Turnhallen-Affäre: Drehverbot! Verheimlichte Messungen! Staatsanwalt!

Transparenz Fehlanzeige: Schulbürgermeister Gerhard Weber, OB Hans Schaidinger und Hochbauamtschef Michael Hermann bleiben weiter einige Erklärungen schuldig. Foto: as
Wer wissen will, wie man sich öffentlichkeitswirksam unglaubwürdig macht, der sollte sich vertrauensvoll an die Stadt Regensburg wenden. In der Affäre um die gesperrte Turnhalle wegen des Goethe-Gymnasiums knappst man dort weiter mit Informationen, gerät in Erklärungsnöte und bekommt damit ein Problem in der Außendarstellung. Einem Fernsehteam des BR-Magazins Quer wurde am Dienstag kurzfristig die Drehgenehmigung auf dem Schulgelände versagt. „Wir haben mit diesem Magazin keine guten Erfahrungen gemacht“, lautet die knappe Begründung der städtischen Pressestelle. Interviews mit Lehrkräften, Schülern und Schulleiter Franz Feldmeier wurden dennoch geführt. Außerhalb des Schulgeländes. Am Donnerstag soll die Sendung ausgestrahlt werden. An der Schule hat man mittlerweile die Nase voll. Mehrere Schreiben an die Stadt, aber auch an übergeordnete Stellen sind in Arbeit und wurden zum Teil bereits verschickt. Mindestens eine Lehrkraft hat sich zwischenzeitlich an die Staatsanwaltschaft gewandt und fordert Untersuchungen wegen des Verdachts auf Körperverletzung. Erst aufgrund massiven öffentlich Drucks hatte der Oberbürgermeister die Halle schließlich am 3. Februar gesperrt, um nun neue Untersuchungen wegen Schadstoffbelastung vornehmen zu lassen. Beschwerden über gesundheitliche Beeinträchtigungen waren dagegen spätestens seit dem 30. November bekannt.

Drei Messungen, nur ein Ergebnis

Der Umgang mit den Messergebnissen, die der Stadt vorliegen, aber bis auf eines unter Verschluss gehalten werden, ist beispiellos. Verantwortlich dafür ist offenbar Schulbürgermeister Gerhard Weber. Bislang sind drei Termine bekannt, an denen die Stadt Formaldehyd-Messungen in der Halle durchführen ließ: am 16. Dezember, am 3. Januar und, erst kürzlich, am 7. Februar. Das Ergebnis vom 3. Januar ist bekannt. Als einziges. Mit 87 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft lag der Wert just unter dem zulässigen „Leitwert“ von 120. Das wurde denn auch öffentlich und gegenüber der Schule kommuniziert. Tenor: kein Grund zur Besorgnis. Dass die Messung unter irregulären Bedingungen durchgeführt wurde und die tatsächlichen Werte weit höher liegen könnten, stellte sich erst knapp einen Monat später heraus.

Stadt will keine „Vergangenheitsbewältigung“

„Was soll all diese Vergangenheitsbewältigung? Wir fangen doch jetzt noch einmal ganz von vorne an.“ Solche und so ähnliche „Antworten“ bekommt man bei der städtischen Pressestelle, wenn man dazu nachhakt. Dabei ist diese Vergangenheitsbewältigung nicht uninteressant. Stellt sich doch dabei die Frage, ob die Stadt Lehrkräfte und Schüler wissentlich einer eventuellen Gesundheitsgefährdung aussetzte. Die Stadt redet sich damit heraus, dass das Messlabor (Analytik Aurachtal) zu keinem Zeitpunkt eine Sperrung der Halle empfohlen habe. Man habe der Stadt damals empfohlen, eine weitere Messung unter Realbedingungen vorzunehmen, teilt das Labor am Dienstag auf Anfrage mit. Hat eine solche Messung stattgefunden? Jedenfalls nicht mit veröffentlichungswürdigen Werten.

