SOZIALES SCHAUFENSTER

Fehlende Barmherzigkeit in St. Bonifaz?

Eiskalte Weihnachtsbotschaft für einen Todkranken

Der Pfarrer und der langjährige Hausmeister der Pfarrei St. Bonifaz lebten Tür an Tür. Doch davon, dass sein Nachbar schon länger todkrank war, will der Geistliche nichts mitbekommen haben. Einen Tag nach Weihnachten teilte er ihm mit, dass man nach 26 Jahren seinen Mietvertrag kündige. Seinen Sohn bat der Mann auf dem Sterbebett, die Geschichte öffentlich zu machen.

Robert Tomala ist nach dem Tod seines Vaters Vollwaise. Einen Monat nach dessen Tod erhielt auch er die Kündigung seines Mietvertrags bei St. Bonifaz. „Wie es mir gerade geht, hat der Pfarrer nie gefragt.“

Als am Morgen des 27. Dezember 2018 das Telefon bei Jan Tomala klingelte, da wusste er schon, dass er gerade das letzte Weihnachtsfest mit seiner Familie gefeiert hatte. Knapp vier Jahre zuvor war bei ihm ein Papillenkarzinom, eine Unterform von aggressivem Bauchspeicheldrüsenkrebs, diagnostiziert worden. Mehrfache Operationen, Chemo- und Radiotherapien konnten die Krankheit nicht aufhalten. Tomala war ebenso wie seiner Lebensgefährtin und seinem Sohn Robert klar, dass er nur noch wenige Wochen zu leben hatte. „Es sollte etwas ganz Besonderes werden“, erzählt Robert Tomala. Doch der Anruf habe alles verdorben.

Kündigungsgrund nach 25 Jahren: Frühverrentung

Am Telefon: Martin Stempfhuber, Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde St. Bonifaz im Stadtwesten von Regensburg. Es gehe um das Kündigungsschreiben für Tomalas Wohnung, das er übergeben wolle. Der (später nachgereichte) Kündigungsgrund nach 26 Jahren: Tomala sei frühverrentet und habe deshalb keinen Anspruch mehr auf die Hausmeisterwohnung. Der 55jährige solle ihm die Kenntnisnahme per Unterschrift bestätigen, ließ Pfarrer Stempfhuber noch wissen.

Weil Jan Tomala zu krank war, um zur Tür zu kommen, übernahm das sein Sohn Robert. „Ich habe Herrn Stempfhuber dann in kühlem Ton aufgefordert, die Kündigung mit der Post zu schicken. Das ist schließlich so üblich.“ Für Robert Tomala war dieses Ereignis aber nur der Höhepunkt einer „Reihe von Demütigungen“, denen sein Vater ausgesetzt gewesen sei. „Von Barmherzigkeit, Nächstenliebe und Empathie, über die Herr Stempfhuber gerne in seinen Predigten spricht, konnte mein Vater nichts spüren.“

Einen Tag nach den Weihnachtsfeiertagen wollte Pfarrer Stempfhuber die Kündigung übergeben.

Pfarrer Stempfhuber kann die Vorwürfe nicht nachvollziehen. Ihm sei nicht klar, „welche Strategie“ Robert Tomala damit verfolge. „Übrigens wusste ich und niemand in der Kirchenverwaltung oder im Umkreis von der zitierten ‚Schwerstkrankheit‘ oder ‚Todkrankheit’“, schreibt er in einer Stellungnahme an unsere Redaktion. Und auf die Idee mit der Wohnungskündigung habe ihn Jan Tomala selbst gebracht. Dieser habe ihn selbst einmal, als er wegen seiner Krankheit frühverrentet worden war, auf die einjährige Kündigungsfrist angesprochen. Damit, dass der Pfarrer dies als Aufforderung zur Wohnungskündigung verstehen würde, habe sein Vater allerdings nicht gerechnet, sagt Robert.

In der Pfarrgemeinde kannte man Herrn Tomala

Jan Tomala arbeitete seit 1993 bis zu seiner Erkrankung als Hausmeister für die katholische Kirchenstiftung St. Bonifaz, erledigte Reparaturen und Schneeräumarbeiten, druckte den Pfarrbrief und war Ansprechpartner, wenn irgendwo Not am Mann war. Mit seiner Familie lebte er ein paar Meter hinter der Kirche, Tür an Tür mit dem Pfarrer der Gemeinde, nur ein paar lose gepflanzte Bäume trennen die beiden Gärten.

Unter Stempfhubers Vorgänger Dr. Herbert Winterholler durfte Tomala auch ein paar Gemüsebeete im Pfarrersgarten anlegen. Das nachbarschaftliche, aber auch das Dienstverhältnis beschreibt sein Sohn als sehr gut. „Mein Vater stand in lebhaftem Kontakt mit den Gemeindemitgliedern. Er betreute Kegelgruppen und Veranstaltungen, verlieh die Schlüssel für den Gemeindesaal. Eigentlich hat ihn jeder gekannt.“ Als 2006 Jan Tomalas Frau, Roberts Mutter, starb, habe Pfarrer Winterholler immer wieder das Gespräch mit der Familie gesucht. Die Trauerfeier mit Freunden und Verwandten nach dem Gottesdienst durften die Tomalas im Pfarrsaal der Gemeinde abhalten. „Herr Winterholler war das, was ich mir unter einem Seelsorger vorstelle“, erzählt Robert.

Ermahnungen wegen des Lüftungsverhaltens

Bei Pfarrer Stempfhuber sei dies von Anfang an anders gewesen. Er kam nach Winterhollers Ruhestand im September 2017 in die Gemeinde. Jan Tomala war zu diesem Zeitpunkt schon zwei Jahre krank. Ein wirkliches Dienstverhältnis bestand zwischen ihm und Stempfhuber nicht. Sie waren eben Nachbarn. „Interessiert hat er sich für meinen Vater aber nicht – zumindest nicht für seinen Gesundheitszustand.“ Stattdessen habe er Jan Tomala permanent auf dessen Heiz- und Lüftungsverhalten angesprochen. „Er hat meinem Vater mitgeteilt, dass es ihm kalt den Rücken hinunterlaufe, wenn er an die nächste Betriebskostenabrechnung denkt und ihn aufgefordert, nicht so viel zu lüften“, erinnert sich Robert.

Jan Tomala starb am 27. März 2019.

Zu diesem Zeitpunkt fehlte Jan Tomala bereits ein Teil der Bauchspeicheldrüse. „Die Gerüche wegen der veränderten Verdauungsfunktion und der Chemotherapie waren sehr unangenehm. Deshalb hat mein Vater häufig gelüftet. Aber das hat Herrn Stempfhuber nicht interessiert. Er ist ihn immer wieder deshalb angegangen.“ Ein Vorwurf, den der Pfarrer „nachdrücklich als Unwahrheit“ zurückweist. Doch Robert Tomala bleibt dabei. „Mein Vater wurde mehrfach penetrant angerufen und aufgefordert nicht mehr zu lüften, da dies die Heizkosten in die Höhe treibt.“ Das könne auch dessen damalige Lebensgefährtin bestätigen.

Bagatellreparatur erst nach juristischer Drohung

Trotz seines sich verschlechternden Gesundheitszustands wollte Tomala so lang wie möglich zuhause bleiben. Wegen zahlreicher Knochenbrüche, verursacht durch Metastasen, konnte er sich zu diesem Zeitpunkt kaum noch bewegen. Wenn Sohn und Lebensgefährtin nicht zuhause waren, war Tomala auf den automatischen Türöffner angewiesen, um Besucher in seine Wohnung zu lassen. Im Januar allerdings ging dieser Türöffner kaputt.

„Anstatt die Reparatur direkt in die Wege zu leiten – allein aus mietrechtlicher Sicht stand dies meinem Vater zu – hat Herr Stempfhuber auf die Kirchenverwaltungssitzung im nächsten Monat verwiesen, wo das genehmigt werden müsse“, ärgert sich Robert Tomala. Nach mehrfachen erfolglosen Bitten und erst nachdem Tomala dem Pfarrer mit rechtlichen Schritten drohte und eine Frist setzte, wurde das Problem in Angriff genommen und von einem Hausmeisterdienst rasch behoben – es ging lediglich um eine Bagatellreparatur. „Aber vermutlich braucht Herr Stempfhuber auch für den Wechsel einer Glühbirne einen Beschluss eine Kirchenverwaltung.“

Jan Tomala starb am 27. März 2019. Unter dem in kühlem Ton verfassten Kündigungsschreiben, das ihm Pfarrer Stempfhuber am Ende per Post zustellen ließ, habe er sehr gelitten, erzählt sein Sohn. „Auch wenn die Kündigungsfrist ein Jahr beträgt, hat er nicht verstanden, warum er so behandelt wurde und de facto auf die Straße gesetzt werden sollte.“ Auf dem Sterbebett habe sein Vater ihn gebeten, die Geschichte öffentlich zu machen.

Lex Stempfhuber

Robert Tomala bat Stempfhubers Vorgänger Winterholler, seinen Vater zu beerdigen. Eine anschließende Trauerfeier im Pfarrsaal der Gemeinde, wie zwölf Jahre zuvor beim Tod seiner Mutter, erteilte Pfarrer Stempfhuber eine Absage. In den beiden Pfarrsälen fänden „grundsätzlich keine Trauer, Hochzeits- oder Tauffeiern statt“, schreibt er uns. Man sei schließlich keine Gastronomie und könne hier nicht mit einer „Lex Tomala“ anfangen.

