Wellers Ansichten

Wussten Sie schon das Neuste? Hans Schaidinger ist empfindlich. Das ist jetzt herausgekommen. Er hat dem Herausgeber Konrad Färber quasi Hausverbot in den städtischen Räumen erteilt, weil der zur Vorstellung des Regensburger Almanachs „Krieg und Frieden” einen gar nicht gern gesehenen Redner ins Historische Museum eingeladen hatte. Den Dr. Marcus Junkelmann. Der hat sich in der Vergangenheit ziemlich über die Napoleon-Inschrift am Pylonen-Tor in Stadtamhof ausgelassen, die Kulturreferent Klemens Unger dort hat einmeißeln lassen (Mehr darüber). So auch im Museum, wo er der Stadt deshalb „Geschichtsklitterung” vorgeworfen hat. Ts, ts, ts. Der Oberbürgermeister hat sich daraufhin schnell verzogen, der Sozialbürgermeister ist Herrn Junkelmann lieber ausgewichen und der Kulturreferent war – wohl in böser Vorahnung – gar nicht da. Die Konsequenzen folgten auf dem Fuß: Keine Buchvorstellungen mehr vom Färber in städtischen Räumen! Und dieser Junkelmann braucht sich am Besten gar nicht mehr nach Regensburg trauen. Zumindest nicht in die Räume, von denen der Oberbürgermeister anscheinend annimmt, dass sie ihm gehören. „Freiheit ist gleichbedeutend mit Zivilcouurage”, sagte unser Oberbürgermeister heuer am Stadtfreiheitstag. „Die Zivilgesellschaft ist dann stark, wenn sich viele Leute etwas trauen”, zitiert er Heribert Prantl. „Die Gesellschaft hat dann Halt, wenn viele Leute Haltung zeigen.” Karikaturist Joachim Weller hat seine eigene Haltung zur Haltung unseres Oberbürgermeisters. Karikatur: Joachim Weller Nachtrag: Der Oberbürgermeister hat mittlerweile via Tageszeitung erklärt, er sei einer Diskussion überhaupt nicht ausgewichen. Außerdem zensiere die Stadt nicht. Ja Gott sei Dank!

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Kommentare (9)

  • Roswita Hallhuber

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    Ich persönlich bin immer noch dafür, den Herrn Unger für seine „Inschrift“ am Pylonentor wegen SACHBESCHÄDIGUNG anzuzeigen wie jeden daher gelaufenen Sprayer.

  • Barbara Junghans

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    Es ist ja häufig so, dass Leute, die selbst auf Teufel-komm-raus austeilen, beim Einstecken weniger Steherqualität besitzen.
    Herrn Wellers Karikatur ist ausgezeichnet. Der OB ist gut getroffen und auch Wolli und Schlegl (links) sind gut getroffen, selbst wenn man bei Letzterem (dem Hund, meine ich!) die Rippen sehen kann, was beim Original wohl kaum der Fall sein wird.

  • Lachmann

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    Achtung Satire!
    Liebe Barbara,
    so habe ich das nicht gesehen.
    Ich sehe links Wolbergs und rechts Hartl, der auf den Almanach pisst.
    Der Schlegl hat einen Schaukasten im Museum indem er thronen darf.
    Satire ENDE

  • Napoleon

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    Der Herr Unger wurde eilends per Handy informiert, doch der Veranstaltung (vorstellung des Almanachs) fernzubleiben, als ruchbar wurde, Herr Junkelmann werde sprechen. Sein Namensschild, bereits auf einem Stuhl in der ersten Reihe als Reservierung platziert, ließ eine Mitarbeiterin der Pressestelle unauffällig auffällig verschwinden.
    Generell ist zu sagen: Die ersten Reihen saßen wie Druckkochtöpfe hochrot auf ihren Stühlen, während alle ab etwa Reihe 4 sich auf die Handknöchel bissen, um nicht lauthals loszuprusten. Es war genial, so wurde Schaidinger selten vorgeführt.

  • Napoleon

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    Aber warum das erst nach vier Wochen publik wird, das Hausverbot für Färber-Publikationenen, verwundert (nicht). In Regensburg hört eben noch immer (auch der Koalitionspartner) auf his masters voice.

  • Lustig

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    Die beiden Hunde sind offensichtlich so gut gezeichnet, dass jeder darin sehen kann, wen er will. Einmal ist Wolli links, dann ist er rechts. Ich sehe nur zwei Hunde ohne jede Ähnlichkeit zu Menschen. Den OB erkenne ich nur, weil ich weiß, dass er es sein soll.

  • Genial

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    @Napoleon
    Jetzt ist es also schon „genial“ wenn ein Mensch „vorgeführt“ wird. Wie menschenverachtend unsere Gesellschaft doch geworden ist!

  • Omnibusfahrer

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    Herrn Weller ein großes DANKE für Deine erfrischende Karikatur. Frohe Weihnacht und Gesundheit im Neuen Jahr.
    Dein Omnibusfahrer

  • Der antinapoleonische Befreiungskrieg des Heinrich Wanderwitz | Regensburg Digital

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    […] Bekanntlich hat unter anderem der HV auf mehreren Veranstaltungen mit Fachhistorikern, in Schreiben, Resolutionen und Gesprächen mit Oberbürgermeister Hans Schaidinger und Kulturreferent Klemens Unger substanzielle Kritik an Ort und Inhalt der Inschrift vorgetragen. Erfolglos. Schaidinger blockte ab. Zwischendurch erließ er sogar ein Hausverbot für Inschriftenkritiker. […]

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