Brücken-Streit: Verrät die SPD ihre früheren Verdienste?

Im Nachgang zum 70. Geburtstag von Albürgermeister Walter Annuß hat sich der Verein Donauanlieger zu Wort gemeldet. Die SPD hatte ihren Jubilar am Samstag ausgiebig gefeiert. In einem Stück des Kasperltheaters Larifari wurden vor allem Annuß‘ Verdienste um die Rettung der Regensburger Altstadt gewürdigt. Der Vorsitzende der Donauanlieger, Oliver Wolf, hat nun in einem offenen Brief an die SPD verfasst, den wir hier ungekürzt veröffentlichen. Am Samstag hat der Ortsverein Innerer Westen der SPD den 70. Geburtstag des ehemaligen Bürgermeisters Walter Annuß gefeiert. Einen breiten Raum in der Ehrung des Jubilars haben dessen Verdienste um den Erhalt der Altstadt von Regensburg eingenommen. Zu Recht, wie man ausdrücklich anmerken sollte! Interessant war vor allem, welche Projekte nicht zuletzt durch Herrn Annuß verhindert wurden – Bayerwaldbrücke, Abriss der Keplerstraße, Umgestaltung ganz Regensburgs zur verkehrsgerechten Stadt usw. Interessant war auch, dass alle Anwesenden durch starken Beifall zum Ausdruck brachten, dass der Erhalt Regensburgs und die Bewahrung der Altstadt unumstößlich wichtige Ziele auch der SPD darstellen. Umso erstaunlicher ist es, dass sich die Fraktion der SPD im Stadtrat für eine Ersatzbrücke für die Steinerne Brücke – derzeit mehrheitlich für die Westtrasse (vom Schopperplatz zur Holzlände) – ausspricht. Streng genommen vollendet die jetzige SPD das Werk, das Herr Annuß verhindert hat, streng genommen belegt die jetzige SPD, dass sie die Verdienste des Herrn Annuß nicht einmal in Ansätzen zu würdigen in der Lage ist. Geschichte wiederholt sich – leider. Auch die von Herrn Annuß verhinderten Projekte wurden von damaligen Gutachtern als die jeweils besten Lösungen für Regensburg beschrieben. So gibt es auch heute ein „Verkehrsgutachten“ das die Notwendigkeit einer Ersatzbrücke angeblich belegt. Allerdings, damals wie heute, ein Gutachten ist eine Auftragsarbeit…. Eine Ersatztrasse für die Steinerne Brücke ist nicht notwendig – die Führung der Busse auf der „Bürgertrasse“ ist die intelligentere Lösung. Eine Ersatztrasse für die Steinerne Brücke passt nicht ins Stadtbild, und zwar nicht als Osttrasse (so wie damals die Bayerwaldbrücke) und erst recht nicht als Westtrasse. Die Donauanlieger sind gerne bereit, hierüber näher zu informieren und zu diskutieren. Die Donauanlieger bitten daher, dass die SPD ihre Haltung zu dieser elementaren Frage überdenkt. Ein zukunftsfähiger ÖPNV stirbt nämlich nicht ohne Ersatztrasse, aber viel Charme, Schönheit und Zukunft der Stadt Regensburg stirbt unwiederbringlich durch den Bau einer Ersatztrasse. Wenn die Ehrungen für Herrn Annuß ernst gemeint waren – was zu hoffen ist – sollte die SPD in Übereinstimmung mit der übergroßen Mehrheit der Regensburgerinnen und Regensburger und in Übereinstimung mit allen Denkmalschützern die Pläne für eine Ersatztrasse für die Steinerne Brücke als beerdigt erklären!

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Kommentare (2)

  • Manfred Veits

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    Klug gesprochen! Der Alltag beweisst es tagtäglich, das es OHNE geht.

    Es wäre Aufgabe der Stadtgesellschaft, aller Bürgerinitiativen, Bürgervereine, VCD, ADFC etc. einen RATSCHLAG einzuberufen, der sich mit der Frage beschäftigt: WAS IST EIN zukunftsfähiger ÖPNV ? von dem Oliver Wolf zurecht schreibt.

  • eduard buchinger

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    an @Manfred Veits

    Verehrter Herr Veits,

    ich schließe mich ihren zielführenden Beitrag, “ einen Ratschlag einzuberufen, der sich mit der Frage beschäftigt: Was ist ein zukunftsfähiger ÖPNV?“, hier gerne an.

    Obige zu Recht gestellte Frage, …ÖPNV?“ kann durch einen schwer angeschlagenen OB nebst seinen Gesellen, voraussichtlich nicht
    mehr beantwortet, bzw. in Bürgerfreundliche
    gleich -nahe Lösungen umgesetzt werden.
    Der Schaidinger & Co. haben jetzt ganz
    andere Probleme…! Die erst einmal geschultert sein wollen, …ich glaub, mit
    Verlaub, DER stemmts nimmer“

    Zum Leitartikel: Verrät die SPD ihre früheren Verdienste?

    …meine Frage: Kann denn eine derzeitige SPD
    mit Norbert Hartel, angeblich „Sprachrohr der
    Rgbg. CSU“ und einem, gelinde formuliert „über-
    asimilierten Sozialbürgermeister, Namens Wollbergs“ sich bzw. ihre früheren Verdienste
    JETZT NOCH …verraten??

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