Zweiter Ex-Domspatz warnt vor dem Bistum

„Fall neu aufrollen“? Missbrauchsopfer reagiert mit offenem Brief

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Das Bistum Regensburg hat angekündigt, seinen Fall neu aufrollen zu wollen: Jetzt antwortet der ehemalige Domspatz Georg Auer (hier schildern wir seinen Fall ausführlich) darauf in einem offenen Brief und erklärt, warum er überhaupt den schweren Weg in die Öffentlichkeit gewagt hat. Wir veröffentlichen ihn in kompletter Länge. Post vom Bistum Regensburg hat Auer übrigens schon letzte Woche bekommen: Zwei Jahre nach seinem Kirchenaustritt fordert das Katholische Kirchensteueramt eine Nachzahlung von 7,27 Euro.

Offener Brief an die Leitung des bischöflichen Ordinariats Regensburg

Sehr geehrter Bistumssprecher Clemens Neck und Generalvikar Michael Fuchs,

laut den letzten Medienberichten will das Bistum Regensburg auf die Ausstrahlung der ARD-Dokumentation „Sünden an den Sängerknaben“ meinen Missbrauchsfall bei den Regensburger Domspatzen neu prüfen und neu bewerten, ob nun doch eine Opferentschädigung in meinem Falle infrage kommt. Des Weiteren sprach man davon, dass die Leitung des Bistums in dieser Angelegenheit mit meiner Person erneut Kontakt aufnehmen will.

Hierzu will ich mich nun persönlich und öffentlich äußern.

1. Seit meinem Brief an die Leitung der Domspatzen-Vorschule im Juni 2006 – in dem ich meine Missbrauchs- und Gewalterlebnisse in der damaligen Vorschule in Etterhausen schilderte – hatte ich niemals einen persönlichen Kontakt mit irgendwelchen Personen des Bistums. Meine damaligen Kontakte beschränkten sich nur auf die damalige Missbrauchsbeauftragte des Bistums Regensburg und den damaligen Direktor der Domspatzen-Vorschule. Ohne jemals ein Gespräch mit Vertretern des Bistums geführt zu haben, erhielt ich dann am 23. Januar 2012 auf meinen vorher gestellten Antrag auf Opferentschädigung den von Prälat Michael Fuchs unterzeichneten Bescheid:

„Auch mit Ihren Schilderungen haben wir uns intensiv auseinandergesetzt und sind vielen weiteren Quellen nachgegangen. Wir konnten dabei Ihre Aussagen zur Frage eines sexuellen Missbrauchs leider nicht nachvollziehen. Eine Leistung in Anerkennung von erlittenem Leid erscheint auf diesem Hintergrund deshalb nicht gerechtfertigt.“

Diese Ihre Schlussfolgerung hinsichtlich meiner Missbrauchsschilderungen ist umso mehr unverständlich, so die Staatsanwaltschaft Regensburg in einem Schreiben vom 01.09.2010 mir bescheinigt, dass in meiner Missbrauchsangelegenheit bei den Regensburger Domspatzen von einem „… schweren sexuellen Missbrauch von Kindern…“ auszugehen ist.

All die schon bisher von mir geschilderten Fakten des sexuellen Missbrauchs an mir bei den Regensburger Domspatzen waren der Bistumsleitung schon immer bekannt, davon ausgehend, dass die frühere bischöfliche Missbrauchsbeauftragte das Bistum hierüber unterrichtete.

Wie kann der Bistumsreferent, Herr Neck, nun behaupten, infolge der letzten Fernsehsendung wären nun neue Aspekte bekannt geworden, welche dem Bistum bisher in dieser Form nicht vorlagen?

2. Tatsache ist, dass niemals seit meinem Brief vom Juni 2006 ein kirchlicher Vertreter des Bistums mit mir den persönlichen Kontakt gesucht hat oder gar mich zu einem persönlichen Gespräch gebeten hat. Es gab nur ein einziges Treffen im Jahre 2010 mit dem damaligen Direktor der Domspatzenschule und der Missbrauchsbeauftragen mit mir. Hierbei handelte es sich um eine „Erinnerungs-Begehung“ des ehemaligen Domspatzenheims in Etterzhausen, an das leider – außer dem Straßennamen – wegen neu erbauter Privathäuser an dessen Stelle nichts mehr erinnert. So will ich nochmals betonen, dass ich in den nun vergangenen acht Jahren seit meines Briefes an die Leitung der Domspatzen-Vorschule niemals Kontakt zu Irgendjemanden im Bistum hatte.

