Nach Domspatzen-Doku

Des Bistums durchsichtige Flucht nach vorn

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Nach der ARD-Dokumentation zur sexuellen Gewalt bei den Regensburger Domspatzen will das Bistum Regensburg einen Fall „neu aufrollen“. Bischofssprecher Clemens Neck spricht von „neuen Vorwürfen“, die bisher gegenüber dem Bistum nicht geäußert worden seien. Mit der Wahrheit hat das nur wenig zu tun. Die Schwester des Betroffenen sagt: „Es ist jetzt acht Jahre her, seit sich mein Bruder an das Bistum gewandt hat. Seitdem ist dort alles ganz genau bekannt und dokumentiert.“

Georg Auer wandte sich 2006 zum ersten Mal an das Bistum. Acht Jahre später will man plötzlich seinen Fall "neu aufrollen". Foto: Archiv

Georg Auer wandte sich 2006 zum ersten Mal an das Bistum. Acht Jahre später will man plötzlich seinen Fall „neu aufrollen“. Foto: Archiv

Am späten Donnerstagnachmittag wurde die Meldung über die Katholische Nachrichtenagentur (KNA) verbreitet: Nach der ARD-Dokumentation „Sünden an den Sängerknaben“ wolle das Bistum Regensburg den Fall des ehemaligen Domspatzen Georg Auer erneut prüfen. Rechtsanwalt Geedo Paprotta, der die Anträge an das Bistum Regensburg juristisch prüft, habe die Initiative ergriffen, heißt es, weil sich „signifikant neue Details“ ergeben hätten. Er, Paprotta, sei mit dem Fall bislang „überhaupt nicht befasst gewesen“, wird berichtet. Nach der Dokumentation hätten sich „neue Vorwürfe“ ergeben, behauptet der bischöfliche Pressesprecher Clemens Neck und bittet andere Opfer, sich doch weiter an die Diözese zu wenden. Ein durchsichtiger Versuch der Schadensbegrenzung.  

Schwester: „Alles lange bekannt und dokumentiert.“

Georg Auer selbst hat derzeit nicht die Kraft, mit Medien zu sprechen. In seinem persönlichen Umfeld aber ist man über das Verhalten des Bistums verwundert, um nicht zu sagen verärgert. „Es ist jetzt acht Jahre her, seit sich mein Bruder an das Bistum gewandt hat“, sagt uns seine Schwester. „Seitdem ist dort alles ganz genau bekannt und dokumentiert.“ Weiter will sie die Aussagen von Neck und Paprotta nicht kommentieren. Das verwundert kaum, wenn man betrachtet, wie das Bistum in den letzten Jahren mit ihrem Bruder umgegangen ist.

2006 hat sich Georg Auer zum ersten Mal an das Bistum Regensburg gewandt und die sexuelle, körperliche und psychische Gewalt geschildert hat, der er als Neunjähriger an der Vorschule der Domspatzen in Ettertzhausen ausgesetzt war. Der Brief an seine ehemaligen Schule liegt unserer Redaktion vor. Ein Auszug:

„(…) des Öfteren nahm mich der Erzieher auch zu sich ins Zimmer, entkleidete mich und befahl mir mich auf den Stuhl zu stellen, auf dass er mich untersuchen könne. Nach irgendwelchen, von ihm an mir vorgenommenen, dubiosen Manipulationen, bekam ich immer Medizin eingeflößt, auf die ich morgens immer noch ganz benommen war. (…) Viele Anhaltspunkte sprechen dafür, dass es sich bei ihm um einen pädophilen Triebtäter handelt.“

Er hört fast vier Jahre nichts mehr.

Staatsanwaltschaft 2010: „Mögliche Straftaten: sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen und Kindern“

2010 schildert Auer seine Vorwürfe erneut und dieses Mal noch ausführlicher der damaligen Missbrauchsbeauftragten des Bistums, Dr. Birgit Böhm. Gemeinsam mit Böhm erstattete er Strafanzeige. Die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren damals zwar wegen Verjährung ein, schreibt aber: „Als mögliche Straftaten kämen sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen und Kindern in Betracht.“

Es kommt zu einer durch Böhm vermittelten Begegnung zwischen Auer und dem Täter, bei dem die Missbrauchsbeauftragte auch anwesend ist. Der Beschuldigte leugnet zunächst, räumt aber laut Auer schließlich den Missbrauch ein und bittet ihn unter Tränen um Verzeihung. Auer stellt einen Antrag auf „Anerkennung des erlittenen Leids“.

