Die Schonfrist ist vorbei!

„Soll das wirklich die nächsten sechs Jahre so weiter gehen?“ Nein. Es ist wirklich nicht so, dass er es nicht oft genug im Guten gesagt hätte. Lange genug hat er sich zusammengerissen. Geduldig zugehört und schlimmstenfalls grummelnd den Kopf geschüttelt. Mal ein klitzekleines Wörtchen angemerkt. Doch am Dienstag reichte es dem Schlegl Christian. Unter dem Motto „Die Schonfrist ist vorbei“ hat er sich endlich „die Linken“ im Stadtrat vorgeknöpft. Namentlich Stadträtin Irmgard Freihoffer (Die ist übrigens parteilos. Aber das nur am Rande.). Hat das Format für einen Fraktionschef einer Regensburger CSU: Christian Schlegl. Foto: ArchivEine eigene Meinung. Das ist ja noch zu akzeptieren. Aber diese Meinung auch noch im Stadtrat sagen. Das geht nun wirklich nicht! Das dauert! Das nervt! Und außerdem ist sowieso alles Blödsinn! „Die Frau Freihoffer hat’s geschafft, innerhalb von einem halben Jahr zu einem hoffnungslosen Fall zu werden.“ So etwas muss wirklich einmal gesagt werden. Dass sich diese Frau da einfach erdreistet und, und – anlässlich eines Berichts zum Schienenverkehr – was zur Bahnprivatisierung sagt. „Das hat hier drin nix verloren.“ Dass sie sich kritisch zur Marzlinger Spange äußert. „Da ist niemand dagegen. Wofür sind Sie eigentlich gewählt?“ Ja wofür eigentlich? Es gibt doch eine satte Mehrheit! Da fällt einem wirklich nix mehr ein! „Ein absolutes Armutszeugnis“ ist das, wenn man sich da noch den Mund aufmachen traut. Jawoll! Da geht auch einem besonnenen Mann wie Schlegl der Hut hoch. „So viel Fundamentalopposition.“ Soll da wirklich immer jemand im Stadtrat sitzen, der unangenehme Fragen stellt (zum Beispiel nach den PPP-Projekten die gerade bei der großen Koalition in Mode sind.)? Und damit nicht aufhört? Reicht es nicht, dass man keine Antwort gibt, oder was? Braucht’s das? Nein. Wirklich nicht! Schon Christians Vorgänger Herbert (auch Schlegl) hat bewiesen, dass es durchaus lohnt, Oppositionsmeinungen mit fein abgewogenen Argumenten und rhetorischer Feinheit zum Schweigen zu bringen (Der Riepl? „Nicht nur irr, sondern wirr.“ Der Hartl? „Ein Hetzer.“ Bürgerinitiativen? „Hochaktive Minderheit.“). Soll das jetzt auch die nächsten sechs Jahre so weiter gehen? (Ent)spannende Lektüre!

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Kommentare (10)

  • Veits M.

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    Auch wenn Frau Stadträtin Freihoffer nicht Mitglied der LINKEN ist: ihre couragierte Arbeit WIRKT – danke dafür!

  • claudius

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    Was soll so toll an der Arbeit von Frau Freihofer sein, wenn sie sich gegen eine bessere Schienanbindung Ostbayerns an den Flughafen und an München mittels der Mazlinger spange ausspricht?

    Als Stadträtin hat sie die Interessen der Regensburger zu vertreten und deren Interesse ist eine schnelle Schienenanbindung an den Flughafen, um nicht immer mit dem Auto fahren zu müssen.

    Wenn Frau Freihofer das nicht verstanden hat sollte sie über ihre Rolle im Stadtrat mal nachdenken.

  • claudius

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    In der Sache hat Schlegl also recht, über die Form kann man streiten.
    Aber das mit der Form – über die man streiten kann – gilt auch für den Umgang von Herrn Aigner mit der Stadtverwaltung und diversen Stadträtinnen und Stadträten.

  • claudius

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    Aigner????

  • kardinal

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    @ claudius

    Ach, du gehörst neben „schreiner f.“, „fritz“, „terrier“ usw. also auch zur Achse der Blöden (wahrscheinlich steckt aber hinter all den Pseudonymen ein und derselbe CSUler)!

    Was soll´s, ich verstehe es ja: Nach 12 Jahren Absolut-Hansi hauen schon homöopathische Dosen an Demokratie und Pressefreiheit rein wie ein LSD-Horrortrip.

