SOZIALES SCHAUFENSTER

Bauunternehmer vor Gericht

„Ferrari – das hätte nach der Insolvenz schlecht ausgesehen.“

Er hatte schon einige Unternehmen, es ist nicht seine erste Pleite und es geht wieder einmal um Millionen – doch dieses Mal steht der Bauunternehmer Karl S. vor Gericht. Ihm werden Insolvenzverschleppung, Steuerhinterziehung und Betrug vorgeworfen. Das Verfahren liefert Einblicke in die Bau(träger)branche, die Summen, um die es dort geht, und das Los mancher Handwerksfirma.

Vater und Sohn vor Gericht. Wegen der Pleite ihrer Baufirma sind Karl und Tobias S. unter anderem wegen Insolvenzverschleppung und Betrug angeklagt. Foto: as

„Der größte Fehler meines Lebens.“ Das sagt ein Handwerker aus dem Landkreis heute über seine frühere Zusammenarbeit mit dem Bauunternehmer Karl S. Für die GmbH & Co KG des 61jährigen hatte der Metallbauer auf einer Großbaustelle am heutigen Candis-Quartier im Stadtosten von Regensburg von Herbst 2013 bis Anfang 2014 unter anderem die Balkongeländer für fünf größere Baukörper gefertigt und montiert – ein lukrativer Auftrag. Doch am Ende standen rund 114.000 Euro unbezahlte Rechnungen, die Entlassung seiner zehn Beschäftigten und die Schließung der gerade erst gegründeten kleinen Firma. Dabei habe er alle Aufträge zur Zufriedenheit erledigt und sämtliche Termine eingehalten. „Jetzt wohnen Leute in dem Gebäude, für das ich kein Geld bekommen habe. Das ist schon ein komisches Gefühl.“ Weil er all seine Maschinen und Busse, schnell und unter dem eigentlichen Wert, verkauft habe, sei er um eine Insolvenz herum und „mit einem Nuller“ heraus gekommen. Anders Karl S., den selbst jene, denen er Geld schuldet, meist nur „Kare“ nennen.

Zweite Pleite binnen weniger Jahre

Der umtriebige Bauunternehmer aus dem Landkreis Kelheim legte mit seiner Firma im Februar 2014 eine veritable Pleite hin – es war nicht seine erste. Zahlreiche Lieferanten, bei denen er bestellt, und Handwerksbetriebe wie jener Metallbauer, die er beauftragt hatte, waren davon betroffen.

Als Generalunternehmer für den Bauträger Lambert Immobilien sollte Karl S. mit seiner Baufirma auf dem Gelände der ehemaligen Zuckerfabrik mehrere Hochhäuser in insgesamt vier Bauabschnitten „schlüsselfertig“ errichten. Ein Auftragsvolumen von 25 Millionen Euro sei das gewesen, sagt der gelernte Maurermeister. Doch im Februar 2014 ging ihm und seinem Sohn die Luft aus – die GmbH, die seinen Namen trägt, stellte Insolvenzantrag.

Wie schon bei einer früheren Pleite im Jahr 2011 – damals mit einer Projektbau GmbH, die für die „Immobilien Zentrum Regensburg“-Gruppe in der ehemaligen Ganghofersiedlung tätig war – stehen auch dieses Mal Schäden im ein- bis zweistelligen Millionenbereich im Raum.

Es dauerte lange bis zum Prozess

Im nach wie vor nicht abgeschlossenen Insolvenzverfahren, das 2014 eröffnet wurde, waren sogar 33 Millionen Euro an Forderungen angemeldet, ein Großteil davon strittig. Doch immerhin knapp acht Millionen Euro wurden bereits als berechtigt festgestellt. Diese Zahlen nennt der mit der Insolvenzverwaltung beauftragte Rechtsanwalt am Montag in seiner Zeugenaussage am Landgericht Regensburg. Dort beschäftigt sich die 7. Strafkammer nun über zwei Jahre nach Anklageerhebung und sechs Jahre nach der Pleite mit dem Fall.

Karl S. werden vorsätzliche Insolvenzverschleppung, 428 Fälle des Betrugs, falsche eidesstattliche Versicherung und Bankrott in mehreren Fällen sowie 16 Fälle der Steuerhinterziehung – es geht um rund 560.000 Euro – vorgeworfen. Ebenfalls angeklagt ist der 37jährige Sohn des Unternehmers, der als Geschäftsführer der Pleitefirma eingetragen war. Ihm wirft die Staatsanwaltschaft Insolvenzverschleppung, Betrug und die Hinterziehung von annähernd 300.000 Euro an Steuern vor.

Im Vergleich zu den Summen, die bei der Pleite insgesamt im Raum stehen, ist der angeklagte Schaden, der durch die vorsätzliche Insolvenzverschleppung entstanden sein soll, eher gering. Obwohl sein Unternehmen spätestens Ende Oktober 2013 zahlungsunfähig gewesen sein soll – laut Staatsanwaltschaft standen offenen Forderungen von fast drei Millionen Euro verfügbare Mittel von etwas mehr als einer Million gegenüber – habe Karl S. noch bis Anfang Februar 2014 Aufträge vergeben und Material bestellt, heißt es in der Anklage. In einer Tabelle werden insgesamt 428 Auftragsvergaben und Bestellungen – Fälle – gelistet. So soll am Ende ein Gesamtschaden von rund 1,5 Millionen Euro entstanden sein. Allein die Verlesung der Anklage am Montag dauert über eine Stunde.

