Kreativer Vorschlag

Europabrunnen soll versenkbarer Kiosk werden

Print page

Was wird aus dem Europabrunnendeckel am Ernst-Reuter-Platz? Unsere Redaktion hat ein Vorschlag erreicht.

"Der gläserne, versenkbare Kunst-Kiosk. Echte Kunst, teure Kunst, echt teure Kunst an den Toren zur Altstadt." Bild: "BÜRO MÜLLER, DESIGN THINKIN BIG"

„Der gläserne, versenkbare Kunst-Kiosk. Echte Kunst, teure Kunst, echt teure Kunst an den Toren zur Altstadt.“ Bild: „BÜRO MÜLLER, DESIGN THINKIN BIG“

Jakob Friedl will ihn endlich wieder mit urbaner Kunst bespielen, Bürgermeister Jürgen Huber will ihn am liebsten zuschütten und unter zwei Bäumen beerdigen und innerhalb der Koalition sorgt das nicht unbedingt allerwichtigste Thema Regensburgs sogar für lautstarken Zoff: Der Europabrunnen(deckel) am Ernst-Reuter-Platz ist derzeit wieder Stadtgespräch.

Nachdem Friedl am Montagabend zwar zu einer Diskussionsrunde geladen hatte, einen großen Teil der Zeit aber mit einem ausufernden Vortrag „bespielte“, hat jetzt ein kreativer Regensburger – bzw. ein ganzes „BÜRO MÜLLER, DESIGN THINKIN BIG“ – seinen wirklich kreativen Vorschlag zur Nutzung des Europabrunnenerwartungslochs an unsere Redaktion gesendet.

Sehr geehrte Damen und Herren von Regensburg Digital

Hier schicke ich einen Vorschlag unseres Hauses mit der Bitte um Kenntnisnahme und Veröffentlichung. Wir können in Bälde detaillierte, repräsentative Entwürfe nachliefern. Angesichts der, für Außenstehende unklaren Situation in Sachen Europabrunnen, sollten innovative Vorschläge die Diskussion neu befruchten. Wir machen den Anfang: Das BÜRO MÜLLER, DESIGN THINKIN BIG schlägt vor und angesichts des bisherigen Kostenrahmens scheint das zukunftsweisende Projekt durchaus umsetzbar: DER KUNST KIOSK (siehe Handskizze vom Chef).

Hier ein paar Facts:

  • Das ein-und ausfahrbare Glasobjekt wäre mit zeitgenössischer Kunst im mitteleren bis hohen Preissegment und Reproduktionen zu bestücken.
  • Das optisch reizvolle Ambiente würde durch entsprechend gebildetes Personal unterstützt, welches durch Schönheitwettbewerbe ermittelt würde: KUNST AM KÖRPERBAU.
  • Durch das Einfahren der Galerie wären die Kunstwerke nachts vor Diebstahl sicher.
  • Wir wären weltweit die erste Stadt mit einer derartigen Präsentation von Kunst.
  • Das ambitionierte Projekt könnte durch seine hohen Kosten Regensburgs besonderes Engagment in Sachen Kunst veranschaulichen.
  • Die internationalen Besucher des geplanten Kongresszentrums wären beeindruckt und würden sicher das eine oder andere „Souvenir“ erwerben.
  • Benno Zierer wäre stolz auf uns. 

Und viele weitere Vorteile,

Danke für Ihr Interesse,

Ihr BÜRO MÜLLER, DESIGN THINKIN BIG

Na, wenn das kein echt kreativer Vorschlag ist, der den „Kreativwirtschaftlern“ in der Stadt gefallen wird? Wir leiten auf Wunsch jedenfalls gern an den künftigen „Clustermanager Kultur- und Kreativwirtschaft“ weiter.

Trackback von deiner Website.

Bitte unterstützen Sie eine unabhängige Berichterstattung in Regensburg.

 
Verein zur Förderung der Meinungs- und Informationsvielfalt e.V.
IBAN: DE14750900000000063363
BIC: GENODEF1R01

Kommentare (14)

  • Dieter

    |

    Warum nicht als exklusive Immobilie verkaufen? „2 Zimmer Maisonette Loch im Herzen der Altstadt. Nur 500.000 €“. Wahlweise könnte man dort auch eine ausfahrbare goldene Frank Mosher Statue anpflanzen.