Sein Sohn – jetzt Vollwaise und als Student weitgehend mittellos – erhielt einen Monat nach dem Tod des Vaters eine neue Kündigung der Wohnung. „Rein rechtlich sieht es derzeit so aus, dass ich vollwertiger Mieter bin und für mich eigentlich eine Kündigungsfrist bis Januar 2020 gilt. Ich habe mich trotzdem darauf geeinigt, Ende Juni auszuziehen, damit ich Herrn Stempfhuber nicht mehr sehen muss. Wie es mir gerade geht, hat er sowieso nie gefragt.“ Rober Tomala will nun aus der Kirche austreten. „Was ich an Kirchensteuer zahlen würde, spende ich lieber für die Krebsforschung.“

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Kommentare (61)

  • Mr. T.

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    Tiefgläubige Menschen, die glauben im Sinne einer vermeintlichen höheren Macht zu handeln, verlieren jegliche Menschlichkeit.

  • Piedro

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    Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan. (Mt 25,40)

    Wer will sich von so einer Person segnen lassen?

  • R.G.

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    Die Pfarrer und ihre Vorgesetzten verstehen in der Regel nur eine Sprache, die der Buchhaltung.
    Wenn irgendwo aus Empörung über die Hartherzigkeit eines Pfarrers nur mehr wenig Messen gestiftet werden und die Spendengelder zurückgehen, befasst man sich mit seinem Führungsstil, bleiben die Einnahmen dagegen gleich, darf er sich wahrscheinlich ewig benehmen wie ihm lustig ist.

    Herr Robert Tomala, Ihr geradliniges Verhalten ehrt Ihren Vater!

  • R.G.

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    Zur Sachfrage, angenommen es gibt in einem Innenraum stärkere Geruchsbildung (nicht toxischer Ursache), so kann ein Luftreiniger mit Aktivkohle und Hepafilter für gute Luft sorgen.
    Wird jedoch mit Gas geheizt oder Warmwasser erzeugt, sollte der Anschluss von Luftreinigern etc. unbedingt mit dem Schornsteinfeger abgesprochen werden.
    Ein sehr leistungsfähiger Luftreiniger mit Reinraumqualität(sehr wichtig!) hätte 1000-1500 euro gekostet, der Betrag wäre in einer Krchengemeinde leicht durch Spenden erreichbar gewesen.

    Übrigens halte ich es für eine schwache Vorstellung zu behaupten, man habe nichts von der Krankheit des Nachbarn und ehemaligen Hausmeisters gewusst. Ein neuer Pfarrer stellt sich meistens doch freundlich und interessiert am Leben der Mitbewohner vor.

    Peinlich kommt bei mir rüber, dass der Kündigung wohl mehrere Personen aus der Pfarre zugestimmt haben müssen, am 13! Dezember. Aber vielleicht wollten sie nur ihren KIndern und Enkeln ein Beispiel geben, wie diese mit ihnen verfahren mögen, wenn sie mal gebrechlich oder alt sind.

    Lebendige Verkündigung!

  • T.P.

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    Jaja, so kennt man Sie, die Kirche. Voller Nächstenliebe, Milde und Sanftmut. Nur mit dem Armutsgelübde nimmt man es nicht so genau. Da zeigt man eher mafiöse Moralvorstellungen…

  • Steve

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    Leider ist es so, das heutzutage jeder Pfarrer werden kann. Menschlichkeit ist keine Voraussetzung für diesen Beruf, aber gerade hier sollte sich die Kirche mal Gedanken machen. Nicht um sonst treten so viele Leute aus. Ist in vielen mir bekannten Gemeinden leider auch so.

  • Ex Regensburger

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    Dazu: „„Er hat meinem Vater mitgeteilt, dass es ihm kalt den Rücken hinunterlaufe, wenn er an die nächste Betriebskostenabrechnung denkt und ihn aufgefordert, nicht so viel zu lüften“ kann man nur folgendes logisch erschließen:
    Auf diesen Spruch kam offenbar die Antwort WARUM SO GELÜFTET WERDEN MUSS. Seitdem hat der Herr Pfarrer somit von der Erkrankung wissen müssen. Lügt er?

  • Lutherer

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    Vielleicht liegt es genau daran, dass eben NICHT jeder Pfarrer werden kann! Diese misogynen Feuchtbiotope der Seminare brüten offensichtlich nur testosterongeschwängerte Kanoniker aus und keine Menschen. Ich kann nicht verstehen, weshalb der Kirche die Geschlechtsmerkmale von Seelsorgern so wichtig sind. Die Bundeswehr hat es schließlich auch geschafft. Anstatt sie anzubeten, sollten die Herren die heilige Mutter Gottes am Boden liegend um Verzeihung bitten. Aber was soll’s: schön wieder alle Messen in Latein lesen, damit man es nicht mehr verstehen muss – prüft den Glauben nur noch mehr. Und was ist ein Katholik ohne Beichte und was ist eine Beichte ohne Sünde?
    Besonders beschämend finde ich, dass ein Bischof die Laien in Regensburg entmündigt und sich der Pfarrer hier hinter der Kirchenverwaltung versteckt.
    Ich denke dass viele des Bodenpersonals geschockt sein werden, wenn Sie vor ihren Schöpfer treten, besonders die Purpurträger. Der Glaube ist eben mehr als ein paar Geschichten und Sprüche in einem Buch.

  • Dominik Müller

    |

    Ex Regensburger: Was macht Sie so sicher, dass es „offenbar die Antwort WARUM SO GELÜFTET WERDEN MUSS.“ gegenüber dem Pfarrer so gab?
    Aus dem Text ist es nicht zu entnehmen. Ist das Ihre eigene Offenbarung?
    Ich halte es freilich für wahrscheinlich, dass die Nachbarschaft besser gestaltet hätte werden können und es zur Kündigung der Wohnung für den nun Verstorbenen nicht hätte kommen müssen.

  • Dolittle

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    Kaltherzige Kirchenmänner gibt es genauso wie Streitigkeiten zwischen Mieter und Vermieter. Wie das Amen in der Kirche. Insofern tue ich mich schwer, ein öffentliches Interesse an diesen Ereignissen zu erkennen. Jedenfalls würde ich mich hüten, daraus „typisch katholische Kirche“ abzuleiten.

    Aus rechtlicher Sicht wäre evtl. eine Kündigung wegen Unzumutbarkeit angreifbar gewesen, andererseits stellt sich die Frage, ob die Wohnung nicht zweckwidrig (Hausmeisterwohnung) belegt war. Der Teufel liegt hier – wie immer – im Detail. Und Gerechtigkeit ist ein schwieriger Maßstab.

  • Kunz

    |

    Wer möchte wohl bei so einem ‚Gottesdiener“ einer Messe oder einem Gottesdienst beiwohnen. Die Pfarrei sollte sich schnellstens um einen Pfarrer, der. f ü r. die Gläubigen da ist, bemühen.

  • Allmächd

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    27. Dezember 2018 klingelt das Telefon und ‚heute’ 16. Juni 2019 ein Artikel. Aktueller gehts wohl nicht?

  • Piedro

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    @Allmächd
    „27. Dezember 2018 klingelt das Telefon und ‚heute’ 16. Juni 2019 ein Artikel. Aktueller gehts wohl nicht?“
    Wirklich unverständlich, dass ein sterbender Mensch sich nicht zeitnahe um die Veröffentlichung gekümmert hat, sondern sein Kind darum bat ehe er sich verabschiedete. Ich hoffe Sie können das dem Verstorbenen nachsehen.

  • xy

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    Man kann diesem Bistum und Bischof nur wünschen, sich rasch nach einem Pressemann umzusehen, der derartige Öffentlichkeits-Katastrophen schnellstens richtig stellt , bzw. abfedert und den Bischof und seine Priester bremst. Dazu gehört auch die heute in der MZ zu findende Meldung, dass der Bischof Frauenpriester deshalb ablehnt, weil es sich bei Priesterinnen früher oft um Prostituierte gehandelt hat.

  • Meier mit "ei"

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    @Dolittle:
    Es gibt Berufe, da ist halt etwas mehr „Feingefühl“ wichtig.
    Man kann nicht Theologie studieren und Priester werden, in dem es viel um Nächstenliebe geht und dann nicht danach handeln! Wasser predigen und Wein trinken!

    @xy:
    Seine Rede vor den „Ultras“ der katholischen Kirche: Unser lieber Vorderholzer zeigt, was die Priester so „treibt“:
    In seiner Predigt vom 14.06.2019 (bistum-regensburg.de):
    „Die Religionen und Kulte Griechenlands und Roms kannten vor allem ein weibliches Priestertum. Ihr Dienst war oft verbunden mit der Tempelprostitution als Darstellung der Fruchtbarkeit der Erde im ewigen Kreislauf von Werden und Vergehen.“
    Da frage ich mich schon:
    War das dann der Freibrief für den Missbrauch von Nonnen durch Priester und Bischöfe? Vom Papst bestätigt- falls einer das nicht glaubt!

  • Lutherer

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    Da wird von der Antike gequasselt und dabei gibts den Unfug mit dem Zöllibat auch erst seit 1022 n.Chr. damals damit die Bistümer nicht weiter vererbt werden können – denn ohne Ehe keine Kinder, keine Kinder kein Erbe – und damit sowohl Kaiser als auch Papst mehr Macht erhielten. Nach 1806 müsste der Spuk eigentlich sein Ende haben. Aber solange sich die Kongregation noch mit der Aufarbeitung des Ablassschwindels befasst, haben alle noch viel viel Zeit.

  • Meier mit "ei"

    |

    @Lutherer
    Ablassschwindel:
    Ablass gibt es auch noch heute. Habe ich selbst erlebt. Da hat ein Priester Werbung für einen Gottesdienst in Weltenburg gemacht. Dort bekäme man einen Ablass für … Jahre (weiß ich nicht mehr).

