„Flexi-Haus“ vom Tisch: Einer der größten Leerstände der Stadt Regensburg bleibt weiter leer
2020 erwarb die Stadt ein Hochhaus in der Daimlerstraße vom Bund. Seitdem steht es leer – und das wird vorerst auch so bleiben. Pläne, dort ein „Flexi-Haus“ für Obdachlose untzerzubringen, werden nicht weiterverfolgt.

2020 kaufte die Stadt Regensburg das Hochhaus in der Daimlerstraße vom Bund. Foto: as
3.000 Quadratmeter Nutzfläche, 5.000 Quadratmeter Grundstück – und seit sechs Jahren herrscht Stillstand. Das frühere Stabsgebäude der Division Spezielle Operationen in der Daimlerstraße bleibt vorerst ungenutzt. Diese Tatsache wird sich auch in absehbarer Zeit nicht ändern.
Das Hochhaus, einer der größten Leerstände der Stadt Regensburg, bleibt weiterhin ungenutzt. Diese Information wurde durch eine Anfrage von Stadtrat Jakob Friedl (Ribisl) während der Sitzung des Sozialausschusses am vergangenen Mittwoch bekannt.
Sozialbürgermeister: Zustand des Gebäudes zu schlecht für „Flexi-Haus“
Ursprünglich war geplant, drei der sieben Stockwerke als „Flexi-Haus“ für Obdachlose zu nutzen – ein Teil des Obdachlosenkonzepts der ehemaligen Sozialbürgermeisterin Astrid Freudenstein (CSU). 1,5 Millionen Euro waren für die Ertüchtigung vorgesehen. Doch diese Mittel fehlen im aktuellen Investitionsprogramm.
„Wir haben uns von dem Projekt verabschiedet“, gesteht Sozialbürgermeister Thomas Thurow (Brücke) ein. Er selbst habe das Gebäude besichtigt. „„Der Zustand ist nach unserer Einschätzung so, dass es nicht in diese Nutzung überführt werden kann.“
Hochhaus steht seit 2011 leer – und ist marode
Die Stadt hatte das Hochhaus samt Grundstück 2020 von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) erworben. Bereits damals stand es seit neun Jahren leer. Das Dach war undicht, und der bauliche Zustand – insbesondere in den oberen Stockwerken – entsprechend schlecht.

Im siebten Stockwerk des Gebäudes entstand durch das undichte Dach ein Wasserschaden. Foto: Archiv
Ursprünglich war geplant, dort ein drittes Rathaus – ein zusätzliches Verwaltungszentrum im Stadtosten – unterzubringen. Doch diese Pläne zerschlugen sich. Eine erste Untersuchung veranschlagte die Kosten für die Komplettsanierung des Gebäudes auf zwischen acht und neun Millionen Euro.
Rabatt zurückgezahlt, andere Vorschläge ignoriert
Die Stadt musste einen Abschlag von 350.000 Euro vom unbekannten Kaufpreis an die BImA zurückzahlen, da die Bedingung – die Umsetzung des Verwaltungszentrums binnen fünf Jahren – nicht erfüllt wurde.
Vorschläge, die im Rahmen eines Projekts von Architekturstudentinnen der TU München für das Hochhaus erarbeitet wurden, griff die Stadt nicht auf. Nun ist auch das „Flexi-Haus“ vom Tisch.
Was nun mit dem Gebäude geschehen soll, ist noch unklar. „Es gibt Gespräche“, sagt Thurow. „Allerdings ist noch nichts spruchreif.“ Er deutet jedoch an: „Auch die Bundeswehr ist eventuell wieder an einer Stärkung des Standorts interessiert.“
Wie geht es mit dem Obdachlosenkonzept weiter?
Eine andere Frage ist, wie es mit dem Obdachlosenkonzept der Stadt Regensburg weitergeht. Derzeit stehen zwei der vier Wohnblöcke in der Notwohnanlage in der Aussigerstraße leer. 25 der Wohneinheiten dort sind nach Auskunft von Sozialamtschef Christoph Gailer belegt, zum Teil von Familien mit Kindern.
Einige dieser Familien könnten möglicherweise noch in dem neuen „Chancenhaus“ in Kumpfmühl untergebracht werden – dort sind noch 13 der vorhandenen 20 Wohnungen für Familien frei.
Wenn man jedoch weiterhin plant, die Aussigerstraße komplett zu räumen und dort neue Wohnungen zu bauen, wird Ersatz benötigt, so Gailer. Sein Amt arbeitet derzeit noch an der Fortschreibung des Obdachlosenkonzepts. Im aktuellen Investitionsprogramm sind daher noch keine konkreten Maßnahmen enthalten.



