Kolumne: Droben von der Kugel

Da spricht der Bock vom Stinken!

Morgen UniJust in einer von der Studierendenvertretung finanzierten Zeitung hat der Politikwissenschaftsprofessor Stephan Bierling ein Pamphlet „Wider die Studentenvertreter-Ideologen“ veröffentlicht. Eine Erwiderung. Auftakt zu unserer 14tägigen Uni-Kolumne „Droben von der Kugel“.

von Hieronymus Mercator (Pseudonym)

Professor Stephan Bierling, Lehrstuhlinhaber für Internationale Politik und Geschäftsführer des Instituts Politikwissenschaft, hat in der Lautschrift (21. Ausgabe), die sich selbst als „die Studentenzeitschrift der Universität Regensburg“ bezeichnet, einen Artikel „Wider die
Studentenvertreter-Ideologen“ veröffentlicht. In diesem bezeichnet er das Vorgehen der Studentenvertretung gegen die Anwesenheitspflicht als „arrogant, unkollegial, wissenschaftsfeindlich und kontraproduktiv.“ Bedeutungsschwangere Worte, um damit ein Problem, das die – von ihm so bezeichnete – „kleine Gruppe ideologisierter Studentenvertreter“ sich angeblich „herbeihalluziniert“ hat, als Unsinn abzutun. Doch was hat es mit diesen Vorwürfen auf sich?

Mehr Qualität durch Anwesenheitspflicht?

1. Fangen wir mit dem stärksten an: Keine Anwesenheitspflicht zu haben, sei unkollegial, wissenschaftsfeindlich und führe zu einem Qualitätsverlust der Lehre.

Bierling ist allen Ernstes der Auffassung, dass Studenten keinen Lernfortschritt erzielen würden, wenn sie nur zu Veranstaltungen auftauchen, zu denen sie auch wirklich wollen? Hier sei angemerkt, dass es beim Thema Anwesenheitspflicht hauptsächlich um Vorlesungen geht und nicht etwa um Praktika und dergleichen, wo Anwesenheit bzw. aktive Teilnahme ein wesentlicher Bestandteil der Studienleistung ist, z. B durch Laborarbeiten etc..

Nun. Mein Lernfortschritt wird zumindest nicht gemindert, wenn plötzlich keine schlafenden oder auf Facebook surfenden Studenten mir die Sitzplätze wegnehmen, weil sie zwei Minuten vor mir im Hörsaal aufgetaucht sind. Auch lerne ich nicht mehr, wenn in der Reihe hinter mir Menschen sitzen, die sich lautstark über ihre Alkohol-Eskapaden am Wochenende auslassen, warten bis sie die Unterschriftenliste, die ja als „Beweis“ der Anwesenheit gilt, unterschreiben können und dann im schlimmsten Fall nach wenigen Minuten auch schon wieder störend den Saal verlassen. Es ist auch zweifelhaft, dass jene eben beschriebene Spezies von (körperlich) anwesenden Studenten großen Lernfortschritte macht. Dies mögen hier extreme Beispiele sein, aber wer selbst schon mal in einer Vorlesung saß, der wird merken, dass dies gar nicht so übertrieben ist.

Falls so der „Qualitätsverlust“ aussieht, den Professor Bierling an seinem Lehrstuhl für Internationale Politik beklagt, sofern keine Anwesenheitspflicht herrscht, dann frage ich mich, wie die Qualität dieses Lehrstuhls überhaupt aussehen mag.

Anwesenheitspflicht nutzt mittelmäßigen Dozenten

Ist nicht eher das Gegenteil von Bierlings Sichtweise der Fall?

Eine Anwesenheitspflicht ist wissenschaftsfeindlich, da mittelmäßige Dozenten nicht ihre Lehrfähigkeiten verbessern müssen, damit die Studenten freiwillig den Vorträgen lauschen, sondern bis zur Rente ihrer Mittelmäßigkeit frönen können, da sie die Studenten ja einfach zwingen können, sich ihre zweitklassigen Vorlesungen anzuhören. Bei manchen Dozenten muss man sich nicht wundern, wenn Studenten es vorziehen, sich den Stoff lieber autodidaktisch in der Bibliothek anzueignen.