„Zur Wahrheit erzogen“

Karl S., gepflegtes graues Haar, braungebrannt, wortgewandt, äußert sich – im Gegensatz zu seinem Sohn – länger zu den Vorwürfen. Er liest eine Erklärung vom Blatt ab, später beantwortet er auch Fragen. Er sei „zur Wahrheit erzogen“ worden, sagt er an einer Stelle und schiebt mit einem Lachen nach: „Man darf ab und zu schwindeln.“

Die Steuerhinterziehung räumt der Unternehmer, auf den über die Jahre schon einige Firmen eingetragen waren und liquidiert oder mit anderen verschmolzen wurden, in vollem Umfang ein. Unter anderem gab es versteckte Konten in Österreich, auf die S. Teilbeträge von Rechnungen einzahlte, die er sich bar oder per Verrechnungsscheck auszahlen ließ. Teils liefen diese Konten auf den Namen einer Versicherungsmaklerin, mit der der gelernte Maurermeister sowohl privat als auch beruflich eng verbunden war. Das sei „alles für die Firma“ gewesen, sagt Karl S., „nicht für Luxusurlaube“. Damit habe er Darlehen der österreichischen Bank besichert, die er aufgenommen habe, nachdem die Banken in Deutschland nicht mehr mitgespielt hätten. Doch zwischenzeitlich seien die Steuerschulden „vollständig bezahlt“.

Und dass er die Beteiligung an einem türkischen Beach Resort Hotel bei einer Vermögensaufstellung nicht angegeben habe (falsche eidesstattliche Versicherung), sei zwar richtig. Aber er habe diese Anteile schon vor Jahren an einen befreundeten Bauunternehmer übertragen, um eine Bürgschaft zu tilgen. Man habe sich nur nicht darum gekümmert, die entsprechenden Eintragungen zu ändern, deshalb liefe das noch auf ihn. „Da müssen Sie ja auch mindestens drei Tage in die Türkei. Die Zeit hab ich nicht.“

„Meine Kalkulation ging nicht auf.“

Eine vorsätzliche Insolvenzverschleppung – der weit größere Vorwurf – bestreitet Karl S. hingegen. Er sei „vielleicht zu optimistisch“ an das Projekt auf der Zuckerfabrik herangegangen und habe sich bei dem Festpreisangebot einfach verschätzt. Seine Firma sei ja eigentlich auf Rohbau spezialisiert. „Schlüsselfertig wollte ich nie machen.“ Aber um Arbeit für seine 35 Mitarbeiter zu haben, habe er sich um das Projekt beworben – erfolgreich. Jedoch: „Meine Kalkulation ging nicht auf.“ Die Detailplanungen seien „viel anspruchsvoller“ gewesen, als das, womit er gerechnet habe. Es sei alles erheblich teurer geworden.

Statt Betonbrüstungen an den Balkonen seien es im Detail dann Edelstahlrohre gewesen, statt einer Dämmung von zehn Zentimeter bei der Tiefgarage seien es 14 geworden – „Sonderanfertigung, 40 bis 60 Prozent teurer“. Er habe privates Geld in die Firma gesteckt. Mit dem Auftraggeber verhandelt. Doch am Ende sei ihm dann Bauträger Lambert, mit dem er in mehreren Terminen wegen einer „Liquiditätsspritze“ von zwei Millionen Euro gesprochen habe, nicht entgegengekommen. „Damit hätte es geklappt“, ist sich Karl S. zunächst sicher. Als er später von der Staatsanwältin darauf angesprochen wird, dass im Januar 2014 bei seiner Firma eine Unterdeckung von mehr als fünf Millionen Euro vorgelegen sei, meint S.: „Das wusste ich damals noch nicht.“

Bauträger hätte Geld zugeschossen, aber…

Auftraggeber Reinhard Lambert, der später als Zeuge vernommen wird, spricht von einer jahrelangen vertrauensvollen Zusammenarbeit mit Karl S. bei anderen Projekten. Deshalb seien er und sein Mitgeschäftsführer überrascht gewesen, als zum Jahreswechsel 2013/14 plötzlich so wenig auf der Baustelle los gewesen sei. Man habe mehrere Gespräche mit S. geführt. Zur „Liquiditätsspritze“ von zwei Millionen sagt Lambert: „Wir hätten das Geld zur Verfügung gestellt, wenn alles gepasst hätte.“ Schließlich habe man S. lange gekannt. Es habe zuvor nie Probleme gegeben. Und: Man habe auch auf keinen Fall Unterbrechungen auf der Baustelle haben wollen.

