SOZIALES SCHAUFENSTER

Replik

Stirb langsam, Teil zwei oder: Kuhbandner reloaded

Über vier Monate hat sich Professor Christof Kuhbandner Zeit gelassen, um auf eine Glosse unseres Autors Martin Stein zu erwidern. Also antwortet auch Herr Stein –  ein letztes Mal. Dann ist genug Zeit verschwendet.

„Wenn jemand wie der Kuhbandner mit seiner Scheinfaktizität eine Professur haben darf, dann will ich mindestens zwei.“ Martin Stein. Foto: privat

Eine Replik auf Professor Christof Kuhbandner von Martin Stein

Wieder einmal hat regensburg-digital Geschichte geschrieben. Unser Artikel vom 25. Dezember 2020 über den selbsternannten Corona-Experten Christof Kuhbandner (hier nachzulesen) hat diesen zu einem schmerzhaften Akt der Selbsteinkehr gezwungen, in dessen Folge er seine Professur am Lehrstuhl für Psychologie in Regensburg einstweilen ruhen lässt und sich im Rahmen eines Sabbaticals auf den Jakobsweg begibt.

Natürlich… nicht.

Kuhbandner antwortet, wir antworten auch

Wir sind ja nicht naiv. Selbstverständlich gibt es in dieser Debatte keinerlei Besinnung, grade nicht von jemandem, der seinen Professorentitel als Selbstlegitimierung vor sich her trägt wie ein traditioneller Papuaner sein Penisfutteral. Ganz im Gegenteil: Telepolis reagiert, mehr als vier Monate später, mit dem Versuch eines Konters: „Es brodelt, es brabbelt, es raunt im Netz“. Harald Neuber, Chefredakteur und Herausgeber von Telepolis, befragt Christof Kuhbandner zum Artikel auf regensburg-digital, und dieser antwortet ausführlich. Also antwortet regensburg-digital auch nochmal, beziehungsweise der angesprochene Gastautor. Also ich. Aber damit muss es sich auch haben; dann ist Zeit genug verschwendet.

Zum Einen empfinde ich schon die Einleitung von Neuber als arg schlampig. Der Link auf unseren Artikel funktioniert nicht, und grundsätzlich stehen in den ersten zwei Sätzen der Replik zumindest dreieinhalb Unschärfen, vorsichtig formuliert:

  • Ich kritisiere keine „Äußerungen von Fachleuten zur Corona-Pandemie.“ Genau darum geht es. Ich kritisiere die Äußerungen von Nicht-Fachleuten.
  • Mein Text „erwähnt“ nicht „auch Telepolis und unseren Autor Prof. Dr. Christof Kuhbandner“. Er dreht sich explizit darum.
  • Der Text war auch kein „externes Feedback,“ und kritisiert wurden auch nicht „vier Aussagen“, sondern der allgemeine pseudowissenschaftliche Gestus, den Kuhbandner an den Tag legt, plus so einiges mehr, worauf dann nicht eingegangen wird.

Wenn der Link zu regensburg-digital funktionieren würde, könnten die Leser ein wenig einfacher das Ausmaß der Originalkritik einschätzen. Erbsenzählerei? Nun, ich finde nicht. Ich finde, das spiegelt die Ernsthaftigkeit der Plattform ganz gut wieder. Hat ja nicht der Praktikant geschrieben, sondern der Chefredakteur.

Weiter im Text. Bitte verzeihen Sie, dass das jetzt alles ein wenig länger wird; mir macht das auch keinen Spaß. Ich versuche, Sie so wenig wie möglich zu langweilen. Auf geht’s.

„Ich-hab’s-ja-gleich-gesagt“

Punkt eins: Es geht um die Aussagekraft der Neuinfektionen, einen klassischen Kritikpunkt der Maßnahmengegner. Kuhbandner erwähnt nun die Petition von Prof. Dr. Klaus Stöhr, dem Vorgänger Christian Drostens an der Berliner Charité, der eine Abkehr von der Inzidenz als alleinigem Maßstab für die Maßnahmen fordert, verbunden mit einem unterschwelligen Ich-hab’s-ja-gleich-gesagt.

„Ich-hab’s-ja-gleich-gesagt“ ist allerdings völlig unangebracht seitens eines Menschen, der im Grunde die Pandemie von Anfang an geleugnet hat. Stöhr tut das nicht. Er reagiert auf eine veränderte Situation, in der die Tests, ob PCR oder Antigen, eine neue Wertigkeit erfahren, schon alleine aufgrund der Testhäufigkeit und etwa des Umstandes, dass anfangs ja nur Menschen mit Symptomen getestet wurden. Das ist mittlerweile anders, und insofern kann man natürlich auch die Bewertung von Inzidenzen hinterfragen. Das geschieht übrigens auch; da sich die Lage der Pandemie im stetigen Fluss befindet, muss auch das Handeln dauernd angepasst werden. Und, dazu nur ein kurzer Einwurf: Es gibt da tatsächlich, gerade an der Politik, ständig und stetig einiges zu kritisieren – aber wer am grundsätzlichen Ernst der Lage zweifelt, wie Kuhbandner das tut, hat sich außerhalb des Rings der ernsthaften Kombattanten gestellt.

Stöhr ist hier der Arzt, der angesichts der Fortschritte in der Medizin hinterfragt, ob seine Patienten denn wirklich alle Bluttransfusionen benötigen; Kuhbandner ist der Zeuge Jehovas, der immer schon gegen Bluttransfusionen war, weil es ihm sein Gott so erzählt hat. Er fordert konkret als Maßnahme gegen eine Pandemie, an die er im Grunde nicht glaubt, repräsentative Stichproben in der Bevölkerung. Bei einem Virus, das sich aus einzelnen Clustern heraus explosiv verbreitet hat.

Was für Vorstellung. Da müsste man dann also hoffen, dass das nächste Ischgl repräsentativ genug wäre, um in eine Testung zu fallen.

Von den Test-Befürwortern wurde und wird übrigens nach wie vor nicht die Unfehlbarkeit des PCR-Tests propagiert (auch vom bösen Drosten nicht, NDR, Coronavirus-Update 84) – allerdings wissen sie, dass sie damit auf jeden Fall einem neuen Covid-Ground-Zero auf die Spur kommen werden, bevor der sich dazu bequemt, eine repräsentative Zielgruppe zu infizieren. Die Tauglichkeit von Massentests wird weltweit umfangreich untersucht (dazu eine neuere, noch nicht begutachtete Studie, die ebenfalls empfiehlt, sich nicht ausschließlich auf PCR-Tests zu verlassen); die Erkenntnisse werden diskutiert und die Wissenschaft auf den neuesten Stand gebracht, so, wie sich das gehört – was allerdings ja nicht nötig wäre, wenn man gleich den Christof aus Regensburg gefragt hätte.

Viel ist passiert in einem Jahr – nur nicht bei Kuhbandner

Schon in seinem ersten Telepolis-Beitrag vom 25. April 2020 (hier) konzentriert sich Kuhbandner auf die fehlende Aussagekraft der Infektionszahlen. Wer mehr testet, findet auch mehr – eine Binsenweisheit (und Punkt zwei seiner Telepolis-Replik). Kuhbander untermalt seine Theorie mit einem Eiersuch-Beispiel, worin die Kinder umso mehr finden, je länger man ihnen Zeit lässt. Schlagende wissenschaftliche Argumentation. Die Frage der Relevanz der Zahlen und der Tanz um das Goldene Kalb der falsch positiven PCR-Tests (Punkt drei der Replik, und eigentlich nicht von Punkt zwei zu trennen) ist aber tatsächlich nur gegeben, wenn man die Pandemie an sich oder in zumindest in ihrer Dimension bestreitet, oder wenn man bessere Alternativen zur Verfügung hat. Nur bei einer Krankheit, die im Grunde harmlos ist, deren Inzidenzwerte also keine nachvollziehbaren Auswirkungen auf die Intensivstationen und Friedhöfe der Welt haben, stellt sie sich überhaupt – und genau darauf will Kuhbandner hinaus.

