Drohende Abschiebungen

Update: Protest erfolgreich – Balkan-Flüchtlinge bleiben vorerst im Dom

Print page

Asylsuchende aus dem Balkan haben am Dienstagvormittag im Regensburger Dom ein Protestlager aufgeschlagen. Die rund 40 Frauen, Männer und Kinder stammen aus verschiedenen Ländern wie Mazedonien, dem Kosovo, Montenegro oder Bosnien und sind unmittelbar von Abschiebung bedroht. Ein Teil der Asylsuchenden, die bislang in Regensburg und Ingolstadt untergebracht waren, hätten heute mit dem Flugzeug abgeschoben werden sollen. Ihre Hoffnung auf Unterstützung durch die katholische Kirche wurde erfüllt: Das Bistum Regensburg hat entschieden, dass die Flüchtlinge vorerst im Dom St. Peter bleiben können und dass man sich um ihre humanitäre Versorgung kümmern wolle.

Balkan-Flüchtlinge besetzen den Regensburger Dom. Foto: Michael Bothner

Etwa 40 Asylsuchende besetzen den Regensburger Dom. Foto: Michael Bothner

Erste Gespräche mit dem Domkapitel laufen

Wie lange die Protestierenden im Dom verweilen werden, war zunächst unklar. Das Regensburger Domkapitel war schnell informiert und hatte mit Domdekan Anton Wilhelm wenige Minuten nach Ankunft der Flüchtlinge einen Vertreter vor Ort. Das Domkapitel beriet mehrere Stunden über das weitere Vorgehen. Das Ergebnis: Die Flüchtlinge können vorerst im Dom bleiben. „Wir tun als Kirche, was wir als Kirche tun können. Der Rest ist eine politische Angelegenheit“, sagt Generalvikar Michael Fuchs zur Entscheidung von Domkapitel und Bistum.

Konkret heißt das, dass sich die Kirche um die humanitäre Versorgung der Asylsuchenden kümmern wird. Sie sollen auf dem Gelände des Doms Schlafmöglichkeiten und sanitäre Anlagen zur Verfügung gestellt bekommen, mit Lebensmitteln versorgt und medizinisch betreut werden. Die Asylsuchenden freuen sich über das Angebot und sind dankbar für die Unterstützung. Im Moment ist angedacht, etwa fünf Tage dort zu bleiben. Sie hoffen, dass für die Zeit danach Wohnungen und Plätze an Schulen für die Kinder verfügbar sind.

foto 1

Vertreter des Domkapitels erklären den Flüchtlingen im Dom, wie die humanitäre Hilfe der Kirche aussehen wird. Foto: Michael Bothner

Der Protest habe sich aus den Reihen der Asylsuchenden selbst formiert, sagt Isen Asanovski von Romano Jekipe Ano Hamburg, einer Organisation zur Unterstützung von in Deutschland lebenden Roma. „Wir haben keine andere Wahl. Wir haben uns entschieden, in Gottes Haus, bei Jesus, bei Euch Hilfe zu suchen. Unsere Situation ist sehr schlecht. Unsere Kinder leiden, unsere Leute sterben“, erklärt Asanovski dem Mesner des Regensburger Doms Josef Dommer. Er war zufällig vor Ort als die Protestierenden dort aufgeschlagen sind. Dommer und Wilhelm, die als erste Kirchenvertreter vor Ort waren, hatten zwar Verständnis für die Lage der Flüchtlinge, konnten jedoch noch keine Hilfe versprechen.

Der Protest hatte sich in den letzten Tagen organisiert und begann heute Vormittag. Von der Historischen Wurstkuchl aus, wo sich die beteiligten Asylsuchenden mit einigen Unterstützern trafen, gingen sie gegen 11 Uhr zum Dom und stellten sich mit Transparenten am Rand des Hauptschiffs auf.

Von Abschiebung bedrohte Flüchtlinge aus dem Balkan im Regensburger Dom. Foto: Michael Bothner

Von Abschiebung bedrohte Flüchtlinge aus dem Balkan im Regensburger Dom. Foto: Michael Bothner

„Wir können nicht mehr in unseren Verstecken bleiben“

In der Gruppe befinden sich viele Familien mit Kindern, das jüngste von ihnen ist einen Monat alt. Vor dem Dom haben Privatpersonen aus Regensburg, die den Protest unterstützen, gegen 13 Uhr einen Infostand aufgebaut. In einer ersten Stellungnahme auf einem Flugblatt werben die von Abschiebung bedrohten Menschen und Romano Jekipe Ano für Solidarität mit ihrem Anliegen: „Wenn wir in die Staaten gehen, deren Adler unsere Papiere ziert, dann erwarten uns Verfolgung, Rassismus, Ausschluss. Und keine Spende aus Westeuropa kann unsere Probleme dort lösen. Die Lösung unserer Probleme liegt hier. Wir können nicht mehr in unseren Verstecken bleiben“, heißt es auf dem Flyer.

