Regensburger Omertà

Bemerkenswert. Es ist noch gar nicht lange her, da machte der Pfarrer Peter K. bundesweit Schlagzeilen. Zwischen 2001 und 2007 hatte er in Riekofen einen zunächst elfjährigen Jungen 22 Mal missbraucht. Dass der Fall öffentlich wurde, ist nicht dem Bistum Regensburg zu verdanken. Das war bemüht, die Sache unter den Teppich zu kehren. Heraus kam alles nur, weil ein früheres Opfer von Peter K. an die Öffentlichkeit ging. Schon Jahre zuvor hatte K., damals noch Kaplan, in Viechtach einen Jungen missbraucht und war dafür zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Dem Bistum Regensburg war das bekannt. Trotzdem durfte K. in Riekofen wieder mit Kindern arbeiten. Doch selbst nach der Verhaftung von Peter K, lehnte der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller jede Verantwortung ab. Es gab kein Wort der Selbstkritik oder gar der Reue. „Die Verantwortung für die Tat trägt der Täter“, so Müller damals. Das war 2007. Bis heute scheint man aber in Regensburg nicht besonders viel dazu gelernt zu haben. Wie viele Täter es im Bistum gibt, lässt man sich in Regensburg nicht entlocken. Damit gehört man zu den drei von 27 Bistümern, die dem Nachrichtenmagazin Spiegel eine Auskunft dazu verweigert haben. Laut dieser Umfrage sind 100 Mitarbeiter der katholischen Kirche in den vergangenen 15 Jahren unter Missbrauchsverdacht geraten.

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Kommentare (22)

  • Joachim Datko

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    Eltern sollten Kinder und Jugendliche mit katholischen Priestern nicht alleine lassen.

    Katholische Priester gehen fremde Kinder nichts an. Insbesondere sollte das „Theater“ mit Kindern und Jugendlichen als „Ministranten“ abgeschafft werden, es ist mittelalterlich.

  • Manfred Veits

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    Von der „Kultur des Hinsehens“ (Kanzlerin A. Merkel, wie sie auch der Justiz obliegt, war zur Frage der Verantwortlichkeit im Bistum seinerzeit nichts zu hören, nichts zu lesen …

    Siehe dazu meinen Beitrag unter
    http://wir-sind-kirche.de/index.php?id=311&id_entry=977

  • Der Besserwisser

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    bruacht man sich nicht wundern, wenn man den priestern sämtliche weltlichen „gelüste“ verbietet. gebt denen doch ne frau und schon hat sich das thema zum großteil erledigt.

  • Besserwisserin

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    @Besserwisser:

    Glauben Sie wirklich, dass verheiratete Männer beim Thema Kindsmissbrauch noch nie dabei waren? Die Täterstatistik besagt eindeutig etwas anderes!

  • C.V.

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    @Datko
    „Katholische Priester gehen fremde Kinder nichts an“. Aus dieser Aussage resultiert, dass Sie der Meinung sind, dass katholische Priester auch eigene
    Kinder haben oder wie?!?!

    @Besserwisserin
    Seh ich genau so. Was ist denn mit den Sportlehrern, die sich auch an Kindern vergriffen haben, die waren verheiratet.

  • Gläubige Katholikin

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    Natürlich ist das, was in Riekofen passiert ist
    eine Riesensauerei. Es stimmt aber nicht, daß
    der Zölibat an diesen Dingen schuld ist, denn
    ein „normaler“ Mann, sucht sich eine erwachsene
    Frau, um mit ihr sexuell zu verkehren und keine
    kleinen Buben. Und ein „normaler“ Schwuler sucht sich einen erwachsenen Schwulen als Part-
    ner. Richtig ist vielmehr, daß manche Pädophile
    sich aus gewissen Gründen zum Priesterberuf hingezogen fühlen, weil sie wähnen, daß dort
    die Möglichkeit zum Kontakt mit Kindern besteht.

    Ich wehre mich aber dagegen, alle in einen
    Topf zu werfen.