Daniela
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Es ist so schade, dass die Möglichkeit, Obdachlose dort unterbringen zu wollen, vom Tisch ist. So viel Leerstand und keine adäquate Nutzung.
Der nächste Winter kommt bestimmt, wollen wir beten, dass es dann keine Todesopfer unter den Obdachlosen gibt.
Wobei ich mir die ganze Zeit denke, besser in einer der unteren ( besseren) Etagen des Gebäudes Übernachtungsmöglichkeiten für Obdachlose im Winter schaffen, als das Obdachlose gar keine Möglichkeit im Winter finden, ein Dach über dem Kopf zu haben.
Aber der Zustand müsste zumindest notdürftig, auf dieser Etage, soweit sein, dass sich gangbare Sanitäranlagen und 18 Grad Raumtemperatur finden.
Aber dazu kenne ich das Gebäude leider zu wenig.
Vielleicht hält die Stadt Regensburg noch anderen Leerstand, der kurzfristig für Obdachlose für den kalten Winter soweit ertüchtigt werden kann, damit Obdachlose ein Dach über dem Kopf haben bei Temperaturen von 5 Grad und tiefer.
Wuzzi
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Insgesamt wurden von der Stadt für den Kauf von Stabsebäude und Grundstück 1,78 Mio € ausgegeben, zuerst 1,43 Mio € und dann musste die Stadt noch 0,35 Mio € nachzahlen, weil sie es nicht rechtzeitig einer vernünftigen Nutzung zuführte.
Warum wurde da nach dem Kauf des Stabsgebäudes nicht gleich eine Notabdichtung des Daches vorgenommen, warum wird die Reparatur undichter Dächer von Schulen, Turnhallen oder auch vom Leeren Beutel so lange verschleppt, bis es richtig teuer wird? Steckt da ein System dahinter oder ist das einfach Unfähigkeit mit Technik und Haushaltsmitteln vernünftig umzugehen?
Man kann über Stadtrat und Stadtverwaltung nur den Kopf schütteln, die sammeln anscheinend unbrauchbare Immobilien (z.B. Rewag, Stabsgebäude usw.). Statt ein 3.Rathaus einzurichten, verstreut sie die Ämter über das ganze Stadtgebiet. Das beste Beispiel dafür ist eine Kfz-Zulassungsstelle mit langen Wartezeiten, an der es kaum Parkplätze gibt.
Jakob Friedl
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Gebäude und umzäuntes Grundstück liegen unverändert weiter unbetretbar und nicht nutzbar herum…. wie könnte es anders sein? Fragen und Anregungen zur Liegenschaft Daimlerstr. 2 im Ribisl-Blog:
-Januar 2026: Fvfu-uüiUFG .e.V. an DifU: Nutzung des Pförtnerhäuschens im Rahmen des Modellpropjektes “Radklusion” als Werkstatt und Tor zur Umgebung: https://ribisl.org/radklusion-2026radklusion-soziale-teilhabe-durch-radverkehrradklusion-2026/
-Januar 2025, Fragen, Kritik und Verbesserungsvorschläge in einem Änderungsantrag zum sog. Chancenhaus“: https://ribisl.org/antrag-divisionsgebaeude-multifunktional-nutzen/
-Hier meine Anfrage zum (damals) undichten Dach vom Juli 2023: https://ribisl.org/divisionsgebaeude-wasserschaden-vermeiden/ …Wie mir zugetragen wurde, tropfte es im September 2025 doch noch durch das (un)dichte Dach – Eimer voller Wasser unter einem sog. “trockenen Wasserschaden”: https://ribisl.org/nass-trockener-wasserschaden-am-divisionsgebaeude/ Antwort der Verwaltung: Alles schon lange trocken – niemand kann das überprüfen und alle müssen es (wieder) glauben.
-Fotos vom Gebäude :https://ribisl.org/divisionsgebaeude-wasserschaden-vermeiden/#Fotos2023
-Arbeiten der Studenten der TU München, das Projekt “Circular Pioniers” beleuchtete recourcenschonenende Entwicklungsmöglichkeiten für den Bestand: https://ribisl.org/divisionsgebaeude-wasserschaden-vermeiden/#ArbeitenStudentenTU… mit abfotografierten Zusammenfassungen in höherer Fotoauflösung: http://europabrunnendeckel.de/download/circular_pioniers_praesentationen.zip
(19.07.2023 Präsentation der Arbeiten auf der PLK, die Performance im Pförnterhaus des Divisionsgebäudes konnte leider nicht stattfinden, da das Grundstück nicht für eine öffentliche Veranstaltung aufgesperrt werden könnte – Rgb.)