Beantworten Sie sich diese Frage selbst.

Entsprechend konsequent sind dann die weiteren Ausführungen zur Frage, ob die Särge in New York und Bologna nicht mit anderweitig Verstorbenen gefüllt waren, und natürlich hat K. auch stets die coronabedingte Belastung der Krankenhäusern angezweifelt – Zitat: „Es ist eine offene Frage, inwiefern diese Überlastung wirklich dem Coronavirus oder womöglich auch anderen Krankheitserregern zuzurechnen ist.“

Und natürlich sind alle Infektionszahlen von Haus aus rückläufig, und die Maßnahmen gründen auf einem „durch Testanzahl künstlich erhöhten Anstieg in den Neuinfektionen.“ Wie gesagt, dieser Artikel war vor einem Jahr. Viel ist passiert seither, nur nicht bei Christof Kuhbandner.

Dieser Artikel ist die Kuhbandnersche Ursünde; so viel zu „ich hab’s ja gleich gesagt.“

Übrigens, ohne auf die Zahlen jetzt nochmals explizit einzugehen, hier die typische Vorgehensweise des Psych-Profs: Die 0,1 bis 0,5 Prozent falsch positiven Ergebnisse wirken sich „fatal“ aus, schreibt er, während bei den Covid-Todeszahlen (niemand hat, ganz nebenbei, jemals bei den Grippetoten zwischen „an“ und „mit“ differenziert) „nur bei 81,9 Prozent die offizielle Todesursache Covid-19 war“.

Ja, supi, kann man da nur sagen.

Gewollte Missinterpretation

Kuhbander führt in seiner Replik auch einen Artikel der Lancet (hier) an, und The Lancet ist schließlich eines der wichtigsten medizinischen Fachorgane der Welt. Untermauern deren Artikel tatsächlich den kruden Christof Kuhbandner? Mitnichten.

Genau da lässt sich nämlich wieder einhaken, weil das Vorgehen so typisch für unsern Herrn K. ist. Der Artikel beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Voraussetzungen für die Inzidenzwerte in verschiedenen europäischen Ländern. Eine wichtige Frage, wenn es um eine gemeinsame Basis an Zahlen und Fakten geht.

Kuhbandner vereinnahmt den Artikel für sich und spricht vom „Problem der nicht interpretierbaren Infektionszahlen“, und da missinterpretiert er gewollt. Man könnte auch sagen, er lügt. Lesen Sie den Artikel, er ist zwar auf Englisch, aber nicht lang. Es geht da nicht darum, dass etwas nicht interpretiert werden kann. Es geht darum, dass etwas interpretiert werden muss, und das ist nun einmal das genaue Gegenteil.

Es gibt übrigens eine Gruppe von Menschen, die stets starke Befürworter der Inzidenzwerte mit den daran gekoppelten Maßnahmen waren, und das waren die Ärzte, und darunter besonders die Intensivmediziner. Deren Modelle werden ebenfalls ständig angepasst (siehe hier), haben sich aber in der Vergangenheit als sehr verlässliche Instrumente erwiesen. Einen Kuhbandner kümmert das selbstverständlich wenig, und ich möchte in diesem Zusammenhang noch einmal das vielbeachtete Zeugnis des Intensivpflegers Ricardo Lange auf der Bundespressekonferenz vom 29. April nachreichen.

Natürlich eine Aussage ohne jeden wissenschaftlichen Wert. Trotzdem darf man sich gerne anhören, was die Frontschweine sagen, wenn ihnen aus dem Elfenbeinturm heraus vorgerechnet wird, dass sie ja noch gar nicht überlastet sind.

Am 29. Oktober 2020 stellt Kuhbandner die Frage: „Droht tatsächlich eine akute nationale Gesundheitsnotlage?“ (Spoileralarm: nö). Er fabuliert weiterhin von falsch positiven Tests und dem Auftreten harmloser Coronaviren, und ein Dreivierteljahr und zwei Corona-Wellen später gibt es keine Spur der Einsicht. Soviel zu „evidenzbasiert.“ Kuhbander erinnert da an jenen legendären Physiker, der nachweisen konnte, dass eine Hummel nicht fliegen kann.

„Lie of Omission“, Lüge durch Unterlassung

Der letzte Punkt, auf den Kuhbandner eingeht, ist die Frage nach den Sterblichkeitsraten, und auch das sind klassische Steckenpferde der Querdenker; Über- und Untersterblichkeit gehen auch dem Amateurvirologen mittlerweile leicht über die Lippen. Und wieder finden wir ein klassisches Stück Kuhbandner-Dialektik vor, die vom Verschweigen und der Halbwahrheit lebt. Wissenschaftlich? Lächerlich. Man erkennt ein Prinzip: Die beste Lüge ist die, die um ein Körnchen Wahrheit herum gebaut ist. Das ist das Perfide an Christof Kuhbandner.

Er zitiert etwa aus einem Bericht der LMU München (hier als PDF) wie folgt:

„Rein visuell erkennt man, dass 2020 kein auffälliges Jahr in Bezug auf die Übersterblichkeit war.“

Holla, denkt sich der Leser, trotz Corona wird nicht mehr gestorben! Alles halb so wild also! Folgendes lässt Kuhbandner weg:

„Es ist zu vermuten, dass ohne die ergriffenen Maßnahmen im März und im Herbst dieses Jahres die Daten deutlich anders aussehen würden. Insofern konnten die Maßnahmen eine Gesamtübersterblichkeit 2020 verhindern.“

Außerdem fehlt die Aussage zur aktuellen Situation mit Anpassung der Altersparameter:

„Aktuell zeigt sich eine Übersterblichkeit von ca. 30% bei den Über-80 Jährigen und von ca. 15% bei den 60-79 Jährigen.“

Entsprechend sein Umgang mit dem LMU-Bericht von 2021 (hier als PDF). Das hier zitiert Kuhbandner:

„Die Übersterblichkeiten sind zum Jahreswechsel abgeklungen und ab der 7. Woche ist eine Untersterblichkeit zu beobachten, d.h. in den einzelnen Altersgruppen sterben derzeit weniger Menschen als zu erwarten wäre (vor der Pandemie).“

Es fehlt Folgendes:

„Genauer gesagt, in der zweiten Welle wurde ein deutlicher Anstieg der Sterblichkeit in den Altersgruppen 60-79 und 80+ beobachtet, wobei die wöchentliche Übersterblichkeit in der älteren Kohorte zum traurigen Höhepunkt der zweiten Welle Werte Ende 2020 von bis zu 50% auf Bundesebene erreichte.“

Das hört sich doch schon ganz anders an.

Um das einmal einzuordnen: Zum Einen haben sich die Behandlungsmethoden verbessert, und es sterben weniger Menschen an Corona. Zum Zweiten sehen wir: Wer am Virus schon gestorben ist, belastet die Statistik kein zweites Mal. Ein drastisches Bild dazu: Ohne die genauen Zahlen zu kennen, würde ich vermuten, dass in Fukushima gerade keine Menschen sterben, oder zumindest sehr wenige. Nach der Logik Kuhbandners sollte das also der perfekte Ort zum Leben sein.

