Im Bundestag: Aumer und Meierhofer

Auf gemeinsame Zeiten im Bundestag: Peter Aumer und Horst Meierhofer. Foto: StaudingerEs ist 19.30 Uhr als CSU-Kandidat Peter Aumer am Wahlstudio im Leeren Beutel eintrifft. Erwartungsgemäß holt er das Direktmandat in Regensburg. Dennoch wirkt der Tross, den Aumer im Schlepptau hat wie ein Trauerzug. Zum Feiern ist den Partei-Granden offensichtlich nicht zumute. Daran kann auch der minutenlange Begrüßungsapplaus nichts ändern. Heute wird schon geklatscht, wenn die CSU in einem Stadtbezirk die 40-Prozent-Marke erreicht. Eine Seltenheit: Insgesamt kam man in der Stadt auf knapp 38 Prozent. Die Stimmen aus dem Landkreis sorgten dafür, dass man mit 42,5 Prozent im bayernweiten Trend liegt. Bei den Erststimmen kam Aumer auf unterdurchschnittliche 45 Prozent (Maria Eichhorn hatte vor vier Jahren noch 53 Prozent geholt). „Ein passables Ergebnis”, meint der zukünftige Bundestagsabgeordnete dennoch. Geknickt: SPD-Kandidat Karl Söllner (2. v.li.) im Kreis der Genossen. Foto: StaudingerNoch schlimmer hat es die SPD erwischt. Direktkandidat Karl Söllner konnte knapp 21 Prozent der Wähler überzeugen. „Unser Wahlkampf war zu wenig kantig”, lautet sein Statement. Dass man bei den Zweitstimmen mit 17,3 Prozent knapp über dem bayerischen Durchschnitt (16,8) liegt, konnte aber weder Söllner noch Wahlkampfleiter Joachim Wolbergs trösten. Ebenso wie in Bund (23 Prozent) und Land hat die Regensburger SPD das schlechteste Wahlergebnis der Nachkriegsgeschichte eingefahren. Keine vier Prozent liegt man vor der FDP (13,6), den Gewinnern des gestrigen Wahlabends. Deren Direktkandidat Horst Meierhofer zieht über die Liste erneut in den Bundestag ein. Mit knapp 13 Prozent (plus acht Prozent) der Erststimmen erhielt er zudem das beste Wahlergebnis für einen FDP-Kandidaten in Regensburg. Regensburg stellt damit wie bisher zwei Bundestagsabgeordnete. Mit dem Ergebnis für die Regensburger Linke zufrieden: Direkt-Kandidat Richard Spieß und Stadträtin Irmgard Freihoffer. Foto: StaudingerGrünen-Kandidat Jürgen Huber mit MdL Maria Scharfenberg. Foto: StaudingerGrund zur Freude gab es auch bei den kleinen Parteien. Die Regensburger Linken konnten ihr intern ausgegebenes Wahlziel von sechs Prozent leicht übertreffen (6,8). Sie liegen über dem Landesschnitt (5,8). Etwas enttäuscht ist Grünen-Kandidat Jürgen Huber. Zwar haben die Grünen in Regensburg um 2,3 auf 10,8 Prozent zugelegt, allerdings wurden bundesweit beide Wahlziele verfehlt: Man ist nicht drittstärkste Kraft geworden und künftig wird im Bund schwarz-gelb regieren. Übrigens die persönliche Präferenz von Oberbürgermeister Hans Schaidinger, der gemeinsam mit Gattin Edelgard als einer der ersten im Leeren Beutel eintrudelte. Gute Laune: Die Regensburger Piraten. Foto: StaudingerDie Piratenpartei kam im Wahlkreis Regensburg aus dem Stand auf 2,1 Prozent und liegt damit immerhin vor der ödp (1,6). In der Stadt holten die Piraten sogar fast drei Prozent. Als „Zeichen an die Etablierten” wertet Direktkandidatin Suat Kasem dieses Ergebnis. Die Wahlbeteiligung hat im Wahlkreis Regensburg mit 70,3 Prozent (Stadt: 67,7), ebenso wie im Bund (70,8), ein historisches Tief erreicht. Bereits gestern begannen die Diskussionen, wer schuld an dem schlechten Wahlergebnis der Stadt-CSU sein könnte: der Oberbürgermeister oder der Kreisverband. Festzuhalten ist: Am schlechtesten hat die CSU in den Bezirken Innenstadt (25,1), Stadtamhof (26,4) und Pfaffenstein (27,6) abgeschnitten. In diesen kommunalpolitischen Brennpunkten sind übrigens durchweg die Grünen zweitstärkste Kraft. Die CSU-Hochburgen waren Sallern (45), Winzer (43,8) und Schwabelweis (42). Die magischen 50 Prozent wurden nirgendwo im Stadtgebiet erreicht. Am Rande: Die SPD holte in Brandlberg-Keilberg ihr bestes (23,9), in Winzer (10,8) ihr schlechtestes Ergebnis.

