Schaidinger: „Es gibt keinen Brückenstreit“

In der Diskussion um eine Ersatztrasse für die Steinerne Brücke versucht der Regensburger Oberbürgermeister die Wogen zu glätten – und Kritiker zu rügen. Den Medien wirft er vor, einen Brückenstreit konstruiert zu haben, der „nicht einmal ansatzweise existiert“. Er sieht sich falsch zitiert. Auslöser des angeblich nicht vorhandenen Brückenstreits ist das sogenannte „Welterbeverträglichkeitsgutachten“. In der Sitzung des Planungsausschusses am vergangenen Donnerstag wurde es den Stadträten zur Kenntnisnahme vorgelegt und heftig diskutiert. Die darauffolgende Berichterstattung führte zu deutlichen Reaktionen von Generalkonservator Egon Greipl und Icomos-Vizepräsident Wilfried Lipp. Beide sitzen im Welterbe Steuerungskomitee der Stadt Regensburg, das als direkte Schnittstelle zur Unesco eingerichtet wurde, Lipp als Vorsitzender (Mehr zum Komitee). Greipl hatte in einer ausführlichen Erklärung das Gutachten auseinander genommen, Lipp warf Schaidinger in einer E-Mail vor, eine Stellungnahme der Denkmalexperten im Komitee gegenüber der Unesco unterschlagen zu haben. Er, Greipl und der Generalkonservator Tschechiens, Josef Stulc, lehnen darin die Westtrasse ab. Schaidinger sieht sich falsch zitiert und legt nun Auszüge aus dem Wortprotokoll der Sitzung vom letzten Donnerstag vor. Demnach hat er nie behauptet, das Steuerungskomitee hätte dem Welterbeverträglichkeitsgutachten zugestimmt (Auch unsere Redaktion hatte diese Aussage Schaidingers falsch wiedergegeben. Wir entschuldigen uns dafür. Der Fehler wurde zwischenzeitlich korrigiert.). Die Reaktionen von Greipl und Lipp führt Schaidinger im Wesentlichen auf dieses falsch wiedergegebene Zitat zurück. Während der OB sich mit direkter Kritik an Greipl zurückhält, hat er Lipp einen geharnischten offenen Brief geschrieben. Vor allem die jetzt öffentlich gewordenen Meinungsverschiedenheiten zur Westtrasse innerhalb des Komitees scheinen Schaidinger ein Dorn im Auge zu sein. „Die Konsequenz Ihrer Äußerungen in der E-Mail ist eine Fortsetzung des vermeintlichen ‚Brückenstreits’“, schreibt Schaidinger an Lipp. Dieser habe mit seiner öffentlich geäußerten Kritik die Zielsetzung einer sachlichen und vertrauensvollen Zusammenarbeit diskreditiert. „Es liegt jetzt primär an Ihnen, darüber nachzudenken wie Sie künftig als Vorsitzender dieses Gremiums dem Anspruch dieser Institution gerecht werden können“, so Schaidingers Rat. Lipp wäre nicht der erste Kritiker der Westtrasse, der auf Druck der Stadt Regensburg seinen Hut nehmen müsste (Mehr dazu). Unabhängig vom Auslöser des neuerlichen öffentlichen Brückenstreits wird wieder einmal deutlich: Einflussreiche Denkmalschützer lehnen die Westtrasse ab. Und deren Votum, insbesondere das des bayerischen Landesamts für Denkmalpflege, steht über dem der Unesco. Bislang ist es der Stadt auch nicht gelungen, die Bedenken des Landesamts zu entkräften. Als letzte Möglichkeit bleibt der 600.000 Euro teure Architektenwettbewerb. Ein hochrangiger Vertreter aus der Koalition sieht die Situation in Sachen Brückenbau als derzeit eher aussichtslos an. „Gebaut wird bis zum Ende der laufenden Stadtratsperiode nichts mehr. Erstens haben wir kein Geld. Zweitens muss da noch sehr viel abgestimmt werden und drittens wird es sicher mindestens ein Bürgerbegehren geben.“

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Kommentare (30)

  • Veits M.

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    Und der Schnee ist schwarz ….

  • Altstadtfreund

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    Fast „schwarz“ malten Busgegner Ihren realitätsfernen Alptraum einer Busbrücke an, damit er „brutal“ aussieht.
    Schwarzmalerei hätte Herr Riepl gern im Gutachten gesehen.
    Duft von schwarzem ESPRESSO am Bett => Aufwachen aus dem Alptraum!

  • Jeremias Weinknecht

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    Immer wieder stereotyp ist der OB missverstanden, nur unzureichend wiedergegeben oder ganz einfach falsch verstanden worden! Erst mal was behaupten, dann kann man ja immer noch irgendwie mit verbalen Finten zurückrudern und den Journalisten die Schuld in die Schuhe schieben! Typisch für Fallschirmspringer! Noch einen Meter vor dem Aufprall hoffen sie, der Schirm geht schon noch auf!
    Was ist das nur für ein Stadtrat, der diese Masche noch immer nicht durchschaut hat?

  • gifthaferl

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    „„Es liegt jetzt primär an Ihnen, darüber nachzudenken wie Sie künftig als Vorsitzender dieses Gremiums dem Anspruch dieser Institution gerecht werden können“, so Schaidingers Rat.

    Lipp wäre nicht der erste Kritiker der Westtrasse, der auf Druck der Stadt Regensburg seinen Hut nehmen müsste“
    Artikel

    Diese Frage stellt sich allerdings: Welchen Anspruch soll diese Institution eigentlich haben?

    Von städtischer Seite ja wohl offensichtlich ausschließlich den, das Welterbekomitee zu verschaukeln.

