Juristische Betrachtung zum "Herbstfest 2016"

Konsum vor Sonntagsruhe

Herbstfest 2015 in der Altstadt. Lockt tatsächlich das Fest oder nur der Konsum am verkaufsoffenen Sonntag? Foto: Archiv/ Staudinger

Herbstfest 2015 in der Altstadt. Lockt tatsächlich das Fest oder nur der Konsum am verkaufsoffenen Sonntag? Foto: Archiv/ Staudinger

Am kommenden Wochenende findet in Regensburg anlässlich des sogenannten „Herbstfestes“ ein verkaufsoffener Sonntag in Regensburg statt. Unter juristischen Gesichtspunkten kann man solche Sonntagsöffnungen durchaus kritisch sehen.

Gastbeitrag von Michael Haider

Mehr und mehr Gemeinden in Bayern sind bereit, die Sonntagsruhe der allgemeinen Konsumlaune zu opfern. Es bleibt dem persönlichen Geschmack überlassen, ob man sich für die Sonntagsruhe auf die Bibel oder das Arbeitszeitgesetz beruft. Inhaltlich nehmen sich beide Bücher da wenig: Der Sonntag soll arbeitsfrei sein. Freilich lässt das Arbeitszeitgesetz viele Ausnahmen zu, hauptsächlich für solche Tätigkeiten, die für Grundvoraussetzungen für eine funktionierenden Alltag sind, wie beispielsweise Rettungsdienste und Feuerwehren.

Strenge Voraussetzungen – eigentlich

Ausnahmen für Ladengeschäfte lässt der Gesetzgeber nur unter strengen Voraussetzungen zu. Beispielsweise dann, wenn in einem Ort ein Markt, eine Messe oder ähnliche Veranstaltung stattfindet. Diese Voraussetzung wird von einer Verwaltungsvorschrift des Bayerischen Staatsministeriums des Innern (StMI) vom 20. März 2003 noch weiter konkretisiert. Laut dieser Vorschrift ist bei der Entscheidung, ob eine Sonntagsöffnung erfolgen soll, auch zu berücksichtigen, in welcher Tradition die Veranstaltung steht und wie sie von der Bevölkerung akzeptiert wird.

Das Bundesverwaltungsgericht hat unlängst zudem die Voraussetzung aufgestellt, dass der zu erwartende Besucherstrom, den der Markt für sich genommen auslöst, die Zahl der Besucher übersteigen muss, die allein wegen einer Öffnung der Verkaufsstellen kommen.

Einfach gesagt: eine Sonntagsöffnung kann dann erfolgen, wenn sowieso viele Menschen kommen. Der Besucherstrom, der lediglich von der Shoppinglaune ausgelöst wird, bleiben bei der Beurteilung außen vor. 

Verkaufsoffener Sonntag auf dem Vormarsch

Unter diesen engen Voraussetzung wäre eigentlich zu erwarten, dass verkaufsoffene Sonntage in Bayern eine Seltenheit darstellen. Aber das Gegenteil ist der Fall.

Droht dem Sonntag das gleiche Schicksal, wie den Werktagen? Die etwas Älteren erinnern sich noch an den „langen Samstag“, an dem die Geschäfte ausnahmsweise bis 18 Uhr geöffnet bleiben durften. Die nur bisschen Älteren haben in den 90ern noch am „langen Donnerstag“ eingekauft. Mittlerweile ist es üblich, dass die Geschäfte an Werktagen durchgehend bis 20 Uhr offen sind. Ist es denkbar, dass der Sonntag in absehbarer Zeit auch ein normaler Einkaufs- oder gar Werktag wird?

Herbstfest: Nur ein Vorwand, um sonntags zu öffnen?

In Regensburg finden seit einigen Jahren zwei verkaufsoffene Sonntage im Herbst statt. So auch dieses Wochenende, anlässlich des „Herbstfestes 2016“. Ob die Ladenöffnung tatsächlich anlässlich des Festes stattfindet, darf, vorsichtig formuliert, zumindest angezweifelt werden. Denn einiges spricht dafür, dass es eher umgekehrt ist, das Fest also als Vorwand dient, einen verkaufsoffenen Sonntag zu veranstalten.

Veranstalter des Herbstfestes ist der Verein „Faszination Altstadt e.V.“, der sich aus zahlreichen, in der Altstadt ansässigen Unternehmen zusammensetzt. Veranstalter des verkaufsoffenen Sonntages ist der Verein „Stadtmarketing Regensburg GmbH“. Über die Motivation des Vereins, ein solches Fest zu veranstalten, lässt sich freilich nur spekulieren. Auf einer Homepage von Stadtmarketing Regensburg heißt es:

„Am zweiten Oktoberwochenende feiern die Regensburger Altstadtkaufleute ein Herbstfest, bei dem der verkaufsoffene Sonntag mit eingeschlossen ist.“

Daraus mag sich nun die Intention erkennen lassen, ein Fest für die Bürger zu veranstalten. Da Kaufleute mitunter auch aus wirtschaftlichen Beweggründen handeln, könnte man aber auch auf den Gedanken kommen, dass die Ladenöffnung im Vordergrund steht.

Kommen die Menschen tatsächlich wegen „Erwin und die Heckflossen“?

Aber insbesondere unter dem Aspekt des zu erwartenden Besucherstromes, ist die Sonntagsöffnung durchaus fraglich. Wir erinnern uns: Die Besucher müssen wegen des Festes kommen, nicht wegen der Ladenöffnung. Dass am Sonntag in der Altstadt ziemlich viel los sein wird, ist zweifelsohne zu erwarten. Aber kommen die Menschen tatsächlich wegen „Erwin und die Heckflossen“ oder schlicht, weil sie wissen, dass sie werden einkaufen können?

In der Vergangenheit gab es bereits Fälle in denen Sonntagsöffnungen gerichtlich untersagt wurden (hier und hier). Dennoch sind verkaufsoffene Sonntage auf dem Vormarsch, oft eben auch unter Umgehung der gesetzlichen Regelungen. Man hat den Sonntag als Wirtschaftsfaktor erkannt und ordnet dem Konsuminteresse die Sonntagsruhe unter.

Sicherlich handelt es sich jetzt noch um Ausnahmen. Aber das waren die langen Samstage und Donnerstage auch mal.

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Kommentare (57)

  • NameDerRedaktionBekannt

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    Wehret den Anfängen… – im Ernst?
    1. finde ich täglich rund um die Uhr einkaufen das einzig zeitgemäße
    2. interessiere ich mich persönlich eben schon sowohl für Erwin als auch für seine Heckflossen, nur der Trubel auf der Dult war mir immer im Weg meinem Interesse nachzukommen.

  • Tobias

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    Nun, da der (Lebensmittel)Einzelhandel mein Beruf und Vollzeit-Brotgeber ist, habe ich natürlich eine entsprechende Sichtweise auf die Geschichte.

    Die Zahlen sind, zumindest im Lebensmittelsegment (auch in Bahnhofsnähe, also durchaus relevant und laut Stadtbezirk sogar offiziell „Innenstadt“), schlecht. Es rechnet sich nicht. Ich bezweifle auch, dass in der Stadt der normale Kunde etwas kauft.

    Die Beobachtung und im Austausch mit, nunja, „Artgenossen“ im Bekleidungssegment, ist, dass die meisten eh nur gucken, schlendern, Bilder machen und fragen – dann im Internet kaufen. Im Lebensmittelhandel gibt es kaum Nachfrage. In den Abteilungen Obst und Gemüse, Fleisch/Wurst und Bäckerei sind die Personalkosten höher. (Man bedenke die Zuschläge im Tarifvertrag).

