Wolbergs verknüpft politisches Schicksal mit FOS/BOS

wolbergs-BOSJoachim Wolbergs will im Jahr 2014 Oberbürgermeister werden. Das ist nicht wirklich eine Neuigkeit. Dennoch brachte sich der – derzeit 3. – Bürgermeister dafür am Freitag erneut ins Gespräch. Bei der mittlerweile vierten Mahnwache von Schülern, Lehrern und Eltern der FOS/BOS vor dem Alten Rathaus stellte sich Wolbergs den kritischen Fragen der Anwesenden – und präsentierte sich zugleich als politischer Hoffnungsträger für Regensburg. „Es ist meine Pflicht, mich der Debatte zu stellen”, so Wolbergs zu den Medienvertretern. Das ursprüngliche Versprechen – Spatenstich für einen Neubau 2011 – könne man nicht einhalten. „Wir haben das Geld einfach nicht.” Das müsse man den Betroffenen auch „ehrlich sagen”. Diese erklärte Ehrlichkeit wird goutiert. „Er traut sich im Gegensatz zum Oberbürgermeister wenigstens aus dem Rathaus raus”, sagt die Mutter zweier Schülerinnen. Ein Lehrer nickt im Hintergrund zustimmend. In der Sache selbst ist man sich freilich uneinig. Das erkennt Wolbergs. „Der Gesprächston ist immer freundlich. Ich stoße aber mit unserer Entscheidung auf Unverständnis.” Diese Entscheidung lautet: Spatenstich 2013. Nicht vorher. Eine Million Euro zur „Baureifmachung” des Geländes – Nibelungenkaserne oder Burgweinting – ist für diesen Zeitpunkt im aktuellen Investitionsprogramm vorgesehen. Ein Jahr später steht das an, was Wolbergs die „Nagelprobe” nennt. „Dann müssen zehn Millionen für den Neubau im Haushalt stehen.” Er habe daran ganz persönlich ein „ureigenes Interesse”, dass diese Summe in den Haushalt eingestellt werde. „Ich werde als OB-Kandidat antreten und ich weiß, was ich mir anhören kann, wenn das nicht klappt.” Ansonsten zeigt der Sozialbürgermeister Verständnis für die Demonstranten. Er sei selbst Schülersprecher gewesen und finde es „gut”, wenn Leute für ihre Interessen auf die Straße gingen („Das habe ich selbst auch gemacht.”). bos-schülerinnenAm Rande nutzt Wolbergs immer wieder die Gelegenheit, um den Anwesenden seine „Megathemen für die Zukunft” darzulegen: Wirtschaft und Arbeit, Bildung, Demographie, Integration, Soziales (Kinder- und Jugendhilfe), Klima und Energie. Dieselben Versatzstücke hat Wolbergs bereits im Rahmen einer Pressekonferenz dargelegt. „Das hört sich alles sinnvoll und gut an”, meint eine Schülerin. Es habe mit dem konkreten Thema FOS/BOS auch zu tun. Wesentlich mehr aber mit dem Profil des 3. Bürgermeisters und mit der Vorbereitung für den OB-Wahlkampf 2014. Die Betroffenen selbst sind mit dem Termin 2013 alles andere als einverstanden – und hoffen weiter, dass es früher zum Spatenstich kommt. „Wir arbeiten auf vielen Ebenen”, sagt der Elternbeiratsvorsitzende Franz Schuster ohne konkreter zu werden. Was ihn allerdings wundert: Die Regensburger Wirtschaft schweigt bislang bei der Diskussion um einen Schulneubau. Tatsächlich muss man feststellen, dass zwar Presseerklärungen verschickt und Artikel in der Mittelbayerischen Zeitung lanciert werden, wenn es um eine Ersatzbrücke über die Donau, die Sallerner Regenbrücke oder den Bürgerentscheid zu einer Einhausung der Ostumgehung geht. Was das Thema Schulen und Bildung allgemein und konkret einen Neubau der FOS/BOS anbelangt, halten sich die Regensburger Unternehmen aber bislang bedeckt. „Alle Untersuchungen bescheinigen Regensburg Wachstum”, konstatiert Schuster, „auch bei den Kindern”. Man müsse aber daran arbeiten, dass dieses Wachstum auch tatsächlich eintritt. Das bedeutet für ihn: Schulneubau so schnell wie möglich. „Das ist keine Geldverschwendung, sondern eine Investition in die Zukunft.” Die Opposition im Stadtrat ist sich übrigens weitgehend einig: Grüne, ödp, Freie Wähler und Linke fordern einen Spatenstich 2011. SPD und CSU hingegen haben für die nächste Sitzung des Schulausschusses einen Antrag eingebracht, mit der wohlklingenden Forderung, den Neubau „so bald wie möglich” in Angriff zu nehmen. „Das ist ein politisches Bekenntnis”, sagt Wolbergs dazu. Mehr nicht. Das gilt vor allem dann, wenn „wir” auch 2013 „kein Geld haben”.