3. Das Treffen mit meinem Missbrauchstäter und der Missbrauchsbeauftragten in Neumarkt in der Oberpfalz im Jahre 2010 erfolgte auf meinen Wunsch hin, meinem Missbrauchstäter endlich gegenüber zu stehen und diesen mit meinen Missbrauchserinnerungen zu konfrontieren. Warum dieses Treffen in Neumarkt/Opf. und nicht in Regensburg stattfand, habe ich nie richtig verstanden. Es hieß damals, wegen verkehrsbedingten Problemen was den Täter betraf. Dieses Zusammentreffen mit meinem damaligen Missbrauchstäter forderte von mir alles ab. Kein Mensch kann erahnen, was das für ein Missbrauchsopfer bedeutet und welch innere Kraft und äußere Disziplin es von einem Opfer abverlangt. Mein erster Reflex bei der Begegnung war, dass ich mich hinter dem Rücken der Missbrauchsbeauftragten verstecken wollte. Im dann folgenden längeren Gespräch mit meinem Missbrauchstäter in Anwesenheit der Missbrauchsbeauftragten kam es dann zu dem Vergebungsakt meinerseits für den Täter, da dieser mich unter Tränen mit ausgestreckter Hand um Verzeihung bat. Umso mehr war ich aber dann schockiert und entsetzt, als ich dann später folgendes in Medien zu lesen bekam:

„Der Beschuldigte habe die Vorwürfe eines sexuellen Missbrauchs ausgeschlossen und lediglich allgemein bedauert, ‘wenn es Herrn Auer damals schlecht ergangen sein sollte’“

Infolge dieser Täteraussage musste ich davon ausgehen, dass die Bistumsleitung öfters im Gespräch mit meinem Missbrauchstäter war, hingegen sie mich acht Jahre lang als Missbrauchsopfer einfach ignoriert haben. Dieses war dann auch der Grund, dass ich dann fortan bezüglich meines Missbrauchsfalles in die Öffentlichkeit ging. So erfuhr ich jetzt auch erst über die Medien, dass mein Täter unterdessen verstorben ist. Woher bezogen diese ihre Information hierüber?

Anfang 2013 trat ich dann aus der katholischen Kirche aus, so der neue Bischof Voderholzer alle bisherigen leitenden Diözesanoberen in ihren Ämtern bestätigt hatte. Denn dann war ich erst gewiss, dass ich von dieser Kirche in meinem Missbrauchsfall nichts mehr erwarten kann, außer weitere demütigende Akte zu meiner Person. Auf meinen Kirchenaustritt bekam ich dann einen Brief vom örtlichen Pfarramt, in dem ich auf die Folgen meines Kirchenaustritts hingewiesen wurde. Am Schluss des Briefes wurde ich unter anderem auch daran erinnert:

„Ebenso kann Ihnen, falls Sie nicht vor dem Tod irgendein Zeichen der Reue gezeigt haben, das kirchliche Begräbnis verweigert werden.“

Wissen die Oberen im Bistum Regensburg denn überhaupt, was so ein Satz bei einem Missbrauchsopfer eines kirchlichen Täters an Gefühlen, Emotionen und Demütigungs-Empfindungen auslöst? Soll ich an mir begangene Sünden etwa auch noch gar bereuen? Somit können sie es nicht wissen, oder sie sind einfach nur seelenlose Menschen?

Infolge meines Kirchenaustritts vom 30. Januar 2013 bekam ich nun, zwei Jahre später, letzten Samstag (17.01.2015) ein Schreiben vom Kath. Kirchensteueramt Regensburg, in dem ich aufgefordert werde, infolge meines Kirchenaustritts noch eine Steuerschuld über 7,27 Euro zu begleichen.

Ist dieses Schreiben gar der „erneute Versuch“ des Bistums mit mir wieder in Kontakt zu kommen?