    Vorab Friede, Freude, Eierkuchen herstellen (mit allen Mitteln allerdings, wer nicht für uns ist, muss aber selbstverständlich weg) – was sind wir doch gutwillig – wir sind ja nicht Dresden, wir gehen nicht auf Konfrontation – mit dem Unesco Komitee jedenfalls nicht.

    Ich weiß ja nicht, ob in diesem Komitee wirklich nur Leute sitzen, die selber nicht die geringste Ahnung haben, und die alles absegnen, was ihnen diese hiesige Steuerungs – Manipulations – Institution vorlegt.
    Bei der Stadt scheint man das zu denken.

    Ich wiederum könnte mir vorstellen, dass durchaus fachliche Ahnung vorhanden ist, und dass die einen oder anderen untereinander auch ganz unabhängig vom Regensburger OB kommunizieren, und so auch der vertrauensvolle und freundliche Umgang(ston) der Stadt mit den Fachvertretern im Steuerungskomitee die Runde im Welterbekomitee macht.

    Die haben ja nun bereits hinreichende Erfahrung mit deutschen Kommunalpolitikern, die werden solches sicherlich interessiert zur Kenntnis nehmen.

  • Reinhold Breuer

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    Prof. Wilfried Lipp und Dr. Josef Stulc (ICOMOS) vertrauten dem Kollegen Greipl: Missbrauch vom Stadtkenner?

    Update zum Beitrag http://www.regensburg-digital.de/welterbe-steuerungskomitee-startet-mit-spannender-zusammensetzung/12022009/#comment-12729
    Eindeutig – aber nur mit Mühe aus dem Gutachtenbild „Lage der Ostrasse“ S.29 zur Welterbeverträglichkeit erkennbar – betrifft das Südende der Westtrasse den nordwestlichen Randbereich der ausgewiesenen Kernzone des Welterbes. Die Westtrasse betrifft ab der nördl. Brückenrampe sogar den äußersten Rand der Kernzone und liegt mit dem größten Teil nicht nur längs des Kanals völlig außerhalb der Kernzone, wie die Hinzunahme einer Karte der Welterbegrenzen beweist:
    http://www.regensburg.de/welterbe/stadt_der_1000_denkmaeler/karten_und_plaene.shtml

    Der Regensburgkenner Greipl musste das mühelos wissen, als er in seiner auch an ICOMOS (Paris) geschickten Stellungnahme schrieb: „… Unzutreffend ist die Bewertung, es seien durch die Ersatztrassen nur Randlagen der ausgewiesenen Kernzone des Welterbes betroffen (S. 8 und S. 29). Das Gegenteil ist der Fall: Die Trassen liegen zentral im Welterbebereich,…“

    In Greipls Pkt.2 ist dieser falsche „Beleg“ der einzige für seine einleitende Wertung
    „Die Tendenz, das Risikopotential zu verniedlichen, ist in diesem Gutachten nicht zu übersehen.“

    Haben Lipp und Stulc zu kollegial vertraut?

    http://www.regensburg.de/rathaus/aktuelles/neuigkeiten/welterbevertraeglichkeitsgutachten/36789
    http://www.mittelbayerische.de/nachrichten/artikel/stellungnahme_des_bayerischen_/567736/stellungnahme_des_bayerischen_.html

  • Pro Osttrasse

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    World Heritage FAIRY TALES sent to ICOMOS (Paris) by Prof. Wilfried Lipp?

    AUßERHALB der Kernzone des Welterbes liegt die östlich geplante Bustrasse überwiegend, wie das Bild „Lage der Osttrasse“ auf S.29 des Verträglichkeitsgutachten zeigt. Der kleinere Abschnitt liegt am ÄUßERSTEN nordöstlichen Rand. Nichts liegt ZENTRAL im Welterbebereich.

    Ist Greipls Tatsachenbehauptung „Die Trassen liegen zentral im Welterbebereich“ hinsichtlich der Osttrasse sachlich erklärbar mit besonderer Perspektive eines Denkmalschützers oder eines Historikers und vor allem mit der eines Regensburgkenners? Je genauer man Greipls apodiktische Stellungnahme anschaut, desto mehr erstaunt sie.

    Für eine sachliche Prüfung fehlte Lipp wohl die Zeit. Bleibt er nibelungentreu bei „zu kollegialem“ Vertrauen für den Regensburgkenner Greipl?

  • gifthaferl

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    „Das Gegenteil ist der Fall: Die Trassen liegen zentral im Welterbebereich, !!!! zu dem ja auch die Gewässerflächen gehören. !!!!!
    An anderer Stelle des Gutachtens (S. 75) wird dies dann doch noch konzediert: trotz der Lage der Westtrasse im Kernbereich des Welterbeareals…“

    http://www.mittelbayerische.de/nachrichten/artikel/stellungnahme_des_bayerischen_/567736/stellungnahme_des_bayerischen_.html

    „Eine direkte
    Auswirkung auf die gestaltprägenden Elemente des Stadtzentrums

    südlich der Donau, die den ́außergewöhnlichen universellen Wert ́ des

    Welterbes maßgeblich bestimmen, ist daher !!!!!!!! TROTZ der Lage der West-

    trasse IM Kernbereich des Welterbeareals !!!!!!!!!!! nicht zu verzeichnen.“

    http://srv19.regensburg.de/bi/___tmp/tmp/45-181-136524427232/524427232/3584820/00045358/58-Anlagen/02/139_Welterbevertraeglichkeitsgutachten.pdf
    S. 75

    @ Reinhold Breuer
    Nicht einmal das der Stadt gefällige Gutachten behauptet was Sie behaupten.

