Goethe-Gymnasium: Schaidinger schießt auf Dömges AG (Hintergrundbericht)

OB Schaidinger: „Das wird ein Nachspiel haben.“ Doch welches?
„Heute gibt es keine Chronologie, sondern ein Ergebnis“, beginnt Hans Schaidinger seine Ausführungen bei der kurzfristig anberaumten Pressekonferenz am Donnerstag im Alten Rathaus. Vorneweg: Die gestern von ihm angeordnete Sperrung der Turnhalle am Goethe-Gymnasium bleibt bestehen. Eine massive Beschwerdeflut von Schülerinnen, Schülern und Eltern war es, die diese Reaktion letztlich ausgelöst hat (unser Bericht vom Dienstag). „Wir können das, was heute in dieser Halle ist hinsichtlich Formaldehydbelastung nicht sicher sagen“, begründet der Regensburger Oberbürgermeister seine Anordnung, Ergebnis einer internen Verwaltungsbesprechung am Mittwochabend.

„Das wird natürlich ein Nachspiel haben“

Es sei „wohl nicht so“, dass in der kaum zwei Jahre jungen Halle keine „akzeptablen Zustände“ herrschen würden. „Nicht jede Beschwernis ist darauf zurückzuführen, dass keine ordentlichen Verhältnisse herrschen“, meint Schaidinger, der aber auch sagt: „Sicherheit und seriöse Diskussion sind wichtiger als Turnunterricht.“ Eines steht jetzt schon fest: Für die von der Stadt beauftragten Planer wird die Sache „natürlich ein Nachspiel haben“. Insbesondere wegen der „unzureichenden Lüftung“, die bei der Stadt als Hauptgrund für die schlechte Luftqualität ausgemacht wird. „Schadstoffe gibt es immer, aber eine vernünftige Lüftung löst das Problem eigentlich“, so Schaidinger. Vernünftig aber ist das Lüftungssystem in der Turnhalle nicht, wie er mehrfach betonte. Derzeit rüstet die Stadt es zum wiederholten Mal um. Künftig soll es vollautomatisch laufen. Die Kosten für die Umbaumaßnahmen beziffert Schaidinger auf 25.000 Euro.

„Wir müssen jetzt die Fehler anderer ausbaden“

„Wenn unser Hochbauamt so etwas plant, passieren solche Dinge nicht. Wir müssen jetzt die Fehler anderer ausbaden“, so seine Ansage. Bei den „anderen“ hat man die mit der Gesamtplanung betraute Dömges Architekten AG im Auge. Eine Regensburger Vorzeigefirma. „Die sind für die korrekte Abnahme des Baus verantwortlich“, so Schaidinger. Aber auch das mit dem Lüftungskonzept beauftragte Sinzinger Ingenieurbüro Dickert wird am Donnerstag genannt. Von letzterem war bis kurz vor 20 Uhr keine Stellungnahme zu erhalten. Der Chef sei auf Baustelle und schwer erreichbar.

Dömges weiß von nichts und ist überrascht

Dömges-Vorstand Thomas Eckert zeigt sich auf Nachfrage unserer Redaktion von der Ankündigung des Oberbürgermeisters „überrascht“. In der Vergangenheit habe die Stadt „sachlich, ruhig und besonnen“ reagiert. Dafür sei man auch dankbar. „Uns wurde immer bescheinigt, sauber und korrekt gearbeitet zu haben“, sagt Eckert. Das war insbesondere der Fall, als die Halle im September 2009 zum ersten Mal gesperrt werden musste. Die stark formaldehydbelasteten Prallschutzwände wurden damals durch die zuständige Baufirma ersetzt – nach längeren Verhandlungen. Ein Subunternehmer der von Dömges beauftragten Baufirma hatte seinerzeit Mist gebaut und nach außen zertifizierte Platten geliefert, die sich als Giftschleudern entpuppten. Nun gibt es, das am Rande, neue Wände – auch mit Anteilen von Formaldehyd, allerdings weit unterhalb der vorgeschrieben Grenzwerte, wie städtische Messungen ergaben. Auch damals wurde ein juristisches Nachspiel angekündigt. Details sind bislang nicht bekannt.

