SOZIALES SCHAUFENSTER

Archiv für 1. September 2009

RIF_0981Willi Wiener hat von seinem großen Bruder gelernt. Ähnlich wie Markus Wiener, stellvertretender Vorsitzender der extrem rechten „Bürgerbewegung” „Pro Köln”, versucht nun auch Willi unter dem Deckmantel einer Anti-Moschee-Demo die Neonazi-Szene zu mobilisieren. Am 3. Oktober will der Regensburger NPD-Chef, gleichzeitig in der autonomen Neonazi-Szene aktiv, mitten durch die Regensburger Altstadt marschieren, um auf dem Neupfarrplatz und beim Alten Rathaus seine Parolen zu verbreiten. Einen Verbotsversuch will die Stadt Regensburg nicht unternehmen. „Damit hätten wir keine Chance”, glaubt der Leiter des Ordnungsamts, Alfred Santfort, „Wir würden nur die Verantwortung auf das Gericht abwälzen.” Die Stadt Regensburg bleibt damit einer Haltung treu, die man schon 2005 praktiziert hatte. Damals marschierten an zwei aufeinanderfolgenden Adventssamstagen Neonazis in Regensburg auf. Einen Verbotsversuch hatte die Stadt nicht unternommen. Um den Aufmarsch von vielleicht 40 Neonazis gegen den Protest von über 1.000 Gegendemonstranten durchsetzen zu können, war einer der größten Polizeieinsätze seit Ende der 80er Jahre in Regensburg notwendig (oben im Bild). Damals marschierten Wiener und seine Kameraden noch um die Altstadt herum. Dieses Mal hat er einen Aufmarsch durch die Altstadt durchgesetzt – ein Novum. Wo genau die Nazis marschieren werden, ist nicht bekannt. Von der Stadt gibt es dazu keine Informationen. Man wolle keine Werbung für die Veranstalter machen, so die Begründung. Auch Sicherheitsbedenken stünden dem entgegen, so Santfort. Eine andere Linie als Regensburg scheint die Stadt Nürnberg zu verfolgen. Als dort die Nazis am 1. Mai 2008 aufmarschierten, rief die Stadt alle Bürger zu einer Gegenkundgebung auf. Im unter anderem von Oberbürgermeister Ulrich Maly unterzeichneten Aufruf wurde die Route der Neonazis veröffentlicht, verbunden mit dem Aufruf, den Rechtsextremisten die kalte Schulter zu zeigen. In Regensburg ruft das Bündnis „Kein Platz für Neonazis” zu einer Gegenkundgebung am 3. Oktober auf. Noch diese Woche wird die Demonstrationsroute mit Ordnungsamt und Polizei besprochen.

Glöckl: Kündigungen!

Bitter! Am selben Tag, an dem Festwirt Alfred Glöckl zusammen mit Sozialbürgermeister Joachim Wolbergs beim Seniorennachmittag auf der Regensburger Dult das Festbier anzapfte, erhielten 25 Mitarbeiter der Glöckl Fleischwaren GmbH ihre Kündigung. Derzeit wird offenbar darüber verhandelt, ob das Regensburger Traditionsunternehmen an einen Investor verkauft wird. Ob der die Mitarbeiter übernimmt, ist allerdings noch unklar. […]

Gedenkstein für KZ-Opfer: „Einer Welterbestadt unwürdig”

In der Diskussion um ein würdiges Andenken für die Opfer des ehemaligen Regensburger KZ-Außenlagers Colosseum hat sich nun die Landtagsabgeordnete Margit Wild eingeschaltet und von den Verantwortlichen in der Stadtverwaltung eine rasche Entscheidung gefordert. Über ein Jahr ist es her, seit die Grünen im Regensburger Stadtrat den Antrag gestellt haben, eine Gedenktafel am Gebäude anzubringen. […]

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