Sie wehren sich dagegen, dass ihnen im Gegensatz zu Flüchtlingen, deren Fluchtgründe als legitim anerkannt werden, keine Perspektive in Deutschland offensteht. Serbien, Mazedonien, Bosnien, Kosovo, Albanien und Montenegro gelten als sichere Herkunftsländer. Die Protestierenden und ihre Unterstützer fordern, dass diese Entscheidung rückgängig gemacht wird.

Trackback von deiner Website.

Bitte unterstützen Sie eine unabhängige Berichterstattung in Regensburg.

 
Verein zur Förderung der Meinungs- und Informationsvielfalt e.V.
IBAN: DE14750900000000063363
BIC: GENODEF1R01

Kommentare (40)

  • KarlaKolumna

    |

    Ich kenne persönlich nur Menschen/Familien dieser Nationalitäten, die mit Arbeitsvisa in Deutschland sind, deshalb kann ich auf persönliche Erfahrungsberichte nicht zurückgreifen.

    Was ich aus den Medien weiß ist, dass es in den genannten Staaten größtenteils keine Sozialsysteme gibt. Roma sind dort Rassismus ausgesetzt und haben kaum Chancen auf dem normalen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, weil sie vielen Vorurteilen ausgesetzt sind. Auch Verfolgung Homosexueller steht wohl an der Tagesordnung.

    Im Artikel fehlen mir nun Informationen:
    Handelt es sich bei den Protestierenden um Roma oder welche Art von Staatlicher Verfolgung droht Ihnen lt. eigener Aussage konkret in den Herkunftsländern?

  • Norma Nodthar

    |

    Seelennotrettungsinitiative Seelen-Eye?

  • Mitdenker

    |

    Die linke ANTIFA hat diesen Protest initiiert. Warum im Dom? Sonst haben sie doch auch nichts mit der Kirche am Hut. Ein Rechtsstaat hat Gesetze – nun sollen sie umgesetzt werden – sofort Protest. Jeder kann sich seinen Teil denken. Bringt sie doch ins Rathaus.

  • Lothgaßler

    |

    So unbegründet ist der Protest der „Balkanflüchtlinge“ nicht, auch wenn von „sicheren Herkunftsländern“ die Rede ist. Immer wieder schlagen Meldungen über die gezielte Benachteiligung und Schädigung von Roma durch, auch aus EU-Staaten (man denke nur an Ungarn). Die Politik sieht darin offziell keine „Verfolgung“, alles andere hätte nämlich unliebsame Konsequenzen: Zigeuner aufnehmen! Das ewige Wegschauen wird nicht mehr lange helfen, diese Menschen kommen immer wieder, weil wir ein Sehnsuchtsort sind.

  • Sir Quickly

    |

    Aus dem Balkan – aha! Wieder einmal sieht man Frauen und Kinder auf den Fotos, die vorgeschoben werden um Mitleid zu erwecken, während die Männer wahrscheinlich als Hütchenspieler für den Unterhalt sorgen. Dass sie zur Abschiebung anstehen, wird schon ausreichend begründet werden können

  • joey

    |

    gute Idee. Da können sich dann Schlaumeier wie Kardinal Marx mit ihren (sonst recht folgenlosen) Gutmenschensprüchen hier mal konkret engagieren. Das heißt: die Kirche übernimmt Versorgung und Sozialleistungen aller Südosteuropäer. Ja, alle, denn der Lohn für ordentliche Berufe ist dort etwa die Hälfte bzw weniger als deutsches Hartz4, Sozialsysteme sind unter aller…

    Daß Merkel oder sonst wer eine neue Flut aus SOEuropa politisch überstehen würde, glaubt wohl niemand. Da fragt man sich, was die „privaten Unterstützer“ mit „Bleiberecht für alle“ eigentlich fordern. Das Paradies jetzt sofort? Weder Gebete im Dom noch rote Experimente haben jemals Manna für alle gebracht.
    Die armen Leute im Dom haben sich vor einen antifa Karren spannen lassen, wie das an anderen Orten schon öfters geschah. Man wird sie so lange „betreuen“, bis sie den Dom satt haben. Jeder kriegt noch 1000€ extra, dann …

  • Oleg

    |

    Im allgemeinen finde ich, sollte das Kirchenasyl nur für Personen gelten, die aufgrund Ihres Glaubens in Deutschland stark gefährdet werden. Für den Rest muss der Staat sorgen…

    @Lothgaßler: Also ist nach deiner Erläuterung jeder Benachteiligte praktisch Asylberechtigt- also im Endeffekt jeder?

