SOZIALES SCHAUFENSTER

Archiv für 6. Februar 2010

Bemerkenswert. Es ist noch gar nicht lange her, da machte der Pfarrer Peter K. bundesweit Schlagzeilen. Zwischen 2001 und 2007 hatte er in Riekofen einen zunächst elfjährigen Jungen 22 Mal missbraucht. Dass der Fall öffentlich wurde, ist nicht dem Bistum Regensburg zu verdanken. Das war bemüht, die Sache unter den Teppich zu kehren. Heraus kam alles nur, weil ein früheres Opfer von Peter K. an die Öffentlichkeit ging. Schon Jahre zuvor hatte K., damals noch Kaplan, in Viechtach einen Jungen missbraucht und war dafür zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Dem Bistum Regensburg war das bekannt. Trotzdem durfte K. in Riekofen wieder mit Kindern arbeiten. Doch selbst nach der Verhaftung von Peter K, lehnte der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller jede Verantwortung ab. Es gab kein Wort der Selbstkritik oder gar der Reue. „Die Verantwortung für die Tat trägt der Täter“, so Müller damals. Das war 2007. Bis heute scheint man aber in Regensburg nicht besonders viel dazu gelernt zu haben. Wie viele Täter es im Bistum gibt, lässt man sich in Regensburg nicht entlocken. Damit gehört man zu den drei von 27 Bistümern, die dem Nachrichtenmagazin Spiegel eine Auskunft dazu verweigert haben. Laut dieser Umfrage sind 100 Mitarbeiter der katholischen Kirche in den vergangenen 15 Jahren unter Missbrauchsverdacht geraten.

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