  • Joachim Datko

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    Kinder katholischer Priester

    Zu „“Katholische Priester gehen fremde Kinder nichts an”. Aus dieser Aussage resultiert, dass Sie der Meinung sind, dass katholische Priester auch eigene Kinder haben … 07. Feb 2010, 03:06“

    Siehe z. B. :
    http://www.menschenrechtefuerpriesterkinder.de

  • Johannes Mühlbauer

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    Die aktuelle Debatte über Missbrauchsfälle stellt erneut die römisch-katholische Kirche unter Generalverdacht, weil man mit dem Zölibat das „missing link“ zwischen Pädophilie und Profession meint gefunden zu haben. Eine dröhnende und reichlich späte Selbstbezichtigung trifft auf gratismutige Empörung, katholisches Lavieren und Kirchenhass befeuern sich wechselseitig – und verdrängen die tieferen Probleme. Diese trübe Suppe kann eigentlich keinem schmecken. Dennoch serviert man uns täglich einen großen Schluck aus dem Bottich des Skandals. Die, die es schon immer wussten, prosten denen, die es schon immer besser wussten, zu: Mit der Kirche im Allgemeinen und dieser römisch-katholischen im Besonderen sei einfach kein Staat zu machen. Besser wäre es, sie verschwände ganz.

    Der Eifer, mit dem der Hexentrunk befeuert wird, täuscht über die Tiefendimension des Falles hinweg. Die Etiketten sind schnell zur Stelle, weil sie argumentative Sollbruchstellen bemänteln. Nur sehr selten wird etwa die Frage erörtert, ob es denn gerecht zugehe, wenn mit anklagendem Getöse eine besondere Disposition katholischer Würdenträger zum sexuellen Missbrauch Minderjähriger unterstellt wird.

    Verständlich und nachvollziehbar ist das gesteigerte Maß an Entrüstung, wenn die Täter zuvor versprachen, ihr ganzes Leben Christus zu weihen. Symptomatisch ist derlei Verbrechen aber nicht. Käme irgendjemand auf die Idee, Männer keine Jungen mehr unterrichten zu lassen, um diese vor jenen zu schützen? Ein solcher Generalverdacht wäre abwegig und ehrabschneidend. Und ebenso abwegig sollte er auch dann sein, wenn er geistliches Personal betrifft.

    Die römisch-katholische Kirche sieht sich in toto auf der Anklagebank, weil man mit dem Zölibat das „missing link“ zwischen Pädophilie und Profession meint gefunden zu haben. Dabei wird aber nicht berücksichtigt, dass auch andere christliche Bekenntnisse unter derselben Geißel leiden – in den USA sollen laut Philip Jenkins zwei bis drei Prozent pädophiler Pastoren bei den protestantischen Bewegungen, aber deutlich unter zwei Prozent bei den Katholiken zu beklagen sein.

    Dieser Kommentar soll dbaei in keinster Weise die Taten katholischer Geistlicher gut heißen. Er mag jedoch zum Nachdenken anleiten, ob wir – wenn wir den Grund des Übels beim Priester oder im Zölibat gefunden zu haben meinen – nicht einem Fehlschluss unterliegen und so die Suche nach der wahren Ursache erleichtern. Sicherlich ist es einfacher, Vorurteile zu bedienen, ob dass aber richtiger ist, mag bezweifelt werden.

  • Joachim Datko

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    Katholische Kirche : Ablenken, anstatt Handeln!

    Zu „Dieser Kommentar soll dabei in keinster Weise die Taten katholischer Geistlicher gut heißen. … am 07. Feb 2010, 11:54“

    Es ist schade, dass es immer wieder Menschen gibt, die sich einer Lösung des Problems in den Weg stellen. Die katholische Kirche sitzt so etwas gerne aus.

    Es gibt keinen vernünftigen Grund, warum Eltern katholische Priester mit Kindern und Jugendlichen alleine lassen.

    Siehe auch:
    http://www.stern.de/panorama/missbrauch-in-der-kirche-die-herde-der-schwarzen-schafe-1541307.html
    „Tausende Missbrauchsopfer in Irland, über 100 rechtskräftig verurteilte Priester in Australien und mehr als 10.000 Klagen in den USA: … In Deutschland konnten die Gemeinden sexuelle Übergriffe, wenn sie überhaupt bekannt geworden waren, meist als Einzeltaten herunterspielen.“

  • C.V.