    Aber der Ablass funktioniert heute auch anders:
    Die alten Leut stecken der Kirche ja immer noch säckelweise das Geld zu. Habe ich selbst erlebt. Da wurde dem Pfarrer eine Stange Krügerrand Münzen zugesteckt und ein goldener Kelch wurde der Kirche gespendet.
    Seit dem das mein Verwandter getan hat (Kelch), werfe ich keinen Cent mehr für die Kirche in den Klingelbeutel. (hat er ja schon getan, anstatt mich zu beerben).

  • xy

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    Da hat dieser Bischof einen etatmäßgen Pressesprecher und ein mehrköpfiges Domkapitel, das ihn berät (wobei der im letzten Jahr leider verstorbene Domprobst Anton Wilhelm an allen Ecken und Enden fehlt) und schafft es trotzdem nicht, sich solchen Unsinns zu enthalten und den Zölibat mit nuttigen Priesterinnen in Beziehung zu setzen.

  • R.G.

    |

    Zu:
    „„Die Religionen und Kulte Griechenlands und Roms kannten vor allem ein weibliches Priestertum. Ihr Dienst war oft verbunden mit der Tempelprostitution als Darstellung der Fruchtbarkeit der Erde im ewigen Kreislauf von Werden und Vergehen.“

    Darauf müsste man ebenso verallgemeinernd antworten, die katholischen Großkirchen kannten beinahe ausschließlich ein männliches Priestertum. Ihr Dienst war zu häufig mit Kindesmissbrauch oder heimlichen Verhältnissen mit beruflich abhängigen Personen verbunden, als Darstellung der dunklen Seite des Menschseins in seiner Ferne zu Gott.

  • Lutherer

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    Ich bleibe dabei: Der Zöllibat ist nicht nur höchste Verachtung vor Gottes Schöpfung, sondern genau das Gegenteil, eine darwinistische Einbahnstraße ohne Wendehammer – man kann nur rückwärts wieder raus.

  • Günther Herzig

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    @Lutherer:
    Sie haben ja Recht unter der Prämisse, dass es Gott gibt. Und es gibt ihn nicht, egal ob man ihn Allah, Jehova oder anders nennt.
    Die Gräuel und Verbrechen im Namen eines Gottes füllen sicher Bücher, umfangreicher als die Bibel und der Koran.
    Heute werden, wenn man nicht so genau hinsieht, jedenfalls in Mitteleuropa, nur noch Sexualstraftaten an Kindern begangen.
    Schwierig ist es zu beurteilen, ob der Welt gedient wäre, gäbe es bei uns keinerlei Konfessionen mehr.
    Ob es dann mehr pseudoreligiöse Erscheinungen, wie Rassismus gäbe? Eine Antwort darauf fällt schwer.

  • GSH

    |

    Liebe Leute, jetzt mal „Butter bei de Fische“:

    * Ist es eine Hausmeisterwohnung, dann fällt der Vermietgrund wohl weg.
    * Vollwaise und Mittellos? Wir mussten während des Studiums auch arbeiten und Wohnung suchen. Wir sprechen hier nicht über einen fünfjährigen Jungen.
    * Die Art und Weise ist nicht schön und nett. Das hätte bestimmt eleganter geregelt werden können. Auf der anderen Seite wird die Kündigung im Dezember 2018 zugestellt, um das Mierverhätnis zum 31.12.2019 zu beenden. In schriftlicher Form ist ebenfalls notwendig.

    Ja, es ist eine traurige Geschichte. Damit ist es aber auch getan. Eine Diskussion über Zöllibat, Kirche, Ehrenamt in der Kirche, etc. ist notwendig. Aber doch nicht mit diesem Artikel.

  • R.G.

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    @GSH
    meint: „Ja, es ist eine traurige Geschichte. Damit ist es aber auch getan. Eine Diskussion über Zöllibat, Kirche, Ehrenamt in der Kirche, etc. ist notwendig. Aber doch nicht mit diesem Artikel.“

    Ich war blöde genug, Jahre meines Lebens bei viel zu niedrigem Gehalt in der Kirche zu arbeiten, der Großteil der Verwandten gleichfalls. Geschichten wie die im Artikel passierten gegenüber krank gewordenen Mitarbeitern nicht zufällig, die Absicht war in den von mir beobachteten Fällen immer die gleiche.

    Der Pfarrer aus St. Bonifaz wurde in einem Zeitungsartikel als keinesfalls (!) weggelobter Priester beschrieben, vielmehr habe er dem regulären Versetzungsreigen der Kirche entsprochen. Man nenne ihn an seinem vorherigen Wirkungsort einen Teammenschen.
    Das Wort Teamarbeit bedeutete in meinen persönlichen Erfahrungen für mich leider nichts Positives, sondern, Laienangestellte hatten häufig Arbeit für mindestens eine Pfarre in ihrer Freizeit zu tun, oft auch die Predigten vorzubereiten und Gottesdienste zu gestalten. Im Nachhinein sage ich, es war Ausnutzerei, wenn „mein“ Priester beispielweise mehrmals im Monat Sitzungen ansetzte, die sich bis in den frühen Morgen zogen, und vor sechs musste ich wieder los zur Arbeit. Er hielt halt gerne Hof. Dafür stieg er in der Hierrchie sehr hoch hinauf. Außerdem hatte ich Jugendgruppen zu leiten, Kranke und Zuwanderer zu besuchen, Blinde zu betreuen, alles für lau und noch weniger, denn Arbeitsmaterial, Fahrtkosten und Mitbringsel muste ich selbst bezahlen. Ging es um Sterbende mit Erbe, fühlten sich die Priester plötzlich sehr zuständig.
    Eher die Regel als die Ausnahme ist, dass man als kirchlicher Mitarbeiter zig unbezahlte Stunden pro Monat ansprechbar und zu Leistungen in der Pfarre verpflichtet ist ( bei mir waren es mindestens zwischen zehn und zwanzig Stunden pro Woche an eigentlichen „Überstunden“).
    Ansparung einer Summe, um sich im Alter auf dem freien Wohnungsmarkt umsehen zu könen, ist gar nicht möglich. Deshalb gab es kirchenahe Wohnungsgenossenschaften,in denen man Platz erhielt, wenn jemand z.B. die Kirchendiener- oder Hausmeisterwohnung räumen musste.
    Hat sich das zum Nachteil der ohnehin gering Bezahlten geändert? Wenn ja, dann sollte man das bei der Einstellung sagen, wie ich überhaupt glaube, dass auch die „freiwilligen“ Überleistungen ohne Vergütung“ verpflichtend in Verträgen angeführt werden müssten.
    Priester wissen sich dagegen in Frauenorden sicher umsorgt, wenn sie mal pflegebedürftig werden.

    Der härtere Umgang mit kirchlichen Mitarbeitern wie mit Bedürftigen hat nun, schenkt man der Kirche Glauben, sehr wohl mit den Lenden der zum Zölibat verpflichteten Preister zu tun.
    Im Zuge der Missbrauchsberichte nach zigjährigem Verschweigen träten zu viele Zahler aus der Kirche aus, Schadensersatz sei geleistet worden, man habe leider weniger Geld, kirchennahe Mietshäuser und ganze Genossenschaften müssten verkauft werden…

    Wie sich in St. Bonifaz Teamarbeit definiert, weiß ich im Allgmeinen nicht, es zeigt sich zu einem kleinen Teil nun in dem Kündigungsbrief an einen Sterbenskranken. Klar, man muss über das Leiden nichts gewusst haben, ich habe aber noch jedem an einem Bauchspeicheldrüsentumor Erkrankten angesehen,. dass es dem Menschen gar nicht gut ging.

    Kommen wir zum wichtigsten Punkt. Eine ohnehin kleine Rente fällt bei Frühverrentung noch kleiner aus, hinzu kommen die aus der Krankheit erwachsenden Kosten und nicht zuletzt der Betrag für das bald fällige Begräbnis: Unter solchen Umständen kündigt man einfach, ohne dem Mitchristen eine neue Bleibe zu stellen?

    Seelsorgebriefe und Taten des neuen Pfarrers von St. Bonifaz geben Auskunft über seine gewollte Schwerpunktsetzung, besonders deutlich, wenn man sein Auftreten mit dem seines Vorgänger vergleicht.

  • Lutherer

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    Ja klar, subtrahiert man den kategorischen Imperativ, den sich die christlichen Kirchen höchst selbst geben, den sie predigen und der auch ihre Handlungsmaxime sein sollte, handelt es sich bei dem Artikel nur um eine Notiz aus dem Lokalteil. Die Diskussionsansätze liefert aber das Zeitgeschehen: Pfarrerinnen mit so unqualifiziertem Gequatsche wie vom Bischof in die Nähe der Prostitution zu stellen ist doch wirklich kaum auszuhalten.

  • Heidi aus Erlangen

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    Ich schäme mich für die Kirche und bin froh darüber, dass ich bereits seit Jahren ausgetreten bin! Wo bleibt hier die Nächstenliebe? Ich kannte den Vater von der Palliativstation, wo zur gleichen Zeit meine Mutter lag. Die Familie hat sehr viel mitgemacht und gelitten! Die Kirche sollte sich in Grund und Boden schämen! Pfui!!!!

  • Heike Stirnemann

    |

    Was ist geschehen?
    Eine Kirchenverwaltung (besteht aus von den Kirchenmitgliedern gewählten Laien und dem Pfarrer, der nur eine Stimme hat) beschließt die Kündigung einer Dienstwohnung (1 Jahr !!!Kündigungsfrist).

    Und was wird daraus gemacht?
    Einem Pfarrer wird durch alle möglichen Unterstellungen zum unbarmherzigen Ungeheuer stilisiert und von vielen Postern die Gelegenheit beim Schopf gepackt, über die Kirche herzuziehen, obwohl vieles, was hier zu lesen ist (Zölibat, Frauenpriestertum und und und), mit der Sache überhaupt nichts zu tun hat.

