Von der Vermeidung des optisch Ansprechenden

Die Rückkehr des Kardom!

Eine grandios stimmige, in sich runde architektonische Fortsetzung der Regensburger Stadtentwicklung ist nach mehrmonatiger Verstopfung wieder zurück: das Karmeliten am Dom, kurz: KarDom.

Das „Karmeliten am Dom“ ist die konsequent zu Ende gedachte Flurbereinigung der Maximilianstraße. Foto: as

Das „Karmeliten am Dom“ ist die konsequent zu Ende gedachte Flurbereinigung der Maximilianstraße. Foto: as

Eine Glosse von Martin Stein

Das „Karmeliten am Dom“ ist fertig. Schon wieder. War ja schon mal fertig. Man hat jetzt renoviert. Monatelang. Die ursprüngliche Bauzeit hat kaum länger gedauert, glaube ich. Ein Rohr, vorgeblich eines mit einer unfeinen, doch essentiellen Aufgabe betrautes Rohr, versagte nach Indienststellung innerhalb kurzer Zeit denselbigen, und schon war die Kacke am Dampfen. Als hätte das an Durchfall leidendem Gebäude versucht, mal kurz zu furzen. Hoppala.

Dann wurde am Malheur gearbeitet, wobei erst einmal der Supermarkt (feiner Supermarkt) und der Bäcker (feiner Bäcker) im Erdgeschoss wieder weichen mussten.

Doch warum überhaupt renovieren?

Aber warum denn überhaupt renovieren? Wieso, fragt man sich? Und man fragt sich das nicht, weil es auf den ersten Blick seltsam erscheinen mag, Nagelneues zu erneuern. Ich persönlich frage mich das, weil ich das Karmeliten am Dom stets als eine grandios stimmige, in sich runde architektonische Fortsetzung der Regensburger Stadtentwicklung empfunden habe. Und zwar ausdrücklich inklusive Abwasserrohrbruch.

Sowas renoviert man doch nicht so mir nichts, dir nichts.

Das „Karmeliten am Dom“ ist so logisch, so folgerichtig, eigentlich einzig so möglich, besonders an dieser Stelle. Nirgendwo wäre ein „Karmeliten am Dom“ angebrachter als dort. Das „Karmeliten am Dom“ ist die konsequent zu Ende gedachte Flurbereinigung der Maximilianstraße, der zentralen Präsentationsallee dieser Stadt, die in einer derart gewalttätigen Schäbigkeit hineinrestauriert wurde, dass die ansässigen Ein-Euro-Läden tatsächlich zu einer Verbesserung des Gesamtbildes beitragen.

Der betonierte Arsch des gepflasterten Enddarms der Stadt

Die Maxstraße mit ihren überdimensionierten Montageleuchten am Rand strahlt eine so umfassend massive Ungemütlichkeit aus, dass dort jederzeit eine nordkoreanische Infanteriedivision samt Begleitpanzern und Raketenwerfern Aufmärsche üben könnte, ohne deplatziert zu wirken. Und am Ende dieser Prachtstraße steht jetzt halt jetzt der Wasserschaden mit historisierendem Plattenbau drumrum. Das I-Tüpfelchen. Das „Karmeliten am Dom“ ist der betonierte Arsch des gepflasterten Enddarms der Stadt. Mit Verstopfung. Es scheint irgendwie nicht richtig, aus so einem Gebäude Scheiße ablaufen lassen zu wollen.

In der Maxstraße könnte  jederzeit eine nordkoreanische Infanteriedivision samt Begleitpanzern und Raketenwerfern Aufmärsche üben könnte, ohne deplatziert zu wirken. Foto: as

In der Maxstraße könnte jederzeit eine nordkoreanische Infanteriedivision samt Begleitpanzern und Raketenwerfern Aufmärsche üben könnte, ohne deplatziert zu wirken. Foto: as

Das „Karmeliten am Dom“. Das „KarDom“. Wie ein medizinischer Fachausdruck für Architekturkrebs. Eine Steinmetastase. Mit einer nässenden Wunde.

Aber wie man das da so hinbekommen hat! So stimmig! Ich staune bewundernd. Wer hätte gedacht, dass man die Maxstraße architektonisch schlüssig abrunden kann, ohne da zum Beispiel versehentlich was Hübsches hinzustellen. Wäre natürlich ein Stilbruch gewesen, ein Schock für das Auge, eine blühende Rose im granatenzerwühlten Schlamm vor Verdun. Nur Anlass zu Verwirrung und Desorientierung hätte das gegeben. Aber so? Zwei Puzzleteile, die perfekt zusammenpassen. Also, vielmehr die Rückseiten zweier Puzzleteile. Die dann niemals umgedreht werden.

