SOZIALES SCHAUFENSTER

Archiv für 22. Februar 2021

70 Jahre "Die Sünderin"

Diesen Film verbiete ich mir!

Siebzig Jahre „Die Sünderin“: Am 22. Februar 1951 war die Stunde Null des freien Kinos in Regensburg. Demonstranten trotzten den Mullahs von der Freiwilligen Selbstkontrolle.

„Schießen Sie, schießen Sie“, hatte der Zitzler Schorsch (OB Georg Zitzler, Anm.d.Red.) in seiner Erregung befohlen. An diesem Tag, als die Menge auf dem Alten Kornmarkt wogte, ist noch einmal alles gutgegangen. Das liberale Regensburg hat sich gegen blindwütigen Eifer behauptet. Wolf Peter Schnetz: Jugendsünden, Regensburg 1996, S.98

Von Paul Casimir Marcinkus

„Das verbiete ich mir!“ Es ist der Klassiker der unfreiwilligen Komik des erbosten Leserbriefschreibers (vorzugsweise männlich, pensionierter Oberregierungsrat). Der Mann will eigentlich sagen: „Das verbitte ich mir!“ Doch er scheitert an seiner Muttersprache und offenbart wider Willen, was wirklich Sache ist. Nachdem es keinen Kaiser und keinen Führer mehr gibt, der täglich strengste und strikteste Maßregeln erlässt, nimmt sich der Mann selbst an die Kandare, er steht unter seiner eigenen Fuchtel. Denn ein Leben ohne exakte Verhaltensvorschriften und vor allem ohne Verbote kann sich der deutsche Mann nicht vorstellen.

Ist Ihnen dieser Text etwas wert?

(via Paypal)

oder:

 
Verein zur Förderung der Meinungs- und Informationsvielfalt e.V.
IBAN: DE14750900000000063363
BIC: GENODEF1R01
drin