    Geht’s noch?

  • Lenerl

    |

    Mir tut die Diskussion hier schön langsam weh, angesichts dessen, um was es eigentlich geht.

    Lieber Herr Tomala, es gibt auch Menschen, bei denen ist Ihre Geschichte einfach so angekommen wie sie ist. Und ich verstehe Sie und unterstütze es voll, dass Sie damit an die Öffentlichkeit gegangen sind. Sie sind nicht der Einzige, der von der Institution Kirche enttäuscht wurde oder ist. Ich kenne viele und es werden immer mehr.

    Ich bin der Meinung, Sie haben das Richtige getan. Aus der Kirche auszutreten und das Geld selbstbestimmt zu spenden ist doch ein logischer Weg.
    Geben Sie nichts darauf, was hier in der Kommentarspalte aus der Veröffentlichung ihrer Geschichte gemacht oder dazu geschrieben wird.

    Ich wünsche Ihnen alles Gute!

  • Piedro

    |

    @Heike Stirnemann
    „Geht’s noch?“
    Ja, noch geht’s, danke der Nachfrage.

    Ich habe selbst eine christliche Vergangenheit mit Engagment in der Jugendarbeit, im Kindergottesdienst und so. Evangelisch. Und ich habe bis heute Hochachtung vor unserem Gemeindepfarrer, den ich auch nach Jahren gern wieder besucht habe, wenn ich in der Stadt war. Ich traue mich zu sagen, dass dieser Mann niemals einen ehemaligen Mitarbeiter der Gemeinde, auch wenn er selbst nicht sein Dienstherr war, unbeachtet nebenan vor sich hin leben gelassen hätte. Er hätte gewusst was im Nachbarhaus passiert, er hätte Anteil genommen. Das war hier schon mal nicht der Fall, der Nachbar hat in keiner Weise sein Interesse gehabt. Er wurde bestimmt nicht einmal in ein Gebet eingeschlossen. Es wurde nie auch nur gefragt ob man helfen könnte. Das ist schon suboptimal, gelle? Sogar unter Menschen, die nicht als „Hirte“ unterwegs sind, nicht im Auftrag ihres Heilands Nächstenliebe praktizieren sollen.
    Ich habe nicht gelesen, dass dem Priester irgendwas unterstellt wurde. Wo haben Sie das gelesen? Er wurde nicht stilisiert, sein Handeln und seine Untätigkeit wurde lediglich nicht honoriert, und bitte, es wird in keiner Weise dem gerecht, was einen Christen auszeichnet. Als Amtsträger mag er korrekt gehandelt haben, als Vermieter nicht. Wenn man um die einfachste Reparatur betteln muss hat er auch da gefloppt.

    Das, was Ihrer Meinung nach mit der „Sache“ nichts zu tun hat hat aber sehr Wohl mit der Institution Kirche zu tun, es spiegelt das Menschenbild einiger Amtsträger wieder – und ein gerüttelt Maß an Dummheit. Denkbare Priesterin mit der Tempelprostitution griechischer Kulte zu vergleichen – bei denen dieser Dienst etwas heiliges war und nicht jeder gestattet wurde – hat durchaus ein Gschmäckle und zeigt wie verächtlich manche Robenträger der weiblichen Menschenheit, auch der katholischen, gegenüber stehen.

    Das scheint sie nicht zu stören, wohl aber, dass es, Ihrer Meinung nach anlasslos, zur Sprache kommt. Es ist Ihnen lieber, wenn die „heilige Mutter Kirche“ nicht kritisiert wird. Bitte, das steht ihnen frei. Aber erlauben Sie bitte ihren Mitmenschen das Hirnkasterl nicht auf stand by zu stellen wenn es um die Kirche geht, und sich über das Wesen dieser unbiblischen Sekte (wegen Marienkult, Beichte, Heiligenverehrung, Seligsprechung – nichts davon hat biblische Grundlagen) auszutauschen und die Worte ihrer Würdenträger ebenso zu reflektieren wie die Taten subalterner Amtsträger.

    Friede sie mit Ihnen, Schwester Heike.

  • xy

    |

    Es kann ja sein, dass „vieles, was hier zu lesen ist (Zölibat, Frauenpriestertum und und und), mit der Sache überhaupt nichts zu tun hat“. Ein nur lockerer Zusammenhang aufgrund einer simplen „Duplizität der Ereignisse“ ändert aber doch nichts an den ggf. zusammenhanglosen Mißständen als solchen. Im Gegenteil: Zusammenhanglose Mißstände sind schlimmer, weil nicht nur ein Grund der Auslöser ist, sondern mehrere unabhängige Gründe.

  • R.G.

    |

    @Heike Stirnemann
    „Einem Pfarrer wird durch alle möglichen Unterstellungen zum unbarmherzigen Ungeheuer stilisiert und von vielen Postern die Gelegenheit beim Schopf gepackt, über die Kirche herzuziehen“

    Sie können es gerne von mir noch deutlicher hören.
    Die Kirche hatte und hat Zugang zu kirchennahen Genossenschaften und einzelnen Mietshäusern in Kirchenhand. Es wäre für den Pfarrer möglich gewesen, im Bischofshof für den erkrankten, frühverrenteten – und damit jedenfalls auf dem angespannten Regensburger Wohnungsmarkt so gut wie chancenlosen – Hausmeister eine Ersatzwohnung mit unbefristetem Vertrag zu erbitten, bevor er ihn herauskündigt.
    Vielleicht gehören Vokabel wie Ungeheuer zu der Art, wie man bei Ihnen Diskussionen abschneidet.
    Was ein Priester in seinem persönlichen Bereich mit ihm gleichwertigen und mündigen Erwachsenen mit deren Zustimmung macht, kümmert mich in der Regel nicht, wenn aber jemand als Vertreter seiner Institution in einer Weise handelt, die den „Verein “ einmal mehr als nicht wirklich fair im Umgang mit Laienmitarbeitern erscheinen lässt, führt das vorhersehbar zu mehr empörten, als gleichgültigen Reaktionen.

    Er wählte seine Rolle bewusst.
    „Starker Mann“ kriegt kräftige Antworten.

  • Thik

    |

    @Heike Stirnemann 18. Juni 2019 um 18:12 | #

    „Was ist geschehen?
    Eine Kirchenverwaltung (besteht aus von den Kirchenmitgliedern gewählten Laien und dem Pfarrer, der nur eine Stimme hat) beschließt die Kündigung einer Dienstwohnung (1 Jahr !!!Kündigungsfrist).“

    Könnten sich diese denn durch ein Mehrheitsvotum über den Pfarrer und ggf. den Bischof tatsächlich hinwegsetzen und was wäre die Rechtsgrundlage hierfür? Das wäre mir nämlich neu.

  • Heike Stirnemann

    |

    @Piedro

    Wie die Kündigung mit einer Wohnung mit der Frage nach dem Frauenpriestertum zusammenhängt, bleibt mir auch nach Ihrem Posting dunkel. Eines aber machen auch Sie mit Ihrer Rede von der kath. Kirche als „unbiblischer Sekte“ deutlich: Manche nützen tatsächlich jede Gelegenheit, um über die kath. Kirche herzuziehen. Ich fühle mich in dieser angeblich unbiblischen Sekte übrigens sehr wohl, die anderen 1,3 Mrd. Sektenmitglieder – offenbar auch. Apropos Sekte: Der Duden definiert „Sekte“ „als kleinere Gemeinschaft“ Eine kleinere Gemeinschaft mit rund 1,3 Milliarden Mitgliedern (Tendenz steigend???) Hüstel, Hüstel. Vielleicht ist Ihr Vergleich doch nicht so gut gelungen? Daher ein kleiner Tipp: Fremdwörter vielleicht besser nur dann verwenden, wenn man ihre Bedeutung auch kennt… ;-)))
    Danke übrigens für den Hinweis auf die Priesterinnen und die Tempelprostitution. Ich habe gegoogelt und bin auf Bischof Voderholzers vollständige Predigt gestoßen, nicht nur auf Berichte darüber. Ein kleiner, aber wichtiger Unterschied, schaut die Sache dann doch ganz anders aus. Darum auch hier ein kleiner Tipp zum Schluss: Vielleicht erst das Original lesen, bevor man Halbwahrheiten verbreitet. Das ist zwar augenblicklich „in“ ist; Trump und Co. machen’s schließlich vor. Aber muss man es ihnen deshalb nachmachen? ;-))

    Herzliche Grüße

  • Stefan Aigner

    |

    Ich wäre allen hier im Forum sehr verbunden, wenn die Diskussion über Zölibat, Frauenpriestertum etc. nun damit beendet ist. Das hat mit dem ursprünglichen Artikel nun wirklich nichts zu tun.

    Einige Anmerkungen zu der Wohnungskündigung:

    Die Kündigung hätte angesichts des Gesundheitszustands von Herrn Tomala vor Gericht wohl keinen Bestand gehabt. Für sowas braucht man aber Zeit und Kraft.
    Abgesehen von der juristischen gibt es aber auch die menschlichen Komponente. Nach 26 Jahren so vorzugehen und wegen Frühverrentung zu kündigen (man könnte sich da auch die Frage stellen, warum jemand mit 55 Jahren frühverrentet wird, anstatt zu behaupten, man wisse nichts von der schweren Krankheit) und dann als Sahnehäubchen die Kündigung einen Tag nach Weihnachten zu übergeben, zeugt, vorsichtig formuliert, nicht gerade von Sensibilität. Dass die Kündigung für Herrn Tomala eine schwere Belastung war, hat sein Sohn sehr glaubhaft geschildert. Vor Ort ist mir zudem aufgefallen, dass es zumindest eine leerstehende Wohnung gibt.
    Aus dem Foto des ersten Kündigungsschreibens im Artikel ist ersichtlich, dass es sich um einen Beschluss des Kirchenverwaltungsrats handelte. Wer diesen Beschluss vorgeschlagen und wer zugestimmt hat, hätte Herr Tomala gern gewusst. Das wurde ihm mit Verweis auf die Nichtöffentlichkeit dieser Sitzungen verweigert. Ansonsten hätte ich auch sehr gerne die Mitglieder dieses Gremiums zu ihren Beweggründen befragt. Nachvollziehbar ist dieses Vorgehen nicht.