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Kommentare (20)

  • Joachim Datko

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    CSU – nur Maßkrug – Partei?
    ===
    Zu „wer schuld an dem schlechten Wahlergebnis der Stadt-CSU sein könnte: der Oberbürgermeister oder der Kreisverband.“
    ===
    Meiner Ansicht nach ist das ganze Konzept von gestern. Jahrzehntelang war die CSU Lobby-Partei für Bauern, Schornsteinfeger und katholische Kirche.

    Dazu noch auf den Volksfesten am Maßkrug Präsenz zu zeigen ist mittlerweile auch kontraproduktiv, es ist zumindest kein Zeichen von Intelligenz.
    Siehe:
    http://www.tz-online.de/aktuelles/bayern/die-csu-im-suff-wahlkampf-101087.html

  • iridium

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    Glauben denn tatsächlich so viele aus der Mitte der Gesellschaft, dass sie zu den Aufsteigern gehören bzw. oben mitschwimmen?

  • deejay12345

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    @ iridium

    wenn ich davon ausgehe was ich dieses jahr an bewerbungen im betrieb bekommen habe: ein klares ja! selbstüberschätzung ist derzeit mega-in.

  • Matthias Beth

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    Die CSU muß sich erneuern und den Filz der vergangenen Jahre abstreifen, vorallem in Regensburg. Da gibt es einen OB Hans Schaidinger der mit seinen 7 Zwergen, an der Spitze H. Christian Schlegl, eine innerparteiliche Kampanie gegen angebliche rechte Umtriebe in der CSU führt im Jahr 2007, nur um seine Macht und seinen Einfluss zu erhalten. Anfang 2009 stellt sich dann heraus, dass der OB und sein Bürgermeister ihre Mandatsbeiträge über Jahre gemäß der CSU Satzung nicht an den CSU Kreisverband im vollem Umfange enttrichteten und beiden Herren begannen dies unterschiedlich begründen, einmal mit destruktiven Elementen im CSU-Kreisverband, dann mit mangelnder Unterstützung im Kummunalwahlkampf, am Ende war eine Absprache mit dem damaligen CSU-Kreisvorsitzenden??
    Derartige Vertreter der CSU, will der mündige Bürger nicht mehr wählen, so einfach ist dass, auch in Bayern!

  • marga rine

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    Naja dass die Eichhorn nach unendlichen Jahrzehnten im Bundestag bessere Ergbnisse erzielt als ein Neuling, ist ja wohl nicht besonders verwunderlich. Habe einmal einen Auftritt der Eichhorn im Plenum gesehen. Sie hat es kaum geschafft, ihren Text fehlerfrei vom Blatt abzulesen.

    Das wird der Aumer ja noch schaffen.

    Und schon sind wir immerhin besser in Berlin vertreten als vorher.

  • CSUler

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    @Mathias Beth

    Herr Beth erklärt uns die Welt: OB Schaidinger ist Schuld daran, dass Rieger und Aumer nur noch 38% der Stimmen bekommen. Der OB selbst hatte im ersten Wahlgang noch 43% erhalten. Weil der OB so ein schlechter Mensch ist, wird sein Gegner Rieger von den Wählern abgestraft. Logisch? Sicher nicht. Aber Herrn Beth geht es wohl kaum um Logik sondern nur um seinen Hass auf den OB.