So kann auch ich als Missbrauchsopfer der Kirche den Ausruf meines Mitstreiters, Udo Kaiser, nur wiederholen:

„Wendet Euch nicht an dieses Bistum!“

Georg Auer
Kirchliches Missbrauchsopfer

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Kommentare (24)

  • Ralf Bart

    |

    Man kann nur hoffen das der Zeitpunkt kommt an dem die Kirchen des Volkes Zorn zu spüren bekommen.
    Sie selbst haben den Weg eingeschlagen den Unmut des Volkes, durch ihre handlungsweisen, zu provozieren.
    Lediglich auf öffentlichen Druck zu reagieren ist unterste Schublade.
    Für mich sind solche Menschen, wie hier die Entscheidungsträger, der Abschaum unserer Gesellschaft. Sie stehen noch unter der Stufe der Täter.
    Aber auch für sie kommt der Tag an dem Rechenschaft abgelegt werden muss!

  • Lothgaßler

    |

    Ich würde diesen Krämerseelen doch langsam eine Gegenrechnung präsentieren. Diese ordinäre Pfennigfuchserei, verbunden mit der geschäftsmäßigen Androhung einer Leistungsverweigerung im Todesfall, spricht für eine kapitalistische Desorientierung der heiligen römisch-katholischen Kirche. Wenn diese Kirche ihre Geschäftsmäßigkeit samt ihren AGBs in den Vordergrund ihres Erdendaseins stellen will, dann soll sie zukünftig auf alle Privilegien verzichten und statt Ordenstracht und Kirchenhierarchie-Schnickschnack zum Bankeroutfit wechseln. Der Papst mahnt zwar, aber er bewirkt nichts.

    Den Kirchen-Apparatschiks gilt mein Aufruf: Besinnt euch endlich, damit mein Fremdschämen für euch ein Ende finden kann!

  • Veronika

    |

    Danke und meine Gratulation Herr Auer!
    Zum Inhalt:
    1. Nach dem Tod eines Gläubigen ist die Kath. Kirche kraft Kirchenrechts nicht mehr für
    das Schicksal des Verstorbenen verantwortlich. Bei Luther z. B. kann die
    Exkommunikation deshalb nicht zurückgenommen werden. Das „kirchliche
    Begräbnis“ ist also nur noch „Volksfrömmigkeit“.

    2. Die Verhaltensweise der Diözese R. wie auch der sich hier nicht äussernden anderen
    deutschen Bischöfe zeigt ein „Zeit schinden für die Neuevangelisierung“ auf.
    Sollten die in einem Jahr immer noch in Rom mitteilen müssen, dass mit der 2000
    begonnenen Neumissionierung nichts vorwärts geht, dürfte nicht nur die Erlaubnis
    zum Kirchensteuereinzug gestrichen und deren mobiles Vermögen Richtung Vatikan
    transferiert werden.

  • Veronika

    |

    Kommentar gelöscht. Bleiben Sie beim Thema.

  • Angelika Oetken

    |

    @Georg Auer,

    Danke für Ihre schlüssige Darstellung.

    ———————————————————————————————
    „Ohne jemals ein Gespräch mit Vertretern des Bistums geführt zu haben, erhielt ich dann am 23. Januar 2012 auf meinen vorher gestellten Antrag auf Opferentschädigung den von Prälat Michael Fuchs unterzeichneten Bescheid:

    „Auch mit Ihren Schilderungen haben wir uns intensiv auseinandergesetzt und sind vielen weiteren Quellen nachgegangen. Wir konnten dabei Ihre Aussagen zur Frage eines sexuellen Missbrauchs leider nicht nachvollziehen.
    ________________________________________________________________
    Prälat Fuchs erwähnt Quellen. Es wäre doch ein Zeichen von Fairness und Seriosität, wenn er bzw. der neue Missbrauchsbeauftragte Dr. Linder die angibt.
    _________________________________________________________________
    „Ebenso kann Ihnen, falls Sie nicht vor dem Tod irgendein Zeichen der Reue gezeigt haben, das kirchliche Begräbnis verweigert werden.“
    _________________________________________________________________
    Veronika hatte oben ja schon darauf hingewiesen, dass es sich vermutlich um eine Standardfloskel handelt. Die immer verwendet wird, wenn jemand aus der Kirche austritt.

    Ich weiß nicht, wie das in der Bistumsverwaltung Regensburg geregelt ist und wer dort alles über Ihre Geschichte Bescheid weiß. Aber falls die Person im Pfarramt, die diesen Brief verantwortet mit ihrem Fall vertraut sein sollte, wäre dieser Text mehr als unangemessen.