Wettert gegen Studentenvertreter-Ideologen: Professor Bierling. Pressefoto: Stefan Obermeier

Wettert gegen Studentenvertreter-Ideologen: Professor Bierling. Pressefoto: Stefan Obermeier

Gute Lehrende müssen sich keine Sorgen darüber machen, dass Lernende die Nähe zu ihnen suchen und eine Gemeinschaft („universitas“, wie Bierling so schön betont) mit ihnen bilden möchten. Dann gäbe es auch keine Besorgnis mehr, dass keine Diskussionen und Dialoge mit Studenten und Dozenten zustände kämen. Und mal unter uns: Ist es nicht angenehmer mit weniger, aber interessierten und mitarbeitenden Studenten zu arbeiten, als mit zwar mehr, aber gelangweilten und desinteressierten?

Ich verweise hier an dieser Stelle einfach auf ein Werk des Philosophen und Psychiaters Karl Jaspers mit dem Namen „Die Idee der Universität“. Im Unterkapitel „Unterricht“ kann gelesen werden, dass Jaspers Bierlings Vorstellung eines derart reglementierten Studiums als „verderblichen Weg“ ansehen würde. Weiter heißt es dort: „Mit der Freiheit des Lernens wird zugleich auch das Leben des Geistes erstickt.“ Bierlings Vorgehensweise würde nur durchschnittliche Erfolge erzielen und nicht zu wissenschaftlichen Höchstleistungen anspornen. Ich wiederhole das Stichwort: „Qualitätsverlust.“

Arrogant, arroganter, Bierling!

2. Arrogant und ideologisiert nennt Bierling die Studierendenvertretung, da sich lediglich zehn Prozent der Studentinnen und Studenten an den Hochschulwahlen beteiligen, um diese Vertretung zu legitimieren. Warum die Wahlbeteiligung so niedrig ist, soll an anderer Stelle besprochen werden. Eine These wäre, dass die Abschaffung der Verfassten Studierendenschaften durch ein Bundesland, das seit Gründung der Bundesrepublik von hauptsächlich einer Partei (Tipp: CSU) regiert wird, damit zu tun hat, aber dies sei hier mal beiseite gestellt.

In der Tat kann die niedrige Wahlbeteiligung beklagt werden, aber die Vertretung der Studenten der Universität Regensburg derart zu diffamieren, grenzt schon fast an Beleidigung. Diesem argumentum ad hominem kann auch nur durch ein Tu-quoque entgegengekommen werden.

Wenn Bierling hier groß Marx zitiert, der die Studentenvertreter – laut ihm – als „Avantgarde“ bezeichnet hätte, und nicht merkt, dass diese Formulierung eigentlich auf Lenin zurückgeht (siehe seine Schrift „Was tun?“), im nächsten Absatz mit dem Begriff der Unwissenschaftlichkeit um sich wirft und dann auch noch prahlt, seit 30 Jahren schon Politikwissenschaft zu unterrichten, dann kann man sich nur an den Kopf fassen. Arrogant, arroganter, Bierling!

bnmmn

„Das Ende der universitäre Lehre…“ Bierlingsche Untergangsphantasien in der Lautschrift.

Mag auch sein, dass sich in den letzten 30 Lehrjahren Bierlings niemand beschwert hat, bei dem Mann, der später auch noch ihre Klausur benoten und ihre Hausarbeiten betreuten soll, denn worüber sich früher niemand beschwert hat, darüber soll man sich heute auch nicht beschweren!

Man muss nur mal das Wort „Anwesenheitspflicht“ googeln, um zu sehen wie vielen Studenten bundesweit dieses Thema am Herzen liegt.

Gesetzeswidrig und armselig

3. Kontraproduktiv ist eher Bierlings mangelnde Fähigkeit, die Probleme der Studenten ernstzunehmen. Die „avantgardistische“ Studierendenvertretung versucht, die Interessen aller Studenten zu vertreten, was natürlich nicht immer leicht ist bei über 22.000 Menschen. Es können zudem auch nur Interessen vertreten werden, die auch geäußert werden. Ist auch klar. Und dass es Gründe gibt, dass dies nicht immer direkt, d. h. den Dozenten gegenüber, geschieht, wurde weiter oben schon erläutert.

4. Die Gesetzeswidrigkeit von Bierlings konsequenten Einhalten der Anwesenheitspflicht in seinen Vorlesungen wurde auf einer Sitzung des Senats der Universität Regensburg klar festgestellt. (Großes Schweigen der Universitätsleitung) Die Anwesenheitspflicht widerspricht Art. 3 Absatz 4 des Bayerisches Hochschulgesetzes. Doch das kümmert Bierling nicht. Nein, er pöbelt stattdessen in einer durch den Etat der Studierendenvertretung finanzierten Studi-Zeitung gegen ebendiese Studierendenvertretung. Das ist armselig.

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Kommentare (21)

  • Student

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    First world problems!