Respekt.

Tradition in der Vermeidung des optisch Ansprechenden

Obwohl: Es gibt in Regensburg schon eine gewisse Tradition in der Vermeidung des optisch Ansprechenden.

Die hiesige Stadtentwicklung, die ich so schätze (und zwar sowohl die offizielle als auch die privat-geschäftsseitige), schafft es seit langem, das Übermaß an kitschig-lokalem Wohlgefallen, geschaffen von mittelalterlichen Architekten, die sich angesichts der eigenen Sterblichkeit und der trügerischen Hoffnung auf das nahende Ende der Welt bei ihrer Arbeit nicht besonders viel systemtheoretische Mühe gaben, auf ein bleibendes Dokument der Postmoderne zu reduzieren, das vor allem eines sicherstellt: Dass die Chinesen es niemals nachbauen wollen.

Das alte Regensburg ist ja ein Musterbeispiel für bauliche Kurzsichtigkeit, da braucht man sich nur die Parkplatzsituation anzuschauen. Und das vorzeigemittelalterliche Fürstinnenschloss Sankt Emmeram wurde ja schließlich erst im 19. Jahrhundert gestaltet, als man schön langsam wusste, wie die Ritter hausen. Und wie viel Platz so eine fünfköpfige Familie samt Hundefriseur mal brauchen könnte.

Gut durchorganisierte Weltkulturerbschleicherei

Das, was Regensburg an touristisch-pittoresker Substanz zu bieten hat, reicht natürlich dick für die gut durchorganisierte Weltkulturerbschleicherei. Und angesichts der durchschnittlichen Mobilität der massenhaft anlandenden Boat People gibt es auch keinerlei Grund für zusätzliche Attraktionspunkte abseits der bekannten Defibrillator-Standorte. Da kann man baulich schon mal variieren, frei nach dem Motto: schön hatten wir schon, jetzt probieren wir mal was anderes.

So werden Alleinstellungsmerkmale geschaffen.

Ich weiß es nicht sicher, aber es ist plausibel, dass Regensburg die einzige Stadt der Welt ist, die einen Platz besitzt, dessen gemütlichstes Element das Denkmal an ein Judenpogrom darstellt (Neupfarrplatz). Das muss man erst mal hinkriegen. Man stelle sich die entsprechende Prüfungsfrage im Architekturstudium vor: „Erstellen Sie ein Konzept für ein gemütliches Massaker-Mahnmal.“ Da gäbe es hohe Durchfallquoten. Vor allem unter Nichtregensburgern.

Ausgewiesene Profis der substanziellen Verabscheulichung

Aber Regensburg kann das. Regensburg findet die richtigen Leute, die das auf die Reihe kriegen. Und die sind dünn gesät. Gerade, wenn es um die großen Weichenstellungen einer zukunftsträchtigen Gestaltung geht, kann man ja wirklich nicht jeden dahergelaufenen Baumhausbauer brauchen. Da benötigt man ausgewiesene Profis im Bereich der substanziellen Verabscheulichung variabler Umgebungen. Um sich für eine leitende Stelle im Bereich der Regensburger Stadtplanung zu qualifizieren, muss man zum Beispiel vorher mindestens zwei Giftmülldeponien in Tschetschenien planerisch verantwortet haben.

Als dann bei der letzten Oberbürgermeisterwahl der CSU-Kandidat Schlegl mit einer teilweisen Verlegung Regensburgs in den Keller punkten wollte, da war er aber doch – wie manch anderer große Visionär – seiner Zeit etwas voraus. Jedoch sind Ideen von wahrer Größe niemals ganz gescheitert, sondern kommen früher oder später wieder. Wie das Pokemon.

Dass es gerade jetzt ein Zusammenhangsdilemma zwischen dem aktuellen OB, der Immobilienfirma des KarDom und ein paar Euro unklar verbuchter Parteispenden gibt, kann man nur als äußerst unglücklichen Zufall bezeichnen. Nochmal: Nichts passt besser an diese Stelle als das KarDom. Und sollte man in Deutschland mittlerweile schon für die Umsetzung der unzweifelbar allerrichtigsten Bauprojekte irgendwelche Parteikassen befüllen müssen, dann wäre das eine wahrlich traurige Entwicklung.

