Freie Wähler: Mit Trio in den Wahlkampf

Ab Ende August in Sachen Wahlkampf unterwegs: Günther Riepl, Regina Lohde und Ludwig Artinger. Foto: AignerDass man mit Sachthemen auf Granit beißen kann, ist Günther Riepl gewohnt. Seit 18 Jahren sitzt er im Regensburger Stadtrat und die Vorschläge des Freien Wählers wurden von der – damals noch allmächtigen – CSU fast schon prinzipiell abgelehnt. Insofern ist der 61jährige gut gerüstet, sollte ihm im September der Sprung in den Landtag gelingen. Ende August will Riepl in den Wahlkampf starten. Ihm zur Seite steht Regina Lohde, die sich um einen Sitz im Bezirkstag bewirbt. Im Gegensatz zum „alten Hasen“ Riepl ist Regina Lohde politisch noch ein unbeschriebenes Blatt. Durch ihre Arbeit bei „Pro Familia“ und ihr Engagenment innerhalb der Kulturszene, vor allem dem Regensburger Jazzclub, sieht sich die 50jährige aber nichtsdestotrotz gut gerüstet für die Aufgaben im Bezirkstag. „Dort werden vor allem die Themen Kultur und Soziales behandelt. Dafür bin ich prädestiniert.“ Riepl will im Landtagswahlkampf vor allem auf die Themen Infrastruktur und Stärkung der Regionen setzen. Als Verkehrsplaner ist er bereits seit Jahrzehnten in Bayern unterwegs. Bislang ist aber in Regensburg sein Konzept einer weiträumigen Ostumfahrung anstelle der Sallerner Regenbrücke auf taube Ohren gestoßen. Folgerichtig wird dieses Konzept mit ein Punkt sein, den er im Landtag vorantreiben möchte. Noch wichtiger ist Riepl aber die Forderung nach mehr Schlüsselzuweisungen für die Kommunen anstelle der gängigen Praxis von freiwilligen Zuschüssen durch die Staatsregierung. „Dadurch werden Städte und Gemeinden am goldenen Zügel gehalten.“ Zuschüsse seien vom Parteibuch des Stadtoberhaupts abhängig. Während das Land Bayern ohne weiteres 80 Prozent Zuschüsse für Sallerner Regenbrücke und Osttangente gewähre, habe es für die Theatersanierung kein Geld gegeben, so lange SPD-Oberbürgermeisterin Christa Meier die Geschicke Regensburgs in der Hand hatte. „Ist das Zufall, Absicht oder Willkür?“, fragt Riepl. Im Verbund mit Ludwig Artinger, der zunächst als Regensburger Spitzenkandidat fürs Maximilianeum im Gespräch war, seine Kräfte aber nun doch auf den Stadtrat konzentrieren möchte, wollen Lohde und Riepl sich im Wahlkampf als Trio präsentieren. Und Artinger ist guter Dinge, dass die Freien Wähler den Einzug in Land- und Bezirkstag schaffen. „Die CSU wird zehn Prozent plus X verlieren und profitieren werden davon die Kleinen, nicht die SPD.“ Und dass es sich – gesetzt dem Fall, der Einzug in den Landtag gelingt – lohnen kann, jahrelang auf Granit zu beißen, zeichnet sich möglicherweise gerade im Regensburger Stadtrat ab: Auch wenn es offiziell noch keine Verlautbarungen von SPD und CSU dazu gibt – alle Zeichen deute4n darauf hin, dass der Ernst-Reuter-Platz der Stadthallen-Standort-Favorit der großen Koalition ist. Den hatte Riepl 18 Jahre lang erfolglos propagiert.

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