Kolumne

Misanthropical Island

„Die Maxime, Menschen zu fliehen, weil man kein Wohlgefallen an ihnen finden kann oder sie als Feinde fürchtet, ob man zwar allen wohl will.“ So beschrieb Immanuel Kant die Grundzüge der ästhetischen Misanthropie und grenzte sie eindeutig vom Menschenhass ab.

Denn „dieser bestehet in der Anfeindung der Menschen“ und sowas will sich ein rechtschaffener Menschenabstinenzler ja wohl wirklich nicht nachsagen lassen. Ich bin schließlich äh Ästhet und kein Arsch. Dem negativen Quakquak von Nietzsche und Schopenhauer schenke ich deshalb an dieser Stelle keinerlei Beachtung, sie stellen einen rechtschaffenen Misanthropen als „ohnmächtig-wütenden Zu-kurz-Gekommenen“ dar und den Schuh möchte ich mir echt nicht anziehen. Man wird ja wohl noch einen moderaten Unmut anderen Leuten gegenüber pflegen dürfen, ohne sich gleich degradierenden Schimpftiraden ausgeliefert zu sehen.

Ich behaupte ja, in jedem noch so schillernden Sonnenschein steckt dann und wann ein Misanthrop, wenn die rechte Zeit an der Tür klingelt. In jedem von uns steckt schließlich auch dann und wann ein Mensch. Man muss nur den Hebel an der richtigen Stelle anzusetzen wissen. Es mag sein, dass manche (ich will jetzt keine Namen nennen, Schakeline) ein paar mehr Knöpfchen an Körper und Geist haben, die die Misanthropie aus jeder Pore herausbrechen lassen wie einen rauschenden Wildwasserbach. Es gibt aber auch einfach sehr viel Anlass – und an dieser Stelle möchte ich meine Wenigkeit keineswegs aus dem Kontext herausnehmen. Ich bin manchmal zum Mäusemelken! – zum stinkig sein.

Der Mensch, eine einzige Absonderheit

Der Mensch an und sich, er… ja, was tut er eigentlich? In erster Linie sondert er ab und das gern und ständig. Ideen, Worte, Müll, Wortmüll. Am schlimmsten aber gestalten sich die körperlichen Absonderungen, die aus Drüsen fließenden, meist leider nicht geruchsneutralen Sekrete, die sich lösenden Hautschuppen, Haar, Horn oder Hornhaut, Blut, Schweiß, Eiter, Urin, Fäkalien und sogenannte Sexsekrete. Medizinischer Fachjargon! Den ganzen Tag tut der Mensch nichts anderes, als irgendetwas abzusondern. Das ist ekelhaft, es ist zermürbend, wir können nichts dafür, aber global betrachtet ist das ganz schön widerlich. Mich würde einmal interessieren, wie viel alle Menschen wohl zusammengerechnet an einem Tag absondern. Würde das Fassungsvermögen eines Ozeans, nehmen wir doch mal den atlantischen als Beispiel, reichen, um den Tagesurin der Weltbevölkerung aufzufangen?

Es leben aktuell ca. 7,5 Milliarden Menschen auf der Welt, ein normaler Angehöriger dieser Spezies scheidet am Tag zwischen 1,5 und zwei Liter Urin aus. Nehmen wir mal den unteren Mittelwert, schließlich gibt es ja leider viele Leute auf diesem Erdball, denen kein unbegrenzter Zugang zu Trinkwasser möglich ist. Das wären dann elf Milliarden Liter Urin pro Tag. Irgendein Schlaumi im Internet hat ausgerechnet, dass der atlantische Ozean nach Adam Riesling circa 355 Billion Liter fasst, was natürlich leicht über der von mir errechneten Harnzahl liegt. Aber trotzdem mache man sich mal die Dimensionen klar! Elf Milliarden Liter Urin an einem Tag, das entspricht ungefähr der jährlichen Produktions- und Abfüllmenge aller deutschen Mineralwasservertriebe zusammen. Das ist doch eine immense Ansammlung an Pipi innerhalb nur 24 Stunden. Vielleicht wäre es da dem Globus zuliebe nicht schlecht, den Morgen doch mit einem dampfenden Tässchen Eigenurin zu beginnen. Soll ja eh gesund sein, sagt zumindest Patches O’Houlihan.