    Warum auch? Die meisten Leute rennen Sonntags durch die Stadt, weil es ihnen zuhause langweilig ist. Nicht, um einen Bedarf zu decken oder „sinnvoll“ mit offenen Augen durch die Geschäfte zu gehen, von denen sie etwas brauchen könnten. Ich kenne keinen, der kommt und sagt, er ginge jetzt in die Stadt, um sich eine ROLEX zu kaufen. Außerdem ist das Einkommen der Kundschaft nun einmal nicht gleich um 15% höher – die verteilen sich einfach auf einen weiteren Tag. Bei meinen sächsischen Kollegen ist es nicht anders, die Hanseln, die hier um 19:55 Uhr angeblich so Wichtiges noch kaufen müssen, erscheinen dort halt um 21:55 Uhr.

    Was „Name der Redaktion Bekannt“ unter Punkt 1 schreibt; nun, wer es nicht schafft, seinen Einkauf in 13 Stunden an 6 Tagen in der Woche zu erledigen, der wälzt seine Unfähigkeit jetzt auf andere ab, dass sie gefälligst offen haben sollen, bis sich Madame oder Monsieur sich von der Couch erhoben haben und Sonntags um 13:30 Uhr meinen, einzukaufen. Wer Schichtdienst hat, muss das halt vor der Arbeit erledigen, oder danach. Wer Kinder hat, nunja, auf die Einzelhändler mit Familie wird auch keine Rücksicht genommen.

    Kurzum: Der Sonntag muss bleiben. Er ist eine Konstante für mich. Meine Familie besteht aus Schichtarbeitern in der Industrie, da ist es schon happig, alles auf eine Reihe zu kriegen. Ähnliche eines Einarmigen Banditen, bei dem es nur selten klappt, dass alle zusammenkommen. Das Einkommen ist nicht mehr, die „Penner“ verpennen es sowieso und die meisten wollen nur Zeit totschlagen – und keinen Umsatz machen.

  • semmeldieb

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    lasst um alles in der welt die religiöse komponente weg und lasst die läden so öffnen, wie der kunde es braucht und will.

    regelt dass arbeitsrechtlich, so dass keiner unter die räder kommt und jeder seine erholungstage hat und dann ist es gut.

  • Mathilde Vietze

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    Ich selbst bin ja bereits seit 16 Jahren im Ruhestand und
    kann einkaufen, wann ich will. Trotzdem habe ich in all den
    Jahren immer wieder erlebt, daß genau diejenigen, die den
    ganzen Tag genügend Zeit hätten, ihre Einkäufe zu tätigen,
    „auf den letzten Drücker“ in die Geschäfte eilen. Daß die
    Verkäuferinnen auch Familie haben und ihre Freizeit mit
    ihr gestalten möchten, juckt diese „Kunden“ in keinster
    Weise.

  • Unmittelbayerischer

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    na klar, zurück zu 8-18 uhr, samstags bis 12, damit die armen verkäuferINNEN auch ordentlich ihren familienpflichten (kochen, kinder, wäsche) nachgehen können, denn dafür sind sie ja schliesslich da.
    ja, aus dieser geistigen grundhaltung (+ religiösem geschwurbel) kam das ladenzeitgesetz.

    zeitgemäss? sicher nicht.
    arbeiterschutz? wer schützt die arbeiter, die abends/nachts/wochenends arbeiten WOLLEN?

    rückständige meckerrepublik – dass r-d hier nach dem mund der KATHOLISCHEN KIRCHE redet, sollte eigentlich beweis genug für den unfugs-grad dieses artikels sein ;)

    PS: Das Herbstfest ist natürlich ein sinnfreies Konsumfest, aber dagegen argumentieren mit Steinzeit-Thesen ist dann doch nur Meckern um des Meckerns willen. Das könnt ihr besser!

  • Hans

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    Ein Blick über die Grenze nach Tschechien offenbart folgendes:

    Supermärkte haben Mo-So von 7-22 offen. Dort Sonntags entsprechend mässig gelauntes Personal und logischerweise wenig Frischware (geht aus). Hindert die Tschechen aber nicht fleissig an der Kasse Sonntags Schlange zu stehen – wenn schon auf ist. Ist halt dann sonst weniger los.
    Dann haben sie noch Vecerkas, das sind Tante Emma Läden die aufmachen wann sie Lust haben oder können (abends daher der Name). Da Die Besitzer das selber regeln wirds ihnen schon taugen (scheint auch so).
    Irgendweche Geschäfte mit nur Kleidung, Handwerk, Metzger und Co. machen Sa mittag gern mal zu. Schert auch Keinen, kauft man halt vorher ein. Es sei denn man kommt aus Regensburg und ist etwas spät losgekommen ;)
    Fazit: Immeroffen bringt nix ausser Stress fürs Personal in den großen Läden.

  • Mathilde Vietze

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    Zu „Unmittelbayerischer“ – Sie müssen die katholische Kirche nicht
    mögen. Wer aber sagt, daß die gestreßten Verkäuferinnen
    a) am Sonntag in die Kirche gehen und
    b) daheim überhaupt Kinder haben, die sie zu versorgen haben.
    Vielleicht wollen sie nur die eheliche Zweisamkeit pflegen.
    Ich kann nicht nachvollziehen, daß es „Steinzeit-Thesen“ sind,
    sich auch um das Wohl dieser „kleinen Leute“ zu kümmern.

  • Fixundfertig

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    Kein Mensch wird gezwungen Verkäufer zu sein. Was soll das jammern.

  • Rentnerin

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    Zu Frau Vietze:
    Sehr gut Frau Vietze – es ist unerhört, dass das Personal bis 20.00 Uhr arbeiten muss, dann noch im Aussenbereich wohnt, weil es sich die teueren Mieten in der Stadt nicht leisten kann und letztlich oftmals erst gegen 22.00 Uhr nach Hause kommt.
    Es gab Zeiten, da mussten alle Einkäufe bis 18.00 Uhr wochentags und bis 12.00 Uhr samstags getätigt sein und alle wurden trotzdem satt und es gab keine so vielen Geschäftswechsel und Leerstände.
    Zudem bräuchten durch Kühlschränke und Gefriertruhen nicht einmal am Samstag Lebensmittel gekauft werden.
    Einerseits wird durch Politik und Kirchen die Familien- und Kinderpflege probagiert, wenn es aber um den Gewinn des Kapitalismus geht, werden diese Ideale total vernachlässigt.
    Im Endeffekt könnte sich jeder Einzelne antizyklisch verhalten und die Stadt am Wochende meiden.
    Also, an allem sind wir selbst schuld.
    Wenn man die Arbeitsplätze anspricht, dann wäre das von vielen angedachte Modell der besseren Arbeitsverteilung auch eine Lösung. Leider werden solche Ideen in den Medien eher verschwiegen als öffentlich gemacht.

  • Lothgaßler

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    Das „Herbstfest“ ist kein aus Historie oder Tradition entstandenes Fest, es dient einzig und alleine dazu den Konsum durch ein launiges Umfeld zu fördern. Ob die Konsumenten dann sofort oder in den nächsten Tagen kaufen, das ist doch egal. Verglichen werden kann es mit dem in der Altstadt völlig deplazierten Autofest (Regensburg mobil).
    Für mich als Altstadtbewohner hat diese Veranstaltungen noch einen anderen Aspekt: Schon wieder ein Tag zusätzlich, an dem Tausende mit ihren Autos in die Stadt einfahren, also ein Tag weniger mit etwas geringerer Belastung. Ich wünsch mir Sauwetter.
    Ich kauf mir inzwischen nicht einmal mehr Brezn oder Semmeln am Sonntag in der Früh. Was soll der Quatsch? Der Trend geht zur 24/7-Öffnungszeit in allen Bereichen, aber freier und glücklicher macht uns das nicht.

  • joey

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    Der freie Sonntag kommt vom (frühen) Christentum, das im Spätrömischen sehr sozialpolitisch engagiert war und hohen Einfluß im täglichen Leben hatte. Dekadent war das gar nicht, Westerwelle ist wissenschaftlich längst widerlegt. Ein gemeinsamer Tag für alle (z.B. für Familien, aber besonders für religiöse Großveranstaltungen) war eine große Innovation.
    Sehr ähnlich im Islam, der auch grundsätzlich viele soziale Elemente anbietet.