    „3.Dem Gutachten mangelt eine präzise denkmalfachliche Begrifflichkeit. Was sind etwa Berührungspunkte mit denkmalgeschützter Bebauungsstruktur (S. 14)? Warum werden Baudenkmäler klassifiziert als wertvolle Baudenkmäler (S. 23), wichtige Baudenkmäler (S. 75) oder herausragende Einzelobjekte S.28)? Ist ein bauliches Ensemble (S. 24) etwas anderes als das Ensemble Regensburg und Stadtamhof i. S. des Bayerischen Denkmalschutzgesetzes? Falsch ist der Ansatz, die Auswirkungen der Trassen auf herausragende Baudenkmäler und Einzelobjekte zu betrachten. “

    Beantworten Sie das fachlich konkret Herr Breuer, schließlich bezichtigen Sie Greipl der Lüge, und Lipp und Stulc der vollkommenen fachlichen Inkompetenz, indem sie behaupten die wären darauf angewiesen Greipl einfach so zu Vertrauen………….

    Worin besteht eigentlich Ihre fachliche Kompetenz in punkto Denkmalschutz?
    Im Kartenlesen ja schon mal offensichtlich nicht.

    Da hätten wir dann noch was:

    „III. Der historische Aspekt

    1.Das Gutachten stellt bei der Bewertung der Westtrasse ausschließlich auf die visuellen Auswirkungen ab, und lässt den historischen Aspekt völlig außer Acht. Anders als Stadtorganismen wie Paris, Wien, London, die sich jeweils auf beiden Seiten eines Flusses entwickelt haben, war Regensburg in der gesamten Zeit seiner Entwicklung vom Frühen Mittelalter bis zum Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation von der Gegenüberstellung der Freien Reichsstadt am Südufer der Donau und dem auf bayerischem Territorium gelegenen Stadtamhof auf der Nordseite geprägt. Dies ist für das Welterbeareal ebenso wichtig wie der rein visuelle Aspekt.“
    ff

    IV. Widerspruch in der Bewertung

    Die Zusammenfassung und Bewertung (S. 77) beinhaltet einen eklatanten Widerspruch. Es wird zunächst eingeräumt, dass die Westtrasse durch ihre Nähe zum historischen Zentrum grundsätzlich das größere Einfluss- und Beeinträchtigungspotential gegenüber den zentralen Bestimmungsfaktoren des Welterbeareals besitzt (vgl. auch S. 24). Zur Osttrasse wird ausgeführt, dass diese unter dem genannten Gesichtspunkt nahezu wirkungslos sei, und daher das deutlich geringere Wirkungspotential im Welterbeareal entfaltet (vgl. auch S. 23). Die im luftleeren Raum stehende Folgerung ist: Dennoch werden beide Optionen als welterbeverträglich beurteilt. Der historische Kontext -ein erheblicher Mangel des Gutachtens- ist bei dieser Bewertung völlig ausgeblendet. Wenn man noch den Aspekt der historischen Dimension und der Bedeutung des Fehlens von gleichrangigen Brücken neben der Steinernen Brücke als bis heute anschaulichen Wert des Welterbeareals hinzunimmt, wird der Unterschied zwischen beiden Varianten geradezu fundamental.

    http://www.mittelbayerische.de/nachrichten/artikel/stellungnahme_des_bayerischen_/567736/stellungnahme_des_bayerischen_.html#567736

    Widerlegen und begründen Sie, wieso all das unter allen Denkmalschutzaspekten vollkommen egal ist.

    Damit, Fachleute aufs Übelste zu verunglimpfen kann es ja wohl nicht getan sein, oder?

  • Veits M.

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    „Pro Osttrrasse“ – der nachfolgende LINK informiert Sie über die seit langen Jahren bestehende Beschlusslage: Bis heute hat es jeder einzelne Stadtrat versäumt, diesen Beschluss in die Tat umzusetzen.
    Wer schafft an: der Stadtrat (in Vertretung des Souveräns) oder eine in Teilen intransparent agierende Verwaltung? Anders gewendet: was ist zu tun, damit demokratisch legitimierte Beschluss-Entscheidungen des Stadtrats auch umgesetzt werden?

    http://aktionboss.de/stellt-die-woehrde-endlich-unter-schutz

  • Reinhold Breuer

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    Schon geschrieben hatte ich von der Mühe, die Gutachtenseite 29 anzusehen, wobei mein Text sich offensichtlich auf die Karte „Lage der Westtrasse“ bezog.

    Sie dürfen auch ohne diese Mühe Herumgiften, Gifthaferl. Bevor ich aber auf Ihre Bitten eingehen kann, würde ich aber schon erwarten, dass Sie die beiden Lagekarten vergleichen mit meinem Text, dem Pro-Osttrasse-Text, dem Greipl-Text und zur Klärung beitragen.

    PS Ausrufezeichen kann ich länger!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

  • Altstadtfreund

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    Der Gutachtenlink: http://www.regensburg.de/dokumente/welterbevertraeglichkeitsgutachten.pdf

    WENN Greipls Falsches verkündete, musste er es Nicht nur als Regensburgkenner wissen, sondern weil er selber auf die richtige Gutachtenseite verwies.

    Entweder sind beide Lagekarten ganz falsch und Greipl behielt das für sich, oder Greipl schrieb ganz falsch, dann ergibt sich Gifthaferls Bewertung als „Lüge“.

    Also nicht kleinkindhaft einem der „Großen“ nachlaufen, sondern auf zu Seite 29, selber nachsehen. Der Unterschied zwischen Rand oder Zentrum der Kernzone sollte doch erkennbar sein.

  • Veits M.