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    zu Herr Datko und co:

    Seltsam. Katholische Priester haben alle pauschal eine heimliche Freundin und eigene Kinder.
    Gleichzeitig ist der Zölibat und die verdrängte Sexzalität aber schuld an der Pädophilie von pauschal auch allen Priestern…

    JA WAS DENN JETZT!?!?! Das geht nicht auf!!!!!

  • Barbara Junghans

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    @ Joachim Datko

    Lieber Herr Datk,

    wir haben’s ja nun alle kapiert, nachdem Sie es 23 bis 35 Mal in diesem Forum postuliert haben. Wir werden unsere Kinder nicht als Ministranten „zur Verfügung stellen“. Aber hören Sie doch bitte endlich auf, uns mit Ihren „Warnungen“ auf den Keks zu gehen.

  • Joachim Datko

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    Mein Tipp:
    Katholische Kirche verlassen.

    Zu “ JA WAS DENN JETZT!? .. am 07. Feb 2010, 17:39″

    – Kinder und Jugendliche nicht mit katholischen Priestern alleine lassen.
    – Die katholische Kirche ist zu mächtig!
    – Wir brauchen keine Politiker, die ständig Bücklinge vor den katholischen Priestern machen (CSU).
    – Wir brauchen keine Dominanz der katholischen Kirche im öffentlichen Raum.
    Siehe:
    http://berlin.thebrights.de/wp-content/uploads/2009/08/staat_kirche.jpg

  • Manfred Veits

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    Wie halten es eigentlich die Mönche im südasiatischen Staat Bhutan mit ihrer Sexualität? Der LINK führt zu einer aktuellen Ausstellung.
    http://www.koeln-nachrichten.de/kultur/ausstellungen/koeln_museum_ostasien_bhutan_ausstellung_2010.html

    Bhutan ist der erste Staat der Erde, der offiziell das Bruttoglücksprodukt eingeführt hat. Sarkozy hat diesen Gedanken aufgegriffen und unter Führung des Nobelpreisträgers Stiglitz eine Kommission eingerichtet.
    http://www.welt.de/wirtschaft/article4535305/Sarkozy-will-Gluecksfaktor-fuer-Wohlstandsstatistik.html

    Der Glücksfaktor in der katholischen Kirche – ein weites Feld, wie DER SPIEGEL in seiner Druckausgabe sehr ausführlich schildert.

  • Johannes Mühlbauer

    |

    Anbei die Bemerkung eines Krimninalpsychaters zur gerne aufgestellten Behauptung, der Zölibat rege zum Kindesmissbrauch an:

    „Nichtzölibatär lebende Männer würden mit einer deutlich höheren Wahrscheinlichkeit zu Missbrauchstätern als Mitarbeiter der katholischen Kirche, äußerte sich am Wochenende auch der Berliner Kriminalpsychiater Hans-Ludwig Kröber. Insgesamt habe es seit 1995 in Deutschland rund 210.000 polizeilich erfasste Fälle von Kindesmissbrauch gegeben, erklärte der Professor für forensische Psychiatrie in einem Interview für die deutsche Katholische Nachrichtenagentur (KNA). Im Vergleich dazu sei die vom „Spiegel“ in einer bundesweiten Umfrage ermittelte Zahl von 94 Verdächtigen innerhalb der katholischen Kirche gering. Die Zahlen legten nahe, dass die Geisteshaltung, in der Priester lebten, sie weitgehend davor schütze, Täter zu werden, so der Kriminalpsychiater.“

  • Joachim Datko

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    Wissenschaftliche Betrachtung der richtige Weg!

    Zu „Johannes Mühlbauer am 09. Feb 2010, 07:43“

    Ich gehe davon aus, dass nur eine wissenschaftliche Erhebung dem Problem angemessen ist.

    Allerdings sind die im Kommentar angegebenen Zahlen meiner Meinung nach nicht stimmig. So werden z. B. über einen langen Zeitraum erfasste Fälle mit einer Umfrage einer Zeitschrift in Beziehung gesetzt.

    Es wäre gut, wenn man Forschungsmittel für eine umfassende Studie einsetzen würde.