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Manfred

    |

    Mein Gott, welche unendliche Dummheit.
    Wie war das: Mit dem Maß mit dem Ihr messt, wird an euch selbst gemessen werden.

  • Aufklärer

    |

    @resch
    nein, ich darf das mal korrigieren, da uns im Archiv Kopien vorliegen:
    der Brief kommt vom „Kath. Kirchensteueramt Regensburg“, sowas gibt’s wirklich!

    (Achtung Herr Paprotta im Folgenden kommt Sartire!)
    Wahrscheinlich handelt es sich hier um eine Art „Reuegeld“, wenn das bezahlt wird darf sich Georg Auer wieder katholisch beerdigen lassen, oder doch nicht ?
    (Achtung Herr Paprotta hier endet die Sartire!)
    Aber wie man sieht, auch in den letzten 500 Jahren hat sich im Katholischen nix verändert, es gilt das alte Lebensversicherungsverslein:
    „Wenn das Geld im Kasten klingt,
    die Seele in den Himmel springt“
    und wer’s glaubt ist selig oder so, oder doch eher beschwipst …

  • Ralf Bart

    |

    Solange kein massiver Druck auf die Kirchen aufgebaut wird, durch zb Demonstrationen und Märsche, werden die Kirchen weiterhin so verfahren wie sie es bisher tun.
    Erst wenn Zehntausende aufgebrachte Bürger an ihren Gotteshäusern rütteln werden sie wohl einlenken.
    All das was die Kirchen an gutes verrichten verblaßt und steht im Schatten ihrer herangehensweise den Opfern gegenüber.
    Sie wissen das das und können wegen der mangelnden Solidarität der Bevölkerung so verfahren wie sie eben mit den Opfern verfahren.

  • Angelika Oetken

    |

    „Auch mit Ihren Schilderungen haben wir uns intensiv auseinandergesetzt und sind vielen weiteren Quellen nachgegangen.“

    „vielen weiteren Quellen“?

    Was heißt das? Liegen viele weitere Folterberichte von Opfern vor? Besorgte Zeugen, die sich an das Bistum gewandt haben?

    Priester, die intern weitergetragen haben, was ihnen innerhalb der Beichte anvertraut wurde – das Beichtgeheimis gilt doch sicher nur nach außen…. oder?

    Die banalste Variante: Fachbücher zum Thema sind mit „Quellen“ gemeint. Bsp. http://www.hogrefe.de/programm/diagnostische-verfahren-in-der-sexualwissenschaft.html?catId=4

    Dann sollte Herr Neck sie aber angeben.

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Resch

    |

    @ Angeliga Oetken,,

    ..Dann sollte Herr Neck sie aber angehen…
    _
    Herr Neck sagte auch in der Dokumentation , das ist doch alles wesentlich komplexer.
    War sexueller Missbrauch Zeitgeist?
    Der Pressesprecher Clemens Neck sagte:
    Auszug aus der Dokumentation…
    Wenn man ein systematischen Fehler sieht , dann meint er – die Kirche hätte auch zur damaligen Zeit auch stärker sich dem gängigen Zeitgeist wiedersetzen müssen und – ah –
    eine wirklich christliche Pädagogik betreiben sollen- dabei muss er aber sagen, es ist auch leicht von dem jetzigen Gesichtspunkt aus , von heute aus , solche Sätze zu sagen.
    _
    Also ich werde bis heute nicht daraus schlau , eben was der Pressesprecher uns allen da hat sagen wollen. Was meint er denn damit ?

    http://www.sueddeutsche.de/bayern/regensburger-domspatzen-missbrauchsopfer-soll-steuerschuld-zahlen-1.2312980

  • Fr.Streng

    |

    @Resch zu Neck.
    Den besagten Auftritt des H. Neck verstehe ich eindeutig so: in Anlehnung an die theologische Ideologie eines Papas e.m. B XVI. und des jetzigen Kurienkardinals und obersten Sittenwächters G.L. Müller stellt Neck den säkular-liberalen Zeitgeist als die wahre Ursache für allen Weltenübels und somit auch für sexuellen Missbrauch hin.
    Da nun nur die römisch-katholische Kirche ebendiesen Zeitgeist in die Schranken weise könne – so die Eigenwahrnehmung und/oder Selbstdarstellung Necks – wäre es besser gewesen, wenn dies damals geschehen wäre (was aber nicht leider möglich war, da er, Müller und Ratzinger etc. damals noch nicht das Sagen hatten…).
    Kurz: die alleinseligmachende Hl. Römisch-katholische Kirche sei – so Necks Kernideologie – die Lösung und ganz und gar nicht Teil des Problems, wie die Filmemacherin wohl andeute.