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    Jenseits aller gutachtlicher Thematik – Vollzug des Art. 12 Bay.Naturschutzgesetz

    Auch Regensburg ist eine Stadt, deren Selbstverwaltung durch den Souverän grundgesetzlich garantiert ist. Als Ausfluss daraus hat lokale Gesetzeskraft der von mir in meinem letzten Beitrag zitierte Stadtratsbeschluss. So lange dieser Beschluss nicht umgesetzt bzw. ggf. durch die CSU mit den Stimmen der SPD aufgehoben wurde (contra Schöpfungs-Schutz, auf den sich die Schwarzen sonntags so gerne berufen), ist für jegliche Ersatztrasse kein(!) Raum – wenn man bereit und gewillt ist, sich an selbst beschlossenes „Recht und Gesetz“ zu halten.

    Es ist daher Aufgabe der Bürger, in ihrem Stadtteil den gewählten Repräsentanten auf dieses Demokratie-Defizit hinzuweisen und ihn zu fragen, was er bis wann mit wem zu tun gedenkt ….

    Für ein Bürgerbegehren wäre darüber hinaus der Ansatz über das Bayerische Naturschutzgesetz ein eleganter:

    „Sind Sie dafür, dass die Wöhrde nach Artikel 12 BayNaturSchG unter Schutz gestellt werden?“

  • Pro Osttrasse

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    Dem Apell von gifthaferl u.a. schließe ich mich an, zunächst zu klären, was das Gutachten behauptet er auf den Karten zur Lage der Ersatztrassen auf Seite 29.
    „Jenseits“ kommt später.
    Zentrum der Kernzone oder Randbereiche der Kernzone, was haben Sie gefunden, Herr Veits?

  • gifthaferl

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    @ Denkmalspezialisten

    Soso, S.29
    Nun ja, wäre man bis Seite 31 gekommen, hätte man auch in diesem Gutachten im Text nachlesen können, was eigentlich genau der geschützte Bereich ist.

    Auf der Stadtseite stünde es auch:
    „Eingetragen sind die Einzelbaudenkmäler, angrenzende Ensembles sowie die Pufferzone.

    Die Pufferzone umfasst jenen Bereich, der optisch im Blickfeld des Betrachters der zur Nominierung vorgesehenen Zone liegt.
    Die Grenzen der Pufferzone sind durch die Höhen des Donautales im Norden und Süden der Stadt natürlich definiert, ansonsten durch den Verlauf von Eisenbahn und Hauptstraßen. Damit besitzt die Pufferzone eine eindeutige und einprägsame Ausdehnung.“
    http://www.regensburg.de/welterbe/stadt_der_1000_denkmaeler/karten_und_plaene.shtml

    Geschützt ist also Kern– UND Pufferzone sowohl über den Denkmalschutz, wie auch als Welterbebereich eingetragen.

    Da muss man erst mal drauf kommen, dass es Leute geben kann, die ernsthaft meinen, bei einem in der Gesamtheit geschützten Bereich, wären nur Veränderungen in der Mitte (zentral) der Kernzone von Belang, der Rand dann schon mal gar nicht.
    Und die überdies nicht mal den gesamten geschützten Bereich zur Kenntnis nehmen.

    Ist nun klar, dass „zentral im Welterbebereich“ NICHT die Mitte der Kernzone bedeutet?
    Das ist eine sachlich, fachlich, gesetzliche „Perspektive“, mit Regensburg kennen hat das nichts zu tun.

    Wäre man im Text des Gutachtens dann noch weiter gekommen, dann hätte man sich immerhin wundern können, dass, das was vorher als geschützter Bereich noch definiert wird, hinterher überhaupt nicht mehr berücksichtigt wird.

    Begründet wird das auch, nämlich, dem Menschen fehlt nun mal in der Regel sozusagen der „Überblick“, er sieht meistens eh nicht das Ganze, also vergessen wir es einfach.

    Das nennt sich dann „Sichtfeldanalysen“, wobei man sich auf einige Standpunkte beschränkt, und ausdrücklich nur einen Übersichtspunkt (nördlicher Domturm) nimmt.
    Von den ausgewählten Standorten sieht mensch natürlich nur Ausschnitte, zumal die Ersatztrassen ja nicht 10 M hoch sind…………………..
    Das ist die „Perspektive“ des Gutachtens

    Das ist dann nett geschönt und ausgesprochen transparent bildmontiert, sofern man nicht genau hinsieht.

    Die Grundlage vor der geschützt wird ist allerdings die Gesamtheit des Bereiches, visuell und historisch, nicht vom Blickfeld eines Menschen aus, und gar nur von bestimmten Standorten.

    Muss man sich offensichtlich nicht drum kümmern, denn schließlich sieht ein Mensch vom Rathausplatz aus überhaupt keine Ersatztrasse, man könnte die Steinerne abreißen, auch das würde nicht weiter stören, von dem Standort………………….

    „Der Wahrnehmungsprozess von Stadt und Stadtraum erfolgt demnach
    grundsätzlich subjektiv, selektiv und additiv.“
    S.32

    Damit ist allerdings die Vorgehensweise der „Untersuchung“ hinreichend beschrieben, auch was den historischen Aspekt anbelangt.
    Was nicht Mittelalter ist zählt eh nicht, und ein bisserl eingreifen geht freilich auch da.

    Dass man sich, wenn man sich um die (gesetzlichen) Grundlagen des Denkmalschutzes etc.schon nicht schert, erst recht nicht um „leider“ noch nicht umgesetzte Beschlüsse des Stadtrates nicht kümmert, das versteht sich – Naturschutz, öko, was soll das denn nun wieder………..

    L’État c’est moi!

    Na, dann schaun mer mal, ob das auch so stimmt, dass man sich in Regensburg alles zurechtdefinieren kann, wie es einem beliebt, weil man sich kleinkindhaft omnipotent wähnt, und was man selber nicht sieht, auch kein anderer sehen kann.

  • Veits M.

