Wirbel um Werbekampagne

Die Domspatzen-Werbung und der Facepalm

Die Regensburg Tourismus GmbH (RTG) sorgt mit einer Werbekampagne, die die Domspatzen als „Regensburger Original“ anpreist, für Wirbel. Die RTG weist Vorwürfe des Bayerischen Rundfunks und der Linksfraktion, die Kampagne sei frauenfeindlich und rassistisch, zumindest aber missverständlich, entschieden zurück. Trotzdem hat man das Video bei YouTube am Freitagmittag gelöscht.

Dieses Motiv findet die RTG weder frauen- oder fremdenfeindlich noch missverständlich. Bild: Regensburg Tourismus GmbJ

Dieses Motiv findet die RTG weder frauen- oder fremdenfeindlich noch missverständlich. Bild: Regensburg Tourismus GmbH

„Witzig“ und viral soll die Kampagne „Regensburger Originale“ der städtischen Tourismus GmbH (RTG) sein. Doch ein im Moment nicht aufrufbares Domspatzen-Video und das dazugehörige Postkartenmotiv, das bundesweit 100.000 mal verteilt wurde, finden manche gar nicht so witzig, sondern rassistisch und sexistisch. 

Auf dem umstrittenen Bild ist eine Gruppe Personen abgebildet, die offensichtlich die Regensburger Domspatzen kopieren will. Doch insbesondere die erste, nur aus Frauen bestehende Reihe, scheint nicht sehr konzentriert bei der Sache zu sein. Lieber nestelt man an den Gewändern herum oder tratscht miteinander. Da hilft auch der Einsatz der drei Herren – einer von ihnen mit dunkler Hautfarbe – in der hinteren Reihe nichts mehr: Beschämt zeigt ein Ministrant im Bildvordergrund die „Facepalm“-Geste. Das will er sich wohl nicht anhören. 

In markigen Versalien macht die Postkarte dann auch klar: „Nichts ist besser als das Original.“ Dieses „Original“, also die Domspatzen, ist auf einem zweiten kleinen Foto zu sehen, fein ordentlich in Reih und Glied, offensichtlich hörenswert singend.

BR: „Chaotenhaufen“ gegen Original-Domspatzen

Der Bayerische Rundfunk griff das Postkartenmotiv in einem Online-Bericht kritisch auf. Es sei zumindest missverständlich, wenn ein „Chaotenhaufen (…) inklusive Mädchen und einem dunkelhäutigen Jugendlichen“ dem „Original“ Domspatzen gegenübergestellt werde.

Linksfraktion: „Sexistische Stereotypen“ und ein „Quotenmigrant“

In einer Pressemitteilung vom Donnerstag bezeichnete die Stadtratsfraktion der Linken die Kampagne als „Faux-pas“. Das Bild erwecke „den Eindruck, als würde Regensburg sich als Brutstätte von Zucht und Ordnung gerieren und als wäre ein Chor aus Mädchen und Jungen gleich welcher Herkunft natürlich schlecht und aus Regensburger Sicht abzulehnen. Der streng geführte Knabenchor aus Regensburg sei wesentlich besser.“ Das Motiv spiele „offen mit sexistischen Stereotypen“. Das auch noch ein „Quotenmigrant“ abgebildet sei, „um etwas negativ darstellen zu können“, sei „Alltagsrassismus“.

RTG weist Vorwürfe entschieden zurück

Die RTG antwortete am Freitagvormittag mit einer Pressemitteilung, in der die Vorwürfe entschieden zurückgewiesen werden. Sabine Thiele, Geschäftsführerin der RTG, wird darin zitiert, der Vorwurf des Sexismus und Rassismus sei „nicht nachvollziehbar“. „Stadt Regensburg frauen- und fremdenfeindlich? Sicher nicht!“ lautet die Überschrift der Mitteilung. 

Im Dom-Postkartenmotiv und dem dazugehörigen Video werden Bierkisten gestapelt - von Bischofshof. Bild: Regensburg Tourismus GmbH

Im Dom-Postkartenmotiv und dem dazugehörigen Video werden werbewirksam Bischofshof-Bierkisten gestapelt. Bild: Regensburg Tourismus GmbH

Weiterhin wird darin recht ausschweifend klargestellt, was die eigentliche Intention des streitbaren Motivs war. Bei dem abgebildeten „Chaotenhaufen“ (BR) handle es sich nämlich um Mitarbeiter der RTG. Die Idee zur Kampagne – „Regensburger Originale darzustellen oder nachzubauen, das Vorhaben aber absichtlich auf eine überspitzt ironische Weise scheitern zu lassen“ – stamme teilweise von ihnen selbst.

„Es geht um den Gesang als Kernkompetenz der Domspatzen“

Neben dem Domspatzen-Motiv gibt es noch drei weitere Videos und Postkartenmotive zu „Regensburger Originalen“: den „Sechs auf Kraut“ aus der Wurstkuchel, dem Dom und der Steinernen Brücke. Alle vier Spots stünden „in einem seriellen Charakter“. Quintessenz der falschen Originale sei: „Wir haben alles versucht, aber nichts ist besser als das Original“. Das fände der Gast nur in Regensburg. „Bei den Domspatzen bedeutet das: sie sind professionelle Sänger und Kulturbotschafter Regensburgs und können viel besser singen als die ,Falschen‘. Hierbei geht es um den Gesang als Kernkompetenz der Domspatzen und nicht um das Aussehen oder das Geschlecht.“

Auch als "Sechs auf Kraut" haben sich die RTG-Mitarbeiter ablichten lassen. Bild: Regensburg Tourismus GmbH.

Auch als „Sechs auf Kraut“ haben sich die RTG-Mitarbeiter ablichten lassen. Bild: Regensburg Tourismus GmbH.

In einer Online-Abstimmung von Bayern3 kommentierten 89 Prozent die Werbeaktion rund um die Domspatzen mit „Witzig. Mal was anderes.“ „Das ist witzig meinte auch die Deutsche Zentrale für Tourismus in London, die die Filme bei einer internen Veranstaltung 50 renommierten englischen Journalisten gezeigt hat“, heißt es in der Pressemitteilung der RTG.

Bild: Regensburg Tourismus GmbH.

Bild: Regensburg Tourismus GmbH.

Unabhängig vom umstrittenen Konzept der Kampagne, deren Intention man offensichtlich erst erklären muss, ist auch der Zeitpunkt, um mit den Domspatzen für Regensburg zu werben, ein denkbar schlechter. Nach einer Dokumentation der ARD Anfang Januar ist das Thema der Missbrauchsvorwürfe wieder stark im Gespräch. Die Linksfraktion fordert von Stadt und RTG, „jegliche Zusammenarbeit mit den Domspatzen“ zu vermeiden, „bis die Vorfälle tatsächlich aufgeklärt sind.“

Domspatzen-Video im Moment nicht aufrufbar

Scheinbar ist man sich momentan auch bei der RTG nicht mehr ganz sicher, ob die Domspatzen-Kampagne nicht doch in erster Linie missverständlich ist: Das entsprechende Video wurde bei YouTube zunächst als „privat“ markiert und dann entfernt. Auch aus der Übersicht der „Regensburger Originale“ wurde das Motiv gelöscht.