  • Veronika

    |

    @Fr. Streng:
    Haben Sie das hier von Ihnen Wiedergegebene wirklich nicht gewußt???
    Es gibt kein Heil ausserhalb der Römisch-Katholischen Kirche, der einzigen Vertreterin des einzigen Gottes. Daran glauben die, und danach handeln die!
    ————-
    Kleiner Denkfehler inbegriffen: Wieso muß dann die RKK ausdrücklich kirchenrechtlich betonen, dass der Mensch nach dessem Tod Gott überantwortet ist und sie, die RKK nicht mehr tun kann?
    Als Testamentsvollstreckerin will die RKK also nicht tätig werden, sie will es noch zu Lebzeiten!!!

  • Veronika

    |

    Die Leute die hier weiter verschweigen könnte man, weil die Regensburg ja nur noch christlich-katholisch sehen wollen, auch anderweitig zum Einlenken zwingen:
    ——
    Auch in Regensburg eine „Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters“ gründen
    http://fsm-uckermark.blogspot.de/

    und solche „Nudelmessen-Schilder“ an allen Stadtzufahrten wo die christlichen Schilder hängen, aufstellen.
    Das wäre echte tolerante Werbung für Regensburg, und würde dem katholischen Bischof klarstellen, dass er nicht der Einzige ist, der hier was zu sagen haben kann.
    Außerdem käme Regensburg damit wieder mal sehr positiv in die Presse, und sollte sich auch hier das Kultusministerium einmischen, wäre es die „Totalblamage“ für Bayern!
    Also auf: In die FSMD eintreten, dann ist jedes Nudelessen ein echter Gottesdienst!

  • Georg Auer

    |

    Domspatzenmissbrauch – eine unendliche Geschichte

    ———————————————————————————-
    Auszug aus der Ansprache von Bischof Voderholzer bei der Vesper anlässlich seines Weihejubiläums, 25. Januar, 15:00 Uhr
    „…………… Liebe Schwestern und Brüder im Herrn, zu den schweren Lasten und den bedrückenden Erfahrungen des Bischofsamtes gehört die Konfrontation mit den Fällen sexuellen Missbrauchs durch Priester und kirchliche Mitarbeiter und die Fälle von körperlicher Gewalt, vor allem in der Einrichtung in Etterzhausen und Pielenhofen, die erst jüngst wieder in der Öffentlichkeit dargestellt wurden und viele Menschen auch über das Bistum hinaus tief betroffen gemacht haben und betroffen machen.
    Sie dürfen mir glauben: Es schmerzt mich und tut mir in der Seele weh: jeder einzelne Fall, hinter dem ja ein Mensch steht, eine Kinderseele in diesen Fällen, schwer gequält, oft für das Leben gezeichnet. Ich kann es nicht ungeschehen machen und die Betroffenen nur um Vergebung bitten.
    Mein Anliegen war es von Anfang an, mit möglichst vielen Opfern persönlich zu sprechen – vorausgesetzt, die Gefahr einer Retraumatisierung kann ausgeschlossen werden –, sie anzuhören und sie auch persönlich um Vergebung zu bitten. Ich wollte und will es nicht an die große Glocke hängen, weil es mir um die Menschen selber geht. Aber die Art und Weise, wie die Sache gegenwärtig in der Öffentlichkeit dargestellt wird, nötigt mich, auch öffentlich wenigstens ein paar Sätze dazu zu sagen.
    Ich bin Frau Dr. Birgit Böhm sehr dankbar, die – selbst schon todkrank – mich begleitet hat, um Missbrauchsopfer zu besuchen. Leider ist sie schon im Mai 2013 heimgerufen worden. Ich habe dann umgehend, nachdem er ins Amt gekommen war, auch ihren Nachfolger Dr. Martin Linder gebeten, diese Begleitung fortzusetzen, und die Besuche auch auf die Opfer von körperlicher Gewalt ausgedehnt.
    Hier steht mir Frau Angelika Glaß-Hofmann zur Seite. Zwei der damaligen Verantwortlichen in Etterzhausen und später noch in Pielenhofen haben den jungen Buben durch ihr Terrorsystem, dessen einzige pädagogische Maßnahme offenbar die körperliche Züchtigung war, die Hölle bereitet, man kann es nicht anders sagen. Und man weiß nicht, was schwerer wiegt, die Striemen und blauen Flecken am Körper oder die Wunden der Seele, die nicht so schnell, oft gar nicht heilen. Es steht mir nicht zu, über die Täter zu urteilen oder zu richten. Sie können nicht mehr gehört werden, weil sie gestorben sind. Sie müssen sich vor dem Richterstuhl Christi verantworten. Aber es entsetzt und beschämt mich, wenn von so vielen weitgehend Gleichlautendes berichtet wird und dass ihnen nicht geglaubt wurde und somit ihr Leid verdoppelt wurde.
    Ich möchte heute und an dieser Stelle alle Betroffenen noch einmal ausdrücklich bitten, sich zu melden und Vertrauen zu haben in das Bistum. Uns ist ihr Schicksal nicht egal!
    Und ich werde weiter, aber im Verborgenen, mit Opfern sprechen und zwar mit möglichst vielen, mit allen, wenn sie es wünschen und wenn ich damit dazu beitragen kann, wenigstens ein wenig an der Heilung mitzuwirken. ……………..“
    —————————————————————————————————————