Bevor jetzt mein Rechenschieber heißläuft und ich mich weiter in mehr als fragwürdiger mathematischer Formelwälzerei verliere, möchte ich lieber zur anfänglichen Aussage zurück und erklären, dass neben der Sache mit dem Urin mehr als genügend Gründe für ein mehr oder weniger ausgeprägtes Quäntchen Menschenhass existieren. Trump, Weinstein, Klum. Die Liste moderner Penetratoren ist endlos, das Leid auf der Welt sowieso.

Post-U-Bahnale Reise ins Traumland

Auch im itsybitsykleinen Rahmen wird einem täglich vor Augen geführt, welch hilflose Arschlöcher wir doch im Grunde genommen alle sind. Erst letztens in der U-Bahn war ich so in eine Bangs’sche Abhandlung über Lou Reed vertieft, dass mir die wackelige Seniorin am Haltegriff erst aufgefallen ist, als der Herr neben mir sich von seinem U-Bahn-Sitz erhob und ihr selbigen anbot. Ich hatte instant ein sehr schlechtes Gewissen. Ich war situativ betrachtet ein ignorantes Rindviech, das auf seinem fetten Hintern sitzenblieb, statt einer Rentnerin gegenüber höflich zu sein. Fürchterlich. Fünf Sekunden später meinte die erst noch eher liebenswürdig wirkende Dame laut und eher keifend in die Runde: „Und wer steht für mich auf? Der Ausländer!“ Sie wollte den Umstehenden wohl eine vorurteilsbefreite Lektion erteilen, mir aber gefror innerlich leicht das Blut in den Adern ob ihres arroganten Tonfalls und der Selbstverständlichkeit ihrer Formulierung. Ich sah mir die Lady genauer an, betrachtete ihre transparente Porzellanhaut, den schicken Mantel und ihre bourgeoise Haltung. „Der Ausländer“ hallte es unaufhörlich in meinem Kopf nach, ich war verwirrt und überfordert, wusste nicht mehr genau, ob ich die Alte jetzt mochte oder scheiße fand.

A crazy girl’s utopia: Misanthropical Island

Diese äußerst ambivalente Irrung kurz vor Feierabend hatte schon wieder gereicht, um mich im Traume durch mein heiß geliebtes Misanthropical Island schlendern zu lassen. Man stelle sich eine solche Einrichtung nur so herrlich vor, wie es der eigene Rübensaft zulassen kann. Das Konzept ist natürlich als klarer Antagonist zum Tropical Island bei Berlin angelegt. Im massentauglichen Original werden auf über 100.000 Quadratmeter rund um die Uhr bis zu 6000 Besucher pro Tag gepfercht und mit allerlei Kokolores und plastilinem Südseeflair bespaßt. Jeder normal denkende Homo Sapiens sollte bei solchen Zahlen eigentlich direkt im Strahl brechen müssen, aber ob man es nun glauben will oder nicht: Viele Vertreter unserer Spezies setzen sich diesem feuchtfröhlichen Zinnober direkt aus der Hölle gerne aus, tragen den Betreibern im Gegenteil sogar freiwillig ordentlich Flins in die tropfende Hütte, um zusammen mit den anderen Idioten im Morast menschlicher Absonderungen mal „richtig die Seele baumeln zu lassen.“ #relax. Gott im Himmel, lass doch endlich Hirn darnieder prasseln!