Update: Das Video wurde wohl auf Bitten von Joachim Wolbergs aus dem Netz genommen, wie es in einer am frühen Nachmittag veröffentlichten Pressemitteilung des Oberbürgermeisters heißt. Wolbergs darin: „Wenn es Leute gibt, die anscheinend nichts Besseres zu tun haben als viel Energie in ein für Empörung völlig untaugliches Thema zu stecken, dann möchte ich gern dabei behilflich sein, diesen Leuten wieder Zeit für das wirklich Wichtige zu geben. Außerdem will ich diese absurde, unnötige und für Regensburg wirklich nicht hilfreiche Pseudo-Empörungsaktion beenden: Deswegen, und nur deswegen, habe ich die RTG gebeten, diese Postkartenaktion zu beenden und das dazu gehörende Video aus dem Netz zu nehmen.“

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Kommentare (60)

  • Pep

    |

    @
    Das Original müsste bitte zuerst einmal richtig die Vergangenheit , eben die damaligen Themen Etterzhausen und Pielenhofen , heute auch richtig aufarbeiten , dann erst kann man auch heute wieder so richtig auf das Blech schlagen / hauen.
    Es kann nicht sein:
    Sehr geehrter Herr Domkapellmeister Büchner , folgerichtig ist , dass sich die heutige Stiftung der Regensburger Domspatzen sich das gesammte Vermögen ( auch die damaligen Erbschaften ) der damaligen eigenständigen Stiftung Etterzhausen / Pielenhofen , sich unter den Nagel gerisssen hat. Beide Stiftungen wurden nämlich ineinander verschmelzt. Bitte arbeiten Sie heute auch diese damalige Vergangenheit , auch mit Etterzhausen und Pielenhofen auch anständig auf , nur so ko,mmen wir alle heute auch dann auf einen grünen Zweig.

  • altstadtkid

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    Da hat wohl der Grafikdesigner einen Wodka Bull zuviel getrunken.
    Und welcher Verantwortliche hat diesen Müll abgenommen
    Setzen 6

  • Kommentator

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    Mir scheint RTG hat verstanden und reagiert. Mein Fazit: Der Kas is gessn.

  • Regensburger Bürger

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    OMG! Endlich wieder ein neues Ziel für verklemmte Weltverbesserer: die RTG.
    Schon mal überlegt, ob es nicht vielmehr Alltagsrassismus ist, wenn man glaubt, Frauen und Farbige vor „bösen Alltagsrassisten“ schützen zu müssen?

    Die jungen Leute auf den Postkartenmotiven haben da freiwillig mitgemacht, Leute!! Verschont doch bitte diese unschuldigen RTG-Mitarbeiter und deren Chefin, die Frau Thiele (btw: gar nicht auszudenken, wenn der RTG-Chef ein 60-jähriger knarziger Mann wäre…) mit Eurer künstlichen Aufregung – gibt’s nicht anderswo vielleicht gerade ein süsses Robbenbaby zu retten?

  • jbg

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    Die vielen Reaktionen in anderen Medien auf diese Kampagne zeigen auf, wie konditioniert wir mittlerweile auf „political correctness“ sind. Wir hätten weiß Gott Anderes, worüber man sich mit dem gleichen Elan aufregen müsste…

  • Petra

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    Wie singt Barbara Schöneberger so schön im Lied über die Schwiegermutter „…..sie findet ein Haar in jeder Suppe und im Notfall hat sie’s selber reingetan….!“

    Genauso kommt mir das hier auch vor. Stochert doch mal in anderen Suppen auch ein bisschen herum – da gibt’s bestimmt viel zu entdecken!

    Sehr gut Regensburger Bürger und jbg – stimme voll zu. Danke

  • bavarikus

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    Ich kann es nicht fassen.
    Dürfen wir denn nicht mal mehr Witze machen?
    Entweder man wirft uns vor, sexistisch, rassistisch oder islamophob zu sein.

    Leute bleibt mal locker!

  • Peter

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    „jbg:
    Wir hätten weiß Gott Anderes, worüber man sich mit dem gleichen Elan aufregen müsste…“

    Dann tus doch!

  • Petra

    |

    Wie singt Barbara so schön in ihrem Lied über die Schwiegermutter: „….sie findet ein Haar in jeder Suppe und im Notfall hat sie’s selber reingetan…!“

    Genauso kommt mir das hier auch vor.

    Stochert doch mal bitte auch in anderen Suppen herum, da gibts bestimmt viel zu entdecken!

    @jbg und @Regensburger Bürger: wunderbar! Sehe ich genauso. Danke.

  • Mutz94

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    Vier Banalitäten, vier verunglückte Erstlingsversuche, nicht mehr und nicht weniger. Aber vielleicht kann sich die junge Crew ja mal wirklich beweisen: „Wurst? Kuchl!“ – „Andreas? Stadel!“ – „Dom? Spatz!“ – „Thurn? Taxis!“

  • Jan Kastner

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    Witze mit rassistischen & sexistischen Inhalt sind halt einfach rassistisch & sexistsch. Wer solche Witze bewusst verwendet ist halt dann auch einfach Rassist*in oder Sexist*in. Diese Postkartenaktion ist sicher nicht bewusst rassistisch oder sexistisch aber sie ist es halt. Sie zu verteidigen ist lächerlich. Einfach hinnehmen das da Kacke gebaut wurde und fertig aus. Denke nicht das dieser Fehler nochmal passiert. Menschen die jetzt rumweinen das sie keine rassistischen oder sexistischen Witze mehr machen dürfen sind Rassisten*innen & Sexisten*innen auch wenn sie es sich vlt. nicht eingestehen wollen. Und jedes Problem ist ein Problem. Sich aufzuregen weil Menschen ein bestimmten Problem höher zu prorisieren ist ein ziemliches Arschloch Verhalten. Arbeitsteilung ist auch bei der Problembewältiung ein wichtiges Mittel ;)

  • El

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    Also mal abgesehen davon,
    dass ich nie und nimmer auf die Idee käme,
    Domspätzin werden zu wollen
    muss mensch doch einfach sagen dürfen, dass das sexistisch und rassistisch ist .

    Warum steht denn dahinten in den Reihen des nicht-originalen Chors
    nicht ein Bayer mit Gamsbart und die Radifrau zum Beispiel. Oder ein honoriger Regensburger Stadtrat ? Ein Hirsch ? Die Bundeskanzlerin oder Howard Carpendale.
    Es sagt doch etwas über die Denke des Erfinders aus,
    dass es ausgerechnet Frauen und ausgerechnet ein Schwarzer sind,
    die dort stehen.

    Das ist nichts Weltbewegendes und kein Mensch wird deswegen die RTG stürmen –
    uuuund es gehört moniert !!

