Steinerne Brücke: Führung übers neue Pflaster

„Steril”, so wie in der Maximiliansstraße oder auf dem Neupfarrplatz sei der geplante neue Belag für die Steinerne Brücke, sagt Generalkonservator Egon Greipl. Am historischen Belag orientiert sei das neue Pflaster, sagen Vertreter der Stadt Regensburg, die dabei vor allem auf eine besseren Schutz der Steinernen vor eindringendem Salz und Wasser pochen. Verhindern kann das bayerische Landesamt für Denkmalpflege trotz Greipls ästhetischer Bedenken nicht. Er hoffe auf das Engagement der Regensburgerinnen und Regensburger, ließ er am Dienstag im Kolpinghaus verlauten. Die Stadt lädt unterdessen zu Führungen in den städtischen Bauhof ein, um am dort ausgestellten „Musterbauwerk” in Augenschein zu nehmen (Foto). 15 Meter lang ist das nachgebaute Modell im Maßstab 1:1. Auch der neue Belag ist dort zu sehen: Anstelle des gewohnten Kopfsteinpflasters sollen nach der kürzlich begonnenen Sanierung Granitplatten treten. Bei der Auswahl des Belags habe sich das Tiefbauamt „in enger Abstimmung mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege” an einer Fotografie aus dem Jahre 1859 orientiert, heißt es heute in einer städtischen Pressemitteilung. Das Foto zeige einen Plattenbelag, „der nach einer Aufzeichnung bereits 1648 verlegt wurde”. Zwei Führungen wurden bereits durchgeführt. Die Stadt spricht von 200 Besuchern und „positiver Resonanz”. Wer sich selbst ein Bild machen möchte, kann am Samstag, 24. April, den städtischen Bauhof Nord (Harthofer Weg 9) besuchen. Führungen finden um 10, 11, 13, 14 und 15 Uhr statt. Fest steht bereits jetzt: Nach ihrer 20 Millionen Euro teuren Restaurierung wird sich die Steinernen Brücke – voraussichtlich im Jahr 2014 – wesentlich anders präsentieren als heute. Neben dem Pflaster werden sich auch Brüstung und Beleuchtung verändern.

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Kommentare (28)

  • Roswita Hallhuber

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    Wo solche „Planungen“ hinführen, kann man am Beispiel der Prager Karlsbrücke sehr schön sehen: http://www.sueddeutsche.de/reise/411/508555/text/

    Wahrscheinlich ist es das erklärte Ziel der Stadtverwaltung, dass Regensburg noch unter OB Schaidinger der Welterbetitel aberkannt wird.

  • Roswita Hallhuber

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    Im Übrigen: Was war 1648? Richtig! Ende des 30jährigen Kriegs. Da haben die damaligen Stadtväter mit Sicherheit auf alles geachtet, aber nicht auf historische Vorgaben. Was ist also richtig oder falsch?

    Berät Herr Unger jetzt schon das Bauamt?

  • kein

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    ohje…ohje…ohje…vermute die 200 sich positiv äußernden sind die planer, die umsetzer und deren familien…schlimm!

  • U. Lechte

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    Meines Erachtens hat man sich 1648 mit Sicherheit keine Gedanken zum Denkmalschutz gemacht und einen Riesentanz um Bodenbeläge irgendeiner Art gemacht. Solch ein Unfug ist erst in den letzten Jahren entstanden. Wenn der neue Belag besser dem Erhalt der Steinernen Brücke dient, was spricht dann gegen Ihn? Gott sei Dank sind unsere Vorväter nach der Steinzeit auf die nette Idee gekommen, die Höhlen zu verlassen und Hütten zu bauen. Ansonsten würden wir heute noch im Fell und mit Keule auf die Jagd gehen und das Fleisch auf eine Feuerstelle braten. Entwicklung ist notwendig – auch im Bereich von Bodenbelägen!