2012: Sexuelle Gewalt „nicht nachvollziehbar“

Vermittelte ein Gespräch zwischen Auer und seinem Täter: die mittlerweile verstorbene Missbrauchsbeauftragte Birgit Böhm. Foto: Archiv

Vermittelte ein Gespräch zwischen Auer und seinem Täter: die mittlerweile verstorbene Missbrauchsbeauftragte Birgit Böhm. Foto: Archiv

Im Januar 2012 schließlich erhält Auer ein ablehnendes Schreiben der Diözese Regensburg. Seine Schilderungen werden darin als „nicht nachvollziehbar“ bezeichnet. Später stellt sich heraus: Es handelt sich um einen Serienbrief, der weitgehend wortgleich an mehrere Betroffene verschickt wurde. Auer könne sich an Rechtsanwalt Geedo Paprotta wenden, heißt es in dem Brief weiter, „wenn Sie darüber sprechen wollen“. Auer nimmt dieses Angebot nicht wahr. Er erleidet einen Nervenkollaps, nachdem er das Schreiben erhalten hat und muss für mehrere Wochen in die Klinik. Seine Schwester wendet sich kurz darauf an Bischof Stephan Ackermann, den Missbrauchsbeauftragten der Deutschen Bischofskonferenz. Erfolglos.

Unsere Redaktion berichtet im Februar 2012 (damals noch unter Pseudonym) über den Umgang des Bistums Regensburg mit Georg Auer. Wir stellen eine Reihe von Fragen an Pressesprecher Clemens Neck und die Missbrauchsbeauftragte Birgit Böhm, legen eine Schweigepflichtentbindung vor, die Auer unterschrieben hat. Eine Antwort erhalten wir nicht.

Bayerisches Fernsehen berichtete

Im April 2012 nimmt sich das BR-Magazin Kontrovers des Falls an. Auer selbst ist damals nicht in der Lage, vor Fernsehkameras zu sprechen, aber seine Schwester schildert die an ihrem Bruder begangene sexuelle Gewalt folgendermaßen:

„Der hat ihn nackt ausgezogen und mein Bruder musste sich vorbeugen und der Präfekt hat gesagt: ‚Dreh Dich nicht um. Ich geb Dir jetzt ein Zäpfchen.‘ Und mein Bruder wusste, das ist kein Zäpfchen, das ihm der hinten reingeschoben hat.“

Bistum zum BR: „In der Zusammenschau aller relevanten – auch der juristischen Aspekte nicht ausreichend…“

Zum Hintergrund

Auf eine Anfrage des Bayerischen Fernsehens zum Fall von Georg Auer antwortet das Bistum damals: „In der Zusammenschau aller relevanten – auch der juristischen Aspekte waren die Hinweise nicht ausreichend genug, die Vorwürfe gegen den Erzieher als gegeben einzustufen.“ Der Beschuldigte habe die Vorwürfe eines sexuellen Missbrauchs ausgeschlossen und lediglich „allgemein bedauert, ‚wenn es Herrn Auer damals schlecht ergangen sein sollte’“.

Wenig später outet sich Georg Auer in unserem Kommentar-Forum und bekräftigt dort – erneut – seine Vorwürfe. Vom Bistum Regensburg hört er nichts mehr.

2013: Bischof versprach, „noch einmal zu prüfen“

Im Juni 2013 kommt der neue Bischof Rudolf Voderholzer zu seinem Antrittsbesuch in den Regensburger Presseclub. Wir konfrontieren ihn mit dem ablehnenden Serienbrief, zu dessen Empfängern auch Georg Auer gehört. Voderholzer verspricht, „diese Fälle noch einmal zu prüfen“.

Versprach zu prüfen: Bischof Voderholzer. Passiert ist nichts. Foto: Archiv/ Staudinger

Versprach zu prüfen: Bischof Voderholzer. Passiert ist nichts. Foto: Archiv/ Staudinger

Sein Sprecher Clemens Neck unterdessen interveniert und erklärt am selben Abend, dass „die Faktenlage eine ganz andere“ sei. Offenbar überzeugt er davon auch Bischof Voderholzer: Von einer erneuten Prüfung ist nichts bekannt, bei Auer meldet sich niemand. Eineinhalb Jahre vergehen. Mittlerweile sind sowohl der Täter wie auch die Missbrauchsbeauftragte Birgit Böhm verstorben.