  • Dubh

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    Witzig ist das allerdings – Realsatire!

    Wegen Dom, Domspatzen, Steinerner Brücke und Bratwürsten soll man also nach Regensburg kommen – och Bischofshofbier dann nicht zu vergessen……………….
    Wer so seine Geisteshaltung – Kirch, Kirch, Kirch – ohne dass der nochmal ganz spezielle Umgang der hiesigen Kirch mit dem Missbrauch im mindesten stört, so schön offenbart, bei dem ist Sexismus absolut selbstverständlich!
    Der gehört schließlich zu den christlichen Kirchen wie das Amen…….
    Darf man als Konessionslose/r überhaupt bei der Stadt arbeiten – unbefristet, nicht prekär?

    Die einzige Kultur die es in Regensburg gibt, ist halt die Kirch bzw kirchlich……….

    Regensburger Bürger: „Schon mal überlegt, ob es nicht vielmehr Alltagsrassismus ist, wenn man glaubt, Frauen und Farbige vor “bösen Alltagsrassisten” schützen zu müssen? “

    Wer macht das, wer will das??
    Um die Leute auf den Fotos geht es nicht.
    Wieder mal nicht im Ansatz kapiert, worum es geht?
    Da müsste man wissen was Sexismus und Rassismus ist…….weiß man aber offensichtlich nicht………..

    Merke:
    Sexismus hat nichts mit Sexualität zu tun, wohl aber kann die Ausübung dieser oder die Ansichten darüber sexistisch sein – die Sexualmoral der RKK bzw. der Christen ist es zutiefst, wie ihre Lehre zu Geschlechtern generell.
    Rassismus hat nichts mit Menschenrassen zu tun, davon abgesehen, dass es seit ca. 30.000 Jahren keine mehr gibt außer einer einzigen – planetenweit!

    Ob eine Frau oder ein Mann für derartiges verantwortlich zeichnet, und gar wie alt die sind ist definitiv vollkommen egal.
    Sexistisch sein, so denken ist NICHT vom Geschlecht abhängig, und vom Alter auch nicht.
    Dass niemand was auffiel ist ebenfalls bezeichnend.

  • fritz walter

    |

    Vorsicht Zensur vom Oberlehrer: „„Wer der RTG und damit indirekt der Stadt diskriminierende Tendenzen unterstellt und das auch noch im Zusammenhang mit einer harmlosen und eindeutig ironisch angelegten Werbekampagne, sollte überlegen, ob mit dieser völlig überzogenen Empörung nicht erst der Schaden entsteht, der nun mit allerlei Betroffenheitsprosa beklagt wird“, sagt Wolbergs.

  • fritz walter

    |

    Es sind diese vielen kleinen und großen Unkorrektheiten, die den Rassismus am Leben erhalten.

  • Dubh

    |

    bavarikus: „Dürfen wir denn nicht mal mehr Witze machen?
    Entweder man wirft uns vor, sexistisch, rassistisch oder islamophob zu sein. “

    Aber klar doch dürften Sie, wenn Sie das bewusst könnten……………..
    Satire darf alles!

    Blöd halt, wenn man sich nur selbst bloß stellt, ohne zu wissen, ganz unfreiwillig……

  • LunaSchneck

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    Die jungen Leute haben sich wohl wirklich nichts dabei gedacht. Vielleicht sollte man ihnen mal Nachhilfe geben zur Geschichte der Domspatzen. Zudem verstehen ja gerade diese machtgeilen „Männer“ der katholischen Kirche überhaupt keinen Spaß. Wer schon Briefchen von Rechtsanwälten von diesen Herren bekam, wegen wesentlich geringeren Belangen, kennt das.
    Ich finds extrem frauen-mädchenfeindlich. Hier werden Mädchen lächerlich gemacht.
    Hätten sie vorne ein paar Jungs mit reingestellt, wärs gar nicht aufgefallen.
    Noch immer sind bei den Domspatzen und in den Leitungsgremien der katholischen Kirche keine Mädchen und Frauen erwünscht.
    Ich finde der Spot schadet den Domspatzen. Ich hoffe es sogar!

  • joey

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    mich hätte im ersten Moment nicht der Sexismus etc gestört, sondern die grundlegende Themaverfehlung. Kein Witz, kein „Original“ in Sicht, nur dämliche Jugendliche (egal welche Tönung oder Geschlecht). Hoffentlich sind die original Regensburger gescheiter (und trinken kein Bischofshof…)

  • Anwohner

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    Domspatzen hin oder her,
    aber muss man denn wirklich noch mehr Werbung für Regensburg machen?
    Reicht es denn ich schon lange?
    Die Altstadt ist tagsüber begehbares Museum und nachts Partymeile … vielleicht sollte eine Stadt auch ein bisschen zum Wohen und Leben da sein und nicht nur zum Ansehen/Besuchen und Feiern.

    Von mir aus können sie alle Postkarten einstampfen (und das Bischofshof „Bier“ gleich mit).

  • Lothgaßler

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    Das mit den Bischofshof-Bierkästen ist schon ein selten schöner Fall von Schleichwerbung, und muss deshalb von der Brauerei auch bezahlt werden! Also OB, Rechnung schreiben lassen!
    Das Domspatzen-Motiv lässt mich ohnehin etwas ratlos zurück, denn zum Weltkulturerbe zählen die doch nicht (hoffentlich). Für mein Empfinden wird diese Institution Domspatzen zu sehr instrumentalisiert. Vor dem Hintergrund der schon seit Jahren schwelenden handfesten Missbrauchsvorwürfe kommt diese Instrumentalisierung der Domspatzen als Werbeträger für die Stadt der Kirche schon sehr gelegen. Ich sehe das auch vor diesem Hintergrund. Werbung mit den Domspatzen ist auch ein Schutzschild gegen Kritik an den hoffentlich überwundenen Zuständen in dieser Institution bzw. am skandalösen Umgang der Kirche mit den unter ihrer Obhut Geschändeten. Das Postkarten-Image der braven sangesfreudigen Buben und jungen Kerle imprägniert so gegen diesen Missbrauchs-Dreck. Ich denke deshalb nicht, dass dieses Motiv so harmlos ist, wie Stadt bzw. RTG dies darstellen wollen.

  • H. Müller

    |

    Erst wenn man die anderen höchstens halbwitzigen Bilder gesehen hat, erkennt man, wie das Domspatzenbild gemeint sein soll.
    Betrachtet man es jedoch unabhängig von den anderen, kann man es fast nur sexistisch und rassistisch interpretieren.
    In seiner peinlichen, dilettantischen und Möchtegern-Art ist das jedoch durchaus repräsentativ für die Außenwirkung dieser Stadt, und daher irgendwie schon wieder gelungen.
    Esst mehr Senf!

  • Pep

    |

    @ Frau Petra , + das Haar in der Suppe.
    Gerne würde ich mit ihnen einmal auch in den REG Arcaden einen Cafe trinken gehen.
    Anscheinend wissen Sie zum Thema REGensburger Domspatzen immer noch nicht viel.