Der Engländer nennt diesen Umgang mit Fakten „Lie of Omission“, Lüge durch Unterlassung. Wer nur einen Teil der Wahrheit aus dem Kontext reißt, um einen bestimmten Eindruck zu erwecken, der ist eben ein Lügner. Übrigens könnte sich Professor Kuhbandner aus seiner unmittelbaren Nachbarschaft ganz frische Zahlen zur Sterblichkeit holen – das Uniklinikum Regensburg hat den Tirschenreuther Ausbruch gründlich unter die Lupe genommen und tut das auch weiterhin. Ein Fazit der Untersuchung (hier nachzulesen):

„Bei der Betrachtung aller Über-70-jährigen einschließlich der Hochbetagten und Bewohnern von Alten- und Seniorenheimen ergab sich eine geschätzte Infection Fatality Ratio von mehr als 13 Prozent. Das bedeutet, dass etwa 13 von 100 mit SARS-CoV-2 infizierten 70-Jährigen an der Infektion verstorben sind.“

Nein, das kann keine Grippe.

Kollateralschaden hui, „Kollateralnutzen“ pfui

Vielleicht noch ein paar zusätzliche Anmerkungen zur Über- oder Untersterblichkeit: Während auch die verbissensten Verfechter der offiziellen Pandemiebekämpfung die negativen Auswirkungen der Maßnahmen mit all ihren Kollateralschäden an Leib und Seele weder verharmlosen noch gar leugnen, scheint auf der anderen Seite völlige Blindheit bezüglich eventueller positiver Nebeneffekte zu herrschen – nennen wir das mal „Kollateralnutzen.“

So gab es 2020 zehn Prozent weniger Verkehrstote im Vergleich zum Vorjahr, Homeoffice und brachliegender Wirtschaft sei Dank. Die jährliche Grippewelle fiel aus – Distanz und Masken helfen also wenn schon nicht gegen Covid, dann aber zumindest gegen die Grippe. Ebenfalls lassen sich die negativen Folgen von Corona nicht alleine auf die Toten reduzieren – je länger die Pandemie dauert, umso deutlicher scheinen die Risiken der Spätfolgen, des sogenannten Long Covid zutage zu treten.

Aber das nur am Rande.

Kuhbandner und das Weimarer Masken-Urteil

Außerhalb dieser Replik auf die Replik muss nämlich noch eines dringend erwähnt werden: Das berühmt-berüchtigte Weimarer Urteil zur Maskenpflicht im Unterricht, das von Corona-Leugnern bundesweit und darüberhinaus gefeiert wurde. Mitfeiern ließ sich Christof Kuhbandner, dessen Gutachten als Grundlage für dieses Urteil diente. Mittlerweile wurden gegen den verantwortlichen Amtsrichter Untersuchungen wegen des Verdachts der Rechtsbeugung aufgenommen. Und das zuständige Verwaltungsgericht hält die Entscheidung für „offensichtlich rechtswidrig.“ Kuhbandner ficht das naturgemäß wenig an; er betrachtet seine Beteiligung am Urteil als Legitimationsnachweis seiner Sachkompetenz – dabei ist es das genaue Gegenteil.

„Ich wurde vom Richter aus Weimar als Fachexperte angefragt“, erzählt Kuhbandner am 13. April 2021 einem Stichwortgeber der Mittelbayerischen Zeitung, der in seinem beruflichen Werdegang das Kapitel „kritische Nachfrage“ krankheitsbedingt verpasst haben muss.

Nein, Kuhbandner wurde nicht als Fachexperte angefragt.

Der MZ sagt er, er wisse nicht, „was für den Richter letztlich ausschlaggebend war.“ Ich weiß es schon. Er wurde angefragt, weil der Weimarer Familienrichter jemanden gesucht hat, der ihm das erzählt, was er hören wollte. Es gibt keine andere Erklärung. Niemand findet in Weimar auf der Suche nach einem medizinischen Fachexperten einen Regensburger Psychologen, es sei denn, er will genau diesen einen haben.

Auch Telepolis wirkt bei Artikeln vom Kaliber Kuhbandners wie das poppen.de unter den Wissenschaftsplattformen. Da sucht man sich keine Gutachter, sondern nur was für die kurze Befriedigung auf dem Autobahnparkplatz, und außerhalb seiner Querdenker-Blase genießt Kuhbandner keinerlei epidemiologische Reputation. Soviel zu Weimar. Vielleicht kann ja demnächst ein Düsseldorfer Physiker seine Expertise zu einem Leipziger Sorgerechtsstreit abgeben.

Tatsachenfetischismus ohne Kontext

Diese Debatte hat sich zu einem Fakten-Quartettspiel à la mein Haus – mein Auto – mein Boot entwickelt, das schon vom Grundsatz her kein Ende finden kann. Man muss das aber ab einem bestimmten Punkt auch nicht mehr – den Schlüssel dazu liefert die Berliner Zeitung vom 4. Mai 2021:

„’Wenn wissenschaftliche Tatsachen unabhängig vom Kontext präsentiert werden, führt das zu einer Art Tatsachenfetischismus, der es dann leichter macht, eine Allianz mit dem Umlauf von Meinungen einzugehen’, bringt die Literaturwissenschaftlerin Nicola Gess es auf den Punkt. Genannt wird dies auch False Balance, falsche Balance. Wenn ich beispielsweise schreibe, dass das Coronavirus gar nicht so gefährlich ist, wie immer behauptet wird, dies mit Aussagen von Virologen unterfüttere, die dazu eine klare Minderheitenmeinung haben, verbreite ich Alternativen, die eigentlich keine sind.

Exakt das spielt sich auf den Plattformen sogenannter Querdenker ab. Sie ziehen sich die passenden Statements heraus und formen aus Außenseiterpositionen ‘ultimative Wahrheiten’. Aus Falschinformationen werden augenblicklich vermeintliche wissenschaftliche Fakten, die in den gleichgeschalteten Medien angeblich aber nie thematisiert werden. Dann heißt es: Nur sie können das Thema Corona differenziert betrachten und differenziert wiedergeben – und plötzlich spielt es keine Rolle mehr, dass eigentlich sie es sind, die völlig undifferenziert berichten und nur eine Seite wiedergeben und nicht das ganze Bild.“

Kuhbandner ist reiner Glaube

Und damit lasse ich es dann eben auch gut sein; man muss nicht den ganzen Ochsen fressen, um zu merken, dass er zäh ist. Christof Kuhbandner wird weiterhin Zuhörer finden, aber nicht, weil er bei irgendwas recht hat, sondern, weil er sagt, was von ihm in dieser Ecke erwartet wird. „Da ich hier als Wissenschaftler spreche, ist das Wort Glaube fehl am Platz“, meint er im MZ-Interview, und das ist mein Lieblingssatz des Homo Erratus der Uni Regensburg.

Kuhbandner ist reiner Glaube, der im wissenschaftlichen Baströckchen dahergetänzelt kommt, und niemand, der ihm zuhört, soll so tun, als habe er das nicht wissen können. Er ist ein Scharlatan, der sich in punkto Wissenschaftlichkeit nicht nennenswert von einem Mitglied der Flat-Earth-Society unterscheidet, sein methodisches Vorgehen ist unredlich, und das gehört bloßgestellt.

Was ist denn überhaupt mit den Punkten des regensburg-digital-Artikels, auf die er nicht eingeht? Ist es denn in Ordnung, sich für seine privaten Covidioten-Feldzüge das offizielle Mäntelchen der Universität Regensburg umzuhängen? Ist es in Ordnung, Corona-Fragen zum Prüfungsinhalt zu machen? Und gibt es irgendwann einen größten anzunehmenden Leichenberg, ab dem Christof Kuhbandner geneigt ist, die Pandemie als solche anzuerkennen?