Vorwürfe sind seit Jahren bekannt

In der ARD-Reportage „Sünden an den Sängerknaben“ schildert Georg Auer am 7. Januar 2015 zum ersten Mal selbst vor laufenden Kameras die Demütigungen und sexuelle Gewalt, die er als Neunjähriger erleiden musste. Unter anderem sagt er:

„Dann hat er mich in sein Zimmer geholt. Da stand ein Stuhl. Dann hat er gesagt, ich soll mich ausziehen und auf den Stuhl stellen. Ich hab mich entkleidet. Schlafanzug ausgezogen. Habe mich nackt auf den Stuhl gestellt, an der Lehne festgehalten. Dann hat er mich untersucht. Überall, überall. Ich soll mich bücken. Ich bekomme jetzt Zäpfchen, damit ich gesund werde. Und ja, zum Abschluss bekam ich noch Medizin.“

Wer sein Schreiben aus dem Jahr 2006 kennt, seine Strafanzeige, den Antrag an das Bistum Regensburg und die Schilderungen seiner Schwester gegenüber dem BR-Magazin Kontrovers, für den sind die konkreten Vorwürfe nichts Neues. Es ist alles längst bekannt – insbesondere den Verantwortlichen des Bistums Regensburg. Insbesondere auch Pressesprecher Neck, der sich jetzt zu Wort meldet.

 Fragen, die das Bistum nicht beantwortet

Doch dort will man nun – nachdem die Dokumentation erhebliche Welle geschlagen hat – „signifikant neue Details“ und „neue Vorwürfe“, die dem Bistum nicht bekannt gewesen seien, entdeckt haben und den Fall „erneut aufrollen“. Geschehen sei dies auf Initiative von Rechtsanwalt Geedo Paprotta, der bislang nicht mit dem Fall von Georg Auer befasst gewesen sein will.

Geht gern kreativ mit den Fakten um: Bistumssprecher Clemens Neck. Foto: Archiv/ as

Geht gern kreativ mit den Fakten um: Bistumssprecher Clemens Neck. Foto: Archiv/ as

Doch welche Details und neuen Vorwürfe sind das, die das Bistum in der ARD-Doku entdeckt haben will?

Wie kann es sein, dass das Bistum Georg Auer in seinem ablehnenden Schreiben an Rechtsanwalt Geedo Paprotta verwiesen hat, wo dieser den Fall doch gar nicht gekannt haben soll?

Wie konnte das Bistum in der Vergangenheit gegenüber dem BR-Magazin Kontrovers behaupten, dass man eine „Zusammenschau aller relevanten – auch der juristischen Aspekte“ vorgenommen habe, wo Rechtsanwalt Paprotta doch mit dem Fall nicht befasst gewesen sein soll?

Auf eine entsprechende Anfrage hat uns Rechtsanwalt Papotta an Bistumssprecher Neck verwiesen. Von ihm bekamen wir bislang keine Antwort.

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Kommentare (15)

  • Angelika Oetken

    |

    „Nach der Dokumentation hätten sich „neue Vorwürfe“ ergeben, behauptet der bischöfliche Pressesprecher Clemens Neck und bittet andere Opfer, sich doch weiter an die Diözese zu wenden. Ein durchsichtiger Versuch der Schadensbegrenzung. “

    Liebe „andere Opfer“,

    falls Sie beabsichtigen, mit irgendeiner Person zu sprechen, die dem Bistum oder den Domspatzen angehört, dann nehmen Sie bitte Ihren Anwalt mit. Dass Ihre Verhandlungspartner Ihnen vorab eine Verschwiegenheitserklärung unterzeichnen, die eine der Thematik angemessene Vertragsstrafe enthält, sollte selbstverständlich sein.

    Das ist nämlich nur angemessen. Dieser und anderen kirchlichen Institutionen wurden in der Vergangenheit vom Staat und von der Öffentlichkeit viel zu wenig Grenzen gesetzt.