    „Cum Caesar vidisset portum plenum iuxta navigavit.“
    Als Cäsar sah, dass der Hafen voll war, schiffte er daneben.

  • user unknown

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    Wieso dürfen Schwarze nicht Domspatz werden – kann das mal wer beantworten?

  • Stefan Aigner

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    Schwarze dürfen Domspatz werden. Die postkarte vermittelt aber tatsächlich einen anderen Eindruck.

  • Petra

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    „Anscheinend wissen Sie zum Thema REGensburger Domspatzen immer noch nicht viel.“
    Das was ich weiß ist für mich und meine Familie absolut ausreichend, das was Sie meinen wissen zu müssen Herr Pep, interessiert mich nicht! Diese Betroffenheitskultur geht mir auf die Nerven. Es gibt zur Zeit so viel Krieg und schreckliches Leid auf dieser Welt – wenn diese armen Menschen nur ansatzweise so zur Sprache kommen könnten wie manche hier, würde die Betroffenenheit ein ganz anderes Niveau erreichen.

    Und da wir schon beim Haar sind: es heißt: …portum plenum esset….

  • Dubh

    |

    Petra: „Diese Betroffenheitskultur geht mir auf die Nerven.“

    Interessant!
    Die vom Missbrauch betroffenen Domspatzen, Etterzhausener,……… die sich hier ja doch recht zahlreich zu Wort melden, sollen nicht betroffen sein, und andere erst recht nicht – schließlich gibt es AKTUELL soviel viel schlimmeres Leid auf der Welt………………..

    Jungs, Ihr hört es – Maul halten!
    Wärt ihr ECHTE Männer hättet ihr den Kas wirklich schon lange weggesteckt………
    (sexistisches Geschlechterrollenstereotyp – von mir aus Satire) …….

    Hört auf die Weisheiten von Eislaufmuttis (gelegentlich Eislaufvätern) deren Kinder niemals zu Betroffenen ( von was auch immer) gehörten, gehören und gehören werden!

    Außer von den Eislauf…. halt ………………

    Konzentrieren wir uns also auf das Leid, das weit von uns entfernt stattfindet – dann sind wir zwar ein bisserl betroffen, aber nicht persönlich angetastet – weil recht viel tun können wir da nicht – und somit sind wir fein raus!

    Und wenn wir dann noch spenden (was wir allerdings am liebsten bei Naturkatastrophen tun – weil bei Kriegen könnte unser persönlicher Nutzen an denen uns schon viel zu nahe kommen, außerdem sind die Hilfsorgs oft auch schon weg) – dann sind wir praktisch auf dem Gipfel der Guten angekommen…………und was um uns rum passiert kann uns am A… vorbei gehen!

    Salve!

  • Petra

    |

    @user unknown:
    Es dürfen Jungen aller Hautfarben Domspatzen werden und Katholisch müssen sie auch schon längst nicht mehr sein. Man hat in der Schule in den letzten Jahren auch immer wieder überlegt ob man nicht Mädchen in den Unterricht aufnimmt und auch einen eigenen (!) Mädchenchor gründen könnte. Viele würden sich das wünschen. Es gibt ja so manche Diözesen die das vormachen und wo es wunderbar klappt wie z.B München, Köln, Trier…. Leider scheint das Bistum Regensburg da wieder mal viel zu rückschrittlich zu denken und schiebt (noch) einen Riegel vor. Ich hoffe schwer, dass es in ein paar Jahren anders aussieht….

  • Taxifahrer

    |

    Das einzige Problem des Plakats ist die Tatsache, dass vermittelt wird, dass ein richtiger Zuchtmeister benötigt wird, damit die Domspatzen in Reih und Glied stehen.

  • Petra

    |

    @Dubh:
    Hat hier irgendjemand behauptet, dass ihm das Leid der Mißbrauchsopfer hier oder sonstiges Leid bei uns am A… vorbei geht??? Nur: Wie viele Schulen und Einrichtungen haben Mißbrauch betrieben? Wie viele Opfer weltweit gibt es? Wie viele Jahrzehnte fand sowas statt und findet immer noch statt? Wie viele Pädophile treiben nach wie vor ihr Unwesen in Netz und sonstwo? Hier hat man das Gefühl, nur die Domspatzen und das Bistum Regensburg wären die einzigen Bösen!
    Und natürlich muss jedes Opfer seine Traumata selbst verarbeiten, „wegstecken“, bewältigen etc. etc. überall auf der Welt, nicht nur im Raum Regensburg!

    Ich bin auch nicht der Meinung, dass sich das Bistum Regensburg richtig verhält. Ich finde auch, dass nicht nur das Bistum, sondern auch die gesamte RKK da noch viel zu tun haben – ABER: würde es einem Opfer wirklich zur Verarbeitung helfen wenn sich das Bistum, die RKK,…. enschuldigt in Vertretung der Täter, die teilweise gar nicht mehr am Leben sind? Hilft das Entschädigungsgeld egal wie viel oder ein Anerkennungsschreiben wirklich zum „Wegstecken“? Ich denke nicht.
    Ich glaube in diesem Mißbrauchsfall hat es nur demjenigen, der seinem eigenen Täter gegenüber saß und von ihm weinend die Entschuldigung engegennehmen konnte, wirklich etwas geholfen. Dass es in den meisten anderen Fällen nicht zustande kam oder nicht mehr möglich ist, ist sehr bedauerlich. Ich glaube die Entschuldigung in Vertretung nützt leidlich wenig.
    Viel wichtiger ist doch, dass jetzt und in Zukunft in den Kreisen der Kirchen und in allen Schulen und Heimen, im Internet…..so etwas nicht mehr passiert , DAS muss doch daraus gelernt werden und darauf muss mit dem Erbe im Nacken geachtet werden. Genau dasselbe wie mit dem „Hitlererbe“ bei uns in Deutschland.

    Trotzdem: Herr Dubh, wäre es schön, wenn die Opfer der Kriege, Attentate etc. auch so eine Redemöglichkeit hätten wie die Mißbrauchsopfer hier, oder wollen sie lieber diese Verbrechen ignorieren, weil sie ja so weit weg sind?

    Aber ehrlich gesagt, dieses Thema ist eigentlich nicht hier Thema bzw Problem des obigen Artikels und der Werbekampagne!

  • H. Müller

    |

    @Petra

    „Das was ich weiß ist für mich und meine Familie absolut ausreichend (…)“

    „Diese Betroffenheitskultur geht mir auf die Nerven. Es gibt zur Zeit so viel Krieg und schreckliches Leid auf dieser Welt (…)“

    Langsam finde ich es unerträglich, wie Sie hier immer wieder versuchen, die früher bei den Domspatzen begangenen (Un)-Taten klein zu reden und zu relativieren.

    Wie wir mittlerweile von Ihnen wissen, haben Sie und Ihre Familie eine enge und weitgehend ungetrübte Beziehung zu dieser Institution, und es scheint sie zu belasten, wenn darauf ein dunkler Schatten fällt – nachvollziehbar, dass Sie dieser auch persönlich zu treffen scheint.