In meiner menschenabstinenten und deshalb optimierten Version dieser Lokalität werden alle Grauen der Vorlage ins Gegenteil gekehrt. Die 100.000 Quadratmeter bleiben bestehen, dafür werden in meiner Art von Refugium die Besucher auf 100 beschränkt. Jeder Anwärter hat also einen enorm großen und vor allem enorm abgeschlossenen Raum für sich, in dem er garantiert niemals und von niemandem gestört wird. Auf Misanthropical Island ist der zwischenmenschliche Kontakt virtuos unterbunden: Essen, Trinken und derlei Tinnef werden durch Röhrensysteme höchst anonym verschachert und verschickt. Es gibt keine Zerstreuung im zeitgenössischen Sinn, lediglich Platz für Spaziergänge, eine Schlafgelegenheit, vielleicht ein paar Wachsmalkreiden und Bastelpapier. Je nach individuellen Interessen könnte man ein paar weitere, analoge Freizeitbeschäftigungen zulassen. Firlefanzereien wie Fernsehen, Internet, Nachrichten und generell ein irgendwie gearteter Empfang sind jedoch strengstens unterbunden.

„Das Leben ist ein Trauerzoo“

Die Wände zieren kesse Sprüche nach dem Motto „Dissipa Diem“, vom eher straßenköterigen „Fickt euch einfach alle“ über „Alle sagten, das geht nicht. Bis einer kam und das nicht wusste und fett gescheitert ist“ bis hin zum nihilistischen „Das Leben ist ein Trauerzoo“. Misanthropical Island wird das moderne Mekka der zeitlich begrenzten Eremitage, ein Kokon des Anti-Digitalismus, eine wohltuende Rechtfertigung des befreiten Miesepeterns. Hier kann jeder für sich einmal so richtig umher zwiedern, granteln, den Göttern zürnen und seinen Weltenhass hinausschreien, ohne von einem Echo gestört zu werden. Misanthropical Island bietet Obdach für alle Verärgerten und Verlorenen, alle Überdrüssigen und Überflüssigen, führt die Insassen vom Burn-Out ohne Umwege bis kurz vor den Bore-Out. Schakls Misanthropen-Eiland wird das unschlagbare Urlaubskonzept der Zukunft. Katsching! Güld’ne Taler, ick hör dir trapsen. Äh klingeln…

(PS: Danke an Anna und Flo. Die Schöpfung „Misanthropical Island“ stammt von ihnen. Ein imaginärer Ort, an den sie mich gerne schicken, wenn ich ausnahmsweise mal schlecht drauf bin.)

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Kommentare (9)

  • Joachim Datko

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    Ergänzung:
    Das Gegenteil von Misanthropie ist Philanthropie (menschenfreundliches Denken und Verhalten).

  • Mr. T

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    Mein Misanthropical Island wär eine unendliche Insel ohne Menschen mit vielen Streicheltieren auf der ich ohne Hemmungen furzen, rülpsen und mich überall kratzen darf, links von mir der Südseestrand, rechts die Berge und dahinter viel Schnee, ein immer voller Kühlschank mit Bier, Wein und feinsten Spirituosen, auf die ich immer mal einen anderen Menschen oder ein paar wenige Leute sowie längst und fast verstorbene Rockstars einladen kann, nur einen Schritt entfernt vom Leben, lauten Kneipen und vollen Biergärten.
    Nur gefunden hab ich den Steg dorthin noch nicht …

  • Hartnäckig

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    Ein schöner Schluss: Die Schöpfung „Misanthropical Island“ stammt von ihnen. Ein imaginärer Ort, an den sie mich gerne schicken, wenn ich ausnahmsweise mal schlecht drauf bin.)
    Tja, und ich muss nach dem Lesen der Kolumne wohl auf Misantropical Island !

  • Tobi Becq

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    Also mein Misanthropical Island ist die Regensburger Altstadt im Frühling!

    Ich gehe vor die Tür und bin schon leicht gereizt, denn eine kreisrunde Formation inkontinenter, greiser, angelsächsischer Kreuzfahrttouristen blockiert den Watmarkt. Sie fotografieren, ‚Vietnam Veteran‘- oder ‚Support our Troops‘ Baseball-Mützen tragend, ganz gerührt oder betroffen das Oskar Schindler Schild und reagieren auch deshalb nicht auf eilige Anwohner, weil ihre Ohren von Funkohrhörern verstopft sind, über die sie die Stimme des Guides vernehmen. Erst als ich diesen Guide adressierend laut „Don’t believe him a word!“ rufe, bemerken sie mich in meinem Eingang und ich habe die Lacher auf meiner Seite.