  • Radlertölpel

    |

    Gratulation zu diesem gekonnt aus der Hüfte geschütteltem Chefentwurf! Besonders gut gefällt mir die Marktfrau aber auch der Kunstmarktstand ist im Durchgangsbereich zum Hotel ist gut gewählt.

    Zur Ergänzung übermittle ich zwei Esplanaden Entwürfe vom städtebaulichen Wettbewerb 1997: (vrgl.Bürgerbeteiligung 2000 als zu Beginn noch 200 Bäume zur Disposition standen: http://europabrunnendeckel.de/download/euro/27_01_altstadt_hbf_dokumentation_12_2003.pdf )
    Verbindung Europabrunnen Bahnhof; handgezeichnet:
    http://www.winkelvoss.com/altstadt-regensburg.html
    …und von einem Münchner Architekturbüro computergeneriert (Bahnhof-Dom):
    http://europabrunnendeckel.de/download/euro/bahnhofmaci.jpg
    Werfen Sie einen Blick über den Tellerrrand! Denken Sie größer!
    http://youtu.be/cnEQja0jBXs

  • Radlertölpel

    |

    2005
    ….Die Maxstraße sollte sich mit fertig gebautem Europabrunnen-Triumphbogen und mit weiteren Lichtsäulen bis zum Bahnhof fortsetzen, wo sie mit 2 Großen Lichtsäulen anfangen bzw. enden sollte. Es ging beim dem letztendlich zur Realisierung vorgesehenen Entwurf der Esplanade (siehe oben verlinkte Dokumentation) auch darum, die Leute mit Kiosken in die Maxstraße und weiter in die Altstadt zu locken, wo sie in Geschäften weiteres Geld ausgeben können…. damit nicht alle in den Arcaden hängen bleiben.

    Aber ein wenig weiter in der Geschichte:

    Hier der Siegerentwurf des Europabrunnens mit unterirdischer Anlage/ Bauplan: http://europabrunnendeckel.de/?p=2956#plan

    !!!!**** Das Brunnenbecken, die Glaskästen der Esplanade und die Kunst im Banhofsviertel an sich waren 2005 auch schon Gegenstand der Arbeiten des Bulgarischen Konzeptkünstlers Pravanliub Ivanov: “F o n t a i n e d F o n t a i n ” / “ h a l b w a h r h e i t ” / “ T h e l i v e s o f t h e o t h e r s a r e s o m e h o w e a s i e r ! ” !!!! vergl.
    !!!*****
    Ein wenig vorher hatte ich die Baumskulptuer KASTEN1 fertiggestellt und erfolglos beantragt das zeitgemäße Abbild von König Ludwig 1 das sein Geschlechtsteil in den Grünstreifen hängt aufzustellen: http://europabrunnendeckel.de/?p=2956#ludwig
    In Berlin erschlug Schlingensief für die Kulturhauptstadtbewerbung von Regensburg einstweilen Frösche (siehe meinen ersten Antrag)…

    :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::
    2015
    ALLES AUF NEU:

    Infos Zur Bürgerbeteiligung 2015 im Rahmen des Wettwerbs zum Zentralen Omnibusbahnhof ZOB 2015:
    Der Bereich des Europabrunnens liegt ausserhalb des Bebauungsplans, jedoch innerhalb des Gedanklichen Planungsumgriffs. Es handelt sich um einen schraffierten Übergangsbereich. Wie in allen Plänen seit 2009 geht der Bebaunugsplan auch 2015 “nur” bis zur Bürgersteigkannte vor dem Europabrunnen:

    Der Planungsumgriff vom ZOB_läßt also Platz für ein Kunstprojekt an der Stelle des nie gebauten Europabrunnens
    …reden wir von einer qualitativen Ausgleichsfläche für die groß angelegten Planungen, den Bau und die Realisierung des ZOB und des RKK! Ein öffentlicher Werkzeugkasten, der sich Künstlern und der Bevölkerung zur freien Nutzung anbietet. Ein eigenständiges Territorium für die Entwicklung von Kunst. Ein Ort für selbstorganisiertes Engagement….