    Gerade dieser Sachverhalt belegt doch, wie unabdingbar ein unmissverständliches Schuldeingeständnis und die angemessene Entschädigung der Opfer (durch Kirche und Domspatzen) sind, um Glaubwürdigkeit herzustellen und mit der Sache in halbwegs angemessener Weise umgehen zu können; die Angriffe gegen die Institutionen würden abnehmen, und auch Sie, Petra, könnten wieder ruhiger schlafen, wenn Sie sich nicht mehr zur Komplizin der Institutionen machen würden, indem Sie die Probleme unter den Teppich zu kehren versuchen.

    Sie schreiben:
    „ABER: würde es einem Opfer wirklich zur Verarbeitung helfen wenn sich das Bistum, die RKK,…. enschuldigt in Vertretung der Täter, die teilweise gar nicht mehr am Leben sind?“

    Diese Frage können wahrscheinlich nur die jeweiligen Opfer beantworten. Sie, Petra, gewiss nicht, und schon gar nicht mit der von Ihnen implizierten, nahezu zynischen Antwort, dass das nicht der Fall sei, und deshalb ein Versuch der Entschuldigung und Entschädigung nicht unternommen zu werden brauche!

    Und irgendwie hat das doch recht viel mit dem obigen Artikel zu tun, denn hätten die Domspatzen eine angemessene Kultur der Vergangenheitsbewältigung, wäre der Aufschrei über diese recht uninspirierte und dümmliche Werbung nicht halb so groß.

  • Dubh

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    Kommentar gelöscht. Bleiben Sie sachlich.

  • Petra

    |

    @H. Müller
    Bedauerlicherweise haben sie anscheinend meine Kommentare, die da auch haupsächlich zum „John Wayne“ Artikel stattfanden, nicht genau gelesen! Ich habe niemals etwas relativiert, klein geredet oder unter den Teppich gekehrt – im Gegenteil! Ich habe mich genauso entrüstend, enttäuscht und schimpfend über die Geschehnisse und die RKK geäußert wie Sie und alle anderen. Lediglich die HEUTIGE Schule in ihrer JETZIGEN Struktur habe ich verteidigt.

    Trotzdem darf ich wohl meine Meinung äußern, dass ICH mir als Laie im speziellen Thema kaum vorstellen kann, dass nachträgliche Enschuldigungen in Vertretung den Opfern tatsächlich so viel helfen. Damit habe ich im Sinne meiner eigenen Auseinanderseztung mit dem Mißbrauchsthema Fragen in den Raum geworfen die sich mir stellen und die ich auch gerne von Opfern beantwortet hätte. Mir erschließt sich nicht der Sinn der Haarspaltereien. Ich habe niemals behauptet, dass deshalb von der RKK keine Entschuldig/Aufarbeitung etc. nötig seien – im Gegenteil habe ich sogar zu verstärktem Druck durch die Opfer aufgefordert und an die Schule den Wunsch nach mehr öffentlicher Aufarbeitung angetragen. (Alles zu lesen in meinen früheren Kommentaren!)

    Ich versuche die Dinge nicht durch einen Tunnelblick zu sehen sondern von allen Seiten kritisch zu betrachten, auch in Relation zu anderen Opfern und Verbrechen bzw. Gewalttaten.
    Wiedergutmachen kann doch solche Gräueltaten rein gar nichts meiner Meinung nach – aber, wie vorher schon geschrieben, daraus für die Zukunft gelernt kann schon werden!

  • peter

    |

    H. Müller schrieb am 23. Januar 2015 um 22:59
    „Erst wenn man die anderen höchstens halbwitzigen Bilder gesehen hat, erkennt man, wie das Domspatzenbild gemeint sein soll.“
    das sehe ich auch so.
    die aufloesung der domspatzenfoerdervereins wegen des engagements von maria eichhorn bei ( dem meiner meinung nach grossartige arbeit leistendem ) verein donum vitae zeigt sehr schoen welche geisteshaltung aktuell bei der „institution“ domspatzen vorherrscht.
    DAS ist sexismus.
    vgl.:
    http://www.mittelbayerische.de/nachrichten/oberpfalz-bayern/artikel/domspatzen-foerderverein-ist-aufgeloest/1176239/domspatzen-foerderverein-ist-aufgeloest.html

    allein deshalb sollte man im moment keine werbung machen, in der die domspatzen erwaehnt werden, das hat regensburg nicht verdient.

  • Shorty

    |

    Wie die Berichterstattung des BR und die Kommentierungen hier zeigen, führt doch die Werbeaktion mit den Domspatzen v.a. dazu, dass die Mißbrauchsskandale mit der Werbeaktion neu thematisiert und damit nicht gerade positiv in Verbindung mit Regensburg gebracht werden. War das von den Initiatoren so gewollt?
    Insofern: Note 6 für den Erfinder der Kampagne oder ist das Motto: Besser Negativwerbung als gar keine?

  • Rita Lell

    |

    Diese Werbeaktion zeigt doch deutlich die Unfähigkeit der Leitung der Tourismus GmbH. Wie lange dürfen die noch das Ansehen unserer Stadt platt machen, noch mehr Billigtourismus aufbauen und Regensburg zum Disneyland machen.

  • Dubh

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    Kommentar gelöscht.

  • Stefan Aigner

    |

    @Dubh Der Ton macht die Musik und Sie kommen häufiger nicht ohne persönliche Beleidigungen aus.

  • Heinrich M.M.

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    @ Petra ,
    bestimmt machen -Sie sich auch große Sorgen.
    Wissen denn die Verantwortlichen dieser DomspatzenInstitution auch schon darüber Bescheid? Ich meine , andauernd lese ich aus ihren Schriften , dass da schon auch eine derartige Hilflosigkeit hoch kocht. Gestern am 24.01.2015 fand ja wieder ein großer Ereignistag ( Tag der offenen Türe ) bei den Domspatzen in Regensburg statt. Um so mehr hier immer wieder auch negativ über die Domspatzen geschrieben wird , auch damit auch die Missbrauchsskandale dadurch immer wieder auf,s neue auch wieder neu thematisiert werden.
    Muss @ Shorty oben auch ‚Recht geben.

  • Dubh

    |

    Petra: „Trotzdem: Herr Dubh, wäre es schön, wenn die Opfer der Kriege, Attentate etc. auch so eine Redemöglichkeit hätten wie die Mißbrauchsopfer hier, oder wollen sie lieber diese Verbrechen ignorieren, weil sie ja so weit weg sind?“

    Wenn Sie nicht im Ansatz verstanden haben, dass ich diesbezüglich auf den Rassismus der Kolonial – und Nachkolonialzeit, und unser aller Nutzen an dieser bis heute ungeniert existierenden Ausbeutung entsprechender Länder verwiesen habe, tja……………
    Nein, wir versklaven sie nicht mehr die freien LohnarbeiterInnen, sind nur Billigstlöhnerinnen auch für dortige Verhältnisse, die z.B. Kick Klamotten wie Armani am gleichen Band produzieren, was es reichlich schwierig macht „richtig“ einzukaufen – der Preis nämlich macht es keineswegs „richtig“
    Gelegentlich, von der Arbeitssituation abgesehen, kommen sie häufig überwiegend Frauen – dann unter zusammenstürzenden Fabriken zu Tode .