„Nachspiele“ werden nicht öffentlich ausgetragen

Zur neuerlichen Ankündigung des Oberbürgermeisters könne man nun noch nichts sagen, so Thomas Eckert weiter „Wir wissen bisher nur das, was in der Zeitung steht.“ Das Lüftungsproblem sei aber mehr eine „Frage des Gebäudemanagements, denn des Baus“. Bisher habe die Stadt noch keinen Kontakt zu Dömges aufgenommen. Nun warte man die weiteren Entwicklungen ab. „So etwas wird nicht öffentlich ausgetragen“, erklärt Schaidinger auf Nachfragen zum angekündigten, aber auch zum zurückliegenden Nachspiel bei der Pressekonferenz. Bleibt also, das Ergebnis abzuwarten. Was die Stadt an der Schule unternehmen wird, ist dagegen seit heute bekannt. Man habe sich mit Elternbeirat, Schulleitung und Gesundheitsamt kurzgeschlossen. Und diese hätten den vereinbarten Maßnahmen zugestimmt.

Jetzt: Neue Messungen, neue Lüftung, Ersatzräume

Klare Worte, erwartete Ankündigungen und deutliches Lavieren: Oberbürgermeister Hans Schaidinger mit der versammelten Verwaltungskompetenz. Im Bild v.l.: Gerhard Schwabl (Leiter des Amts für Schulen), Schulbürgermeister Gerhard Weber, Schaidinger, Michael Hermann (Leiter des Amts für Hochbau und Gebaüdeservice), Sicherheitsingenieur Ralph Schweiger und Pressechefin Elisabeth Knott. Foto: as
Demnach soll es nun neue Messungen geben, auch unter „worst case“-Bedingungen und zusammen mit dem Gesundheitsamt. Unter anderem Beton und Klebstoffe in der Halle sollen dabei (zum Teil erneut) auf Formaldehyd untersucht werden. Und ehe es hier keine Ergebnisse gebe und ehe das neue Lüftungssystem nicht laufe, bleibe die Halle vorsorglich gesperrt. Ausweichräume für den Sportunterricht – und bei Bedarf auf für die Abiturprüfungen – seien kein Problem, sagt Schulbürgermeister Gerhard Weber, der zitierfähig seiner „Stinkwut“ Ausdruck verleiht. „Da baut man eine neue Halle und statt dass sich alle darüber freuen, hat man nichts als Probleme.“

„Keine Versäumnisse bei der Stadt“

In Schutz nimmt Schaidinger die Verwaltung. Diese habe sich keine Versäumnisse vorzuwerfen. Die Schulleitung habe sich am 30. November an die Stadt gewandt, bereits am 2. Dezember sei mit dem Einbau von Lüftungsschlitzen begonnen worden. „Und das Gesundheitsamt hat entgegen anderslautender Berichte auch unsere Messergebnisse bekommen“, ergänzt der Leiter des Amts für Hochbau und Gebäudeservice, Michael Hermann. Insgesamt habe man in der Halle bislang elf Messungen vorgenommen und nun messe man eben weiter. „Wir sind froh, wenn wir endlich wissen, wo die Belastung herkommt.“ Ins Lavieren kommen der Oberbürgermeister und die versammelte Verwaltungskompetenz lediglich bei Nachfragen zu den bisher veröffentlichten Formaldehyd-Messwerten. Am 10. Januar hatte die Stadt via Pressemitteilung die Konzentration des Giftstoffs für unbedenklich erklärt. Zurecht?

Städtische Erklärungsnöte

Laut den üblichen Vorgaben müssten derartige Messungen eigentlich bei einer Raumtemperatur von 23 Grad vorgenommen werden, in der Halle herrschen im Schnitt 18,5 Grad und gemessen wurde bei 14,3 Grad. Ein entscheidender Unterschied: Entsprechend der Temperatur steigt auch die Formaldehyd-Konzentration. Im Klartext: Die offiziellen verkündeten 87 Mikrogramm Messergebnis sind ein absolut unrealistischer Wert. „Bei 23 Grad zu messen, wäre unrealistischer Unfug“, sagt Schaidinger. „Wir werden die neuen Messungen bei 18,5 Grad vornehmen.“ Weshalb man zuvor den „Unfug“ unternommen hatte, bei gleichfalls unrealistischen 14,3 Grad zu messen, wussten weder Schaidinger noch der städtische Sicherheitsingenieur Ralph Schweiger überzeugend zu begründen. Da ist von der Ferienzeit, in der grundsätzlich die Heizung herunter gefahren wird, die Rede. Von Terminschwierigkeiten mit dem Messinstitut. Davon, dass eine Messung nur eine „Momentaufnahme“ sei. Irgendwie ist es einfach so gelaufen. Irgendwie wurde es in der offiziellen Presseverlautbarung vergessen, zu erklären, dass das Messergebnis – auf realistische Bedingungen hochgerechnet – dem zulässigen Grenzwert zumindest sehr, sehr nahe gekommen wäre. Ganz zu schweigen vom Ergebnis bei 23 Grad. Und irgendwie dauerte es dann noch drei Wochen, bis die nun ausgesprochene „vorsorgliche Maßnahme“ angeordnet wurde.