Nach einer genauen Überprüfung der Zahlen durch den Steuerberater – Lambert und Karl S. sind bei derselben Kanzlei – habe sich jedoch gezeigt, dass die Außenstände einfach zu hoch seien. Lambert wollte kein zusätzliches Kapital zuschießen. „Diese Entscheidung haben wir uns nicht leicht gemacht“, sagt er. Es folgte der Insolvenzantrag von S. und auf der Baustelle für Lambert, so nennt er es, „zwei Jahre Horrorkabinett“, um alles plangemäß über die Bühne zu bringen. Größtenteils erledigte das dann die unter Insolvenzverwaltung stehenden Firma von S. Auf eines legt Lambert besonders Wert: „Wir haben alle Abschlagszahlungen (an die Firma von Karl S.) immer pünktlich geleistet.“ Daran könne es – die Pleite – also nicht gelegen haben.

Ein Geschäftsführer „nur auf dem Papier“

Karl S. spricht davon, dass er die Lage gegenüber den beauftragten Lieferanten und Handwerkern immer offen kommuniziert habe. Von Vertrauen ist dabei viel die Rede. Jahrelang habe er mit vielen dieser Unternehmen zusammengearbeitet, vieles sei mündlich oder per Handschlag vereinbart worden. Auch heute wären das meist noch dieselben Unternehmen und Handwerker, „obwohl ich sie doch angeblich betrogen haben soll“.

Seinen Sohn, der seit 2005 als Geschäftsführer der jetzt insolventen GmbH & Co KG eingetragen war, nimmt Karl S. in Schutz. Er allein sei für alle Entscheidungen im Unternehmen verantwortlich gewesen. Seinen Sohn als Geschäftsführer zu bestellen sei „etwas rein Formales“ gewesen. „Es wurde entschieden, dass ich auf dem Papier Geschäftsführer sein soll“, sagt der Sohn in seiner knappen Einlassung. Er habe einfach sich selbst aus der Bau GmbH draußen halten wollen, begründet Karl S. diesen Schritt. Seine Firma habe nämlich zwischen 2002 und 2006 um die 80 Prozent ihrer Aufträge von einer Bauträgergesellschaft der Südfinanz bekommen. Da sei er auch mit 25 Prozent als Gesellschafter beteiligt gewesen. Und als die Südfinanz „in Schwierigkeiten“ gekommen sei, habe er sich zu diesem Schritt entschieden, „damit die keinen Zugriff auf meine Bau GmbH haben“.

Welche Schwierigkeiten S. meint, ist unklar. Eine Insolvenz der besagten Tochtergesellschaft, der I.V.I. Beteiligungs-GmbH & Co. Bauträger KG, bei der S. auch kurzzeitig Prokurist war, ist nicht verzeichnet. Sie wurde nach mehreren Sitzverlegungen 2008 aus dem Handelsregister gelöscht. Die Südfinanz, ehemals strahlender Stern der Finanzbranche, geriet erst Jahre später zur Skandalgesellschaft. Ihr Chef, ehemals eine schillernde Figur in Regensburg, ist abgetaucht. Doch das nur am Rande.

Riskant, aber üblich?

Nicht alle Vertreter der geschädigten Unternehmen schildern ihre Situation so drastisch wie der Metallbauer, der seinen Betrieb schließen musste. Die Buchhalterin einer Großhandelsfirma für Baustoffe berichtet zwar von Zahlungsverzügen und sechsstelligen Außenständen. Nach mehrmaligen Anrufen bei Karl S. und der Bitte um Zahlung sei ihr aber zunächst von ihm gesagt worden, dass sie nicht mehr anrufen solle. Schließlich habe ihr die Geschäftsführung signalisiert, dass S. weiter beliefert werde – trotz hoher Außenstände. „So tragisch haben wir das nicht gesehen“, sagt auch der damalige Niederlassungsleiter einer großen Verleihfirma für Baugeräte, der „den Kare“ ebenfalls seit Jahren kennt. Auch er spricht von Vertrauen und davon, dass man ja eine Kreditversicherung habe. Man gehe eben in Vorleistung, heißt es vom Chef einer größeren Handwerksfirma. Das möge riskant sein, aber üblich.

Gelegentlich wissen die geladenen Zeugen aber auch nicht genau Bescheid, sind nicht mehr bei dem Unternehmen beschäftigt oder waren nicht für das Mahnwesen zuständig.

Vorsitzender Richter wirkt unvorbereitet

Manchmal tragen auch die Fragen und Anmerkungen des Vorsitzenden Richters Fritz Kammerer mehr zu Verwirrung und Verzögerung als zur Aufklärung bei. Die Wirtschaftsstrafkammer scheint sich gelegentlich etwas in dem Dickicht an Auftragsunterlagen, Rechnungen und Aussagen verirrt zu haben, das noch dichter ist als das Firmengeflecht von Karl S. Der Vorsitzende wirkt gelegentlich schlecht vorbereitet. Frühere Aussagen, die Zeugen vorgehalten werden sollen, müssen erst gesucht werden. Einmal wird vorne darüber diskutiert, warum ein (bereits anwesender) Zeuge überhaupt geladen sei. Am ersten Sitzungstag werden Zeugen trotz der bekannt langen Anklage bereits zum Sitzungsbeginn geladen und warten teils über drei Stunden. Am zweiten Tag erscheinen vier Zeugen nicht.