  • H. Müller

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    Also ich finde den Belag auf dem Foto ganz ansprechend, genauso wie die im Hintergrund zu sehende Neugestaltung Stadtamhofs!
    Man muss eben mit der Zeit gehen, gerade in Regensburg, wo eh alles irgendwie so alt und historisch ist. Entwicklung ist notwendig!

  • Gonzo

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    Regensburg ist wie eine in die Jahre gekommene Blondine ohne Hirn, die glaubt irgendwelche Titel gäbe es zum Nulltarif.

  • Jakob

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    Ich finde den neuen Belag aus Flossenbürger Granit an sich nicht so schlimm (eine Gedanktafel am Colosseum aus dem selben Material würde sich anbieten). Anscheinend verhindern die Platten das Eindringen von Wasser in die verstreusalzene Brückenkernsubstanz. Das alte Straßenpflaster sollte aber keinesfalls in der Garageneinfahrt des erstbesten Parteibonzens landen, sondern im von der Allgemeinheit genutzten öffentlichen Raum eingesetzt werden – als Ausgleich. Also meinetwegen auch ausserhalb des Weltkulturerbes, aber nicht unbedingt vor einem Verwaltungsgebäude.

    Die Brüstung allerdings ist durch die vorgelagerte Bewährung (GEGEN DAGEGENFAHRENDE BUSSE???!?!?!?) etwas hoch geraten. Um den Strudl zu sehen müsste man dann schon auf diese seitliche Stufe steigen. Das empfinde ich als ausserst störend, da es den Blickwinkel beim Flanieren entscheidend einengt.
    Kann man denn nicht einfach grundsätzlich auf den Busverkehr über die Steinerne verzichten?
    Schließlich haben die Busse mit ihren großen horizontalen Bremslasten entscheidentd zur Marodisierung und Zerüttung der Brücke beigetragen. So oft wird die Feuerewehr wohl auch nicht über die Steinerne fahren, wenn überhaupt.
    Meines Erachtens fehlt also ein grundsätzliches und entgültiges NEIN zum motorisierten Verkehr auf der Steinernen Brücke, sonst könnte man die seitliche relativ hoch geratene Bewährung, die auch die Brüstung erhöht, einfach weglassen. Sie erfüllt nähmlich nur den Zweck die Brüstung vor dagegenfahrende Großfahrzeuge zu schützen, die dann in die Donau stürzen könnten.

    Ich habe mich übrigens selbst einmal eine zeitlang seismografisch mit dem Pflaster der Steinernen Brücke auseinendergesetzt: Radrüttelzeichnend auf meinem Fahradlenker, 242 mal die Brücke überquerend, genausooft wie die Busse an einem Tag….
    eine kleine fragmentarische aber schon ganz interessante Dokumentation (die ich irgenwann noch um die Zeichnungen und den Dokumentarfilm und Fotoalben vervollständigen werde) findet sich auf meiner Internetseite; hier der Link:

  • Besserwisser

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    Jakob, mit Verlaub, was muss man rauchen, um so eine Internetseite auf die Beine zu stellen? LOL

  • Roland Hornung

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    Zur homepage:

    Dort zum Text : Masse mal Beschleunigung ist “ Kraft „, “ Impuls “ hingegen ist Masse mal Geschwindig-
    keit, und Arbeit ist das Integral der Kraft…

  • Johanniter

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    Was häßlich ist, muss man auch häßlich nennen dürfen!
    Auf dem geplanten Pflaster sieht man jeden Spuck-, Kotz- und Pissflecken tagelang. Vergleiche hierzu die Kaugummi- und Alkoholiker-Spots und -drops auf dem Pflaster der Maximilianstraße und auf dem Neupfarrplatz. Das alte Katzenkopf-Pflaster, wie Kassiansplatz und Haidplatz zeigen, kann derlei Danebenbenehmen besser ab. Ist zwar nur optisch ein Vorteil, aber immerhin. Ästhetik ist eben die Sache der Stadtvorderen im Planungsamt und wohl auch in Referat 1 nicht.
    Mein Kommentar zum Europabrunnendeckel: Umweltverschmutzung akustischer Art und einfach „greislich“. Es ist nicht alles Kunst, was sich so nennt.