  • Lexie

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    Es war offensichtlich eine Wohnung, bei der das Mietverhältnis an ein aktives Arbeitsverhältnis geknüpft ist, sog Dienstwohnung.
    Endet das Arbeitsverhältnis, endet auch das Mietverhältnis .

    Anders bei einer Werksmietwohnung, da geht der Mietvertrag separat.

  • liltroll

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    @Lexie
    Selbst wenn das so gewesen sein sollte: Die katholische Kirche legt als christlicher Tendenzbetrieb („Betrieb, bei de die ökonomische Orientierung nicht im Vordergrund steht“) an ihre Mitarbeiter deutlich höhere ethische und moralische Standards an als normale Arbeitgeber.
    Grundsätzlich ist das ja auch kein Problem, vor allem in einer Zeit, in der viele Werte in der Gesellschaft zunehmend den Bach runter gehen.
    Aber – und hier liegt das Problem: auch der Pfarrer ist ein Mitarbeiter der Kirche, noch dazu einer, der täglich die katholische Glaubens- und Sittenlehre verbreitet. Da kann und muss man , meiner Meinung nach, ein anderes als ein rein formaljuristisch vielleicht korrektes Verhalten gegenüber einem schwer kranken Menschen erwarten.

    @Stefan Aigner: Lässt sich die Rolle der Kirchenverwaltung in diesem Fall nicht doch noch irgendwie recherchieren? Das sind doch meistens Leute, die schon länger in der Pfarrei aktiv sind und daher über den Gesundheitszustand von Herrn Tomala Bescheid wissen müssten.

  • Thik

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    @Stefan Aigner 19. Juni 2019 um 16:19

    „Aus dem Foto des ersten Kündigungsschreibens im Artikel ist ersichtlich, dass es sich um einen Beschluss des Kirchenverwaltungsrats handelte. Wer diesen Beschluss vorgeschlagen und wer zugestimmt hat, hätte Herr Tomala gern gewusst. Das wurde ihm mit Verweis auf die Nichtöffentlichkeit dieser Sitzungen verweigert. “

    Verweigern müssen aufgrund selbstgemachter Regeln, dass man muss. Das ist so alt wie die Kirche und daher auch auf Latein erhältlich. Nolle in causa est, non posse praetenditur.

    Mich würde immer noch interessieren, was die Besitzverhältnisse sind und wie durchsetzungsfähig der Kirchenverwaltungsrat tatsächlich ist. Man erinnere sich etwa an das Verhältnis zwischen dem vormaligem Bischof und seinem Diözesanrat und wer sich da letztlich kirchenrechtlich durchsetzen kann.

    Eine Abstimmung sagt im r.-kath. Bereich nicht unbedingt viel, da die Kirche nach dem sog. Konsensprinzip funktioniert, siehe etwa den sog. dritten Weg im kirchlichen Arbeitsrecht, der eine Alternative zu Kapitalismus und Kommunismus darstellen soll. Es läuft stets hinaus auf Autoritarismus plus „Ihr dürft vorher zustimmen.“. Das ist dann aber auch etwaigen Abweichlern im Kirchenverwaltungs- oder sonstigen Rat von vorneherein bekannt. Für diese stellt sich das somit dar als „Die Entscheidung steht ohnehin fest, wir können nur den Konsens verweigern.“ Das ist also bestenfalls eine symbolische Handlung, hat aber selbst als solche noch den Nachteil gegen das Konsensprinzip zu verstoßen, also im Kern die Einheit der Kirche abzulehnen und insbesondere dies nach außen darzustellen, also das Bild der Kirche in der Welt zu schädigen. Der subtile psychologische Druck unterscheidet sich nicht Wesentlich von dem, was man in anderen religiösen Gemeinschaften findet, nenne man sie Sekten oder sonstwie.

  • Ex Regensburger

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    @DOMINIK MÜLLER: Dazu:
    „Ex Regensburger: Was macht Sie so sicher, dass es „offenbar die Antwort WARUM SO GELÜFTET WERDEN MUSS.“ gegenüber dem Pfarrer so gab?
    Aus dem Text ist es nicht zu entnehmen. Ist das Ihre eigene Offenbarung?“

    Ich bin nicht offenbarungsbefugt, jedoch offenbare ich Ihnen den Hinweis, dass das „Lüftungsthema“ freilich im Text steht (Zeugen: der Sohn u. dessen Lebensgefährtin). Noch genauer: Die Textpassagen unter dem Bild. Also besser 2x lesen als 1x schimpfen. Have a look!

  • R.G.

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    @Stefan Aigner
    schreibt:“ Vor Ort ist mir zudem aufgefallen, dass es zumindest eine leerstehende Wohnung gibt.“
    Aufgrund der Gesamtäußerungen (in diversen Medien, über Jahre hinweg) des genannten Priesters hätte ich ohnehin vermutet, dass er auf dem neuen Arbeitsplatz in Regensburg bequemer ohne Alt-Nachbarn wohnen würde.
    @liltrol
    meint: „Die katholische Kirche legt als christlicher Tendenzbetrieb („Betrieb, bei de die ökonomische Orientierung nicht im Vordergrund steht“) an ihre Mitarbeiter deutlich höhere ethische
    und moralische Standards an als normale Arbeitgeber.“
    Die „Kirche“ hat kein Problem damit, ganz eigene Gesetze zu haben, beispielsweise eine langjährige Mitarbeiterin – von ihrem Gatten schäbig verlassene Geschiedene, eine Alleinerzieherin mit Kindern und der Last von ihm gemachter Schulden, alle in einem Rohbau lebend – weil sie irgendwann einen treuen und arbeitsamen Lebensgefährten fand, aus „moralischen“ Gründen rücksichtslos zu kündigen.
    Sie schämt sich nicht, verdienten Mitarbeiterinnen das dienstverhältnis aufzulösen, weil sie eine gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft eingingen.
    Sie zahlt in der Regel keine Bereitschafts-Dienststunden, nur weil jemand in der Pfarre Wohnender allzeit bereit sein muss, bettelnden Obdachlosen, um den Schlüssel bittenden Gruppen oder einfachen Besuchern die Tür zu öffnen oder Auskünfte zu geben. Das sind dann einfach erwartbare christliche Aktionen zusätzlich zu den Dienstplichten.
    Man hat als Großkirche die Möglichkeit, eigene Geld einsparende Gesetze zu leben.

    Aber wenn ein langjähriger Mitarbeiter so schwer krank ist, dass er frühverrentet werden muss, dann entdeckt „die liebe Kirche“ plötzlich das Bürgerliche Gesetz, das ihr ermöglicht, wiederum in der harten Gangart gegen diesen Menschen vozugehen.

    @Thik
    Danke für ihren ganzen Beitrag!

  • Thik

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    @R.G. 21. Juni 2019 um 10:21

    Ich danke für das Lob.

    Der Hinauswurf wegen Scheidung und Wiederverheiratung ist meines Erachtens selbst im kirchliche Arbeitsrecht noch eine Kuriosität, da diese Dinge ja theologisch wegen der Unauflöslichkeit der Ehe überhaupt nicht existieren. Bisher hat mir das auch noch kein Theologe nachvollziehbar begründet. Es scheint sich somit um eine eigenständige Glaubenswahrheit zu handeln.

    Jedenfalls ist die Fähigkeit der Kirche, in Einrichtungen, in denen sie den kleinsten Teil der Kosten, bis hinunter zu nahezu nichts trägt, trotzdem 100% der Rechte für sich zu reklamieren, bemerkenswert. Dass mit großer Macht auch große Verantwortung einhergeht, gilt aber nur für den Kollegen Spiderman. https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2013/_09/_08/Petition_45587.nc.html

    Ich möchte noch zum dahingeschiedenen Diözesanrat dessen ehemaligen Vorsitzenden zitieren.

    „Große Hoffnungen setzten Sie in Rudolf Voderholzer, der 2013 das Amt des Regensburger Bischofs übernommen hat.

    Die Erwartungen haben sich leider nicht erfüllt. Er hat die Chance des Amtswechsels nicht ergriffen, um neue Akzente zu setzen und den Menschen, die heute noch bereit sind, sich für die Kirche aktiv einzusetzen, wieder Vertrauen zu geben. Wenigstens das nichtöffentliche Tagen der Pfarrgemeinderäte hätte er ändern können. Was ist das für eine Kirche, die hinaus in die Welt wirken soll, aber geheim tagt? Wir brauchen uns nicht zu wundern, dass sich die Leute von der Kirche zurückziehen.

    Hatten Sie einmal ein persönliches Gespräch mit Bischof Voderholzer?

    Nein. Wir haben als Laienverantwortung um ein Gespräch gebeten, aber er ist dieser Bitte nie nachgekommen.“

    Fritz Wallner, interview in https://www.onetz.de/regensburg/vermischtes/fritz-wallner-blickt-zurueck-auf-die-reform-der-laienarbeit-durch-bischof-mueller-bistum-bis-heute-gelaehmt-d1585324.html

  • Dominik Müller

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    Ex-Regensburger: Dass der Priester den Verstorbenen aufforderte, weniger zu lüften, wie es im Text steht, bestritt ich nicht, ich hatte lediglich Zweifel darüber geäußert, ob dem Priester der Grund für das Lüften mitgeteilt wurde – was Sie voraussetzen und deshalb den Priester der Lüge bezichtigten. Also lesen Sie genau, was ich moniert habe.

