SOZIALES SCHAUFENSTER

Bibersteg gesperrt

Vandalismus und der Zahn der Zeit

Warum der Bibersteg in Burgweinting im Aubachpark gesperrt bleibt und von der Parkbank auch nur noch Überreste vorhanden sind. 

Keine Mittel für den Neubau vorhanden: Der Bibersteg bleibt gesperrt. Fotos: ki

Von Ingo Knott

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Im wunderschönen Aubachpark am Ortsrand von Burgweinting, wo sich Fuchs und Has gute Nacht sagen und Biber fleißig nagen, wo tagsüber Naturfreunde flanieren, Radler radeln, Wanderer die ausgedehnten naturbelassenen Wiesen genießen, wo das Stadtgartenamt einen tollen Naturerlebnispfad errichtet hat und den wie überhaupt diesen größten städtischen Park hegt und pflegt, ist Vandalismus ein Problem. Das wurde jetzt offenbar: „Wegen Untätigkeit der Stadt Regensburg bleibt der Bibersteg auch weiterhin gesperrt.“

Stadt beklagt Vandalismus

Von beiden Seiten ist der beliebte hölzerne Sumpf-Pfad abgesperrt. Blickt man rein, sieht man durchgebogene Balken, einige sind – erkennbar – mit Gewalt durchgedrückt. Verantwortlich für das Gebiet ist die Stadt Regensburg, die den Bibersteg wegen Sicherheitsbedenken sperren musste. „Der Steg, für den das Stadtgartenamt verantwortlich ist, wurde in den letzten Jahren immer wieder durch Vandalismus beschädigt und teilweise zerstört“, sagt dazu die Pressestelle der Stadt Regensburg.

„Leider wird das gern als Brennholz für spontane Lagerfeuer verwendet.“

Dagmar Obermeier-Kundel: „Die Mitarbeiter des Gartenamtes haben ihn über Jahr hinweg immer wieder instand gesetzt. Seit einiger Zeit ist der Steg allerdings altersbedingt und auch durch die Zerstörungen so marode, dass er durch einen Neubau ersetzt werden müsste. Dazu müssen zuerst finanzielle Mittel und personelle Kapazitäten bereit gestellt werden, die derzeit leider nicht vorhanden sind. Deshalb können wir Ihnen nicht sagen, ab wann der Steg wieder in Betrieb genommen werden kann.“ Auch die Reste einer Parkbank, von der nur noch die Bodenelemente vorhanden sind, sind die Folgen von Vandalismus: „Leider wird das gern als Brennholz für spontane Lagerfeuer verwendet.“

Zwei Probleme also im Regensburger Vorzeigepark: Die Holzbohlen zumindest vom Bibersteg sind in die Jahre gekommen und müssen komplett ersetzt werden. Wenig Lust darauf hat inzwischen eine Verwaltung, die immer wieder mit Steuermitteln ausgleichen muss, was einzelne anstellen. Das ist verständlich – verständlich aber auch, dass mancher Bürger das als „Untätigkeit“ bezeichnet. Jetzt kommen aber erstmal die Schilder weg, die sind für die Verwaltung natürlich ein kleines Ärgernis – aber die Stadtverwaltung hofft, dass die Bevölkerung etwas mehr beachtet, was im Aubachpark vor sich geht. „Es wäre schön, wenn mehr Bewusstsein für das Allgemeinwohl entstünde“, so Frau Obermeier-Kundel.

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Kommentare (10)

  • Sabine F.

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    Der Termin für die Instandsetzung wurde vom Leiter des Direktorium 3 der Stadt Regensburg auf den Sankt Nimmerleinstag gelegt. Bis zu dem Tag hofft er, dass seine Baumfrevel- und Schlämmteichskandale vergessen sind, und er als „grüner“ OB-Kandidat nominiert wird.

  • Felix

    |

    Mit dem Bibersteg haben die Verantwortlichen der Stadt Regensburg seinerzeit eine sehr schöne Anlage erreichtet, die von den Bürgern auch gerne besucht wird. Leider ist das Holz ziemlich in die Jahre gekommen, die ständige Feuchtigkeit hat die Bohlen morsch werden lassen. Schön, dass das Stadtgartenamt über Jahre hinweg einzelne, besonders brüchige Balken immer wieder erneuert hat – danke dafür!
    Absolut unverständlich und nicht nachvollziehbar ist dagegen der Vorwurf von Seiten der Stadt, Vandalismus wäre für die Schäden am Bibersteg verantwortlich. Wer (verbotenerweise) über den Steg geht, kann erkennen, dass alle, wirklich alle gebrochenen oder durchgebogenen Holzbohlen völlig morsch und brüchig sind. Von den erneuerten Balken ist kein einziger beschädigt. Ausschließlich der Zahn der Zeit ist verantwortlich für den aktuellen Zustand des Biberstegs und diesen mit unseren Steuergeldern zu sanieren, ist auf jeden Fall eine sinnvolle Verwendung für das Allgemeinwohl der Bürger!