  • Sir Sonderling

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    Aus radltechnischer Sicht begrüße ich den geplanten neuen Belag.
    Eine Stadt darf nicht zum Museum verkommen. Dort leben Menschen, und viele davon werden durch das grobe Kopfsteinpflaster schikaniert. Das „neue“ Pflaster sieht doch auch altehrwürdig aus. Der Rest ist Haarspalterei.

    Servus,
    Sir

  • Altstadtfreund

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    @ 15. April 2010 um 18:15 Uhr

    Im Übrigen: Was war 1946? Richtig! Das Jahr nach dem Ende des Weltkriegs. Da haben die damaligen Stadtväter mit Sicherheit auf alles geachtet, aber nicht auf Einfügen in die historische Umgebung oder freien Ausblick. Was ist am Eisernen Behelfssteg also richtig oder falsch?

  • Jakob

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    @ johannieter:
    Du bist ein Schwafler und gewaltig grün hinter den Ohren! Hast du dir selber schonmal Gedanken gemacht die ein bisserl weitergehen, oder hast du selbst schon einmal Initiative ergriffen?
    Schreib doch bitte deinen Kommentar („akkustische Lärmbelästigung, einfach greißlich „usw )zum Europabrunenndeckel auch auf die entsprechende Seite Eurpabrunnendeckel.de, Ich werde ihn selbstverständlich freistellen, dein Pseudonym darfst du behalten.
    Ob du dich allerdings jemals mit Kunst beschäftigen wirst, mag ich bezweifeln.
    Vielleicht lässt sich das aber auch in einem persönlichen Gespräch am Brunenndeckel (er)klären.
    Im übrigen: Wenn du so reinlich bist, dann sammel doch selber 4 mal am Tag den Müll ein, entferne die Kaugummireste und feg den Platz alle zwei Tage und das ehrenamtlich, umsonst und auf eigene Kosten und überleg dir, wie mans besser machen kann und was hilft, wenn am Monatsanfang bereits mehr Geld abgebucht wird als man hat.. Tu dir doch diese 70 Stunden Woche selbst an, dann kriegst du vieleicht ein Gefühl für deine Überheblichkeit.
    Mir jedenfalls macht mein Arbeit sehr viel Spaß.

    Zum Thema:
    Ansonsten empfehle ich allen interessierten doch am Freitag den 24. um 19:30 in den Lesesaal der Stadtbücherei zu kommen und den Ausführungen von Herrn Swaczyna zu lauschen. Sicherlich kann man da auch kritische Fragen stellen, aber sicherlich lässt sich da auch einiges (er)klären.

    JAkob

  • Bernd Henneberg

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    @ Sir Sonderling:Aus radltechnischer Sicht begrüße ich den geplanten neuen Belag.
    Das mag ja sein. Jeder andere Belag ist aber „Aus radltechnischer Sicht “ ebenso zu empfehlen. Nur eines ist sicher: Wenn ein Belag von der Qualität des Belages der Maxstraße oder des Neupfarrplatzes kommt ist eines sicher: Das Gebot Kaiser Heinrichs 4 aus dem 14 Jahrhundert die Steinerne Brücke für alle Zeit dem Fahrverkehr offen zu halten, kann man nicht mehr erfüllen. Kein Fuhrwerk der Welt wird diese Rutschbahn mehr benützen können. Es ist ja schon lebensgefährlich durch die Maxstr. mit der Kutsche zu fahren. Nicht für die Mitfahrer sondern für s Pferd. Ob das Edikt des Kaisers die Bundesrepublik Deutschland als Rechtsnachfolger noch bindet, weiß ich nicht. Bindend ist auf jeden Fall, daß die Steinerne Brücke für das wofür sich gebaut wurde weiterhin benutzbar bleibt: nämlich dem Verkehr mit Fuhrwerken. Und übrigens was ist eigentlich ein Fahrrad: Ein ein- bis zweiachsiges Fahrzeug, daß durch Muskelkraft betrieben wird. Und nun die Frage: Was ist ein Fuhrwerk?