Sportlehrer: „Wir dürfen keine Auskunft geben“

Aber was soll so böswilliges Nachtaroken.
Bürgermeister Weber: „Ein Haufen Probleme statt toller Halle.“ Foto: Archiv
„Wir schauen in die Zukunft“, sagt Schaidinger. „Wir werden unter realistischen Bedingungen messen. Nicht rumrechnen. Das ist das, was Eltern und Schüler wollen.“ Da hat er definitiv recht. Und der am Donnerstag ansonsten recht schweigsame Schulbürgermeister Weber sekundiert: „Es war immer unsere Devise: Sicherheit zuerst. Wir gehen null Risiko ein. Und deshalb hat der Oberbürgermeister gestern die Sperrung verfügt. Weil es eben nicht auszuschließen ist, dass die Messwerte auch anderes ergeben. Und in dieses Risiko hinein schicken wir keine Schüler und Lehrer in die Turnhalle.“ Das ist das Ergebnis. Die Chronologie war eine etwas andere. P.S.: Wir hätten uns gerne mit Sportlehrerinnen und Sportlehrern des Goethe-Gymnasiums über die Probleme in ihrer Turnhalle unterhalten. Doch durch die Bank gab es Absagen. „Wir dürfen keine Auskunft geben. Anordnung des Schulleiters“, heißt es immer wieder. Fortsetzung folgt

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Kommentare (25)

  • Blauer Tintenklecks

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    Schaidingers langjähriger Weggefährte Robert Fischer ist Teil der Dömges AG (siehe website, insbesondere das dortige Foto). Ein Schelm der dabei böses denkt, sei es betreffend der Auftragsvergabe oder des zögerlichen Verhaltens der Stadt. Ich befürchte, dass wie üblich letztlich der Bürger / Steuerzahler für die Fehler anderer Einstehen muss.
    Was ich überhaupt nicht nachvollziehen kann ist, dass der Hallenbau nicht vollständigt in der Verantwortung des städtischen Bauamts errichtet wurde. Das wäre wohl sowohl billiger als auch besser gewesen, wie Schaidinger nun selbst einräumt („Wenn unser Hochbauamt so etwas plant, passieren solche Dinge nicht. Wir müssen jetzt die Fehler anderer ausbaden“). Mir drängt sich daher der Verdacht auf, dass bei der Auftragsvergabe nicht die Kosten und/oder die Qualität im Vordergrund standen, sondern Wirtschaftsförderung betrieben werden sollte. Dass gerade diese Branche dem OB sehr am Herzen liegt, sieht man ja an regelmäßigen Architektenwettbewerben.

  • Bronzebogen

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    Entschuldigung, aber zu einem gewissen Teil zeugt Ihr Eintrag von schlichter Unkenntnis. Es mag sicher so sein, dass bezüglich des zögerlichen Verhaltens der Stadt eine Verbindung zu deiner „aufgedeckten Männerfreundschaft“ besteht. Könnte man aus Schaidingers Perspektive sogar halbwegs nachvollziehen – bevor ich einem „guten Bekannten“ ans Bein pinkle, suche ich zuerst nach anderen Möglichkeiten.

    Aber was man dann schon wieder lesen muss, von wegen „hätte vom städtischen Bauamt errichtet werden sollen“, „wäre billiger gewesen“, „bei der Auftragsvergabe sollte Wirtschaftsförderung betrieben werden“ – hatten Sie je einen tieferen Einblick in eine städtische Verwaltung, im speziellen was Hochbau angeht? Das bezweifle ich stark.

  • CSU-Mitglied

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    Des Herrn OB Schaidingers langjähriger Weggefährte im CSU-Ortsverband ist Herr Robert Fischer, Mitinhaber der Dömges AG.
    Hier wurde der Auftrag Bauleitung an ein Architekturbüro vergeben, dass
    1. Offensichtlich überfordert war.
    2. Aufgrund der Spetzelwirtschaft in Regensburg einen Auftrag benötigte.
    Warum hat die Bauleitung nicht das Hochbauamt übernommen, dürfte es nicht? Was machen die Mitarbeiter stattdessen, wenn die orginäre Aufgabe, Bauleitung und Bauüberwachung , der Stadt Regensburg“outgesourced“ wird?

  • Matthias Beth

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    Herr OB Schaidinger wollte auch als Mitglied des Verwaltungsrates der LB bayern aufklären, so seine Begründung in vielen Presseartikeln, warum er als „letzter Mohikaner“ in diesem Gremium verblieben ist.