    Und was die Rolle von Frau Freihofer im Stadtrat betrifft: Es kann nicht jeder den Wolli machen.

  • Richard Spieß

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    Wer gegen die Marzlinger Spange ist, ist nicht gleichzeitig gegen eine effektive Schienenanbindung von Ostbayern an die Landeshauptstadt. Aber wer das so interpretieren will der macht das auch. Die kürzere und damit schnellere Verbindung ist die Strecke über Freising, die auch noch viele andere Vorteile hat. Die weitaus meisten Menschen, die diese Zugverbindung benützen, wollen nach München und nicht zum Flughafen. Die Verbindung ist vor allem für Pendler und Schüler wichtig und nicht für die drei Manager die zum Flughafen wollen.
    Die Marzlinger Spange ist in seiner Streckenführung nicht akzeptabel, denn sie führt durch die Isarauen zwischen München und Landshut, die das größte zusammenhängende Auwaldgebiet in Bayern sind. Konsequenterweise ist dieses Gebiet mehrfach nach nationalen wie internationalen Vorschriften geschützt. Die Isarauen sind als FFH-Schutzgebiet Bestandteil des europäischen Netzes „Natura 2000“, sie sind durchgängig Bannwald, teilweise Landschafts- bzw. Naturschutzgebiet und regionaler Grünzug.
    Der Fahrgastverband PRO BAHN kritisiert, „die Marzlinger Spange schadet dem Gesamtsystem des Öffentlichen Verkehrs mehr als sie nutzt, da viele Züge dann nicht mehr über Freising fahren würden, entstünden für die Bürger der Kreisstadt und ihres Umlands nicht hinzunehmende Nachteile. Nach der Änderung der Nachtflugreglung und der Verstümmelung der Interregio-Linie 25 wäre eine noch stärkere Abkopplung vom Bahnverkehr ein weiterer Schlag für die Region.
    Die Anbindung des Flughafens lässt sich bei weitem umweltverträglicher über die Neufahrner Gegenkurve realisieren.
    Frau Freihoffer zu unterstellen, sie wäre gegen die Bahnanbindung des ostbayrischen Raums, ist eine Darstellung ihrer Aussagen, die in keiner Weise zutrifft.

    Richard Spieß

  • Schreiner F.

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    Q kardinal

    wenn man mit anderen Meinungen nicht umgehen kann greift man zu Beleidigungen. Kardinal ist sich dann nicht mal zu Schade Anleihen bei der politschen Unperson des 21. Jahrhunderts George W. zu nehmen.

    Jeder der nicht der hier herrschenden Meinung von Veits-Aigner-kardinal-Puhle-Steiner-Datko ist muß CSUler sein und Hans Schaidinger unterstützen oder eben blöd, oder alles zusammen.

    So eindimensional wie manche es gerne hätten ist diese Welt nicht. Das zu erkenne bedarf es allerdings einer gewissen Übersicht ;-)

    Jeder der so schwarz weiss malt ist farbenblind.

    Fakten zählen nicht, es geht nur darum bestimmte Menschen, zu beleidigen (Andersdenkende oder Verwaltungsmitarbeiter).

    Es wird alles schlechtgeschrieben oder unerwähnt gelassen was CSU und SPD seit Mai tun und was nicht in das Weltbild dieses Mediums passt.

    Oder warum gibt es hier keinen Bericht darüber, dass bedürftige Kinder in Kürze ein kostenloses Mittagessen bekommen werden, auf Intitiative der Verwaltung und des Sozialbürgermeisters – vgl MZ Berichterstattung.

    Übrigens die CSU Schlammschlacht ist mir genau so zuwider wie Ihnen kardinal und ich bedauere, dass es nicht möglich war in dieser Stadt bestimmte Leute am 2. März in die Wüste zu schicken.
    Mit Herrn Sch. hab ich wirklich nichts am Hut und ich gehöre auch nicht der weder christlichen noch sozialen C-Partei an, noch sympathisiere ich mit selbiger.

    Ich geb meine persönliche Meinung nicht an irgendeiner Garderobe ab. Ich informiere mich ohne ideologische und sonstige Scheuklappen und dann zieh ich meine Schlüsse drauss.

    Beispiel gefällig: Ich gratuliere Herrn Speiß, dessen Haltung den OB genötigt hat zu den Naturschutzfragen bzgl. Brücken-Osttrasse Stellung zu nehmen, danke und weiter so. Aber ich kritisere, das Frau Freihofer als Regensburger Stadträtin die Interessen Freisings über die der Ostbayerischen und Regensburger Bahnnutzer stellt und die Marzlinger Spange ablehnt.