Als Wissenschaftler nicht ernstzunehmen

Eines will ich betonen, und das gilt für diesen wie für den letzten Artikel: Ich bin kein Corona-Experte. Ich bin kein Virologe. Ich bin kein Arzt, kein Epidemiologe und auch kein Aerosol-Fachmann. Das bedeutet in der Konsequenz, dass ich zur Lage genausoviel zu sagen habe wie Prof. Dr. Christof Kuhbandner vom Lehrstuhl für Pädagogische Psychologie der Universität Regensburg. Scheint allerdings so, als könnte ich besser googeln.

Wer sich mit seinen Äußerungen und seinem Umgang mit Daten und Quellen auseinandersetzt, kann ihn als Wissenschaftler nicht mehr ernst nehmen. Ich kann natürlich keinesfalls beurteilen, ob er als Psychologe irgendwas taugt, aber er scheint jedenfalls mit den Begriffen „selektive Wahrnehmung“, „Echokammer-Effekt“ oder „Filterblase“ nur unzureichend vertraut zu sein. In einem Anfall Kuhbandnerschen Kompetenzanmaßung würde ich ihm eventuell eine Profilneurose attestieren. Aber egal. Ich habe bereits einmal gesagt, dass er dem Virus in einer Hinsicht gleicht: Er kostet Lebenszeit. Und noch eine Parallele gibt es: Man wird lernen müssen, mit ihm zu leben, aber auch da geht es darum, die richtigen Maßnahmen zu seiner Marginalisierung zu treffen.

Womit mir nur noch ein kleiner sozialneidischer Exkurs darüber bleibt, was man sich in einer Position wie der seinigen offensichtlich alles so leisten kann, ohne seinen Job zu gefährden.

Wenn jemand wie der Kuhbandner mit seiner Scheinfaktizität eine Professur haben darf, dann will ich mindestens zwei. Physik wäre gut, da hab ich noch ein bisschen Komplexe aus meiner Schulzeit. Und dazu vielleicht noch was Musisches, aber da bin ich flexibel. Angebote mit Besoldungsstufe bitte an regensburg-digital. Ich sichte wohlwollend.„"

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Kommentare (32)

  • Mr. T.

    |

    Ich würde Herrn Stein eine Professur in Besondersschönluftblasenzumzerplatzenbringen andienen. Es gibt einige, die das auch so gut oder gar noch besser können, aber es gibt wenige, die das so schön machen 😄

  • Anonym

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    ” Er fordert konkret als Maßnahme gegen eine Pandemie, an die er im Grunde nicht glaubt, repräsentative Stichproben in der Bevölkerung. Bei einem Virus, das sich aus einzelnen Clustern heraus explosiv verbreitet hat.

    Was für Vorstellung. Da müsste man dann also hoffen, dass das nächste Ischgl repräsentativ genug wäre, um in eine Testung zu fallen.”

    Das ist natürlich Quatsch, denn das Infektionsgeschehen hat sich ja im Verlauf der Pandemie zunehmen diffundiert. Und hier macht Stein den Fehler doch auf epidemiologische Art antworten zu wollen. Und sicher sind repräsentative Samples wünschenswert, was ja eben auch aus epidemiologischer Ecke gefordert wird.

    Sonst, insbesonders hinten heraus, sehr gute Arbeit, die offen legt, wie hier Argumente gestrickt werden.

  • Neuer

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    Kommentar gelöscht. Inhaltliche Kritik gerne, persönliche Angriffe nein. Lesen Sie unsere Netiquette.

  • Alter

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    Kommentar gelöscht. Aber, aber, unter wie vielen Pseudonymen wollen wir es denn noch probieren, zu trollen? Nutzer gesperrt.

  • Hans Huber

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    Irgendeinen Deppen findet man in jeder Berufsgruppe selbst bezüglich des Themas, dass sie auch studiert haben, solange es genug Leute gibt alles kein Problem. Irgendjemand mit Professor vorm Namen sowieso. Alles eine Frage der Menge. Geschenkt. Dass im Internet bei größeren Themen irgendne Plattform entsteht, die dazu die absurdesten Positionen Vertritt: Auch geschenkt. Wirklich absurd wird es aber, wenn das ganze ständig in der Mittelbayerischen doppelseitige Beweihreucherungsinterviews kriegt. Sorgt sicher dafür dass der ein oder andere bildungsferene Rentner plötzlich meint er braucht keine Impfung weil Corona ja eh total ungefährlich, schließlich stehts in der Zeitung und der Herr Proffessor sagts. Was rauchen die da? Also schon rein Geschäftsmodell technisch. Wie passt das zu so nem tradtionellen Lokalzeitunsmonopol. Bei allen anderen damit verbundenen offensichtlichen Ärgernissen, das hätte ich wirklich nicht erwartet. .

  • Andreas

    |

    Den Artikel von Kuhbandner auf Telepolis habe ich jetzt erst gelesen.

    Verglichen mit dem obigen Text und auch “Lassen Sie mich durch, ich bin Experte!” finde ich ihn allerdings wesentlich präziser und besser begründet. Genauer gesagt halte ich Steins Texte für plumpe Anwürfe ohne plausible Begründung und ohne Stichhaltigkeit.

  • Mr. T.

    |

    Kommentar gelöscht. Bitte sachlich bleiben.

  • Piedro

    |

    @Andreas
    Herr Stein darf nicht nur “plump” sein, das ist gewissermaßen sein Metier. Und das beherrscht er, wenn ganz plump nachweist, dass Herr K. den Mindestanforderungen seines Metiers nicht gerecht wird. Das wäre, streng genommen, die Psychologie, weiter gefasst die Wissenschaft. Und nun kommt ein Wissenschaftler daher, und reibt sich präzise an einem Satiriker. Allein das erscheint nicht “besser begründet” als das Weglassen von wesentlichen Teilen eines Zitates, um nicht das faktisch elaborierte, sondern das persönlich gewünschte Fazit zu bewirken.
    Herr Stein darf sich damit begnügen, das als “plumpen Anwurf” fest zu stellen, so lange ihm keiner einen akademischen Titel an den Lebenslauf tackert bleiben die fachlichen Analysen jenen aus dem Wissenschaftsstand überlassen, und die zerlegen den ach so präzise Begründeten Herrn Professor mit ähnlicher Konsequenz. Sie überzeugen zu können daran nichts: was Herr K. zum Thema Covid absondert ist methodisch unzureichend und kommunikativ auf das manipulierte Verständnis unerwünschter Fakten ausgerichtet.
    Ich persönlich begrüße es, dass der Herr Professor sich an einem lokalen Ex-Wirt abarbeitet. Wie sich zeigt, ist er da an den richtigen geraten. Psychologen würden dem Herrn K. gewiss wünschen es gut sein zu lassen. Nicht nur was den Herrn Stein angeht. Wenn ein Professor schon anfängt Studienaussagen so zusammen zu dampfen, dass sie eine geänderte Bedeutung erlangen, sollte er besser nicht länger in der Lehre tätig sein. Als Publizist von bedingt massentauglichen Verlautbarungen könnte er sich noch einen Namen machen und seine Brötchen verdienen. Von der Uni zum Kopp-Verlag… Diesen Weg gehen nur die ganz großen Verkünder. Herr Stein ist auf diesem Weg bestimmt gern behilflich.

    Aber vielleicht ist das ganze ja auch nur das gefinkelte Experiments eines gefinkelten Experiments der Pädagogischen Psychologie, gleich “nach Corona” wird die Studie veröffentlicht, was den Namen Kuhbandner für Generationen mit innovativer, psychologischer Forschung verbindet. Ein Kapitel lautet dann: Herr Stein sagt nix mehr.