„Irreguläre Bedingungen“, aber regulärer Sportunterricht

Sicherheitsingenieur Ralph Schweiger: „Messprotokolle können grundsätzlich nur mit Genehmigung von Bürgermeister Gerhard Weber eingesehen werden.“
Immerhin weiß man: Eine erst kürzlich bekannt gewordene Messung vom 16. Dezember 2010 bleibt unter Verschluss. Das Messlabor verweist bei Fragen zu dieser Messung auf die Stadt. Es hätten „irreguläre Bedingungen“ geherrscht, heißt es von dort. Interessant ist, dass unter diesen „irregulären Bedingungen“ zwar nicht gemessen, aber ganz regulärer Sportunterricht durchgeführt werden kann. Eine Lehrkraft (Name der Redaktion bekannt) beschreibt die Ausgangsbedingungen der Messung gegenüber unserer Redaktion so: „Am Abend vor der Messung fand der normale Sportbetrieb durch Vereine statt. Anschließend wurden Fluchttüren auf der Südseite und die Fenster auf der Nordseite geöffnet. Ein Mitarbeiter der Stadt Regensburg bewachte die Halle.“ Tags darauf fand normaler Sportunterricht statt. Anschließend wurde gemessen und geschwiegen.

Ermittlungen wegen Körperverletzung gefordert

Nicht zuletzt dieser Umgang mit dieser Messung war Anlass für eine Lehrkraft, die Staatsanwaltschaft einzuschalten. „Ich will wissen, ob die Stadt bewusst eine Gesundheitsgefährdung in Kauf genommen hat. Das wäre Körperverletzung.“ Irreguläre Bedingungen scheinen auf jeden Fall in manchen städtischen Ämtern zu herrschen, für die Transparenz und Offenheit ein Fremdwort ist – auch jetzt, nach der Sperrung der Halle. Die neuste Messung, vom 7. Februar, wurde bereits am Tag darauf vom städtischen Hochbauamt „annulliert“. Warum? Welche Bedingungen haben denn geherrscht? Welche Werte wurden gemessen?

Schulbürgermeister verweigert Messprotokolle

Aufschluss könnten die Protokolle sämtlicher bislang durchgeführter Messungen geben. Von denen aber haben weder die Schule noch die Medien eines zu Gesicht bekommen. Die Begründung: Messprotokolle können laut Aussage des städtischen Sicherheitsingenieurs Ralph Schweiger „grundsätzlich nur mit Genehmigung von Bürgermeister Gerhard Weber eingesehen werden“. Und der will sie nicht herausrücken. Die städtische Pressestelle verweist bei sämtlichen Anfragen auf den 22. Februar. Dann soll um 16 Uhr im Neuen Rathaus der immer länger werdende Fragenkatalog öffentlich abgearbeitet werden. „Ich gehe davon aus, dass auch die Messprotokolle vorgelegt werden“, sagt eine Sprecherin der Stadt. Dass dieser Termin überhaupt zustande kam, ist nicht einer Initiative der Verwaltung, von Schulbürgermeister Gerhard Weber oder Oberbürgermeister Hans Schaidinger zu verdanken. Es war ein politischer Antrag der SPD, der die Verantwortlichen in der Stadtverwaltung zu diesem Schritt genötigt hat.

Bitte unterstützen Sie eine unabhängige Berichterstattung in Regensburg.

 
Verein zur Förderung der Meinungs- und Informationsvielfalt e.V.
IBAN: DE14750900000000063363
BIC: GENODEF1R01

Kommentare (25)

  • Christian Mokross

    |

    Interessant! Man erfährt tatsächlich jedes Mal etwas neues!

    „Was soll all diese Vergangenheitsbewältigung? Wir fangen doch jetzt noch einmal ganz von vorne an.“ (Verfasser unbekannt)

    Dies hier ist eindeutig der beste Satz in dem ganzen Artikel! Ich musste fast lachen, als ich das hier gelesen habe, und dabei die neue Erkenntnis über eine weitere Messung und dieses Zitat in nur wenigen Zeilen Abstand fand! Ich dachte man wollte neu anfangen? Weshalb dann eine neue geheime (!!) Messung, die auch noch annulliert wird^^

    Auch das Drehverbot, worum es hier eigentlich geht, ist sehr widersprüchlich! Ich würde gerne wissen, ob die Stadt noch mehr gesagt hat! Falls nicht, so möchte ich bitte jetzt eine Erklärung für das Verbot.. Es gibt doch bestimmt Beispiele an die man sich noch erinnern kann..? Oder nicht? Wenn nicht, ist diese Geschichte eigentlich total lächerlich, wenn es nciht auch meine Gesundheit etwas angehen würde! (Und ich bin kein Pessimist, aber die Stadt hat mich seitdem jedesmal wieder enttäuscht!)