  • Klaus Wörle

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    Wie steht so schön in der Spalte rechts auf diesen Seiten: „Leisten wir uns den Luxus, eine eigene Meinung zu haben.“

    Hinsichtlich der Marzlinger Spange gibt es Pro und Contra (wie auch bei der Frage der einen oder anderen Brücke hier in Regensburg). Verschiedene Personen werden diese Punkte unterschiedlich gewichten und daher zu unterschiedlichen Ergebnissen in ihrer Einschätzung kommen. Frau Freihoffer deswegen derart unsachlich anzugreifen, disqualifiziert Herrn Schlegl nicht nur als Stadtrat, sondern erst recht für das von ihm anvisierte Bundestagsmandat.

    Unabhängig von Sinn oder Unsinn der Marzlinger Spange wäre es längst an der Zeit, sich von Kirchturmpolitik zu verabschieden und zu einem kooperativeren Umgang der Kommunen untereinander zu finden. Dass diese Einsicht derzeit noch wenig Verständnis in der Kommunalpolitik findet, weist Frau Freihoffer als mutige Vordenkerin aus. Ich wünsche ihr daher auch in Zukunft den Luxus, eine eigene Meinung zu vertreten (egal ob mir persönlich die nun passt oder nicht).

  • Audroel Rumpelstilzchen-Maulwurf

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    Ich bin absolut gegen eine schnellere Anbindung zum Flughafen, auch wenn die angeblich lebenswichtig für ganz Ostbayern ist und allerhöchste Priorität hat.
    Fliegen kann man so und so und viel zu billig, das sollte man nicht auch noch unterstützen! Ich glaube auch nicht daran, das der X-Spurige Ausbau der Nordgaustraße das Verkehrsproblem lösen wird. (Diese Lebensadern…) Aber eben auch wenn es um die Bahn geht haben die Automobilisten das sagen, sie sind die Mehrheit. Alle anderen spinnen. Ich z.B. bin für eine schnellere Zuganbindung für Pendler nach München, vielleicht sollte man den Vorwald wieder mit der Bahn erschließen?
    Neben jede Autobahn ein Rad weg! Grün für Radler! Und Fahradparkplätze bei den Shopingmöglichkeiten! …Das kommt dabei heraus wenn sie mal mitdenken wollen, die Schwarzen und Roten von der BMW Fraktion. Kunst ist dann die Lärmschutzwand zur Bahnlinie, die so aussieht, wie die BMW Fassade, natürlich mit 200m Parkdoppeldeck nebenan. Das passt in die Umgebung! Alles Grün im grünen Bereich! (Florale Entente) Äh grau im grauen Bereich, da braucht man dann blaue Platten an den Häusern (blau wie Au). Auch das ist Kunst nicht nur in Tirana (Wobei da anscheinend noch noch mehr erlaubt ist in der Kunst.)
    Wer baut uns denn eine EXPO2000 Siedlung mit Parkplätzen statt Kellerabteilen?
    Wer wenn nicht Shell? Wir wollen einen Liedl zum EDEKA! -„Versprochen der Lidl kommt, nur wann ist die Frage.“ Das ist das Einzige, was sich da verhandeln läßt, im Bürgersaal vom BUZ, aber erst nachdem das immer schon leerstehende Parkdeck keine Subventionen mehr abwirft und wie geplant das Eigentum an eine östereichische Investorengruppe wechselt! Auf ein Neues mit neuen Parkplätzen!
    „Wir alle sind stolz auf mich, denn ich habe einen Kindergarten für euch gebaut! Somit ist bewiesen, das ich ein Herz für Kinder habe.“ das sagt er gerne der Audroel! Ach da fällts mir ein: nurnoch 200 mal schlafen, dann hat er wieder Namenstag in der MZ der Audomar. (Audi)
    Und wir sind stolz auf die Wirtschaft, denn die hat uns eine Schule gebaut, sonst hätten wir ja keine!
    Auch wir haben es uns zur Aufgabe gemacht das Niveau ganz hoch aufzuhängen.
    Da liegt das Problem.
    Gez: Jakob Maulwurf-Friedl

  • Audroel Rumpelstilzchen Maulwurf

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    Die Wiederinbetriebnahme der Eisenbahnstrecke, von Cham nach Regen wäre doch ganz sinnvoll. Koste es was es wolle!
    Gez: Jakob Maulwurf-Friedl.

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