    Das muss jetzt alles nachgeholt werden ;-)

    Alles Gute wünscht
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick, eine von 9 Millionen Erwachsenen in Deutschland, die in ihrer Kindheit und/oder Jugend Opfer schweren sexuellen Missbrauchs wurden

  • P.

    |

    @
    Nach der Dokumentation hätten sich „neue Vorwürfe“ ergeben, behauptet der bischöfliche Pressesprecher Clemens Neck und bittet andere Opfer, sich doch
    weiter an die Diözese zu wenden.
    ++
    Schon im März 2010 sagte Herr CLemens Neck , Pressesprecher vom Bistum Regensburg: Ziele der Aufklärung durch das Bistum seien Gerechtigkeit und Hilfe für die Opfer, die straf- und kirchenrechtliche Verfolgung der Täter und die Verhinderung künftiger Missbrauchsfälle, sagte Neck.
    Frage: Wieviele TV Sendungen bedarf es jetzt heute noch, damit diese Vertuschungen endlich aufhören…?
    ++
    Glaube , die Domspatzen von heute sind mit Ihrer Art und Weise in einer Sackgasse angekommen, sie werden es die nächsten 10 Jahre wirklich sehr sehr schwer haben, wieder mit dem Chor ausführlich Fuß zu fassen.
    _____
    Tag der offenen Tür ,, Am Samstag, 24. Januar 2015
    http://www.wochenblatt.de/nachrichten/regensburg/regionales/Domspatzen-Gymnasium-praesentiert-beim-Tag-der-offenen-Tuer-die-neuen-Angebote;art1172,285021
    _____
    http://www.bistum-regensburg.de/news/zur-musik-kommen-natur-und-technik-tag-der-offenen-tuer-bei-den-regensburger-domspatzen-3528/

  • Ralf Bart

    |

    Wer so mit Opfern umgeht und seine Täter schützt wie die Kirchen in ihrer Arroganz dies nun tun, sollte den Status einer kriminellen Vereinigung erhalten und mit allen rechtlichen Mitteln verfolgt werden. Vermögen ist einzuziehen um für Entschädigung und Wiedergutmachung für die Opfer , herzuhalten.

    Oder es wird den Kirchen das Verbot, den Umgang mit Kindern und Jugendlichen auferlegt.
    Die Kirchen zeigen immer wieder das sie sich und ihre Täter nicht im „Griff“ haben und stellen somit eine gefährdung für Kinder und Jugendliche dar.

  • Hardt

    |

    In meinem langen Leben habe ich schon viele Dinge erlebt, die ich nie für möglich gehalten hätte.
    Aber die heuchlerische Verlogenheit, die in den klerikalen Kreisen in und um Regensburg herrschst, ist einfach unerträglich. Diese Diözese ist ein Schandfleck für die gesamte römisch-katholische Kirche!!!

  • Angelika Oetken

    |

    „Diese Diözese ist ein Schandfleck für die gesamte römisch-katholische Kirche!!!“

    @Hardt,

    oder diesem Bistum gelang die übliche Mischung aus Vertuschung, Diffamierung und Nötigung der Opfer, ihrer Angehörigen und UnterstützerInnen nicht. Die Regensburger Missbraucherseilschaft und ihren Anhang hat es eben kalt erwischt… unter Anderem weil deren Opfer so hartnäckig sind.

    Der Fall des Priesters Georg K., der aktuell vor dem Landgericht in Krefeld verhandelt wird ist ebenfalls absolut typisch. Auch dessen offensichtliche Serienkriminalität wollte man(n) vertuscht wissen
    http://www.rp-online.de/nrw/staedte/willich/angeklagter-pfarrer-georg-k-verweigert-aussage-aid-1.4803928
    Links neben dem Beitrag gibt es Hinweise auf weitere Artikel zum Thema. Daraus erschließen sich die Zusammenhänge recht gut. Dieser Fall wird sogar in einem Buch beschrieben: http://www.horlemann.info/buecher/sachbuch/buchtitel/der-pfarrer-und-die-detektive-204.html

    Ich hoffe, die öffentliche Empörung stärkt die Position der Kirchenangehörigen, die Aufklären und Aufarbeiten wollen und nicht bereit sind, notorische Kriminalität innerhalb ihrer Kirche zu dulden. Die gibt es nämlich auch. Es sind ziemlich viele :) Und es werden immer mehr…

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Veronika

    |

    @Frau Oetken:

    Stimme Ihnen völlig zu. Vielleicht ist die Diözese Regensburg diejenige Diözese, welcher das „Scheinheiligsein“ bisher am besten gelungen war.
    Trotzdem gilt:

    1. Nichts an die Diözese R.! Soll die prüfen, was sie prüfen will und kann. Geht auch ohne Äusserungen Betroffener, die sich hier über geweihte Täter einem Kreis „Geweihter“ offenbaren müssten.