  • Piedro

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    @Lexie
    „Es war offensichtlich eine Wohnung, bei der das Mietverhältnis an ein aktives Arbeitsverhältnis geknüpft ist, sog Dienstwohnung.
    Endet das Arbeitsverhältnis, endet auch das Mietverhältnis .“

    Das ist richtig. Aber auch das Mietverhältnis einer Dienstwohnung unterliegt rechtlich gewissen Beschränkungen bei der Kündigung, wenn ein Umzug dem Mieter aus gesundheitlichen Gründen gar nicht möglich ist. Dann muss der Mieter den Rechtsweg beschreiten, was kranken Menschen nicht leicht fällt.Der Mieter hätte wohl einen Anwalt gebraucht um gegen seinen Arbeitgeber Kirche vorzugehen. So viel zur Rechtslage.

    Bezeichnender finde ich: weil man als Verwalter einer Dienstwohnung so agieren kann bedeutet das noch lange nicht, dass man das auch muss. Man darf auch menschlich – der gar christlich agieren.

  • Politikerbeobachter

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    In den kirchlichen Institutionens ist es als Arbeitnehmer alles andere als „spassig“ zu arbeiten. Ein guter Freund von mir ist über Jahre von Vorgesetzten gemobbt worden und hat nun eine vorerst befristete Verrentung erhalten.

    Der Begriff „Kirche“ hat mit dem Glauben nur noch vage etwas zu tun. Nach dieser „Aktion“ steht für mich jetzt fest: ich kündige meine „Mitgliedschaft“ in diesem „S…laden“ die nächsten Tage. Die monatliche Kirchensteuer bekommt künftig „eins-zu-eins“ das Tierheim in Pettendorf als jährliche Zahlung.

    Die Überweisung per Internet drucke ich dann immer aus, und lasse es „denen“ auf dem Postweg zukommen…

    Mitmachen erlaubt und erwünscht -:)

  • Tat

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    Ich schließe mich @Politikerbeobachter an.
    Es ist entsetzlich, was sich die katholische Kirche leistet. Ich kenne persönlich auch schon einige, die von dieser Kirche schwer enttäuscht wurden. Abgesehen von ihrer grausamen Geschichte, den aufgedeckten, verwerflichsten und kriminellen Missbrauchsskandale, ist sie nicht einmal in der Lage, wenigstens im Kleinen, Barmherzigkeit zu zeigen. Es entsetzt mich, dass hier einige Kommentatoren versuchen, die Vorgehensweise der Kirche zu verteidigen – für eine Institution, die sich herausnimmt, im Namen Gottes zu handeln und über dem irdischen Gesetz zu stehen, die meint unfehlbar zu sein und Nächstenliebe predigt, ist es unverzeihlich, so mit einem Schwerstkranken umzugehen und dann auch noch alles zu leugnen und zu behaupten, nichts von der Krankheit gewusst zu haben (im Grunde die gängige Praxis dieser Kirche).

    Dem Sohn Tomala möchte ich mein tiefstes Beileid aussprechen. Es zerreißt einen innerlich, einen Geliebten Menschen leiden zu sehen und wie es sein muss, diesen Menschen dann sterben zu sehen, kann ich mir gar nicht erst ausmalen. Nicht nur Ihr Vater, auch Sie sind in dieser schweren Lebenssituation von der Kirche fallen gelassen und sogar verstoßen worden. Ich wünsche Ihnen viel Kraft, das Erlebte durchzustehen und mit mehr Mut aus dem Geschehenen Ihren weiteren Lebensweg anzutreten.
    Ich werde Ihrem Beispiel folgen und ebenfalls aus der Kirche austreten. Auch meine Kirchenbeiträge sollen in Zukunft zuverlässige, evtl. ökologische, auf jeden Fall humanistische Organisationen erhalten.

    Irdische Herzensgrüße,
    Tat #leaveforhumanity

  • Politikerbeobachter

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    @Tat: dann sind wir ja schon zu zweit nach dem Motto „Raus aus diesem S…laden“ – und dafür die Kirchensteuer dem Tierheim in Pettendorf (per jährlichen Lastschriftseinzug) zukommen lassen.

    „Mitmachen erlaubt und erwünscht“:
    Im Bekanntenkreis haben das hier eben 77 Leute per Link durch Whatsapp erhalten…

    Wenn nun jeder als Grund diesen „Fall“ angibt, dann wissen die „Handelnden“ der Kirche Bescheid – warum…

  • Mr. T.

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    Ich gehe mal davon aus, dass der bedauernswerte Herr Tomala jun. es nicht übers Herz gebracht hatte, sich einmal ein oder zwei Stellen oberhalb von Pfarrer Gnadenlos über diesen und sein Verhalten zu beschweren. Spätestens mit der Ankündigung, an die Öffentlichkeit gehen zu wollen, wäre hier wieder die übliche Ruhigstellungsmaschinerie angelaufen und er hätte vielleicht eine der vielen sehr günstigen kircheneigenen Wohnungen angeboten bekommen, von denen immer einige für „aufrechte Christen“ vorgehalten werden. Dann wäre die Öffentlichkeit einmal öfter um den „Genuss“ gekommen, zu erfahren, wie es in der Kirche wirklich zugeht. Ich möchte nicht wissen, wie viele solche Unbarmherzigkeiten und andere Verfehlungen bis hin zu Missbrauchsvorfällen auf diese Art regelmäßig abgehandelt werden. Es wird wohl immer nur die Spitze des Eisbergs bekannt werden. Das hat es ja genug Beispielen gerade hier in Regensburg gegeben, bei denen solche Vorfälle erst nach langer Zeit zufällig ans Licht geraten sind. Und genau diese ewige Vertuscherei aller Missstände ist das Problem dieser Organisation seit Jahrhunderten. Und daran sind nicht nur die Kirchenfürsten und ihre leitenden Angestellten schuld, sondern jedes einzelne Mitglied, das so eine Struktur mitträgt. Und ich möchte jetzt auch nicht wieder lesen, dass es auch anständige und barmherzige Pfarrer und Christen gibt. Das mag vielleicht für ihr eigenes Verhalten gelten, die Vertuschung des Fehlverhaltens anderer stützen sie trotzdem. Und wenn einer immer noch behauptet, er würde das Ausmass des Fehlverhaltens nicht gekannt haben, glaube ich das genauso wenig, wie dem Pfarrer und seinem Kirchenverwaltungsrat, dass sie über den gesundheitlichen Zustand von Herrn Tomala sen. nicht Bescheid gewusst haben. Aber mit der nächsten Beichte im Terminkalender lügt es sich eben viel leichter.

    Somit ist es gut, dass dieser traurige Vorgang wenigstens den einzigen Nutzen darin hat, dass sich wieder ein paar Menschen Gedanken machen und dieser grausamen Organisation den Rücken kehren. Glückwunsch, Ihr scheidet damit aus dem Kreis der Vertuscher und Mittäter aus! Ich kanns Euch leider nicht nachtun. Nicht, dass ich Angst um meine Erlösung hätte, aber ich kann gar nicht so oft in die Kirche gehen, wie ich aus ihr austreten möchte ;-)

  • R.G.

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    @Mr.T.
    schreibt:“Ich gehe mal davon aus, dass der bedauernswerte Herr Tomala jun. es nicht übers Herz gebracht hatte, sich einmal ein oder zwei Stellen oberhalb von Pfarrer Gnadenlos über diesen und sein Verhalten zu beschweren.“
    Es wird für den Angehörigen vor allem eine Frage der vorhandenen Zeit und Kraft gewesen sein.
    Eine Übersiedlung selbst in eine Traumwohnung wäre für einen Schwerkranken eine schier unschaffbare körperliche Belastung gewesen und es hätte zudem den Verlust aller an den Ort gebundenen Erinnerungen bedeutet. Der Kranke würde sich dabei mutmaßlich gefühlt haben, als müsse er sich entschuldigen, dass er noch lebe.

    Ich führte oben nur deshalb die kirchennahen Wohnungen an, weil ich den Vorgesetzten des Pfarrers vor Augen führen wollte, dass dieser Priester eventuell nicht den ganzen Spielraum an Menschlichkeit ausgeschöpft hat, der selbst gegenüber wirklich unleidlichen Mietern im pfarrlichen Umkreis möglich gewesen wäre.
    Im Zusatz, man müsse gar den Teppich des Vormieters entfernen und das Objekt frisch geweißt übergeben, sehe ich dagegen für meinen Geschmack statt dessen noch eine Spitze draufgesetzt.

    Für die Vorgesetzten kann indes längst geläufig sein, weshalb manche Priester lieber alleine oder nur mit selbst ausgesuchten Nachbarn/innen im Pfarrhof wohnen.

    Die Verantwortung für Negativschlagzeilen sehe ich mindestens hälftig bei den Oberen in der Hierarchie.
    Nur wenn man öffentlich einsehbare, menschlichere Richtschnüre für das Verhalten zu Mitarbeitern vorgibt, wird es sich wieder bessern. Freilich würde man in ihren Sozialempfindungen durch familiäres Aufwachsen wärmer und facettenreicher gebliebene Personen in die Schaffung der Leitlinien einbinden müssen, man kann nun mal nicht erwarten, dass in den Jugendjahren in Männerinternaten zu perfekten Figuren der Institution geprägte Priester noch über das gesamte (Mit-)Gefühlsepertoire verfügen, in den meisten Fällen.

  • R.G.

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    @Heidi aus Erlangen
    Herzlichen Dank an Sie für Ihren wamherzigen Beitrag.