  • H. Müller

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    Jetzt noch mal im Ernst:

    Ich persönlich bin zuerst einmal zusammengezuckt, als ich vom Vergleich mit der absolut misslungenen Maxstrasse gelesen habe.

    Allerdings finde ich persönlich auch die jetzige Lösung mit Kopfsteinpflaster und vermeintlichem Bürgersteig weder praktisch noch besonders ansehnlich.

    Bis vor kurzem war es immer so, dass die Radfahrer auf dem Pflaster fuhren, und wenn kein Fussgänger da war, auf den glatten Bürgersteig auswichen.

    Jetzt, da Fussgänger und Radfahrer rechtlich gleichberechtigt sind, und auch die vielen Touristen diese „Tradition“ nicht kennen, gibt es ab und zu eine gewisse Konfusion.

    Eine durchgehende, glattere Oberfläche wäre für Radfahrer und Rollstuhlfahrer auf jeden Fall praktischer.

    Was die Ästhetische Seite angeht, sollte man vielleicht wirklich die Gelegenheit wahrnehmen, und sich das ganze mal anschauen.

    Mir kommt das aber, so wie es auf dem Foto aussieht, ein bisschen zu kalt und rechtwinklig daher.
    Es sollte auf jeden Fall zu der Altstadt- bzw Stadtamhofer Silhouette passen, und auch einen gewissen warmen Farbton haben.

    Und was die Stufen an den Seiten sollen, verstehe ich nicht.

    Ach ja, und bitte nie, nie mehr Busse, drüberfahren lassen!

  • gifthaferl

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    „Ich persönlich bin zuerst einmal zusammengezuckt, als ich vom Vergleich mit der absolut misslungenen Maxstrasse gelesen habe.“

    Wieso, genauso steril und tot sieht das doch aus, schon im Modell.
    Da die echte Brücke um einiges länger ist, das wird den Eindruck nicht beleben.

    „Bis vor kurzem war es immer so, dass die Radfahrer auf dem Pflaster fuhren, und wenn kein Fussgänger da war, auf den glatten Bürgersteig auswichen.“

    Was die Radfahrer ja nicht gedurft hätten, nicht wahr?

    „Jetzt, da Fussgänger und Radfahrer rechtlich gleichberechtigt sind, und auch die vielen Touristen diese “Tradition” nicht kennen, gibt es ab und zu eine gewisse Konfusion.“

    Als Radfahrer absteigen und schieben, wie wäre es damit?
    Wäre zudem Schrittgeschwindigkeit in Fußgängerbereichen nicht ohnehin, vorgeschrieben?

    Es ist immer so unerhört angenehm, wenn sich lautlos von hinten ein Fahrrad nähert, und dann haarscharf an einem vorbeifährt.
    Oder auch von vorne mit Karacho direkt auf einen zu, und man automatisch wegspringt – sofern man das kann – weil man ja nicht wirklich sicher sein kann, ob der Fahrradfahrer die Kurve kriegt.

    Für den Fußgänger – auch für den gehbehinderten mit oder ohne Rollstuhl – ist übrigens kein spiegelglatter Belag notwendig.

    Im Gegenteil, für den Fußgänger ist der Belag in der Maxstraße und am Neupfarrplatz schon rutschig, wenn es nur nass ist, geschweige denn mit diesem Split, der nun gestreut wird, der rutscht bei Eis oder Nässe selbst noch weg auf diesem Untergrund.

    Aber was rede ich von Fußgängern, gar solchen, die vielleicht nicht mehr so 100prozentig sicher auf den Beinen sind, oder etwa gedankenverloren gucken wollen – oder beides!