    2. Erste Empfehlung: Die höchste Stelle, den Vatikan zum Handeln zwingen. Man will scheinbar nur vom höchsten Beauftragten für die Klärung von Mißbrauchsfällen, dem ehem. Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller ablenken, die Sache auf der Ebene eines einfachen Bistums halten, weil es sonst noch höhere Wellen schlägt.

    3. Weitere Empfehlung: Vernetzung über „den grossen Teich“, also mit den Opferverbänden in den USA (hier z. B. SNAP), denn die ganze Sache ist ein Problem der „Römisch-KATHOLISCHEN Kirche“.

  • Veronika

    |

    @Frau Oetken:

    Zu Ihrem ersten Kommentar bzgl. „Verschwiegenheitserklärung mit Vertragsstrafe“.
    ——————
    Man sollte sich den Anwalt den man mitnimmt sehr gut aussuchen, nicht dass dieser womöglich doch noch „einknickt“ vor der großen Erhabenheit und dem Einfluß der RKK in Deutschland.

    Eine Verschwiegenheitserklärung sollte mit der RKK niemand unterzeichnen und dies auch kein Anwalt seinen Mandanten raten. Es geht in der RKK doch mittlerweile auch darum, ob sich geistliche Täter nicht vielleicht auch mittels Verfehlungen gegen das Beichtgeheimnis Opfer gesucht oder herangezogen hatten.

  • P.

    |

    Hoffentlich sperren Sie so einen Unhold endlich einmal für lange Zeit weg.

    Oberammergau , Aktualisiert: 16.01.2015 – 21:38
    Missbrauchs-Vorwürfe: Ettaler Pater kommt vor Gericht
    Ettal/München – Vor fünf Jahren wurde der Missbrauchsskandal im Kloster Ettal publik. Pater G. soll sich an vier Minderjährigen vergriffen haben. Ab Donnerstag muss er sich vor …

    http://www.merkur-online.de/lokales/garmisch-partenkirchen/oberammergau/ettaler-pater-kommt-gericht-4649305.html
    ___

  • Mathilde Vietze

    |

    Ich würde jedem Betroffenen, der vom Bistum aufgefordert wird,
    raten, mit einem couragierten Rechtsanwalt hinzugehen. Man muß
    nämlich diesen Herrschaften das Scheinargument verweigern,
    man hätte ja kein Interesse am klärenden Gespräch.

  • Angelika Oetken

    |

    „Eine Verschwiegenheitserklärung sollte mit der RKK niemand unterzeichnen und dies auch kein Anwalt seinen Mandanten raten.“

    @Veronika,

    ich meinte es so:

    ein Opfer, das mit irgendeinem Angehörigen oder Beauftragten des Bistums wegen der Missbrauchsverbrechen und alles was damit zusammen hängt in Kontakt tritt, sollte sich von denen eine Verschwiegenheitserklärung, Vertragsstrafe inklusive unterzeichnen lassen. BEVOR auch nur irgendwas gesagt, übergeben oder gefragt wird.
    Denn im Zweifelsfall sitzen Betroffene immer am kürzeren Hebel. Und müssen sich Opfer immer noch überdeutlich Respekt verschaffen, wenn sie möchten, dass ihre Persönlichkeitsrechte gewahrt bleiben.

    Da stimme ich mit Ihnen auf jeden Fall überein liebe Veronika:
    Opfer sollten AUF KEINEN FALL irgendwelche solcher Erklärungen unterzeichnen.