  • R.G.

    |

    Ja mei, die Regensburger Luft macht aus manchen normalen Studierten mit Lehrbefähigung wahrlich große Geister.
    Ich hätte da als Beispiel den von seinen Anhängern möglicherweise für eine Heiligsprechung vorgesehenen
    https://de.wikipedia.org/wiki/Kurt_Krenn

    Herr Professor Kuhbandner, nicht einkriegen lassen, immer schön einer Linie treu bleiben, jawoll!
    Keinesfalls von einem Ex-Wirten beurteilen lassen!

  • Andreas

    |

    @Piedro

    Wie dem auch sei: Aus Steins Text spricht keinerlei statistische Expertise, aus Kuhbandners Texten und seinem Interview schon.

    Insofern ist es schon etwas plump, Kuhbandner jegliche fachliche Qualifikation zum Thema abzusprechen, während man selbst einen “Meinungsartikel” veröffentlicht, in dem man sich Kompetenz durch “besser googeln” anmaßt.

  • Kritik

    |

    “… aber wer am grundsätzlichen Ernst der Lage zweifelt, wie Kuhbandner das tut, hat sich außerhalb des Rings der ernsthaften Kombattanten gestellt.”

    Hier wird das, worüber eigentlich gesprochen werden müsste oder könnte, von vorneherein ausgeschlossen. Mitreden dürfen nur noch die, die im Wesentlichen einer Meinung sind.

    Ist das sinnvoll? Wer definiert den “Ring”? Mit welchem Recht und welchen Gründen schließt man wen aus?

  • R.G.

    |

    Andreas, bitte führen Sie dem Herrn Stein seine Mängel nicht so deutlich vor.
    Man muss ein Singular von ProfessorInnen auf einer Uni sein, um einen großartigen Vergleich bemühen zu dürfen, zum Beispiel zwischen einem Experiment mit tödlichen Voltsstößen und Maskenanlegen. Mir hat das sehr geholfen, mich zu schützen, Ich gehe seither nur dann mit Mundtanga aus dem Haus, wenn ich ein Erdungskabel hinter mir herschleifen lassen kann.

    Herr Stein hat die Chance schon vertan, Held für mein geniales Gemüt zu werden, ich beziehe meine Handlungsanweisungen nämlich nur von Bischöfen, Doppelakademikern oder Profs.

    Ein kleiner Trost für ihn, mit einem Trick kann er trotzdem Menschen zu seinen Jüngern machen. Das geht so, einen provokanten Inhalt in wenige Worte packen und gebetsmühlenartig wiederholen, oder gleich gar nichts sagen, dafür fürchterlich schauen wie ein Unwetterprophet. Verknotet dasitzen verstärkt die Aura von exotischer Kompetenz . Das darf ein Uni Professor eben nicht, der muss immer als Aufrechter, Vertikaler, stehen oder sitzen beim Reden.

  • Piedro

    |

    @Andreas
    Ich würde Herrn K. niemals seine Kompetenz absprechen, auch nicht die statistische. Er hat gemerkt, dass die Studien, auf die er sich beruft, nicht zu der gleichen Aussage führen, für die er sie benutzt. Deshalb zitiert er nur die Sätze, die seine These zu stützen scheinen. So zu agieren bedarf keiner besonderen Kompetenz, nur einer Absicht.

    @Kritik
    Man kann sich ganz leicht selbst ausscheiden. Mit “alternativen Fakten” schließt man sich schon aus dem Kreis der faktenorientierten aus. Durch unsauberes und unvollständiges Zitieren kann man sich aus dem Kreis der Ehrlichen ausschließen. Nur weil Herr Stein die Kommunikation mit dem Professor nicht fortsetzen mag, auch nicht indirekt, ist Herr K. doch nicht ausgeschlossen. Er rückt sich doch regelmäßig wieder in den Disput, sei es durch das unsaubere Erarbeiten von Thesen, sei es durch seine Arbeit im Hörsaal. Mit dem will der Stein halt nicht weiter spielen. Ist jetzt nicht sooo schlimm, oder?

  • Kritik

    |

    @Piedro Zuallererst werden nicht Personen, sondern Thesen ausgeschlossen, insbesondere die These vom nicht-“grundsätzlichen Ernst der Lage”. Über diese These wird nicht diskutiert. Wer darüber diskutieren will, steht außerhalb des “Rings der ernsthaften Kombattanten”. Im “Kreis der Ehrlichen” sind alle vom “grundsätzlichen Ernst der Lage” überzeugt, sogar derart überzeugt, dass sich jeder, der daran zweifelt außerhalb derer stellt, mit denen man zu reden bereit ist. Die außerhalb Stehenden sind folglich die Unehrlichen, die “Lügner”.

    Es existiert hier keine Meinungsvielfalt mehr! Das ist das große Problem. Standpunkte werden nach moralischen Urteilen wie “Ehrliche” und “Lügner” festgezurrt. Zur These des “grundsätzlichen Ernst der Lage” gibt es danach keine andere tolerierte Sichtweise mehr. Die andere Meinung wird moralisch abgewertet. Wer hier anderer Meinung ist, lügt und ist unehrlich. Eine grundsätzliche Diskussion ist dann nicht mehr möglich.

  • Piedro

    |

    @Kritik
    “Zuallererst werden nicht Personen, sondern Thesen ausgeschlossen…”
    Nein, der Professor mit dem “pseudowissenschaftlichen Gestus” ist ausgeschlossen. Und weil seine Argumentation auf Unterlassung beruht, um nur Teile von Studien für seine Argumentation verwenden zu können. Sie können das werten wie Sie mögen, für mich ist das eher Propaganda als Wissenschaft.

    “Es existiert hier keine Meinungsvielfalt mehr!”
    Nicht? Sie vertreten Ihre Meinung doch hier. Herr K. könnte das auch tun, aber er kommuniziert lieber über Bande. Seine Meinung darf er doch behalten, so wie Sie die Ihre.

    “Die andere Meinung wird moralisch abgewertet.”
    Bei einem Wissenschaftler, oder einem, der vorgibt wissenschaftlich zu arbeiten, wird die “Meinung”, also die These, zunächst geprüft. Ebenso die Argumentation. Eine “Abwertung” ergibt sich durch mangelhafte Methodik oder mangelhafte Faktenlage. Ein moralischer Aspekt kommt erst ins Spiel, wenn die Faktenlage verfälscht wird, um zum gewünschten Ergebnis zu kommen, wenn Studien verstümmelt werden um eine andere Argumentation zu stützen als die tatsächlichen Ergebnisse aufzeigen, oder wenn eine Arbeit auf Plagiaten beruht. Das ist nun mal verwerflich. Wenn sich Ihnen der Unterschied zwischen einer anderen Meinung und “alternativen Fakten” nicht klar ist, werde ich das nicht ändern können. Ich werde Sie aber deshalb nicht moralisch abwerten, versprochen.

  • Andreas

    |

    @Piedro

    Dass man diejenigen Aussagen herauspickt, die die eigene Argumentation stützen, ist völlig normal, wird von allen Seiten so betrieben und meist von der Gegenseite mit genau so selektiven Zitaten beantwortet.

    Und “alternative Fakten” werden von der Coropaniker-Fraktion ganz genau so in die Welt gesetzt. Dernier cri ist hier die Behauptung, dass 350.000 von “Long Covid” Betroffene in Deutschland existieren, da ja jeder zehnte Erkrankte davon betroffen sei. Da werden dann mal wieder Erkrankte mit Infizierten gleichgesetzt, obwohl die WHO explizit von Erkrankten gesprochen hat, die mindestens ambulante Behandlung brauchen. Derartige Verkürzungen passieren ständig.

    So etwas kann nur durch eine sachliche Diskussion geradegerückt werden und das meint eine Diskussion ohne plumpe Anwürfe und ohne Ausgrenzung derjenigen aus dem” Ring der ernsthaften Kombattanten”, deren Meinung einem gegen den Strich geht.

