Heimspiel fürs deutsche Kino

Die Mannschaft fürs Heimspiel: Silke Roesler, Sarah von Derschatta, Florian Scheuerer, Sascha Keilholz und Medard Kammermeier.15.000 Euro. In Regensburg haben Medard Kammermeier und seine Mitstreiter mit diesem kleinen Budget ein feines Filmfestival auf die Beine gestellt, das – so die Hoffnung – zu einer regelmäßigen Einrichtung werden soll. Heimspiel heißt es, widmet sich dementsprechend dem deutschen Kino und startet morgen (Mittwoch) um 21 Uhr im Ostentorkino („Das Vaterspiel”). Eine Plattform für deutsche Filme, die im Alltagstrubel untergehen – sprich: es nicht (oder nur kurz) in die Regensburger Kinos schaffen – soll das Heimspiel werden, sagt Kammermeier, Initiator des AK Film, der zwischenzeitlich weithin bekannten Kurzfilmwoche und Inhaber des Kinos Wintergarten im Andreasstadel, wo auch das Gros der knapp 30 Filme laufen wird. „Short Cut to Hollywood” von Muxmäuschenstill-Macher Marcus Mittermeier und „Wolke 9” dürften einem breiteren Publikum vor Ort bekannt sein; ansonsten stehen jede Menge Regensburg-Premieren an. Highlights dabei sind die Werkschau von Christian Petzold („Die innere Sicherheit”) mit neun Lang- und drei Kurzfilmen sowie der Schwerpunkt „Linksterrorismus”, dem sich vier Filme – ohne den unsäglichen „Baader-Meinhoff-Komplex” – widmen. Neben Petzolds „Die Innere Sicherheit” sind das „Es kommt der Tag” (Susanne Schneider), „Die Anwälte” (Birgit Schulz) und „Ein deutscher Terrorist” (Alexander Oeys). Zwei „Salongespräche” zu und mit Christian Petzold und zum Linksterrorismus im deutschen Kino (Samstag, 14 Uhr, Andreasstadel) bieten Gelegenheit, sich intensiver mit den Filmemachern und Schauspielern (u.a. André M. Hennicke, Ursula Werner, Johannes Allmeyer) auseinanderzusetzen. Zwei Schmankerl seien noch erwähnt: Am Donnerstag (22. Oktober) läuft im Ostentorkino „Menschen am Sonntag”, einer der letzten deutschen Stummfilme aus dem Jahr 1929 – mit Live-Vertonung. Am Montag (26. Oktober) um 20 Uhr laufen „Nachrichten aus der ideologischen Antike II” von Alexander Kluge, zweiter Teil eines insgesamt zehnstündigen Filmprojekts. Ausgangspunkt ist der Versuch von Sergei Eisenstein, der bedeutendste Filmemacher der damals immer noch jungen Sowjetrevolution, im Jahr 1929 „Das Kapital” von Karl Marx zu verfilmen. Am Montag sind zwei Stunden davon zu sehen. Die kompletten zehn Stunden will Kammermeier „irgendwann” im Dezember zeigen. Ein Festivalpass für die ganze Woche kostet übrigens nur schlappe 30 Euro. Mehr: www.heimspiel-filmfest.de

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