Zur Grundsteinlegung des Palais Karmeliten im Februar 2014 schaute auch  Joachim Wolbergs, damals noch Bürgermeister, beim Immobilien Zentrum vorbei. Foto: Immobilien Zentrum

Grundsteinlegung des KarDom im Februar 2014. Foto: Immobilien Zentrum

Aber natürlich ging hier alles mit rechten Dingen zu. Man fragt sich bloß, ob es anstatt einer Grundsteinlegung ein feierliches Abwasserrohrsetzen gegeben hat. Mit einer Blaskapelle, die dazu „Alte Kameraden“ intoniert.

KarDom: der richtige Anreiz, um daheim zu bleiben

Die Ursprünge der Karmeliter, deren Name hier für Quadratmeterpreise von 5.000 Euro herhalten muss, liegen ja in einer eremitischen Lebensweise. Was heutzutage ja auch immer schwieriger wird, weil da, wo man gerne für sich sein will, meistens schon mindestens drei andere herumstehen. Möglicherweise bietet auch hier das KarDom den Schlüssel zur Lösung: als bauliche Anregung zur Erkenntnis, dass es sich eh nicht lohnt, die Wohnung zu verlassen. Aller Ärger der Welt entsteht dadurch, dass die Leute es nicht verstehen, alleine daheim zu bleiben, meinte einst Blaise Pascal. Das KarDom setzt diesbezüglich den richtigen Anreiz.

Und wer doch das Haus verlässt, der mag sich als musisch veranlagter Mensch vielleicht ans Eck zur Maxstraße stellen, um dort Robert Gernhardt zu deklamieren:

Dich will ich loben: Hässliches
Du hast so was Verlässliches
Das Schöne schwindet, scheidet, flieht –
Fast tut es weh, wenn man es sieht
Wer Schönes anschaut, spürt die Zeit
Und Zeit meint stets: Bald ist’s soweit
Das Schöne gibt uns Grund zur Trauer
Das Häßliche erfreut durch Dauer.

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Kommentare (28)

  • Boerndman

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    Einerseits bin ich beruhigt, dass es sich „nur“ um einen Gastbeitrag handelt, aber man sollte nicht jedem Gast Obdach gewähren und solch unfundierten und zudem schlecht geschriebenen geistigen Auswurf veröffentlichen. Die gehäufte Verwendung von medizinisch anmutenden Begriffen lässt allenfalls ebensolche Probleme des Verfassers befürchten, aber das ist unter dem sonst so geschätzten Niveau von RD…sorry !

  • joey

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    ein wenig (zu) viel Kriegsrhetorik.
    Ich würde eher vom italienischen Flair sprechen: da werden (in Stadt und (!) Landkreis) zahlreiche besondere Bauvorschriften und Gestaltungskommissionen eingerichtet, die bei bestimmten Leuten allerstrengstens zuschlagen bis hin zur rechtswidrigen Ablehnung, jedoch bei Spenden an den richtigen Burgverein oder einen Wahlkampf völlig ins Gegenteil gedreht werden.

    Die Grundgedanken der Stoiberschen BayBO Novelle seit 1998 wurden in Regensburg und Umgebung nicht umgesetzt: mehr Verantwortung für Architekten, mehr gestalterische Freiheiten.

    Liberalität schützt am besten vor Korruption und Langeweile.

  • BausünderandenPranger

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    Ein Artikel wie ein Furz – mit Ausnahmen. Bevor ich ein paar Takte zum Worte-Rausch des Schreibers sage, eine Klarstellung: Inhaltlich teile ich die Kritik an der fortlaufenden Stadt-Verhunzung im Wesentlichen. Und die Benennung der Sitzgelegenheiten am Neupfarrplatz als „gemütliches Massaker-Merkmal“ finde ich trefflich formuliert. Denn diese Sitzgelegenheiten sind wirklich kein Denk-mal !, sondern eine Provokation für jeden, der das Gedenken an das Massaker an den jüdischen Regensburgern ernst nimmt . Ansonsten: Das ist für mich keine Sprache, die Kritik befördert, sondern eine Sprache, die sich so an sich selber besäuft, dass für die Sache „Bausünden“ kein wirklicher Platz mehr ist. Offenbar sind für den Schreiber das Schlachtfeld von Verdun , die „massenhaft anlandenden boatpeople“ undsoweiter nur Futter für seine Wortphraselei, bar jeden Begreifens, dass das viel zu gross für ihn ist .Hier haut einer mit absolut unpassenden Vergleichen um sich ,und missbraucht vom Effekt her doch nur die Erinnerung an allerschlimmstes und brutales menschliches Leiden . So kann man die notwendige Diskussion über profitorientierte Stadtverhunzung auch kaputt machen.