    Unten wird die Straße vom Bierbike blockiert (Ja, das gibt es nicht mehr, aber es soll einfach der Dramatik wegen noch vorkommen. Heute ist es Zalando/Amazon Lieferverkehr, also DHL, DBP, DLS, UPS, Post, Fedex, Hermes, eilige Arzneimittel….egal), auf dem eine sturzbesoffene, zu Schlagern aus der Bordanlage grölende Blase junger Männer sitzt, die sich nur für die Idee, dieses Gerät ausgeliehen zu haben schon für das Sexualzentralorgan des Universums hält.

    Nicht für das Sexualzentralorgan des Universums mag sich die Gruppe sexualpathologischer Priesterseminaristen halten, die auf meiner Ausweichroute über die Eisdiele, ein Spießrutenlauf durch die, den Kindern heruntergefallenen, Kugeln (jede Kugel ein Drama), nun meinen Weg blockieren. Sie würden in ihren schwarzen Phantasiekleidern wie Neo aus der Matrix wirken, wenn sie Taillen und je ein Katana hätten, aber ihre Hüften sind einfach zu fett.

    Nun geht es über den Harley Gebrabbel Spott. Ja, viele infantilisierte, haltlose und leere, aber wohlhabende Midlifekrisis Wochenendkomiker schaffen sich, anders als echte Rocker, die zumindest ein Lebensgefühl und eine Identität transportieren, auf dem Boden ihrer Frustration eine Harley an und damit will man natürlich gesehen und vor allem gehört werden, also auf in die Altstadt und das Ding vor die Eisdiele parken und dabei schööön das Gas aufreißen. Haben und Schein in einer materialistischen Narzisstenwelt, wo jeder so kreativ wie möglich versucht, sein akustisches oder optisches Pfauenrad zu schlagen, wo jeder glaubt durch eine bestimmte Art der Uniformierung seinen vermeintlichen Individualismus herauszukehren.

    Apropos, oben beim Optiker hab ich schon den siebten Hipster mit seinem affigen Vollbart und Sidecut gezählt. Die Double-Denim-Desaster (Jeanshemd und Jeanshose in unterschiedlichen Blautönungen) Vokuhila-Oliba Gestalten von früher ahnten wenigstens noch, dass sie garantiert nicht hip sind und sie wollten es auch nicht sein. Ob sie wussten, dass sie Opfer des Gespöttes der anderen sind, das weiß ich nicht. Der Hipster von heute, nicht minder lächerlich und armselig in der Uniformierung und Anmutung seiend, hält sich halt leider immer noch für einen ausgesprochen unwiderstehlichen und eben hippen Typen.

    Bald hab ich es geschafft, zum Edeka im Kaufhof. Aber wo ich den Eingang schon sehe, überfällt mich der erste Junggesellinnenabschied des Abends. Laute Trillerpfeifen, Gekreische, Polizeiuniformen, Tinitus! Ich müsse ein Trinkspiel machen und auch noch dafür zahlen. Es ist erst 17:00! Rechtzeitig schert nun vom Neupfarrplatz kommend, eine Gruppe nicht mehr ganz aufrechter Landeier, um einen Kerl im Tutu (mit Plastikeisenkugel) am Bein, Richtung Kaufhof ein. Sie verraten ihre Gruppenzugehörigkeit durch das ‚Mirtl muss an die Leine‘ T-shirt, den gebeugten Gang und den Vollrausch. Ich deute auf Mirtl und erkläre der Stewardess, dass dieser das Spiel spielen würde und flüchte mit meinen Einweg-Pfandflaschen in den Keller des Kaufhof.