    Sie stehen selbst in einer traurigen Situation und leben dennoch die schöne Verantwortung, für Herrn Tomala und seine Familie faire Worte zu veröffentlichen.

    Meinen tiefsten Respekt!

  • Piedro

    |

    @Mr. T.
    Mit Vertuschung hat das aber nichts zu tun, zumal es nichts zu vertuschen gibt. Es wurde nicht gegen Gesetz verstoßen. Maximal hätten Gerichte mit einer Klage des Mieters auf den Mieterschutz in besonderen Fällen zu tun bekommen.

    Man kann sich fragen wie es in der Gemeinde aussieht, ob man da so wenig von der Krankheit des Herrn T. wusste, um seine Lebenssituation, wie der Pfarrer mitgeteilt hat. Immerhin war der Mann sehr lange in der Gemeinde tätig, die Trauerfeier für seine Frau fand (gegen die Prinzip-Behauptung des Pfarrers) nach Angaben des Sohnes in den Gemeinderäumen statt, die beiden zogen ihr Kind im unmittelbaren Gemeindeumfeld auf. Bestimmt wussten wenigstens einige von der Krankheit. Wir dürfen davon ausgehen, dass die Gemeindemitglieder nichts von diesem Beschluss erfuhren, wenn sie nicht in persönlichem Kontakt mit dem Junior standen. Und bestimmt wären sie mit der Kündigung so wenig einverstanden gewesen wie mit den Lüftungsanweisungen ihres Pfarrers.

    Nun spricht es sich vielleicht herum, und bestimmt ist der Gemeinde nicht an „Vertuschung“ gelegen. Vielleicht meldet sich hier ja auch noch jemand aus der Gemeinde zu Wort, obwohl seine Kirche (und sein Glauben) hier in Grund Boden verdammt werden.

    Wir sollten zwingend akzeptieren, dass ein Handeln wie das dieses Pfarrers nicht schon deshalb von der Gemeinde gutgeheißen wird, weil dieser Mann im Amt ist. Und es ist falsch Mitgliedern der katholischen Kirche anzulasten wie wäre mit den bekannten Misständen (- niemals drei s hintereinander! -) einverstanden.

    Bestimmt ist das in der Gemeinde schon ein Thema. Und vermutlich auch in „höheren“ Instanzen.

  • Heike Stirnemann

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    @Thik

    Ja, selbstverständlich kann der Pfarrer in der Kirchenverwaltung überstimmt werden. Eine Kirchenverwaltung ist im Unterschied zum Pfarrgemeinderat kein beratendes sondern ein beschlussfassendes Gremium. Dazu die Ordnung für kirchliche Stiftungen in den bayer. (Erz-)Diözesen (=KiStiftO) in der Fassung vom 01. 01 2018:
    „Die Kirchenverwaltung wird durch Beschlussfassung tätig. Sie fasst ihre Beschlüsse mit der Mehrheit der zu ihren Sitzungen erschienenen Mitglieder. Bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des Kirchenverwaltungsvorstandes.“ [Art. 19 (1)]. Der Kirchenverwaltungsvorstand ist der Pfarrer. Es ist Aufgabe des Kirchenverwaltungsvorstandes (also des Pfarrers) die Beschlüsse zu vollziehen [Art. 13 (1)]

    Im konkreten Fall heißt das: Die Kirchenverwaltung hat einen Beschluss gefasst, zu dessen Umsetzung der Pfarrer verpflichtet ist.

    Was aber wird daraus gemacht: Der Pfarrer wird als ein herzloses Ungeheuer hingestellt.

    Wenn man Kritik üben will, müsste man die Kirchenverwaltung als Ganze zu kritisieren und nicht nur den Pfarrer, der einen Beschluss vollzieht (was seine Aufgabe ist!).

    Aber das scheint hier nicht zu interessieren. Weder die Poster, noch Herrn Aigner, den Verfasser des Artikels. Ist natürlich einfach. Ein Gremium zu kritisieren, weckt keine Aufmerksamkeit. Sich das bekannteste Gesicht herauszusuchen und ihn als den allein Verantwortlichen abzustempeln ist einfacher.

  • Dominik Müller

    |

    @Heike Stirnemann
    Ich gehe schon davon aus, dass der Pfarrer mit ein bisschen Interesse am Mitmenschen den Gesundheitszustand des langjährigen Mieters hätte erfahren können. Mir scheint es so, dass er tatsächlich jedoch diese Kenntnis nicht hatte, mit der Kenntnis aber Einfluss genug gehabt hätte, die Kündigung zu verhindern.

    Hingegen scheint mir die sehr ausufernde Kritik von RG, insbesondere „Im Zusatz, man müsse gar den Teppich des Vormieters entfernen und das Objekt frisch geweißt übergeben, sehe ich dagegen für meinen Geschmack statt dessen noch eine Spitze draufgesetzt.“ weit hergeholt, gehen wir davon aus, dass das Weißen wie in den meisten Mietverträgen so geregelt wurde und der Teppich des Vormieters auch im konkreten Mietvertrag explizit nicht als Teil der Mietsache bezeichnet wurde. Es kommt oft vor, dass der Mieter Einbauküche oder Teppich des Vormieters ablöst.

  • R.G.

    |

    Ihr Irrtum, Heike Stirnemann, besteht darin zu meinen, jede Stimme sei gleich zu gewichten.

    Wenn auch ein Gremium tagt, so haben die professionell ausgebildeten Personen dennoch eine durch ihr größeres Wissen stärkere Verantwortung für den Ton in einer Kirchengemeinde. Hier ist das ein Pfarrer, der selbst gesagt haben soll, dass IHM (nach Nachfrage) die Idee mit der Kündigung kam, und der vorher schon ein wenig einfühlendes Gespräch über das Lüftungsverhalten geführt hatte, falls es nicht ohnehin nur eine Rüge war.

    Das Abstimmungsverhalten richtet sich wesentlich nach der Art, wie ein Problem vorgetragen wird.
    Wenn der Führungsstil auf Fairness ausgelegt sein soll, schaltet man bei Scheitern eines Dialogs mit einem Mitarbeiter IMMER ein zweites Gespräch nach, in dem man eine andere Person nachfragen und eventuell als Mediator fungieren lässt.

    Die Ausbildung bis zum Seelsorger, beinhaltend Befähigung zum Religionsunterricht, vermittelt neben theologischen umfassende didaktische Kenntnisse und Wissen über den Umgang mit Freizeitgruppen.
    Fertige, käuflich zu erwerbende Unterrichtsmodelle zeigen, wie man Schülern Möglichkeiten zur gewalfreien Streitschlichtung näherbringen kann. Somit ist das auf einem geistigen Niveau abgefasst, dem lehrende Erwachsene selbst zu folgen vermögen, die Religionslehrerinnen wie die Priester.

    Einen umfassend und pädagogisch ausgebildeten Menschen mit der beruflichen Grundverantwortung der Seelsorge als naives Licht unter gleichwertigen Laien darstellen wollen, das hat mit der aus der teuren Ausbildung sich ergebenden inneren Verantwortungswirklichkeit nichts zu tun.

  • Piedro

    |

    @Heike Stirnemann
    Es ist völlig richtig, dass man hier das ganze Gremium kritisieren muss. Wir wissen nicht, ob und wie die Angelegenheit diskutiert wurde, aber sicher hat sich der Kirchenrat nicht gegen eine Empfehlung des Pfarrers gegen eine menschliche, oder gar christliche Lösung gestellt.

    Das ändert auch nichts, dass der Pfarrer nicht davon wissen will, dass sein Nachbar und langjähriger Hausmeister der Gemeinde (heißt das bei euch nicht auch Küster?) sterbenskrank war, obwohl es diesen Lüftungsdisput gab.

    Als Ungeheuer wurde der Pfarrer hier nicht hingestellt, oder das ist mir entgangen. Herzlos – nun, das liegt auf der Hand. Er sorgt sich um die Ausdünstungen des Kranken als Belastung der Heizkosten, er sorgt sich um den Vormieterteppich, er verweigert die Trauerfeier da, wo die der Mutter standfand, mit der Begründung das ginge aus Prinzip nicht. Er sagt er wusste nicht, dass sein Nachbar, der ja auch nicht irgendein Gemeindemitglied war, sondern ein langjähriger Beschäftigter, sterbenskrank war. Ja, mit herzlos haben Sie das ganz gut getroffen.

  • Mr. T.

    |

    Piedro, mit der Vertuschung habe ich im vorliegenden keine Ungesetzlichkeiten gemeint, sondern negativ öffentlichkeitswirksame Unbarmherzigkeiten.
    Und das mit der Mitschuld der Mitglieder sehe ich durchaus so. Davon könnte man sich nur befreien, indem man aufs heftigste dagegen protestiert oder der Organisation den Rücken kehrt. Tut man nichts, hängt man mit drin. Das alles einfach nur nicht goutieren reicht nicht aus. Wenn ich jetzt erfahren würde, dass zum Beispiel in meinem Fussballverein Kinder mißbraucht wurden und dies auch noch zuerst vertuscht wurde, würde ich nicht eher ruhen, bevor alle Täter, Mitwisser und Vertuscher weg sind. Würde das nicht möglich sein, wäre ich weg.
    Und ich denke nicht, dass man bei einer Religion sagen kann: „Na ja, die 2000 Jahre Judenverfolgung finde ich nicht so toll, auch nicht die Kooperation mit und Protektion der Nazis. Ich finde auch nicht schön, dass immer wieder Kinder mißbraucht wurden und die Täter bei Bekanntwerden nur wegversetzt wurden. Der Umgang mit Frauen oder Wiederverheirateten ist jetzt auch nicht gerade das, was ich mir unter christlich vorstelle. Genauso wie der Umgang mancher Pfarrer mit ihrer Gemeinde. Aber trotzdem fühle ich mich hier so wohl weil ja unser alter Pfarrer so nett war und auch damals die Klosterschwester im Krankenhaus.“
    Manche müssen es erst am eigenen Leib erfahren, wie der alles andere als zu beneidende Herr Tomala. Mir hat schon gereicht, was ich sonst so alles mitbekommen habe.