  • Joe Kermen

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    Guter Versuch, vielleicht beim nächsten Mal. Auch der 10. provozierende Vergleich (die ich Teils noch amüsant fand) lässt begreifen dass der Autor die Karmeliten am Dom scheiße findet. Für diese Erkenntnis hätte ich aber nicht über die Einleitung raus lesen müssen. Es hätte gereicht ein „ferner Scheiße sind: Maxstraße, Neupfarrplatz und eigentlich alles was hier nach 1933 gebaut wurde.“ Zu Schreiben.

  • michel neuner

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    Ging schmissig los… und dann verschwurbelte es zu einem Bewerbungsschreiben für die Landkreisausgabe der Titanic und machte deswegen nicht mal vor Meister Gernhardt halt…

  • Nemo Udeis

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    Oje, da wollte wohl jemand Dieter Wieland nachmachen … ist gründlich „in die Hose gegangen“ … Am Original kommt man halt nicht so leicht vorbei. Wie stand es so schön bei RD (http://www.regensburg-digital.de/unsre-stadt-soll-hasslich-werden/02072012/) in Bezug auf das Karmelitenpalais und ein dazu passendes Wieland-Zitat:
    „,Mit einem Minimum an Aufwand ein Maximum an Scheußlichkeit‘, heißt es darin – wer denkt da nicht gleich an die computersimulierte Ansicht des geplanten ,neuen Karmelitenpalais‘!“

    Martin Stein hätte sich und anderen einen größeren Gefallen getan, wenn er nicht so platt formuliert hätte. Den Text liest man, zuckt die Schultern und ärgert sich wegen der Wortwahl vielleicht noch, dass man ihn gelesen hat. Weh tut er keinem.
    Wieland legt den manchmal nur den Finger in die Wunde – und es tut viel mehr weh.

  • Tobias

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    Es gibt für Regensburg (bzw. dessen Altstadt) eine Sammlung von gestalterischen Bedingungen, die erfüllt werden müssen. Keine offenen Sat-Schüsseln zum Beispiel (oder diese werden von leitfähigen Fake-Schornsteinen umgeben) und sogar die Farbe der Beleuchtung wird geregelt.

    Das hässliche Ding da, das aussieht als hätte jemand in CAD STRG+V gedrückt, ist definitiv abstoßend und verstößt gegen vielerlei dieser Richtlinien. Aber hey, neben dem hässlichen Parkhaus* braucht man halt ein ebenbürtiges Gebäude. ;-)

    (Im Bildband „Regensburg im Fokus“ wird das Parkhaus mehrfach gedisst; anscheinend findet die Stadt bzw. deren Repräsentanten das Ding selber nicht so toll)

    (Gestaltungshandbuch Altsstadt 2009, gibt es als PDF bei Regensburg.de)

  • Ich weiß nicht

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    Vielleicht nützt es den scharfen Kritikern hier ein wenig, mal unter „Textsorten“ nachzuschlagen. Auf Konsens getrimmt ist in Steins Beitrag – nach mehrheitlicher Meinung der Kommentatoren – offenkundig nichts. Glosse: evtl. polemisch, mal feindselig und auch schon mal den Streit suchend. Die Textsorte also hält, was sie versprechen kann/mag/will.
    Nebenbei bemerkt, @Nemo Udeis, wer an diese Glosse die Messlatte „Dieter Wieland nachmachen“ anlegt, der macht in meinen Augen das, was er Stein zum Vorwurf macht. Er schießt für meinen Geschmack etwas zu weit über’s Ziel hinaus.

  • Nemo Udeis

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    Und ich weiß nicht, warum man für eine Glosse verbal so in die Gosse muss.

  • hutzelwutzel

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    Ihr könnt schreiben was Ihr wollt. Ich finde es eine fantastische Glosse, die genau wieder gibt, was Regensburg derzeit nach außen hin darstellt. Tut mir leid, aber es ist einfach Provinz, und es wird von Jahr zu Jahr noch schlimmer. Schaut Euch doch beispielhaft nur mal die Bandenwerbung im neuen Jahn-SuperCenter an. Nur Netto, Netto und … noch irgendein Werbender. Das wars! Dafür hätte man nicht der teuren Wechsel-LED-Banden-Werbeanlage bedurft. Wirklich nicht!