Zwei Zeugen fragt Fritz Kammerer nach etwas, von dem er „glaubt“, es in den Akten gelesen zu haben, sich aber nicht sicher zu sein, ob überhaupt und wo es denn stehe. Wieder andere fragt er nach rechtlichen Einschätzungen, während er selbst anmerkt, dass das „eigentlich keine Zeugenfrage“ sei. Irgendwann wirft der Vorsitzende Richter schließlich der Sitzungsvertreterin der Staatsanwaltschaft vor, dass deren Zeugenauswahl „völlig untauglich“ sei.

Warum trifft es immer die Subunternehmer?

Ein Zeuge, der Vertreter einer slowenischen Firma, die für Verputzarbeiten zuständig war, wird hingegen etwas deutlicher. Er hatte, wie ein paar andere, Anzeige wegen Betrugs erstattet. Ab November sei nicht mehr bezahlt worden. Da hätten alle Handwerker auf der Baustelle, mit denen er gesprochen habe, „gezappelt“, weil kein oder zu wenig Geld gekommen sei. Dabei sei man doch mitten in der Bauphase gewesen sei, sagt er. „Wenn so etwas passiert, dann doch am Ende.“ Schließlich sei es doch der Rohbau, der den meisten Gewinn abwerfe. Da müsse Geld da sein.

Karl S. habe einen, wenn man ihn mal telefonisch erreicht habe, vertröstet. Von finanziellen Schwierigkeiten habe er nie gesprochen. „Da haben wir auf Vertrauensbasis weiter gearbeitet“, sagt der Zeuge. Man habe sich ja schon länger gekannt. Am Ende wären er und sein Bruder auch bereit gewesen, auf einen Teil des Geldes – von 40 Prozent ist die Rede – zu verzichten, wenn es denn irgendwie weiter geht. „Ein Entgegenkommen ist völlig normal.“ Aber dann kam es doch zur Insolvenz. Und die treffe immer die Subunternehmer am härtesten. „Das kann doch nicht sein.“

„Er hat die Rechnung nicht bezahlt und uns den nächsten Auftrag gegeben.“

Warum die Unternehmen lieferten oder Aufträge weiter ausführten, obwohl die Zahlungen seit Oktober nur noch schleppend oder überhaupt nicht mehr eingingen? Karl S. habe das „intelligent ausgesteuert“, sagt der eingangs erwähnte Metallbauer. „Er hat die Rechnung nicht bezahlt und uns den nächsten Auftrag gegeben.“ Das Geld habe man gebraucht, sagt der Zeuge.

Am Telefon habe der Seniorchef versichert, dass es keine Liquiditätsschwierigkeiten gebe, dass das nur ein Abwicklungsproblem gewesen sei und das alles auf jeden Fall bezahlt werde. Darauf habe er vertraut. Zeitgleich sei vom Bauleiter Druck gemacht worden mit der Androhung, dass man bei Verzug auf der Baustelle die Folgekosten zu tragen habe. „Da habe ich bis Januar weiter montiert.“ Er habe seinen Kunden ja nicht verärgern wollen – und musste am Ende seine Firma schließen.

Neue Firma, neues Glück

Unmittelbar nach der Insolvenzanmeldung wurde eine neue Firma gegründet – sie läuft auf den Namen der getrennt lebenden Ehefrau von Karl S. Da arbeite er wieder mit zahlreichen Firmen von damals zusammen, so der Angeklagte. Beteiligt sei er an dem Unternehmen nicht, sagt der 61jährige auf Nachfrage von der Richterbank. So wie überhaupt an keinem Unternehmen derzeit.

Möglicherweise liegt das auch daran, dass Karl S. 2016 selbst Privatinsolvenz angemeldet hat. Festgestellten Forderungen von 9,7 Millionen steht hier ein verfügbarer Betrag von knapp 240.000 Euro zur Verteilung gegenüber. So steht es in der Ende 2018 erstellten Schlussrechnung des Insolvenzverwalters. Doch das Verfahren ist laut dem öffentlich zugänglichen Insolvenzregister bis heute nicht abgeschlossen. Es scheint Probleme zu geben.

Die Zweitwohnung über die Firma für 880 Euro Miete, wenn er zwei Mal die Woche mal in Regensburg war, hat Karl S. 2016 gekündigt. Den Ferrari, der gleichfalls auf die GmbH lief, hat er 2017 abgemeldet. Und schon vorher stand der fast nur noch in der Garage. Zu einem Finanzbeamten, der mit ihm wegen der Ermittlungen wegen Steuerhinterziehung gesprochen hat, meinte Karl S. laut dessen Aussage: „Es hätte schlecht ausgesehen, nach der Insolvenz damit herumzufahren.“

Der Prozess wird nächste Woche fortgesetzt.

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Kommentare (33)

  • Mr. T.

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    Ich kenne Handwerker, die genau wegen sowas nicht für Bauträger arbeiten. Warum für jemanden arbeiten, der mit seiner Gesellschaftsform schon die Haftung ausschließt?

  • Günther Herzig

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    Mr. T. Das ist richtig. Leider achten Handwerker zuerst darauf ihren eigenen Vertrag richtig zu erfüllen und erst dann darauf das zu bekommen, was ihnen zusteht. In einer überhitzten Konjunktur hat schon mancher Handwerker in der Kenntnis, dass man ihn braucht, den Auftraggeber dazu gebracht Bürgschaften und andere Sicherheiten zu leisten. Der Inhaber, der 100 % der GmbH-Gesellschaftsanteile selbst hält, entschließt sich dann schon mal persönlich Haftung zu übernehmen. Anders gehen doch die Banken auch nicht mit Gesellschaften um, die eine Finanzierung brauchen.