    Alle anderen Beteiligten, die diese Milliardenverluste der LB Bayern mitverursacht haben durch Ihre inkompetenz den Vorstand zu kontrollieren und dessen Handlungen kritisch zu hinterfragen, sind nicht mehr im Verwaltungsrat dieser Bank.

    Mir ist bis heute kein Ergebnis seiner Aufklärungsarbeit bekannt.

    So wird es sich auch mit der Schulturnhalle verhalten!

  • Sepp

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    Da kann man nur lachen.

    Stadt – wir doch nicht -> die Bösen sind eine Dömges AG
    Dömges AG – wir doch nicht -> bäh – die Baufirma wars
    Baufirma – wir? nö – ein Subunternehmer
    Ein Sinzinger Ingenierbüro in einer Nebenrolle – lieber mal nix sehen und hören

    Ein schönes Theaterstück – sponsored by „Steuerzahler Doof AG“

  • Johannes Mühlbauer

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    Robert Fischer (Dömges AG) ist übrigens auch ein Nachbar Schaidingers.

    @ Bronzebogen:
    Auch wenn zwischen Fischer und Schaidinger nur eine „gute Bekanntschaft“ stehen sollte, so steht es einem OB als Vertreter der Interessen der Stadt nicht zu, „andere Möglichkeiten“ zu erörtern. Vielmehr sollte er gereade in diesem Fall, um dem Ruch des Unlauteren zu entgehen, geradlinig und einzig dem Wohl der Stadt verpflichtet handeln. Dies kann ich bei Schaidinger leider – mal wieder – nicht erkennen.

  • Bronzebogen

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    @Johannes Mühlbauer

    Sicher, das sehe ich ja genau so. Ich meinte auch eher den Fall, dass es unter Umständen eine andere Möglichkeit gäbe, die vollkommen in Ordnung wäre. Wenn das nicht der Fall ist, muss selbstverständlich im Sinne der Stadt/des Bürgers auch ein Herr Fischer entsprechend behandelt werden.

    Von außen redet man sich nur immer recht leicht, das versuchte ich damit auszudrücken. Jeder von uns weiß genau, dass man selbst ebenso versuchen würde, eine andere Lösung zu finden – trotz des Wissens, dass natürlich zum Wohle der Stadt und des Bürgers gehandelt werden muss. Natürlich darf eine andere Lösung niemals eine gesetzeswidrige sein, das versteht sich von selbst.

  • Johannes Mühlbauer

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    @ Bronzebogen:

    Dass eine „andere“ Lösung keine gesetzeswidrige sein darf, steht außer Frage.

    Das Problem ist, dass selbst der Ruch der Unlauterkeit bereits dazu führt, dass der Bürger das wenige Vertrauen, welches er in die Verwaltung hat, verliert. Und ein gewisses „G´schmäckle“ hat die Auftragsvergabe an die Fa. Dönges und die anschließende Handhabung der Angelegenheit durch den OB schon. Alleine dass der OB ankündigt, die Schadstoffmessung nun bei 18,5°C und nicht bei den üblichen 23°C durchzuführen, deutet erneut in diese Richtung. Unsere Kinder sporteln schließlich nicht bei 18°C in kurzer Sportkleidung durch die Halle, sondern bei deutlich wärmeren Temperaturen. Also wird es wieder ein unrealistisches Messergebnis geben und es stellt sich wieder mal die Frage „cui bono“ – wem nutzt es? Den Kindern nicht, aber wohl demjenigen, der die Schadstoffbelastung zu verantworten hat.
    Wenn alle öffentlichen Verwaltungen so arbeiten würden, hätten wir bald Zustände wie in Ägypten oder Tuniesien. Denn der Bürger akzeptiert die Unzulänglichkeiten der öffentlichen Verwaltung nur so lange, als er nicht Vorsatz zu seinem Nachteil erkennt.

  • Nordmann

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    Hallo,
    was Schaidinger als Unfug bezeichnet, eine Messung bei 23°C Raumtemperatur läßt sich einfach klären.
    Welche Raumtemperatur liegt der Planung zugrunde, da muß es eine Temperatur geben, für die Heizlast, das wäre schon mal ein Ansatzpunkt.
    Gibt es nach der Vorschriftslage eine Temperaturvorgabe zur Messung ?
    So groß kann der Unfug mit den 23°C nicht sein, es wird auch in der wärmeren Jahreszeit Sportbetrieb in der Halle sein.
    Mal sehen was von Schaidingers dicker Lippe übrig bleibt, nur heiße Luft, Staub aufwirbeln, Macht demonstrieren, das Ergebis schuldig bleiben.
    So sind sie halt, unsere Politiker.
    Darum gehen wir bitte alle zur Wahlurne und wählen ungültig .