    Beim Einwegflaschen-Pfandautomaten, ja ein Volk das so dekadent ist, so etwas zu erfinden, hat wirklich keine Sorgen mehr, lege ich die erste Flasche ein und erfahre über die Anzeige, dass dieser voll ist und ich bitte das Personal rufen soll.

    Schreiend, halb verzweifelt weinend, halb wahnsinnig lachend breche ich zusammen.

  • mkv

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    Überdrüs(s)ig
    Abordnung nach „Misanthropical Island“
    Aufgabe: Fertigung eines Zukunftsentwurfs

    A.
    Einerseits gibt es einen ehemalige deutschen Innenminister, der warnt aktuell:
    „Das Internet verkommt in Teilen zu einem Empörungsmedium von Nichtdemokraten. Dort dominiert die negative Weltsicht.“ (1)

    B.
    Andererseits gibt es Äußerungen eines oberbayerischen deutschen Innenministers, deren Auswertung/Kommentierung (2) sich verdichtet in der Frage: Wer stört den inneren Frieden?

    A. geschieht auch wegen B. Weil dessen überdrüssig, kommt C. ins Spiel.

    C.
    Zum Himmelfahrtstag werden alle politischen Alpha-Weibchen und Beta-Männchen der Berliner Provenienz samt aller Referent*innen der bayerischen (auch kleineren) Großstädte nach „Misanthropical Island (MI)“ (nicht) der Marke Mr. T in vorsichtiger Analogie zum PAG/E für die Dauer von drei Monaten in eine Art ANKER-Zentrum gebeamt.

    (Die ANKER-Manschaft wird in ihre Moleküle zerlegt, nach MI geschickt und dort wieder zusammengebaut; frei nach Captain Kirk (3) und (4) )

    Wegen „drohender Gefahren“ überschießender diverser Drüsentätigkeiten, welche die auf MI abgeordneten Crew-Mitglieder im Rahmen ihrer ureigenen, dem Gemeinwohl verpflichteten Zuständigkeiten daran hindern, die wirklichen Problemlagen von Mit- und Umwelt in Stadt, Land und Republik zu lösen, bleibt eine Verlängerung der Drei-Monats-Frist (ohne Anspruch auf Einschaltung eines Anwalt) vorbehalten, solange und soweit nicht geeignete, problemlösende Zukünftsentwürfe in ihren Grundzügen zur weiteren Vervollständigung mit dem Souverän, mit der Bürgerschaft der zwischenzeitlich zur errichtenden ZWEITEN KAMMER (5) als Kontrollorgan vorgelegt worden sind.

    Bei der Erarbeitung des Zukunftsenwurfs sollen sich die abgeordneten Männer und Frauen an das Logbuch von Kaptän Visi O´när halten (6).

    Für die Dauer des Aufenthalts auf MI werden die monatlichen Bezüge der ANKER-Mannschaft den Regeln des Hartz-IV-Bedarfs angepasst/gekürzt. Alle restlichen Bezüge werden Nachbarschaftshilfen nach Auswahl des Bundespräsidialamts zugeteilt. Evtl. Sonderbedarfe sind dort schriftlich geltend zu machen.

    i.A.
    Mitglied des Souveräns

    Verlinkungen

    Zu (1): http://www.sueddeutsche.de/politik/grundrechte-die-politik-blendet-die-schattenseiten-der-digitalen-revolution-aus-1.3929445-2

    zu (2): http://www.sueddeutsche.de/politik/prantls-politik-der-islam-und-deutschland-1.3909196

    zu (3): https://www.waz.de/staedte/duisburg/wissenschaftler-in-140-jahren-koennte-das-beamen-moeglich-sein-id10453405.html

    zu (4): Aufnahme-, Entscheidungs- und Rückführungseinrichtungen (ANkER)
    https://www.heise.de/tp/features/ANkER-Fluechtlingseinrichtungen-Politik-der-Abschottung-3952725.html

    zu (5): https://www.wissen.de/lexikon/zweikammersystem
    Hier: Bundes-Bürger-Senat für u.a.: Umwelt-, Sozial-, Arbeits-, Kultur- und Bildungspolitik

    zu (6): http://hpwallner.com/inseln-der-nachhaltigkeit/
    http://hpwallner.com/brief-aus-der-zukunft-von-visi-onar/