  • Links?rechts?Geradeaus!

    |

    Nun gut. Dem Himmel sei Dank dass wir hier nicht erpressbar sind. Man stelle sich vor wir hätten hier solche Zustände wie in deren Herkunftsländern…
    Man stelle sich weiterhin vor das hunderttausende Asylanten in unsere Kirchen rennen und dann auch noch Recht bekämen. Wenn das so funktionieren würde, dann gute Nacht Deutschland. Interessant ist allerdings dass solche Menschen aus gewissen Ländern ohne ordentliches Rechtssystem fliehen um dann im „Zielland“ ein funktionierendes System erpressen und untergraben wollen. Wer solche Charaktermerkmale an den Tag legt braucht sich nicht wundern dass er im Heimatland verfolgt wird.
    Da hier aber nicht der Balkan ist, wird der sinnlose Protest nix bringen. Außer weiteren berechtigten Ressentiments von der Bevölkerung gegenüber den R. u .S. Gerade diese Volksgruppe wird nicht ohne Grund in deren Heimat schief angesehen. Das fahrende Volk…keine feste Arbeit…auch nicht in westlichen Ländern. Die Kinder werden absichtlich von der Schule ferngehalten. Sie hängen überwiegend am sozialen Tropf der Allgemeinheit. Bildung ist sozusagen ein Makel den es zu vermeiden gilt. Hauptsache viele Kinder. Irgendwer wird diese dann schon ernähren.
    Dass es dann noch Befürworter gibt, die solche Aktionen gut heißen sagt schon viel über deren Gesinnung gegenüber dem Staat und allen seinen Institutionen aus.
    Die Aktivisten sollten mal darüber nachdenken warum die Illegalen Einwanderer alle nach Deutschland wollen… Ja genau. Weil unser Land toll ist! Weil es reich ist! Weil wir ein Klasse Sozialsystem haben! Ein funktionierendes Rechtssystem!
    Sozusagen wollen die Illegalen in genau so ein wie oben beschriebenes Land welches die Linken aber zeitgleich sabotieren und ablehnen.
    Was läuft bloß falsch in den Linken Köpfen. Das „Jeder kann in jedes Land“ und „Wir sind alle gleich“ Geschwafel funktioniert nicht. Spätestens wenn man Ihnen selbst die privaten Dinge unerlaubt nehmen würde, denn „alles gehört ja allen“, würden Sie aufwachen. Meiner Meinung nach leben die linken Aktivisten in einer Scheinwelt. Brandgefährliche verblendete Menschen. Der Staat muss höllisch aufpassen dass diese Szene nicht ausufert. Nein nein liebe linke Traumtänzer, die Welt tickt anders als ihr denkt.

  • Die Lösung

    |

    “ Sie hoffen, dass für die Zeit danach Wohnungen und Plätze an Schulen für die Kinder verfügbar sind“

    Scheiß auf den Immobilien-Spenden-Skandal, Wohnungsnot, Lehrermangel, etc. – einfach für fünf Tage in den Dom „flüchten“, dann ist alles da, selbstverständlich vom „Staat“ bezahlt!

  • Bernhard

    |

    Gute Aktion! Die Einteilung in „sichere“ Herkunftsländer ist ein grausamer Witz auf Kosten der Verfolgten und Schutzsuchenden.

  • Peter

    |

    @Stefan: Wie hast Du es geschafft, die Kommentarspalte von PI und dem Kopp-Verlag hier einzublenden?

  • Rentnerin

    |

    Mir ist aufgefallen, dass selbst während der Gottesdienste (z.B. in der „Alten Kapelle“ in den Gottesdiensten um 12.15 Uhr) einige Frauen in der Kirche betteln.
    Ich habe schon Angst, mich zwischendurch in eine leere Kirche zu begeben, und habe keinen Schutz.
    Das ist bitter für uns Bürger.
    Die Kirche und die Stadt sollen hier nicht nachgeben, sonst macht das Schule.