  • Günther Herzig

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    War nicht Franz Nerb Chef der Süd-Finanz, auch Präsident des SSV Jahn?
    Ein übler Zeitgenosse!

  • Mr. T.

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    Das mit dem Nerb ist richtig, Herr Herzig.
    Es gibt natürlich auch Handwerker, oft größere, die auch eine haftungsbeschränkende Geschäftsform haben, die für Bauträger arbeiten. Die arbeiten dann aber gerne mit Subunternehmerkaskaden, bei denen auch wieder den letzten die Hunde beissen.
    Am Besten versucht man, mit jemandem, der von vornherein keine Haftung übernehmen will, keine Geschäfte zu machen. Zumindest keine mit signifikantem Einsatz.

  • Bertl

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    Handwerker, die nicht mit Bauträger zusammen arbeiten, kenne ich auch. Diese haben meist schon entsprechende Erfahrungen gemacht.
    Potentielle Immobilienkäufer haben allerdings immer weniger die Möglichkeit, Aufträge direkt an Handwerker zu vergeben, da es fast nur noch Angebote von Bauträgern gibt.
    Das ist u.a. der Grund, warum die Immobilienpreise ins Astronomische steigen.
    Aber es gibt wohl genügend Interessenten, brauchen keine Regensburger zu sein, die mit Koffern voller Geld bereit stehen und kaufen.
    Und zu Nerb: Hat er nicht auch die Schnupfe saniert, war zu dieser Zeit Scheidinger OB?

  • Günther Herzig

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    @Bertl
    Nerb hat die Schnupfe saniert,

  • Mr. T.

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    Ja, Bertl, auch das zu Nerb ist richtig.
    Wenn es bei so einer Wohnung nicht nur um ein Anlageobjekt geht, sondern wenn das wer kauft, um selbst drin zu wohnen, kann’s bei Reklamationen dann zum nächsten Problem kommen. Bei den Konstruktionen wird dann die Haftung so weit abgewälzt, bis niemand mehr zum Haften übrig bleibt. Die Eigentümer sind die Dummen. Am Besten so ein Anlageobjekt nie als Wohnobjekt kaufen. Dafür ist es auch nicht gedacht.

  • joey

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    “nicht für Bauträger arbeiten” ist Blödsinn. Noch nie was von Privatinsolvenz gehört? Passiert auch gerade beim privaten Bau (Ehepartner läuft davon, Finanzierung platzt…).

    Bei größeren Vorleistungen verlangt man eine Bürgschaft oder eine Vorauszahlung gegen eigene Bürgschaft. Wenn Abschlagszahlungen nicht sauber kommen, geht man zum Anwalt. Schon gleich am Anfang unterschreibt man keine Verträge, die man nicht überblickt.

    Und noch ein Tip für private Kauf-/Bauinteressenten: “Schlüsselfertig” kostet immer mehr als direkter Auftrag. Das muß so sein, denn es gibt ein Risiko, das kalkuliert werden muß. Der Direktauftraggeber trägt dieses Risiko selbst, das er aber mit einem guten Ingenieur / Architekten minimieren kann. Was man außerdem spart sind die Vertriebskosten von 15-20%.

  • Mr. T.

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    Niemand geht gern in eine Privatinsolvenz. Eine GmbH ist von Anfang an darauf ausgelegt, nicht privat haften zu müssen – um eine Privatinsolvenz zu vermeiden.
    Wie die theoretischen “Absicherungen” funktionieren hat der vorliegende Fall ja gezeigt.

  • Bertl

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    Ich verstehe joey so, dass er die Privatinsolvenz nicht von Handwerkern, sondern von Eheleuten als Folge von Trennungen und somit geplatzten Finanzierungen gemeint hat, oder?
    Allerdings ist das mit den (in der Regel Bank-)Bürgschaften, die Handwerker im Zusammenhang mit großen Aufträgen verlangen können, nicht so einfach.
    Banken rechnen die Bürgschaften in der Regel in den Kreditrahmen mit ein, ausserdem kosten Bürgschaften extra. Das versuchen Bauträger oft zu vermeiden. Denn auch den Käufern muss bis über die Fertigstellung hinaus eine Bürgschaft gegeben werden, meist beim Abschluss des Kaufvertrages.

  • Skyrider

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    @Günther Herzig.
    Ihren Aussagen zur “Süd-Finanz” und Hr. Nerb, kann ich nur zustimmen.

  • Mr. T.

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    Klar geht’s bei der Privatinsolvenz um private Auftraggeber. Aber wie oft passiert das schon während der Bauphase? Und dann hängt man bei einem Einfamilienhaus mit drin und nicht bei viel mehr Wohneinheiten.

    Und man sieht ja auch wie das bei ausbleibenden Zahlungen läuft. Da hat man nicht so viel Druckmittel als Handwerker wenn der Bauträger mit dem nächsten Auftrag winkt.