  • Student (der keiner mehr ist)

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    Anwesenheitspflicht in Praktika: sinnvoll und zu verteidigen.
    Anwesenheitspflicht in Vorlesungen: nach meiner Erfahrung in etlichen Fakultäten (Physik, Chemie, Medizin etc.) überhaupt kein Thema. Weshalb auch? Soviel Freiheit (und Mündigkeit!) sollte man Studenten schon zusprechen, dass sie sich selbst entscheiden dürfen, woher sie den Lehrstoff beziehen – aus dem Eigenstudium in der Bibliothek oder aus dem Hörsaal. Der Hörsaal ist in den genannten Fächern trotzdem meist gut gefüllt. Bei schlechten Dozenten (verdientermaßen) auch mal weniger.
    Die Argumente Bierlings gehen (bezogen auf Vorlesungen, nicht auf Praktika) vollkommen ins Leere. Denn ein Qualitätsmangel an den o.g. Fakultäten aufgrund der Freiheit der Studenten, selbst darüber zu entscheiden, wie sie sich den Lernstoff aneignen, konnte ich bislang nicht feststellen. Ich wüsste auch nicht, weshalb das so sein sollte.

  • Paul2

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    Echt mutig, sich hinter einem Pseudonym zu verstecken, die Backen aufzublasen und dann gegen einen missliebigen Professor zu pöbeln. Zum Glück spricht dieses Studentenvertreterlein nicht für alle Studenten, sondern nur für eine winzige Minderheit.

  • Mr. T

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    Die Anwesenheitspflicht hat schon ihren Sinn – bis zur Kollegstufe.

  • hf

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    bei bierling studierte ich genau einen monat – als er uns sein belohnungs- und bestrafungssystem für mündliche mitarbeit erklärte, war mir schnell klar, dass mit dem mann was nicht stimmt. „narzisstisch veranlagt“ ist wohl vorsichtig formuliert. wie der mann sich bei den medien anwanzt, damit er immer wieder mal irgendwas allgemeingültiges über die nächsten us-wahlen absondern kann… erinnern wir uns noch an die wahlparty für die zweite amtszeit von george w. bush? das war eher eine satanische messe als gelebte „universitas“.

    dass immer mehr junge menschen sich mit grausen von der politik im allgemeinen und von der hochschulpolitik im speziellen abwenden, kann einer wie bierling dabei durchaus persönlich nehmen. wieviele seiner absolventen werden wohl in transatlantischen thinktanks untergekommen sein, in denen rüstungskonzerne mit unseren medien klüngeln oder sich ttip-verträge ausdenken, von denen sie sie später als adlaten der verfassungswidrigen schiedsgerichte profitieren können?

    und wie wirkt sich die so unterfütterte globalisierung wiederum auf die regionale wirtschaft und bildung aus, wo man empirisch feststellt, dass immer mehr studenten gerade nicht zu mündigen bürgern heranwachsen, sondern zu rückgratlosen, sich selbst zensierenden, tendenziell rechtsextremen, zu betrügereien neigenden business-untertanen. die tun alles für einen von bierlings brownies – sonst kann man sich die karriere schließlich gleich abschminken. und: ist mir vielleicht irgendetwas entgangen, oder hat der politische doktortitel zuletzt sein image wieder verbessern können?

    was nützte es schließlich, sich zu beschweren, wo ein professor wie bierling doch eine freiheit der lehre genießt, wie sie zuletzt nur noch der vatikan – und der inzwischen auch schon nicht mehr – für sich beanspruchte. vom ursprünglichen entwurf der deutschen universität nach humboldt („in einsamkeit und freiheit“) ist gerade bierling mit seiner auffassung einer physischen zwangsgemeinschaft meilenweit entfernt.

  • Benjamin

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    Die Debatte scheint hier grob aufgebauscht und von beiden Seiten wenig zielführend gehalten. Die Uni würde warscheinlich sowohl ohne als auch mit Anwesenheitspflicht nicht untergehen, das jetzige System ist ja wohl etwas dazwischen jeder Dozent entscheidet selbst. Damit sehe ich kein Problem, da die Dozenten meist mehr Erfahrung mit der Lehre an der Uni haben als so mancher Student.

    Erheiternd finde ich die Weitläufigkeit der Debatte, aber das linke Spektrum (in dem sich so mancher Studentenvertreter und Kommentator tummelt) findet immer einen Weg, auf TTIP zu kommen und den Kapitalismus zu verteufeln.