  • Lenzerl

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    Lieber Martin, schöne Polemik, aber ich schließe mich den Vorschreibern an, des Guten zuviel. Das Karmeliten könnte viel besser, man muss drüber diskutieren und die Maxstraße braucht in jedem Fall dringend eine gute Idee, aber der Bau erfüllt seinen Zweck für das Leben in der Innenstadt – und ich für meinen Teil bin sehr froh, dass der Rewe wieder offen hat!

  • Stadtbürger

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    Der Artikel befasst sich mit einem Thema, das mit der „Affäre Wolbergs“ ins Blickfeld geraten ist. Der „Arbeit“ von Bauträgern in unserer Stadt. Wenn hier auf defekte Rohre und Nachbesserungsbedarf im Karmeliten eingegangen wird, sollte man auch einmal mit Mietern im Candis- oder Marina-Viertel sprechen. Solche „Baumängel“ gibt es häufig in Bauträger-Objekten. Die Stadt sollte einfach viel mehr Bauland ausweisen und es Privatpersonen verstärkt ermöglichen selbst zu bauen. Und ich meine dabei nicht nur Burgweinting.

  • Steinlaus

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    Etwas arg viel Darm und Krieg,
    aber unterm Strich eine köstliche Beschimpfung, mehr davon!

    Der Link zu Dieter Wieland ist gut. Beide treffen sich in der Ablehnung der Profit-Moderne.
    Nur, Wieland klingt heute wie die Steinlaus von Loriot: https://www.youtube.com/watch?v=QYuew2M27wc Man weiß bereits, es nützt nichts.

  • Boerndman

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    @Ich weiß nicht… ja genau, eine Glosse sollte provokant, ein bisserl polemisch vielleicht, unter Umständen auch witzig und prägnant sein und wenn man auch noch nachvollziehen kann, warum man was kritisiert, dann klappt es auch mit der Intention einer Glosse, nämlich durch Provokation zur Diskussion und zum Nachdenken anzuregen. Aber mit einer solchen Wortwahl erreicht der Autor bei mir (und offensichtlich bei vielen) nur Kopfschütteln und Abneigung, ohne Lust, über inhaltliches nachzudenken…und er erreicht, dass man sich über seine geistige Entwicklung Sorgen macht…und froh ist, dass er nicht auf Schüler losgelassen wurde…

    Im übrigen gibt es wahrlich viel in Regensburg zu kritisieren, was die Stadtentwicklung, das seltsame Treiben von Unternehmen wie dem Immobilenzentrum und den ihnen ergebenen Stellen angeht, aber fundierte Recherche und Berichterstattung erreichen da mehr, als solcher postpubertärer Verbalmüll….

  • B.J.

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    Schaut man sich die neu gestaltete Steinerne Brücke von der Stadtamhofer Seite an, bekommt mich ach schön langsam das Grausen. Total glatt kein Blickfang, keine Kanten, steril . Aber( !) gut für High Heels und anderes unpassedes Fusswerk.

  • bb

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    Da hat ja wieder mal ein Kuktur- / Germanistikwissenschaftler oder was auch immer die Jahre seines Studiums als verschwendete Zeit unter Beweis gestellt. Was ist die Intention ? Alles beschissen, zu modern ? Jede Entwicklung aufhalten ? Man merkt da hat es einer über das Bücher lesen nie hinaus gebracht. Über alle ablehnenden Kommentare wird sich der Autor die Hände reiben, aber naja anonym kann jeder so eine Enddarmlösung abliefern. Selten etwas schlechteres gelesen. Ich war zu keiner Stelle im Text amüsiert. Verschwendete Zeit diese Hasspredigt. Werde rd nun nicht mehr lesen, da ich eher ein Format suche, dass gegen die übermächtige MZ zumindest ein wenig das Gleichgewicht hält. Artikel wie diese will ich erst garnicht angezeigt bekommen.

  • El

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    Mir gefällt die Glosse .

    Bzgl. Steinerner fällt mir als Erstes der Brecht ein mit den Worten: Was an Dir Berg war, haben sie geschleift und Dein Tal schüttete man zu. Über Dich führt ein bequemer Weg.