    Die Menschenrechte haben religiöse Fundierungen obsolet gemacht. Gehört viel Freizeit zu den Menschenrechten? Ausgerechnet die Nzis haben mit viel Urlaubstagen Punkte gesammelt und damit den verbrecherischen Charakter zunächst kaschiert. Soso…

    Sonntag sollte Sonntag bleiben? Was man nun mit den Muslimen macht, bleibt dabei offen. Die haben auch Menschenrechte, ein Recht auf Religionsausübung. Die bräuchten eher Freitag abend und Samstag als heilige Tage – stell Dir mal vor Samstag wäre auch alles zu… da könnten die Frauen dann für die Männer täglich zuhause frisches Fladenbrot backen, dann ist wieder alles „in Ordnung“…

    Lassen wir es lieber so, wie es war: Sonntag ist Sonntag, das haben wir jetzt so, das gehört zu Deutschland. Vielleicht kann man am späten Vormittag kurze Öffnungszeiten anbieten (weil z.B. Limo ausgegangen ist… und die Touristen bei der Heimfahrt noch eine große Flasche brauchen…), wie man es aus vielen erzkatholischen Ländern kennt und wie es auch bei uns schon mal war.
    Große Konsumfeste hingegen halte ich für schlicht einfallslos. Macht lieber ein Jazzfest oder lauscht alter Musik, singt selber was (von mir aus auch Gewerkschaftslieder) oder spielt mal mit den Kindern, das erfrischt…

  • bluäugig

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    @fixundfertig
    Ich finde Ihr „Argument“ ziemlich beschämend. Schließlich erfolgt die Berufswahl in der Erwartung, dass Einkommen, Arbeitsbedingungen, … im Vergleich zu anderen Berufsgruppen sich nicht erheblich verschlechtern.
    Das hat nix mit der Kirche zu tun.
    Selber mag ich mir nicht einmal vorstellen, am Freitag Nachmittag arbeiten zu müssen, ich genieße eine recht großzügige Gleitzeitregelung – obwohl ich im Dienstleistungssektor mein Geld verdiene. Umso weniger fordere ich aber von anderen, sie mögen klaglos oder gar mit Freude massive Verschlechterungen bei ihren Arbeitszeitregelungen hinnehmen. Beobachten Sie auch einmal, was denn die hauptsächlich jungen Menschen noch kurz vor Ladenschluss einkaufen – da habe ich oft das Gefühl, die sind um 19:30 Uhr auf die Idee gekommen, abends eine Party zu feiern, so viele „Snacks“ und Alkoholika und so wenig Lebensmittel werden da noch gekauft.

  • Mr. T

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    Meiner Meinung nach sollten Geschäftsinhaber und Arbeitnehmer über Öffnungs- und Arbeitszeiten entscheiden und sonst niemand. Religiöse Argumentationen sind irrelevant. Zum Schutz der Arbeitnehmer sind entsprechende Aufschläge für Nacht- und Wochenendearbeit vorzuschreiben. Das reicht.
    Wem der Sonntag „heilig“ ist oder ihn für die Familie reservieren will, soll das machen. Alle anderen sollen arbeiten dürfen.

  • Regensburger

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    1.) Ist denn schon wieder Sommer(loch) *Auf den Kalender guck*
    2.) Ggf. sollte man eine „juristische Betrachtung“ auch von einem Juristen schreiben lassen. Zugegeben, im Rahmen eines Artikels auf RD wird eine „juristische Betrachtung“ eher schwer, da die Zielgruppe nun mal nicht Juristen sind.

  • MiReg

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    Ich bin vollzeit berufstätig in der Stadt und wohne auf dem Land. Dort haben Metzger, Bäcker usw. offen vom Montagmorgen bis Samstagmittag, längstens bis 17 Uhr, mittags zwei Stunden geschlossen und am Mittwochnachmittag auch. Diese Ladenöffnung reicht völlig, um bestes Brot, Fleisch und Gemüse zu bekommen. Wer es guten Willens in dieser Zeit nicht schafft, hat noch den Supermarkt oder Discounter. Artikel neben des Alltagsbedarfs, beispielsweise Kleidung, werden am Samstagvormittag oder im Urlaub gekauft. Der Eisschrank ermöglicht mir eine gewisse Vorratshaltung – und -planung. Wer um Himmels Willen ist denn so wichtig, dass es zu nachtschlafenden Zeiten oder am Wochenende die Verkäufer(innen) um ihre sozialen Kontakte bringen muss? Dahinter steckt für mich Organisationsunvermögen oder reine Egozentrik. Es reicht doch schon, dass es zu jeder Unzeit jeden Mist an der Tanke zu kaufen gibt. Lasst also den freien Abend und den freien Sonntag so, wie er ist, oder weitet ihn wieder aus, aus sozialen Gründen, gern auch aus religiösen. Und genießt es, als niveauvolle Konsumenten die schon zuvor gekauften Waren hervorragend zuzubereiten und mit der Familie oder Freunden zu genießen. Viele können das ja leider naturgemäß eh nicht, beispielsweise im Rettungswesen und im Pflegedienst. Die Verkäuferin von Bier, Chips und Windeln hat den freien Abend und Sonntag mehr als verdient.

  • MiReg

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    Nachtrag

    @Mr. T
    „Zum Schutz der Arbeitnehmer sind entsprechende Aufschläge für Nacht- und Wochenendearbeit vorzuschreiben. Das reicht.“

    Ein Lohnzuschlag schützt keinen Arbeitnehmer, das machen gesetzliche Regelungen.

    „Wem der Sonntag „heilig“ ist oder ihn für die Familie reservieren will, soll das machen. Alle anderen sollen arbeiten dürfen.“

    Ein „toller“ Vorschlag, gratuliere! Der Arbeitgeber sagt dann zur Beschäftigten: „Du sollst bei mir am Sonntag arbeiten dürfen“. Solltest Du das nicht wollen oder können, sollst Du Dir eine andere Arbeit suchen dürfen.

  • Bernhard

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    Einen gemeinsamer Tag in der Woche der nicht von Erwerbsleben oder Konsum bestimmt ist empfinde ich eine kulturelle Errungenschaft. Ob da die Kirche dahintersteckt ist mir egal.

    Auch darf nicht vergessen werden, daß hier natürlich große Anbieter im Vorteil sind, da sie eher das Personal stellen können – und damit kleineren Konkurrenz machen, die sich dann auch gezwungen fühlen mitzuziehen auch wenn sie am Sonntag lieber zu hätten.

    Selbst ohne verkaufsoffenen Sonntag gibt es genügend Möglichkeiten sich einzudecken. Die Norma am Bahnhof hat immer auf, von wegen „Reisebedarf“ – klar. Und dann gibt es auch noch Tankstellen.

    Lassen wir den Quatsch mit den verkaufsoffenen Sonntagen und gönnen uns einen Tag der wirklich mal anders ist als der Rest der Woche.

    Keiner muss Verkäufer werden? Stimmt schon. Bitte vergessen Sie nicht, das bei zukünftigen Einkäufen dem Personal mitzuteilen – vielleicht hätten die ja gerne einen besser bezahlten Job mit angenehmeren Arbeitszeiten und wurden nur noch nicht informiert, daß dies natürlich jederzeit problemlos möglich ist. Ich befürchte nur sobald die das wissen werden wir nur noch an zwei Tagen in der Woche von 14-16 Uhr einkaufen können weil niemand mehr an der Kasse sitzen will. Damit ist die Frage nach den verkaufsoffenen Sonntagen dann eh erledigt.

  • Mathilde Vietze

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    Es wird keiner gezwungen, Verkäufer zu werden; ebenso wird keiner gezwungen,
    seine Weisheiten öffentlich zu machen.

  • El

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    Wir haben ein Recht auf ein sinnerfülltes Leben ;
    daher plädiere ich für eine Rundum-Öffnungszeit aller denkbaren Geschäfte 24 Stunden pro Tag_Nacht_Einheit.