  • joey

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    @Bertl
    ja, auch private Auftraggeber sind gefährlich.
    Die Käufer von Schlüsselfertig- und Bauträgerangeboten müssen oft eine Kreditabtretung unterschreiben, die Auszahlung erfolgt nach Zahlungsplan und Freigabe durch einen “neutralen” Gutachter.

    Wer große Geschäfte macht, braucht einen entsprechenden Kreditrahmen – was denn sonst?

  • joey

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    @Mr.T.
    Wenn eine Baufirma bei einem EFH 100.000,- verlieren kann, ist das auch schon ein sauberer Verlust. Schließlich müssen Löhne und Material gezahlt werden. Man hat versucht, mit dem Handwerkerforderungssicherungsgesetz da einiges zu verbessern. Ich habe aber noch nicht Gutes darüber von Handwerkern gehört.

  • Mr. B.

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    Was würden wir in Regensburg nur ohne die Berichterstattung von RD machen. Eine sehr gute Berichterstattung über das Provinzstädtchen Regensburg!!
    Wieder einmal geht es um die Baubranche!!
    Hoffentlich kann in dieser Stadt noch mehr über “ehrenwerte Gesellschaften’ aufgeklärt werden?
    Aber es gibt bestimmt auch noch Menschen, die in der Stadt ihren Sportwagen oder ihr 800 PS-Gefährt ohne schlechtes Gewissen fahren können!!!!

  • Mr. T.

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    joey, bei einem privaten Bauträger ist das Risiko trotzdem viel geringer – vor allem für einen Totalverlust.

    Mr. B., seien Sie unbesorgt. Es gibt auch noch genügend Menschen, die genug Geld mit ehrlicher Arbeit verdienen, um sich einen Ferrari, Porsche oder Lambo (je nach Proll-Faktor) leisten können. Und das ist auch gut so. Nur keine Neiddebatte. Wenn jemand mit einem Autokauf 200.000 Euro in die Wirtschaft pumpt, ist das besser, wie wenn sie*er auf dem Geld sitzen bleibt und nur 20.000 Euro dafür in die Hand nimmt, wie es andere tun müssen, die nicht so viele Mittel haben.

  • G. Maier

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    Größere Bauträger können branchenspezifische Risiken nach unten abwälzen. Wer dabei nicht mitmacht kommt nicht zum Zug.

    Einer der Regensburg Bauträger, die BTT, die eigenen Angaben zu Folge wegen Alleinstellungsmerkmalen in Regensburg eine Marktführerschaft innehat, schreibt in seinem Jahresbericht 2018 klar und deutlich:
    „Rechts- und Haftungsrisiken werden weitgehend auf Lieferanten, Handwerker und Dienstleister abgewälzt.“

    Der Korruptionsprozess gegen V. Tretzel und J. Wolbergs hat offengelegt, wie die BTT zu dieser Marktführerschaft kam (Stichwort Parteispenden, Verteilung persönlicher Vorteile) und welche Rolle die Stadtverwaltung in diesem Zusammenhang hatte (Stichwort Ausschreibung des Nibelungenareals von BTT mitschreiben lassen und dubiose Vergabematrix).
    So läuft das aber nicht nur in R., dort aber anscheinend verstärkt.

  • Mr. B.

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    Mr. T.
    Hier geht es bestimmt nicht um Neid!!!

    G. Maier
    Toller Beitrag!

  • Marvin S.

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    Der Bauträger stand unter anderem mit dem großen Immobilien Unternehmen „Immobilien Zentrum (IZ)“ in Regensburg in Verbindung. Die „Pleitefälle“ Beteiligter sowohl IZ selbst als auch zahlreiche Drittfirmen, ziehen sich durch die Firmengeschichte des IZ. Teilweise kam es – lt. Presseberichte – zu behördlichen Ermittlungen.

    Karl S.Bau, SiWo Bau (Brandlberg) und weitere (!).

    Rücksichtslos und höchst unseriös setzt der Bauträger sein zerstörerisches Handel fort. Einsicht über ein Fehlverhalten lässt sich demnach nicht unterstellen. Rückendeckung gibt es von ganz oben, denn ein paar gewerbliche Projekte liefen lt. Aussagen der Stadt Regensburg (zitiert in der Presse) positiver.

    Über diese Thema und die Geschäftsgebaren der IZ Gruppe sollte man einen gesonderten Artikel verfassen, der eine warnende Funktion an die Bevölkerung inne hat. Ein Verkäuferprofil quasi, dass mit Fakten den Schaden an den Kunden darlegt und die selbstreinigende Werbung des Unternehmens in den Hintergrund stellt. Die Firmen von und für IZ haben den Bürgern der Stadt und anderen genug Schaden zugefügt.

    Immobilien werden durch diese sittenlosen Geschäftsherren weiterhin entwickelt und verkauft und das Risiko, dass es sich dabei um einen Murks handelt, tragt der gutgläubige Käufer!

    Bauträger aus Regensburg zu sein spricht mittlerweile nicht mehr für Seriosität. Auch wenn es nur einige Wenige sind, die mit ihrer Raffgier und dem Gefühl, Moral und Gesetz mit den Füßen treten zu können, ganze Existenzen zerstören.

  • Mr. B.