  • Joachim Datko

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    CSU – OUT – Lobbypartei für ewig Gestrige?
    ===
    Zu „CSUler am 29. Sep 2009, 08:12“
    ===
    Die CSU hat sich unter anderem als Lobby-Partei der katholischen Kirche, der Bauern und der Schornsteinfeger etabliert. Was haben solche Themen in einer modernen, technisch-wissenschaftlich geprägten Welt eigentlich verloren.
    Ich hoffe, dass die CSU weiter auf der Rutsche nach unten bleibt, sie handelt gegen meine Interessen.

  • Objektivus

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    Nachdem im neuen bundestag 400.000 Schornsteinfeger vertreten sind, wird nunmehr unter Monopolfachleuten diskutiert, ob jeder Bürger vepflichtet werden soll, mindestens fünf Schlote zu unterhalten.
    Mit den Kehrgebüren sollen dann die Politiker der CSU bezahlt werden, welche im Gegenzug verpflichtet werden, den Milchbauern ihre Milch zu einem absolut überteuerten Preis abzukaufen.
    DIe Milch soll sodann für die Aufzucht der Jungschornsteinfeger gespendet werden, damit das Monopol nicht kollabiert.

  • Arbeiterstimme

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    Damit wir in ruhigem Fahrwasser diskutieren können:
    Die SPD in Regensburg hat ihren Rückgang überwiegend Hartl und Wolbergs zu verdanken. Die Wendepolitik der beiden ist blamabel für die SPD. Der Schmusekurs wird von den Bürgern mit Verachtung quittiert. Schon jetzt kann man mit ziemlicher Gewissheit davon ausgehen, dass Wolbergs nicht OB werden wird. Und das ist gut so!

  • grace

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    mit dem Aussenminister in spe Westerwelle werden wir noch jede Menge Spass haben:
    http://www.youtube.com/watch?v=R4pQlkshzm4
    Stelle mir gerade vor, wies wohl ist, wenn Obama oder Clinton nach D kommen…

  • Ivanhoe, der schwarze Ritter

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    @CSUler

    *Herr Beth erklärt uns die Welt: OB Schaidinger ist Schuld daran, dass Rieger und Aumer nur noch 38% der Stimmen bekommen. Der OB selbst hatte im ersten Wahlgang noch 43% erhalten. Weil der OB so ein schlechter Mensch ist, wird sein Gegner Rieger von den Wählern abgestraft. Logisch? Sicher nicht. Aber Herrn Beth geht es wohl kaum um Logik sondern nur um seinen Hass auf den OB.*

    Von CSUler am 29. Sep 2009, 08:12 Uhr

    Jetzt nach der Wahl mit solch indifferenzierten “ Weisheiten “ aufzutauchen “ ist ein typisches Beispiel der Lex Schaidinger, zun deren Lager Sie eindeutig zuzurechnen sind. Aber was kann man von Ihnen auch anderes als Polemik erwarten. Zu mehr Sachverstand und Konstruktivität reicht es in diesen Kreisen nicht. Mal sehen was aus den Gesprächen zur Eingliederung in die Fraktion wird. Dazu dürften Sie ja auch ein gehörig Maß beizutragen haben. Und dann wird die Öffentlichkeit auch nach dem Wahlergebnis sich bestätigt fühlen. Denn die eindeutigen Vernichter der Wählerstimmen finden sich genau in diesem Lager. Durch Selbstdarstellungssucht, Machtgier und Vetternwirtschaft haben diese Personen die politische Landschaft auf Jahre hinweg vergiftet. Und es gibt immer noch so Verblendete wie Sie, die diesem Moloch huldigen.
    Ich hoffe sehr, das künftig restiktiver mit solchen “ Subjekten “ verfahren wird.
    Der Souverän hat es verdient !