  • Moni

    |

    War eigentlich mal jemand von den Kommentatoren im Dom? Hat irgend jemand mit dem Menschen gesprochen? Ich war gestern da. Es sind Familien mit kleinen Kindern die noch nicht mal Windeln und Milch für die Babys haben. Hallo ihr Sofasitzer, ihr habt das Glück zur richtigen Zeit am richtigen Ort geboren worden zu sein. Wisst Ihr wie diese Menschen in Ihrer Heimat leben müssen. Und habt Ihr vergessen wie Sie bei uns gestorben sind?

  • Tobias

    |

    @ Moni:
    Die „Sofasitzer“ retten schon die halbe Welt mit ihren Steuergeldern; diese wiederum gibt uns nix als Hitler-Fotomontagen und Hakenkreuz-Armbinden auf Magazincovern zurück. Der Schuldkult, den Sie in der letzten Zeile mit ansprechen, zieht nicht mehr. Die Familien mit kleinen Kindern, ja, warum haben sie denn kleine Kinder, wenn sie kein Geld haben? Das ist eine Frage, die man sich als Eltern schon stellen sollte. Egal ob am Balkan oder in Afrika oder den nahen Osten; die Überbevölkerung und Kindergebären in Krisenregionen und -zeiten kann nicht immer auf den deutschen Steuerzahler abgewälzt werden.

    Roma und Sinti sind seit Jahrhunderten auf der ganzen Welt unbeliebt. Vor allem Roma. Sinti haben sich stellenweise integriert oder zumindest geben sie dem Staat/der Allgemeinheit etwas zurück. Ansonsten sind die Roma selber Schuld. Sie wollen keine Ausweise, Dokumente, Postanschriften. Schulpflicht kommen sie nicht nach. Sie wollen einfach nur „hier sein“, wie die über 1.500.000 aus dem nahen Osten.

    Und das muss man nicht akzeptieren. Auf Regensburg-Digital hatten wir doch vor ein paar Monaten diese Aufregung wegen der Bettler und Nervereien in der Innenstadt. An der Albertstraße kam regelmäßig gegen 15 Uhr eine Bettel-Frau, auf der Galgenbergbrücke eine Familie, die irgendein Kauderwelsch spricht und die Hand aufhält. Jetzt also noch im Dom (s. Kommentar von Renternin)? Der Druck im sozialen Kessel steigt exponentiell…

  • Regensburger

    |

    Kommentar gelöscht. Keine rassistischen Klischees.

  • moni

    |

    Es ist immer einfach über „die Roma, die Sinti, die Muslime, die………“zu sprechen, und ich weigere mich auch über die Deutschen zu sprechen. Wie wir, in unserem, dem deutschen Land, zur Zeit sehen, gibt es ein Vielzahl von Menschen die sich extrem unterscheiden, sowohl politisch, intellektuell, kulturell….Warum gestehen wir das nicht anderen Ländern und Volksgruppen auch zu . Warum sind es immer die da. Ich kann doch einen Menschen nicht nach seinem Herkunftsland ,seiner Volks oder Religionsgruppe beurteilen. Es tut mir leid, wenn es auch für dich, Tobias , abgedroschen klingt, aber mir kommen diese Parolen leider sehr bekannt vor. Ich hatte gehofft, dass wir diese Phase überwunden haben. Dieses Gehetze bringt uns keinen Schritt weiter. Mein Tipp geh mal hin, sprech mit den Menschen und bilde dir dann deine Meinung.

  • auch_ein_regensburger

    |

    An einem Teil der Kommentare hier wird doch v.a. eines deutlich, nämlich wie scheinheilig die Sprüche sind, man hätte ja nichts gegen Fremde an sich, sondern nur gegen Muslime. Und das ja auch nur, weil sie eine Gefahr wären für unsere freiheitlich demokratische Grundordnung.

    Hier geht es um europäische Christen – und die Reflexe sind genau dieselben. Fremdenfeindlichkeit eben, Angst vor allem, was irgendwie anders ist.