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    Bei mir stellt sich auch die Frage, warum das alles in Regensburg so gut und so lange funktioniert!!
    Wann ist ein Ende oder quasi ein einigermaßen “Normalbetrieb” wieder möglich?
    Oder ist in dieser Stadt dem sog. Betrug durch wenige nicht abschreckend beizukommen???
    Fragen über Fragen über ein eigentliches Provinzstädtchen!!!
    Marvin S. kann man ja nur beipflichten!! Ein guter Beitrag, wie ich meine.
    Schönen Sonntag noch!

  • Realist

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    Bin mal gespannt, wie hier das Strafmaß aussieht….10 Mio Verbindlichkeiten bei 240 TE Vermögenswerten….und zugegebene Steuerhinterziehung….und bei nicht der ersten Insolvenz….Bei diesem Verhältnis Verbindlichkeiten zu Vermögenswerten kann ich mir nicht vorstellen wie die Anwälte hier gegen Insolvenzverschleppung argumentieren wollen….dass hier die drei Wochen Frist eingehalten wurde bei diesem Verhältnis…kaum vorstellbar…und der Sohn war halt einfach mal Geschäftsführer mit den ganzen Pflichten die ein Geschäftsführer hat…und damit auch mit den Kosequenzen die dabei entstehen….
    Hat die Staatsanwaltschaft eigentlich schon ein Strafmaß gefordert?
    Bleibt spannend dieser Prozess…wobei ich mir nicht vorstellen kann, dass die beiden Angeklagten mit einem blauen Auge davonkommen….aber entscheiden wird es am Ende des Tages das Gericht…

  • Stefan Aigner

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    @Realist

    Die Privatinsolvenz ist in dem Verfahren nicht Gegenstand. Es geht „nur“ um die Firmenpleite.

  • Bertl

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    In den 60er Jahren wurden in Waldetzenberg kleine Reihenhäuschen gebaut, bei denen es beeinträchtigende bauliche Mängel gab, sowohl auf planerischer als auch ausführender Seite).
    Bauträger war damals Emil Schö.. (der schöne Emil) und eine Baufirma Schm…, die beide in große finanzielle Schwierigkeiten gerieten, mal abgesehen von den Nachteilen, die die Häuslekäufer erlitten.
    Ob diese Baufirma in langer Tradition mit den im Verfahren beteiligten Baufirmen zu tun hat, kann ich nicht sagen, aber vielleicht interessant, dies zu hinterfragen, also nicht nur die Tradition und das Geschäftsgebahren des IZ, sondern auch die Tradition der Baufirma/-firmen, die immer wieder mit Bauträgern derselben Güte zusammenarbeiten.

  • Realist

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    @stefan aigner
    dachte es gab hier schon zwei firmeninsolvenzen der Firmen Gruppe…und denke das hat sicher Auswirkungen auf den Prozess….zusätzlich zur Privatinsolvenz…
    siehe MZ Artikel: Schon bei einem früheren Großprojekt und unter anderer Firmierung hatte der Familienbetrieb eine Insolvenz hingelegt…also denke es waren wohl 2 Stck…
    ist aber nicht so wichtig hier im Portal….fürs Gericht denke ich aber schon

  • Realist

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    Exkurs:
    Bin leider erst kurz in Regensburg…aber was mir auffällt… hier in dem Forum wird wohl nur negativ über Bauträger gesprochen…
    Bauträger sind nichts anderes als Leute die ein Grundstück kaufen, …es beplanen, es erschließen und dann Wohnungen oder Häuser darauf erstellen….Bauträger im Sinne des Gesetzes (MaBV) ist man wenn man diese Immobilien vor Fertigstellung veräußert und Kaufpreisteile in Rechnung stellt….wenn man die Immobilien nach Fertigstellung erst veräußert ist man im Sinne des Gesetzes wohl kein Bauträger….
    Also unabhängig von Bauträger oder Immobilienhändler (Verkauf nach Fertigstellung…)…stellt sich da nicht die Frage wer so ein Grundstück kaufen und entwickeln soll…Ein potentieller Interessent einer Wohnung kann sicher kein Grundstück für 20 Wohnungen kaufen nur weil er eine Wohnung kaufen will…denke ich zumindest…Also diese “Bauträger” Firmen haben wohl sicher ihre Daseinsberechtigung….und das die dann mit den Handwerkern verhandeln ist wohl auch legitim…Machen wir doch auch alle…indem wir z.B. im Internet bei unseren Einkäufen nachsehen wer den günstigsten Preis hat…(wer hat hier noch nie bei einem online Versand bestellt) Was hier natürlich anscheinend in Regensburg abgelaufen sein soll…oder auch nicht..(Entscheidung des BGH steht ja noch aus)…hat mit der Daseinsberechtigung dieser Grundstücksentwickler nichts zu tun…die braucht man halt einfach…sonst gäbs keine neuen Immobilien…außer der Staat bzw. die Stadt würde sich darum kümmern….aber das wäre wieder nicht Marktwirtschaft…Naja..