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    „Pro Osttrasses“ Frage
    „Zentrum der Kernzone oder Randbereiche der Kernzone, was haben Sie gefunden, Herr Veits?“

    führt zunächst weg, von der Frage, OB jegliche Veränderungen auf den Wöhrden überhaupt demokratisch legitimiert sind. Hierzu meine beiden Beiträge, die das Wesentliche zusammenfassen und via LINKS auch tiefer führen. Ein auf demokratischer Grundordnung basierendes Bürgerengagement für eine weitere nachhaltige Entwicklung der Stadt wird diese strategische Frage zuerst zu beantworten haben.

    Ihre Frage, Mr. Osttrasse, führt zum Stichwort der „Pufferzone“.

    Die UNESCO kennt das Welterbe in doppelter Ausführung: zum einen „Kulturerbe“ – zum anderen „Naturerbe“. Stets fällt der je unmittelbar anschließende räumliche Bereich in die gleichsam schützenswerte „Pufferzone“ ( siehe dazu Baugenehmigung Thurn und Taxis zum Umbau des Schlosses zum Hotel: Der Kernbereich des Welterbes hat in der Allee ihre Grenze; was nicht bedeutet, dass der Bereich unmittelbar südlich der Allee nicht kulturschutzwürdig wäre – Ausstrahlungswirkung).

    Das Regensburger Welterbe ist im Übrigen „nur“ auf das Kulturerbe bezogen. Daher dürfte die Osttrasse gar nicht ohne weiteres von dem „Kulturerbe“ umfasst sein – zumal soweit die geplante Busspur im
    „Grünen“ verläuft.

    Hier schließt sich der Kreis:

    Es ist Sache des Souveräns, die Grünen Auen der Wöhrde nach nationalem Recht selbst zu schützen. Der Weg führt – wie aufgezeigt – über Art. 12 BayNaturSchG; dieser Weg wurde bereits 1993 unter einer SPD-OB Meier beschritten. Dass der breits damals vom Stadtrat für notwendig erachtete Schutz bis heute nicht umgesetzt wurde, zeigt auf, welche Kräfte in dieser Stadt wirken, um demokratische Entscheidungsfindungen zu desavouieren.

    Ich meine daher:

    Es ist hohe Zeit, dass der Bürger in seiner Rolle als Souverän die Sache selbst in die Hand nimmt – der Weg dazu ist das Bürgerbegehren.

  • Altstadtfreund

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    Wilde Kollegenkritik Greipls ist rabulistisch und dies eindeutig belegt:

    Im Vergleich zu der Situation, bevor die Steinerne Brücke plötzlich für Busse gesperrt und saniert werden musste, bedeutet die geplante westliche Ersatztrasse eine

    a) Belastung von etwa 400m über die Donau bis zum Europakanal mit wenigen Einzelbaudenkmälern und Entlastung der etwa gleichlangen parallelen Strecke über die Steinerne Brücke zur Kanalschleuse mit mehr Einzelbaudenkmälern

    b) zusätzliche BELASTUNG VON ETWA 100m Straße in der Kernzone längs der Donau, nämlich zwischen Brunnleite und Weißgerbergraben (und 600m außerhalb der Kernzone, nämlich längs des Europakanals) durch täglichen Verkehr von 300 Bussen und zugleich eine ENTLASTUNG VON ETWA 500m, nämlich längs der Donau zwischen Steinerner Brücke und Weißgerbergraben, von diesem Verkehr direkt vorbei an vielen Einzelbaudenkmälern.

    Im Vergleich zum heutigen Provisorium für den Busverkehr ist die geplante Verkehrsverlagerung ebenfalls welterbepflegend.

    Auf eine Busbelastung der Altstadt (vgl.b = 100m) wies einst Prof. Achim Hubel (ICOMOS) mit Wohnsitz Regensburg energisch hin, auf die Entlastungen (500m) gar nicht.

    @gifthaferl
    Den GERINGEREN Schutz der Pufferzone hat Greipl in seiner Stellungnahme zum Gutachten gar nicht angesprochen, sondern NUR die Kernzone. Die ist im augenfälligen Randbereich unbestritten stärker geschützt als außerhalb, wodurch aus dem Randbereich selbstverständlich NICHT DAS GEGENTEIL wird, nämlich eine zentrale Lage innerhalb der ausgewiesenen Kernzone des Welterbes.

    Vielleicht fängt aus Sicht eines Bauingenieurs die westliche Bustrasse im Norden erst an, wenn sie in die Kernzone eintritt, weil entlang des Europakanals nichts umzubauen ist. Da auch an den Kanal erstmals Busse zu verlagern geplant ist, um die Busverkehrsqualität nach Norden wieder herzustellen, betrachte ich auch dies als Teil der westlichen Bustrasse. Der Teil wird zwar nicht mehr auf dem Bild „Lage der Westtrasse“ gezeigt, jedoch auf der Welterbekarte der Stadt. Indem das Gutachten den Teil wegließ, „verniedlichte“ es nicht die Lage – ganz im Gegenteil.

    Giftig und voller Unterstellungen schreiben Sie, Gifthaferl, um diese Lagebestimmung herum (auch die der Osttrasse). Verzeihen Sie bitte das ebenso giftige Wort „kleinkindhaft“. Läßt man Greipls „zentral im Welterbebereich“ außer Betracht, ist folgende Kollegenkritik Greipls rabulistisch und – wie ich finde – eindeutig belegt unhaltbar:

    „… UNZUTREFFEND ist die Bewertung, es seien durch die Ersatztrassen nur Randlagen der ausgewiesenen KERNZONE des Welterbes betroffen (S. 8 und S. 29). Das GEGENTEIL ist der Fall“

    Weichen Sie der Feststellung weiter aus, Herr Veits?