  • Joachim Datko

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    CSU – Mega Out? === Zu „29. Sep 2009, 22:27“
    ===
    Ich hoffe auf eine weitere Erosion!
    Mein Wunschtraum für die CSU:
    (50% ->) 40% -> 30% -> 20%
    ( Keinen Sonderstatus für Bauern, katholische Kirche und Schornsteinfeger, wir leben in einer technisch- naturwissenschaftlichen Welt)

    – Ewig Gestrige?
    https://www.regensburg.de/papstbesuch/images/empfang_nibelungenkaserne.jpg

  • CSUler

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    Vielen Dank, Herr Ivanhoe, durch Ihre deutliche Sprache („Subjekte“, „restriktiver Verfahren“ etc.) kann sich jeder selbst ein Bild machen… Das „C“ im Namen der CSU stand mal für „christlich“! In der neuen CSU-Führung in Regensburg, zu der Sie offensichtlich gehören, scheint das anders zu sein.

  • Ivanhoe, der schwarze Ritter

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    @ CSUler

    Gott sei Dank muss ich Sie bzgl. etwaiger Zurechnung zur CSU Führung entäuschen. Denn davon bin ich glücklicherweise soweit entfernt, wie ein U-Boot vom Mount Everest. Dennoch danke für die Blumen. Und der Verweis auf das “ C “ im Namen der Partei trifft ganz sicher auf gewisse Herren zu, die dieses seit Jahren völlig ausgeklammert haben und nur ihre Pfründe sichergestellt wissen wollten. Was dabei rauskommt, haben wir leider schmerzhaft die letzten 3 Wahlen erleben müssen !! Und nun direkt dananch beginnen selbige bereits wieder andere zu gängeln und zu diffamieren. Tolle Leistung kann man da nur sagen.

  • noch CSU Mitglied

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    An Ivanhoe, der schwarze Ritter,
    danke für Ihre reiche Wortwahl „restriktiv“ „Subjekt“, offenbar Ihre Parteifreunde oder sind Parteifeinde?betreffend.

    Die CSU muß sich in Regensburg zu finden, anders wird die Partei Mühe haben sich bei größer 40% zu etablieren.

    An CSUler,
    es ist eine Tatsache, das H. OB Schaidinger die Mitglieder des CSU-Kreisvorstandes als destruktive Elemente bezeichnete in einem offenen Brief im Anfangs 2009.

  • konservativer

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    ich denke dass die CSU zu wenig „bayerischen“ Wahlkampf gemacht hat, FDP kritisieren aber gleichzeitig Angie rufen, kam nicht so an.

    hoffentlich wird aber Guttenberg Außenminister und Westerwelle übernimmt Wirtschaft&Finanzen.

  • CSUler

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    @noch CSUler
    wenn jemand Tag ein Tag aus nur überlegt, wie er dem OB eins reinwürgen kann und dann ständig mit irgendwelchen Geschichten zur Zeitung rennt, würde ich das auch als destruktiv bezeichnen. Der von Ihnen genannte Brief ist mir zwar nicht bekannt, man darf aber nicht jammern, wenn die eigenen CSU Mitglieder und noch dazu Vorstandsmitglieder ständig den OB in der Öffentlichkeit schlecht machen, dass er dann auch mal seine Meinung sagt.

  • vitus

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    Meine Güte, streitet euch doch nicht, freut euch lieber, dass die Donum-Vitae Eichhorn weg ist, die ist in einer christlichen Partei eh fehl am Platz gewesen….

  • Maria Eichhorn

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    […] Im Bundestag: Aumer und Meierhofer Regensburg Digital – PeopleRank: 11 – 28.09.2009 …Maria Eichhorn hatte vor vier Jahren noch 53 Prozent geholt). „Ein passables Ergebnis”, meint der zukünftige Bundestagsabgeordnete dennoch. Noch schlimmer hat es die SPD erwischt. Direktkandidat Karl Söllner konnte knapp 21 Prozent der Wähler … Namen genannt : Hans Schaidinger  + voten […]

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