  • tim

    |

    Irgendwie unschön, der Kirche noch zu dem Anschein zu verhelfen, man sei da irgendwie nächstenliebend oder so. Aber auch richtig, gerade die katholische Kirche mal etwas ranzunehmen, denn diese Herren mit Armutsgelübden in Frauenkleidern haben auch fett Kohle. Das Bistum Regensburg ziert sich noch mit der für 2015 angekündigten Vermögensaufstellung (Jahreshaushalt 350 Mio.), aber die Größenordnung dürfte ähnlich sein wie bei der Erzdiözese München: Die hat erst im Juni in ihrer Jahresbilanz ein nettes Sümmchen von 6 Milliarden Euro irdischen Besitzes veröffentlicht. Was man wohl alles so anstellen und Hilfe leisten könnte mit den Summen, die diese Heilsbringer alleine durch Steuerfreistellungen aller Art einsparen …
    Vorgeblich würden sie ja gerne irgendwie wollen, der Münchner Chefpfaffe Marx reklamiert immer wieder mal die Situation der Flüchtlinge, Deutsche Bischofskonferenz (DBK) und Evangelische Kirche erklären gemeinsam (04.05.16): „70 Jahre nach Kriegsende in Europa fordern die Kirchen einen stärkeren Einsatz, um Flüchtlinge zu retten und zu schützen. […] Der Blick auf das Kriegsende mit Millionen entwurzelter Menschen mache aufmerksam auf die Not der Flüchtlinge von heute …“
    Laut Artikel oben sagt Herr Fuchs: „Wir tun als Kirche, was wir als Kirche tun können.“ Da bin ich doch mal gespannt …

  • kida

    |

    Hier geht es um Menschen, richtig . Hier geht es aber auch um einen funktionierenden Rechtsstaat. Die Menschen haben einen rechtsgültigen Abschiebescheid erhalten. Wären wir eine Bananenrepublik würden wir sagen, na und? Sind wir aber nicht! Gesetze sind dazu da, dass wir sie einhalten, so hart es manchmal für die Betroffenen auch ist! Sonst können wir einpacken.

  • Regensburger

    |

    Wenn das Bistum/dir Kirche hier Asyl gewährt, dann ist es Zeit aus der Kirche auszutreten!

  • Lothgaßler

    |

    @Oleg:
    Nein, ich bin nicht dafür, dass jeder benachteiligte Mensch Asyl in Deutschland erhält. Sie haben hier geflissentlich meine Fomulierung verkürzt und die „gezielte…Schädigung“ unterschlagen. Ich bin der Auffassung, dass die Roma doch „verfolgt“ (gezielt ausgegrenzt, benachteiligt und geschädigt) werden, und das inmitten der EU (wie z.B. Ungarn) bzw in Europa!
    Ich denke nicht, wie so manche andere Kommentatoren, dass Roma gänzlich unwillig sind ein in unseren Augen „normales“ Leben zu führen. Ja, sie fallen uns in der Regel unangenehm auf, weil sie uns anbetteln. Mir wäre es auch lieber diese Männer und Frauen würden sagen: Scheiß auf das Betteln, wir suchen uns einen Job. Im Blaumann und und mit Rohrzange wäre mir Herr Roma mit Ahnung von dem was er tut genauso willkommen, wie jeder andere sachverständige Handwerker. Genau hier liegt das Problem: Wer ausgerenzt wird und keine Chance erhält, der kann sich nicht vermarkten und wird nirgendwo gebraucht und gewollt. Irgendwann resignieren diese Menschen und verharren in einer Randschicht der Gesellschaft, womit sich die Gesellschaft auch einen Sündenbock kultiviert.
    Die Roma, immerhin Europäer, haben meines Wissens noch keinen Krieg geführt, sind nicht als Vandalen plündernd und mordend durch Europa gezogen und haben auch keine Krise (egal welche) verschuldet.

  • auch_ein_regensburger

    |

    @ Regensburger
    … oder wieder einzutreten. Auf jeden Fall könnten die katholische Kirche und speziell das Bistum Regensburg so einen Anfang machen, die Sympathien wiederzugewinnen, die sie durch ihr unsägliches Verhalten zum Thema Missbrauch in den letzten Jahren verloren haben. Und wenn Sie, lieber Regensburger Mitbürger, mit Nächstenliebe und Barmherzigkeit nichts anfangen können, warum sind Sie dann überhaupt in der Kirche und nennen sich einen Christen?