-Da die Stadtverwaltung erklärte die Bachelorarbeiten nicht selbst zur Verfügung stellen zu können, habe ich 2025 selbst bei den Professor*innen der TU-München angefragt, die mir die Bachelorarbeiten der 7 studentischen Arbeitsgruppen in Form von Heften und Übersichtspostern im Orginal zur Weitergabe an den Stadtrat und Verwaltung übermittelt haben. Ich habe die inspirierenden Arbeiten an alle Stadträt*innen und Fraktionen weitergeleitet… und keine einzige Rückmeldung bekommen.
-Der KfE*/Fvfu-uüiUF e.V. hat 2025 gemeinsam mit dem Bürgerverein Süd-Ost und einer ukrainischen Klasse der BOS Neumarkt, die die englischsprachigen Arbeiten ins Deutsche übersetzt haben, das Gebäude besichtigt. Es war mal eine Projekt-Idee die Arbeiten der TU-München in einfachere Sprache aufzubereiten und gut sichtbar im Viertel auszustellen… vielleicht arebeiten wir gemeinsam weiter daran. Beim Nahversoprgungscenter Hornstraße hatten wir bislang keinen Erfolg, vielleicht wäre die Guericke-Gallery wäre ein geeigneter Ort: https://parkversorgung.de/guericke-gallery/
Jakob Friedl
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@Wuzzi
Es ist tatsächlich absurd zu welchen Konditionen die Verwaltung laufend extern Büro- und Lagerräume anmietet, während eigene Liegenschaften vollkommen ungenutzt leerstehen und für keinerlei (Zwischen-) Nutzung in Betracht genommen werden können.
Für die die Lagerung von Akten des Jugendamts werden z.B. ehemalige Praxisräume angemietet und auf Nachfrage das umzäunte Divisionsgebäude für ungeeignet erklärt, da die Akten dort vergammeln würden, dabei sind nur die 2 von 7 Stockwerken vom “trockenen” Wasserschaden betroffen.
Städtische Liegenschaften stehen ungenutzt leer und können von niemanden, nicht einmal von der Stadtverwaltung selbst, genutzt werden – für nichts.
Ich hoffe, dass die neue Stadtregierung, die entsprechenden Verwaltungsabläufe und Zuständigkeiten reformieren und so an diesem Mißstand etwas ändern kann!
Song zum Thema: https://soundcloud.com/staatsakt/arbeitsgruppe-zukunft-unbekannter-fehler-1?in=staatsakt/sets/arbeitsgruppe-zukunft-das-n-1&si=d4d39f09801940c1a00ab076b8ac29d4&utm_source=clipboard&utm_medium=text&utm_campaign=social_sharing
Daniela
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@Wuzzi
28. September 2026 um 13:34 | #
Ich stimme Ihnen zu. Fast kein Privatinmobilienbesitzer würde sich nicht um, wenn auch durch notdürftige Abdichtung bei Dachschäden, seine Immobilie kümmern, um diese vor größeren Schäden zu bewahren. Zu hoch werden die Kosten der Behebung von Dachundichtigkeiten, wenn sich das Wasser von oben nach unten durch das Gebäude seinen Weg sucht und ggf. noch gefährlichen Schimmelbefall verursacht.
Eine regelmäßige Kontrolle, Wartung und Notarbeiten an Dächern städtisch brachliegender Immobilien sollten von daher mit entsprechender Planung im Stadthaushalt Berücksichtigung finden.
Bei in Nutzung stehenden städtischen Immobilien trifft dies umso mehr zu, um diese Immobilien in der Nutzung halten zu können.
Nur kann man der jetzigen zuständigen Stadtregierung nicht die Verantwortung für Fehler der Vergangenheit zuordnen. Man kann aber erwarten, dass jetzt zielstrebig gehandelt wird, um weitere Schäden zu vermeiden und bereits bestehende zu beheben.
Denn auch diese Immobilien sind Bestandteil des Regensburger ” Stadtkapital “und dies sollte im Sinne der Bürger*Innen erhalten werden. Immobilien verlieren halt an Wert, wenn diese verkommen und letztlich nur noch Abriss bleibt. Darauf vertrauen, dass Immobilien Preise weiter explodieren und damit weiter an Wert gewinnen, ist zu spekulativ und dem Bürger so nicht vermittelbar.
Wie heißt es doch so schön: Eigentum verpflichtet! Und hier handelt es sich um Stadteigentum. Das eben im Sinne der Stadtbevölkerung im Wert erhalten werden muss.