    Was bitte kann so schwer sein, seine eigenen Fehler einmal einzugestehen -.-

    Liebe gottverdammte Stadt kapiert doch einfach mal, dass ihr keine Ruhe mehr habt, bis es entweder eskaliert (und zwar nicht nur so bissl wie bis jetzt) oder aber die komplette Wahrheit heraußen ist! Bis nicht nur die Lügen in letzter Zeit aufgedeckt sind, sondern alle! Von Anfang an in dieser nervigen Geschichte!

    „Freundliche“ Grüße
    Christian Mokross

    (Schüler und eigentlich begeisterter Sportler in Schule und Verein)

  • Neuromancerr

    |

    Ha Ha !

  • dasdarfsallesnichtgeben

    |

    Die Aussagen des städt. Sicherheitingenieurs sind unglaublich.

    Man sollt diesen Herren mal an folgendes erinnern:

    „Nach § 8 Abs. 1 Satz 1 des Arbeitssicherheitsgesetzes (ASiG) sind Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit – bei der Stadt Regensburg offenbar Sicherheitingenieur genannt – bei der Anwendung ihrer Fachkunde weisungsfrei. Hierzu wird in der amtlichen Begründung ausgeführt, dass diese Vorschrift gewährleisten soll, dass die Fachkunde unabhängig (frei von Weisungen, in die sachfremde Erwägungen einfließen könnten) angewendet und den Arbeitgeber bzw. die sonst verantwortlichen Personen objektiv beraten werden können.“

    Der in Anwendung seiner Fachkunde also weisungsfreie Herr Sicherheitsingenieur hätte nicht nur das Recht sondern die Pflicht, z.B. den Schulleiter (als sonstige verantwortliche Person) über Gefahren und Messergebnisse zu informieren.
    Er kann auch selbst eine Turnhallensperrung verlangen, gegen den Willen von Herrn Weber, wenn die Messwerte entsprechend ausgefallen sind.

    Den Weberschen Maulkorberlaß muss und darf sich eine Sicherheitsingenieur nicht gefallen lassen.

    Wenn er dazu nicht die „E… in der H…“ hat ist er eine Fehlbesetzung.

    Ich würde mich nicht der Gefahr staatsanwaltlicher Ermittlungen aussetzten nur um dem Schulbürgermeister gefällig zu sein.

    Herr Bürgermeister wachen sie auf,. Die Sache können auch sie nicht mehr aussitzen. Legen sie alle Fakten offen oder nehmen sie ihren Hut, wenn sie selbst den Scherbenhaufen den sie angerichtet haben nicht mehr zusammenkehren können oder wollen.

  • Veits M.

    |

    Nur noch peinlich!

    Das Umweltinformationsgesetz verpflichtet alle Regensburger Pharaonen sprich BM, die sich vielleicht über dem Gesetz wähnen, die Messprotokolle herauszugeben bzw je nach vom Antragsteller gewünschter Auskunft Transparenz herzustellen.

    Warum stellen nicht einige Schüler. Lehrer, Journalisten, betroffene Bürger einen entsprechenden Antrag beim Herrn Dr. Schörnig, dem Umwelt- und Rechtsschef der Verwaltung?

    Bayern ein von der CSU getragener Kultur- und Rechtsstaat? Wie peinlich!

    Bürger, macht von euren Rechten endlich Gebrauch!
    http://www.izu.bayern.de/recht/detail_rahmen.php?pid=1106010100278

  • Heribert

    |

    Die Sportlehrer wurden heute von der Stadt aufgefordert, ihr Hab und Gut aus dem Hallentrakt zu entfernen, da die Türschlösser ausgetauscht werden und kein Zugang zur Halle mehr möglich sein wird.

    Was machen die wohl im Geheimen?