    Die öffentliche Antwort eines Missbrauchsopfers zu drei Aussagepassagen des Bischof:

    1) …Und ich werde weiter, aber im Verborgenen, mit Opfern sprechen und zwar mit möglichst vielen, mit allen, 2) wenn sie es wünschen und 3) wenn ich damit dazu beitragen kann, wenigstens ein wenig an der Heilung mitzuwirken.”

    Im Klartext heißt das:
    “… im Verborgenen …”
    Es gilt weiterhin die Devise des Verbergens. Verleugnens und Vertuschens durch die Bistumsleitung, was die Domspatzen-Missbrauchsfälle betrifft.

    “… mit Opfern sprechen …, … wenn sie es wünschen …”
    Man will mit Opfern sprechen, aber nur mit solchen, welche sich von sich aus beim Bistum melden; aber unter dem Kirchengebot der absoluten Schweigepflicht (Beichtgeheimnis) des Missbrauchsopfers gegenüber der Öffentlichkeit.

    “… und wenn ich damit dazu beitragen kann, wenigstens ein wenig an der Heilung mitzuwirken.”
    Wie kann ein Bischof an der Heilung eines kirchlichen Missbrauchsopfer mitwirken, welcher in seiner bisherigen zweijährigen Amtszeit als Bischof im Bistum Regensburg die frühere Vertuschungspraxis seines Vorgängers weiter verfolgt hat und somit auch in seiner Person sich gegen eine vollständige Aufklärung der Missbrauchsfälle bei den Regensburger Domspatzen stellt. Wie und Wem und Was kann ein Opfer in solch einer gegenseitigen Misstrauenssituation überhaupt noch vertrauen, wo dieses bisher nur als Lügner und Verleumder abgetan wurde?

    Ein ehemaliger Domspatz

  • Ich war auch in Etterzhausen

    |

    @
    Sehr geehrter Herr Bischof Voderholzer von Regensburg ,
    ich werde zu meinem Thema Etterzhausen niemals diese damalige Schurken
    Direx Mayer , Präfekt Hansch und MusikDirektor Fischer , vergeben –
    und Sie sollen auch für immer in der Hölle brennen!
    Diese Typen haben dort in Etterzhausen über viele Jahre nur Kinderseelen gequält!
    _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _
    http://www.bistum-regensburg.de/typo3conf/ext/mediathek_main/uploads/3/AnsprachevonBischofVoderholzerbeiVesperanl%C3%A4sslichdeszweitenJahrestagsseinesWeihejubil%C3%A4ums_1.pdf
    Siehe Mediathek
    http://www.bistum-regensburg.de/multimedia/mediathek/ansprache-bei-vesper-anlaesslich-des-zweiten-jahrestags-der-bischofsweihe-528/

  • Etterzhausen 2

    |

    @ Etterzhausen 1

    ja, dieses erlebte von damals verfolgt mich schon mein ganzes Leben. Die sollen alle brennen , für immer in der Hölle brennen.