  • orano

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    @ altstadtfreund

    die wollen nicht hören, dass die Trasse Kepler-/Thundorferstraße in der Welterbekernzone von hunderten Bussen täglich entlastet wird wenn die Westtrasse kommt, weil es den Meisten nicht ums Welterbe sondern und die Frage geht, ob der Bus vor ihrem ruhigen Häuschen am Oberen Wöhrd vorbeifährt oder nicht.

    Kurz gesagt es sticht das Florians-Prinzip. Eigennutz (persönliche Ruhe) vor Gemeinwohl (ÖPNV-Angebot und Welterbeschutz in der Donauparallele K-Th-Straße.

  • Veits M.

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    Ziel der Ersatztrasse: Erschließung von „Klein-Manhattan“ auf den Wöhrden

    Lieber Altstadtfreund,

    ich schreibe nur von der Osttrasse – noch nicht aufgefallen?

    Ich halte die Westtrasse als generell nicht machbar; in meinen Augen ist sie nur ein Ablenkungsmanöver,
    um die von Greipl im Grunde nicht bewertete Osttrasse durchzusetzen. Dafür spricht auch, dass man lange das Artenschutz-Gutachten zurückhielt und -hält?

    Schön ist jedenfalls Ihre Wortwahl („rabulistisch“).

    Demokratie JETZT!

    Es geht um eine von der Bürgerschaft herbeizuführende demokratischen Entscheidung, die im wesentlichen darum geht: Wollen die Regensburger, dass die Wöhrde weiter zugebaut werden – denn nur dafür will der scheidende OB eine sog. „Ersatztrasse“, die nach Fertigstellung und Ablauf einer Schamfrist jederzeit per Stadtratsbeschluss in eine „normale“ Straße umgewidmet werden kann – zum Zwecke der Erschließung des auszubauenden „KLein-Manhattan“ – als bevorzugte Wohnlage. Und das alles ohne Bebauungsplan (ohne Bürgerbeteiligung), ohne Berücksichtigung der das Bauen seit Jahren sehr einschränkenden wasserrechtlichen Vorschriften, unter Umgehung eines vom Stadtrat angenommenen Bürgerbegehrens und und und ….

    Hierzu sollten Sie sich vielleicht mal einlassen – und die ALTSTADTFREUNDE und deren Widerstand bündeln.

    Schöne Zeit
    M. Veits

  • gifthaferl

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    „Den GERINGEREN Schutz der Pufferzone hat Greipl in seiner Stellungnahme zum Gutachten gar nicht angesprochen“
    Altstadtfreund

    Richtig.
    Außer dir hat das überhaupt niemand getan, rat mal warum.

    „Vielleicht fängt aus Sicht eines Bauingenieurs die westliche Bustrasse im Norden erst an, wenn sie in die Kernzone eintritt, weil entlang des Europakanals nichts umzubauen ist“

    Die Sicht eines Bauingenieurs ist absolut irrelevant für den Denkmalschutz in diesem Zusammenhang.

    „Giftig und voller Unterstellungen schreiben Sie, Gifthaferl, um diese Lagebestimmung herum “

    Eigentlich habe ich nur die Lage des komplett geschützten Bereiches mittels Zitat zur Kenntnis gebracht.
    Aber wenn du offensichtlich der Deutung dieses Zitates nicht mächtig bist, und zudem noch erhebliche weitere Probleme mit der Deutung von allerlei Begriffen hast, keineswegs nur denkmalfachlichen, dann bilde dir halt ein was du willst.

    Welche Kollegen soll Greipl übrigens kritisiert haben, auch noch „rabulistisch“, in der Tat eine bemerkenswerte Wortwahl.
    Es waren keine Kunsthistoriker, Historiker, Archäologen….. am kritisierten Gutachten beteiligt, meines Wissens.

  • gifthaferl

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    „Eigennutz (persönliche Ruhe) vor Gemeinwohl
    orano

    Zum Stichwort „Eigennutz“ fällt mir doch glatt eine konkreten Gewinn bringende Variante ein.

    Wie wäre es mit Grundbesitz auf den Wöhrden?
    Wer solchen hat kann natürlich außerordentlich interessiert dran sein, dass die zugebaut werden, und somit auch an einer zusätzlichen mit Autos befahrbaren Brücke. (s. Beitrag von Herrn Veits)

    Vielleicht blinken ja die Eurozeichen ganz eigennützig in manchen Augen.

    Da weder die Fahrgastzahlen gesunken sind, noch es Beschwerden der Busfahrgäste hagelte, scheinen diese sich in ihrem Wohl nicht sonderlich beeinträchtigt zu sehen durch den Umweg der Busse.

  • Altstadtfreund

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    Weichen Sie der Feststellung FALSCHER Kritik zur Osttrasse weiter aus, Herr Veits („schreibe nur von der Osttrasse – noch nicht aufgefallen?“) vgl. Lagekarte Osttrasse auf Gutachtenseite 29?

    Experts-bashing in Greipls Stellungnahme an ICOMOS, Paris:
    „… UNZUTREFFEND ist die Bewertung, es seien durch die Ersatztrassen nur Randlagen der ausgewiesenen KERNZONE des Welterbes betroffen (S. 8 und S. 29). Das GEGENTEIL ist der Fall“

    (Bürgerbegehren begrüße ich. Aber in diesem Thread geht es um Welterbeverträglichkeit mit Gutachten und Stellungnahme dazu.)

  • Veits M.

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    Zu Herrn/Frau „Orano“ fällt mir der aktuell wieder vom zuständigen BVMinister Ramsauer (Staustufen) bemühte Ausbau der Donau ein: Auch dort will man Schützendeswertes zerstören – warum hat man nicht längst – die Diskussion geht seit wieviel Jahrzehnten – den mit weniger Tiefgang ausgelegten Neubau von Transportschiffen in Angriff genommen?