  • Woody Woodpecker

    |

    Meiner Einschätzung nach wird weder der Leiter des Hochbauamtes noch der für Schulen zuständige Bürgermeister diesen Skandal überstehen. Bei genauer Betrachtung des Fotos zum aktuellen Bericht meint man auch schon bei beiden Herren erste Anzeichen dieser Erkenntnis entdecken zu können.
    Ob der OB, der ebenfalls auf dem Bild schlecht getroffen ist, auch schon erkannt hat, dass er so schnell wie möglich personelle Opfer bringen muss?
    Wenn die detaillierten, von Sachkenntnis zeugenden Aussagen von ‚dasdarfsallesnichtgeben‘ stimmen, dann sollte sich die Stadt auch möglichst schnell nach einem neuen Sicherheitsingenieur umsehen.

  • quer

    |

    In der Sendung des BR 3 kommt morgen, 17.02.2011, ein TV Bericht über die Turnhalle. Angebich wurde der Herr Bürgermeister Weber kontaktiert.
    Leute, an den Fernseher!

  • Blauer Tintenklecks

    |

    @ veits:

    Langsam geht es mir schrecklich auf den Geist, dass Sie regelmäßig von anderen Aktionismus verlangen („Bürger wehrt Euch…“, „Regensburger macht dies oder das…“, „Die jungen sollen ….“, etc.).

    Wie Ihnen bekannt sein sollte, ist für den Informationsanspruch gem BayUIG keine unmittelbare Betroffenheit notwendig. Wievielmehr steht der Auskunfsanspruch jeder Person zu, „ohne dass sie ein rechtliches Interesse darlegen muss“.

    Ich empfehle daher mal ausnahmsweise selbst sinnvoll tätig zu werden, statt immer nur andere dazu aufzufordern. dabei erkenne ich durchaus ihr Engagement an (z.B. Donaumarkt), allerdings könnten Sie als Jurist hier vielleicht mal was erreichen.

    Ich hoffe Ihnen nicht zu nahe getreten zu sein, falls dies so ist, bitte ich um Entschuldigung. Aber ich musste mir einfach mal Luft machen über diese ständigen Aufrufe, zumal in dieser Zeit schnell ein entsprechender Antrag geschrieben wäre. Der grundsätzliche Hinweis auf das BAyUIG war allerdings sehr sinnvoll.

  • Veits M.

    |

    @ Blauer T.

    Ich bin nicht interessiert am Austausch persönlicher Anwürfe.

    Hier ein paar hochaktuelle Infos:

    „Empörung als Motivation zum Handeln!“
    So der Autor Stéphane Hessel im Spiegel-Interview

    dazu:

    Empört Euch!, übers. von Michael Kogon, Ullstein, Berlin 2011, ISBN 978-3550088834
    (frz. Original: Indignez-vous ! („Empört euch!“), Verlag Indigene, 2010)
    http://de.wikipedia.org/wiki/St%C3%A9phane_Hessel

  • Bronzebogen

    |

    Mit Verlaub, Veits M., Sie tun den ganzen Tag nichts anderes. Ich gehe demnach schon davon aus, dass Sie an „persönlichen Anwürfen“ interessiert sind.

    Und bevor Sie das missverstehen: Ich spreche nicht von „persönlichen Anwürfen“ innerhalb dieses „Forums“.

  • Laura

    |

    Hallo „Stadtfamilie“!

    Schön, dass Sie es endlich geschafft haben Fragen zu beantworten!
    Das ist schon mal ein Anfang, entspricht aber leider nicht den Erwartungen.
    Man wird einfach nicht schlauer durch diese ständigen Verharmlosungen!
    Reden Sie doch einfach mal Klartext und gestehen sich auch mal ihre Fehler ein!
    Wir, wahrscheinlich alle Interessierten und va die Schüler, hoffen, dass Sie sich bis Dienstag ein bisschen mehr zu den Fragen einfallen lassen! Das müsste auch in Ihrem Sinne sein, so könnten Sie noch größeren Ärger vermeiden.
    Stellen Sie sich ruhig auf ein größeres Publikum ein als letztes mal und überlegen Sie sich was schönes!

    Bis Dienstag!