  • Ralf Bart

    |

    Macht über das Volk werde in Zukunft nicht mehr der Herr des Schwertes, sondern der Meister des Wortes haben. Immanuel Kant

  • Kaiser Udo

    |

    ja, lieber georg…“wende dich nicht an dieses bistum“ dieses motto…meine kampfamsage, wurde letzten mittwoch wieder einmal eindrucksvoll bestätigt.
    ich war mit einem team des br-rundschaumagazins, zum sogenannten 5jährigen „jubiläum“ in regensburg. das team stellte per mail und telephonischer anfrage für ein interview an folgende personen…herrn neck..sog. pressesprecher, den GV? fuchs, sowie dem neuen regensburger oberhirten mit dem ergebnis…fuchs und vorderholzer lehnten jedes gespräch ab und neck wörtlich, mit der begründung:
    wir trauen dem öffentlich-rechtlichen nicht mehr“…kein kommentat…
    und so stand ich vor verschlossenen türen….eigentlich hätte ich meine 99thesen an dieses tor nageln müssen…und so werden wir weiterhin der stachel im fleisch sein, dass sie keine ruhe und keinen schlaf finden mögen. zusätzlich gilt nun die erste priorität der brutalen prügelelrziehung und dem psychischen terror von dem bisher erstaunlich so wenig zu lesen und zu hören ist.
    was den heimkindern am runden tisch schon längst anerkannt und entschädigt wird…die aufklärung steht unter der staatlichen aufsicht…werden in den internaten scheinbar diese taten(ausnahme ettal) weiterhin negiert.
    ich frage mich, wo bleibt hier die sogenannte gewaltbeauftragte in regensburg. der diese grausamkeiten seit jahren schriftlich vorliegen…ihr schweigen, ein skandal!!
    ich danke daher allen von ganzem herzen, insbesonders gilt der dank dem hervorragenden und integeren journalisten stefan aigner, die mit worten und taten unseren kampf weiterhin unterstützen und ich bitte all jene, die bisher nicht dem mut hatten sich zu melden…dies endlich zu tun…denn wer schweigt, hat schon verloren.
    ein nicht anerkannter geprügelter und mißbrauchter regensburger domspatz
    udo e. kaiser

  • Ralf Bart

    |

    Die Kirchenleute sollten nicht nur in der Bibel suchen, den Vergebung werden sie dort nicht erhalten.
    Sie sollten einfach mal versuchen Menschlickeit und Gewissen zu finden und anzuwenden.

  • Resch

    |

    @ Udo Kaiser ,
    ja , das ganze Thema der Regensburger Domspatzen ist ja komplexer“, und wenn man dem Bayerischen Fernsehen nicht mal mehr ein Interview gibt , dann ist aber in Regensburg etwas los. Seit Jahren versucht man diese Vielzahl von Themen zu vertuschen , und andere fühlen sich nicht verantwortlich. Diese heutige Institution Domspatzen , auch mit dem Domkapellmeister Büchner , soll ja nichts mehr mit all dem damaligen zutun haben. Ich finde , dass man den Herrn Georg Ratzinger a.D. da einmal mehr in die Pflicht nehmen sollte. Es kann nämlich nicht sein, dass man sich das ganze Vermögen der damaligen eingeständigen Stiftung Etterzhausen / Pielenhofen heute aneignet , aber mit der Vergangenheit wirklich nichts zutun haben möchte.
    War Missbrauch Zeitgeist?
    Ja war er , und der Bischof von Regensburg weiß das auch.
    Bis heute ist das Thema Regensburger Domspatzen ein großes Fass ohne Boden.
    @
    ‚+ ich frage mich, wo bleibt hier die sogenannte gewaltbeauftragte in regensburg. der diese grausamkeiten seit jahren schriftlich vorliegen…ihr schweigen, ein skandal!!
    –Auch die Gewaltbeauftragte Glass Haufmann hat ausführlich gegen den Datenschutz verstoßen , dagegen muss man auch endlich einmal vorgehen.

    Auch müsste man endlch auf den letzten Etterzhausener Direktor Meyer ausführlich eingehen, denn der hat auch dort in Etterzhausen die Buben missbraucht.
    Wieder ein Priester und wieder ein Domspatzendirektor.

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