    In diesem Sinne wurde das mittelalterliche Wunder Regensburg nicht für (Groß)Buse gebaut.

    Frage also: Warum passt man den ÖPNV nicht den vorhandenen kleinteiligen Strukuren an (Stichwort: tangential statt sternförmig) und fängt im Übrigen an, sein individuelles Mobilitätsverhalten (Die Altstadt misst 1×2 km) mal gründlich wahrzunehmen, zu überdenken und ggf. zu ändern ….. ???

  • domiNO

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    @gifthaferl
    Worauf fußt die Annahme, dass die Anzahl der Fahrgäste nicht gesunken ist? Mir ist keine Quelle bekannt.
    Gerade die Westtrasse würde unabhängig davon das Gebiet um den Schopperplatz erstmals an den ÖPNV anschließen.
    @Veits
    Die Nutzer der Busse (vom Ausbildungsverkehr abgesehen) haben in erster Linie Bahnhof und Altstadt als Ziel, von daher plädiere ich strikt dafür, die Buslinien weiterhin nahe am Zentrum der Altsadt verkehren zu lassen. Ich erwarte, dass andernfalls die bisherigen Busfahrgäste eher den MIV als längere Fußwege wählen.
    Was soll z.B. der Vorschlag der Donauanlieger, Pfaffenstein und die Altstadt von der Linie 12 abzuhängen, und für die Berechnung der Mehrkosten vorauszusetzen, die Linien 12 und 17 (werktags im Stundentakt) hätten genauso viele Fahrten wie die Linien 4 und 13 (werktags im 20-Miuten-Takt)?
    Damit wird der Verein unglauwürdig.

  • Reinhold Breuer

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    Greipls FALSCHEN Satz „Gutachten lässt den histor. Aspekt völlig außer Acht“ widerlegen Gutachtenzitate eindeutig

    Ich distanziere mich von Gifthaferls „Lüge“ und „vollkommene fachliche Inkompetenz“ sowie davon, Forenteilnehmer oder andere „aufs Übelste zu verunglimpfen“ (aus gifthaferl
    26. Juli 2010 um 12:02 Uhr)

    Nachdem Gifthaferl öffentlich festgestellt hatte, dass mir zum Kartenlesen die fachliche Kompetenz fehlt, erläuterte es mir die Lagekarten der Ersatztrassen auf S.29 (Die Erläuterung lautete „Soso, S.29“). Drum gehe ich nur auf den Anfang aus seinem höflichen Wunsch an mich ein.

    Gifthaferl:
    „Widerlegen und begründen Sie,… (Greipls)
    ,III. Der historische Aspekt
    1.Das Gutachten … lässt den historischen Aspekt völlig außer Acht. …’“

    Wirklich VÖLLIG? Wer NUR Zeit fand, die INHALTSANGABE zu lesen, konnte den Begriff „historisch“ vermissen.
    In Wahrheit ist die historische Entwicklung ausdrücklich Teil der Bewertung auf den Gutachtenseiten 75 bis 77 und grundlegend erörtert auf den Seiten 17 bis 31! Beispiele:

    S.75: „Die Maßnahmen sind gerade an diesem Ort im historischen Kontext zu bewerten, denn der zentrumsnahe Donauraum war schon sehr früh in seiner Entwicklungsgeschichte ein ´gebauter und urbaner Raum´, der sich sehr deutlich vom Charakter eines Landschaftsraums unterschied. Neue bauliche Setzungen in diesen Bereichen der Stadt stehen damit in einem konkreten historischen Kontext.“
    S.77: „Die entlang des Donausüdufers angelegten Holz- und Weinländen waren Orte des Güterumschlags, die Anlieferungszone der Stadt. Mit seiner Lage im Norden, vor den Mauern der Stadt, diente dieser Stadtbereich vorwiegend funktionalen Bedürfnissen und besaß keinen repräsentativen Charakter.“
    S.75/76 „Der Donauraum wird unmittelbar östlich zum geplanten Verlauf der Westtrasse, im Bereich zwischen der Holzlände und dem ´Oberen Wöhrd´, seit nunmehr über einhundert Jahren mit einer Brücke überquert.“
    Ein historisches Bild dazu auf Seite 25 zeigt eine hoch aufragende Tragkonstruktion, die die Altstadtsilhouette zweifellos vielfach stärker beeinträchtigte als das Brückenmodell in den Fotomontagen S.41, 45, 47, 49 etc.

    Das und vieles mehr widerlegt die ebenso grobe, wie falsche Behauptung des Historikers Greipl „Das Gutachten … lässt den historischen Aspekt völlig außer Acht.“

  • gifthaferl

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    „Greipls FALSCHEN Satz „Gutachten lässt den histor. Aspekt völlig außer Acht“ widerlegen Gutachtenzitate eindeutig “
    R. Breuer

    Nein, wirklich nicht.
    Denn, was die als einen solchen ausgeben, entspricht nun mal nicht denkmalfachlichen Kriterien.
    Und eben dieses hier rein zu kopieren, widerlegt selbstverständlich nicht Greipl.
    Da ist ja nur albern, genau das was er kritisiert – man kann es ja nachlesen – nun wiederum als Widerlegung Greipls zu nehmen – meine Güte.

    „(Die Erläuterung lautete „Soso, S.29“). „

    Nee, die kam anschließend, aber ich scheine ja chinesisch zu schreiben.