    Von einer solchen Diskussion ist das von Stein Geschriebene weit entfernt, vermutlich weil ihm die richtigen Mittel dazu fehlen. So muss er halt zu dem greifen, was er “Glosse” nennt, was aber eigentlich nur unsachliche Polemik ist.

  • Piedro

    |

    @Andreas
    “…ist völlig normal, wird von allen Seiten so betrieben und meist von der Gegenseite…”
    Nein, in der Wissenschaft ist das nicht “normal”, sondern unseriös. In der Propaganda mag das normal sein.

    “So etwas kann nur durch eine sachliche Diskussion geradegerückt werden…”
    Oder auch nicht. Mit einem Herrn Hildmann würde ich auch keinen Disput führen wollen, schon gar keinen, den der als sachlich empfände. Herr Stein mag sich nicht weiter mit den Befindlichkeiten und Argumentationskonstrukten des Herrn Professor beschäftigen. Beides ist doch statthaft. Sie müssen weder Steins noch meine Argumente akzeptieren, aber sie können nicht verlangen, dass irgendwer Herrn K. als “sachlichen” Kontrahenten ernst nimmt. Das mag jetzt durchaus plump sein, aber mei, Eleganz ist halt nicht jedermenschs Sache.

    “Derartige Verkürzungen passieren ständig.”
    Aha. Aber die “Verkürzungen” des Herrn K. interessieren Sie nicht. Die sind als “andere Meinung” zu akzeptieren. Sehr eigenartig. Schönen Abend noch.

  • Kati

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    Herr Stein, sie bedienen sich den gleichen plumpen Mechanismen wie viele ihrer Kollegen. Beschämend, wie sie die Arbeit von Prof. Kuhbandner herunterreden, ihn als “pseudowissenschaftlich” und “Coronaleugner” framen, anstatt den notwendigen und oft fehlenden Diskus wertzuschätzen.
    Ich bin sehr froh, dass es Wissenschaftler mit Rückgrat wie Prof. Kuhbandner gibt, welche es wagen sich gegen trotz aller, plumper Defamierungsversuche von Kollateralschadenleugner und Maßnahmenverharmolser zu behaupten und sich des eigen Verstandes zu bedienen!

  • Andreas

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    @Piedro

    Der Vorwurf der fehlenden Seriosität richtet sich dann allerdings an fast alle beteiligten Diskutanten und natürlich ganz besonders an Herrn Stein.

    Natürlich kann Herr Stein mit seinen bescheidenen Mitteln versuchen, gegen Herrn Kuhbandners Position anzugehen; ich sag mal: Die Sau reibt sich gern mal an der Eiche wenn es sie juckt. Ich habe ja nur meine persönliche Bewertung der Beiträge der beiden Kontrahentn zum Besten gegeben und nicht versucht, irgendwelche Redeverbote auszusprechen.

    Und selbstverständlich verlange ich, dass eine Person nicht von vornherein aus der Diskussion ausgegrenzt wird, nur weil einigen Diskutanten deren Argumentation nicht gefällt. Das gleitet völlig in eine Argumenation “ad hominem” ab. Eigentlich sollte man doch mal gelernt haben, dass man eine Argumentation auf Fakten und Schlussfolgerungen aus diesen Fakten aufbaut und nicht aus der Verdammung einzelner Diskutanten.

    Und selbstverständlich nehme ich zur Kenntnis, dass Kuhbandners Argumentation auch Lücken hat – solche Lücken findet man allerdings auch auf der Seite derer, die diesen Durchmarsch eines neuartigen Virus zu einer Jahrhundertpandemie verklären wollen.

  • Sample

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    @Andreas & Kati
    Da Sie anscheinend beide keinen (natur)wissenschaftlichen Background haben, versuche ich Herrn Kuhbandners Vorgehen anhand eines Vergleichs zu erklären. Herr Kuhbandner ist großer Motorsportfan. Er hat zwar selber nie einen Führerschein gemacht, gewinnt aber regelmäßig gegen seinen kleinen Sohn an der heimischen Spielkonsole, worauf er sehr stolz ist. Nehmen wir an, die Jahrhundertpandemie (ja Andreas, es ist eine Jahrhundertpandemie, zumindest ist mir in diesem Jahrhundert noch keine andere Pandemie dieser Größenordnung mit derart vielen Toten begegnet) sei ein Autorennen. Man entschuldige mir diesen pietätlosen Vergleich. Zurück zum Rennen. Herr Kuhbandner sieht sich nicht das Rennen selbst an, sondern nur die Daten der einzelnen Fahrer. Er schaut nur auf die durchschnittliche Geschwindigkeit des Letztplatzierten. Im Eifer passiert ihm dann noch ein Fehler und er verwechselt “aus Versehen” die Einheiten. So wird aus der Durchschnittsgeschwindigkeit von 100kmh plötzlich 62mph. Herr Kuhbandner kommt zu dem Entschluss, dass das Rennen langweilig gewesen sein muss, schließlich sei man “nur 62 Sachen” gefahren. Und dann gibt es noch die Renningenieure. Die haben sich das Rennen in voller Länge angesehen. Sie sprechen nach dem Rennen mit den Fahrern und blicken auch auf die gesamten Daten wie z.B. auch Drehzahl, Temperatur des Motors, Reifendruck etc.. Sie sehen, dass die Durchschnittsgeschwindigkeiten aller Fahrer relativ weit unten lagen, was aber an der Strecke und an den Witterungsbedingungen lag. Es hat schließlich geschüttet wie aus Kübeln. Wer das Rennen gesehen hat, weiß dies natürlich. Nach Anbetracht all dieser Tatsachen kommen sie zu dem Entschluss, dass es den Witterungsbedingungen entsprechend ein gutes Rennen gewesen sein muss und die Fahrer trotz widriger Umstände sehr schnell waren.
    Herr Kuhbandner liegt mit seiner Aussage ja nicht grundsätzlich falsch. Er kann diese Meinung auch in den sozialen Netzwerken veröffentlichen und bekommt hierfür sicherlich vom Motorsportclub Weimar ein Like. Ich vertraue trotzdem lieber auf die Renningenieure bzw. im aktuellen Falle lieber auf die echten Experten (Virologen, Mikrobiologen etc.).

  • Piedro

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    @Andreas
    Sie haben Recht, Herr Stein ist höchst unseriös. Ein Ex-Wirt mit mutmaßlich fragwürdigen Neigungen, bar der akademischen Titel, bar der journalistischen Ausbildung. Man sollte seine Texte einfach nicht lesen, weil neben der Seriosität auch noch jegliche Kompetenz fehlt, die über das gewerbliche und private Verabreichen von Alkoholika hinaus geht. Nur, weil der Herr Stein nicht dumm ist, muss er ja nicht unbedingt klug sein. Schlimm ist: das weiß der ganz genau!

    “Und selbstverständlich verlange ich…”
    Dann verlangen Sie mal. Wenn der Stein keine Lust mehr hat mit dem Herrn K. zu interagieren lässt er es. Völlig wurscht, was sie verlangen. Der Herr K. könnte sich ja auch hier mal zu Wort melden. Der Aigner grenzt ihn bestimmt nicht aus, nur, weil der Stein keine Lust mehr auf diesen Hick-Hack hat. An einen Gastbetrag könnten jedoch gewisse Mindeststandards angelegt werden, denen der Herr Professor nicht gerecht werden mag.
    Was das Ausgrenzen von Meinungen angeht, die Kritik aus seinem Hörsaal zeichnet da ein recht interessantes Bild. Ist leicht zu finden.
    Ihr letzter Absatz ist sehr aussagereich. Sie nehmen in den Ausführungen des Herrn K. “Lücken” zur Kenntnis, aber die sehen sie auch bei jenen, die etwas “verklären” wollen. Herzlichen Glückwunsch, wie sehen beide Lücken! Danke für die freundliche Konversation.