    Es steht uns absolut zu, nach einem anstrengenden Tagespensum Arbeit, das ja – wie wir wissen – immer häufiger zu psychischen Erkrankungen, Depressionen, Burn-Out usw. usf führt,
    aufzutanken für den nächsten Arbeitstag, uns allumfassend zu erholen.

    Einmal im Jahr Ma-Jorka oder All-Inklusiv-Bespaßung auf den Feed-schis oder andren angesagten Eiländern is einfach zu wenig,

    Wie befreiend, seelisch erhebend, ja euphorisierend ist doch so ein Bummel durch einen gut sortierten Konsumtempel – schön angestrahlt vom Kunstlichte und mit dezent verführerischen Arien im Hintergrunde. Das ist Kultur, Leute. Das ist Lebensstandard.
    Auf Wühltischen wühlen dürfen, Schnäppchen jagen, nach Sonderangeboten Ausschau halten, den wohlklingenden Ansagen der Konsumhirten lauschen – das befriedigt unser menschliches Bedürfnis nach Sinn zutiefst und auf allen Sinneskanälen

    Die nächsthöhere Stufe – also Versorgung Deluxe – wäre eine Dauer-Magensonde; aber die kann sich halt nicht jeder leisten …. . Beneidenswert, die Individuen, die solch eine ihr eigen nennen. Aus der Gebärmutter raus und an die Magensonde ran . Genial !

    ​Da kann doch die Katholische Kirche auch nichts dagegen einzuwenden haben. Das ist eine saubere Inhouse-Lösung sozusagen.​

  • Stefan Aigner

    |

    @Regensburger

    Der Autor ist Jurist.

  • Rudi

    |

    Der Autor ist Jurist. Omei.

  • Kosmos

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    Rhythmus und auch Ruhezeiten sind gut und nötig. Fast alle Kulturen kennen die 7-Tage-Woche. Die Tage sind benannt nach Sonne, Mond und Sternen. Mit „böser“ Religion hat das wenig zu tun. Eine Woche dauert ein Viertel einer Mondphase, von Neumond bis Halbmond usw. Ein Einerlei an gleichen Tagen wäre gerade nicht „zeitgemäß“. Denn die Zeit ist gegliedert nach Tag und Nacht, nach Jahreszeiten und eben auch nach Mondphasen. Sich an den Ordnungen der Natur zu orientieren ist nicht ungesund.

  • Helmut

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    Na denn keiner muss Verkäufer werden, ich rate jetzt jedem dazu ab. Lassen wir diesen Beruf aussterben. Mal sehen wann der erste schreit, das Verkäufer her müssen. Verkäufer sind heutzutage am Rande mal erwähnt nicht nur weiblich.
    Richtig, lassen wir das religiöse Weg, schert sich ja eh keiner darum, dann aber bitte keine Angst vor dem Islam oder deren Anhänger die ihren glauben leben.
    Ich frage mich was diverse Leute für Berufe haben das sie vom Verkaufspersonal Sonntagsarbeit erwarten? Würden sie das gleich in ihrem Betrieb für ihren Betrieb leisten? Wäre es nicht wunderbar am Sonntag die Rechtsanwaltsgehilfin sowie Anwalt, das Bürgerbüro, das Finanzamt, die Krankenkasse usw zu erreichen, und wenn es nur zum bummeln oder plaudern ist?
    Peronalkosten, Energieverschleiß, Belastungen für die Umwelt, Depressionen, Burnout alles Hirngespinste, pfeiff drauf oder?
    Alstadtbewohner finden keine Ruhe, pffff nicht mein Problem , müssen ja nicht in der Stadt wohnen, wäre dann wohl auch so ein „hauptsache ich“ Problem.
    Die Regierung könnte durchaus ja sagen, aber ich glaube sie täte gut daran manch Berufsgruppen zu schützen.
    Je mehr geöffnet ist desto weniger braucht man mitdenken vorausdenken und gibt bestimmt auch noch mehr Geld als geplant aus.
    Ich brauche am Sonntag nicht zu verhungern. Ich kann diesen einen Tag fasten, zum Nachbarn gehen und mir ein Ei leihen…, ich kann zur Tanke oder einfach bestellen.
    Öffnungen werden den Onlinezeiten kein Kontra mehr bieten, die Bequemlichkeit alles über das Internet zu kaufen wird keine Öffnungszeit topen. Die letzte Gegenwehr bevor der letzte Laden schließt wird dann sein, kaufen sie persönlich vor Ort und Erhalten sie den halben Einkauf gratis. Also warum jetzt noch den Sonntag öffnen wenn ich ihn in 15 Jahren wieder schliessen kann und alles per Roboter oder Drohne ins Haus kommt?
    Allein mit Verkaufspersonal am Sonntag ist es leider nicht getan. Frischware wird täglich geliefert. Sämtliche Zulieferer müssten dann ebenso arbeiten. Vom Edeka Grosslager bis Spediteur……
    Bei aller Bequemlichkeit und augenscheinlichem guten Zweck sollte die Frage nach dem echten Sinn nicht offen bleiben.

  • semmeldieb

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    Pflegekräfte arbeiten auch sonntags und stellen das gar nicht in frage. Was für eine blöde Diskussion.

    Busse fahren, LKWs, Taxis, lageristen, Lehrer, Priester, immobilienmakler, prostituierte, Piloten, frau a. Kasner, Herr Aigner und sogar Peter Kittel…. alle arbeiten sie sonntags.

    Sichert die Verkäufer durch vernünftige Gesetze ab und dann lasst doch den Markt entscheiden, was geht und was nicht.

  • Bertl

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    Ganz grosses Kino… Natuerlich arbeiten ALLE freiwillig und gerne 7x24x365.

    Jetzt mal von den wirklich notwendigen Jobs wie Pflegepersonal, Mediziner, technische Berufe bei denen zum Wochenende oder zur Nacht abschalten nicht moeglich ist oder der Gastronomie abgesehen….. MUSS ICH MEINE DOOFE TIEFKUEHLPIZZA TATSAECHLICH AM SONNTAG KAUFEN? Das Abendkleid? Irgendwelche Moebel oder Dinge, weil es mir spontan am Sonntag einfaellt Kohle auszugeben?

    Warum sind meine Eltern und ich in den dunklen Zeiten, als um 18 Uhr einfach Feierabend mit Einkaufen war, nicht verhungert? Mittlerweile geht es doch nicht mehr um freiwillig Nachts und am WE arbeiten sondern es wird schlicht verlangt! Viele Zeitarbeitsfirmen, die moderne Galeerensklaven fuer laecherliches Geld verhoekern, sehen diese Bereitschaft als selbstverstaendlich an! Es ist sicher nicht fuer jeden eine freie Entscheidung solche Sonntage durchzuziehen!

    Kann sich von den Verfechtern der ALLES IMMER OFFEN Mentalitaet noch jemand an das Wort „SCHLADO“ erinnern? Das stand frueher fuer “ Sch… langer Donnerstag“! Mittlerweile voellig normal… aber nicht weil es so toll ist jeden Tag bis 20 Uhr zu buckeln oder weil die Welt untergeht, wenn um 18 Uhr Schicht im Schacht ist. Der Grund ist, dass die Beschaeftigten Ihr Leben angepasst haben. Das ist ein grosser Unterschied!

    Wie HELMUT sehr gut beschrieben hat, werden Jobs wie Verkaeufer wohl eine aussterbende Gattung von Menschen sein. Kommen zu einem relativ schlecht bezahlten Job auch noch besch…. Arbeitszeiten , sinkt die Attraktivitaet eines Berufsbildes, wird wieder laut nach Fachkraeften gerufen weil keiner diesen Beruf mehr erlernen will. Alsdann schreit bald der Kunde, weil er an einem schoenen Sonntag keinen qualifizierten Verkaeufer mehr vorfindet. Ist dies dann die Servicewueste Deutschland?