  • Sectio Aurea

    |

    @ Woodpecker:
    ich hoffe nicht, daß Herr Hermann das Handtuch schmeißt, er ist derjenige der am wenigsten für diesen Skandal verantwortlich gemacht werden kann und trotzdem der einzige, der Fehler ( in Verantwortung für einzelne Mitarbeiter) eingestanden hat und das zeugt für mich von Größe.
    Herr Hermann leistet hier in dieser Stadt hervorragende Arbeit- NUR- davon (wenns gut läuft) hört man leider nie etwas. Leider typisch.
    Zu allen Kommentaren kann ich nur sagen: die Situation und der Konflikt ( so schlimm er auch ist) sollte doch gelöst werden- jedoch verhärten sich die Fronten immer mehr. Keiner spricht darüber, wie man z.B. Baumängel lösen könnte, wieso wird nicht eine weitere Messung beauftragt? Sollten die Werte erhöht sein, muss man den Bau sanieren,

    was bleibt sonst ???

    Kann mir jemand folgende Fragen beantworten:
    – Wer hat die zur Belastung führenden Stoffe eingebaut? Wer hat Sie ausgeschrieben? Wer hat sie abgenommen?
    – Hat das Gutachterbüro seine eklatanten Fehler eingestanden?
    – Hat Herr Weber Fehler eingestanden?
    – Wieso hat der Direktor der Schule nicht früher gehandelt?
    – inwiefern ist das AUSFÜHRENDE Büro Dömges verantwortlich?
    -verwandelt sich Regensburg in eine fleischgewordene Bildzeitung?

    – wer hat die Schüler in die Halle gelassen?
    Das ist für mich DER Skandal

    errare humanum est

  • Nordmann

    |

    @ woody woodpecker

    Ja das Bild spricht Bände.
    Die Herren haben die Hände gefaltet, wozu ?
    Das Bauernopfer, Herr Hermann steht fest, paßt vorzüglich, evtl. Beamter, etwas älter, wird plötzlich dienstunfähig, die Pensionierungsmodalitäten sind schon ausgehandelt, stillschweigen (Maulkorb) vereinbart.
    Bei Hermann Blick gesenkt.
    Bei Weber Kopf gesenkt.
    Nur der OB erhobenen Hauptes.
    Herr Scheiger hatte auch schon bessere Tage.
    Man vergesse nicht wer von den abgebildeten die Peitsche in der Hand hat.

  • Lothgaßler

    |

    Richtig zu messen, dass sollte doch kein Problem sein.
    Das sind wirklich peinliche Ausreden.
    Wenn die Messungen nicht genutzt werden können, wegen der irregulären Messbedingungen, dann wird das auch so protokolliert worden sein. Falls nein, dann waren es keine Messungen, sondern Stümpereien.
    Einem Sicherheitsingenieur unterlaufen keine Stümpereien.

    Möglicherweise bestanden die selben irregulären Verhältnisse wie bei der Fahrgastzählung pro Westtrasse.
    Vielleicht wurden auch die Zahlen aus der Formaldehyd-Messung und der Fahrgastzählung verwecheselt, und sind deshalb so schwer zu interpretieren.

    Für das Personal ist ja der Staat zuständig. Was sagt die Regierung der Oberpfalz dazu?
    Gibt es keinen Amtsarzt, der sich „sorgen“ sollte?

  • Der Maskierte

    |

    Also ich hab gerade folgende gelesen:
    http://www.regensburg.de/sixcms/detail.php/44023
    und ich musste mir bei diesem Absatz eine Frage stellen:
    „Bei dieser Messung wurden 87 Microgramm pro Kubikmeter Raumluft ermittelt, extrapoliert, also hochgerechnet auf 18 Grad würde das eine Schadstoffbelastung von etwa 120 Microgramm pro Kubikmeter Raumluft bedeuten. Der Richtwert des Umweltbundesamtes wird damit zwar erreicht, aber nicht überschritten. Auf sofortige und ausdrückliche Nachfrage der Stadt erklärte der Gutachter, für eine Sperrung der Turnhalle sehe er keinen Anlass.“
    Was heißt hier bitte ‚etwas‘, könnten sie bitte genauer werden? also 1,3 Millarden sind auch ca 1 Milliarde.
    Und ich bin jetzt nicht der beste MAthematiker aber vielleicht irre ich mich ja einfach nur aber wenn man bei 18°Celsius schon an der Grenze von 120 wasauchimmer angekommen ist, dann heißt es doch sicher dass der Wert noch drüber geht wenn die Temperatur steigt. Also wie war das nochmal mit der Körpertemperatur des Menschen und irgendetwas mit Energie war da doch im Spiel. Ich glaube Bewegung erzeugt Wärme, vielleicht erklärt das wieso nach dem Sport die Menschen schwitzen. Also zurück zu meiner These, wenn also jetzt ca 50 Menschen in der Halle Sport machen dann bleibt die Halle also bei 18°Celsius?
    Oder geht der Wert vielleicht darüber? Vielleicht im Sommer wenns draußen über 25°Celsius hat?