  • A

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    “der seinen Professorentitel als Selbstlegitimierung vor sich her trägt wie ein traditioneller Papuaner sein Penisfutteral.”

    Wäre so eine Formulierung von einer maßnahmenkritischen Person veröffentlicht worden (etwa gegen Prof. Drosten) das mediale Echo wäre genauso verheerend wie vorhersehbar gewesen: Hatespeech, Rassismus und – daraus abgeleitet – eine rechtsextreme Gesinnung hätte man dem Autor unterstellt.

    Gegen eine Person, die die Coronamaßnahmen kritisch hinterfragt, ist diese Formulierung natürlich lustig, Satire und völlig unproblematisch. Hihi, Penisfutteral.

    Sorry, aber diese Doppelmoral finde ich zum ko..en.

  • R.G.

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    @Kati schreibt, sie sei
    “sehr froh, dass es Wissenschaftler mit Rückgrat wie Prof. Kuhbandner gibt,”
    Dass jeder Professor einen Aspekt der Pandemie betonen möge, aus seiner Fachkompetenz heraus, gerne unter Nutzung der universitären Infrastruktur, ist grundsätzlich zu unterstützen.

    Spricht er aber fachfremd, somit als ambitionierte Privatperson, dann sollte er strikt getrennt von den universitären Möglichkeiten agieren, und ohne Druck, die Studenten seiner Meinung unterzuordnen.

    “Wissenschaftler mit Rückgrat wie Prof. Kuhbandner”.. “welche es wagen sich gegen trotz aller, plumper Defamierungsversuche von Kollateralschadenleugner und Maßnahmenverharmolser zu behaupten”

    Nun, er behauptet etwas. Es sollte bei der Beurteilung einer möglichen neuen Seuche aber nicht nur darum gehen, sich zu behaupten und eigene Denkmodelle zu verteidigen, sondern auch, um eine Metapher zu verwenden, die “Denkart”, das Wesen, des Virus’ erkennen zu wollen.

    “und sich des eigen Verstandes zu bedienen”
    Sehen Sie, ich wuchs in teils erzkatholischem, also rechtsrum offenen Umfeld auf.
    Nachbar Hansi, hatte von der Klinik eine Kriegsschocks -Diagnose erhalten, als Grund, weshalb er spindeldürr war.
    Der Facharzt, ein ehemaliger SS – Mann, sah dagegen sofort, es müsse bei dem Jungen eine Rassenvermischung vorliegen, er wäre genetisch vorbelastet.
    Unser Pfarrer schrie von der Kanzel, er sähe die Schuld in der Tätigkeit der Mutter des Kranken, sie wäre Geheimprostituierte, bei was man schon an ihren ordinären Kleidern sehe. Sie trug nämlich das Kopftuch “frivol lasch gebunden” und ihre Röcke reichten nicht ganz bis zum Boden. Allgemein lief man zu der Zeit im Minirock und badete FKK. Aber nicht unter der Herrschaft der Kirche.

    Tja, Hansi starb an TBC.
    Bazillus gegen fundierte “Fachmeinungen” und Trends.

  • Andreas

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    @Sample

    Versuchen sie lieber nicht so dünkelhaft, Andere mit derart primitiven Mätzchen-Geschichtchen zu belehren. Das könnte auf sie selbst zurückfallen. Bleiben Sie einfach beim Kernthema statt ulkige Rennautogeschichtchen abzusondern.Ich hab mir den Unsinn nicht mal bis zum Ende durchgelesen.

    Um das Risiko und damit die Bedeutung dieses Virus für unsere Gesellschaft zu untersuchen und zu bewerten, muss man durchaus kein Virologe und auch kein Epidemiologe sein.

    Herr Kuhbander untersucht mit seinem Statistik-Know-How , das im Übrigen durchaus nicht fachfremd ist, Kennzahlen über Infektionszahlen, Erkranktenzahlen, Letalität und Mortalität und leitet daraus eine Bewertung des Risikos ab, die durchaus nicht völlig unplausibel ist. Er stellt dem die – auch immateriellen – Kosten gegenüber, die durch die zur Bewältigung dieses Risikos ergriffenen Maßnahmen entstanden sind und noch entstehen werden und kommt durchaus nachvollziehbar zu dem Schluss, dass diese Maßnahmen nicht nur viel zu teuer sondern auch teilweise nicht einmal zielführend waren (etwa: wieso sperren wir die Schulen zu, wenn wir es damit nicht schaffen, das Virus aus den Altenheimen heraus zu halten?).

    Ich finde seine Argumentation im Kern durchaus nachvollziehbar, auch wenn ich ihr nicht in jedem Detail völlig folgen würde.

  • naja

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    Hmm…Kuhbandner…Statistik Know-How in Bezug auf Corona…?
    Ok die Erde ist eine Scheibe und Morgen übernehmen die Reptilioiden die Macht auf der Erde…

  • Robert

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    Hr. Stein hat wieder beredt zugeschlagen. Lebenszeit mit einem Professor vergeudet, den man seiner Ansicht nach erstnehmen kann.

    Unterhaltsam schreibt er schon, der Hr. Stein. Nur was bleibt von seiner Verschwendung übrig, was lernen wir von Hr. Stein? Dass man die Reputation eines Professors (von dem man einiges lernen kann, freilich nicht alles, vor allem nicht seine Verharmlosungen von COVID 19, übernehmen darf) am besten mit peniszentrierten Sprüchen oder mit diskriminierenden Verweisen auf die „Zeugen Jehowas“ abwerten kann. Das lächerlich Machen der Zeugen Jehowas kommt anscheinend immer noch an, und wird sogar auf rd geduldet.

    Spannend fände ich es, wenn sich Hr. Stein auch mit dem Nicht-Virologen, Nicht-Epidemiologen, Nicht-Humanmediziner und RKI-Chef Lothar Wieler befassen würde. Da gäbe es einiges zu verreißen.
    Oder mit den zigtausend Toten, die in der Folge von Alkoholmissbrauch sterben. Da könnte Hr. Stein als Wirt wohl mit gewissen Insiderwissen und einer fundierten Expertise aufwarten.

    Was repräsentative Stichproben sind oder aussagen können, scheint Hr. Stein nicht verstanden zu haben („hoffen, dass das nächste Ischgl repräsentativ genug wäre, um in eine Testung zu fallen“). Dies hindert ihn aber nicht daran, die Presseerklärung der Uni R zu der Tirschenreuther Studie zu zitieren, die man als repräsentative Stichprobe bezeichnen kann.
    Was Hr. Stein an Kuhbandner zurecht scharf kritisiert, tut er selber: Er zitiert die Presseerklärung dieser Studie leider unter Weglassung von wichtigen Teilen („ganz frische Zahlen zur Sterblichkeit!), so wie es ihm in der Kram passt.

    Deshalb hier ein längeres Zitat aus der Presseerklärung, zu den Sterblichkeitsraten (in der PE werden diese Raten weiter differenziert):

    „Gemittelt über alle Altersgruppen sind demgemäß zwischen Februar und Juni 2020 im Landkreis Tirschenreuth 2,5 Prozent der mit SARS-CoV-2-Infizierten an oder mit der Infektion verstorben.
    Bei einer detaillierten Subgruppen-Analyse zeigte sich dabei eine extreme Altersabhängigkeit der an/mit SARS-CoV-2 verstorbenen Personen: Während weniger als 0,5 Prozent der Tirschenreuther unter 60 Jahren und lediglich 1 Prozent der 60 bis 69-Jährigen an /mit SARS-CoV-2 verstarben, stieg die Quote der Verstorbenen nach SARS-CoV-2-Infektion in der Altersgruppe der 70 bis 74- und der 75 bis 79-Jährigen auf 4 bzw. 10 Prozent an und nahm in den höheren Altersgruppen weiter zu.“

    Fehler, die man anderen vorhält, sollte man selber nicht begehen, auch kein Hr. Stein.