  • Blauer Tintenklecks

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    Die Formaldehydmessung ist bei 23°C durchzuführen, VDI 3484. Einen Link zur deutschen Vorschrift habe ich nicht gefunden, hier mal zur österreichischen:http://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10010611 (die wissenschaftlichen Grundlagen werden sich zwischen Deutschland und Österreich wohl kaum unterscheiden, da dort dieselben Naturgesetze gelten)
    Dort heißt es zur Raumtemperatur bei der Messung: 23°C (+/-0,5°C)

    Die angekündigte Messung bei 18,5°C ist also Schwindel.

  • Erich Tolli

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    Wer seriöse und reproduzierbare Giftmessungen (wie für Formaldehyd) anstellen will, muss die gegebenen Mess-Bedingungen (Temperatur, Luftwechsel, Ausstattung und Benutzung der Halle, Ort der Messung, Verfahren etc.) nennen. Wer von dem standardisierten Verfahren abweicht, handelt unglaubwürdig und hat womöglich ein Vertuschungsinteresse!

    „Schadstoffe gibt es immer, aber eine vernünftige Lüftung löst das Problem eigentlich“, so Schaidinger zu Recht.
    Es besteht ein DIREKTER Zusammenhang zwischen mit den GEMESSENEN Formaldehyd-Werten und der Häufigkeit des Luftaustausches. Wird der Luftwechsel etwa halbiert, steigt die Belastung an Formaldehyd entsprechend an, weil das ausgasende Gift weniger „verdünnt“ wird. Hier besteht ein großer Spielraum für manipulative Messungen, die nicht wirklich Auskunft über die tatsächliche Schadstoffbelastung der Turnhallernutzer geben.

    Man kann die Aussagen von OB Schaidinger im MZ-Video nur so verstehen, dass weiter unklar ist, welche Baustoffe Formaldehyd abgeben und ob die „nachgebesserte“ Lüftungsanlage (Querlüftung) es schafft, die gegebenen Schadstoffe unter den Grenzwerten zu halten. Die angekündigte worst-case-Szenario Messung, nach acht Stunden ohne Lüftung, bei 18,5°C, ist als reine Willkür und Abweichung von gültigen Verfahren zu bezeichnen. Hier wirft der OB allgemein anerkannte Prüfverfahren handstreichartig übern Haufen.

    Stand der Technik für Turnhallen sind vollautomatisch-mechanische Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung, die einen kontinuierlichen Luftwechsel vornehmen, und zwar einen 2-3fachen pro Stunde. Eine solche Anlage scheint man im Goethe-Gym. unverständlicher Weise nicht eingebaut zu haben.

  • Aufrechter Bürger

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    Wenn ich die fachlichen Äußerungen zum vom OB vorgeschlagenen Messverfahren („Willkühr“) richtig deute, dann setzt Schaidinger seine Interessen (oder die seiner Bekannten) über die unserer Kinder.

    Was braucht es noch einen OB abzusetzten, als dass dieser finanzielle Interessen über die Gesundheit unserer Kinder stellt?

    Nach allem was wir in den letzten Jahren von Schaidinger erleben durften/mussten wäre es für die SPD an der Zeit, aus diesem Skandal die Konsequenzen zu ziehen und endlich das unsägliche Bündnis mit Schaidinger aufzugeben. Nun geht es nicht mehr nur um uns Bürger, es geht um unsere Kinder! Wenn die SPD weiter Ihren Kadavergehorsam gegenüber Schaidinger auslebt und nur als Wasserträger agiert, sollte sie sich gleich auflösen, denn ernsthafte und verantwortungsvolle Politik ist dann von ihr auf Jahrzehnte nicht mehr zu erwarten. Doch bis jetzt schweigen die Genossen – zum Leidwesen der kleinsten Mitglieder unserer Gesellschaft.

  • Nordmann

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    @ aufrechter Bürger

    Willkür = Schaidinger, CSU
    Außer den unsäglichen Meier Hütchen ist mir von der SPD nichts in Erinnerung, war auch keine besondere Leistung
    Die SPD ist schon lange bedeutungslos, Sie haben es selbst nur noch nicht bemerkt, aus eigener Kraft geht bei denen schon lange nichts. Sind ein unbedeutendes Anhängsel einer möchtegern Machtpartei, nur zu deren Machterhalt.

    Die Politiker behaupten doch sie arbeiten für das Gemeinwohl.
    Politiker „Ich arbeite für das Gemeinwohl“, denkt aber, ich arbeite für mein Wohl.
    Der Politiker ist der irren Meinung, der Bürger hat es noch nicht bemerkt.