    Dann wollte ich mich noch auf den Absatz hier berufen:
    „Das Umweltbundesamt gibt einen Richtwert von 120 Microgramm pro Kubikmeter Raumluft vor, gemessen bei einer Raumtemperatur von 23 Grad Celsius. Der Richtwert der WHO beträgt 60 Microgramm pro Kubikmeter Raumluft. Der Unterschied ist damit zu erklären, dass angenommen wird, dass bis zu einer Schadstoffbelastung von 120 Microgramm pro Kubikmeter keine dauerhaften Beeinträchtigungen der Gesundheit befürchtet werden müssen. Ab Werten von 60 Microgramm pro Kubikmeter kann es allerdings bei empfindlichen Personen zu Befindlichkeitsstörungen wie Kopfschmerzen oder Übelkeit kommen. Man geht davon aus, dass in jedem geschlossenen Raum ein Hintergrundwert von 20 bis 30 Microgramm pro Kubikmeter Raumluft vorhanden ist.“

    Soll nicht bei 23°Celsius gemessen werden? Mein Deutsch ist leider nicht so gut deshalb wäre es nett wenn mir das jemand erklären könnte wieso dann auf 18°Celsius hoch gerechnet wurde und nciht auf 23°.
    Oder stehen die C für unterschiedliche Skalen?

    Bitte klärt mich jemand auf das ist so verwirrend, aber die Stadt genießt mein vollstes Vertrauen.

  • Besorgte Eltern

    |

    Unglaublich was in Regensburg durch den Filz alles möglich ist. Regensbrug ist die Skandalstadt nr. 1 in Bayern, wenn nciht in Deutschland!
    – Formaldehydmessungen die stattfanden mit oder ohne protkoliierte Messergebnissen
    oder wurde überhaupt gemessen?, keiner schient es zu wissen, weder die Schulleitung,
    noch der zuständige Bürgermeister ?? in der Sporthalle des Gothe Gymnasiums
    – ein leitender Polizeibeamter der seine Untergebenen offenbar schickanierte
    – ein CSU-Ortsverband Altstadt, wo der unterlegende Mitbewerber in einer Abstimmung
    um den Vorsitz laufend in Pressemitteilungen sich über Mitgliederverschiebungen äußert,
    aber offenbar keine Beweise hat
    Tollhaus Regensburg, weiter so oder ist sind das Faschingsscherze?

  • Erich Tolli

    |

    @ Der Maskierte
    Zweifeln Sie nicht an Ihrem Verstand, sondern an der Redlichkeit der Stadtverwaltung bzw. an der Seriosität der hierfür Verantwortlichen.

    Lt. den Online-Informationen weigert sich die Stadt weiter die Temperatur-Bedingung einer Formaldehyd-Messung (23°C) gemäß UBA einzuhalten. Man kündigt an, im Februar bei 18°C zu messen und dann hochzurechnen auf eine Temperatur „die im Sommer in der Halle könnte“!

    Im Falle der Januar-Messung hat man bei 14,3°C gemessen und auf die „normale Nutzung“ von 18°C hochgerechnet, ohne des Rechenverfahren darzulegen.
    Auch dies entspricht nicht den Vorgaben des UBA. Wie höhere Temperaturen als 18°C in der Turnhalle verhindert werden sollen, bleibt eins der viele Geheimnisse.

    Nachdem die Belastung durch Formaldehyd seit der Eröffnung der Turnhalle nicht geringer wurde – eher das Gegenteil- betrachte ich die o.g. Die-Flucht-Nach-Vorne-Veröffentlichung der Stadt als Teil einer zumindest grob fahrlässigen Vorgehensweise. Eine dumm-dreiste Zumutung.