    Ich bin selbst relativ lange im Schichtdienst taetig und habe mein Leben darauf eingestellt, so wie es sicherlich jeder „Schichtler“ tut. Wir passen soziale Kontakte an (wenn man denn noch davon sprechen kann), Hobbys und Familie unterliegen dem selben Rythmus und ja, es hat natuerlich auch seine Vorteile. Ich sehe die Gefahr, dass diese Sonntage ebenso zur Gewohnheit werden wie damals die Schlados. Nach meinem Geschmack alles andere als zeitgemaess und normal.

  • Luisa

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    Offensichtlich besteht ein Bedarf, sonst wäre die Stadt an solchen Tagen leer…

  • Mathilde Vietze

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    Zu „El“ – Die beste Satire, die ich seit langem gelesen
    habe. Bravo!

  • joey

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    @Helmut
    es ist kein Problem wenn irgendwer seinen Glauben lebt – und die anderen damit in Ruhe läßt. Beim Christentum wie auch beim Islam ist das aber nicht so: beide sind sehr expansiv und auf Dominanz mit starker politischer Wirkung bedacht.
    Religiöse Feiertage werden benötigt, weil man die Gemeinde zur Predigt versammelt (die recht flachen Opferriten an Jupiter und Merkur brauchten sowas nicht). Irgendwie hat es sich dann eingeschlichen, daß man auch die Zeus Anbeter gezwungen hat, am Sonntag nicht zu arbeiten, schließlich kann man kein Sozialdumping zulassen – und außerdem darf jeder in die Kirche gehen gell…?
    Die Sklaven hatten wohl sicher nichts dagegen, daß man die Firmen ihrer Herren zur Sonntagsruhe zwingt.

    Die Kirchen in D leben (noch) von ihrem alten Einfluß, sind aber völlig verbeamtet und haben mangels Lust und Kreativität keinen wirklichen missionarischen Erfolg. Sie sterben also langsam aus und sind somit keine „Gefahr“.
    Der Sonntag – wie auch der Rest des Freizeit und Ferienkalenders ist christlich strukturiert
    und paßt nicht zu islamischen religiösen Pflichten, wirkt immer noch wie ein Druck, die islamischen Gewohnheiten aufzugeben. Da kommt sicher irgendwann eine (ganz normale) politische Initiative.
    „Angst“ impliziert Irrationalität. Nehmen wir lieber Zahlen zur Einwanderungs-, Alters-, und Geburtenstatistik und Fakten aus islamisch strukturierten Ländern.

    Es könnte sein, daß man in 15 Jahren Geschäfte das ganze Wochenende schließen kann, weil die Frauen unter der Woche für die Familie einkaufen. Kein Problem, Frauen arbeiten ja nicht… sie machen das freiwillig wegen ihrem Glauben. Kein Problem, daß deswegen das Rentensystem so gut wie abgeschafft werden muß, man unterstützt sich einfach innerhalb der Familie, deswegen hat die gläubige Frau auch immer mehr als 4 Kinder…

  • mkveits

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    Die Sonntagsruhe ist die Regel; Ausnahmen sind nur eingeschränkt zulässig. Von Bedeutung sind der Grundrechtsschutz, der Grundsatz der Arbeitsruhe, das Sozialstaatsprinzip. Mit einer totalen Freigabe der Öffnungszeiten würde man daher auch grundsätzliche Prinzipien unserer freiheitlichen demokratischen Grundordnung aufgeben. Es stellt sich an diesem Beispiel als schlicht auch die Frage: In welchem Staat wollen wir leben?

    Ich verlinke mit einer Entscheidung des BVerfG
    http://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2009/12/rs20091201_1bvr285707.html

    Wichtiges findet sich ab Randziffer 117 ff

    Ausgangspunkt – auch für eine bairische Diskussion – ist das Grundrecht aus Art. 4 Abs. 1 und 2 GG, das hier bisher etwas zu kurz kommt.

    Aus diesem Grundrecht ist grundsätzlich eine Schutzpflicht des Staates für das geschützte Rechtsgut abzuleiten (Randziffer 134).

    Wie diese Schutzpflicht umgesetzt wird, ist Sache des Landesgesetzgebers.

    Die Verfassungsrichter haben aus Art. 139 WRV einen Schutzauftrag an den Gesetzgeber abgeleitet, der im Sinne der Gewährleistung eines Mindestschutzniveaus dem Grundrechtsschutz aus Art. 4 Abs. 1 und 2 GG insoweit Gehalt gibt.

    Für Berlin war offenbar dieser Mindestschutz für die Sonntage im Dezember nicht mehr ausreichend (Randziffer 159 ff) mit entsprechenden Auswirkungen auf für BY.

    Bei Randziffer 143 und 144 steht Kluges, was uns alle auf die eine oder andere Art Weise angeht:

    „Nach diesem Verständnis ist der „Rhythmus von Arbeit und Ruhe“ ein „zentraler Rhythmus der christlich-jüdischen Kultur“ (..).
    Mit der Gewährleistung rhythmisch wiederkehrender Tage der Arbeitsruhe konkretisiert Art. 139 WRV überdies das Sozialstaatsprinzip. Unter diesem Gesichtspunkt hat er weitergehende grundrechtliche Bezüge. Die Sonn- und Feiertagsgarantie fördert und schützt nicht nur die Ausübung der Religionsfreiheit. Die Arbeitsruhe dient darüber hinaus der physischen und psychischen Regeneration und damit der körperlichen Unversehrtheit (Art. 2 Abs. 2 GG). Die Statuierung gemeinsamer Ruhetage dient dem Schutz von Ehe und Familie (Art. 6 Abs. 1 GG). Auch die Vereinigungsfreiheit lässt sich so effektiver wahrnehmen (Art. 9 Abs. 1 GG). Der Sonn- und Feiertagsgarantie kann schließlich ein besonderer Bezug zur Menschenwürde beigemessen werden, weil sie dem ökonomischen Nutzendenken eine Grenze zieht und dem Menschen um seiner selbst willen dient.“

    Zur „christlich-abendländischen Tradition“, auf die sich die CSU auch anderweitig gerne beruft, siehe –> Randziffer 148.

    Eine Zusammenfassung –> 192 ff. Die Entscheidung erging mit einer knappen Mehrheit von 5:3

    Als Folge dieser Entscheidung des BVerfG gilt in BY:

    In Bayern gilt nach wie vor das Ladenschlussgesetz (LadSchlG) des Bundes.

    §§ 3 ff. Ladenschlussgesetz (LadSchlG)

    Sonderöffnung aus Anlass von Märkten, Messen und ähnlichen Veranstaltungen

    Verkaufsstellen dürfen gem. § 14 Abs. 1 LadSchlG aus Anlass von Märkten, Messen oder ähnlichen Veranstaltungen an jährlich höchstens vier Sonn- oder Feiertagen geöffnet sein. Die Festsetzung dieser Tage erfolgt in Bayern durch die Kommunen. Gem. § 14 Abs. 3 LadSchlG dürfen verkaufsoffene Sonntage aber nicht im Dezember angesetzt werden.

  • Hans

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    @Luisa

    „Offensichtlich besteht ein Bedarf, sonst wäre die Stadt an solchen Tagen leer…“

    Vielleicht sind die Besucher einfach zu hohl um den Sonntag anderweitig zu füllen?

  • Bürohengst

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    Der Artikel hebt zu Recht hervor, dass die Voraussetzungen für Sonntagsöffnung nicht vorliegen und die Feststetzung dieses verkaufsoffenen Sonntags durch die Stadt Regensburg als zuständige Kommune rechtswidrig ist. Regensburg ist bayernweit kein Einzelfall. Angesichts der klaren Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts, des Gesetzgebers, der Gerichte und der zuständigen Staatsministerien wäre zu erwarten, dass verkaufsoffene Sonntage in Bayern eine Seltenheit bilden. Die Realität sieht jedoch ganz anders aus. Dies, obwohl der BayVGH den Bestrebungen der bayerischen Gemeinden, von der Ermächtigungsgrundlage des § 14 LadSchlG extensiv Gebrauch zu machen, eine klare Absage erteilt hat. Anscheinend kümmert dies jedoch niemanden, schon gar nicht die staatlichen Aufsichtbehörden der Gemeinden.