  • Regensburger

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    Hier diskutieren mal wieder die absolut oberschlauen Schaidinger-Hasser und merken gar nicht, welch Blödsinn sie verzapfen.
    Im Schulsport werden also die Turnhallen auf 23 Grad aufgeheizt, so Herr Mühlbauer. Die Kinder möchte ich mal sehen, die bei Temperaturen, bei denen man schon sitzend vor dem Fernseher ins Schwitzen kommt, auch noch Schulsport treiben.
    Verantwortlich für eine Lüftung ist natürlich der Architekt und niemals der Planer der Lüftungsanlage, zumindest dann, wenn ein Mitarbeiter des Architekturbüros ein Nachbar des OB ist (Herr Stadtrat Vanino ist übrigens auch ein Nachbar des OB, ist der auch schuld?).
    Feindbild, Feindbild über alles…, scheinen einige hier vor sich hin zu trällern.
    Übrigens kann es natürlich sein, dass das Architekturbüro Fehler gemacht hat. Nur die Begründung (Nachbar des OB) wird für die Behauptung sicher nicht ausreichen! Den Kindern, die in der Halle Sport treiben möchten, ist durch so unsinnige Debatten, wie sie hier geführt werden, sicher nicht gedient.

  • ein vater und spaziergänger

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    Zur Klarstellung, da meine Tochter an diesem Tag Sportunterricht hatte: Die Messung fand während des Unterrichts an einem Donnerstag etwa zwei Wochen vor den Weihnachtsferien statt! Von Ferien kann da keine Rede sein.

    Außerdem habe ich mir letztens mal die Mühe gemacht und habe die Lüftung bei einem Abendspaziergang inspiziert. Meine Tochter berichtete nämlich davon, dass es in der Turnhalle immer wieder eiskalt wird. Da wird, kein Witz, einfach die kalte Luft über die Fluchttüren direkt in die Halle reingesaugt (hier sind die ominösen Lamellen angebracht, die sich auf und zu machen lassen) und wie man der MZ entnehmen kann entfleucht sie dann wieder übers Dach. So viel also zum Thema „durchdachtes Konzept“ und „Energiesparen“.

  • Erich Tolli

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    Die Position von OB Schaidinger, die (unter willkürlichen Umständen von 14°C!) gemessenen Formaldehyd-Wert von ca. 87µg/m3 seien unproblematisch, da sie unter dem „Leitwert“ von 120 µg/m3 lägen, ist gelinde gesagt eine dreiste Frechheit auf Kosten derer, die Probleme mit Formaldehyd haben!

    Der kritischen Fachliteratur kann man entnehmen:
    Die Geruchsschwelle von Formaldehyd liegt bei 60 µg/m3, schon in dieser Konzentration kann er als „stechender Geruch“ wahrgenommen werden. Erste körperliche Reaktionen bei einer Formaldehyd-Belastung können schon ab 0,03 ppm (= 36 µg/m3) auftreten, sie „äußern sich in Augen- und Schleimhautreizungen (Schwellung der Nasenschleimhäute, Hustenreiz), weiter können Atembeschwerden und unspezifische Symptome wie Unwohlsein und Kopfschmerzen auftreten. Längerfristig kann Formaldehyd allergische Reaktionen gegen andere Substanzen begünstigen („Promotoreffekt“)“.

    Quelle: http://www.umweltlexikon-online.de/RUBwerkstoffmaterialsubstanz/Formaldehyd.php

    Definierte Grenzwerte für Umweltgifte stellen i. d. Regel fragliche Kompromisse dar, die immer unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Interessen der jeweiligen Industrie zustande kommen. Befindlichkeiten von Schülern und Lehrern spielen dabei nur eine untergeordnete Rolle.
    So auch bei OB Schaidinger – ein Mann der Wirtschaft, der gesundheitliche Belastungen durch Umweltgifte nahezu kriminell schönreden will.

  • Nordmann

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    @ Regensburger

    CSUler, Schaidinger Freund ??

    Es hat keiner behauptet das beim Schulsport die Turnhalle auf 23°C aufgeheizt wird, die Temperatur ist eine Bedingung von vielen für eine fachgerechte Messung.

    Wer lesen kann ist im Vorteil, wer das was er liest auch noch versteht ist König.

    Ehre, Achtung, Respekt muß man sich erarbeiten, für Hass (ihr Sprachgebrauch) gilt gleiches, da hat unser OB ein besonderes Talent für.
    Die meisten hier sind Kritiker, mal mehr, mal weniger Sachlich, das ist so, aber hier kommen auch Zusammenhänge an das Tageslicht welche man gerne verborgen hätte, das schmerzt die Jungs, das sind die Nadelstiche in der Vodoopuppe.