    Aber nein, das ist weder Rassismus und schon gar kein Sexismus, nicht wahr?

    Und übrigens:
    John Wayne war niemals auf der Seite der Guten, was hier allgemein unwidersprochen blieb.
    Er war IMMER auf der Seite der aggressiven europäischen Wirtschaftsflüchtlinge, die sich allerdings den ganzen Kontinent, und nicht nur den, ohne jegliches schlechtes Gewissen geschnappt haben, und alle Menschen brutal niedergemacht haben, die da vorher bereits lebten – waren ja nur unzivilisierte „Wilde“……………..die zivilisiert und christianisiert wurden – was man auch bis heute betreibt.

    Menschenrechte aber hoppla sonst schießen wir – also freilich nicht in Saudi Arabien – FÜR die schießen wir.
    IS Salafisten haben die praktisch gleiche Fundifundi Auslegung des Islam, samt öffentlich köpfen und totpeitschen, wie die Wahabiten in Saudi Arabien.
    Erstaunlich dass die einen Feind, die anderen Freund sind – finden Sie nicht?

    Ach nochwas: „Herr Dubh“ – woraus schließen sie das?
    Aus dem Nick können Sie es nicht! Woraus also?

  • Stefan Aigner

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    @Dubh Kommen Sie erstmal wieder runter. Sie sind jetzt ne Woche gesperrt. Hab keine Lust, mir Ihre Tiraden überhaupt durchzulesen.

  • Petra

    |

    „Wissen denn die Verantwortlichen dieser DomspatzenInstitution auch schon darüber Bescheid? „—->

    Ja, die Leiter der Schule wissen Bescheid (für die Diözese oder das Bistum kann ich nicht sprechen) und es gab auch heute einen Brief an alle Schüler, Eltern, Lehrer, Angestellte… mit einer Stellungnahme des Stiftungsvorstandes. Es wurde Bestürzung, echte Betroffenheit und tiefes Bedauern sowie der Wunsch nach Aufklärung, Gerechtigkeit und Hilfe geäußert. Wie schon in einem Brief 2010 wurde erneut aufgerufen, dass sich mögliche Opfer melden sollen und zwar bei Herrn Dr. Martin Linder und Frau Angelika Hoffmann.

    Man muß sagen, dass die Schule an sich nur ein Rädchen im Bistum darstellt und natürlich nicht die Machthabe hat. Sie kann nur versuchen mehr Druck auf die Diözese auszuüben, allerdings mit Rücksicht auf die jetzigen Schüler und Angestellten. Sie kann weder groß kritisieren noch vorschreiben wie die Diözese vorzugehen hat. Das wollen nur leider die meisten Kommentatoren zu diesem Thema einfach nicht verstehen.

    Beim gestrigen Tag der offenen Tür waren 50 Familien erschienen (!) und auch dort wurde das Thema von der Leitung erörtert:

    http://www.mittelbayerische.de/region/regensburg/artikel/toene-pfluecken-und-technik-schnuppern/1181809/toene-pfluecken-und-technik-schnuppern.html

    Einerseits ist es gut, dass die Mißbrauchsskandale immer wieder neu aufkochen, das bedeutet ja auch Druck auf das Bistum und bringt vielleicht die Aufklärung mehr in die richtigen Gänge. Das möchte auch die Schule!
    Andererseits wird die heutige Schule und ihre Leitung, Schüler und Angestellen, die man wirklich absolut distanzieren muss von den damaligen Geschehnissen (25 Jahre und mehr zurückliegend), dadurch ständig mit in den Dreck gezogen und diffaminiert – und das ist wirklich völlig ungerechtfertigt. Die heutige Schule ist eine komplett andere Schule! Ich habe darüber ausführlich in meinen Kommentaren beim „John Wayne“-Artikel geschrieben. Wie ich heute ganz überrascht und erfreut bemerkt habe, sind dieselben positiven Schilderungen über die Schule bei ehemaligen Domspatzen der letzten ca. 15 Jahren unter Facebook zu lesen:

    https://www.facebook.com/regensburgerdomspatzen/reviews

    Sogar das Opfer Udo Kaiser vollzieht diese Trennung von Bistum und Schule und hat „große Achtung vor Domkapellmeister Büchner und dem Manager Herrn Hartmann“! Und auch er beschreibt die eingschränkte Handlungsfähigkeit der Schule selbst:

    http://www.regensburg-digital.de/wendet-euch-nicht-an-dieses-bistum/15012015/

    Es ist halt schlimm, dass es so viele Neider und Sadisten unter uns gibt, die scheinbar eine wahre Freude daran haben, den heutigen HEUTIGEN Domspatzen eins auszuwischen, ihren Ruhm in den Dreck zu ziehen und einfach nicht wahrhaben wollen dass in dieser jetzigen Schule Mißbrauch seit mind. 25 Jahren Vergangenheit ist.
    Und das ist in meinen Augen für die Schule Bewältigungsbeweis genug.

  • Angelika Oetken

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    „Es ist halt schlimm, dass es so viele Neider und Sadisten unter uns gibt, die scheinbar eine wahre Freude daran haben, den heutigen HEUTIGEN Domspatzen eins auszuwischen, ihren Ruhm in den Dreck zu ziehen und einfach nicht wahrhaben wollen dass in dieser jetzigen Schule Mißbrauch seit mind. 25 Jahren Vergangenheit ist.
    Und das ist in meinen Augen für die Schule Bewältigungsbeweis genug.“

    @Petra,

    Sie berichteten doch in Ihren Kommentaren, dass Ihre Familie schon seit Generationen eng mit dem Domspatzenchor verbunden ist. Wie stehen bzw. standen denn Ihre Vorfahren zur beschriebenen Missbrauchskriminalität?

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Petra

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    Ich würde noch gerne was zu der Postkartengeschichte sagen, denn darum geht es hier ja eigentlich:
    Ich war zuerst auch etwas pikiert als ich das Bild gesehen habe, habe aber in einem anderen Beitrag schon das Video dazu gesehen und wusste dann wie ich es einordnen muss. Außerdem finde ich es absolut stimmig, wenn man alle Postkartenbilder zusammen betrachtet. Das war einfach eine Idee der jungen Mitarbeiter der RTG und ich finde man kann das ganze dann schon auch lustig betrachten dürfen. Sie haben sich jedenfalls viele Gedanken gemacht wie man Regensburg ins Licht rücken könnte – vielleicht ein bisschen reißerisch, vielleicht ein bißchen kommerziell, vielleicht ein bißchen unbedacht – aber eben von jungen (!) Leuten ausgedacht. Da gibts halt manchmal eine andere Sichtweise, nicht wahr? Und wenn der schwarze Mitarbeiter sich dabei komisch vorgekommen wäre oder die Mädchen in Chorkleidung, dann hätten sie sicher nicht mitgemacht!
    Eigentlich müssen sich diese nun sehr gemobbt vorkommen, da sie freiwillig und fröhlich mitgemacht haben und nun hören müssen, dass das ein Fehler war. Ist nicht DAS eigentlich rassistisch und frauenfeindlich?

