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Dünninger verlässt ÖDP

Hans Herrmann fordert erste Opfer

Wegen der Debatte um NS-Bürgermeister Hans Herrmann ist Eberhard Dünninger aus der ÖDP ausgetreten. Durch den Schritt des 79jährigen verliert Fraktionsassistentin Claudia Spiegl ihren Job.
Hans Herrmann um 1949. Foto: Staatliche Bibliotheken/ Stadt Regensburg

Hans Herrmann um 1949. Foto: Staatliche Bibliotheken/ Stadt Regensburg

Im Umgang mit dem NS-Bürgermeister Hans Herrmann haben sich die Fraktionsvorsitzenden im Regensburger Stadtrat vor knapp zwei Wochen auf einen längeren „Meinungsbildungsprozess“ verständigt. Eine Schule und ein Park sind nach dem BVP-NSDAP-CSU-Politiker benannt. Gleichzeitig ist er Ehrenbürger dieser Stadt. Das bayerische Kultusministerium hatte vor dem Hintergrund von Herrmanns Rolle in der NS-Zeit – er war unter anderem für die Arisierung jüdischen Eigentums zuständig – eine Umbenennung der Schule empfohlen.

Austritt letzte Woche

In der ÖDP ist dieser Meinungsbildungsprozess bereits abgeschlossen: Letzte Woche hat der bisherige ÖDP-Fraktionschef Eberhard Dünninger seinen Austritt aus Partei und Fraktion erklärt. Grund ist eine Pressemitteilung der ÖDP, in der sich sowohl der Kreisverband wie auch die Fraktion von Dünninger distanziert hatten. Dünninger hatte sich in einer Ausschusssitzung im Stadtrat empört über die Empfehlung des Kultusministeriums gezeigt und Hans Herrmann vehement verteidigt. Kreisverband und Fraktion hatten daraufhin erklärt, es handle sich dabei um eine Privatmeinung.

Fraktion zerschlagen, Assistentin arbeitslos

Mit Dünningers Austritt schrumpft die ÖDP auf zwei Stadträte und büßt ihren Fraktionsstatus im Stadtrat ein. Darüber hinaus verliert Fraktionsassistentin Claudia Spiegl, die sich als erste von Dünningers Aussagen distanziert hatte, ihren Job. „Ich bedauere den Schritt von Herrn Dünninger“, sagt OB-Kandidat Benedikt Suttner. „Aber seine Haltung ist sehr strikt und ich teile sie auch nach eingehenden Recherchen nicht.“ Es gehe nicht darum, ein Urteil über Hans Herrmanns Person zu fällen, ob dieser eine guter oder schlechter Mensch gewesen sei, aber das ehrende Gedenken, das ihm derzeit noch bereitet werde, sei nicht angemessen. Mehrere Telefonate mit Dünninger hätten nichts gebracht. Seinen Austritt erklärte der 79jährige per Brief. Wann mit einer Entscheidung der Restfraktionen zu rechnen ist, ist nicht bekannt.
Stellungnahme

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