  • mkv

    |

    „It´s The Democracy, Stupid!“

    „Drohende Gefahr“ aus der Mitte

    Den Satz von Jacqueline Floßmann, der Mensch tue nichts anderes, als irgendetwas abzusondern, kann man unterfüttern mit diesem, zumal er den Blick lenkt auf die Krise der Mitte:

    „Die Vertreter des „Konservativen Aufbruchs“ treffen [trafen] sich an diesem Wochenende und planen ein Manifest und fordern, im Pakt mit Pegida, einen Rückzug von Angela Merkel.“

    Über die Notwendigkeit bzw das Fehlen eines visionären Zukunftsentwurfs klagt heute Morgen auch Georg Diez in seiner SPON-Kolumne, wo es weiter heißt:

    Fast seit 70 Jahren herrsche „Stillstand. Seither herrscht Verwaltung des Status Quo, seither herrscht Politik als Praxis ohne Vision, seither entleert sich langsam der Sinngehalt dessen, was eben eine Politik sein könnte, die weder konservativ ist noch rechts davon, sondern christdemokratisch im durchaus emanzipatorischen Sinn.“
    Quelle:
    Sinnentleerte Christdemokratie
    In der Mitte wird’s gefährlich
    http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/cdu-und-rechtspopulisten-in-der-mitte-wird-s-gefaehrlich-kolumne-a-1201658.html

    Bemerkenswert sein Schluss-Satz:
    „Es ist die Mitte, die die Rechte stark macht, die ideenlose, driftende Mitte, nicht die Linke. Es wäre an der Mitte, der konservativen Mitte, die Rechte mit emanzipatorischer und aufklärerischer Politik zu bekämpfen, anstatt sie zu kopieren. Es geht um diese Demokratie.“

  • Tobi Becq

    |

    @MKV

    Wer, der zumindest erträglich intelligent ist, hätte noch nicht erkannt, dass die gesamte Politik nur eine ganz, ganz schlechte Show ist, nicht nur hier in der kapitalfaschistischen US-Kolonie, mit der sich eh nur emotional, intellektuell und sittlich verwahrloste narzisstische, dissoziative und schizoide Hochgradpersönlichsstörungen identifizieren? Die ganze Show kann einen wachen und freien Geist einfach nur beleidigen.

    Der Seehofer wirft jetzt mit dummen Islam Hetzparolen um sich, nur um rechtes Leckwasser in den eigenen Reihen aufzufangen, das sonst in Richtung AfD abtropfen würde, nur um den ‚Customer satisfied‘ zu halten. Das geht, wie seinerzeit beim parasitären Marktfaschisten Gwido – mit seiner Volksverhetzung (’spätrömischen Dekadenz‘-Vergleiche gegen die eh schon Ärmsten der Armen) – auch wieder nur gegen eine unbedeutende Minderheit, die keine Lobby hat und die sich nicht wehren kann, die aber eh keinen stört, die hier seit Jahrzehnten friedlich und reibungsfrei koexistiert und Steuern zahlt, die Sozialsysteme am Laufen hält, die keinen beißt und die vor allem keine imperialistisch motiverten Angriffs- oder Öldurstkriege vom Zaun bricht! Aber der Horsti weiß eben, was auf der Agenda unserer transatlantischen Viehhalter steht! Putin und der Iran, bzw. der Islam und natürlich den Teile&Herrsche Keil weiter ins Fleisch der bleedn Deitschn zu treiben.