    Sie distanzieren sich davon, dass Sie behaupten Lipp und Stulc wären darauf angewiesen Greipl zu vertrauen – sind also Ihrer Ansicht nach offenbar nicht in der Lage sich selbst ein Urteil zu bilden, und Greipl hätte deren Vertrauen missbraucht – ihnen also Falsches – wissentlich – mitgeteilt, unwissentlich Falsches sagen wäre nämlich kein Missbrauch von Vertrauen?
    Warum das denn, sie behaupteten doch genau das:

    „Prof. Wilfried Lipp und Dr. Josef Stulc (ICOMOS) vertrauten dem Kollegen Greipl: Missbrauch vom Stadtkenner? ……..
    ………….Haben Lipp und Stulc zu kollegial vertraut?“
    Reinhold Breuer, Juli 2010 um 18:53 Uhr

    Fachkriterien der Beurteilung haben nichts mit Regensburg kennen zu tun, und sind keine Glaubensfragen. Was zum Welterbegebiet gehört, das scheint für manche hier zwar ein unenträtselbares Geheimnis zu sein, bei Lipp, Stulc und Greipl muss man davon nicht ausgehen.

    Wozu solche Anschuldigungen dienen sollen, fragt man sich.
    Es mag ja einfach sein, Leuten die Lust an der Teilnahme im Steuerungskomitee hier zu vergällen, aus deren anderen Positionen hat man sie deswegen noch lange nicht, und entschieden wird dort, nicht im Steuerungskomitee.

  • domiNo

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    @gifthaferl
    na also, die Anzahl der Beförderungsfälle ist insgesamt zurückgegangen trotz Ausweitung des Verbundgebiets bis Kelheim, Amberg u.s.w.
    Wie sich der Fahrgastverlust auf einzelne Linien auswirkt, kann man aus der angegebenen Statistik nicht erkennen.

  • gifthaferl

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    @ domiNo

    „Wie sich der Fahrgastverlust auf einzelne Linien auswirkt, kann man aus der angegebenen Statistik nicht erkennen.“

    Ja eben, außerdem, Taktzeitverlängerungen, Preiserhöhungen, zurückgehende Schüler- Azubizahlen…. was war noch so alles.
    Der im Verhältnis minimale Rückgang lässt sich jedenfalls nicht schlicht auf die Sperrung der Steinernen Brücke zurückführen.
    Von 2006 auf 2007 gibt es ebenfalls einen leichten Rückgang der Beförderungsfälle trotz Ausweitung um 2 Buslinien.

    Davon abgesehen, dass es ganz andere Möglichkeiten gäbe einen wirklich attraktiven ÖPNV zu schaffen.
    Nichts deutet darauf hin, dass eine solche Absicht nur im Ansatz existiert.

    Wer BürgerInnen tatsächlich weg vom MIV locken wollte, der schafft das über Attraktivität des ÖPNV, angepasst speziell an Regensburger Bedingungen, und nicht mit einem verbissenen jahrelangen Kampf darum die Stadt endlich doch noch ganz verschandeln zu können, und jeden der das nicht will als egoistischen Verhinderer von „Fortschritt“, der selbstverständlich mit „Gemeinwohl“ gleichzusetzen ist, hinzustellen.

    Wenn dann BMW das Elektrostadtauto (Entwicklung mit Staatszuschüssen selbstverständlich) in 2-3 Jahren in Serie baut, wird das Zweitauto dringender denn je, denn mit dem Ding kommt man ja nicht weit.

    Da darf, kann und soll man doch keinen innovativen, flexiblen, umweltfreundlichen ÖPNV andenken, das wäre ja noch schöner.

  • Altstadtfreund

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    Rabulistik wäre auch folgendes hanebüchene „GEGENTEIL“ á la Greipl +Gifthaferl, wobei die Aussage hinter dem Doppelpunkt ungenauer ist und eine Erläuterung nur vortäuscht:

    „… Unzutreffend ist die Bewertung, es seien NUR RANDLAGEN von Regensburg betroffen. Das Gegenteil ist der Fall: Betroffen sind ZENTRALE Teile der Oberpfalz. …“.

    Versteckenswürdige Meinung dahinter könnte sein „Stadtgrenzen sind egal“ (analog: „Kernzone ist egal“).

    Problemgerechter erscheint mir eine Ergänzung des Gutachtens ähnlich der folgenden:
    „In diesen Randlagen der Kernzone sind sehr wenige Einzelbaudenkmäler ausgewiesen. Die Ersatztrassen entlasten Straßen, die zentraler in der Kernzone liegen mit einer viel höheren Zahl und Qualität von Einzelbaudenkmälern (Steinerne Brücke, repräsentative Patrizierhäuser, …). Das schützt nicht nur die Baudenkmäler selbst, sondern vermindert auch Störungen bei deren Perzeption zu Fuß.“

    Da weder eine Neubesetzung des Welterbe Steuerungskomitee der Stadt ansteht noch eine Neuauswahl von Gutachtern, ist es unangebracht, anhand der bloßen akad. Ausbildung dem einen auf Kosten des anderen höhere Fachqualifikation zuzusprechen: Sachargumente liegen vor, die sogar überwiegend durchaus zugänglich sind der Beurteilung durch Fachfremde. Konzentrieren wir uns darauf, Herr Prof. Lipp!

  • domiNO

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    @gifthaferl
    danke dass du aus deiner eigenen Quelle deine eigene Aussage „Da weder die Fahrgastzahlen gesunken sind“ widerlegst, sei in Zukunft vorsichtiger mit Behauptungen ins Blaue hinein oder kritikloser Übernahme aus Pressemeldungen des „Forums der Donaulieger-Eltern“ oder wie immer man das Grüppchen nennen mag, welches sich mehr Gewicht verschaffen möchte durch Mehrfachmitgliedschaften und so ein breites Bündnis gegen die Ersatztrasse suggerieren. Bei Bürgerbegehren und Bürgerentscheid – so es dazu kommen sollte – haben sie nicht pro Mitgliedschaft, sondern nur pro Kopf eine Stimme und werden scheitern.

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