    Wie schwer eine Erfassung der Taten ist, sieht man daran, dass sie zum Teil erst nach Jahrzehnten aufgedeckt werden. Auch darf eine eventuelle Vertuschungspraxis die Zahlen nicht verfälschen.

    Siehe z. B.:

    http://www.stern.de/panorama/kindesmissbrauch-in-der-kirche-der-papst-wollte-mir-schuldgefuehle-einreden-1540649.html

    „Hatten Sie den Eindruck, dass man in Ihrer Gemeinde damals ahnte, dass der Pfarrer sich an Kindern vergeht?

    Alle haben es gewusst. Erst als zuviel getuschelt wurde, versetzte man den Pfarrer. Aber es wurde weiter geschwiegen. Als ich meinen Fall 2005 aufdeckte, wurde ich in der Gemeinde massiv angefeindet.“
    =============
    Interessant ist der letzte zitierte Satz aus dem Kommentar:
    „“… Die Zahlen legten nahe, dass die Geisteshaltung, in der Priester lebten, sie weitgehend davor schütze, Täter zu werden, so der Kriminalpsychiater.” 09. Feb 2010, 07:43“

    Sofort wird wieder die Immunisierung versucht. Für mich ist die katholische Kirche eine gefährliche Organisation.

  • C.V.

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    Okay, klar Herr Datko. Weg mit den Priestern. Alle blöd. Und weg mit den Schornsteinfegern. Weg mit den Politikern und vor allem auch mit den Lehrern. Die Schüler können ja selbst alles im Internet nachlesen. Ebenso die Studenten: Wir brauchkein keine Forschung und Lehre, denn auch die Studenten können alles selbst nachlesen. Dies übrigens nicht in Büchern, denn die gehören auch abgeschafft da überholt, sondern auch im Internet. WEr übrigens an die Uni darf, entscheidet das los, da ja die Lehrer abgeschafft gehören, gibt es niemanden mehr, der das Abitur korrigiert.

    Herr Datko, es kann ja sein, dass das alles in ihrem Kopf Sinn macht. Aber WIR sind hier draußen!!!!!!!

  • Aktenzeichen XY

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    @ C.V. am 07. Feb 2010, 17:39 Uhr

    Jeder Mann und Priester hat sexuelle Bedürfnisse.
    Viele verdrängen sie.
    Notgedrungen heimlich haben viele eine Freundin, viele einen Freund.
    Und leider zu viele – auch manche mit Freundin oder Freund – sind pädophil.
    Was geht daran nicht auf?
    Wichtiger ist, was tun die gegen kirchlichen Kindermissbrauch, die nahe dran sind.
    Ihre Vorschläge?

  • Manfred Veits

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    Die fragliche Straftat des sexuellen Übergriffs verjährt in zehn Jahren, berechnet ab dem 18. Geburtstag des Opfers. Die zivilrechtliche Verjährung beträgt grundsätzlich drei Jahre nach Vollendung der Volljährigkeit.

    Die Notwendigkeit der Veränderung jedenfalls der zivilrechtlichen Verjährung liegt auf der Hand. Über WIRSINDKIRCHE.DE findet sich diese Petition/Beschwerde an den Europäischen Gerichtshof, die jedeR unterstützen kann.

    Einzelheiten auf http://norbert.denef.com/petition/

  • Joachim Datko

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    Nicht bewertbar?

    Zu „Herr Datko. Weg mit den Priestern. Alle blöd. … C.V. am 09. Feb 2010, 14:43“
    =====
    Was soll man von Menschen halten, die wie in einer mittelalterlichen Oper rumlaufen? Jahrhundertelang haben sie Märchen von ihrem Teufel und ihrer Hölle erzählt. Und damit haben sie noch den feinen Max gespielt und andere auf sich arbeiten lassen.
    Siehe:
    https://www.st-ulrich-ush.de/Marx_R_mB_n07.jpg
    http://www.holzgibtgas.com/Diverse/der_Teufel_von_vorn.gif

  • Blauer Tintenklecks

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    Die eigentliche Schuld an den Missbrauchsfällen, an der Vertuschung aber auch an Datkos Kommentaren liegt bei Adam & Eva. „Conditio sine qua non“ nennen das wohl die Juristen.
    Ach könnte man doch Adam & Eva noch zur Rechenschaft ziehen.

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