    Rechtlich ist die Sache also eindeutig. Ob der Einkaufsgenuss an Sonntagen sein muss, kann jeder selbst entscheiden. Fast alle freuen sich zwar über den freien Sonntag, tragen aber mit ihrem eigenen Konsumverhalten dazu bei, dass diese Errungenschaft zunehmend gefährdet wird.

  • Mr. T

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    Was für dumme Schwarzmalerei und einfältiges Konsumenten-Bashing!
    Eine Lockerung der Öffnungszeiten bedeutet doch nicht, dass jedes Geschäft 24/7 offen hat und jeder nur noch 24/7 arbeiten muss. Ich arbeite auch öfter mal am Wochenende oder Nachts wenn es sein muss, geniesse es abr dann, auch mal unter der Woche Zeit für anderes zu haben. Wer am Sonntag arbeitet, hat halt dann am Montag frei und braucht sich für einen Besuch beim Arzt oder einen Termin bei der Bank keinen Urlaub nehmen. Man kann auch mal unter der Woche ins Bad gehen und geniessen, dass es nicht so voll ist. Es wäre auch besser, wenn man später noch was einkaufen könnte wenn man eh irgendwo auf dem Weg ist und sich nicht noch schnell extra ins Auto setzen muss nur weil die Läden gleich schließen.
    Hier wird der Untergang der menschlichen Zivilisation durch freiere Öffnungszeiten herbeigeeifert. Aber schaut doch mal in die vielen anderen Länder um uns rum, in denen das keine Diskussion mehr ist. Da läuft das auch ganz locker und ohne Probleme. Und viele Geschäfte haben trotzdem an gewissen Zeiten zu. Das regelt sich schon ganz von alleine.
    Kein vernünftiger Unternehmer wird seine Angestellten zwingen, ständig zu Zeiten zu arbeiten, zu denen sie nicht wollen.

  • oldcitydealer

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    Die Stadt fördert diese Marketingstrategien der Aktionsgemeinschaft Altstadt e.V. mit 75.000 Euro pro Jahr. Das ist doch gut so?

  • Helmut

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    @Luisa

    „Offensichtlich besteht ein Bedarf, sonst wäre die Stadt an solchen Tagen leer…“

    1. Ist aktuell zu den „Verkaufsoffenen Sonntagen“ immer ein Rahmenprogramm geboten zur Lockung, wenn es auch nur Kinderschminken ist , oder holen sie sich ihr Geschenk wie gestern schon bei DM ein Kaleidoskop.

    2. Bummeln Sonntags genügend Leute mit Familie etc durch die Stadt und die Neugier lockt auch noch Leute. Vorort wird man dann zum Kauf verleitet und behauptet hat sich gelohnt.

    3. Ist das ein bestehendes Angebot, welches ausgenutzt wird. Den Sonntag generell zu öffnen ist ein anderes Thema. Da würde dann jedes Rahmenprogramm wegfallen und ein Unterschied zwischen Sonntag und Montag wäre kaum zu erkennen.

    Vergleiche mit Taxi, Pflegedienst finde ich nicht angebracht, den diese arbeiten mit reduziertem Personal an Wochenenden. Diese müssten dann ebenso aufstocken. Wochentags fährt der Bus alle 10 Minuten, noch fährt er am „verkaufsoffenem“ alle 20 bis 30 Minuten. Was wäre wenn dann die Läden wie Kaufland mit 2 Kassierer arbeiten? Bei Pflege, Polizei etc weiss ich das es das Wochenende betreffen wird, den wenn es brennt, dann fragt das Feuer nicht nach Wochentag oder Uhrzeit. Ein Pflegebedürftiger benötigt halt evtl 24 h hilfe, darum sagte man auch ich fühle mich berufen dazu. Leider sind die schlecht bezahlt….

    Die andere Seite wie Sonntagszuschlag, mehr Verkehr usw kann ja dann diskutiert werden wenn es zu spät ist. Parken an Sonn und Feiertagen verboten wegen der Anwohner usw. Derzeit testen doch schon DHL, Media Markt und Amazon ihre Drohnen und Roboter, da wollt ihr noch öffnen? Ich finde die Angebote die bereits vorhanden sind an Sonntagen sind mehr als genug….immer dieses ich verhungere fast. Ist ja wie Montag ist Feiertag und wir stehen vor einem Weltuntergang. Da würde ich aber keine Tiefkühlpizza kaufen. Da würde ich Kerzen und das letzte Dinner für meine Frau und mich vorbereiten :)

  • Mathilde Vietze

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    Zu „Joey“ – Wenn jemand seinen Glauben lebt und andere in Ruhe läßt………
    Wer echt gläubig ist, aber glaubt, diesen Glauben anderen aufdrängen
    zu dürfen, hat nicht nur nichts begriffen, er schadet dem Glauben und
    erreicht bei seinem jeweiligen Gegenüber nur das Gegenteil.
    Ich habe noch nie etwas vom „Missionieren“ gehalten; die beste Mög-
    lichkeit, andere zu überzeugen ist das eigene Vorbild. Und so mich
    andere fragen, gebe ich Auskunft und sage möglicherweise „Ich
    mache das so oder so, versuch’s mal, aber wenn das bei Dir nicht
    klappt, dann bist Du kein Versager, dann geh‘ bitte einen anderen
    Weg. Jedes andere Verhalten führt auf den Holzweg.

  • Bernd

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    Wie schön ist es, wenn man sich aufs Wochenende freuen kann. Wie schön ist es, wenn man als Familie wenigstens an zwei Tagen etwas planen kann. Es gibt nichts, was man am Wochenende kaufen muss, was man nicht vorher kaufen oder bestellen kann (zur Abholung; oder sogar die Waschmaschine vor die Haustür). Wenn wir als Gesellschaft uns weitestgehend auf 1-2 Tage einigen können, dann müssen sich alle dran halten. Ansonsten herrscht halt nur wieder „der Markt“. Und der ist vielen halt mittlerweile auch „heilig“. Nur so leicht bekommen wir den freien Tag dann auch nicht mehr wieder zurück.

  • Toni

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    Es war ein schönes Fest, alles wieder voll gewest
    :-O

  • Rentnerin

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    an Bernd:
    Sehr gut –
    Man muss gegen diesen Markt eher ankämpfen, als mitmachen.
    Nur so können wir uns, zugunsten der Familie und unseres eigenen Lebens, freischwimmen.
    Wir haben nur eine Lebenszeit, und da ist jede Minute überdenkenswert.
    Wenn ich mir nur vorstelle, was man in diesen Einkaufzentren, wie DEZ, Arcaden und Alex den arbeitenden Menschen antut, 8 Stunden ohne Licht und Sonne und nur Lärm.
    Da haben wir alle eine Verantwortung, diese Geschäfte so wenig als möglich zu betreten.
    A Rentnerin kann man das leicht sagen, ich weiss wie schwer das für berufstätige Menschen ist, aber mit ein bisschen Willen und Nachdenken, erhöht man seine Lebensqualität ungemein und hift vielleicht der nachkommenden Generation etwas quer zu denken.

  • Bruder Berthold

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    @ Helmut:
    Danke für deine klaren und in meinen Augen völlig richtigen Worte!

    Die Leute, die für die Rundumarbeiterei sind, sind vielleicht noch zu jung, um die Konsequenzen fürs eigene Leben abschätzen zu können. Ich selber mochte die Sonntage früher sehr. Durch die fast leere Stadt schlendern, die Ruhe genießen, im Café einen Platz bekommen, mal stehen bleiben können, ohne ein Verkehrshindernis zu sein … wunderbar! Heute ist auf den Straßen am Sonntag schon fast so viel los, wie unter der Woche. Die Menschen scheinen keine Ruhe mehr zu wollen. Alles ist immer in Bewegung, alle wollen nur noch „vor Ort“ sein, nicht mehr am Ort (eine tschornalistische Umdeutung eines Bergmannbegriffs).