  • keinMenschistillegal

    |

    Liebe Rassisten und sonstige Nachfahren der Nazi-Mörder, die die „Zigeuner“ als „minderwertige Rasse“ ermordet haben, und die nur dank der Gnade ihrer späten Geburt damals nicht dabei waren :
    Der folgende Leserbrief ist nicht für euch, ihr findet für euer menschenverachtendes Denken doch sicher auf den Foren von CSU und AfD viel Zustimmung , mögt ihr nicht da weiter geifern , hm !!!
    …Meine Gedanken sind folgende: Vor allem die Roma werden in ihren Hauptwohngebieten ausgegrenzt bis verfolgt, das sind Fakten. Dass sehr viele der Roma traditionell in patriarchal geführten Sippen leben, in denen besonders die Frauen und Kinder leiden müssen, stimmt ebenso. Das ist aber doch keine Rechtfertigung, sie weiter auszugrenzen, sondern eher, ihnen Hilfe anzubieten, damit sie da rauskönnen und die Unterwerfung unter diese Macho- und Armutskultur nicht mehr brauchen – so sie denn wollen.
    Die Roma fallen wegen der Diskriminierung bis Verfolgung unter das Asylrecht, wie es im Grundgesetz festgelegt ist. Warum werden sie dann nicht vom Staat anerkannt ? Es heisst, Deutschland kann doch nicht „alle“ Verfolgten oder Armen dieser Welt aufnehmen. Stimmt. Aber gewiss viel mehr ! Meine Lebenserfahrung ist, dass die staatstragenden Parteien und der Staat nichts für Menschen in Not tun wollen, wenn Staat und Wirtschaft keinen Gewinn daraus schlagen können .
    Also: Das Boot ist noch lange nicht voll – ausser in den Köpfen derer, die Menschen nur nach ihrem Nutzen berechnen, sowie in den Köpfen derer, die nicht menschlich, sondern rassistisch denken.
    Ich war heute im Dom, und ich habe mich (als Ex-Katholik) erstmals dort wohl gefühlt, als ich diese Schutzsuchenden und ihre Transparente sah. Morgen werde ich ihnen benötigte Kinderklamotten vorbeibringen…

  • Mathilde Vietze

    |

    Zuz „Joey“ – Es ist richtig und wichtig, an der Institution
    katholische Kirche Kritik zu üben. Daß Sie aber ausge-
    rechnet über einen Kardinal Marx herfallen, finde ich
    schon grenzwertig. Genau Marx war es z.B., der sich
    den massiven Ärger seiner Amtskollegen zugezogen
    hat, als er befahl, die Mißbrauchsfälle schonungslos
    aufzuklären. Und Marx war es auch, der GLM dahin-
    gehend (zu Recht) düpierte, als er Dr. Hans Maier
    zu seinem 85. Geburtstag in einer Weise eine Lau-
    datio hielt, daß Müller kapieren mußte, w a s ge-
    meint war. Es gäbe andere „Kirchenfürsten“ als
    Marx, denen man mal gehörig „die Platte putzen“
    müßte.

  • Blümchen

    |

    Die Kirche sollte alle Kosten übernehmen und die Aktivisten, solange diese
    Menschen in der Deutschland leben.Bin gespannt, wie lange die Bereitschaft
    da ist, zu versorgen und zu helfen.

  • hst

    |

    Ein Beitrag auf zwei Seiten zur historischen Vergangenheit der Sinti und Roma.

    http://www.tagesspiegel.de/wissen/ausgrenzung-und-verfolgung-der-roma-in-europa-geschichten-vom-randvolk/13432132.html

    Vielleicht hilft es dem einen oder anderen zu verstehen, dass es bei diesen „Randvölkern“ nicht um ihre „Herkunftsländer“ (egal ob sicher oder nicht) gehen kann, nicht gehen darf, weil sie nämlich keine haben.

    Einzig haben sie vielleicht einen Paß eines Landes, in dem sie aber verfolgt, diskriminiert, verachtet werden, einfach noch nie gewollt waren, nicht erwünscht sind.

    Diesen Menschen pauschal unter Bezug auf ihre „Herkunftsländer“ das Recht auf humanitäre Hilfe abzusprechen, ist für mich nicht nachvollziehbar, beschämend.

  • menschenskind

    |

    Über eine Reihe von Kommentaren oben bin ich regelrecht entsetzt. Mitbürger, Mitbayern, bayerische Landsleute, wohl in der Mehrzahl wohl auch noch Katholiken (so wie ich einst) vergessen jedwede Humanität, die Grundgebote des christlichen Glaubens, ja, all das, was einen Menschen vom Tier unterscheidet und plädieren für Ausweisung, Abweisung, Rauswurf und dergleichen von Menschen, die Hilfe suchend zu uns kamen.

    Jedem, der meint hier Menschen die Tür weisen zu dürfen, weil diese in vermeintlich betrügerischer oder unlauterer Absicht zu uns kommen, möchte ich raten einmal eine Balkanreise zu unternehmen. Von Passau aus ist man rasch durch Ö und Ungarn durch und in Serbien, Rumänien, Makedonien oder Bulgarien und kann sich mit eigenen Augen davon überzeugen in welch furchtbarem Elend Roma (nicht Sinti!) dort leben.