    Und mal ehrlich: wie viele Millionen merkwürdige, diskriminierende oder überhaupt missverständliche Postkartenmotive, Werbeplakate, Werbefilme oder Karikaturen gibt es auf dieser Welt? Wo kämen wir hin wenn wir uns über jedes einzelne Motiv aufregen würden? Kann man bei so etwas nicht einfach mal darüber milde lächeln und ein Auge zudrücken? Ich sehe da irgendwie Parallelen zur Satireproblematik in Frankreich und fühle mich unwohl dabei.

  • Petra

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    @Angelika Oetken:
    Meine „Vorfahren“ waren völlig entgeistert als sie von den Mißbrauchsfällen erfahren haben. Sowohl mein Vater als auch mein Bruder haben klar geäußert, in ihrer Zeit nichts davon bemerkt zu haben. Bei meinem Bruder ist das durchaus plausibel, da er im Gymnasium erst ab 1992 war. Allerdings hat er berichtet, dass er in den beiden Jahren zuvor in Pielenhofen noch den strengen Direktor (Herr Meier?) miterlebt hat und dieser tatsächlich Ohrfeigen ausgeteilt oder die Kinder zur Strafe im Schlafanzug im kalten Waschsaal stehen hat lassen. Er meinte aber einfach das habe er schnell weggesteckt, das hätte ihn wenig berührt. Ein Mißbrauch sei nicht vorgefallen. Mein Vater war in Etterzhausen 1950-52 und hat zwar von den typischen Züchtigungsmaßnahmen berichtet aber hat nie etwas von Mißbrauch bemerkt. Er meinte erst nach ihm sei wohl der „böse“ Leiter gekommen. Er kann jedenfalls keine wirklich schlimmen Erfahrungen gemacht haben, sonst hätte er nicht seinen Sohn freudestrahlend gleich nach der Geburt mündlich bei den Domspatzen angemeldet….
    Meinen Opa konnte ich nicht mehr dazu befragen, aber der war ja schon vor dem Krieg Domspatz.

    Natürlich waren alle bestürzt über die Vorkommnisse und der Meinung dass sie wohl aufgeklärt werden sollten, aber ebenfalls einer Meinung, dass „die Schule heute ja wohl rein gar nichts mehr damit zu tun hat“.

  • H. Müller

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    @petra

    Schon Interessant, wofür Charlie Hebdo jetzt so alles herhalten muss.

    Abgesehen davon, dass die dümmliche und unprofessionelle Postkarte wohl eher unfreiwillig satirisch geraten ist, ist eine kritische und weitgehend sachliche Auseinandersetzung mit dieser (städtischen) Publikation wohl nicht ganz vergleichbar mit dem grausamen Attentat in Paris.

    Da sollte man vielleicht die Kirche im Dorf lassen; wobei wir wieder bei den Domspatzen wären.

    Ich möchte ihnen gerne glauben, dass sich in den letzten (25) Jahren vieles gebessert hat. Und wenn dort wirklich alle so zufrieden sind, wie sie schreiben, ist das ein Zeichen, dass man aus der Vergangenheit gelernt hat.

    Nur reicht das alleine eben nicht, um die Opfer von damals zu rehabilitieren und zu ihrem Frieden finden zu lassen.
    Stellen sie sich vor, sie wären vor 25 Jahren Opfer einer Vergewaltigung geworden, der Täter wäre nie belangt worden. Würde es ihnen helfen, dass sich der Täter die letzten 25 Jahre unauffällig verhalten hätte?

    Auch wenn ich mich wiederhole: Die Institution der Domspatzen muss sich zu ihrer ganzen Vergangenheit (nicht nur der Ruhmreichen) bekennen, um den Opfern die Chance auf Frieden zu ermöglichen.

    PS:
    Unfreiwillig komisch ist auch folgendes (ungekürzte) Zitat, das man auf der Website der RTG findet:

    „Werte der RTG

    Eine Projektgruppe der Regensburg Tourismus GmbH machte sich im Juli 2007 daran, einen Leitfaden für die tägliche Arbeit zu entwickeln. Ziel war es, einen roten Faden zu finden, an den sich jeder Mitarbeiter im wahrsten Sinn des Wortes „halten“ kann.

Dazu wurden alle Kollegen in der RTG nach ihren Erwartungen an ein Leitbild, aber auch Partner, Kunden und befreundete Institutionen nach ihren Erfahrungen mit der RTG und nach Wünschen an die RTG befragt. Nach einer Menge Spaß und Freude, aber auch Schweiß und gelegentlichem Frust ist dies das vorläufige Ergebnis:

Die Werte der Regensburg Tourismus GmbH

Vorläufig deshalb, weil die Werte kein starres, fest zementiertes Instrument sein können und dürfen. Sie müssen ständig ausgebaut, fortentwickelt, angepasst und
verbessert werden und dürfen keineswegs in der Schublade verschwinden. Der Erfolg
der Werte der RTG hängt davon ab, dass sie vom gesamten Team der RTG leben und
gelebt werden. Das Ziel war und ist, dass sich jede Mitarbeiterin/jeder Mitarbeiter in den Werten wiederfindet.“

    In welcher Schublade die „Werte der RTG“ wohl gerade verschwunden sind?

  • altstadtkid

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    Natürlich, wenn man die ganze Kampagne sieht relativiert sich die Kritik ein wenig.
    Aber das ganze sieht aus wie eine Werbecamagne von der Schüler AG.
    Wenn die Verantwortlichen dafür Geld ausgegeben haben sollten, dann sollten Sie zur Rechenschaft gezogen werden.
    Schon alleine diese stilisierte Bayernfahne ist eine pure Frechheit, sieht aus wie von Bayern 1

  • Lenzerl

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    Ich finde die ganze Kampagne einfach nur gruselig schlecht. Witzig ist für mich anders. Und als Welterbestadt möchte ich mich nicht so präsentiert sehen.

  • Bruckmadl

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    gibt es etwa schon ein neues Video?

  • Mathilde Vietze

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    Schwarze dürfen Domspatz werden! Sind damit CSU-Mitglieder
    gemeint?

  • Petra

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    @Bruckmadl: Nein, das ist das Originalvideo das nun wieder abrufbar ist!

  • Stefan Wagner

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    Es ist auf dem Foto der Originalspatzen nicht zu erkennen, ob da auch schwarze Spatzen dabei sind.

    Die Originalspatzen haben keine Frauen im Chor, keine Turnschuhe, stehen ordentlich und – das legt das Bild nahe – sie haben alle einen Arierpass.