    Es kann schon sein das hier Fehler gemacht wurden, aber vertuscht werden diese von der Verwaltung und dem OB.
    Jeder macht Fehler, nur der Herr Schaidinger nicht.

  • Hund und ich

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    @CSU-Mitglied

    „Hier wurde der Auftrag Bauleitung an ein Architekturbüro vergeben, dass
    1. Offensichtlich überfordert war.
    2. Aufgrund der Spetzelwirtschaft in Regensburg einen Auftrag benötigte.“

    äh….. das Architekturbüro Dömges besteht seit 1946 und ist mittlerweile das größte und etablierteste Büro in Regensburg und näherer Umgebung. Das Büro hat umfangreiche Bauerfahrung, auch im Schulbau, war also mitnichten überfordert.

    Oder haben Sie etwa an der Turnhalle mit geplant? Wie sonst kämen Sie wohl zu dem Schluss, dass Dömges überfordert gewesen wäre?

    Der Umbau der alten Turnhalle des GG zur Bibliothek und Mittagsbetreuung ist ja wohl offensichtlich astrein über die Bühne gegangen, da hört man nix. War auch Dömges.

    Gruß
    Hund und ich

  • Amelie T.

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    @hund und ich
    Da ja mittlerweile klar ist, dass Hund und ich aus der Architektenecke kommt und höchstwahrscheinlich bei dem angegriffenen Unternehmen zumindest teilweiese gearbeitet zu haben scheint, freut mich das doch vorhandene Bemühen um eine relativ neutrale Sichtweise.
    Allerdings sollte dann auch auf andere Turhallenprojekte von Dömges eingegangen werden, die für das Büro keine Ruhmesblatt ware, wie z.B. die Neutraublinger Sporthalle.
    Dass das Unternehmen ein inniges Verhältnis zur Stadt seit vielen Jahren pflegt, ist in Architektenkreisen, in denen ich mich ebenfalls bewege, ein offenes Geheimnis. Viele Büros reichen, wenn bekannt ist, dass Dömges bei einer Ausschreibung teilnimmt, keinen Entwurf ein.
    Ich bin jedoch der Ansicht, dass es sich die Stadt viel zu leicht macht, jetzt einen Schuldigen aus dem Hut zu ziehen, um von ihrer eigenen Fehlern abzulenken. Hier hat anscheinend der Leiter des Hochbauamtes seinen Laden in keinster Weise im Griff. Selbiges gilt für den zuständigen Schulbürgermeister, der sich in der Krise so ungeschickt verhalten hat, dass nun der Chef persönlich eingegriffen hat.
    Es gilt jetzt abzuwarten, welche(r) Baustoff(e) für die Schadstoffbelastung der Halle verantwortlich ist/sind. Das von Anfang an falsch geplante Lüftungssystem sollte nicht zum Hauptkriegsschauplatz gemacht werden.

  • Erich Tolli

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    Anmerkungen zu Formaldehyd in der Raumluft – gesundheitliche Belastung und Messung.

    Gibt es in einem GESCHLOSSENEN Raum (wie der GG-Turnhalle) Materialien, die Formaldehyd (F.) abgeben, hängt die Konzentration von F. in der Raumluft von den Parametern Temperatur, Luftdruck und Luftfeuchte der Umgebung ab.
    Konkret heißt das: je größer die Temperatur, je trockener die Luft und je niedriger der Luftdruck, desto grösser ist der Anteil von F. in der Raumluft. Angegeben wird die Konzentration in µg/m3 (Mikrogramm pro Kubikmeter Raumluft, oder ppm), die Bedingungen der Messung müssen mit genannt werden, da eben Abhängigkeiten bestehen.

    Bislang ist nicht (öffentlich) bekannt, welche der verbauten Materialien in der Turnhalle Formaldehyd abgeben, nur dass mit der Raumtemperatur die Formaldehyd-Belastung ansteigt. Anhand der Temperaturabhängigkeit des Dampfdrucks von Formaldehyd ist davon auszugehen, dass sich mit einer Temperatursteigerung von 10°C die Formaldehyd-Konzentration in der Umgebungsluft in etwa verdoppeln kann.
    Übertragen auf den von der Stadtverwaltung vorgelegten Messwert von 87 µg/m3 (für 14,3 °C Raumtemperatur), wäre für die üblicherweise geforderte Messtemperatur von 23°C eine Formaldehyd-Konzentration von bis zu 160 µg/m3 möglich.
    Soweit zu den grundlegenden physikalischen Gesetzmäßigkeit, die auch ein OB Schaidinger nicht außer Kraft setzten, oder schönreden kann.