    Gab es früher nicht mal die Regel, Gruppen hätten sich an den Möglichkeiten der Schwächsten zu orientieren bei gemeinsamen Aktivitäten?
    Also beim Bergsteigen, Wandern etc. war das noch zu meinen Lebzeiten üblich, aber das ist mit Sicherheit eine Denke, die aus der Steinzeit kommt, die hat offenbar endgültig ausgedient – nicht nur bei Planern.

  • Johanniter

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    @Jakob
    Ich sehe keine Veranlassung, diesen Pseudokünstler mit dem „Europabrunnendeckel“ (weder Brunnen, geschweige denn Europa!) auch noch zu featuren. Was greislich ist, darf man greislich nennen.
    Wenn die Stadt und Müllbürgermeister Wolli nicht in der Lage sind, Dreck und McDonalds-Müll wegzuräumen, so hat sich ein Dummer gefunden, der das für sie kostengünstig erledigt. Selten so gelacht!

  • Sir Sonderling

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    @Bernd Henneberg:

    >> Das mag ja sein. Jeder andere Belag ist aber “Aus radltechnischer Sicht ” ebenso zu empfehlen.

    Wohl kaum. Das aktuelle Brückenpflaster belastet das Rad insgesamt schon recht stark.

    @gifthaferl

    Wer hat denn bitte davon gesprochen, dass er über die Brücke radelnd rasen möchte?
    Momentan ist es einfach so, dass durch das grobe Pflaster auch bei langsamer Fahrt zu ziemlich alles locker wird, was an einem Rad locker werden kann.

  • gifthaferl

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    @ Sir Sonderling

    Das ist meine Erfahrung als Fußgänger in dieser Stadt.
    Unbeschwert schlendern kann man je weniger Fußgänger nur ihnen vorbehaltene und auch deutlich abgesetzte Bereiche haben, die Fahrer wovon auch immer, nehmen in der Regel auf Fußgänger keine Rücksicht.

    Radfahrer sind da überhaupt keine Ausnahme, im Gegenteil sie wähnen sich ja selbst offensichtlich überhaupt nicht als Gefahr für andere.
    Das ist Autofahrern noch eher im Bewusstsein, als Radfahrern, jedenfalls in Bereichen, wo erlaubt oder nicht, alles durcheinandergeht.

    Ob du nun schnell oder langsam fährst ist eigentlich irrelevant, weil auch Radfahrer in Fußgängerbereichen nicht fahren dürfen, und über 12 auch nicht auf Gehwegen.
    Das gilt auch auf der Brücke!

    Halten sich erwachsene Radfahrer daran?

    Umweltfreundlich muss man nicht nur auf Emissionen beziehen.
    Davon abgesehen machen Fußgänger auch keine

    Wenn du bei holprigen Belag, zumal in einem Fußgängerbereich schiebst, dann lockert sich nichts am Rad, soweit mit bekannt ist.

  • Sir Sonderling

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    @ gifthaferl

    Ich denke die Brücke ist wirklich breit genug für eine friedliche Ko-Existenz zwischen radelnden Radlern und Fußgängern. Ein halbwegs rüttelfreier Belag würde keinen Radler mehr in Versuchung führen, auf dem Gehweg zu fahren.

    Ich bin übrigens auf der Brücke und in der Altstadt fast ebenso häufig zu Fuß unterwegs wie mit dem Fahrrad und kann die Situation der Fußgänger demnach gut einschätzen. Da ich mich in 10 Jahren Altstadtwohnung kein einziges Mal von einem Radler gefährdet gefühlt habe, muss ich Deine Visionen von den omnipräsenten hundsgemeinen Radl-Rüpeln ins Reich der Legenden weisen – das ist schlichtweg Humbug. Aber – und das sehe ich vor allem als Fußgänger – es gibt genug Leute die sich einfach über alles aufregen wollen. Nehmen wir eine Nervenschwäche dazu, dann kann es schon mal vorkommen dass man sich erschreckt wenn jemand an einem vorbeiradelt. Das kann dann gerne mal zu geriatrischen Mundflatulenzen führen……“ja, unterm Adolf hättens solche Radler….“
    Ich weiß nicht in welcher Stadt Du lebst, aber in R kann man sich (sofern man seine Sinne halbwegs unverzögert beisammen hat) als Fußgänger täglich völlig frei bewegen ohne dass man sein Leben durch Radler riskiert bekommt. Das ist meine Meinung als Fußgänger.
    (Als Radler bin ich eingedenk meines Fahrstils selbstkritischerweise anderer Meinung ;-))