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Kommentare (12)

  • Patricia Wehrmann

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    Ich würde mich freuen wenn Joachim Wolbergs das Oberbürgermeisteramt in 2014 erhalten würde. Er ist ein sehr sozialengagierter, ehrlicher und gradlinieger Politiker. Er genießt meine vollstes Vertrauen.

  • Joachim Datko

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    Weitere Schulbauten sind unnütz!

    Zitat: „„Das ist keine Geldverschwendung, sondern eine Investition in die Zukunft.”“

    – Die Schülerzahlen gehen stark zurück
    – Regensburg ist völlig überschuldet

    Wer jetzt noch zusätzliche Schulen baut, verbaut den Kindern und Jugendlichen die Zukunft.

    http://www.datko.de/Datko.gif

  • Florian Gerntner

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    „Er sei selbst Schülersprecher gewesen und finde es „gut”, wenn Leute für ihre Interessen auf die Straße gingen („Das habe ich selbst auch gemacht.”)“

    Ach Gott, ach Gott! Wenn ich bedenke, wen und was Herr Wolbergs alles verraten hat, um es vom „linken“ Schülersprecher zum Sozialbürgermeister der CSU (sic!) zu bringen, ich könnte kotzen.

    Der hat immer schon gewusst, an wen er sich wenden muss, um sich sein Geld XXX XXXXXXXXX zu verdienen.
    Und sei es der getäuschte Wähler.

  • schleiereule

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    Tja, eine leere Stadtkasse zu verwalten ist schon schwer. Wie kommts, daß die so leer ist?

  • Barbara Junghans

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    Liebe Patricia Wehrmann,

    glauben Sie nicht auch, dass Ihr Vertrauen in Herrn Wolbergs „auf tönernen Füßen“ steht?
    Bis jetzt orientiert er sich doch stark am derzeit herrschenden Amtsträger.
    Worin besteht sein „soziales Engagement“? Darin, dass er betagten Omas, Opas und langjährig Verheirateten zu ihren Jubiläen Blümchen bringt?
    Zeugt es wirklich von Ehrlichkeit, wenn jemand sagt, es sei „ein politisches Bekenntnis“ einen Antrag einzubringen mit der Forderung eine Sache “ (FOS/BOS) möglichst bald in Angriff zu nehmen? Das ist eine verkappte Absage – man schiebt die Sache hinaus bis zum Sanktnimmerleinstag, traut sich aber nicht, das den Bürgern unmißverständlich zu sagen.
    Gradliniger Politiker: in Sachen RKK hat er das Gegenteil bewiesen.
    Und noch etwas: gehörten Sie nicht zu den Franzosen, die sich durch die ominöse Napoleon-Kritik am Stadamhofer Pylonentor gekränkt fühlten? Herr Wolbergs hingegen stellte sich vor den Verursacher (Kulturreferenten Unger) und fand die Inschrift „nicht so schlimm“.