    Was mich ganz besonders schockiert, sind manche Haltungen gegenüber den Einzelhändlern und -innen. Das ist teils schwerste Akkordarbeit. Immer freundlich bleiben, auch wenn die Füße schmerzen, so dass man kaum mehr stehen kann. Die Geringschätzung diesen Menschen gegenüber ist schockierend, denn ohne sie gäbe es kein Humanfuttermittel mehr um dreiviertelacht. Und dann um 9 heimkommen, das ist kein Feierabend, das ist Erschöpfung pur. Die Bezahlung wird immer schlechter, schlichtweg unwürdig, die Arbeitsbedingungen werden auch nicht besser, wie man es in einer modernen Gesellschaft erwarten könnte. Und dann kommen noch so aufgeblasene Besserwisser daher, voller universitärem Schwachsinn, und wollen die Rundumöffnung. DIESER Religion folge ich nicht!

    Ach ja, am 6. November 2016 ist der nächste verkaufsoffene Sonntag. Ich verachte solche Veranstaltungen, und deren raffgierige Betreiber sowieso. Denn nur darum geht es, um noch mehr Geld für ganz, ganz wenige auf Kosten ganz, ganz vieler. Früher nannte man das noch Sklaverei, heute leben die Sklaven in freiwilliger Selbstausbeutung. Ein perfides System der Menschenverachtung.

    Sperrt die Läden am Samstag um 13 Uhr wieder zu!

  • Mr. T

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    Schon mal dran gedacht, dass die Arbeitnehmer, die erst um Neun Uhr Abends von der Arbeit heimkommen dafür wohl auch bis Mittag daheim waren? Längere Öffnungszeiten bedeuten normalerweise keine längeren Arbeitszeiten, das wird nur anders verteilt. Die Verkäufer im Edeka sind auch jetzt schon nicht von Acht in der Früh bis Acht am Abend drin. Und wenn der Edeka bis um Zahn auf hat, arbeiten sie auch nicht länger. Oder glaubt Ihr Schwarzmaler im Ernst, dass ohne Ladenschlussbeschränkungen jedes Geschäft rund um die Uhr auf hat und die Arbeitnehmer gar nicht mehr heim kommen? Die Arbeitszeiten werden dann nur flexibler und das könnte dem einen oder anderen durchaus auch entgegen kommen.

  • Mathilde Vietze

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    Also, ich weiß mir eine schönere Freizeitbeschäftigung, als
    „shopping“-gehen. Und – egal ob einer am Sonntag zur Kirche
    geht, zur Matinee oder zur Waldwanderung: Am Sonntag muß
    kein Geschäft offenhaben. Und wer diese Ansicht als „Schwarz-
    malerie“ tituliert, hat möglicherweise am Sonntag Langeweile.

  • Bruder Berthold

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    @ Mr.T:
    Schon mal dran gedacht, dass diese Arbeitszeiten der erwiesenermaßen krankmachenden Schichtarbeit gleichkommt? Ein Feierabend um 17 Uhr ist doch etwas völlig anderes, als um 21 Uhr. Da kannst dich kaum mehr mit Freunden zum Abendessen treffen, die Kinder liegen im Bett, die Läden haben zu (!!). Deine Gedanken sind von mechanistischer Logik geprägt, sie schließen jegliches menschliche Gefühl für Zeitqualität aus. Deine Begründung, dass die Arbeitszeitlänge sich nicht ändert, gilt für Maschinen, nicht für Menschen. Das ist der immer mehr verdrängte Punkt dabei. Und für diese Verdrängung zuständig sind die Universitäten (uff).

  • Chris Röhrl

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    Liebe Leute. man merkt, die Köpfe werden heiß. in Regensburg ist an 50 Sonntagen zu. An 2 Sonntagen kann man auf machen und organisiert dafür ein Fest. Man kann dafür sein oder dagegen, man hingehen oder daheim bleiben. Ich find, soviel an Freiheit kann sein. Niemand ist dafür, 52 Sonntage zu öffnen. Normalerweise bekommen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 50% Feiertagszuschlag, der z.T steuerfrei ist. Da die wöchentliche Arbeitszeit deshalb nicht mehr wird, haben alle dafür auch entsprechend Ausgleich. Zudem ist die Öffnungszeit auf 5 Stunden begrenzt. Lohnt sich dafür wirklich die Diskussion ? Ich habe wenige Kommentare von Betroffenen gelesen. Nix für ungut.

  • Mr. T

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    Frau Vietze, lesen Sie doch einfach mal etwas, bevor Sie gleich wieder losgeifern. Schwarmalerei ist es, wenn manche meinen, eine Lockerung der Öffnungszeiten würde dazu führen, dass Angestellte gar nicht mehr heim kämen und was man da sonst noch für Befürchtungen aus manchen Beiträgen rauslesen kann. Und nicht die Ansicht, dass am Sonntag kein Geschäft offen haben muss. Es muss auch kein Geschäft am Samstag offen haben oder am Mittwoch Nachmittag. Aber gut, wenns so ist. Wenn Geschäfte nur Dienstag früh offen hätten, müssten sich eben die Leute das so einrichten, oder?
    Schön, wenn Sie das nicht brauchen und auch besseres zu tun haben. Ich brauche es auch nicht, na ja manchmal wärs ganz bequem wenn man mal dringend was für die Küche braucht, aber ich käme nie auf die Idee, das anderen zu vergällen. Wenn eine Nachfrage danach da ist, dann soll es auch einen Markt dafür geben. Es gibt vielleicht ein paar Zeitgenossen, die noch weniger Zeit als Rentner haben, und ganz froh wären, wenn sie am Sonntag mal was kaufen könnten. Was spricht denn dagegen außer vielleicht der Konsumneid? Wir brauchen keine Beschränkungen von vorne bis hinten mit Vorschriften, wann wer was kaufen bzw. verkaufen darf und wann nicht.

  • ursus

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    Toll, wie sich alle für die Freizeit von Arbeitnehmern einsetzen und gegen „unmögliche Arbeitszeiten“ und „Sonntagsarbeit“ wettern.

    Bin mal gespannt, ob sich dieser Entrüstungssturm auch entlädt, wenn es um die Sonntagsarbeit zwischen 0.00 Uhr und 6.00 Uhr am Sonntag früh geht, die man den Busfahrern der künftigen Nachtbusse in Regensburg aufzwingt.

    Auch diese Sonntagsarbeit ist nicht zwingend erforderlich. Sie dient nur dem Vergnügen derer, die glaube sich bis zum Sonnenaufgang feiern oder die Kante geben zu müssen und die dann nicht auf einen Cocktail verzichten können um mit dem Geld ein Taxi nehmen.

    Bei dieser Sonntags- plus Nachtarbeit geht´s nicht um 2 Tage im Jahr. Nein, da geht echt um 52 Sonntage im Jahr.
    Was glaubt Ihr alle denn, was die Familie des Busfahrers vom Vater, Ehemann, Partner hat, wenn der am Sonntag um 0.00 Uhr zum Dienst antritt und dass 6 Stunden durch die Nacht fährt. Für den ist das ganze Wochenende im Eimer, der kann vorher am Samstag ab mittags nichts mehr groß unternehmen, den er muss ja ausgeruht und fit um Mitternacht antreten und am Sonntag ist der frühestens am Nachmittag wieder ansprechbar.

    Ich bin schon sehr gespannt, wie sich die Diskutanten, die zwei verkaufsoffene Sonntag bis aufs Messer bekämpfen gegen die Sonntags-Nachtbuslinie auf die Straße und die Barrikaden gehen werden um Arbeitnehmerrechte hochzuhalten.