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Veronika

    |

    @Mathilde Vietze:

    Dann sollte aber auch der Bischof mit dabei sein, und schriftlich die Personen genannt werden, welche sich beim Gespräch noch im Raum befinden werden. Hier soll es ja auch schon mal die seltensten Konstellationen gegeben haben. Während die RKK immer mindestens „zwei Zeugen“ hinzuzieht (hier regelmässig mindest zwei qualifizierte Zeugen, will heißen einen Anwalt und einen (promovierten) Psychologen), soll das Gegenüber nur mit einem Anwalt erscheinen. So gehts nicht!
    Ausserdem würde ich mir jemand mitnehmen, der Wortprotokoll führt bzw. eine Tonaufzeichnung fordern. Es glaubt doch wirklich niemand mehr, dass im Zweifel bei dem Vertrauensvorschuß gegenüber Kirchenmännern (Beichtgeheimnis und so) nicht diesen Leuten mehr geglaubt wird, als den/ dem Betroffenen.
    Sonst wäre auch kein persönliches Gespräch nötig, sondern man könnte die Sache im Schriftsatz-Verfahren abarbeiten. Dies will die RKK zumindest in D aber überhaupt nicht, denn Geschriebenes – dies ist der RKK traditionell zu bekannt – kann Jahrhunderte überdauern.

  • Ralf Bart

    |

    Der Reputationsvertrag von 1803 verpflichtet die weltliche Gemeinde seit dem zu Leistungen an die Kirchen, über Generationen hinweg, aus kirchlicher Sicht „angemessen“. Jährlich etwa 450 Mio. Euro

    Doch diesen Maßstab nehmen die Kirchen für sich selbst nicht an.
    Sie sehen sich nicht in der pflicht Wiedergutmachungsleistungen für ihre Opfer zu erbringen.

    Sie machen es sich zu einfach.

  • Veronika

    |

    Kommentar gelöscht. Bleiben Sie bitte beim Thema.

  • Heinz A. Höver

    |

    Den Beitrag von Georg Auer habe ich mit Bestürzung gelesen.Die Kirche ist sensibel wie eine Eisenbahnschwelle (sh. Kirchensteuer-Nachforderung) und will jetzt reagieren, weil die Öffentlichkeit sich laut räuspert.Vorher hat sie Herrn Auer als Lügner abgestempelt.Man wird mir laut widersprechen,aber in den letzten Stunden ist eine Menge Ungeheuerliches in dieser Thematik durch den Papst geschehen.Er fordert alle auf, sich um Straßenkinder zu kümmern und preist die Kinder als unsere Zukunft.Hinterhältiger gehts nimmer!Bischof Weselowski, den der Papst versteckt hielt und hält, hat gerade das getan: Verbrechen an den Straßenkindern der DomRep begangen,sie noch nach dem Sex mit Geldzahlungen gedemütigt.Da begeistert sich die Presse weltweit über den „Weltrekord des Papstes“ mit 6 Mio.Messenbesucher,über sein Geschwätz bei der Messe über zu wenig Frauen in der Kirche, zu wenig Frauen zum persönlichen Kennenlernen für ihn an den Orten seiner Besuche. Sind denn alle von Geisteskrankheit geschlagen?: er hätte soviel Frauen zum Reden gehabt, wie ER gewollt hätte. PR dümmster Art und alles fällt darauf rein! Dann ruft er auf dazu, die rechtliche Gleichstellung schwuler und lesbischer Lebensgemeinschaften so zu bekämpfen wie einst „die Kolonisierung“.Das schlägt dem Fass ja ganz den Boden aus.Er diskriminiert in übelster Weise Menschen, die ihm nichts getan haben. Ich fühle mich angegriffen, auf der anderen Seite weiß ich jeden Tag besser, warum ich vor 24 Jahren den Verein verlassen habe. Ich würde mich selbst in den Allerwertesten treten, wenn ich diesem Verein auch nur einen Cent gäbe. Im übrigen macht die RKK mit Missionierung (dafür vergackeiert sie die Menschen beispielsweise durch die Sternsinger, ein Missbrauch ganz anderer Art, weil die Kinder für die Mission und nichts anderes sammeln) dieselben Geschäfte, wie sie diese auch Jahrhunderte zusammen mit den Kolonialherren in aller Welt gemacht hat. Und jetzt diese Worte unglaublicher Verdummung in Manila!
    Auch dieser Papst vertuscht, sagt die Wahrheit nur, wenn sie ihm dummerweise heraus rutscht und hat mit Kindern dann etwas am Hut, wenn eine Kamera in der Nähe ist.
    Hat er vielleicht schon ein einziges Wort des Bedauerns für die Opfer von Weselowski gefunden, nein!
    Lieber Herr Auer, liebe Mitforisten, irgendwie haben wir es doch nicht nötig, uns von diesem Verein, der auch noch auf sein Kirchenrecht pocht (ha,ha) immer wieder aufs neue beleidigen zu lassen.

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