    Genauso schlimm sieht es auf der Gegenseite aus. Da muss ich natooliv-grüne Lokalpolitiker auf einer Polizeirrechtsreform-Demo sehen! Uuuuunerträglich! Als ob dieser, sitten- und grundgesetzwidrige Hartzreformen und Überwachungsgesetze durchgewinkt, sowie völkerrechtswidrige Angriffskriege geführt habende Bodensatz wirklich keinen Funken Scham oder Respekt vor den Gefühlen der entrechteten, überfahrenen und ausgebeuteten Herde mehr hat. Widerlich, genau wie der Seehofer oder seinerzeit der Westerwelle. Es grenzt schon an Verhöhnung des sittlichen Empfindens und des Intellekts, müssten sich solche Leute doch seit Jugoslawien und der Agenda 2010 eigentlich wegen Hochverrats verantworten.

    Apropos. Noch finsterer wird es nur am Boden des Gefäßes bürgerlicher Herrschaft, bei denen die gar nichts mehr fühlen, ja die noch schlimmer als AfDler sind, weil sie diesen – wie seinerzeit auch den Nazis – durch den ständigen Verrat am Souverän den Weg doch erst geebnet haben, wir reden von der SPD. Jetzt wo sie wieder, Verrat begangen habend (die können ihrem Wesen nach auch gar nichts anderes), nach dem Pfründen der Herrschaft umgefallen sind, hauen sie – als Muttis Wurmfortsatz und Erfüllungsgehilfe zahnlos geworden – leere Sprechblasen von Hartz4-Abschaffung raus. Das ist mehr als nur eine Frechheit, als eine Beleidigung und Verhöhnung. Mir fällt dazu nicht mal ein Wort ein!

  • mkv

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    Vollzug des Artikels 146 GG

    Zur von TobiBecq am Ende angerissenen Schein-Diskussion der SPD ein Hintergrundsbericht des Bürgerrechtlers Harald Tomé

    http://tacheles-sozialhilfe.de/startseite/tickerarchiv/d/n/2340/

    den man einfach nur in Ruhe durchlesen und verstehen muss, um den finalen Niedergang der SPD und der anderen konservativen Mitte vor Augen zu haben. Und um zu erkennen, dass nur eine neue Verfassung das alte, Millionen von Menschen erniedrigende System zu überwinden in der Lage ist. Das alte richtet die Menschen und die Parteien in der Mitte über kurzoderlang zugrunde. Es droht am Horizont die Geburt eines totalitär ausgerichteten rechten (Überwachungs)Regimes. Das die Menschen verfassungswidrig zum Objekt seines Handelns final herabwürdigt.

    Wie Tomé es immer wieder schafft, angesichts des politischen „Morasts menschlicher Absonderungen“ (Floßmann) pfeilgerade das Gewichtige herauszuarbeiten, sollte auch im Bundespräsidialamt mittlerweile bemerkt und á la von Weizsäcker bei der allfälligen Neuauflage der Parteien-Kritik aus der Villa Bellevue berücksichtigt werden.

    Aber ja: Steinmeier hat als Kanzleramtsminister der Regierung Schröder/Fischer die Agenda 2010 maßgeblich mitinitiiert. Und die Frau Nahles verkündet gerade Ende der H4-Debatte. So sieht die lauthals verkündete Erneuerung der SPD aus. Ich sehe Abertausende SPD-Mitglieder mit roten hängenden Köpfen durchs Land ziehen … als hätte man ihnen die „Wirbelsäule herausoperiert“, um insoweit an eine durch Mark und Bein gehende Karikatur von Jo Weller zu erinnern.

    Was die Republik zum 70jährigen Bestehen des Grundgesetzes (1949-2019) braucht ist eine bundesweite Verfassungsdiskussion im Rahmen des Artikel 146 GG mit dem Ziel einer neuen Verfassung.

    Dazu zwei Links zur Re-Aktivierung der Verfassungsdiskussion:

    https://dejure.org/gesetze/GG/146.html

    Die sozialen und arbeitsrechtlichen Verfassungs-Fragen sucht man beim Stand der Verfassungsdiskussion bisher vergeblich; Zeit für einen Neustart!

    https://www.bundestag.de/blob/478782/8f64e861d9bf5ea27126e9cfadf757cc/wd-1-037-16-pdf-data.pdf

  • Mat

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    Ähhhm..,…fickt Euch alle!

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