    Dass Menschen von da den Weg in den für sie unendlich reichen Norden beschreiten, ist die Folge einer verfehlten und vollkommen wirkungslosen „Zigeunerpolitik“ von Ländern, die vom Sozialismus direkt in den wilden Kapitalismus katapultiert wurden, Länder, in denen Clans, Interessensgruppen, und Lokalmafiosi, nicht etwa ‚der Staat‘ oder Berechenbarkeit oder Gerechtigkeit regieren.

    Die r.-k. Kirche hat hier, bei dieser Domdemo, die beste Gelegenheit durch Aufnahme (Asyl) und Hilfe das wieder gut zu machen, was sie Jahrhunderte über versäumt hat, nämlich für diese Ärmsten der Armen da zu sein.

    Ist mir schon klar, Rentnerin und Co, dass Sie sich nicht einfühlen können, dass Sie nur Kosten und Bedrohung für Ihr bequemes Leben in den Migranten aus dem Balkan sehen. Auch ich habe erst Streetworker für Sinti und Roma werden müssen, ehe ich das Elend begriffen habe und obendrein die Notwendigkeit zu helfen.
    Sie können sich nicht vorstellen wie schön es ist, einem Roma oder sogar einer R.-Familie dauerhaft geholfen zu haben. Bewirkt zu haben, dass Leute von weit weg und absolut ohne Perspektive nach gewissen Anfangsschwierigkeiten ein ganz normales Leben, als Arbeitnehmer, als Steuerzahler, als Nachbarn, ja sogar als Freunde von Deutschen (Bayern!) führen können. Ich kann Sie nur bedauern.

  • menschenskind

    |

    @Mathilde Vietze
    Ihre Verteidigungsrede auf den unseligen Kardinal Marx haben Sie nur halten können, weil Sie wesentliche Fakten aus Marxens Laufbahn bzw. von dessen Wirken ausblenden.

    Wenn Sie die Medien aufmerksam verfolgt hätten, wüssten Sie,

    dass Marx die Trennung von Kirche und Staat vehement bekämpft und uns einen Gottesstaat nach Muster des Islam, nur unter christlichem Vorzeichen, bescheren möchte,

    dass Marx Geschiedene, Lesben und Schwule als „gescheiterte und zerbrochene Menschen“ bezeichnet, womit er Hunderttausende in diesem Lande beleidigt hat und die kath. Kirche erneut als einen Verein der Auserwählten, nicht hingegen als einen Ort für alle und jeden, ausgewiesen hat.

    dass er einen modernen, aufgeschlossenen, versöhnlich gestimmten Pfarrer (Gotthold Hasenhüttl) suspendiert hat, weil der die Ökumene zwischen Katholiken und Evangelischen wörtlich genommen hat. Ähnlich antimodernistisch-rückwärtsgewandt hat sich Marx gegenüber der Theologin Regina Ammicht Quinn verhalten. Marx ist ein Ewiggestriger, ein Nichtmehrzeitgemäßer, ein Mittelalterfan (seit 2006 darf er sich „Großprior der Deutschen Statthalterei des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem“ nennen – ein lächerlicher Schmarrn, der an die ‚glorreichen‘ Kreuzzüge erinnern soll).

    dass er ein hemmungsloser Schlemmer, maßloser Schluckspecht und Liebhaber stinkendster Zigarren ist (wohl sein Zölibatsersatz oder so).

    Mein Rat: Man sollte als Katholik nicht einfach so jeden anderen Katholiken mirnichtsdirnichts gleich mögen und verteidigen, sondern sich erst informieren, dann nachdenken und zuletzt erst – eventuell – kommentieren.

  • Mr. T

    |

    Marx ist ein hemmungsloser Schlemmer, maßloser Schluckspecht und Liebhaber stinkendster Zigarren? Hab ich gar nicht gewusst. Doch nicht ganz so komplett verkehrt der Kerl!

  • Progl

    |

    Einwanderung durch erpresserische Aktionen dürfte kaum funktionieren. Die Drahtzieher dieser Aktion instrumentalisieren die Betroffenen.