  • Thik

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    @Heike Stirnemann 24. Juni 2019 um 14:32

    „Ja, selbstverständlich kann der Pfarrer in der Kirchenverwaltung überstimmt werden.“

    Danke.
    Wenn der Pfarrer/Kirchenverwaltungsvorstand überstimmt ist, dann ist er überstimmt. Meine Frage war aber eigentlich „Mich würde immer noch interessieren, was die Besitzverhältnisse sind und wie durchsetzungsfähig der Kirchenverwaltungsrat tatsächlich ist.“

    Ich zitiere

    „Art. 20 Kirchenverwaltung – Verpflichtungsgeschäfte, Handeln nach außen

    Willenserklärungen der Kirchenstiftung, durch die eine Verpflichtung gegenüber Dritten begründet oder auf ein Recht verzichtet wird oder Ermächtigungen (Vollmachten) ausgesprochen werden, bedürfen … der Unterschrift des Kirchenverwaltungsvorstandes und des Kirchenpflegers sowie der Beidrückung des (Pfarr-)Amtssiegels oder Amtsstempels … .“

    https://www.bistum-regensburg.de/fileadmin/redakteur/PDF/KiStiftO.pdf

    Wie soll ich das interpretieren?

  • Piedro

    |

    @Thik
    Verstehen Sie es doch so wie es da steht: Rechtsverzicht und Verpflichtungen der Gemeinde bedürfen der förmlichen Zustimmung der genannten Funktionsträger. Verweigert sich einer kann dergleichen nicht abgeschlossen werden.

  • Heike Stirnemann

    |

    @Thik

    Zur Erinnerung schicke ich Ihnen nochmals die Frage, die Sie mir gestellt haben (Schon vergessen oder vielleicht den Überblick verloren?) Und die habe ich Ihnen hinreichend beantwortet!
    ————————————————————————————————
    @Heike Stirnemann 18. Juni 2019 um 18:12 | #
    „Was ist geschehen?
    Eine Kirchenverwaltung (besteht aus von den Kirchenmitgliedern gewählten Laien und dem Pfarrer, der nur eine Stimme hat) beschließt die Kündigung einer Dienstwohnung (1 Jahr !!!Kündigungsfrist).“
    Könnten sich diese denn durch ein Mehrheitsvotum über den Pfarrer und ggf. den Bischof tatsächlich hinwegsetzen und was wäre die Rechtsgrundlage hierfür? Das wäre mir nämlich neu.

  • Heike Stirnemann

    |

    @ Piedro + @ R.G.

    Weder Sie noch ich waren bei der Sitzung anwesend und wissen, in welcher Form diskutiert und wie der Beschluss verabschiedet wurde. Was wer gesagt haben soll, ist reine Spekulation und daher müßig. Was wir aber wissen ist der Umstand, DASS es einen Beschluss gegeben hat und dass der Pfarrer diesen zu vollziehen hatte.

    Zu: „naive Licht unter gleichwertigen Laien“: Da ich selbst schon Mitglied einer Kirchenverwaltung war, weiß ich, dass die gewählten Laien in Finanz-, Verwaltungs- und Rechtsfragen oft fachlich weit kompetenter sind als der Pfarrer, der in erster Linie Theologe ist. In meinem Fall gehörten z.B. ein Anwalt und eine Steuerberaterin zur Kirchenverwaltung. Deren Wort hatte Gewicht und auch der Pfarrer war froh, dass er sich auf diese fachliche Kompetenz verlassen konnte und sich nicht um die rechtlichen Details kümmern musste, die der Anwalt sowieso besser beurteilen konnte. Genau darum geht es in einer Kirchenverwaltung; dass sich hier Kompetenz sammelt, die ein Pfarrer nicht hat und auch nicht haben muss.

    Warum also die Bedeutung von kompetenten Gremien klein reden?

  • R.G.

    |

    @Heike Stirnemann
    Danke für Ihre Ausführungen über die Kompetenz der Laien.

    Jedoch sollte das Gefühl für die eigene Bedeutung nicht so weit gehen, den Pfarrer in seiner Funktion wie entmündigt aussehen zu lassen.
    Er selbst nämlich ließ hören – das wird im Artikel erwähnt, der Text steht keinesfalls als Deko da – dass IHM die Idee (mit der Kündigung) kam (nachdem der Mieter in seiner Not besorgt nachgefragt hatte).

    Was lässt sich den wenigen Worten des Pfarrchefs sonst entnehmen?:
    *Indirekte harte Kritik am Vorgänger, wenn er die Bitte, (wie ehemals) die Leichenfeier für den langjährigen Mitarbeiter in dem zur Kirche gehörenden Raum abhalten zu dürfen, mit der Wertung abweist, man sei keine Gastronomie.
    Der nunmehr verrentete Priester hatte selbstredend KEINE Gastronomie- Ambitionen entwickelt, wie also kann man etwas von ihm damals Genehmigtes in die Nähe dessen setzen?

    *Eine eigene Art, sich in einer neu ihm zugewiesenen Pfarre vorzustellen.
    Hätte er das freundlich und interessiert getan, wäre ihm die Schwere der Erkrankung Herrn Tomalas augenfällig geworden.

    *Keinerlei Betroffenheit über den Tod Herrn Tomalas.
    Üblich ist, dass einem angesichts der Endgültigkeit eigene Handlungen plötzlich unnötig hart vorkommen können und man von sich aus hinterfragt, ob man nicht in Zukunft doch anders handeln solle.

    *Zumindest hätte es für bedauernde Floskeln oder Beleidsbekundungen vor der „regensburg-digital“-Öffentlichkeit reichen sollen. Unterlässt man auch diese, stellt man die eigene Kinderstube unnötig mit in den Focus.

    Mein vorsichtiges Urteil, der Pfarrer definierte sich in der Sache durch das, was er nicht ist, grundsätzlich nicht sein will.

    Liebe Diözesanverantwortliche!
    Fandet ihr wirklich für eine Stadt, in der es ohnehin schon brennt aufgrund der Missbrauchsskandale, keinen sich positiv, freundlich, und den Menschen explizit seelsorgerisch zugewandt darstellenden Priester?

  • Dominik Müller

    |

    @RG
    Wenn Sie schon jedes Wort auf die Goldwaage legen, müssen Sie selbiges auch ertragen.
    „man kann nun mal nicht erwarten, dass in den Jugendjahren in Männerinternaten zu perfekten Figuren der Institution geprägte Priester noch über das gesamte (Mit-)Gefühlsepertoire verfügen, in den meisten Fällen.“
    Sie schreiben von den Jugendjahren, also der Gymnasialzeit – für Kinder aus dünner besiedelten Gegenden wie dem Bayerischen Wald war dies lange Zeit eine der wenigen Möglichkeiten, zum Abitur zu kommen, unabhängig vom späteren Beruf. Ich kenne viele, die ihre Gymnasialzeit in Internaten verbrachten, und sehe keinen Zusammenhang zu einer von Ihnen postulierten fehlenden Empathie.
    „Ihr Irrtum, Heike Stirnemann, besteht darin zu meinen, jede Stimme sei gleich zu gewichten.“
    Doch, natürlich muss jede Stimme gleich gewichtet werden, soweit keine andere Regelung festgeschrieben ist (wie z.B. bei der Bürgermeisterstimme im Falle von Stimmengleichheit in manchen Situationen)
    „Wenn der Führungsstil auf Fairness ausgelegt sein soll, schaltet man bei Scheitern eines Dialogs mit einem Mitarbeiter IMMER ein zweites Gespräch nach, in dem man eine andere Person nachfragen und eventuell als Mediator fungieren lässt. “
    Was hat das denn mit dem Artikel zu tun und wo haben Sie derartigen Führungsstil schon selbst erlebt? Vor allem deutet das „IMMER“ auf zumindest maßlose Übertreibung hin.
    „Fertige, käuflich zu erwerbende Unterrichtsmodelle zeigen, wie man Schülern Möglichkeiten zur gewalfreien Streitschlichtung näherbringen kann. Somit ist das auf einem geistigen Niveau abgefasst, dem lehrende Erwachsene selbst zu folgen vermögen, die Religionslehrerinnen wie die Priester.“ Auch hier fehlt der Bezug zum Artikel, es ergeben sich nun wirklich keine Hinweise auf Gewaltanwendung – wohl aber z.B. der Schikane, siehe Reparatur.
    Insgesamt sehe ich in Ihren Zeilen keine berechtigte Kritik, sondern ein Aneinanderreihen von meist nicht zutreffenden Vorwürfen, die auch keinen Zusammenhang zu diesem Artikel haben – neudeutsch: Hasspostings.

  • Heike Stirnemann

    |

    @ R.G.

    Jetzt wird mir klar, worum es hier eigentlich geht:
    Da wird ein Kirchenverwaltungsbeschluss vor das Tribunal der „regensburg-digital-Öffentlichkeit“ gezerrt, alle möglichen Unterstellungen werden bemüht (bis hin zur angeblicher indirekter harter Kritik am Vorgänger), weil einigen offensichtlich die Nase des neuen Pfarrers nicht passt. Zu Gericht sitzt eine „Regensburg-digital-Öffentlichkeit“, die Ankläger und Richter in einem ist. Und klar: Das Urteil steht natürlich auch schon fest. Wow! Hier kann man lernen, wie Mobbing funktioniert.

  • Stefan Aigner

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    Das Forum wird geschlossen. Offenbar reicht eine Bitte, beim Thema zu bleiben nicht. Schade.

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