    Eine sachlichere Betrachtung würde wohl beiden Seiten gut tun…
    Das Thema könnte man ja mal in nem Proseminar der Psychologen behandeln, da wird es sicher schon Studien dazu geben ;)

  • hutzelwutzel

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    @hf:

    „als er uns sein belohnungs- und bestrafungssystem für mündliche mitarbeit erklärte, “

    Bitte mal genauer erklärt. Das interessiert sicher nicht nur mich.

    Grds. aber ist der Artikel bereits in der Überschrift bereits richtig böse.
    Aber gut, dass man wieder merkt, dass es in Regensburg überhaupt StudentInnen gibt. Ich dachte schon, auf dem Galgenberg wäre eine Kinder-Spielpark eingezogen! ;-)

  • CM

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    Mag sein, dass manche die Diskussion über Anwesenheitspflicht kindisch oder aufgebauscht finden. Natürlich kann man sich auch mal ein oder zwei mühsame Vorlesungen durchquälen. Das Thema ist auch schon älter und eigentlich gut ausdiskutiert. Es gibt (viele) Gründe gegen eine Anwesenheitspflicht und einige dagegen.
    Schlimmer finde ich eher wie Bierling agiert, da er sich über das Bayerische Hochschulgesetz hinwegsetzt, (In NRW gibt es sogar ein Verbot der allgemeinen Anwesenheitspflicht) und die Probleme der Studis nicht ernst nimmt. Ein Professor ist kein Gottkaiser, der über solche Dinge steht. Auch die Uni ist demokratischer Raum. Ebenso verhält es sich mit der Studivertretung, deren Aufgabe es ist, sich für solche Dinge einzusetzen! Es gibt auch kein Quorum bei dem die Wahl ungültig wäre, auch bei 5 % wäre es die gewälte Studivertretung, was natürlich traurig wäre, aber eher vonseiten der Politikverdrossenen. Dies sollte einem Professor für Politkwissenschaft doch bewusst sein, selbst wenn sein Schwerpunkt Internationale Politik ist.
    Schlimm finde ich auch, dass die Unileitung dazu nichts sagt. Über das sollte eher diskutiert werden!
    Bierling, so weit ich aus Erzählungen weiß, betont immer, dass er ein typischer Liberaler sei. Wieso ist er dann bei diesem Thema nicht liberal, sondern wettert gegen die so linke Studivertretung und versucht sie mit ihren „eigenen Waffen“ zu schlagen, indem er fälschlich Marx zitiert? Bierling

    @hf und hutzelwutzel
    Dies würde mich auch stark interessieren.

  • alfons

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    Einwurf von der Seite – ne anwesenheitspflicht können sich die studenten leisten, die nebenbei nicht arbeiten müssen.
    Ein Prof. aus meiner Zeit sagte dazu, dieses Studium ist als Vollzeitstudium konzipiert. Man könnte es auch anders formulieren. Wenn du nicht genug Knete hast dann lass das studieren bleiben. Anwesenheitspflicht ist ein soziales Ausschlusskriterium, von den Alleinerziehenden noch gar nicht gesprochen.

  • RW

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    > „Doch das kümmert Bierling nicht. Nein, er pöbelt stattdessen in einer durch den Etat der Studierendenvertretung finanzierten Studi-Zeitung gegen ebendiese Studierendenvertretung. Das ist armselig.“

    Nö, das ist ein Diskussionsbeitrag. Die ‚Lautschrift‘ ist doch kein Parteiorgan des AStA. Auch ich habe schon (in anderer Sache und in anderem Tonfall) in der Lautschrift „gegen Studenten gepöbelt“. Gerade diese Meinungsvielfalt macht doch eine erfolgreiche Publikation aus.

    P.S.: Die Anwesenheitspflicht ist in meinen Augen ein Scheinriese. Es gibt eine Handvoll – eher ältere – Dozenten, denen sie wichtig ist. Der Großteil der Dozenten kann wunderbar ohne diese leben (zumindest in Vorlesungen).

  • hutzelwutzel

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    @CM:
    Schön, dass wir hier einer Meinung sind, was uns aber unsere Fragen bislang auch nicht beantwortet hat. Der Wikipedia-Artikel von Prof. Bierling ist aber genial.

    @RW: Wieso ist es „armselig“, wenn eine Studierendenzeitung auch eine gegenteilige Meinung eines Dozenten abdruckt? Ich finde, so was ist mustergültig!