  • Patricia Wehrmann

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    Liebe Frau Junghans,

    Auf Ihr Niveau werde ich mich nicht begeben.
    Ich denke nicht, dass diese Frusttirade in irgend welcher Art die erhoffte politische Karriere Ihres Sohnes helfen wird.

  • Barbara Junghans

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    Liebe Frau Wehrmann,

    da verkennen Sie entschieden meine Motive. Mein Sohn ist wahrlich alt genug, um für sich selbst sprechen zu können – und das tut er auch. Leider sind Sie auf keinen der von mir angesprochenen Punkte eingegangen – von wider-legen ganz zu schweigen. Der Wolli ist ein netter Junge, aber er ist leider ein Wendehals. Das hat er verschiedentlich bewiesen. Und das können Sie nicht wegdiskutieren.

  • Joachim Datko

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    Die FOS/BOS darf kein weiteres Schulgebäude erhalten!

    Zu „Das ist eine verkappte Absage – man schiebt die Sache hinaus bis zum Sanktnimmerleinstag, traut sich aber nicht, das den Bürgern unmißverständlich zu sagen. … Barbara Junghans am 12. Dez 2009, 15:50“

    Klare Aussagen:

    Die Bildungspolitik ruiniert unsere Volkswirtschaft. Wer soll in Zukunft die hohen Renten für die vielen Lehrer zahlen? Die Schulbildung ist zu einem gesellschaftlichen Fetisch geworden.

    – Regensburg droht der finanzielle Kollaps

    Wer noch weitere Schulen baut, verbaut den Kindern und Jugendlichen die Zukunft.
    http://www.datko.de/Datko.gif

  • Wolli-Fan

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    Liebe Frau Junghans,

    wann spricht denn Ihr Sohn mal? Seit er Stadtrat ist, habe ich nichts von ihm gehört? Wenn sie sein Pseudonym wären, könnte man wenigstens hier ab und zu etwas von ihm lesen.

    Zum Thema Schulbau kann ich nur sagen: Es gibt eine Schule. Diese Schule hat brauchbare, wenn auch nicht schöne Räumlichkeiten. Es ist also kein Weltuntergang, wenn der Neubau erst etwas später kommt. Andere Schüler müssen in viel schlechteren Räumlichkeiten lernen.

  • Thomas Freiberg

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    @Wolli-Fan

    Gesprochen wie ein echter Kenner der Materie!
    Wie ein Bischof, der gerne Bücher verbieten würde, die er selbst nie gelesen hat!

    Setzen Sie, lieber Wolli-Fan, sich doch mal jeden Tag in ein enges und verseuchtes Gebäude.
    Das würde Ihnen sicher gefallen!

    Und heben Sie mit Herrn Datko einen auf mich, Sie Schlauberger!

    P.S.: Und morgen im Kindergarten richten Sie dem Wolli bitte aus, dass er meinem Sohn noch einen Schnuller schuldet, den rosaroten. Er weiss dann schon.

  • Barbara Junghans

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    @ Wolli-Fan
    Es gibt Stadträte, die reden, wenn sie etwas Substanzielles zu sagen haben. Es gibt andere, die reden, weil sie sich profilieren und ihr Foto in der Zeitung sehen wollen. Soviel zu diesem Thema. (Siehe o.a. Artikel von Stefan Aigner.)
    Egal, ob Ihrer Meinung nach die Schule notwendig oder überflüssig ist – die Aussage von Herrn Wolbergs bei der Demo war einfach schwammig. (Blabla ohne realen Hintergrund.) Ich habe in der Stichwahl für ihn gestimmt, aber er hat sich leider so weit in Richtung des Regensburger „Sonnenkönigs“ bewegt, dass ich das nicht mehr tun würde, weil ich befürchte, wir kommen da vom Regen in die Traufe.

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