  • Herbert

    |

    Die Ausführungen der Stadt enthalten einige Ungereimtheiten. „Eine sofortige Sperrung der Turnhalle aufgrund dieser Messwerte unterblieb nur deswegen, weil wegen der Weihnachtsferien ohnehin kein Sportbetrieb stattfand.“ Warum erfolgte die Sperrung der Turnhalle dann aber nicht gleich nach den Ferien? Es sollte den Verantwortlichen überdies doch bekannt sein, dass die Halle auch genutzt wird, wenn kein Schulunterricht stattfindet. Das war zum Beispiel am 3.Januar der Fall, zum Zeitpunkt der erneuten Messung. Vormittags fand Sport statt, die Halle hatte zu diesem Zeitpunkt 17°C. Die Messung wurde dann um ca. 14 Uhr durchgeführt, dabei hatte die Halle eine Temperatur von 14,3°C. Wie es zu diesem Temperatursturz kommen konnte, wäre zu klären. Nun, die Messergebnisse lagen diesmal eher vor und gelangten auch an die Presse -zunächst mit falschen Werten-. Am Montag den 10.1. begann die Schule. Anderthalb Wochen später am 27.1 fand eine Elternbeiratssitzung statt, bei der auch Herr Schweiger anwesend war und eine Messung in KW 5 ankündigte. Die Turnhalle war zu diesem Zeitpunkt immer noch in Betrieb. Die neue Messung ist offenbar am 7.2. erfolgt aber über das Ergebnis dieser Messung wird auf der Seite der Stadt nichts vermeldet, sondern nur auf eine erneute Messung am 22. Februar verwiesen.

  • Veits M.

    |

    Messungen Formaldehyd-Konzentration nach dem Sulfit-Pararosanilin-Verfahren gemäß VDI 3484, Blatt 1.

    Literatur:
    Das beschriebene Verfahren ist für die Bestimmung von Formaldehydkonzentrationen in der Außen- und Innenraumluft ausgelegt. Das beschriebene Verfahren ist ein Referenzverfahren zur Prüfung von Formaldehydprüfgasen.
    http://www.vdi.de/401.0.html?tx_vdirili_pi2%5BshowUID%5D=90608

    Dissertation
    Aufbau und Einsatz eines Formaldehyd-Meß-Systems …
    http://www2.sub.uni-hamburg.de/opus/volltexte/1999/114/pdf/Gesamt.pdf

  • Fragender

    |

    So,so, die Stadt Regensburg bietet unter der Überschrift „Top aktuell: Turnhalle des Goethe-Gymnasiums“ Transparenz an und verspricht, alle Fragen der Bürger/innen zu beantworten.
    Fällt den Lesern bei den Fragen etwas auf? Zufällig sind es vor allem passende Fragen, also Fragen, auf die die Stadt beruhigende Antworten hat. Wer die wohl gestellt hat???
    Meine Fragen wurden leider (noch) nicht beantwortet…
    Ja, Ja, das Belügen der Öffentlichkeit geht weiter

  • bernhard56

    |

    ich versteh die ganze aufregung nicht

    die staatsanwaltschaft wird in den nächsten tagen o wochen
    die ermittlungen wegen geringfügigkeit sowieso einstellen
    denn das ist das öffentliche interresse ja weitgehend vorbei.

    ausserdem sind staatsanwaltschaften mit schwerwiegenden problemen
    wie rollstuhlfahrer mit 20kmh unterwegs oder hartz 4 kind hat kaugummi
    bei schlecker gestohlen beschäftigt.

    also beschädigt bitte nicht die weiße weste unsrer gewählten volksvertreter
    und die top 50 unserer bürger

    alles so lachhaft

  • klml

    |

    Es ist sehr schade das die Stadt relevante Informationen überhaupt zurückhalten kann.

    In einem solche Fall wäre die für Regensburg geplante Informationsfreiheitssatzung sicherlich hilfreich.

    http://www.regensburg-digital.de/informationsfreiheit-kehrtwende-der-koalition/31012011/

    Auch könnte die Stadt vorauseilend ihren informationsfreiheitlichen Willen ja schon mal demonstrieren und alle Beteiligten auf den gleichen Sachstand setzen.

Kommentare sind deaktiviert