    Denkt doch mal: Nur bei Wiedereinführung der Anwesenheitspflicht könnte man in Bayern wieder so etwas wie eine ehemalige Pädagogische Hochschule kreieren.
    Dazu würde dann auch passen, dass sich die Diözese Regensburg um das ethische Wohl aller Studierenden in derem Einzugsbereich kümmern möchte.
    Da kommt dann die „Zweitafel-Lehre“ (10 Gebote auf zwei Gesetzestafeln), eine Abart der „Zwei-Schwerter-Lehre“ ;-) massiv zurück.

  • RW

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    @hutzelwutzel: der Text in Anführungszeichen war ein Zitat aus dem Artikel, dem ich im darauffolgenden Absatz widersprochen habe. Wir sind hier absolut einer Meinung.

  • Paul2

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    Armselig ist es, wenn Bierling unter seinem Namen für seine Meinung einsteht, sein studentischer Kritiker sich jedoch nur unter Pseudonym zu meckern traut.

  • Paul2

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    Das Fazit des Anonymus lässt tief blicken:

    „Nein, er pöbelt stattdessen in einer durch den Etat der Studierendenvertretung finanzierten Studi-Zeitung gegen ebendiese Studierendenvertretung. Das ist armselig.“

    Aha. Man sollte also in diesem Studi-Blättchen nur eine Einheitsmeinung veröffentlichen dürfen, die der eigenen nicht widersprechen? Wer nicht das gültige Dogma anerkennt, muss schweigen – oder er agiert „armselig“? Eine höchst Interessante Ansicht zu demokratischen Grundelementen wie der freien Meinungsäußerung hat der anonyme studentische Autor…

  • CM

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    @Paul2
    Das „Fazit“ sollte lieber lauten: „Bierling rechtfertigt seinen Rechtsbruch, den er weder erwähnt, noch jemand ahndet, mit billiger Polemik. Das ist armselig.“ Soviel zu „demokratischen Grundelementen.“ Wenn er richtige Argumente hätte, wäre es evtl. auch nicht armselig.

    Die Verwendung des Pseudonyms erklärt der Autor übrigens selbst in diesem Artikel.

  • Mathilde Vietze

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    Zu „Paul 2“ Ich teile voll Ihre Meinung. Bierling, ob im
    Recht oder nicht, nennt seinen vollen Namen und macht
    sich damit angreibar; der Anonyme meckert ungestraft
    und hält sich obendrein noch für einen Helden.

  • hf

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    @mathilde vietze: zurecht; neuerdings muss manja schon angst haben, dass einem wochenblatt und MZ den einstieg ins berufleben kaputt schreiben. wer sich ohne zustimmung der qualitäts-journaille mit marx befasst, ist schließlich mit hoher wahrscheinlichkeit ein linksextremist.

  • Threepwood

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    Schon mal darüber nachgedacht, dass der*die Autor*in es deshalb unter Pseudonym geschrieben hat, weil die Person sich in einem Abhängigkeitsverhältnis an der Uni befindet? Anstellung oder Bewertung durch Profs. (eventuell sogar Bierling selbst). Das erklärt warum man sich „verstecken“ muss/will, ohne einen Nachteil zu erhalten. Würdet ihr euch denn gerne von Bierling in Kursen benoten lassen, wenn er weiß, dass ihr den Artikel geschrieben hat? Der sitzt im Zweifel nämlich dann immer am längeren Hebel (haha, Hebel :D).

    Außerdem: Klar ist es okay, in einer Studierendenzeitschrift auch mal Dozierende zu Wort kommen zu lassen. Ist in der Vergangenheit auch schon öfter passiert. Nur ist eben das gewählte Thema anscheinend so kontrovers, dass eine Gegenmeinung, eventuell sogar ein sachlich-neutraler Artikel zum Thema (hört, hört) angebracht gewesen wäre. Beides hat die Lautschrift eben nicht oder erst halbherzig im Nachhinein (auf Initiative aus der Studi-Vertretung) gemacht. Hinzu kam eben der Tonfall des Bierling-Beitrags, der noch dazu Tatsachen verschweigt, sogar bewusst falsch darstellt, schlampig arbeitet was Zahlen angeht und Leute für ihr demokratisches Engagement beleidigt. Auch hier wäre die Rechercheaufgabe gewesen, Dinge zu prüfen und andere Meinungen einzuholen.

  • Paul2

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    Kommentar gelöscht. Mäßigen Sie sich im Ton.

  • Paul2

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    Nanu? Mein Ton war durchaus sachlich und thematisch korrekt. Schade, dass abweichende Meinungen hier doch immer wieder – entgegen aller anderslautenden Beteuerungen der RD-Macher – gelöscht werden.

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