. Ich kenne mich da nicht so aus und hoffe aufrichtig, dass nicht eine vordatierte Stadtratentscheidung im Anzeigenblatt veröffentlicht wird ehe RD sie auf den Schirm kriegt.

    Auf das Insolvenzverfahren bin bestimmt nicht nur ich gespannt.

  • Mr. B.

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    @wunderbar

    Die von mir angegebenen Preise beziehen sich auf private Unternehmen und entsprechen tatsächlich der Wahrheit, natürlich auch ab einem bestimmten Pflegegrad.
    Bezahlen, neben der Pflegekasse, muss natürlich auch der Bewohner und wenn die Rente und das Ersparte der Bewohner nicht ausreicht, bzw. das Ersparte aufgebraucht ist, geht die Sozialkasse an die nächsten Angehörigen heran und jeder wird vollständig auf sein Vermögen geprüft.
    Aber im Kern bleibt die Frage, muss ein Platz so teuer sein, wie ich eingangs beschrieben habe, oder hat es nicht doch mit größtmöglicher Rendite für den priv. Betreiber zu tun, da ja erfahrungsgemäß die Fachpfleger und die Hilfsangestellten nicht gerade üppig für Ihre hart geleisteten Dienste und auch Überstunden verdienen. Sie sind einfach im Grunde für ihre harte Arbeit schlecht bezahlt.

  • Mr. B.

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    @wer auch immer

    Wo ist „wer auch immer“?

    Nachdem ich Ihnen einige tatsächliche Fakten antwortete, hätte ich schon gedacht, dass Sie sich auch hierzu in irgend einer Weise äußern.
    Nur von Vorschriften zu sprechen, welche es zwar gibt, welche aber nicht immer zutreffen und auch eingehalten werden müssen, zeugt nicht gerade von Realitätswissen Ihrerseits, es sei denn, ich habe bei Ihnen (vielleicht als Betreiber oder Mit-Investor einer Pflegeeinrichtung) den Nerv getroffen.

  • Irene-Senta Kruss

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    Irmi
    Das typische Beispiel dafür, das es hier um Profit geht, falsch kalkuliert wurde,
    auf Kosten der Senioren, die hier ihr Zuhause gefunden hatten.
    Die letzte Station im Leben, die die Menschen dort als Familie sahen und erlebten.
    Dieses Unternehmen, samt Fürstin, sollte sich in Grund und Boden schämen.
    Hier wird wieder mal Wasser gepredigt und selber Wein getrunken.
    Ich wünsche den Menschen alles erdenklich Gute und ein neues, schönes Zuhause.
    Bestätigt mal wieder -viel Geld – viel Macht.

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