    … Doch werfen wir erst einmal einen Blick über den Bauzaun:

    http://europabrunnendeckel.de/?p=4617

    kein Thema! kein Thema! kein Thema?
    Morgen beginnt die Bürgerbeteiligung….

  • seppi

    |

    Jakob, ich dachte du bist durch mit dem Thema? Und wieder lässt du einen langwierig verwirrten Text über dieses leidige Thema ab. Du hast dich als Künstler ja selbst schon auf diesen Scheißbrunnendeckel reduziert und schafft es sogar nach Ankündigung (dein Kommentar zum letzten Artikel über deinen Vortrag) nicht, endlich davon zu lassen und deine Energie in lohnendere Aktivitäten zu stecken. Wenn ich dein Vater wäre, hätte ich ebenso Sorge um deinen Zustand. Try something new!

  • Radlertölpel

    |

    @Seppi „Du hast dich als Künstler ja selbst schon auf diesen Scheißbrunnendeckel reduziert… Try something New.“ _?_ hä?! Wie bitte??? Redest du mir MIR ? meinst du mich?? Also ich habe zwischenzeitlich an der Grenze zum Landkreis schon noch ein paar andere völlig neuartige Projekte gemacht… und ganz konkrete neue Projekte für dieses Jahr schon lange vorbereitet. Jetzt jedoch erst einmal ein Monat Landarbeit.

    Und ich frage Dich: Was ist wirr an Bebauungsplan und Bürgerbeteiligung???

    …und weil er oben nicht anging hier nochmal der link zu Pravdanliub Ivanovs Arbeit zu Esplanade, Brunnen und Diskurs von 2005:
    http://europabrunnendeckel.de/?p=2956#pravdanliub

  • sepp II

    |

    @seppi
    vom jakl da babba is beida csu. da spdler wolli hat sicher koa lust am wolfi seim buam z’helfa.

  • seppi

    |

    Gut so, Jakob. So versteht man dich. Mann muss sich halt leider immer der Sprache jener bedienen, welche man adressieren will und das ist dir hier gelungen. Ob’s was wird steht auf einem anderen Blatt … und ich hoffe, dass hier so schnell wie möglich entschieden wird, bevor du daran zugrunde gehst. Jahrelanges, ergebnisloses Hin und Her mit Staatsbeamten ist ziemlich ungesund!

  • BerndLauert

    |

    Ich muss hier mal etwas nachfragen.
    Wann wurde dieser Brunnen eigentlich gebaut und nicht fertiggestellt?
    Was war so schwer daran 2-3 Bäume zu pflanzen, ein paar Bänke und wir hätten einen schönen Park gehabt.
    Auch ein Wasserspender wäre angemessen da man Sommertags in der Maxstrasse kaum Schatten findet und auf den restlichen Stahlbänken die sich aufheizen kaum sitzen mag.
    ich verstehe es nicht, da wird jahrelang dieser olle Sperrholzdeckel vollbemalt, eine Kunstaktion draus gemacht und ewig hin- und her diskutiert.
    Die Maxstrasse ist hässlich genug durch die feuchten Träume von Architekten und Stadtplaneren geworden. Ein kleiner Park wärs gewesen und aus die Maus…