  • Barnie Geröllheimer

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    Tja, die Stadt. Für jeden Fliegenfurz einen hauptamtlich Beauftragten einsetzen. Den Personalstamm aufzublasen (Wer´s nicht glaubt siehe Samstags in die Mittelmäßige: 10 Stellen jede Woche sind noch wenig) ist jede Menge Geld da. Wenn es aber um Investitionen in die Infrastruktur geht, Versagen auf ganzer Linie….
    Beispiele? Geh vor die Tür und Blicke dich um. Außer Businseln und Fahrbahnteilern alles marode.

  • Burgweintinger

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    Die Ausführungen von @Felix kann ich nur bestätigen. Der Aubachpark war vor Jahren in den Hochglanzprospekten für die verschiedenen Baugebiete immer das Argument für naturnahes Wohnen. Jetzt Vandalismus für den schlechten Zustand des Aubachparks – nicht nur des Biberstegs, sondern auch die Sperrung des Fußwegs entlang des Aubachs – als Grund für die Sperrung des Biberstegs vorzuschieben ist mit Verlaub gesagt schäbig. In regelmäßigen Gesprächen mit den Mitarbeitern des Gartenbauamts – sofern man sie denn antrifft – kommt man schnell auf die eigentlichen Ursachen der Misere : die Stadt baut genau in diesem Bereich Stellen ab, zum Teil werden externe Firmen mit der Pflege des Aubachparks betraut. Mit einem Wort : zu wenig Landschaftsgärtner für die anstehenden Aufgaben. EMails an das Gartenamt werden schon seit Jahren nicht mehr beantwortet, und da geht es nicht mal um Beschwerden.
    Angeblich ist doch Regensburg eine der „reichsten“ Städte Bayerns. Reicht es da nicht mehr dafür aus, zumindest den Bestand zu erhalten ?
    Ich würde mich gerne anbieten, Verantwortung und Aufgaben zur Erhaltung und Pflege des Aubachparks zu übernehmen – wahrscheinlich würden sich weitere Burgweintinger anschließen.

  • Burgweintinger

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    Noch ein kleiner Nachtrag. Die Idee zu einem Schild „Durchgang gesperrt!“ ähnlich dem im Bild kam mir auch schon vor geraumer Zeit bei meinen fast täglichen Spaziergängen. Ich hätte den Text allerdings um einiges aggressiver und persönlicher gewählt, nicht zuletzt deswegen, weil jeder Versuch das Gartenamt zu kontaktieren ins Leere Lief – einfach keine Reaktion, sogar die Empfangsbestätigung und Lesebestätigung sind bei der Stadt Regensburg deaktiviert. Ich nehme an, die Stadt ist mit Wichtigerem beschäftigt.

  • dünnster Künstler

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    Die Stadtratsmehrheit (alle bis auf die ÖDP) hat 2015 (auch Dank dem Antibiber-Einsatz durch Hartl und der Manipulation und jahrelanger Medien-Biber-Hetz-Kampagne) den vorgezogenen Maßnahmenbescheid zur Abholzung von 400, teils 80 Jahre alten Bäumen am Aubachufer im Ortskern durchgewunken und so diverse Umweltverträglichkeitsprüfungen für die 7,5 Mio teure Jahrtausenhochwasser Betonrinne umgangen. Es folgten zwei Jahre lang Schottelawine und Erdebeben, die Anwohner haben nun Risse in den Häusern und permanent mehr Wasser im Keller als zuvor… Das war absehbar. Das Gartenamt (und erst recht nicht das Tiefbauamt) hat leider keine Anstrengungen unternommen den Anliegern eine „naturnähere“ Böchung mit Zugang zum Bach näherzubringen und auf entsprechende Anregungen für Informationsveranstaltungen nicht reagiert. (Einmal einem DIN A4 Zettel dabei haben reicht halt nicht…). Nun hat sich durchgesetzt, was in vorherrscht: Rasenmäher.

    Das Umweltamt hatte jedoch gegen den Willen von Bgm.Huber Beschwerde eingelegt und vorgeschlagen den Bibersumpf oberhalb des neuen Hochwasserrückhaltebeckens von 2012 auszuweiten um so weitere Retentions- und Naturflächen zu schaffen um so die zerstörerischen Hochwasserbetonierungsmaßnahmen im Ortskern überflüssig zu machen…

    Die max. Hochwassermenge wurde vom selben Büro berechnet, das die Betonrinne plante….

    Ergebnis: 7, 5 Mio Betonrinne im Ortskern und künstlich klein gehaltenes Biotop im Aubachpark.
    Jede(r) würde sich freuen, wenn das Aubachbiotop mehr Raum bekommen würde – und die Spaziergänger mehr Stege….

    Ein Hochwasserfilm von der Betonrinne: https://youtu.be/tI_prY-MI_s?t=188

  • R.G.

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    @dünnster Künstler
    Ich habe es wahrhaftig gesehen.
    Ein Video vom Hades?

  • Andreas Zirngibl

    |

    @Sabine F. Das wird er mit ziemlicher Sicherheit nicht, denn sein Reden und Handeln ist alles andere als GRÜN. Das hat auch die GRÜNE Basis (die den OB-Kandidaten wählt) inzwischen erkannt und wäre ziemlich bescheuert, sich mit so einem Kandidaten den Wahlerfolg zu versauen.

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