  • Jakob

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    @Johannieter: Müll wegräumen und renovieren, ist am Europabrunnnendeckel Voraussetzung für eine künstlerische, kulturelle oder soziale Arbeit; (kennst du die Beuys mit Besen Tradition?) Das Leute wie du nichts von der Sache verstehen oder wahrnehmen dürfte aber auch ohne mein Zutun allen klar geworden sein. Vielen Dank. Im übrigen ist mir es mir egal ob ich Kunst mache oder nicht und dann wieder nicht, nur so lässt sich das ganze objektiv verurteilen. (Frei nach John Cage.)

    zum Thema: Als Radler ist es mir egal ob man auf der Steinernen radfahren darf oder nicht und ob das Kopfsteinpflaster ist oder nicht, das kann mich doch nicht hindern, oder hat sich je jemand an das Schild „Fußgänger bitte links gehen gehalten?“ Allerdings lächerlich wär das ja schon, wenn die Brücke nur noch für Fußgänger (also Touristen) da sein soll und für die Busse unbedingt ein Behelfssteg nach Stadtamhof gebaut werden würde….Hoffentlich nicht, aber wer weiß?
    Der neue Pflasterbelag besteht aus sandfarbenen Flossenbürger Granitplatten die etwas aufgeraut sind….
    Das Kopfsteinpflaster ist natürlich viel schöner, aber die Brücke im Kern (durch die letzten 40 JAhre) versalzen, deswegen muß anschenend ein versiegelter (Platten) Belag her, damit das Wasser ablaufen kann.
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    Eine Platte aus Flossenbürger Granit sollte ausserdem endlich an das KZ Flossenbürg Aussenlager Colosseum angebracht werden, von wo aus der Hungermarsch der Häftlinge täglich über die Steinerne zu den Bahngleisen führte. Im KZ Flossenbürg wurden die Häftlinge durch Arbeit im Steinbruch vernichtet.
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    Das orginal Kopfsteinpflaster sollte man als Denkmal gegen den Streusalzwahn und seine Folgen bei nächst bester Gelegenheit in Oginallänge verlegen, vieleicht zwischen Europabrunnendeckel und Bahnhof für den interessierten Touristen, der vom Bahnhof kommend einen tollen Vorgeschmack auf das Kultur(st)erbe kriegt. (irgenwann kann man das Pflaster dann ja auch wieder umbetten, so wie das König Ludwig „i“ Reiterstandbild). Die Esplanade und somit auch den (immernoch geplanten?!) Europabrunnen könnte man endlich gleich mit beerdigen; – obwohl so ein paar Lichtsäulen würden sich doch auch gut zum Kopfsteinpflaster gesellen oder ? (auweia Ich bin eben kein Historienkitschpurist).
    Das Kopfsteinpflaster hat ja ausserdem so einen verkehrsberuhigenden Charakter: Die Fußgänger sollen in der Mitte der Straße laufen und den Radlern wird extra was hingeteert (damit sie den Zug nicht verpassen).
    Von meiner Seite sehe ich das als ernsthaften Vorschlag – alles eine Sache des Verstands, vielleicht auch für das Weltkulturerbe…

    Übrigens am 30.4. um 20:30 wird aus dem Europabrunnendeckel eine Lesung übertragen:
    „ICH BIN DER GROßE REINIGER“ (James Joyce)
    Johannes Geigl (Galerie Optic Nerv, Max und Moritz-Preis 2002 für die beste Übersetzung und Edition einer Graphic Novel) ließt Finnegans Wake von James Joyce.

    bis denne
    JAkob Pseudokünstler-MAulwurf
    Ps: Ich glaub in Bayern wird am meisten gesalzen, da geht das Streusalz nie aus und hier in Regensburg sind wir mit dem größten Streusalzlager angeblich deutschlandweit führend….sogar der Europabrunnenndeckel wird im Winter großzügig gesalzen.