    Dazu wird man aber bei Regensbvurg-Digital keinen Artikel finden, weil da geht´s ja schließlich auch darum die Kundschaft des Herausgebers desnächtens nach Hause zu kutschieren.

    PS:
    Dass man mit den Nachtbussen den Taxifahrern das letzte lukrative Geschäft, dass sie jetzt noch mit den Nachtschwärmern am Wochenende machen wegnimmt wäre mal einen ganz eigenen Artikel wert.

  • joey

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    Mr. T hat soweit Recht: hier wird ja keine Sklavenarbeit verlangt. Viele Sonntagsarbeiter haben am Montag frei.
    Leider gibt es bei Krankenhauspersonal, Soldaten etc. zahlreiche Fehlentwicklungen, wo wegen Krankenstand und sonstwelchen Ausreden regelmäßig Doppelschichten gefahren werden. Da laufen tatsächlich völlig übernächtigte Leute in wichtigen Funktionen rum. Das ist schädlich für deren Gesundheit und zudem gefährlich für die Patienten.
    Hier wäre etwas mehr gesetzlicher Schutz und eine höhere Kontrolldichte erforderlich.

    2-4 offene Sonntage sind kein Untergang des Abendlands. Man kann sich aber gegen Erosion stellen. Sonntag ist eine kulturelle Errungenschaft, die wir im Grundsatz behalten sollten.

  • Mathilde Vietze

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    Zu „Mr.T“ Mein Verehrtester, Ihre Ratschläge sind für mich
    wirklich unverzichtbar. Damit ich aber nun meine Bildungs-
    lücken vollständig schließen kann, bitte ich sie ergebenst
    um zwei Dinge:
    1. W a s soll ich lesen?
    2. W o habe ich „gegeifert“
    Es wäre mir eine große Ehre, wenn ich Ihre Zeit nocheinmal
    in Anspruch nehmen dürfte.

  • Mann-oh

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    Das mit dem offenem Sonntag, ist doch nur ein weiterer Stiefel in unserer offenen Tür zur jederzeit verfügbaren Arbeitszeit. Es fing mit Schichtarbeit in der Industrie an und endet mit Kinderbetreuung rund um die Uhr. Jeder muß jederzeit arbeiten können/dürfen. Dazu ist die Gesellschaft verpflichtet. Der Umsatz muß steigen. Die Kosten werden durch Masse (Material und Mensch) niedrig gehalten. Wir leben sowas von über unsere Verhältnisse und merken es nicht mal, weil ja immer mehr als genug da ist! Wenn die Menschen und Familien nicht mehr funktionieren- macht nichts, wir kaufen uns was schönes, dann geht´s schon wieder. Damit wir uns das leisten können, dürfen wir ja auch rund um die Uhr arbeiten. Damit kein Neid aufkommt auf die, die das noch nicht dürfen, müssen „Feiertage“ auch noch konsumtechnisch genutz werden. Wer betreut dann irgendwann die Kinder am Sonntag. Oma? – hilft dann im Laden aus. Und die sonntagsarbeitende Erzieherin gibt dann ihre eigenen Kinder in die bezahlte Betreuung. Dafür verdient sie dann -sicherlich nicht zuviel- Geld, für ihre Rente. Wenn sie dann irgendwann in der Rente ist, bessert sie ihr Renteneinkommen, weil das nicht so richtig reicht für den freien Sonntag, als günstige Leihoma auf. Pff!“ Ich will keine verkaufsoffenen Sonntage! Ich will meine eigene Oma!!! ;(

  • schon wieder

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    @Mann-oh: jederzeit verfügbare Arbeitszeit ist jetzt nicht das schlechteste, was ich mir vorstellen kann.
    Viel mehr nervt mich dagegen, dass mich so ein paternalistischer Verbotsstaat davon abhält, dann zu arbeiten wann ich will und ich auf deals mit dem Arbeitgeber angewiesen bin +auf dem Arbeitsweg nicht versichert bin, wenn ich Wochenends oder die ganze Nacht arbeiten will und dafür unter der Woche mal einen Tag daheim bleibe.
    Da hilft es mir auch nichts, dass mich Mathilde Vietze vor den schlimmen Konsequenzen von Schichtarbeit retten will oder Bernd mir Zeit mit meinen „geliebten“ Kindern verschafft…
    Na Danke Merkel (oder Kirche oder wer auch immer)!

  • Mathilde Vietze

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    Zu „Schon wieder“ – Sie Ärmster, Sie können einen wirklich leid tun, daß
    Sie in einem Staat leben müssen, der Sie so an Ihrer Selbstverwirklichung
    hindert. Aber, klug wie Sie sind, werden Sie sicher einen Ausweg finden
    und evtl. auswandern. Und dort, wo Sie dann Ihr Glück finden, gibt es
    auch keine Mathilde Vietze, die Sie „retten“ will.
    Meine besten Wünsche begleiten Sie auf jeden Fall.

  • Donauhias

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    I brauch eh nix und vo da Kirch scho glei zwoamal ned, a ned am Sonntag.

  • mkveits

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    Es ist noch bedauerlich, dass der durch die Bank im wesentlichen sachliche Thread am Ende allzu oft abdriftet. Muss er? Muss er nicht! Eigentlich. Ein sachliche Diskussion mehrt und ehrt immer die Qualität der Arbeit von r-d. CARPE DIEM !

  • Bernd

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    @schon wieder: Du kannst soviel arbeiten, wie du willst. Es nennt sich Selbständigkeit :-) Dein Arbeitgeber freut sich auch, weil er keine Sozialabgaben mehr an dich zahlen muss, aber die Überstunden sogar noch umsonst dazu bekommt.

  • dürrster iT Künstler

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    Ungerecht ist, dass gerade die Verkäufer-innen auch mal gerne am verkaufsoffenen Sonntag bummeln würden und sich stattdessen ein weiteres mal mehr wieder in den Laden quälen müssen.

  • Theresa Aufdenplaz

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    Die Shoppingfans hatten , trotz ein bisschen Regen, mal wieder einen schönen Einkaufssonntag. Die Seller waren freundlich, aufmerksam und konnten auch wieder etlichen Umsatz verbuchen.
    Auf die ewigen Nörgler konnten alle gerne verzichten.

  • Mr. T

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    Ich war vor kurzem übers Wochenende im streng katholischen Ausland und es war ganz interessant, wie dort mit dem Thema umgegangen wurde. Von den ganz normalen Einzelhändlern hatten die meisten zu. Kleine Supermärkte (bei denen meist der Inhaber früh bis spät drin sitzt) hatten fast alle offen. Einkaufszentren waren auch teilweise auf. Aber es war auffalllend, dass von den Fachgeschäften für Devotionalien und Utensilien zum Frönen des Aberglaubens kein einziges zu hatte. In den offenen Geschäften hab ich übrigens auch kein Personal an die Ladentheke gekettet gesehen. Aber in unserem, angeblich laizistischen Staat schützt der lange Arm der Katholiban weiter den Sonntag.

  • Rentnerin

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    Einen Vorteil hat diese ganze Freiheit, die man uns so grosszügig einräumt:
    Wer die Geschäftswelt braucht, um sich zu verwirklichen, soll von Montag bis Sonntag dort unterwegs sein,
    wer das nicht braucht, kann in seinem Kämmerlein ein gutes Buch lesen oder im Wald spazieren gehen.
    Das einzige was mir daran nicht gefällt, ist der Umgang mit den arbeitenden Menschen.
    Allerdings stelle ich immer wieder fest, die merken das gar nicht, wie mit ihnen umgegangen wird, die verteidigen sogar die Freiheit ihrer individuellen Arbeitszeiteinteilung mit einem geringen Lohn und in Räumen ohne Tageslicht usw.
    Mir wird immer klarer, wie die Politik mit Hilfe der Medien die Gesellschaft in eine immer schlechter werdende Lebenssituation katapultiert.
    Da wird Toleranz vorgegaukelt und Armut produziert.

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