  • Angelika Oetken

    |

    „dass er einen modernen, aufgeschlossenen, versöhnlich gestimmten Pfarrer (Gotthold Hasenhüttl) suspendiert hat, weil der die Ökumene zwischen Katholiken und Evangelischen wörtlich genommen hat. “

    @menschenskind,

    es könnte auch ganz banal sein: da neidet einer seinem Mitbruder dessen Courage. Bei dem ganzen Theater, was so ein linientreuer Priester da vorzuspielen hat, kann man doch nur anfangen zu saufen oder?

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • menschenskind

    |

    Edit: Keine persönlichen Beleidigungen!

    https://www.google.de/search?q=kardinal+Marx+Bilder&biw=1344&bih=764&tbm=isch&tbo=u&source=univ&sa=X&ved=0ahUKEwis-cKm3ebNAhVIOxQKHYqEA8gQsAQIIg
    .
    .
    .
    Das ist kein Neid auf einen kleinen Priester, das ist reine Wollust, dreiste Prasserei, das ist krasse Verschwendung von Steuergeldern, kurzum, ein Anachronismus und ein Kuriosum zugleich, dass unsere Gesellschaft meint, sich immer noch solche lächerlichen Clowns leisten zu können.

    Der verarscht uns doch nur von früh bis spät. Der lacht sich doch eins über uns Werktätige, über uns Normalmenschen. Der hat doch längst abgehoben.

    Torten sollte man ihn, den Marx, genauso wie die von Storch:

  • Mathilde Vietze

    |

    Zu „Menschenskind“ – Herzlichen Dank für Ihren Beitrag. Es gibt halt doch noch noble
    Menschen, die ihre kostbare Zeit damit verschwenden, den Unbedarften dieser
    Erde die ewiggültigen Wahrheiten zu vermitteln. Ich jedenfalls habe Ihre Weis-
    heiten als große Bereicherung meines geistigen Horizontes erlebt.
    Ich grüße Sie mit großer Hochachtung!

  • juerge

    |

    https://www.youtube.com/watch?v=d2JN8v6p98A&feature=share

    Island zeigt wies geht – nicht nur im Fußball! Abgewiesene „Asylsuchende“ werden in Island ohne große Fisimatenten abgeholt, in ein Flugzeug verfrachtet und dorthin geflogen, wo sie gemäß dem Dublin III-Verfahren ihr Asyl-Shopping zuletzt betrieben haben. Die isländische Polizei geht in eine Kirche in Reykjavik, um eine Gruppe von Asylforderern herauszuholen. Die Priesterin Kristín Þórunn Tómasdóttir hatte Kirchenasyl gewährt, um die abgewiesenen „Flüchtlinge“ vor der Polizei zu „schützen“. Als diese um Mitternacht in der Kirche ankam, machte sie den Betroffenen ruhig und höflich klar, dass das Kirchenasyl nicht über dem Gesetz stünde, und dass sie ohne Wenn und Aber nach den Gesetzen handeln würden.

    In Übereinstimmung mit dem Dubliner Abkommen würden die Personen zunächst nach Norwegen und dann zurück in den Südirak geschickt werden, der als sicher angesehen wird. Die „Schutzsuchenden“ wollten nicht freiwillig mitgehen, und so wurden sie ohne Umschweife und mit der nötigen Gewalt hinausgebracht.

    Island ist nicht EU-Mitglied. Zusätzlich zu den Mitgliedstaaten der EU haben sich aber die Nicht-EU-Staaten Island, Norwegen und die Schweiz durch einen Vertrag dem europäischen Asylsystem angeschlossen. Mit dem sogenannten Dublin-Verfahren (inzwischen Dublin III-VO) wird festgestellt, welcher europäische Staat für die Prüfung eines Asylantrages zuständig ist. Mit der Dublin III-VO soll sichergestellt werden, dass ein gestellter Asylantrag nur durch einen Staat geprüft wird – also kein Asylshopping möglich ist.

  • Mehrwöchige Protestaktion von Asylsuchenden in Regensburg geht zu Ende » Regensburg Digital

    |

    […] Strafanzeige gegen Pfarrheim-Gruppe – Steht eine Räumung des Pfarrheims bevor?, 04.08.16 Wenn der Kampf von Geflüchteten zum Egotrip verkommt, 02.08.16 Keine „geduldete Präsenz“ mehr für Asylsuchende im Pfarrheim St. Emmeram, 28.07.16 Ehemalige Dombesetzer treten in Hungerstreik, 20.07.16 „Was sollen wir machen?“ – Protestierende Roma im Dom schildern ihre Lage, 06.07.16 Protest erfolgreich – Balkan-Flüchtlinge bleiben vorerst im Dom, 05.07.16  […]

Kommentieren