  • Hans Dampf

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    Hallo Realist willkommen in Regensburg. Wenn Sie die rosa Brille mal abnehmen und bei Regensburg Digital zum Themenbereich Wolbergs Tretzel Schaidinger Schmack IZ bei Ihrem realistischen Morgenstudium sich einlesen, werden Sie sich sicherlich in Ihrer Meinung bestätigt sehen. Wünsche viele realistische Erkenntnisgewinne :).
    Viele Gruesse aus Regensburg
    Hans Dampf in allen Gassen (mit Maske)

  • Mr. B.

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    Für Realist ist die “Regensburger Realität” gänzlich an ihm vorbeigegangen!!!!
    Auch meine Empfehlung: Die Berichte dazu einfach genau bei RD
    Nachlesen und man wird der wahre Realist!!!!!

  • Bertl

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    Sehr naive Ansicht von Realist “…die braucht man halt einfach…sonst gäbs keine neuen Immobilien…außer der Staat bzw. die Stadt würde sich darum kümmern….aber das wäre wieder nicht Marktwirtschaft…”.
    Man könnte zum Beispiel seitens der Kommunen die Gründung von Genossenschaften durch Bau-/Kaufwillige fördern und unterstützen, einschließlich der Unterstützung bei der Grundstückssuche, und man könnte Listen mit ausgesuchten Handwerksbetrieben erstellen (wie es z.B. Listen gibt von Gutachtern, die bei Gericht zugelassen sind), die den jungen Genossenschaften die Vergabe erleichtern.
    Man könnte auch an ehrenamtliche Begleitung dieser Vorhaben durch Handwerker, die schon in Rente sind, denken, usw., usw….
    Der Kauf über Bauträger ist immer zuerst ein Gewinn für den Bauträger.

  • Realist

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    Bei einer GmbH sind die “Eigentümer” die Gesellschafter und bei einer eG die Mitglieder. Bei beiden Unternehmensformen ist die Haftung auf das Firmenvermögen beschränkt, d.h. haftungsmäßig kein Unterschied zwischen GmbH und eG.
    Und wenn dann eine Genossenschaft die Immobilie baut und im Eigentum behält ist Eigentümer der Immobilie die Genossenschaft….d.h. das Mitglied das ja eigentlich die Wohnung besitzen will steht nicht im Grundbuch…Würde mir persönlich nicht passen wenn ich Geld gegeben hätte (Mitgliedschaft erworben) und dann nicht im Grundbuch stehen würde…und die Genossenschaft über die Immobilie und damit auch über meine Wohnung entscheiden kann…hab ja eigentlich nur ein Stimmrecht….aber da es in der Praxis funktioniert wird es wohl auch satzungs- und grundbuchrechtliche Lösungen geben…evtl. Sondernutzungsrechte die Abt. II des Grundbuches eingetragen werden….
    und wer haftet bei der Finanzierung….nur die Genossenschaft und keine Person…denke Geldgeber wollen immer eine natürliche Person mit in der Haftung haben….würde als einzelnes Mitglied nicht für den Kredit der gesamten Immobilie haften wollen…aber wie gesagt es wird wohl Lösungen geben…weil es ja in der Praxis funktioniert…
    und was die Handwerker betrifft….wer soll die Handwerker aussuchen…wäre schon ein Stück weit Wettbewerbsverzehrung….

  • Bertl

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    Schon allein, dass ein Einzelner potentieller Käufer in unserer Stadt keinen Kauf von Grund und Boden mehr stemme kann für seinen Eigenheimwunsch, sondern nur noch Bauträger, ist die grösste Wettbewerbsverzerrung.

  • Mr. B.

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    Hallo Realist, wenn in d. Stadt immer wieder die gleichen Bauträger Aufträge -wie auch immer- bekommen, dann ist der Wettbewerb doch schon längst verzerrt, weil Ausschreibungen vermutlich mit der Stadt schon vorher abgesprochen sind? Sie müssen die Sachverhalte der Regensburger Korruptionsverfahren allesamt auf RD genau durchlesen.

  • Marvin S.

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    @realist

    ich habe ebenfalls nichts davon gelesen, dass irgendjemand einem Bauträger seine Daseinsberechtigung nicht zugesteht. Bei dem im Bericht genannten Geschäftsgebaren des Bauunternehmers S. geht es um kriminelles Unrecht. Die Pleiten (mehrere) hinterließen enorme Schäden bei Käufern. Käufer waren unsere Mitbürger, teilweise junge Familien, die in Existenznot gerieten. Man spricht hier von einem gesellschaftlichen Schaden, der durchaus im Interesse der Allgemeinheit sanktioniert gehört.

    Über die wenigen Regensburger Bauträger, die höchst offiziell gar nicht so viel von Gesetzen halten, sollte man sich hier schlau machen. Wie man Ihnen mehrfach geraten hat. Es klingt unglaublich…: Willkommen in der (Bauträger-)Stadt Regensburg!

    Seriöse Bauträger und Bauunternehmer dürfen und sollen meiner Meinung nach sehr wohl existieren. Nur haben die in Regensburg überhaupt eine Chance?

  • Mr. T.

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    Seriöse Bauträger und Baugenossenschaften haben in so einem System, das auf dem illegalem Verschaffen von Vorteilen basiert, keine Chance, weil keine Waffengleichheit besteht. Die einen haben gesetzliche Einschränkungen, die anderen nicht.

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drin