    Frauen und Schwarze taugen auch nicht als Brücken- oder als Kirchenbaumeister.

  • Georg Auer

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    Domspatzen-Faschings-Video ist wieder Online:

    Meine Frage an den OB von Regensburg: Meint er bei seiner Bezeichnung “Pseudoempörung” etwa auch die Domspatzen-Missbrauchsopfer?

    “— Fasching is. Hellau, Hellau, Hellau!!!”

    Georg Auer
    Domspatzen-Missbrauchsopfer

  • wahon

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    Die „Regensburger Domspatzen“ haben nachweisbar jahrzehntelang als klerikale Bedürfnisanstalt gedient. Der Name der Schule und ihre Verbindung zur RKK ist deshalb dermaßen in Verruf geraten, dass jede Werbung mit dem Namen „Regensburger Domspatzen“ zum einen die zahlreichen Opfer beleidigt und zum anderen die Stadt Regensburg und ihre Bürger als geldgeile Opportunisten darstellt, die für den touristischen Erfolg jeden menschlichen Anstand aufgeben. Wenn die heutige Schule und ihr Träger es ernst meinen mit der Aufarbeitung der Vergangenheit, sollten sie zuallererst den Namen ändern und jede Werbung mit dem alten Namen unterlassen.

  • Veronika

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    @Petra:

    Dies mit Ihren Familienmitgliedern die von den Domspatzen-Mißbrauchsfällen nichts mitbekommen haben sollen, ist durchaus zu glauben. Ich kenne auch Leute die hier als „nicht geweihte“ Personen nichts mitbekommen hatten. Bei geweihten Personen gehe ich aber davon aus, dass alle die damals in Regensburg direkt anwesend waren auch von diesen Dingen, wie auch im Leonhard-Waisenhaus wußten. Frage: Um Karriere machen zu können?

  • Hans Meier

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    „[…] dann möchte ich gern dabei behilflich sein, diesen Leuten wieder Zeit für das wirklich Wichtige zu geben“ – so unwichtig find‘ ich das Thema Rassismus nicht!

  • bavarikus

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    Wie oft denn noch??? Es geht hier nicht um Rassismus.

  • Angelika Oetken

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    @Petra,

    zu Ihrer Antwort oben http://www.regensburg-digital.de/die-domspatzen-werbung-und-der-facepalm/23012015/#comment-242487

    „Meine “Vorfahren” waren völlig entgeistert als sie von den Mißbrauchsfällen erfahren haben. Sowohl mein Vater als auch mein Bruder haben klar geäußert, in ihrer Zeit nichts davon bemerkt zu haben.“
    Ihre Verwandten waren ja zu dem Zeitpunkt noch Kinder und von Heranwachsenden kann niemand fordern, dass sie die Reflektionsfähigkeit von Erwachsenen besitzen. Allerdings werden aus Jungen irgendwann erwachsene Männer, von denen man doch erwarten kann, dass sie wissen, wie verbreitet Missbrauch ist. Zudem: „Doktorspiele“ und gemeinsames Ausprobieren sexueller Praktiken gehören bei Kindern bzw. Jugendlichen zur normalen Entwicklung. Falls Ihre Verwandten so offen sind, dass sie darüber sprechen würden: ist ihnen da nie was aufgefallen an Mitschülern, die darauf sehr empfindlich reagiert haben? Oder im Gegenteil, exzessiv auf eine nicht dem Entwicklungsstand entsprechende Art sexuell aktiv waren?

    „Bei meinem Bruder ist das durchaus plausibel, da er im Gymnasium erst ab 1992 war. Allerdings hat er berichtet, dass er in den beiden Jahren zuvor in Pielenhofen noch den strengen Direktor (Herr Meier?) miterlebt hat und dieser tatsächlich Ohrfeigen ausgeteilt oder die Kinder zur Strafe im Schlafanzug im kalten Waschsaal stehen hat lassen. Er meinte aber einfach das habe er schnell weggesteckt, das hätte ihn wenig berührt. Ein Mißbrauch sei nicht vorgefallen.“

    Dann hat Ihr Vater sich stark abgegrenzt als er dies als Kind miterleben musste. Wurde das damals gefordert bzw. erwartet von den Schülern, dass sie ohne erkennbare Regung zur Kenntnis nahmen, dass Mitschüler misshandelt und gedemütigt wurden? Auch das wäre nichts Ungewöhnliches. Aber es prägt. Gerade, was wir in der Kindheit und Jugend lernen oder aber aushalten und verdrängen müssen, begleitet uns als Grundeinstellung ein ganzes Leben. Es sei denn wir arbeiten es auf.

    „Mein Vater war in Etterzhausen 1950-52 und hat zwar von den typischen Züchtigungsmaßnahmen berichtet aber hat nie etwas von Mißbrauch bemerkt. Er meinte erst nach ihm sei wohl der “böse” Leiter gekommen. Er kann jedenfalls keine wirklich schlimmen Erfahrungen gemacht haben, sonst hätte er nicht seinen Sohn freudestrahlend gleich nach der Geburt mündlich bei den Domspatzen angemeldet….
    Meinen Opa konnte ich nicht mehr dazu befragen, aber der war ja schon vor dem Krieg Domspatz.“

    Es könnte auch eine Variante sein, mit schmerzhaften Erlebnissen und Belastungen umzugehen. Es kommt häufig vor, dass Eltern ihre Kinder die gleichen Erfahrungen machen lassen, denen sie selbst in der Kindheit ausgesetzt waren http://www.cnlpa.de/downloads/Fachartikel/2011-02-Der-Wiederholungszwang-Grochowiak.pdf

    Manchmal ist es aber auch einfach nur das Bedürfnis, die eigene Biografie aufzuwerten. So nach dem Motto „warum soll es mein Kind besser bzw. leichter haben als ich selbst?“

    „Natürlich waren alle bestürzt über die Vorkommnisse und der Meinung dass sie wohl aufgeklärt werden sollten, aber ebenfalls einer Meinung, dass “die Schule heute ja wohl rein gar nichts mehr damit zu tun hat”.

    Das zu beurteilen sollte man lieber externen, unabhängigen Fachleuten überlassen. Es gibt nicht umsonst den Begriff der „Betriebsblindheit“.

    Wagen Sie doch den Versuch. Und wenn herauskommt, dass die Domspatzeneinrichtungen von heute die Anforderungen an den Kinderschutz erfüllen, dann wäre das doch nur gut für die Schule und alle, die mit ihr zu tun haben.

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

    P.S. haben Sie hiervon schon gehört? http://unheiliger-berg.jimdo.com/aktuell/
    Am Aloisiuskolleg läuft es gerade ähnlich wie an so vielen anderen Einrichtungen, die eine unselige, nicht verarbeitete Missbrauchshistorie haben: die Opfer und die jetzigen SchülerInnen betreiben die Aufklärung und Aufarbeitung. Während die Verantwortlichen vor dieser Herausforderung kapitulieren

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