    Wir müssen doch mit der Zeit gehen und vor allem müssen die vielen tausend und abertausend zu erwartenden GästeInnen gehen und zwar über die „Stony Bridge“ oder wie heisst sie auf amerikanisch ?
    Auch mit Krücke, Haiheal mit Rollstuhl, Rollator & Co.KG. Die Gäste aus der Kristall – , Edelstein -, Diamant – und Pelzmäntelchen-Flotte und Süßwasserperlenflotte etc.

  • hutzelwutzel

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    @B.J.:

    Ist doch super, dann kann in Regensburg endlich auch mal ein Christopher Street Day stattfinden, und einige geistliche Herren müssen sich nicht mehr fürchten in High Heels
    zu stolpern. ;-)

    Will denn jemand nach Stadtamhof, außer zur PI am Protzenweiher? ich weiß nicht, Stadtamhof wird aber schon etwas überbewertet, oder?

  • Wollwirker

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    Warum so viel Aufregung wegen des Karmelitenbunkers.
    Der war schon früher hässlich und ist es auch nach der Sanierung.
    Mit Verlaub, das Ende der Maxstraße ist nicht dieses Monster, sondern der Kornmarkt. Hier sehe ich den eigentlichen städtebaulichen Skandal. Neben dem Haidplatz ist der Kornmarkt der herrlichste Flecken in der Stadt, ein Augenschmaus für jeden, der noch sehen kann.
    Und dieses Kleinod wird als Parkfläche und Verkehrszubringer für die Altstadt missbraucht – (hier wäre jetzt ein fäkaler Ausdruck angebracht).

  • Magnus

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    Dieser Beitrag ist keine Sternstunde für regensburg-digital.

  • onki

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    …dann möchte ich doch mal eine Gegenstimme beisteuern zum Chor zartbesaiteten, von Gott geliebten Kinder.
    Regensburg wird von Großstättern nicht umsonst als provinziell und bizarr konservativ empfunden…

    Es ist eine Glosse und so darf die gerne auch mal herb und derb daherkommen… im Kern viel Wahres… in der dargereichten Verpackung vieles, das (zumindest) mich herzhaft zum Lachen brachte!

    Danke dafür!

  • Anna Breitenbacher

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    „Regensburg wird von Großstättern nicht umsonst als provinziell und bizarr konservativ empfunden…“

    Na dann, geht’s doch einfach ins super-urbane und total progressive Berlin oder Bremen und genießt dort die Schönheit von vollgesprayten Abfuck-Bauten und vollgekotzten Sackgassen mit Urin-Odor, während euch das Fahrrad unterm Arsch wegeklaut wird und ihr beim Parkspaziergang über benutzte Spritzen steigen dürft, während euch noch progressivere Leute fragen ob ihr irgendwas braucht.

    Jedem wie er’s mag. Achja: Das war eine kurze Kommentar-Glosse. Nur so nebenbei und so.

  • Jürgen

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    Das was „onki“ geschrieben hat, trifft es ziemlich gut.
    In der Glosse steckt viel Wahres drinnen, wobei das übliche Ausschlagen gegenüber allem Neuen wohl eher aus dem Unverständnis der Sache und/oder aus dem Verdrängen der wahren Umstände heraus entstanden ist.
    Zu den meisten Kritikern im Anschluss der Glosse nur so viel:
    „Haidplatz & Co.“ wären nicht entstanden, hätte man damals im Zeitgeist des „allgemeinen Bürgergeschmacks“ gebaut, oder wie es der Glossenschreiber in einem anderen Kontext schreibt, die Umsetzung dieser Plätze in einem „…Übermaß an kitschig-lokalem Wohlgefallen“ erfolgt wären.
    Es ist auch ziemlich sicher, dass der allgemeine „Geschmack“ Regensburg genauso verschandeln würde wie die unsägliche „Bauträger- bzw. Betriebswirtschaftsarchitektur“ wie wir sie jetzt beim Karmeliten bewundern können. Hier ist die Ursache der „Tradition in der Vermeidung des optisch Ansprechenden“ zu finden.
    Dass die erwähnte Maxstraße nicht wirklich das Sahnestückchen in Regensburg geworden ist, liegt m. E. nicht an der Gestaltung der Straße oder der Lampen, vielmehr liegt es an der damals im Anschluss fortgeführten Einzelhandelspolitik. Die Arcaden in unmittelbarer Nähe mit verführerischem Parkplatzangebot hat die Maxstraße zu dem gemacht was sie heute ist. Ein städtebauliches Konzept würde heute für die Maxstraße garantiert anders ausfallen.
    Das Dani-Karavan-Denkmal am Neupfarrplatz halte ich für sehr gelungen, weil es nicht nur ein Denkmal ist sondern im Stadtraum auch eine adäquate Nutzung zulässt. Wäre es irgendeine Steele oder ähnliches, der Glossenschreiber hätte es auch zerrissen. Kritik ist immer einfach ohne jemals darüber nachdenken zu müsse wie man es besser oder anders machen könnte.