  • Radlertölpel

    |

    @Bernd Lauert:
    „ich verstehe es nicht, da wird jahrelang dieser olle Sperrholzdeckel vollbemalt, eine Kunstaktion draus gemacht und ewig hin- und her diskutiert.“
    Entweder Sie wollen hier nur rummaulen und mich mit unqualifzierten Kommentaren beleidigen oder Sie jecken es wirklich nicht. Es geht hier nicht um den Deckel (Bretter die mir angeblich die Welt bedeuten…siehe Artikel von David Liese) sondern um den lichtdurchfluteten Raum darunter! Wenn Sie wissen wollen, wann die Brunnenanlage gebaut werden sollte usw, dann lesen sie es doch einfach nach. (siehe z.B. oben oder auf meiner Webseite: http://europabrunnendeckel.de/?p=3387 bei:geschichte und umgebung…). Da gibt es auch zahlreiche Bilder und Pläne.
    Auf den Seiten der Stadt werden Sie nicht mehr viel dazu finden. Nur soviel: Es gab die Verpflichtung zur Realisierung des Siegerentwurfs der allerdings nur in Zusammenhang mit der Esplanade Sinn gemacht hätte. So wurde das restliche Geld zur Realisierung des Glastors eben seitdem im Haushalt verschoben.
    „… und ewig hin- und her diskutiert“
    Das Problem besteht meines Achtens darin, das über 10 Jahre lang jede Diskussion in der Kommission Kunst und Bauen oder im Stadtrat über andere Nutzungsmöglichkeiten der Brunnenanlage verhindert wurde.
    (Mal abgesehen vom ja und nein zu Beschlußvorlagen.)

    Wasserspender und künstlerische Nutzung der Brunnenanlage schließen sich übrigens nicht aus…. Bäume hingegen können Sie gerne überall pflanzen, jedoch nicht in eine funktionierende Brunnenanlage.

    „…Kunstaktion“ nein es war ein 1 1/2 jahre währendes täglich betreutes Projekt mit zahlreichen Aktionen.

    @seppi
    Manchmal war die Auseinandersetzung mit der Verwaltung auch ganz erfreulich!
    siehe z.B. hier:
    http://europabrunnendeckel.de/download/euro/AntwortvonFrauSchimpfermann.jpg
    bei:
    http://europabrunnendeckel.de/?p=138#verlaengerung2009

    Man muß sich das einmal vorstellen: 2009/2010 war ausschließlich das Tiefbauamt für den öffentlichen Raum der Brunnenanlage und eine 3 m breite Bannzone zuständig (und nicht das Ordnungsamt, dass sich einerseits von Anfang an weigerte für Genehmigungen zuständig zu werden und andererseits dem Tiefbauamt dringend empfahl eine Zusammenarbeit mit dem ihm !!!namentlich nicht bekannten Künstler!!! einzustellen.) Der damalige Tiefbauamtsleiter Herr Swaczyna hat 2009/2010 also kurz vor seiner Pensionierung das Kunstprojekt wie ein Löwe verteidigt. Er hat z.B. auch Verständnis dafür aufgebracht, das ich die jugendlichen Skater nicht vertrieben habe, denn er selbst hat ja als Kind auch in der Stadt Fußball gespielt…so ist das nun mal.

    Als das Projekt dann nach über einem Jahr mit Genehmigungen durch das Ordnungs und Umweltamt regulär funktionierte und richtig Fahrt aufnahm wurde es von beiden Seiten 2010 fristgerecht beendet. So konnte sich eine künstlerische Nutzung nicht etablieren und alles geriet in Vergessenheit. Ein Sargdeckel war der Stadt an dieser Stelle anscheinend lieber als ein unabhängiges Kulturprojekt. Die Stadt hat es hier gründlich verpasst andere Künstler einzuladen und eine öffentliche Diskussion um den Ort fortzuführen.

    Die weisungsgebundene Verwaltung kann da nichts dafür.

  • Gollum

    |

    Mein Schatzzzz

  • Radlertölpel

    |

    @Gollum
    ….könnte für alle da sein.
    Es ging von Anfang an vor allem darum den Ort für unterschiedliche Akteure zu öffnen und ein angstfreies Arbeiten zu ermöglichen.
    vergl. die aktuelle Pressemitteilung…
    http://europabrunnendeckel.de/download/hirn/Presseerklaerung_FUF_2.3.15_ZOB_Ausgleichsflaeche.pdf
    …und so ziemlich alles was in Zusammenhang mit dem Europabrunnendeckel 2009 veröffentlich und versucht worden ist. Schade, dass der Ort nur mit meiner Person verbunden wird, während die möäglichen Projekt-Inhalte weitgehend ignoriert werden. So wird aus einem stadtgesellschaftlich relevanten Thema ein vermeindliches Partikularinteresse konstruiert. Offenbar ist diese Strategie erfolgreich: Die ganzen Gollums kennen es eben nicht anders.

Kommentieren