    In einem UNKONTINUIERLICH BELÜFTETEN Raum wie der GG-Turnhalle eine seriöse Schadstoff-Messung vorzunehmen, ist alles anderes als einfach, es gibt viele Fehlerquellen und Möglichkeiten der Verfälschung.
    Die große Unbekannte in der ganzen Meßanordnung bleibt die Lüftungsanlage bzw. der vorliegende Luftwechsel pro Stunde. Je nachdem wie oft die Luft ausgetauscht wird, verändert sich auch der Gehalt an Formaldehyd. Wird an einer nicht repräsentativen, gut belüfteten Stelle der Halle (wie z.B. neben den nachträglich angebrachten Lüftungsschlitzen, wo der Gehalt an F. „verdünnt“ wurde) gemessen, so ist das Messungsergebnis wertlos.

    Insgesamt betrachte ich die Debatte um Leit– und Meßwerte für F. am Goethe-Gym. grundsätzlich als irreführend, denn egal welche Werte die Stadtverwaltung misst oder vorlegt, entscheidend sollte doch sein, dass sich Schüler und Lehrer in der Halle wohl fühlen und eben KEINE Symptome einer Formaldehyd-Belastung zeigen, wie es derzeit der Fall ist.
    Der bisherige Umgang mit der vorliegenden Formaldehydbelastung ist m. E. seit den ersten gesundheitlichen Beschwerden von Schülern als fahrlässig zu bezeichnen und widerspricht der gegebenen Fürsorgepflicht.

  • Barbara Junghans

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    Wenn eine Messung nur „eine Momentaufnahme“ ist, dann hat sie m.E. keinerlei Aussagekraft. Man könnte, wenn man sich auf diesen Standpunkt stellt, die Messergebnisse doch gleich aus dem Kaffeesatz heraus lesen.

    Und noch eine sehr entlarvende Zeile fällt mir auf: “ Irgendwieist ist es einfach so gelaufen.“ Na bravo – wenn die Stadt sich damit zufrieden geben will, dann läuft es wie bei der HGAA: Der Zaster ist den Bach runter gelaufen und kein Hahn kräht mehr danach. Es ist ja nur das Geld des Steuerzahlers (ca. 25000 €, die hier verdummt worden sind. Aber wir haben es ja!

  • Herbert

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    Es ist beschämend, wie Herr Schaidinger den Macher gibt, wo die Stadt doch schon seit Monaten beschönigt und verzögert hat. Von einer kurzfristigen Sperrung der Goethe-Turnhalle -wie in der Presse zum besten gegeben- kann nicht die Rede sein. Unsere Tochter soll laut ärztlichem Attest bereits seit Ende letzten Jahres wegen gesundheitlicher Beschwerden im Zusammenhang mit dem Aufenthalt in der Turnhalle des Goethegymnasiums dort nicht mehr turnen. Dies haben wir dem Gesundheitsamt mitgeteilt, das sich an die Stadt Regensburg gewandt hat. Wir verstehen nicht, warum trotz gesundheitlicher Beschwerden mehrerer Schüler und Lehrer und, obwohl bereits im November vor dem frühen Wintereinbruch die Lüftung nicht funktionierte, noch fast drei Monate lang in dieser Halle Sport stattfinden konnte. Eine Schadstoffmessung wurde von der Stadt bis in den Januar hinein verschoben und dann bei einer unrealistischen Raumtemperatur durchgeführt. Interessant wäre, zu erfahren, wer dafür verantwortlich ist, dass eine Messung bei einer Temperatur von nur 14° C stattfand, wenn die Norm 23°C vorschreibt. Die Extrapolation wird nur bis 18°C vorgenommen, denn da ist ja dann der Grenzwert von 120µg/m³ erreicht, der nicht überschritten werden darf. Eine von den Betroffenen initiierte Messung eines unabhängigen Gutachters wurde mit Verweis auf das Hausrecht durch die Stadt untersagt. Bürgermeister Weber gibt sich zornig. Warum eigentlich? Weil die Taktik des Aussitzens nicht mehr durchgehalten werden kann? Verantwortungsbewusstes Handeln, das sieht anders aus, Herr Bürgermeister.

  • Stadtrat-Adventskalender, Folge 24 | Regensburg Digital

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    […] zu hören. Später konnte man immerhin erfahren, dass er, Weber, „stinksauer“ sei und dass an Regensburger Schulen die Devise „Sicherheit zuerst“ gelte. Na ja, vermutlich für die […]

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