  • Sample

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    @Andreas:
    Ein letzter Versuch. Wobei ich glaube, dass man bei Ihnen mit Logik nicht weit kommt.

    In Bezug auf Ihre Aussage, man müsse kein Virologe oder Epidemiologe sein, um fundierte Aussagen treffen zu können, muss ich Ihnen deutlich widersprechen. Statistik-Know-How alleine reicht hier nämlich nicht aus. Man muss verstehen, wie die Zahlen zustande kommen um sie interpretieren zu können und um die richtigen Schlussfolgerungen zu treffen. Mit welcher Testmethode wurden Sie erzielt (z.B. Antikörpertest oder PCR-Test)? Handelt es sich um eine Virusmutation? Von Begriffen bzw. Fachthemen wie Viruslast, Impfeffizienz, jahreszeitlicher Einfluss auf die Virusentwicklung und Schwankungen bei biologischen Tests hat der liebe Herr Kuhbandner keine Ahnung. Wer sich die Veröffentlichungen von Herrn Kuhbandner angesehen hat wird auch schnell feststellen, dass man kein ausgewiesener Statistikexperte sein muss, um seine Daten zu verstehen. Er hat also kein besonderes “Statistik-Know-How”, welches ihn in diesem Falle zu Gute kommt. Jeder Virologe bzw. jeder, der sich mit Statistik etwas beschäftigt (und das machen Virologen) kann diese Schlussfolgerungen auch ziehen. Schön auch, dass Herr Kuhbandner dann noch die Auswirkungen der getroffenen Maßnahmen auf die damit verbundenen Kosten aufzeigt. Es ist etwas anmaßend, diese Brücke auch noch zu schlagen. Aber Sie belehren mich jetzt sicher gleich wieder, dass man kein Experte sein muss, um die Kosten der Maßnahmen richtig einschätzen zu können. Ein wahres Multitalent dieser Herr Kuhbandner.

    Auch die Tatsache, dass Sie Kuhbandners Argumentation im Kern nachvollziehbar halten, ist definitiv kein Qualitätsmerkmal für seine Aussagen. Das ist schön für Sie, aber Sie sind genau wie Herr Kuhbandner fachfremd. Sie verteidigen seine Aussagen, da Herr Kuhbandner mit seinen Thesen Ihre Sicht der Dinge unterstützt. Dies ist der einzige Grund, wieso Sie hier derart logikresistent auftreten.

  • Andreas

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    @naja

    Vermutlich können sie es nicht wissen, weil ihnen die entsprechende Ausbildung fehlt, aber: Statistik lässt sich auf Alles anwenden, was in Zahlen fassbar ist. Es gibt keine spezielle Statistik “in Bezug” auf Corona, wohl aber statistische Methoden, die zur Berechnung wesentlicher Kennzahlen eher geeignet sind als Andere. Diese Methoden beherrscht Kuhbandner allerdings, was auch darin liegen dürfte, dass solche Methoden auch auf seinem Fachgebiet angewendet werden. Hier haben sich eher mal Andere blamiert, etwa Herrr Drosten bei seine Studie zur Infektuiosität von Kindern.

    Im Übrigen sind die Formulierungen in ihrem Beitrag, die Herrn Kuhbandner verächtlich machen sollen, alles Andere als originell; wenigstens da hat Herr Stein ihnen etwas voraus. Witzischkeit kennt keine Grenzen.

  • Bernie

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    @Robert

    Den glossierenden Penis-Stil von Herrn Stein, muss man nicht mögen. Das ist auch nicht mein Geschmack. Was aber soll der Verweis darauf, dass er Wirt war und der Zusammenhang zu den Alkoholtoten? Hat Stein sie auf dem Gewissen? Es geht wohl nur um persönliche Abwertung.

    Steins unvollständiges Zitat kann man kritisieren. Aber es hat eine völlig andere Qualität als das, was Kuhbandner macht. Steins Fazit „Das kann keine Grippe“ stimmt auch mit der von Ihnen zitierten Passage. Völlig unredlich ist Ihre Behauptung/Pseudoempörung einer angeblichen Abwertung der Zeugen Jehovas. Die Wahrheit wird man noch schreiben dürfen – die ZJ lehnen eben Bluttransfusion aus religiösen Gründen ab. Das wird hoffentlich trotz Sprachpolizisten wie Sie auch weiter geduldet, die mit Begriffen wie „diskriminierend“ um sich werfen wie ein Zirkusclown mit Bonbons.

  • Andreas

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    @Sample

    Auch von mir dazu ein letztes Statement zu ihnen:

    Ich denke, sie blasen da einen leicht durchschaubaren Popanz auf, um ihre abenteuerliche Argumentation stützen zu wollen.

    Um das Infektrionsrisiko, das Erkrankungsrisiko und das Letalitätsrisko einer Infektionskrankheit zu beurteilen, muss man sehr wenig über das “Virus an sich” wissen. Man braucht kein Know-How über den Aufbau seiner Gen-Sequenzen oder sonstiger molekularer Struktur. Sehr wohl muss man aber wissen, was ein (Basis-)-R-Wert, ein Inzidenzwert, eine Letalitätsrate, eine Herdenimmunitätsschwelle usw. ist

    Auch über Funktionsweise eines PCR-Tests muss man nicht im Detail Bescheid wissen. Man muss nicht die Stoffe auswendig aufzählen können, die da in einem Replikationszyklus zum Einsatz kommen. Man muss aber verstanden haben, was ein CT-Wert ist und welchen Zusammenhang zwischen CT-Wert der Probe eines Testanten und seiner Viruslast seines Atems und damit seiner Infektiosität besteht.

    All diese Werte werden in Zahlen gemessen und sind damit gerade in ihrer großen Häufigkeit der statistischen Auswertung sehr gut zugänglich.

    Und damit lassen sich Kennzahlen berechnen, die man ins Verhältnis setzen kann und muss zu anderen Risiken, die wir hatten und auch noch haben. Und dann kann man recht gut den Umgang mit diesem Risiko im Verhältnis zum Umgang mit anderen Risiken bewerten, etwa zu anderen Epidemien wie der Hongkong-Grippe von 1969 oder dem Risiko durch den Straßenverkehr oder dem Risiko durch das Rauchen.

    Seiner Schlussfolgerung, dass wir dem durch Covid-19 verursachten Risiko einen unverhältnismäßigen , extrem (auch immateriell) teuren, und größtenteils ungeeigneten Maßnahmenkatalog entgegen setzen, kann ich mich schwerlich entziehen.

  • R.G.

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    @Andreas
    “Ich denke, sie blasen da einen leicht durchschaubaren Popanz auf, …”
    Ich danke Ihnen für diesen am Aussterben gewesenen Satz und hoffe, Sie haben die kultivierte Ärgersprache aus der Kaiserzeit in die Gegenwart gerettet.
    Andreas, Sie und Ihre Meinungsgegner könnten viel effektiver zu Ihrer Meinung sprechen, nicht so sehr über Kuhbandner.

  • Andreas

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    @ R.G.
    Es sieht so aus, als wenn es zu ihrem Selbstverständnis gehört, zu jeder Diskussion etwas etwas Dekoratives beitragen zu wollen.

    Es wäre allerdings dem Verständnis ihrer Texte durchaus förderlich, wenn sie wenigstens in wenigen Worten erwähnen würden, worauf sie eigentlich hinauswollen.

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drin