  • grace

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    Aber nicht breit genug für eine friedliche Ko-Existenz zwischen Fußgängern, Radlern, Touri-Horden UND BUSSEN!

    Das Bild des Regensburg nach 2014? Blick nach Süden Richtung Galgenberg?
    Der Schotterhaufen das ehemalige Brücktor, an dem einer mit dem Meissel zugange war?

  • Sir Sonderling

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    @grace
    >> Aber nicht breit genug für eine friedliche Ko-Existenz zwischen Fußgängern, Radlern, Touri-Horden UND BUSSEN!

    Kein Thema. Ich habe nichts dagegen wenn die Brücke für Fußgänger, Touris und Busse gesperrt wird bzw. bleibt.

  • gifthaferl

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    @ Sir Sonderling

    Das kann dann gerne mal zu geriatrischen Mundflatulenzen führen……”ja, unterm Adolf hättens solche Radler….”

    Ich finde diese Bemerkung ziemlich unpassend, zudem wäre sie sachlich falsch, denn unsere Straßenverkehrsordnung, erstmalig inkraft getreten 1934 und seitdem mit Novellierungen gültig, legt ja das Recht der Stärkeren, in diesem Fall Beräderter, eindeutig fest.

    Radler kommen vor, und haben sogar Rechte, Fußgänger haben ausschließlich Gebote, ansonsten ist auf sie (nach Möglichkeit) lediglich Rücksicht zu nehmen.
    http://bundesrecht.juris.de/stvo/__25.html

    Dass unter dem Herrn der Autobahnen, Fußgänger allenfalls als den Verkehrsfluss behindernde Randerscheinungen betrachtet werden, hat doch wohl auch seine Folgerichtigkeit.
    Von diesem Prinzip hat man sich bis heute nicht verabschiedet.

    Mehr als Fahrlässige Tötung kann nicht rauskommen, wenn man im Straßenverkehr jemand umbringt, da kann man machen was man will, auch vorsätzlich und immer, es sei denn, es ist der Erbonkel, das könnte auffallen.

    Du kannst ja Spasses halber mal die Strafandrohungen für Diebstahl, Raub, Raub mit Todesfolge und Schwangerschaftsabbruch (also ohne alles was den dann doch straffrei macht) mit dem Höchst- und Mindestmaß für Tote im Straßenverkehr vergleichen.

    „Aber – und das sehe ich vor allem als Fußgänger – es gibt genug Leute die sich einfach über alles aufregen wollen.“
    Ja wenn du meinst………………..

  • Sir Sonderling

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    @gifti:
    >>Das kann dann gerne mal zu geriatrischen Mundflatulenzen führen……”ja, unterm Adolf hättens solche Radler….”

    Easy, easy, nicht alles Todernst nehmen. ;-)

    BTW: Der Radler welcher riskiert einen Fußgänger umzufahren ist einfach nur doof…denn dabei riskiert er selbst einen Sturz – und er wird ohne Zweifel härter aufschlagen als der Fußgänger.

  • Reinhold Breuer

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    „.. war noch zu meinen Lebzeiten üblich“ – Hallo Engel, seither übst du nun Huldigen oder Einheizen? @ 17.4.2010 17:57 Uhr

  • Veits M.

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    Mit dem Amphibien-BUS durch den Donau-Strudl?

    Das wohl nicht – aber: es gibt „Neues“ in der Welt der Technik. Einen Blick nach Rotterdam gibt es auf
    http://www.splashtours.nl – ein Input für kreative Verkehrsplaner und – gestalter, die willens sind, in größerer zeitlichen Abständen zu denken …

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