  • onki

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    @Anna B.

    mit „bizarr konservativ“ war in erster Linie die Denkweise in den Köpfen gemeint…
    Ihr Kommentar dokumentiert dies (wie bestellt) sehr eindrucksvoll.

    Aber wenn Sie schon das Drogen-Fass aufmachen, greife ich Ihnen gerne ein bischen mit Zahlen unter die Arme:
    Ihren reaktionären Einlässen zu „urbanen“ Metropolen nach zu schließen, kennen Sie diese persönlich ebensowenig wie Ihre Sonnenschein-Heimatstadt…

    Denn: Gerade Regensburg spielt in Bayern im Drogenbereich in der oberen Liga mit…
    Lustig ist vor allem Ihr Bremen-Beispiel!

    Nehmen wir z.B. das Jahr 2015:
    Bremen…………19 Drogentote
    Regensburg…..17 Drogentote
    (interessant hier: Bremen hat ca. 4,5 mal so viele Einwohner)

    Regensburg hatte 2014+15 mehr Drogentote als ganz Sachsen Anhalt (ca. 2,2 Mio Einwohner) oder Brandenburg (ca. 2,5 Mio Einwohner).

    Bayern ist ungeschlagener Spitzenreiter aller Bundesländer in Anzahl der Drogentoten und im prozentuellen Anteil mit weitem Abstand eiinziges(!) Bundesland, das mit den Ballungszentren Berlin und Hamburg mithalten kann.

    Mia san mia, bei uns is‘ schee…
    woanders halt nur „vollgekotzte Gassen und Drogenspritzen“…

    ja dann…wenn bei uns alles passt,
    einen zünftigen Schuaplattla auf so viel Brotzeitbrettl-Romantik.

    …und Danke für das prompte Fallbeispiel zu meiner These!

  • Musonius

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    Mir hat die Glosse auch gefallen, auch wenn es daran liegen mag, dass ich halt im Gegensatz zu einigen Kritikern derselben das hier ganz offensichtlich erforderliche Topintellektsniveau einfach nicht erreiche.

    Die wahren Sternstunden von Regensburg Digital erkenne ich einfach nicht. Vielleicht kann mir der eine oder andere mal einen Hinweis geben, wenn wieder eine Sternstunde angebrochen ist.

    Derweil erfreue ich mich an dieser Glosse aus der Gosse …

  • jens

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    „Die Traufhöhe des geschleiften Gebäudes betrug am 27.11.2012 mit Distanzlaser gemessen: 16,47m.“ http://www.regensburg-digital.de/karmeliten-palais-neue-spitzenpreise-fur-wohnraum/28062012/
    „Der Bau ist oder war in der Denkmalliste … Daher ist die Untere Denkmalschutzbehörde bzw. die Stadt in der Lage, eine weniger hohe Ersatzbebauung durchzusetzen, die die Traufhöhe keiner Umgebungsbauten (teils auch unter Denkmalschutz) überragt.“ http://www.regensburg-digital.de/beschluss-am-mittwoch-karmeliten-hotel-wird-abgerissen/15062012/#comment-34037
    Wer misst die Traufhöhen der Umgebungsbauten und des Kardoms?

  • Pierrus

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    Gratulation für den Verfasser der Glosse!
    So ähnliche Gedanken mit ähnlichem Vokabular schleichen sich auch bei mir bei Betrachtung vieler baulicher Neuzugänge ins Hirn.
    Ich freu´ mich dann mal auf die Glosse über das Protz- Schiefschachtelmuseum mit dem goldenen Rotzpopel davor!
    Und an alle Kritisierer:
    Kritik zu üben ist keine Leistung. Das kann jeder ohne große Anstrengung und / oder Geisteslestung. Schreibt doch mal was innovatives, relevantes!

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